1. dju: Journalistischen Schutz verteidigen
(verdi.de)
Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in Verdi warnt vor einer Aushöhlung des Redaktionsgeheimnisses und des Quellenschutzes durch den neuen Gesetzentwurf zur Geheimdienstreform des Bundesnachrichtendienstes. Als Teil eines breiten Medienbündnisses fordert die Gewerkschaft eine unabhängige Kontrolle der Nachrichtendienste und klare verfassungsrechtliche Grenzen bei der Überwachung.
2. “Eine Bankrotterklärung”: Verbände kritisieren Wolfram Weimer
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier berichtet über die Kritik von Branchenverbänden an Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Anlass seien die verschärften Kriterien und das drohende Förderaus für Filmprojekte beim Deutschen Filmförderfonds und beim German Motion Picture Fund noch im laufenden Jahr. Die Produktionsallianz, die AG DOK, die Deutsche Filmakademie und die Producers of Germany Werten den Schritt als politisch-handwerklichen Fehler und “Bankrotterklärung” der Filmpolitik. Sie warnen vor massiver Unsicherheit für den Filmstandort Deutschland und bemängeln, dass Steuermittel vor allem Großprojekten zugutekämen, während die Existenz heimischer Produktionsfirmen auf dem Spiel stehe.
3. Was Aufmerksamkeit wert ist
(netzpolitik.org, Rika Baak)
Bei netzpolitik.org berichtet Rika Baak über eine neue Forschungsarbeit zur Aufmerksamkeitsökonomie auf X, Bluesky und Mastodon. Die Untersuchung zeige, wie unterschiedlich das Design und die Empfehlungssysteme der Plattformen den Tonfall belohnen. Auf X werde Reichweite eher durch Provokation, Toxizität und Polarisierung gefördert. Auf Bluesky geschehe dies eher mit neutraler, sachlicher Sprache und auf Mastodon mit differenzierten Argumenten.
4. Mammutprozess gegen Facebook-Mutterkonzern Meta beginnt in den USA
(spiegel.de)
Der “Spiegel” berichtet über den Auftakt eines wegweisenden Gerichtsprozesses in den USA gegen den Social-Media-Konzern Meta. 29 US-Bundesstaaten würfen dem Unternehmen vor, Jugendliche durch ein suchtförderndes App-Design von Instagram und Facebook bewusst abhängig zu machen und unrechtmäßig Daten Minderjähriger zu sammeln. Auslöser der Ermittlungen seien die Enthüllungen der Whistleblowerin Frances Haugen. Dem Konzern könnten Milliardenstrafen sowie strenge Auflagen drohen.
5. Die vermessene Galerie: Semantische Analyse als Werkzeug im Kunst- und Kulturjournalismus
(dfjv.de, Steffen Konrath)
In einem Werkstattbericht beschreibt Steffen Konrath, wie KI-basierte semantische Analysen als neues Recherchewerkzeug im Kunst- und Kulturjournalismus genutzt werden können. Das Projekt “Semantischer Kunstmarktraum” werte Galerie- und Künstlertexte aus. Der datenbasierte Ansatz helfe Kulturjournalistinnen und -journalisten, verdeckte Muster auf Kunstmessen wie der Art Basel aufzudecken, Narrative zu überprüfen und Orientierung im unübersichtlichen Kunstmarkt zu gewinnen.
6. Kein Erzfeind, sondern Busenfreund
(taz.de, Michael Braun)
Die “taz” berichtet über eine überraschende Wende im Fall des Bombenanschlags auf den italienischen Investigativjournalisten Sigfrido Ranucci (“Report”). Nach Festnahme des mutmaßlichen Auftraggebers gehe die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Anschlag kein Racheakt der Mafia, sondern eine recht skurrile Begebenheit war. Die Meloni-Regierung nutze den Vorfall nun, um Ranuccis Unabhängigkeit anzuzweifeln und ihn bei der staatlichen Rundfunkgesellschaft RAI unter Druck zu setzen.



