Polizeiliche Schuldumkehr, WhatsApp vom Prinzen, Bolsanaros Rache

1. Schuldzuweisung statt Opferschutz
(netzpolitik.org, Daniel Laufer)
Wegen einer Morddrohung habe sich die Streamerin Powny an die Bremer Polizei gewandt. Der zuständige Beamte habe sie nicht ernst genommen und mit unpassenden Bemerkungen bedacht. Die Bremer Polizei habe immerhin reagiert: „Das geschilderte Verhalten des aufnehmenden Beamten entspricht nicht unserem Verständnis von einer bürgernahen Polizeiarbeit“, so die Polizeisprecherin: „Wir arbeiten intensiv an der Aufklärung des Sachverhaltes.“ Der beschuldigte Beamte sei bis zur Klärung „von seinen derzeitigen Aufgaben mit Bürgerkontakt entbunden“.

2. Oh Lord
(sueddeutsche.de, Cathrin Kahlweit & Laura Hertreiter)
Für viele überraschend, gibt Tony Hall, Generaldirektor der BBC, seinen Posten als einer der mächtigsten Medienmanager der Welt ab. Der Sender erlebe gerade schwierige Zeiten: Teile der Politik würden ihn wegen seiner angeblich unverhältnismäßigen Brexit-Kritik boykottieren. Premier Boris Johnson stelle sogar das komplette Finanzierungsmodell der BBC infrage. Cathrin Kahlweit und Laura Hertreiter erklären Hintergründe und Zusammenhänge.

3. kontertext: Online-Zeitungen – die grosse Versuchung
(infosperber.ch, Rudolf Walther)
Anhand der Beispiele „Guardian“ und „Independent“ beschreibt Rudolf Walther, welche positiven und negativen Folgen eine Schwerpunktverlagerung aufs Digitale haben kann. Die „taz“ könne demnächst vor einem ähnlichen Umbruch stehen: „Die hohen und tendenziell steigenden Vertriebskosten und die Unwägbarkeiten der Vertriebssysteme, deren Träger unrentable Regionen lieber heute als morgen ‚vergessen‘ lassen würden, sowie der unabsehbaren Kosten und Zumutungen der Postzustellung könnten die Geschäftsführung in Zukunft zu einem radikalen Schnitt zwingen.“

4. Rache liegt in der Luft
(taz.de, Simon Sales Prado)
Der US-amerikanische Journalist Glenn Greenwald wurde international berühmt, als er als Erster die Snowden-Papiere einsah und darüber im „Guardian“ berichtete. Seit einigen Jahren lebt und arbeitet Greenwald in Brasilien und veröffentlichte dort unter anderem belastende Dokumente gegen die rassistische und neoliberale Bolsonaro-Regierung. Die könnte sich nun rächen wollen: Die brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft klage Greenwald wegen „Cyberkriminalität“ an.

5. Schon drei Journalisten seit Jahresbeginn getötet
(reporter-ohne-grenzen.de)
Laut Reporter ohne Grenzen sind im Irak seit Jahresbeginn bereits drei Journalisten getötet worden: „Über die Proteste und das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte zu berichten, ist für irakische Journalistinnen und Journalisten im Irak inzwischen lebensgefährlich.“

6. Wenn der Kronprinz dir ein Video schickt
(spiegel.de, Patrick Beuth)
Wenn einem jemand wie der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman per WhatsApp ein Video zuschickt, muss er es nicht unbedingt gut mit einem meinen: IT-Forensiker haben herausgefunden, dass auf diese Weise womöglich das Handy des Amazon-Milliardärs und Besitzers der „Washington Post“ Jeff Bezos gehackt wurde. Die saudische Botschaft in den USA habe die Vorwürfe als „absurd“ zurückgewiesen. Nun sollen weitere Untersuchungen folgen.

Künasts Teil­er­folg, Verklagter Seehofer, Täuschende Politwerbung

1. Künast mit Teil­er­folg gegen Hass­pos­tings im Netz
(lto.de, Markus Sehl)
Die Grünen-Politikerin Renate Künast hat einen juristischen Teilerfolg erzielt: Das Landgericht Berlin ist zu der (späten) Einsicht gekommen, dass bestimmte Äußerungen über Künast keinen Sachbezug haben, sondern Beleidigungen sind. Darunter so hübsche Aussagen wie „Schlampe“, „Drecks Fotze“ und „Diese hohle Nuß gehört entsorgt, aufe Mülldeponie, aber man darf ja dort keinen Sondermüll entsorgen“. Die Bezeichnung „Stück Scheisse“ sei ebenfalls eine Beleidigung, jedoch keine Formalbeleidigung, da im Nachsatz ein „Sachzusammenhang“ hergestellt werde. Nun ja.

