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BILDblog dankt

Es ist Zeit, dass wir mal wieder “Danke” sagen! Denn auch im November haben uns viele Leute finanziell unterstützt und damit dazu beigetragen, dass es das BILDblog überhaupt geben kann. Wir können leider nicht bei jedem Einzelnen von Ihnen zu Hause vorbeikommen und uns persönlich bedanken. Daher gibt es hier auf der Seite jeden Monat einen Sammel-Dank.

Sollte Ihr Name noch nicht in der Liste unten auftauchen, obwohl Sie große Lust hätten, mal einen Dank vom BILDblog zu bekommen — kleiner Tipp: Es ist ganz einfach, uns zu unterstützen. Und Leuten, die einen Dauerauftrag einrichten, danke wir auch jeden Monat aufs Neue.

Ein herzliches Dankeschön für die tolle Unterstützung im November an:

Achim K., Aileen W., Alexander G., Alexander H., Andreas B., Andreas F., Andreas H., Andreas K., Andreas K., Andreas N., Andreas P., Andreas R., Andreas W., Angela Z., Anja C., Anna S., Anna S., Arne L., Arne R., Benedict K., Benedikt S., Benjamin B., Benjamin M., Berenike L., Carsten S., Christian B., Christoph M., Christoph Z., Claudia H., Daniel B., Daniel H., Daniel S., Dario S., David R., Dennis H., Dietmar N., Dirk A., Ekkart K., Fabian U., Florian J., Florian J., Frank B., Frank S., Frank W., Friedhelm K., Gregor K., Guido S., Hannes S., Hans O., Heiko K., Helmut B., Henning R., Holger B., Ingrid B., Jacob D., Jakob H., Jan K., Jan P., Jan S., Jens B., Jens D., Jochen Z., Johannes L., Johannes P., Jonas S., Jörn L., Julia T., Jürgen E., Jurgen H., Katrin U., Klaus W., Leonard B., Ludger I., Manuel O., Marc S., Marcel B., Marco S., Marco W., Marco W., Marco Z., Marcus H., Marcus K., Marcus S., Margit G., Mario U., Marion E., Markus K., Markus V., Martin M., Martin R., Martin W., Matthias M., Matthias S., Maxim L., Maximilian W., Micha S., Michael F., Michael H., Michael K., Michael R., Michael S., Michael W., Michael W., Minh S., Moritz B., Moritz D., Moritz K., Moritz K., Moritz V., Nicole P., Nils P., Oliver F., Oliver M., Patrick D., Patrick G., Peter J., Philipp G., Philipp H., Philipp S., Pia K., Raimond P., Robert K., Robert K., Rüdiger R., Samuel W., Sandra K., Sascha S., Sascha S., Sebastian F., Sebastian H., Sebastian K., Sebastian P., Silke S., Stefan B., Stefan L., Stefan R., Sven F., Sven S., Thekla H., Thomas E., Thomas H., Thomas L., Thomas M., Thomas R., Thomas S., Tilman H., Tobias W., Ute S., Uwe F., Uwe K., Volkmar D., Wiebke S., Wilfried L., Yannick B., Yvonne T.

Sollten Sie Ihren Namen hier vergeblich suchen, obwohl Sie uns bereits unterstützen, nicht wundern: Doppel- und Firmennamen haben wir im Sinne der Anonymität gestrichen.

AfD, Hasslawine, Game of Schund

1. Journalisten nicht willkommen
(djv.de, Eva Werner)
Journalisten nicht willkommen! Die AfD Baden-Württemberg will auf ihrem Landesparteitag keine Medien dabeihaben. Der Deutsche Journalisten-Verband wertet dies als Zeichen für ein massiv gestörtes Demokratieverständnis. DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall: “Geradezu lachhaft ist, dass die AfD Baden-Württemberg statt der Teilhabe am Landesparteitag Journalisten mit einer Pressekonferenz mit vorgefilterten Informationen abfrühstücken will.“

2. Warum “Programmatic Advertising” der eigenen Marke schaden kann: Wenn Werbung Wunder verspricht, haben Medien ein Problem
(kress.de, Bülend Ürük)
Von den politisch motivierten Fake-Nachrichtenseiten war die letzten Tage oftmals die Rede. Doch es gibt noch andere Desinformationsseiten und mit denen wird viel Geld verdient. Dabei geht es um Themen wie Diätpillen, Nahrungsergänzungsmittel, Glücksspiel und Kosmetik. Daniel Brückner von “testbericht.de” berichtet, dass die Werbung dieser Fakenachrichtenseiten auf 72 von 100 überprüften seriösen Nachrichtenseiten erscheint. Schuld daran sei unter anderem das “Programmatic Advertising” das Brückner als “Hintertürchen für Fake-Nachrichten” bezeichnet.

