„Bild“ lässt Familie und Freundin noch einmal alles mit ansehen

Am vergangenen Sonntag ist ein 32-Jähriger aus Baden-Württemberg beim Ski-Fahren ums Leben gekommen. Eine erste Lawine überlebte der Mann noch dank eines Airbags. Während er bis zu den Knien im Schnee feststeckte, verschüttete ihn allerdings eine zweite Lawine. Die Bergretter konnten den Mann nicht wiederbeleben.

Die „Bild“-Redaktion berichtete gestern über den tragischen Vorfall. Aber nicht etwa rücksichtsvoll irgendwo weiter hinten im Blatt komplett ohne Foto oder wenigstens mit Verpixelung, sondern riesig auf der Titelseite, über dem Bruch, mit unverpixeltem Bild:

Ausriss Bild-Titelseite - Seine Freundin sah alles mit an - Doppel-Lawine töte Mathe-Lehrer - Die erste überlebte er noch, die zweite begrub ihn - dazu ein unverpixeltes Foto des Verstorbenen
(Alle Unkenntlichmachungen in diesem Beitrag stammen von uns.)

Auf Seite 3 zeigte sie dann noch ein weiteres Foto des Verstorbenen …

Ausriss Bild-Zeitung - Seine Freundin konnte ihn nicht mehr retten - Die zweite Lawine tötete ihn - dazu ein unverpixeltes Foto des Verstorbenen

… das auch Bild.de veröffentlichte, bereits vorgestern Abend auf der Startseite:

Screenshot Bild.de - Seine Freundin sah alles mit an - Doppel-Lawine tötet Mathe-Lehrer - Die erste überlebte er noch, die zweite begrub ihn - dazu ein unverpixeltes Foto des Verstorbenen

Die Aufnahmen haben sich die „Bild“-Medien offenbar vom Facebook-Profil des Mannes gezogen. Eine Person aus dessen engerem Freundeskreis sagte uns, dass die Familie einer Veröffentlichung nie zugestimmt hat und sich nun rechtlich dagegen wehren wird.

Nachtrag, 11. Januar: Wir hatten auch bei „Bild“ nachgefragt, woher die Redaktion die Fotos hat und ob sie vor Veröffentlichung bei der Familie des Verstorbenen nachgefragt hat, ob sie die Fotos unverpixelt verwenden darf. Wir haben bisher keine Antwort auf unsere Fragen erhalten.