2. Die E-Mails des Ministers: Wir verklagen Innenminister Seehofer
(fragdenstaat.de, Arne Semsrott)
Es geht um nichts weniger als eine Grundsatzfrage: Bezieht sich das Informationsfreiheitsgesetz auch auf E-Mails von Ministern? Das Transparenzportal „FragDenStaat“ verklagt Innenminister Horst Seehofer, nachdem dieser sich weigere, E-Mails aus einem bestimmten Zeitraum herauszugeben. Hintergrund ist eine Pressekonferenz im Juni 2018, in der der Minister von einem Artikel gesprochen habe, den er im Internet gelesen habe und in dem „die Bundesrepublik Deutschland so richtig ironisch eine Hinrichtung erfährt.“ In der ersten Instanz seien für die Klage rund 2.000 Euro fällig, die man auch über Spenden abdecken wolle.

3. Die „Mopo“ vor ungewisser Zukunft
(deutschlandfunk.de, Axel Schröder, Audio: 5:24 Minuten)
Die „Hamburger Morgenpost“ ist schwer angeschlagen: Dramatischer Auflagenschwund, ein reduzierter Mitarbeiterstab und über all dem die Sorge, von Eigentümer DuMont abgewickelt beziehungsweise verkauft zu werden. Deutschlandfunk-Landeskorrespondent Axel Schröder hat das Hamburger Traditionsblatt mit der über 70-jährigen Geschichte besucht.

4. Neonazis verprügeln deutschen Korrespondenten
(reporter-ohne-grenzen.de)
Als Thomas Jacobi, freier Korrespondent für die Deutsche Welle, über eine Neonazi-Demo in Athen berichten wollte, wurde er brutal angegriffen und verprügelt. Dabei sei sein Handy zerstört und das Aufnahmegerät geraubt worden. Die anwesende Polizei sei nicht eingeschritten. Der Vorstandssprecher der Reporter ohne Grenzen kommentiert: „Rechtsextreme Angriffe auf die Medien werden in Griechenland viel zu oft ignoriert. Die Regierung muss dafür sorgen, dass die Polizei Journalistinnen und Journalisten auf Demonstrationen besser schützt und dass derartige Angriffe wirksam verfolgt werden.“

5. Native Advertising bei Tamedia: Politwerbung mit Täuschungspotenzial
(medienwoche.ch, Nick Lüthi)
Der Schweizer Medienkonzern Tamedia übertreibt es mit dem Native Advertising derart, dass sich sogar die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter per offenem Brief (PDF) dagegen aussprechen. Die Verschleierung von kommerziellen Inhalten schade der Glaubwürdigkeit der Medien. „Medienwoche“-Redakteur Nick Lüthi schreibt dazu: „Der kurzfristige Nutzen liegt auf der Hand: Werbung bringt Geld. Doch langfristig riskiert der Verlag, seinen Medien zu schaden.“

6. Wir dürfen Twitter und Facebook nicht dem Mob überlassen!
(journalist.de, Nicole Diekmann)
In der empfehlenswerten Serie „Mein Blick auf den Journalismus“ kommt diesmal die couragierte ZDF-Hauptstadtjournalistin Nicole Diekmann zu Wort. Diekmann wünscht sich mehr Social-Media-Kompetenz in den Redaktionen: „Wenn an Wahlabenden in Sendungen Sätze fallen wie ‚Hat bei Facebook getwittert‘, können wir ‚diese jungen Leute‘ noch so sehr becircen — sie nehmen uns nicht für voll.“

Für ein paar Klicks einen kranken Menschen vorführen

Im Internet kursiert derzeit ein Video, das eine Frau zeigt, die sich am Flughafen von Miami auszieht und nackt durch das Gebäude läuft. Dabei singt die Frau.

Die Bild.de-Redaktion veröffentlicht diese Aufnahmen — wohl wissend, dass die Person, die dort zu sehen ist, „verwirrt“ ist:

Screenshot Bild.de - Verwirrte Frau zieht am Flughafen Miami blank - Striptease am Gepäckband
(Alle Unkenntlichmachungen in diesem Beitrag durch uns.)

Auch im Video schreibt Bild.de, dass die Frau verwirrt sei und „unter Wahnvorstellungen“ leide:

Screenshot aus dem Video bei Bild.de - Die Frau sei verwirrt und leider unter Wahnvorstellungen

Rücksicht nimmt die Redaktion darauf nicht. Aber was ist auch schon sowas wie Menschenwürde im Vergleich zu ein paar geilen Klicks?

Mit Dank an Hauke G. für den Hinweis!

„Bild live“: „Das wissen wir noch nicht“, aber eine Sondersendung kann man ja schon mal bringen

Am vergangenen Donnerstag war großer Messer-Tag bei den „Bild“-Medien. Die „Bild“-Zeitung verkündete auf ihrer Titelseite, dass die „Messer-Gewalt“ „immer schlimmer“ werde:

Ausriss Bild-Titelseite - großes Titelthema: Messer-Gewalt immer schlimmer! Neue, erschreckende Zahlen - Innenminister warnt - Polizisten schlagen Alarm - Opfer sprechen in Bild - Heute große Sondersendung bei Bild.de

Und bei Bild.de lief am Morgen die auf der Titelseite angekündigte „große Sondersendung“.

