1. Verlagshäuser reichen Urherberrechtsklage gegen Meta ein
(zeit.de)
Mehrere große Verlagshäuser hätten den Social-Media-Konzern Meta und dessen Chef Mark Zuckerberg in den USA verklagt. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe für das Training seines KI-Modells Llama Millionen urheberrechtlich geschützte Werke ohne Erlaubnis genutzt. Der Verlagsverband spreche von “Piraterie”, Meta weise die Vorwürfe zurück und argumentiere, ein solches Training könne unter Umständen als Fair Use gelten.
2. Berichterstattung über Trump und Epstein ausgezeichnet
(taz.de)
Bei der Verleihung der Pulitzer-Preise seien mehrere kritische Recherchen zu Donald Trump und dessen Umfeld ausgezeichnet worden. Geehrt worden seien unter anderem die “Washington Post”, die “New York Times” und die Nachrichtenagentur Reuters. Besonders hervorgehoben werde zudem Julie K. Brown vom “Miami Herald” für ihre Berichte über Jeffrey Epstein.
3. Bundestag muss Ernst machen
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) begrüßt den Gesetzentwurf der Grünen für ein Medienauskunftsgesetz auf Bundesebene. Ziel sei es, Journalistinnen und Journalisten eine klare und rechtssichere Grundlage zu geben, um Auskünfte von Bundesbehörden zu verlangen, ohne dafür ständig vor Gericht ziehen zu müssen. Der DJV hält diesen Schritt für überfällig und verweist darauf, dass frühere Bundesregierungen ein solches Gesetz zwar angekündigt, aber nie umgesetzt hätten.
4. BR ändert “Klar”-Folge mit Julia Ruhs nach Kritik von Eltern
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der BR habe eine “Klar”-Folge mit Moderatorin Julia Ruhs nach Beschwerden von Eltern nachträglich verändert. Einige Szenen mit Schulkindern seien entfernt, andere verpixelt worden, weil Eltern ihre Zustimmung zurückgezogen hätten. Hintergrund sei Kritik an einer Passage über den Ramadan und Konflikte an einer Schule in Berlin-Neukölln. Mehrere Eltern und auch die Schulleitung würfen dem öffentlich-rechtlichen Sender vor, die Schule in einen populistischen Zusammenhang gestellt und das eigentliche Thema verzerrt zu haben. Der BR weise die Anschuldigung zurück und erkläre, der Fokus auf Fasten als Konfliktthema und religiöse Toleranz sei von Anfang an klar kommuniziert worden.
Weiterer Lesetipp: In der MDR-Medienkolumne “Altpapier” kommentiert Klaus Raab: “Man sieht: Die Logik von Reportage- und Magazinjournalisten kann mit der Erwartungshaltung und Wahrnehmung von Menschen kollidieren, die ihre Geschichten im Kontext erzählt wissen möchten. Und nicht unter einer mitgebrachten Überschrift.”
5. Die stille KI-Invasion im Journalismus
(medientage.de, Stephan Weichert)
Stephan Weichert warnt davor, Künstliche Intelligenz im Journalismus nur als harmloses Hilfsmittel zu betrachten. Er argumentiert, dass KI schleichend Aufgaben übernehme, die bisher mit journalistischem Urteilsvermögen, Verantwortung und Sorgfalt verbunden seien. Das eigentliche Problem sei die stille Verschiebung von Zuständigkeiten zur Maschine. Weicherts Fazit: “Die eigentliche Bedrohung durch KI ist also nicht, dass von Robotern ersetzt zu werden. Sie ist weitaus unspektakulärer, aber gerade deshalb riskanter. Der Journalismus schafft sich selbst ab. Nicht aus Bosheit, sondern eher aus Trägheit.”
6. Und dann kamen sie beim “Spiegel” auf diese eine Idee
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Boris Rosenkranz kritisiert in seiner Glosse, dass die “Spiegel”-Redaktion neuerdings auffällig oft Überschriften mit “Und dann …” verwende, um banalen oder wenig wichtigen Momenten künstlich Dramatik zu verleihen. Diese Headlines würden Dinge suggerieren, die der jeweilige Text oft gar nicht einlöse. Rosenkranz sieht darin eine besondere Form von Clickbait.



