Lügen des Kreml, Peter Hahne schwurbelt, Song Contest

1. Die Lügen des Kreml
(taz.de, Inna Hartwich)
Warum glauben so viele Rus­sen und Russinnen ­die Kriegspropaganda des Kreml? Wer das verstehen will, müsse sich das dortige Mediensystem angucken, findet Inna Hartwich: “Die Gleichschaltung der Medien macht es den Menschen im Land nicht einfach, an unabhängige Informationen zu gelangen. Zumal Russlands Justiz alles dafür tut, den unabhängigen Nischenmedien den Garaus zu machen, indem sie nicht nur die Medien zum ‘ausländischen Agenten’ erklärt und ihnen dadurch die Werbekunden raubt, sondern auch einzelne Jour­na­lis­t*in­nen mit diesem ‘Etikett’ den Alltag erschwert.”

2. Jeder fünfte Deutsche glaubt Verschwörungsmythen zum Ukrainekrieg
(spiegel.de)
Eine Studie des Centers für Monitoring, Analyse und Strategie (Cemas) beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie russische Desinformation und Verschwörungserzählungen rund um den Angriffskrieg in der breiten Bevölkerung in Deutschland wirken (Infotext: Von der Krise zum Krieg: Verschwörungserzählungen über den Angriffskrieg gegen die Ukraine in der Gesellschaft, Studie: PDF). Insgesamt stimme knapp ein Fünftel der Befragten verschwörungsideologischen Aussagen über den Krieg “eher” zu. Unter den Wählerinnen und Wählern der AfD sei die Bereitschaft, derartige Geschichten zu glauben, besonders groß.

3. Peter Hahne schwurbelt jetzt über Corona und Genderwahn
(t-online.de, Nils Kögler & Steven Sowa)
Als Moderator, Co-Leiter des Hauptstadtstudios und Verantwortlicher in der Programmdirektion bekleidete Peter Hahne über Jahrzehnte wichtige Positionen beim ZDF. Aus dem Nachrichtenmann von damals ist heute ein Meinungsmann geworden: “Der ehemalige ZDF-Moderator hat in den vergangenen Jahren eine drastische Wandlung vollzogen. Alles erinnert an Eva Herman, ehemals prominente Nachrichtensprecherin der ‘Tagesschau’, jetzt rechtspopulistische Verschwörungsideologin.” Nils Kögler und Steven Sowa haben ein Hahne-Event in einer Kleinstadt besucht und ihm beim Schimpfen zugehört.

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4. Bundeskartellamt kann Meta nun besser in die Schranken weisen
(netzpolitik.org, Alexandra Conrad)
Das Bundeskartellamt hat festgestellt, dass Facebooks Mutterkonzern Meta eine “überragende marktübergreifende Bedeutung” hat. Auf netzpolitik.org kommentiert Alexandra Conrad: “Das klingt zunächst wenig überraschend, hat aber spürbare Auswirkungen für die Wettbewerbshüter und den Konzern. Die Kartellbehörde hat so die Möglichkeit, Meta ‘wettbewerbsgefährdende Praktiken’ zu untersagen, etwa eine bevorzugte Behandlung eigener Angebote gegenüber denen von Wettbewerbern.”

5. “Karla” ist bald da
(kontextwochenzeitung.de, Anna Hunger)
Nach Plattformen wie “Rums” in Münster und “Relevanzreporter” in Nürnberg, will mit “Karla” ein weiteres unabhängiges Lokaljournalismus-Projekt an den Start gehen (vorausgesetzt, das Crowdfunding klappt). Anna Hunger erzählt, was sich die acht Gründerinnen und Gründer für das Portal für Konstanz vorgenommen haben.

6. Hat die Ukraine schon gewonnen? Zehn Antworten zum “Song Contest”
(rnd.de, Imre Grimm)
Nächstes Wochenende findet in Turin der “Eurovision Song Contest” (“ESC”) statt. Warum noch mal Italien als Austragungsort? Wird das der politischste “ESC” aller Zeiten? Welche politische Rolle hat Russland früher beim “ESC” gespielt? Und warum darf Deutschland trotz chronischer Erfolglosigkeit ins “ESC”-Finale? Imre Grimm beliefert uns mit dem notwendigen Partywissen rund um den “paneuropäischen Kindergeburtstag”.

Burda vs. Mayer, Fluch der Kameras, Offener Brief an den offenen Brief

1. Burda verklagt zurückgetretenen CSU-Generalsekretär
(dwdl.de, Alexander Krei)
Der CSU-Generalsekretär Stephan Mayer hat seinen Rücktritt bekannt gegeben und dafür vor allem gesundheitliche Gründe angeführt. Das scheint jedoch nicht die ganze Geschichte zu sein. Mayer soll zuvor einen “Bunte”-Reporter bedroht und für einen ihm nicht genehmen Artikel 200.000 Euro Schmerzensgeld verlangt haben (“die müssen Sie mir noch heute überweisen”). Nun habe der Burda-Verlag, in dem die “Bunte” erscheint, rechtliche Schritte gegen den Politiker eingeleitet. Mayer seinerseits habe ebenfalls juristische Schritte angekündigt.