Ein paar Stunden später, am frühen Nachmittag, gab es noch eine „Bild live“-Sendung. Denn es gab einen „NEUEN MESSERANGRIFF“:

Screenshot der Bild-live-Sendung - Bild live zur Messerattacke in Rottweil - Breaking News - Neuer Messerangriff - Motiv noch unklar

Im baden-württembergischen Rottweil hatte ein Mann eine Mitarbeiterin des örtlichen Jobcenters mit einem Messer attackiert und schwer verletzt. Die Frau musste per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei konnte noch vor Ort einen Tatverdächtigen festnehmen. Und „Bild“ berichtete mit einer Messer-Sondersendung.

Diese Sendung dürfte ein weiterer Testballon der Redaktion und ein Vorgeschmack darauf gewesen sein, wie das von Chefredakteur Julian Reichelt und dem Axel-Springer-Verlag geplante „Bild TV“ aussehen könnte. Wenn das „Bild“-Team mehrere Stunden am Tag durchgängig senden möchte, muss es auch kurzfristig Sendungen zu aktuellen Themen auf die Beine stellen können. Durch die gut 16-minütige „Bild live“-Sendung vom Donnerstag konnte man einmal mehr erahnen, wie schrecklich das alles werden dürfte.

Das größte Problem war, dass es diese Sendung überhaupt gab; dass ein singuläres Ereignis, das eher von lokalem Interesse ist, durch „Bild“ zu einer „BREAKING NEWS“ von angeblich deutschlandweiter Relevanz aufgeblasen wurde. So schlimm der Angriff im Jobcenter in Rottweil war, bleibt es ein Vorfall von begrenzter Bedeutung. Die „Bild“-Redaktion aber schnappt ihn sich und schaltet zwei, drei Alarmgänge hoch: Hier, schaut her! Schon wieder ein Messerangriff! Überall Messergewalt! Und wie ist es beim nächsten Vorfall und beim übernächsten — berichtet „Bild live“ dann wieder? Vermutlich nicht. Nicht einmal die „Bild“-Redaktion schafft es, aus jedem Messerangriff in Deutschland eine angstverbreitende TV-Sendung zu machen.

Ein möglicher Grund, warum gerade der Angriff in Rottweil zu einer „Bild live“-Sendung führte: Ein Plan von Julian Reichelt soll sein, plattformübergreifende Themenschwerpunkte zu setzen, mit denen er dank „Bild“-Zeitung, Bild.de und eben „Bild TV“ bis zu 40 Millionen Menschen erreichen will. Wenn man zufällig sowieso schon eine Titelseite zur „Messer-Gewalt“ an den Kiosken liegen hat, und dann ein aktueller Fall reinkommt, kann man doch wunderbar mit einer Messer-Sondersendung testen, wie das klappen könnte. Auch Moderatorin Juliane Bauermeister sagte gleich zu Beginn der Sendung:

Ein Mann greift eine Frau mit dem Messer an und verletzt sie schwer. Ja, dieser furchtbare Angriff passierte heute Vormittag. Das Opfer: eine Mitarbeiterin des Jobcenters in Rottweil in Baden-Württemberg. Ja, und wir haben ja erst heute morgen in unserer 8-Uhr-Sendung über den Anstieg von Messerangriffen in Deutschland berichtet. Nun also dieser neueste tragische Fall.

Durch diese Aktualitätshechelei begibt sich die „Bild“-Redaktion in einen selbst auferlegten Breaking-News-Modus, der dazu verpflichtet, irgendetwas zu erzählen und irgendetwas zu zeigen, auch wenn kaum bis gar nichts zu erzählen und zu zeigen ist. Das führt etwa dazu, dass Moderatorin Bauermeister dann einen Tweet wie diesen der Polizei Konstanz vorliest:

Screenshot von Bild live, wo ein Tweet der Polizei Konstanz eingeblendet wird - Am Tatort im Jobcenter hat unsere Kriminalpolizei die Ermittlungen übernommen. Ein Hintergrund der Tat ist bisher noch nicht bekannt.

Bauermeister: „Da müssen wir also abwarten, was jetzt die Ermittlungen dazu bringen.“ Diesen Tweet, der eigentlich nur sagt, dass es noch nichts zu sagen gibt, liest sie später in der Sendung noch ein zweites Mal vor. Viel weniger kann man nicht zu berichten haben.

