1. Pressefreiheit gilt auch für Rechte
(taz.de, Leon Holly)
Leon Holly verurteilt in seinem Kommentar die körperlichen Angriffe von Demonstranten auf Reporter des rechten Portals “Apollo News”. Das Treten und Bepöbeln von Medienvertretern am Rande einer öffentlichen Veranstaltung verletze die Pressefreiheit, die unabhängig von politischen Positionen gelten müsse. Die Rechtfertigung des Aktionsbündnisses “Widersetzen”, “Faschist:innen mit Presseausweis” seien nicht willkommen, sei in diesem Kontext irrelevant. Zum Gesamtbild des Wochenendes gehöre allerdings auch eine exzessive Polizeigewalt.
2. Wann wird Schweigen im Podcast zum Sorgfaltspflichtproblem?
(lto.de, Wolfgang Schulz)
Ein Hinweisschreiben der Landesmedienanstalt NRW an den Podcaster Ben Berndt (“ungeskriptet”) wegen einer Aussage in einem vierstündigen Interview mit dem AfD-Politiker Björn Höcke sorgt seit ein paar Tagen für eine Debatte über journalistische Sorgfaltspflichten. Medienrechtler Wolfgang Schulz ordnet den Fall juristisch ein. Sein Fazit: “Am Ende könnten alle etwas gewonnen haben: Berndt die Aufmerksamkeit, die Landesmedienanstalt die Bestätigung ihrer Zuständigkeit und die Signalwirkung und schließlich das Medienrecht eine Antwort auf die Frage, wie viel Sorgfalt ein sehr langes Kaffee-Gespräch braucht.”
3. Pläne der Bundesregierung führen zu weniger Transparenz und mehr Bürokratie
(netzpolitik.org, Ingo Dachwitz)
Die Kritik an den Plänen zur Einschränkung des Informationsfreiheitsgesetzes weite sich massiv aus. In einer gemeinsamen Erklärung warne nun auch die Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten von Bund und Ländern vor einer faktischen Abschaffung des freien Informationszugangs. Das Argument der Bundesregierung, die Reform baue Bürokratie ab, würden die Behörden entschieden zurückweisen. Die Koppelung von Anfragen an ein nachzuweisendes “berechtigtes Interesse” sowie die Einschränkung der Antragsberechtigung würden der Verwaltung im Gegenteil zusätzliche Prüfungspflichten auferlegen.
4. “Die Medien schießen sich selbst ins Knie”
(mdr.de, René Martens)
In der aktuellen Ausgabe der kritischen Medienkolumne “Altpapier” hat sich René Martens die TV-Berichterstattung über Israel, Gaza und den Libanon vorgenommen. Sein Urteil: “Die Israel-Berichterstattung in den deutschen Abendnachrichten – um bei El-Gawharys Wortwahl zu bleiben – ist von der Weltspitze noch weiter entfernt als der deutsche Fußball. Die Nagelsmänner der deutschen Abendnachrichten sind, anders als Bundestrainer, allerdings unantastbar.”
5. Wie Hollywood das Bild einer Nation erfand
(deutschlandfunkkultur.de, Susanne Burg & Dominik Graf & Elisabeth Bronfen, Audio: 40:46 Minuten)
Am 4. Juli haben die USA den 250. Jahrestag der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung gefeiert. Deutschlandfunk Kultur schaut auf einen speziellen Aspekt der US-amerikanischen Kultur, die Entwicklung zum größten Filmlieferanten der Erde: “Wie ist dieses Filmamerika entstanden? Welche Mythen hat Hollywood geschaffen? Welche Vorstellungen von Freiheit, Demokratie und dem amerikanischen Traum stecken in diesen Bildern? Und was ist von ihnen geblieben zweihundertfünfzig Jahre nach der Gründung?”
6. “Ich sollte da gestorben haben”: Amazon löscht peinliche KI-Synchro
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Amazon habe den Film “Deadly Patient – Tödlicher Patient” nach einer Welle von Spott und Hohn in den Sozialen Medien von seiner Streamingplattform Prime Video entfernt. Nutzerinnen und Nutzer hätten sich auf TikTok und Instagram zuvor massiv über die offensichtlich KI-generierte deutsche Synchronisation amüsiert. Laut Medienberichten sei die Tonspur nicht von Amazon selbst beauftragt worden, sondern vermutlich ungeprüft über das Self-Publishing-Programm auf die Plattform gelangt.