2. Update im Fall Ofarim: Jetzt spricht das Hotel
(ardmediathek.de, Kim Kristin Mauch & Konstanze Nastarowitz, Video: 14:05 Minuten)
Der Musiker Gil Ofarim hatte in den Sozialen Medien beklagt, in einem Leipziger Hotel antisemitisch diskriminiert worden zu sein, was große Wellen der Empörung nach sich gezogen hatte. Es bestehen jedoch erhebliche Zweifel an Ofarims Version, die darin resultierten, dass das Verfahren gegen den belasteten Hotelmitarbeiter eingestellt und Ofarim wegen des Vorwurfs der falschen Verdächtigung und Verleumdung angeklagt wurde. Das Medienmagazin “Zapp” nahm sich des Falls bereits Anfang März an (Der Fall Gil Ofarim, ndr.de, Kathrin Drehkopf, Video: 24:27 Minuten). Nun gibt es ein Update, in dem sich der Direktor des Hotels zu dem Fall und dessen Auswirkungen äußert.
Weiterer Lesetipp: Andreas Raabe erklärt, warum die Ermittlungen im Fall Ofarim so schwierig sind, und nennt dafür sieben Gründe: Wer ist der unbekannte dritte Mann? (t-online.de)

3. Dramatische Lage für Medien in Afghanistan
(verdi.de, Günter Herkel)
Am 3. Mai, dem Internationalen Tag der Pressefreiheit, fand in Berlin eine Veranstaltung von Reporter ohne Grenzen zur derzeitigen Lage für Medien in Afghanistan statt. Günter Herkel fasst die Erkenntnisse zusammen. Seit der Machtübernahme durch die Taliban im August 2021 sei unabhängiger Journalismus in Afghanistan kaum noch möglich.

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4. Johnny Depp und der Fluch der Kameras
(lto.de, Lucas Brost)
Der Schauspieler Johnny Depp und die Schauspielerin Amber Heard werfen sich derzeit im Gerichtssaal vor laufenden Kameras gegenseitig häusliche Gewalt und Verleumdung vor, was in den USA für viele Klicks sorgt. Aber nicht nur dort – auch hier stürzen sich viele Redaktionen auf den Fall, was nicht unproblematisch sei, wie Medienanwalt Lucas Brost ausführt: “Dass das Verfahren in den USA stattfindet, bedeutet nicht, dass für die Berichterstattung der deutschen Medien andere Maßstäbe gelten. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht schützt auch die US-Bürger Heard und Depp, denn es handelt sich um ein ‘Jedermann’-Grundrecht. Vor diesem Hintergrund verwundert die Unbekümmertheit, mit der die deutschen Medien über das Verfahren berichten.”

5. Ist Mastodon das bessere Twitter?
(taz.de, Johannes Drosdowski)
Seitdem die Nachricht die Runde macht, dass der Hightech-Milliardär Elon Musk Twitter übernimmt, wandern viele Nutzer und Nutzerinnen zum Twitter-Konkurrenten Mastodon ab. Johannes Drosdowski erklärt, worin sich Mastodon von Twitter unterscheidet, und was man machen muss, um sich dort einen Account anzulegen.

6. Offener Brief an den offenen Brief
(uebermedien.de, Samira El Ouassil)
In letzter Zeit scheinen sich alle gegenseitig offene Briefe zu schreiben, nur der offene Brief selbst bekommt keine Post. Samira El Ouassil hat diesem Missstand ein Ende bereitet und einen offenen Brief an den offenen Brief verfasst, der von jedem und jeder unterzeichnet werden kann.

Österreichs Absturz, Qualitätssiegel, “GNTM” erfolgreicher denn je

1. Österreichs freie Presse in Gefahr
(taz.de, Ralf Leonhard)
In der neuen Pressefreiheits-Rangliste von “Reporter ohne Grenzen” stürzt Österreich von Platz 17 auf Platz 31 ab. Innerhalb der EU stünden nur Slowenien (54), Italien (58) und Ungarn (85) noch schlechter da. Ralf Leonhard fasst die Gründe für die unheilvolle Entwicklung in Österreich zusammen.

2. Die Wahrheit über das sensationelle “exklusive Foto” vom abgefangenen “Russen-Flieger”
(uebermedien.de, Frederik von Castell)
“Deutsche Eurofighter – bewaffnet mit Luft-Luft-Raketen – drängen einen Russen-Flieger ab. BILD liegt jetzt exklusiv ein Foto dieser Abfang-Aktion vor – aufgenommen aus einem der Eurofighter” krakeelte “Bild” im Netz und präsentierte stolz das dazugehörige Bild. Frederik von Castell ist der vermeintlichen Sensation für “Übermedien” nachgegangen.

