1. Wie Ulf Poschardt den rechten Rand anschlussfähig macht
(belltower.news)
Der frühere “Welt”-Chefredakteur Ulf Poschardt fungiere als publizistischer Brückenkopf, der völkische Denkfiguren für ein bürgerliches Publikum anschlussfähig formuliere, analysiert die Redaktion von “Belltower.News”. Obwohl er sich selbst als Eichmaß der Mitte inszeniere, bediene Poschardt zentrale Motive der extremen Rechten. Er folge mit seiner Vorgehensweise dem strategischen Muster der US-amerikanischen Rechten.
2. 101 Millionen Euro für Zeitungen in der Krise
(taz.de, Florian Bayer)
Die österreichische Bundesregierung habe ein Medienpaket beschlossen, das 2027 und 2028 jeweils 50,5 Millionen Euro für kriselnde Verlage bereitstelle, berichtet Florian Bayer in der “taz”. Gefördert werden sollen die Zeitungszustellung sowie der digitale Wandel. Zudem seien Schutzmaßnahmen gegen missbräuchliche Klagen (SLAPPs) vorgesehen. Medienminister Andreas Babler (SPÖ) habe durchgesetzt, dass Gratisblätter wie “Heute” oder “oe24” von der Zustellförderung ausgeschlossen bleiben.
3. Programmreform im DLF: Freie wehren sich
(verdi.de)
Freie Journalistinnen und Journalisten des Deutschlandfunks wehren sich in einem Brief an die Senderleitung gegen drohende Beschäftigungseinbußen im Zuge der bevorstehenden Programmreform, meldet die Gewerkschaft Verdi. Zahlreiche Medienschaffende hätten sogenannte Einschränkungsmitteilungen erhalten, die auf eine spürbare Reduzierung ihres Arbeitsvolumens hindeuten würden. Gewerkschaftsvorstand Christoph Schmitz-Dethlefsen kritisiere, dass der öffentlich-rechtliche Sender den Betroffenen rund eineinhalb Monate vor dem Start des neuen Programmschemas keine klaren Perspektiven aufzeige.
4. Verleger-Verbände laufen Sturm gegen Crawling-Klausel von Meta
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Wie “DWDL” berichtet, laufen die Verlegerverbände BDZV und MVFP gegen geplante Änderungen der Geschäftsbedingungen von Meta Sturm. Der Tech-Konzern wolle sich ab Ende Oktober das Recht einräumen lassen, vollständige Websites und Archive verlinkter Anbieter automatisiert zu crawlen, zu speichern und für eigene kommerzielle Produkte auszuwerten. Die Verbände werten das Vorgehen als missbräuchliche Koppelung und klaren Verstoß gegen den Digital Markets Act. Die EU-Kommission müsse umgehend einschreiten und die Klausel stoppen, bevor durch das automatisierte Erfassen der Inhalte irreversible Tatsachen geschaffen werden.
5. Klimajournalismus jetzt!
(laeuft-programmschau.podigee.io, Lars Gräßer & Aycha Riffi, Audio: 30:16 Minuten)
Sarah Brasack vom “Kölner Stadt-Anzeiger” und Norman Schumann von der Initiative “Klima vor Acht” haben auf dem “b° future festival” über das Thema Klimajournalismus und mögliche Lösungswege gesprochen. So habe Schumann nach vergeblichen Vorstößen für eine feste Klimasendung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine Kooperation mit RTL etabliert. Der “Kölner Stadt-Anzeiger” wiederum habe die Initiative “Bäume für Köln” ins Leben gerufen.
6. Die Erfinderin von Bibi Blocksberg erzählt ihre Geschichte
(youtube.com, Susan Link, Video: 19:41 Minuten)
In der WDR-Talksendung “Kölner Treff” hat Autorin Elfie Donnelly über die Entstehung ihrer Kultfiguren “Benjamin Blümchen” und “Bibi Blocksberg” sowie über ihren persönlichen Werdegang gesprochen. Der SFB-Kinderfunk habe das Manuskript seinerzeit als zu albern für das damalige Programm abgelehnt. Erst durch einen privaten Produzenten und unübliche Fernsehwerbung sei die Reihe zum Millionenerfolg geworden. Die Figur der Karla Kolumna gehe dabei auf die damalige SFB-Redakteurin Karla Krause von Fumetti zurück. Nach einem Schreib-Burnout Mitte der 1980er-Jahre habe Donnelly die Rechte zunächst komplett verkauft; sie profitiere aber dank des Bestseller-Paragrafen im Urheberrecht von 2001 wieder von den Erlösen.