Und auch „Bild“-Redakteur Frank Klauss, der mit der Moderatorin im Studio steht, kann nicht viel mehr beitragen als: Mann, Messer, Jobcenter, Mitarbeiterin, Hubschrauber, Krankenhaus, Polizei, Festnahme. Ansonsten sagt er Dinge wie:

Ob sie in Lebensgefahr schwebt, ist derzeit noch nicht bekannt. Wir warten da auch noch auf weitere Nachrichten von Seiten der Polizei.

Und: Angriffe in Jobcentern kämen immer wieder vor …

so dass viele Jobcenter auch mittlerweile einen Sicherheitsdienst haben und auch ihre Mitarbeiter schulen. Ob das hier in Rottweil der Fall war, das wissen wir noch nicht. Aber das ist sicherlich auch eine interessante Frage, der wir noch nachgehen werden.

Dazu noch ein paar Allgemeinplätze: Die Polizei sei jetzt damit beschäftigt, Spuren zu sichern und mit Zeugen zu sprechen. Außerdem werde der Tatverdächtige nun vernommen. Schau an. Zum möglichen Motiv des Mannes sagt Klauss:

Über das Motiv können wir bislang erst noch spekulieren.

… und spekuliert dann über einen möglichen Streit um Leistungskürzungen.

Noch trauriger ist nur die Schalte zu „Bild“-Reporter Frank Schneider, der aus irgendeinem Grund vor einer Burger-King-Filiale steht, aber nicht in Rottweil. Schneider erzählt von der Statistik aus Nordrhein-Westfalen, die die Grundlage für die „Bild“-Titelseite mit der „immer schlimmeren“ „Messer-Gewalt“ ist:

Naja, die wichtigste Nachricht ist natürlich: Die Attacken nehmen deutlich zu. Es gibt ja wenige Zahlen in der Vergleichbarkeit, weil natürlich viele Bundesländer sie noch nicht erheben. Aber wir haben zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen seit einem Jahr diese Erhebung. Und man sieht ja schon: Vom ersten zum zweiten Halbjahr nimmt die Zahl der Attacken deutlich zu.

Das ist deswegen bemerkenswert, weil nur kurz darauf von der „Bild“-Redaktion ein morgens aufgezeichnetes Interview mit Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul eingespielt wird, der gewissermaßen Herausgeber der Statistik ist, zu der „Bild“-Reporter Schneider behauptet, dass das alles „deutlich“ steige. Reul sagt:

Man muss da behutsam sein, weil wir es das erste Mal machen, aber auch die einzigen sind in Deutschland, die das gemacht haben. Aber die Zahlen sind erschreckend. Wir können jetzt nicht sagen, ob sie wirklich gestiegen sind. Aber mein Gefühl ist, das nimmt zu, da tut sich was, da müssen wir achtsam sein. Das muss man vor allen Dingen ernst nehmen. Und das ist auch nicht einfach mit billigen Parolen zu lösen, sondern da muss man ganz genau hinschauen: Warum passiert das? Und welche Möglichkeiten haben wir als Polizei oder als Staat oder als Gesellschaft?

Aber zurück zu „Bild“-Mann Schneider, der noch mal sagen will, auf wen die Gesellschaft da besonders schauen muss: die Ausländer:

Es sind hauptsächlich männliche Tatverdächtige, es sind junge Männer. Es sind nicht nur Jugendliche, es sind auch viele Erwachsene, aber junge Männer, dabei. Es sind relativ viele Nicht-Deutsche dabei. Von den Deutschen haben viele auch noch Migrationshintergrund. Es ist offenbar auch ein kulturelles Problem. Der Psychologe hat es heute morgen ja auch noch mal erklärt: Das ist so ein Männlichkeitssymbol. Und das kommt eben diesem archaischen und patriarchalischen Männerbild von vielen Zuwanderern nahe. Man hat das Messer dabei, um seine Ehre, seine Männlichkeit zu verteidigen. Und das ist sicherlich die Aussagekraft dieser Statistik bisher.

Auch zu dieser billigen Parole zu diesem Aspekt gibt es eine Aussage von NRW-Innenminister Reul. Auf die Frage, wie „das Täterprofil von solchen Menschen“ aussehe, sagt er im Interview:

Sie haben es richtig beschrieben: Vorrangig Männer. Vorrangig Männer und vorrangig Deutsche. Und das heißt zum Beispiel, dass die einfache Erklärung ‚Das sind nur diejenigen, die aus dem Ausland kommen‘ falsch ist und nicht reicht. Aber auch da gibt es 40 Prozent. Und deswegen sind beide Sachverhalte ernst zu nehmen.

Inzwischen steht fest, dass der 58-jährige Tatverdächtige in Rottweil Deutscher ohne Migrationshintergrund ist.

Am Ende der „Bild live“-Sondersendung sagt Moderatorin Juliane Bauermeister:

So viel zu dem, was wir wissen über den heutigen Messerangriff.

Und:

Wir halten Sie natürlich weiterhin auf dem Laufenden.