3. “Unabhängige Berichterstattung steht nicht im Dienste einer Kriegspartei”
(fr.de, Katja Thorwarth)
“Machen die deutschen Medien derzeit bezüglich des Ukraine-Kriegs einen guten Job?” In der “Frankfurter Rundschau” spricht Katja Thorwarth mit dpa-Nachrichtenchef Froben Homburger über neutrale Kriegsberichterstattung, Framing und Propaganda in den Medien.

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4. “GNTM” ist erfolgreicher denn je – dank einer überlegten Strategie
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Heidi Klums Castingshow “Germany’s Next Topmodel” erfreut sich auch in der 17. Staffel großer Beliebtheit. Das liege auch daran, dass in der Unterhaltungsshow zusätzlich zur eh schon bestehenden Diversität Frauen um die 20 mit Frauen über 60 um den Titel konkurrieren, kommentiert Joachim Huber: “Die Werbebuchungen schauen sich gigantisch an, zuweilen ist es schwer, die Show zwischen den Spots zu finden. Bei ‘GNTM’ funktionieren die Aufmerksamkeits- wie die Eitelkeitsökonomie gleichermaßen. In der Perspektive professionellen, kommerziellen Fernsehens geht es kaum besser.”

5. Bundestagsabgeordnete fordern fraktionsübergreifend Assanges Freilassung
(spiegel.de)
Eine Gruppe von 37 Bundestagsabgeordneten von FDP, SPD, Grünen und der Linken fordert, die Auslieferung des WikiLeaks-Gründers Julian Assange von Großbritannien an die USA zu stoppen und hat sich mit einem offenen Brief an 24 Mitglieder des britischen Parlaments gewandt.

6. Ob Dr. Who oder Dr. Dre – Hauptsache Arzt!
(youtube.com, Walulis Story – SWR3, Video: 9:04 Minuten)
In der “Walulis Story” geht es aktuell um die angeblichen Qualitätssiegel für “Top-Mediziner” und andere Institutionen, die vom “Focus” vergeben werden – wobei man besser sagen müsste: verkauft werden.

Pressefreiheit in Deutschland, Fantasie-Abo der “RP”, Tod auf Raten

1. Pressefreiheit in Deutschland hat sich weiter verschlechtert
(zeit.de)
Laut der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit von “Reporter ohne Grenzen” hat sich die Lage in Deutschland (Rang 16 von 180) im Jahr 2021 um drei Plätze leicht verschlechtert (Vorjahr: Rang 13). Für diese Entwicklung seien drei Gründe zentral: “eine Gesetzgebung, die Journalistinnen und Journalisten sowie ihre Quellen gefährdet, abnehmende Medienvielfalt sowie allen voran Gewalt bei Demonstrationen”.

2. Rheinische Post erzwingt Einwilligungen mit Fantasie-Abo
(kuketz-blog.de, Mike Kuketz)
Der Sicherheitsforscher und Datenschützer Mike Kuketz hat analysiert, wie die “Rheinische Post” ihre Abo-Kunden per Werbetracking bespitzele und deren Daten ausbeute. Sein Fazit: “Das Traurige an der ganzen Sache ist, dass eine Regionalzeitung eigentlich eine besonders vertrauenswürdige Instanz im Leben der Menschen sein sollte. Was die Redaktion mit ihrer Arbeit an Vertrauen aufbaut, macht ein Verlag mit seiner kaputten und unfähigen Vermarktungsstrategie wieder zunichte.”

3. Kaum Berichterstattung über den Sahel-Einsatz der Bundeswehr
(deutschlandfunk.de, Nina Magoley & Mirjam Kid, Audio: 7:46 Minuten)
Der ausgewiesene Afrika-Experte Lutz Mükke ist unzufrieden mit der Berichterstattung deutscher Medien über den Einsatz der Bundeswehr in der Sahel-Region. Eine Gruppe aus Niger, Mali und Deutschland hat 41 Artikel rund um die Bundestagsabstimmung zum Sahel-Einsatz im Jahr 2021 analysiert. “Das ernüchternde Ergebnis: Keine Recherche vor Ort in Sahel, keine hintergründigen Reportagen oder investigative Recherchen. Die berichtenden Korrespondenten hätten meist tausende Kilometer von der Sahel-Zone entfernt gesessen.” Das grenze an Hochstapelei, so Mükke.

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4. “Ein Tod auf Raten”
(taz.de, Michael Sontheimer)
Im Interview mit der “taz” äußert sich der bekannte Investigativjournalist Günter Wallraff zum Fall des Wikileaks-Gründers Julian Assange, der in einem britischen Hochsicherheitsgefängnis einsitzt und dem die Auslieferung in die USA mit womöglich drastischen Folgen droht: “Hier soll ein Exempel statuiert werden: Wer öffentlich macht, was US-Regierung, US-Militär und ihre Geheimdienste an Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen für geheim erklärt haben, kann sich seines Lebens nicht mehr sicher sein.”

5. “Du darfst nicht lügen”
(journalist.de, Jan Freitag)
Steffen Hebestreit, ehemaliger Hauptstadtjournalist und Mitglied im Vorstand der Bundespressekonferenz, leitet als Regierungssprecher das 500 Personen starke Bundespresseamt. Der “Journalist” hat sich mit ihm über die besonderen Herausforderungen in seinem neuen Arbeitsgebiet unterhalten: “Wir befinden uns vom ersten Tag an im Krisenbewältigungsmodus”.

