1. Linke und Antisemitismus: Zwischen Medienkampagne und berechtigter Kritik
(ndr.de, Konstanze Nastarowitz, Video: 54:46 Minuten)
Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin drehe sich die Berichterstattung vor allem um das Verhältnis der Partei zum Antisemitismus. Im NDR-Videopodcast “Zapp – Flugmodus” kritisiert Dina Riese, Leiterin des “taz”-Inlandsressorts, dass die mediale Auseinandersetzung in eine Schieflage geraten sei: Konservative Medien und Blätter wie “Bild” und “Welt” würden mit drastischen Schlagzeilen den Eindruck eines bevorstehenden Systemsturzes schüren. Jüdische Stimmen würden oft bloß als politische Kronzeugen missbraucht.
2. Linke und Antisemitismus – Wie objektiv war die Berichterstattung?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 42:18 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es, ähnlich wie bei “Zapp”, um die Frage, ob die Berichterstattung über die Linkspartei und die Antisemitismusvorwürfe eine politische Schlagseite haben. Es diskutieren DLF-Hörer Stefan Herwig, Dirk-Oliver Heckmann vom Deutschlandfunk und Antisemitismusforscher Mathias Berek.
3. “Die Welt ist gar nicht so komplex, wir haben nur den Eindruck”
(uebermedien.de, Annika Schneider, Audio: 56:11 Minuten)
Als Host müsse man sich das Vertrauen des Publikums erst verdienen, sagt Doku-Podcaster Khesrau Behroz (unter anderem “Cui bono: WTF happened to Ken Jebsen?”) im “Übermedien”-Podcast “Nice & Nötig”. Journalismus erreiche deutlich mehr Menschen, wenn er auf moralischen Furor und übertriebene Dramatisierung verzichtet. Behroz, der investigative Stoffe mit seiner Produktionsfirma Undone regelmäßig in Kooperation mit der ARD umsetzt, plädiert für erzählerische Zurückhaltung.
4. Schrittmacher für den Lokaljournalismus
(verdi.de, Bärbel Röben)
Mit Fellowship-Programmen und Einzelfallberatung wolle das Netzwerk Recherche Journalistinnen und Journalisten den Rücken bei aufwendigen Recherchen vor Ort stärken. Wie Projektleiterin Maria-Mercedes Hering im Verdi-Magazin “M” berichtet, fehle es in vielen Redaktionen durch den enormen Zeit- und Veröffentlichungsdruck an Raum für kollegialen Austausch und tiefgehende Prüfungen. Dass sich Hartnäckigkeit auszahlt, würden erfolgreiche Recherchen geförderter Fellows zeigen.
5. ZDF weist Vorwürfe von Sebastian Lege zurück
(dwdl.de, Alexander Krei)
Vor seinem angekündigten Wechsel zu RTL habe TV-Koch und Lebensmittelexperte Sebastian Lege deutliche Kritik an seinem bisherigen Haussender ZDF geübt. In einem Podcast habe er beklagt, dass das Thema Lebensmitteltricks erschöpft sei und der öffentlich-rechtliche Sender Vorschläge für neue Formate wiederholt abgelehnt habe. Zudem sei von ihm verlangt worden, fachlich fragwürdig zu überspitzen. Das ZDF habe Leges Vorwürfe zurückgewiesen und betont, das Format über 13 Jahre hinweg kontinuierlich weiterentwickelt zu haben.
6. Hingucken, wo andere wegschauen
(taz.de, Ole Schulz)
Unter dem Motto “Unabhängig, kritisch, resilient: Medien von unten” habe die “taz”-Panterstiftung zivilgesellschaftliche Medieninitiativen ausgezeichnet. Den Publikumspreis habe das nichtkommerzielle Lokalradio CORAX aus Halle erhalten, dem die AfD im Falle einer Regierungsbeteiligung in Sachsen-Anhalt die Fördermittel streichen wolle. Mit dem Jurypreis werde “der lichtblick” geehrt, die seit 1968 aus der Justizvollzugsanstalt Berlin-Tegel heraus erscheinende, bundesweit einzige unzensierte Gefangenenzeitung. Beide Auszeichnungen seien mit jeweils 5.000 Euro dotiert. Hier geht es zur Videoaufzeichnung der Preisverleihung: Auszeichnung für “Medien von unten” – taz panterpreis-Verleihung 2026 ( youtube.com, Video: 1:48:19 Stunden).