Das kann man durchaus als Drohung verstehen.

Mit Dank an @panajotaki für den Hinweis!

Clearviews Gesichtserkennung, Briefmarkenformat, BND-Lehren

1. Gewaltige Fotodatenbank zeigt, wie gefährlich Gesichtserkennung ist
(zeit.de)
Laut „New York Times“ soll das wenig bekannte Startup Clearview eine Datenbank mit Milliarden Bildern von Menschen zusammengesammelt haben, die mittels Gesichtserkennung zuzuordnen seien. Clearview soll dafür Facebook, Youtube und viele andere Websites geplündert haben. Das Unternehmen biete seine Dienste sowohl Behörden als auch Privatunternehmen an. Es lohnt sich, auch den „NYT“-Beitrag im Original zu lesen. Er hat Elemente einer alarmierenden Dystopie.

2. Eine Frage der Größe
(sueddeutsche.de, Simon Hurtz)
Wenn es nach einem „Diskussionsentwurf“ des Justizministeriums zur Umsetzung des Leistungsschutzrechts geht, sollen Vorschaubilder bald nur nur noch im Briefmarkenformat erlaubt sein. Simon Hurtz erklärt Hintergrund, Zusammenhänge und Interessenlagen.

3. Wenn überall das Gleiche steht
(taz.de, Anne Fromm)
Im Osten Deutschlands schrumpft die Presse auf einige wenige Anbieter zusammen. Nach dem Verkauf der „Mitteldeutschen Zeitung“ an die Bauer Media Group, die mit der „Volksstimme“ bereits die andere große Tageszeitung in Sachsen-Anhalt besitzt, kommentiert Anne Fromm: „Das mag Ihnen in Tübingen oder Oldenburg egal sein. Vielleicht nehmen Sie von ihr nur dann Kenntnis, wenn sie morgens in der ‚Presseschau‘ im Deutschlandfunk zitiert wird. Doch zur Demokratie gehört ein dichtes Netz aus Meinungsvielfalt und Pressevielzahl.“

4. AfD- und Nichtwähler nutzen wenig Nachrichtenquellen
(heise.de, Andreas Wilkens)
Psychologinnen und Psychologen der Universität Ulm haben Wähler politischer Parteien zu deren Nachrichtenkonsum befragt. Das Ergebnis: Nicht- und AfD-Wähler sowie Unterstützer kleiner Parteien bezögen sich auf die vergleichsweise wenigsten Nachrichtenquellen. Außerdem würden ältere Befragte laut Studie mehr Nachrichtenquellen nutzen als jüngere.

5. Nach der Verhandlung über die BND-Massenüberwachung: 7 Lehren für die (investigative) journalistische Arbeit
(medium.com, Daniel Moßbrucker)
Das Bundesverfassungsgericht befasst sich derzeit mit der Massenüberwachung durch den Bundesnachrichtendienst und prüft, ob diese das Grundgesetz verletzt. Durch das energische Nachfragen der Richterinnen und Richter seien so viele Details und Zahlen wie lange nicht bekannt geworden. Daniel Moßbrucker hat daraus sieben Erkenntnisse für Journalistinnen und Journalisten abgeleitet.

6. Wie Polizeimeldungen Autounfälle verharmlosen
(tagesspiegel.de, Stefan Jacobs)
In Polizeiberichten über Autounfälle werde oft die Perspektive des Autoverkehrs eingenommen, was zu einer Verharmlosung und Falschbewertung des tatsächlichen Unfallgeschehens führen könne. Stefan Jacobs hat einige Beispiele aus Berlin zusammengetragen und sensibilisiert damit für das wichtige Thema.

Bis sich die Balken biegen (10)

Vielleicht braucht man bestimmte Medikamente, die derzeit nicht geliefert werden können, um dieses Balkendiagramm aus der Wochenendausgabe der „Eßlinger Zeitung“ verstehen zu können. Ohne blickt man jedenfalls nicht ganz durch:

Ausriss aus der Eßlinger Zeitung - In den Apotheken kommt es trotz des Gesetzes für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung von 2019 zu Lieferengpässen bei bestimmten Medikamenten. Wie sind Ihre Erfahrungen? - dazu Balken, die überhaupt nicht zu den dargestellten Prozentwerten passen

Mit Dank an Thomas für den Hinweis!

Kritik an Deutscher Welle, Björn Höcke will nicht, CC-Bilderfalle

1. Macht und Missbrauch
(taz.de, Peter Weissenburger)
Der Auslandssender Deutsche Welle (DW) kommt nicht zur Ruhe. Im Hintergrund schwelt ein noch nicht geklärter #Metoo-Fall. Nun berichtet ein Whistleblower im „Guardian“ von weiteren Missständen: Dem Sender werden Rassismus, Mobbing und systematische Unterdrückung von Kritik vorgeworfen (worauf Angestellte der DW mit einem offenen Brief geantwortet haben). Die „taz“ hatte in den vergangenen Monaten Kontakt mit verschiedenen ehemaligen und gegenwärtigen DW-Mitarbeiterinnen und -Mit­ar­bei­te­rn, die von Drohungen und Machtmissbrauch sprechen.