6. Aufklärung auf russisch
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg)
In diesen Wochen gehöre der private Fernsehsender “OstWest” mit seinen Themen aus Europa und Deutschland weltweit zu den letzten unabhängigen russischsprachigen Kanälen, schreibt Markus Ehrenberg im “Tagesspiegel”. Er fragt sich, was der Sender erreichen kann: “Hat dieses Fernsehen eine Chance gegen Putins Narrative? Welche Wirkung erzielt es, hier und dort? Ist Aufklärung für die russischsprachige Community überhaupt möglich, in Deutschland und weltweit?”

Millionen-Klage gegen “Kress”, Mehr Demut, Lebenswerk auf Flohmarkt

1. Millionen-Klage gegen Kress
(kress.de, Markus Wiegand)
“Walterpeter Twer ist ein vermögender Zeitungsverleger, der auf Wildschweine schießt. Auch im Geschäftsleben treibt er gerne Widersacher vor sich her, die ihm in die Quere kommen”, schrieb Stefan Willeke in der “Zeit” (nur mit Abo lesbar), und wenn man von der Millionen-Klage Twers gegen den Mediendienst “Kress” liest, weiß man, was Willeke damit meint. “Kress”-Chefredakteur Markus Wiegand legt erstmals die Details des Konflikts offen, der 2018 mit einem kritischen Beitrag begann.

2. Die Publikumsräte, die es nicht geben dürfte
(arminwolf.at)
Der österreichische Rundfunk ORF hat neben dem mächtigen Stiftungsrat noch ein zweites Aufsichtsgremium, den aus 30 Personen bestehenden Publikumsrat. 17 davon kann Österreichs Medienministerin Susanne Raab nahezu freihändig auswählen. Die Auswahl der Ministerin wirft jedoch Fragen auf – auch juristische.

3. Verbraucherschützer dürfen gegen Facebook-Konzern klagen
(zeit.de)
Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Verbraucherzentralen auch ohne direkten Auftrag gegen Internetkonzerne klagen dürfen. EU-Staaten könnten weiterhin ein Verbandsklagerecht vorsehen: “Ein Auftrag betroffener Nutzerinnen oder Nutzer sei hierfür nicht erforderlich. Es reiche aus, wenn die Rechte ‘identifizierbarer natürlicher Personen’ betroffen und nach Überzeugung des Verbands verletzt sind.”

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4. Mehr Demut in der Berichterstattung
(tagesspiegel.de, Mirjam Meinhardt)
Die Moderatorin Mirjam Meinhardt (“Mittagsmagazin” im ZDF) findet, dass Besserwisserei bei der Analyse des Ukrainekrieges gerade wenig hilfreich ist: “Ich bin bekennender Politik-Fan und schaue gerne Gesprächsrunden. Momentan aber finde ich es oft schwierig, wie viele selbst ernannte Putin-Expertinnen, Militärexperten, Politikerinnen und Journalisten immer schon ALLES vorher wussten. Keiner hat eine Glaskugel.”

5. Ableismus tötet
(ableismus.de)
#AbleismusTötet versteht sich als ein journalistisches Rechercheprojekt zu Gewalt an Menschen mit Behinderungen. Hinter der Initiative steckt ein großes, interdisziplinäres Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen, das sich im Sommer 2021 konstituierte: “Mehr als die Hälfte des Kernteams sind Menschen mit Behinderungen und die Frauenquote liegt bei mehr als zwei Drittel.”

6. Für eine Handvoll Euro
(sueddeutsche.de, Willi Winkler)
Im Jahr 2009 bekam die Reporterin Nina Grunenberg den Theodor-Wolff-Preis für ihr Lebenswerk verliehen. 2017 verstarb die hochangesehene Journalistin, die Plakette gelangte auf den Trödelmarkt. Willi Winkler kommentiert: “Zehn Euro kostete der Preis auf dem Flohmarkt, zehn Euro für ein Lebenswerk. Vielleicht sollten wir Journalisten doch mehr für Geld schreiben.”

KW 17/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Joyce Ilg, Kawusi & Mockrigde – Was muss Satire?
(zdf.de, Sarah Bosetti, Video: 9:14 Minuten)
Die Komiker Joyce Ilg und Faisal Kawusi haben auf Instagram Witze über K.o.-Tropfen gemacht, und Sarah Bosetti erklärt, warum das nicht lustig ist: “Wenn die beiden öffentlich Vergewaltigungs- oder Morddrohungs-Witze machen, dann vermitteln sie dadurch sehr vielen Menschen, dass das OK ist, und sehr vielen Betroffenen sexualisierter Gewalt vermitteln sie, dass ihr Leid lustig ist. Darunter sind sehr viele junge Menschen, darunter sind traumatisierte Menschen. Und drum herum ist eine Gesellschaft, die noch immer viel zu dicke ist mit ihrer guten Freundin Rape Culture.”

