1. Lobbyismus: Staatsrechtler kritisieren fehlende Transparenz im Wirtschaftsministerium
(correctiv.org, Annika Joeres & Elena Kolb)
Staatsrechtler und Datenschutzexperten würfen dem Bundeswirtschaftsministerium unter Katherina Reiche (CDU) vor, parlamentarische Auskunftsrechte systematisch zu unterlaufen. Anlass sei die Beantwortung einer Kleinen Anfrage der Grünen zu Lobbykontakten mit der Gaswirtschaft im Vorfeld der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes. Das Ministerium habe konkrete Treffen und Daten sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer weitgehend verschwiegen und dies mit fehlenden Aufzeichnungen sowie Personalwechseln begründet.
2. Sie dürfen wieder rein
(taz.de)
Ein US-Gericht habe die von Präsident Donald Trump verhängte Aussperrung von CNN, MS Now und “Politico” aus dem Weißen Haus per einstweiliger Verfügung vorerst aufgehoben. Richter Tim Kelly habe erklärt, dass der überraschende Entzug der Presseausweise ohne ordentliches Verfahren wahrscheinlich verfassungswidrig sei. Vorausgegangen sei eine beispiellose Solidarisierung des US-amerikanischen Nachrichtenpools, dessen Sender sich geweigert hätten, den Pool-Platz von CNN zu übernehmen.
3. China und Russland: Propaganda-Allianz oder strategische Verstärkung?
(de.ejo-online.eu, Susanne Fengler)
Eine Analyse von fast 100.000 Videobeiträgen der internationalen Staatssender RT und CGTN über den Krieg gegen die Ukraine widerlege die These einer geschlossenen russisch-chinesischen Propaganda-Allianz. Statt eines einheitlichen Drehbuchs betreibe Peking den Forscherinnen und Forschern der Universitäten Sheffield und Glasgow zufolge eine asymmetrische “strategische Verstärkung”. RT suche die aggressive, emotional aufgeladene Konfrontation. CGTN übernehme russische Grundaussagen selektiv und pseudo-sachlich, eingebettet in das chinesische Selbstbild einer verantwortungsvollen Friedensmacht. Im Gegenzug fänden chinesische Narrative im Programm von RT praktisch keinen Niederschlag.
4. Wie wir Podcasts hören (und sehen)
(medientage.de, Petra Schwegler)
Aktuelle Erhebungen von Bitkom, YouGov, Acast und der ARD/ZDF-Medienstudie würden den anhaltenden Boom des Podcast-Marktes und dessen Wandel zum multimedialen Format belegen. Laut Bitkom würden inhaltlich Lifestyle-Themen mit 75 Prozent erstmals vor Nachrichten (71 Prozent) führen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ab 16 Jahren höre zumindest gelegentlich Podcasts. Parallel gewännen Video-Podcasts massiv an Bedeutung.
5. Wie akkurat erzählen Medien Geschichte?
(deutschlandfunk.de, Anh Tran, Audio: 37:46 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, wie historisch korrekt Medien über Geschichte erzählen, speziell über die DDR. Es diskutieren der DLF-Hörer Christian Behrendt, der Historiker Stefan Wolle und Thüringen-Korrespondent Henry Bernhard.
6. Top 100 Onlinemedien: starker Monat für “Ruhr 24” und “Tag24”, “t-online”, “Chip” und “Chefkoch” weit unter Vorjahr
(meedia.de, Jens Schröder)
Laut einer “Meedia”-Auswertung der “Similarweb”-Hochrechnungen habe die Mehrheit der 100 reichweitenstärksten deutschen Online-Medien im August 2026 Visits im Vergleich zum Vorjahresmonat eingebüßt. Während Bild.de mit 166,32 Millionen Besuchen Spitzenreiter geblieben sei, hätten Angebote wie t-online.de (-28,2 Prozent), Chip.de (-32,3 Prozent) und Chefkoch.de (-28,7 Prozent) deutliche Verluste verzeichnet. Zu den Gewinnern würden vor allem Portale wie “Ruhr24”, “Tag24” und die Website des MDR gehören.