2. Björn Höcke will doch nicht reden
(n-tv.de, Benjamin Konietzny)
Björn Höcke, AfD-Fraktionsvorsitzender im thüringischen Landtag, beklage sich oft, dass viel über ihn, aber nie mit ihm geredet werde. Die Redaktion von RTL und n-tv hat sich nach eigener Aussage vier Monate lang um ein Interview mit Höcke bemüht, doch 48 Stunden vor dem abgesprochenen Termin sei überraschend die Absage erfolgt. Die habe vermutlich auch mit angekündigten Fragen zu Höckes Buch zu tun: „Auf Nachfrage, wann der Termin nachgeholt werden könne, heißt es, man werde ntv überhaupt keine Interviews mehr geben.“

3. „Kreative Rechnungen“ – c’t-Artikel über Kostenfalle Creative-Commons-Bilder
(kanzleikompa.de, Markus Kompa)
In der Computerfachzeitschrift „c’t“ haben sich der Verlagsjustiziar Joerg Heidrich und der Journalist Keywan Tonekaboni mit der Kostenfalle Creative-Commons-Bilder auseinandergesetzt. Urheberrechts-Anwalt Markus Kompa bewertet die Dinge teilweise anders. Pflichtlektüre für jeden, der Creative-Commons-Bilder einsetzt.

4. Leipziger Polizeisprecher mischte sich unter Pseudonym in Gewalt-Debatte ein
(tagesspiegel.de, Maximilian König)
Von einem Polizeisprecher erwartet man öffentliche Stellungnahmen, doch der Leipziger Polizeisprecher schaltete sich unter Pseudonym in die Debatte zur Gewalt in Connewitz ein. Nicht das erste Mal, dass er sich ungefragt einmische, wie Maximilian König feststellt: „Unter einem Artikel des Leipziger Stadtmagazins ‚Kreuzer‘ zu einer Attacke von Kampfsportfans auf einen Club, kommentierte er 2016 unter dem Usernamen ‚Polizei Leipzig‘ Vorwürfe an die Polizei.“

5. Journalistischer Kitsch über Soleimani
(nzz.ch, Rainer Stadler)
Rainer Stadler kritisiert Teile der Berichterstattung über den Anschlag der USA auf den iranischen General Kassem Soleimani: „Man mag Soleimani zu den brutalen Zeitgenossen zählen. Wer ihn jedoch zum schlechthin Bösen erklärt, macht aus der realen Welt, in der der Mensch aus krummem Holz geschnitzt ist, ein Disneyland. Mit journalistischem Kitsch missachtet man das mündige Publikum.“

6. Das Problem mit den Seichtreportagen im Fernsehen
(dwdl.de, Hans Hoff)
Hans Hoff hat sich eine ZDF-Reportage über deutsche Trucker angeschaut, in der es um Dinge wie einen verschwundenen Grillrost gehe. Anhand dieses Beispiels erklärt er, wie das Genre „Seichtreportage“ funktioniere: „Man muss nur alle paar Minuten ein gewichtiges Problem andeuten, dann bleibt der Zuschauer dran. Mögen die Probleme auch noch so nichtig sein, sie müssen benannt werden.“

Bundesligaspiele während der WM. Ein Wintermärchen

Die kommende Fußballweltmeisterschaft findet bekanntermaßen in Katar statt. Weil dort recht hohe Temperaturen herrschen, hat die FIFA entschieden, nicht, wie sonst üblich, im Juni und Juli spielen zu lassen, sondern vom 21. November bis 18. Dezember 2022. Das hat Folgen für die nationalen Ligen, auch die Bundesliga, schließlich sind zu dieser Zeit des Jahres normalerweise Spieltage angesetzt. Für die Deutsche Fußball Liga (DFL) stellt sich daher die Frage: Soll sie die Bundesligasaison im Winter 2022 während der Weltmeisterschaft in Katar unterbrechen, weil bei vielen Teams Spieler fehlen werden, die bei der WM für ihre Länder auflaufen? Oder andersrum:

Ausriss Sport Bild - Spielt die Bundesliga während der Winter-WM 2022 weiter?

Das fragt die „Sport Bild“-Redaktion in ihrer aktuellen Ausgabe. Sie schreibt dazu:

Bei der DFL wird deshalb ein Plan diskutiert: Die Bundesliga soll auch während der WM weiterspielen!