2. Influencer – Warum wir uns von ihnen beeinflussen lassen
(planet-wissen.de, Andrea Grießmann, Video: 58:14 Minuten)
“Planet Wissen” beschäftigt sich in der aktuellen Ausgabe mit Influencerinnen und Influencern: Wie beeinflussen sie unser Leben? Und was bedeutet es für sie selbst, permanent “auf Sendung” sein zu müssen? Dabei kommt auch das fragwürdige Geschäftsmodell mit “Kinder-Influencern” zur Sprache.

3. Verlieren wir den Kampf gegen Hate Speech?
(youtube.com, Walulis Story, Video: 10:42 Minuten)
Seit Jahren gibt es die verschiedensten Bemühungen gegen Hate Speech, auch von Seiten des Gesetzgebers. Doch hat sich die Lage verbessert? Das Walulis-Team wirft einen kritisch-satirischen Blick auf die Entwicklung bei den Sozialen Medien.

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4. Rechtspopulismus & die Verantwortung der Medien – im Gespräch
(grimme-lab.de)
Georg Restle hat sich in getrennten, je etwa fünfzehnminütigen Gesprächen mit drei Abgeordneten des nordrhein-westfälischen Landtags über “Rechtspopulismus und die Verantwortung der Medien” unterhalten: mit Stefan Engstfeld, Sprecher für Rechtspolitik der Grünen Landtagsfraktion, mit Andrea Stullich, medienpolitische Sprecherin der CDU, und mit Alexander Vogt, medienpolitischer Sprecher der SPD. Ein viertes Interview führte Restle mit Martin Rabanus, dem Vorsitzenden des Deutschen Volkshochschul-Verbands.

5. turi2clubraum: Isabell Beer
(youtube.com, turi2tv, Annkathrin Weis & Markus Trantow, Audio: 42:34 Minuten)
Markus Trantow und Annkathrin Weis haben sich die Investigativjournalistin Isabell Beer in den Podcast eingeladen: “Ähnlich wie ihr Vorbild Günter Wallraff recherchiert sie undercover, aber nicht in Fabrikhallen, sondern im Netz”. Unter falschem Profil begegne Beer bei ihren Recherchen unter anderem Voyeuristen und bekennenden Vergewaltigern – “und ist auch schon bedroht worden.”

6. Konzertveranstalter wollte Naidoo-Comeback
(zdf.de, Nina Behlendorf & Salwa Houmsi & Milan Panek & Nicolas Wildschutz, Video: 31:29 Minuten)
Der Sänger Xavier Naidoo hat vor wenigen Tagen ein dreiminütiges Entschuldigungsvideo veröffentlicht, in dem er sich von seinem eigenen Verhalten distanziert: “Ich habe mich Theorien, Sichtweisen und teilweise auch Gruppierungen geöffnet, von denen ich mich ohne Wenn und Aber distanziere und lossage. Ich war von Verschwörungserzählungen geblendet und habe sie nicht genug hinterfragt.” Wie glaubhaft ist seine Stellungnahme, und meint er es wirklich ernst? Nach Betrachten der “ZDFzoom”-Reportage kann man daran durchaus Zweifel haben.

König der Trolle, Kleinmütiges Ablenken, Lebendiger Spieleberater

1. König der Trolle: Was der Twitter-Kauf von Elon Musk bedeutet
(freitag.de, Aditya Chakrabortty)
“Elon Musk ist der König der Trolle im Zeitalter der Troll-Politik. Es ist an der Zeit, ihn nicht mehr zu füttern”, lautet der Appell von Aditya Chakrabortty, dessen “Guardian”-Kolumne beim “Freitag” in deutscher Übersetzung vorliegt: “Das Wichtigste, was man über Musk wissen muss, ist, dass er ein Troll ist. Wie alle Trolle legt er es darauf an, zu kränken und aus der Fassung zu bringen, allein mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit der Welt zu bekommen. Dabei ist Musk im Trollen nicht nur besser als jeder andere. Es ist auch Teil seines Geschäftsmodells und der Art und Weise, wie er mit der Welt umgeht. Das aber macht seinen Twitter-Erwerb so gefährlich.”

2. “Ist die Lage wirklich so dramatisch?”
(journalist.de, Jürgen Overkott)
“Ich habe gelernt: Mit Vereinsberichterstattung ist kein Blumentopf zu gewinnen. Aber ohne sie kann ich den ganzen Garten verlieren.” Im “Journalist” erzählt Jürgen Overkott, Redakteur bei der “Westfalenpost”, warum er seinen Job als Alleinredakteur im sauerländischen Balve gerne macht, und dass Storytelling auch im Lokalen möglich ist. Ein überaus angenehmes, da sehr persönlich und authentisch klingendes Plädoyer für den Lokaljournalismus.