Werder-Manager Frank Baumann, der in der zuständigen DFL-Kommission Fußball sitzt, bestätigt den Plan. „Wir werden unsere Spieler ganz sicher nicht zehn Wochen in den Urlaub schicken, sofern sie nicht bei der WM sind. Denkbar ist, dass sie ein oder zwei Wochen Zeit zur Regeneration erhalten“, sagt Baumann: „Möglich ist, dass es parallel zur WM Spielrunden der Bundesligisten gibt. Wie die geartet sein könnten, wird in den nächsten Wochen erarbeitet.“

Online verkündet „Sport Bild“:

Screenshot sportbild.de - DFL diskutiert Pläne - Bundesliga soll während der Winter-WM 2022 weiterspielen

Das ist eine ziemliche Überraschung, vor allem für den zitierten Frank Baumann. „Mit großer Verwunderung“ habe er „die Berichterstattung der ‚Sport Bild‘ zur Kenntnis genommen“, schreibt sein Verein Werder Bremen auf der eigenen Website. Baumann stellt dort klar:

Ich wurde im Rahmen einer Umfrage danach gefragt, wie Werder Bremen die Bundesligapause während der WM nutzen wird. Ich habe geantwortet, dass die Spieler sicherlich ein bis zwei Wochen frei bekommen werden. Dass es für die Vereine dann aber auch darum gehen wird, in der zehnwöchigen Pause Test- und Freundschaftsspiele auszutragen. Ob das internationale Vergleiche werden, da dieses Problem ja alle Verbände haben, oder Turniere, Spielrunden oder einzelne Partien, ist noch völlig unklar. Bundesligaspieltage werden aber sicherlich nicht ausgetragen. Ich wurde nicht zu Plänen der DFL bezüglich weiterer Spieltage der Bundesliga während der WM befragt und habe somit auch nichts bestätigt.

Mit Dank an den Hinweisgeber!

Nachtrag, 16:12 Uhr: Ein BILDblog-Leser weist uns darauf hin, dass unsere Aussage „hat die FIFA entschieden, nicht, wie sonst üblich, im Sommer spielen zu lassen, sondern im Winter“ nicht ganz korrekt ist: Die WM 2010 beispielsweise fand in Südafrika statt, als dort Winter war. Wir haben die Stelle angepasst.

Mit Dank an @Bayern1932 für den Hinweis!

„Bild“ wetzt Messer, Memes wie zu Atari-Zeiten, Sterbehilfe

1. Analyse: BILD wetzt die Messer und schneidet dabei schlecht ab …
(volksverpetzer.de, Tobias Wilke)
Im „großen BILD-Messer-Report“ geht es angeblich um die „ganze Wahrheit über die Zunahme der Gewalt“. Doch nicht alle Zahlen, die „Bild“ dabei nennt, haben auch etwas mit Gewalt zu tun. Tobias Wilke kommentiert: „Eine Bedrohung ist selbstverständlich eine sehr ernst zunehmende Straftat. Aber anders als BILD in seiner ‚Ganzen Wahrheit‘ in ihrem ‚Großen Report‘ suggeriert, wurde hier niemand abgestochen. Allein dieser Straftatbestand macht mit 1261 von 3550 Delikten im ersten Halbjahr mehr als ein Drittel (35,5%) dessen aus, was BILD als ‚Gewalt mit Messern!‘ zu verkaufen versucht. Langsam wird es einfach stumpf.“
Weiterer Lesehinweis von uns zur Messerfixiertheit der „Bild“-Redaktion: „Bild“ meldet falsche „Messer-Attacke“ auf Karamba Diaby (bildblog.de).

2. „Mitglieder müssen zahlen“
(taz.de, Peter Weissenburger)
Die Gründung des Onlinemagazins „Republik“ basiert auf einem sehr erfolgreichen Crowdfunding von vor zwei Jahren, bei dem mehr als 3 Millionen Schweizer Franken zusammenkamen. Das Geld scheint jedoch nicht zu reichen. In einem dramatischen Aufruf heißt es, wenn „Republik“ bis März dieses Jahres nicht die 19.000 zahlenden Mitglieder halten kann, sei das Experiment beendet. Peter Weissenburger hat mit Clara Vuillemin, Mitgründerin, Verwaltungsrätin und Vorständin bei Republik.ch, über die Malaise gesprochen.

3. Chinas Botschaft warb in Deutschland um Geld
(sueddeutsche.de, Christoph Giesen & Georg Mascolo)
Mit einem neuen Informationsportal über China (Arbeitstitel: „Chinareporter“) wollten zwei deutsche Journalisten der chinesischen Regierung helfen, ihr Image in Deutschland aufzupolieren. Heikel wird das Projekt durch einen Brief des chinesischen Botschafters, den er an große Stiftungen und Dax-Konzerne in Deutschland verschicken ließ und der um finanzielle Unterstützung bat. Christoph Giesen und Georg Mascolo kommentieren: „‚Chinareporter‘ ist dann nicht gestartet, das Schreiben aber gibt einen seltenen Einblick, wie Pekings Vertreter in Deutschland versuchen, die Meinungsbildung zu beeinflussen. Sie setzen in China engagierte Unternehmen unter Druck, damit diese die von ihnen gewünschten Inhalte finanzieren. Anfragen dazu beantwortete die chinesische Botschaft nicht.“

4. Wikipedia ist in der Türkei wieder zugänglich
(spiegel.de)
Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Nach fast drei Jahren hat die Türkei ihre Wikipedia-Sperre beendet. Passenderweise am 19. Geburtstag der Ehrenamts-Enzyklopädie, dem sogenannten Wikipedia-Tag. Auf der Blockiererliste stehe nun nur noch China.