3. #gutgemeint
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
In der “Süddeutschen Zeitung” forderte Leonhard Dobusch eine Art öffentlich-rechtliches Twitter (nur mit Abo lesbar). Dem entgegnet nun Joachim Huber im “Tagesspiegel”: “Twitter & Co. wollen ihre Nutzer nicht ändern, sondern von ihnen gewinnbringend profitieren, indem sie Emotionen pushen, Vorurteile eskalieren lassen. Ein anderes, ein öffentlich-rechtliches Twitter wäre von alldem purifiziert. Mir fehlen Überzeugung und Fantasie, einen Erfolg zu prognostizieren, wenn der Programmauftrag auch im Netz als Erziehungsauftrag missverstanden wird.”

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4. Kleinmütiges Ablenken von eigenen Fehlern
(verdi.de, Jasper Prigge)
Jasper Prigge kritisiert den Umgang der Polizei mit Medienschaffenden auf einer Demonstration am vergangenen Wochenende in Berlin: “Von einer Behörde ist zu erwarten, dass sie sich für die Pressefreiheit einsetzt. Mahnende Worte gegenüber der Versammlungsleitung, die Berichterstattung zu gewährleisten oder sich zu mäßigen, sind auf den im Internet kursierenden Videos nicht zu sehen. Es ist kleinmütig, die Verantwortung im Nachhinein auf das Gesetz zu schieben, statt sich kritisch mit den eigenen Fehlern auseinanderzusetzen.”

5. Viele Podcasts für Grimme Online Award nominiert
(faz.net)
Unter den 27 für den Grimme Online Award nominierten Online-Angebote sind gleich acht Podcasts. In der Kategorie “Information” dominieren sie gar das Feld: “Nominiert für die Preise wurden dort die Audio-Produktionen ‘Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen?’ (Studio Bummens, NDR, RBB, K2H), ‘Breitscheidplatz’ (RBB, SWR), ‘Narcoland – Das Meth-Kartell im Dreiländereck’ (Aachener Zeitung, Aachener Nachrichten) und ‘Slahi – 14 Jahre Guantánamo’ (NDR).”

6. Medien können Tod von Mino Raiola nicht abwarten
(uebermedien.de, Frederik von Castell)
Viele Medien meldeten gestern den Tod von Mino Raiola, einem prominenten Spielerberater im internationalen Fußballzirkus. Doch Raiola ist gar nicht tot und kommentiert auf Twitter sarkastisch: “Aktueller Gesundheitszustand für alle, die sich wundern: Ich bin angepisst, weil sie mich zum zweiten Mal innerhalb von 4 Monaten umgebracht haben. Anscheinend kann ich mich wiederbeleben.” Frederik von Castell hat sich die Ausbreitungswege der Falschmeldung angeschaut und zeigt, wie (schlecht) die betroffenen Redaktionen mit ihrem Fehler umgehen.

Ohrfeige für SLAPPs, Mehr Frauen in Topjobs, Krawallmoderator

1. EU-Kommission will gegen Einschüchterung von Medienschaffenden vorgehen
(deutschlandfunk.de, Pia Behme & Sebastian Wellendorf)
“SLAPP” ist die englische Abkürzung für strategische Klagen gegen öffentliche Beteiligung (Strategic Lawsuits Against Public Participation). Sie dienen dazu, Medienschaffende sowie Aktivistinnen und Aktivisiten einzuschüchtern und von ihrer Arbeit abzuhalten. Nun hat die EU-Kommission einen Gesetzentwurf vorgelegt, der missbräuchliche Verfahren verhindert: “Wir haben versprochen, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten besser gegen diejenigen zu verteidigen, die versuchen, sie zum Schweigen zu bringen”, so Věra Jourová, die Vizepräsidentin der Kommission.
Weiterer Lesetipp: Neues EU-Gesetz soll Journalist:innen schützen (netzpolitik.org, Alexander Fanta).

2. When in Doubt, Show Haut: Die sexistischen Bilder von OE24
(kobuk.at, Astrid Pozarek)
Astrid Pozarek hat sich für das Medienwatchblog “Kobuk” vier Monate lang jedes abgedruckte Foto der Boulevardzeitung “Österreich” angesehen. Es zeige sich, dass “Österreich” ein Problem mit sexistischen Bildern habe: “Symbolbilder von Frauen kommen in der Boulevardzeitung um ein Vielfaches öfter vor als von Männern – allerdings sind Frauen in diesen Bildern oft zum Objekt degradiert.”

3. Elon Musk muss Tweets über Tesla auch künftig absegnen lassen
(zeit.de)
Tech-Milliardär Elon Musk will den Kurznachrichtendienst Twitter übernehmen und zu einer “globalen Plattform für Redefreiheit” machen. Das ermöglicht ihm jedoch nicht jede Äußerung, wie ein New Yorker Gericht bestätigte. So muss sich Musk gemäß einer Vereinbarung mit der US-Börsenaufsicht SEC Tweets, die Einfluss auf Teslas Aktienkurs haben könnten, erst vom Unternehmen freigeben lassen. Für einen manipulierenden Tesla-Tweet war Musk von der SEC schon mit einer Strafe von 20 Millionen US-Dollar belegt worden.

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4. Mehr Frauen in Topjobs beim Rundfunk
(spiegel.de)
Die Initiative Pro Quote hat eine neue Studie zur Geschlechterverteilung in journalistischen Führungspositionen vorgelegt (PDF). Demnach können zwei Sender die Pro-Quote-Forderung von 50 Prozent Frauen in Führungspositionen erfüllen: der RBB und die Deutsche Welle. Bis auf den Hessischen Rundfunk und den Saarländischen Rundfunk hätten alle öffentlich-rechtlichen Sender einen “Frauenmachtanteil” von mindestens 40 Prozent erreicht.

5. Der Erklärer
(arminwolf.at)
Der österreichische Publizist und Moderator Paul Lendvai hat den renommierten Concordia-Preis für sein Lebenswerk erhalten. Armin Wolf hat die Laudatio auf Lendvai gehalten, der auch mit seinen 92 Jahren immer noch alle paar Wochen im österreichischen Fernsehen die Diskussionssendung “Europastudio” leitet.

6. Der Krawallmoderator ist zurück
(faz.net, Gina Thomas)
Großbritannien-Kennerin Gina Thomas erzählt von der Rückkehr des “Krawallmoderators” Piers Morgan ins britische Privatfernsehen. Medienmogul Rupert Murdoch habe Morgan bereits 1994 als Leiter eines Sensationsblatts installiert und nun für seinen Sender “TalkTV” zurückgeholt. Morgans selbsterklärte Mission sei es, die “Cancelkultur zu canceln, bevor sie unsere Kultur cancelt”. Da passt es ins Bild, dass er sich als prominenten Gesprächspartner für seine mediale Wiederauferstehung den US-amerikanischen Ex-Präsidenten Donald Trump ausgesucht hat.

Musk und die Folgen, Klimakrise, Clickbait mit Asteroiden

1. Elon Musk überschätzt Twitter – und unterschätzt dessen Nutzer
(spiegel.de, Patrick Beuth)
Beim “Spiegel” kommentiert Patrick Beuth das selbstbewusste bis breitbeinige Auftreten des wahrscheinlich neuen Twitter-Eigentümers Elon Musk: “Wer Twitter verändern will und dabei mit ‘ich’ anfängt, wird scheitern. Es war noch nie das Management, das Twitters Potenzial freigesetzt hat. Es waren immer die Nutzerinnen und Nutzer. Im Guten wie im Schlechten, im Brillanten wie im Bösartigen.”
Weitere Lesehinweise: Torsten Kleinz erklärt, ebenfalls beim “Spiegel”, wie die Twitter-Alternative Mastodon funktioniert, und Alexander Fanta führt bei netzpolitik.org aus, warum ein neues “Mega-Gesetz” der EU für Elon Musk zum Stolperstein werden könnte: Der EU droht die Kraftprobe mit Elon Musks Twitter.

2. “Kommt die Klimakrise nicht in der Tagesschau, kann es nicht so schlimm sein”
(tagesspiegel.de, Ruth Ciesinger)
Die Journalistin Sara Schurmann ist Mitbegründerin des Netzwerks Klimajournalismus Deutschland, das unlängst eine Klima-Charta veröffentlicht hat. Im Gespräch mit dem “Tagesspiegel” erklärt Schurmann, warum sie den Schritt für notwendig hält und wie guter Klimajournalismus aussieht.

3. Der Geschichtenerzähler
(journalist.de, Celine Schäfer)
“Kennt ihr das, euch fehl am Platz zu fühlen in einer Welt, in der alle klüger, gebildeter, besser und sowieso einfach krasser sind als ihr? Trotz Journalismus-Preisen und Job bei ‘Zeit Online’: Ganz aufgehört hat die Angst noch nicht.” Mit diesen Worten weist Manuel Stark bei Twitter auf einen Text im “journalist” hin, in dem er und seine Geschichte im Mittelpunkt stehen. Lesenswert, nicht nur für Menschen, die gelegentlich (oder fortwährend) unter dem Impostor-Syndrom leiden.

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4. Foto-Fail: Tamedia zahlt 8000 Euro für unerlaubte Bildveröffentlichung
(medienwoche.ch, Benjamin von Wyl)
Benjamin von Wyl berichtet von dem beschwerlichen Weg eines dänischen Fotografen, an das ihm zustehende Bildhonorar zu gelangen. Der Schweizer Medienkonzern Tamedia hatte Bilder des Fotografen ohne dessen Einverständnis veröffentlicht und lenkte erst ein, als der Fotograf nach unzähligen Versuchen der direkten Kontaktaufnahme den Vorgang publik machte.

5. Die beliebtesten Genres im Streaming
(blog.medientage.de, Petra Schwegler)
Das Berliner Unternehmen “JustWatch” ist eine internationale Film- und Seriendatenbank, die über die Online-Verfügbarkeit von Serien und Filmen Buch führt. Anhand der “JustWatch”-Daten reportiert Petra Schwegler die wichtigsten Erkenntnisse über die Sehgewohnheiten der letzten Zeit und fasst die Aussagen eines Experten-Talks zusammen.