5. Lasst Lokalzeitungen sterben, damit Lokaljournalismus leben kann!
(netzpolitik.org, Leonhard Dobusch)
Leonhard Dobusch überlegt, ob es nicht manchmal sinnvoll sein kann, notleidende Regionalzeitungen untergehen zu lassen: „Kann es nicht sogar sein, dass das Fortbestehen von Zombie-Regionalzeitungen das Entstehen von unabhängigerem Lokaljournalismus mehr behindert als befördert? Ist nicht der Umstand, dass viele Menschen immer noch ‚etwa 40 Euro‘ monatlich für ihre Lokalzeitung ausgeben, ein Grund dafür, dass sie keine Notwendigkeit oder Möglichkeit sehen, stattdessen 10 bis 20 Euro für lokaljournalistische Blogs auszugeben, die sich mit klein(st)em Team auf genuin journalistische Recherche konzentrieren?“

6. Memes sollen nur noch 128 mal 128 Pixel groß sein
(golem.de, Friedhelm Greis)
In einem „Diskussionsentwurf“ für das neue Leistungsschutzrecht geht es unter anderem um die Nutzung von Pressefotos und Videos für Memes und Vorschaubilder. Wenn es nach dem Papier geht, soll künftig nur noch „‚ein kleinformatiges Vorschaubild mit einer Auflösung von bis zu 128 mal 128 Pixeln‘ und eine ‚Tonfolge, Bildfolge oder Bild- und Tonfolge mit einer Dauer von bis zu drei Sekunden‘ lizenzfrei genutzt werden dürfen.“ Die Urheberrechtsexpertin und frühere Europaabgeordnete Julia Reda kommentiert auf Twitter: „Die Ausnahmen für kleine Ausschnitte sind absolut weltfremd definiert. 128×128 Pixel? Wie zu Atari-Zeiten!“

„Bild“ meldet falsche „Messer-Attacke“ auf Karamba Diaby

Nachricht 1: Auf das Bürgerbüro des SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby in Halle (Saale) wurde geschossen.

Nachricht 2: Das Land Nordrhein-Westfalen präsentiert die „Gesamtjahresbilanz der Messerstraftaten 2019“ (PDF).

Auf der „Bild“-Titelseite von heute kommen beide Nachrichten vor:

Ausriss Bild-Titelseite - großes Titelthema: Messer-Gewalt immer schlimmer! Neue, erschreckende Zahlen - Innenminister warnt - Polizisten schlagen Alarm - Opfer sprechen in Bild - Heute große Sondersendung bei Bild.de

… wobei die „Bild“-Redaktion die „immer schlimmere“ „Messer-Gewalt“ offenbar für ein deutlich größeres Thema hält als den Angriff mit einer Schusswaffe auf das Büro eines gewählten Parlamentariers — allein das Wort „Messer-“ ist größer als die gesamte Meldung zu Karamba Diaby auf Seite 1. (Dazu muss auch noch sagen, dass nur die aktuellen Zahlen aus Nordrhein-Westfalen die These „immer schlimmer“ nicht stützen beziehungsweise gar nicht stützen können: Sie wurden zum ersten Mal erhoben, Vergleichswerte aus den Vorjahren gibt es nicht. Außerdem heißt „Messerstraftaten“ nicht, dass es sich automatisch um „Messer-Gewalt“ im Sinne von Gewaltdelikten handelt.)

In der auf der Titelseite angekündigten „großen Sondersendung bei Bild.de“ hat die Redaktion es dann leider nicht geschafft, die zwei Nachrichten, die nichts miteinander zu tun haben, auseinanderzuhalten. Auf einmal meldet „BILD LIVE“, dass es eine „Messer-Attacke auf SPD-Politiker Karamba Diaby“ gegeben habe:

Screenshot Bild.de - Willkommen zu Bild live - Messer-Attacke auf SPD-Politiker Karamba Diaby - 6827 Messer-Taten in NRW 2019

Was kann schon schiefgehen, wenn „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt seine TV-Pläne erfolgreich umsetzen sollte und mit dieser grottenschlechten Berichterstattung 40 Millionen Menschen erreicht?

Mit Dank an @papalaeuft, @BehluelCevikel und @BergChris1 für die Hinweis!

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