6. “Riesiger Asteroid rast auf Erdumlaufbahn zu”
(scienceblogs.de/astrodicticum-simplex, Florian Freistetter)
Der Astronom und Wissenschaftsblogger Florian Freistetter ist über eine Schlagzeile des österreichischen Boulevardmedius “oe24” gestolpert, nach der ein “riesiger Asteroid” auf uns “zurase”. Freistetter kommentiert: “Korrekt wäre die Überschrift: ‘Typischer Asteroid fliegt mit typischer Geschwindigkeit durchs Weltall’. Aber damit kriegt man natürlich keine Clicks und kann keine Diskussionen in den sozialen Medien auslösen.”

Musk kauft Twitter, Bizeps statt Biontech, Frankreich

1. Elon Musk übernimmt Twitter
(spiegel.de)
Der Tech-Unternehmer und reichste Mann der Erde Elon Musk kauft den Kurznachrichtendienst Twitter für rund 44 Milliarden US-Dollar, dem Deal müssen jedoch formal noch die Aktionäre zustimmen. Musk wolle Twitter zu einer “globalen Plattform für Redefreiheit” machen.
Weiterer Lesehinweis: Das “Social Media Watchblog” ordnet den Vorgang in einer kostenlosen Ausgabe seines regelmäßig erscheinenden Briefings ein und fasst zusammen, warum Musks Pläne gefährlich sind (socialmediawatchblog.de, Simon Hurtz & Martin Fehrensen).

2. “Medien tragen große Verantwortung für diesen Wahlkampf”
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Mirjam Kid, Audio: 6:51 Minuten)
Bei den Stichwahlen in Frankreich hat Amtsinhaber Emmanuel Macron seine Konkurrentin Marine Le Pen geschlagen. Daran hätten auch die Medien einen Anteil, die sich am Tag vor der Wahl ausdrücklich für Macron ausgesprochen hatten. Dies sei nach Ansicht von Frankreich-Kenner Ulrich Wickert bemerkenswert, da Le Pen in den Monaten zuvor durch die Medien erst stark gemacht worden war. Die rechtsextreme Politikerin sei von konservativen Medien unterstützt worden, öffentlich-rechtliche Medien hätten den rassistischen Positionen wenig entgegengesetzt, kritisiert der Journalist Nils Minkmar.

3. Digital-Abos stabilisieren “BamS”, doch “Bild” tief im Minus
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Die harte Auflage der “Bild”-Zeitung ist weiter abgesackt. Der Springer-Verlag kann sich jedoch mit einer positiven Entwicklung bei der “Bild am Sonntag” trösten, deren verkaufte Auflage leicht um 1,2 Prozent auf 636.000 angestiegen sei. Uwe Mantel fasst bei “DWDL” die wichtigsten Auflagen-Entwicklungen auf dem Zeitungs- und Magazin-Markt zusammen.

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4. Ferngespräche: Portugal
(ardaudiothek.de, Holger Klein, Audio: 47:35 Minuten)
“Das radioeins Korrespondenteninterview mit Holger Klein” führt dieses Mal nach Madrid. Von dort aus berichtet Auslandskorrespondentin Franka Welz neuerdings über Spanien, Andorra, Gibraltar und über das Land der aktuellen Interviewausgabe: Portugal. Wie immer bei den “Ferngesprächen” erfährt man dabei viel über Land und Leute, aber auch viel über die persönlichen Lebens- und Arbeitsumstände der jeweiligen Person.

5. Im Namen der Ruhe
(sueddeutsche.de, Christoph Gurk)
Nach Ansicht von Lateinamerika-Korrespondent Christoph Gurk hat El Salvadors Präsident Nayib Bukele bei dessen Kampf gegen Bandenkriminalität einen neuen Feind gefunden: Journalistinnen und Journalisten. Wer kritisch berichtet, dem drohe nun Haft: “Im Rahmen des Ausnahmezustands verschärfte das Parlament Anfang April das Strafgesetzbuch: Zehn bis 15 Jahre Haft drohen nun jedem, der Nachrichten von Banden weiterverbreitet, welche zu ‘Aufregung und Panik’ führen könnten. Offiziell will man damit die Gangs davon abhalten, die Bevölkerung einzuschüchtern. Inoffiziell aber, befürchten Beobachter und Berichterstatter, könnte die Gesetzesänderung vor allem dazu dienen, unbequeme Reporter mundtot zu machen.”

6. Bizeps statt Biontech
(jungle.world, Valentin Goldbach und Ralf Fischer)
In der “jungle.world” geht es um den lautstarken Widerstand einiger Deutschrapper gegen die Corona-Impfung: “Die größte Angst dieser Personen ist der Verlust eines Gefühls männlicher Souveränität und Wehrhaftigkeit. Wird dieses im kapitalistischen Normalvollzug durch die Abhängigkeit der individuellen Bedürfnisbefriedigung vom Warentausch ohnehin schon erschüttert, so hat es sich in der Pandemie zu dem Wahn gesteigert, den eigenen Körper mittels Impfverweigerung vor einer Schwächung zu schützen.”

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