3. Obama sollte Manning die Reststrafe erlassen
(reporter-ohne-grenzen.de)
“Reporter ohne Grenzen” appelliert an US-Präsident Barack Obama vor seinem Ausscheiden aus dem Amt, der inhaftierten Whistleblowerin Chelsea Manning den Rest ihrer Freiheitsstrafe zu erlassen: “Chelsea Manning sitzt schon jetzt länger im Gefängnis als jeder andere verurteilte Whistleblower in der US-Geschichte und hat während ihrer Haft grausam gelitten. Ihre unverhältnismäßige Strafe weiterhin zu vollstrecken, wäre eine unnötige Verlängerung ihrer Qualen. Schon jetzt zeichnen sich schwere Zeiten für die Pressefreiheit in den USA unter dem künftigen Präsidenten Donald Trump ab. Gnade für Chelsea Manning und Jeffrey Sterling wäre eine späte Gelegenheit für Obama, sich nach seinem erbitterten Feldzug gegen Whistleblower mit einem positiven Signal aus dem Amt zu verabschieden.”

4. Totficken, Steinigen, Kreuzigen – Wir haben getestet, ob Facebook Hetze und Morddrohungen löscht
(vice.com, Stefan Lauer)
“Vice”-Autor Stefan Lauer hat eine Woche lang mehr oder weniger wahllos, wie er sagt, auf den Facebook-Seiten von NPD, diversen Pegida-Ablegern, anderen rechten Facebook-Seiten und öffentlich einsehbaren privaten Profilen Hasskommentare gemeldet und abgewartet, was passiert. Die Ergebnisse sind, nunja, ernüchternd: “Facebook scheint in einer braunen Hasslawine zu versinken und nicht zu wissen, wie damit umzugehen ist. Oder sie wollen sich gar nicht darum kümmern.”

5. Ein Urteil gegen Ankara
(taz.de, Reinhard Wolff)
Die Türkei hatte beim Satellitenbetreiber Eutelsat einen Ausstrahlungsstopp des kurdischen TV-Kanals “Newroz” bewirkt. Dies hat ein Gericht nun kassiert: Der Sendestopp wurde für rechtswidrig erklärt, Eutelsat muss das Programm wieder ausstrahlen.

6. Was soll der Hype um “Game of Thrones”?
(sueddeutsche.de, Luise Checchin)
Luise Checchin metzelt für die “SZ” die US-amerikanische Fantasy-Fernsehserie “Game of Thrones” nieder: “Wäre Game of Thrones einfach nur platt und redundant, es wäre alles halb so schlimm. Aber da ist eben auch diese schmierige Grundstimmung, die ab der ersten Episode vorhanden ist und die nach und nach bei jedem einigermaßen kritisch denkenden Menschen einen fundamentalen Selbst- und Fremdekel auslösen müsste. Game of Thrones ist eine Aneinanderreihung von sexistischem und gewaltverherrlichendem Schund.”

Hauptsache Hauptstadt

Neulich habe ich nach dem Schwimmen den besten Freund meines Sohns nach Hause gefahren. Die Jungs, beide in der achten Klasse, saßen hinten im Auto, und irgendwie kamen wir auf das Thema Erdkunde zu sprechen. Das heißt, ich kam auf das Thema. Die Jungs wollten lieber auf dem Rücksitz in den Gurten hängen und dösen. Aber wenn man sie nicht ganz verloren geben will, muss man mit den pubertierenden Kindern ja in Kontakt treten. Und da dachte ich: Die finden das sicher cool, wenn ich etwas Wissen abfrage.

An der Ampel drehte ich mich also nach hinten und sagte:

Ralf Heimann hat vor ein paar Jahren aus Versehen einen Zeitungsbericht über einen umgefallenen Blumenkübel berühmt gemacht. Seitdem lassen ihn abseitige Meldungen nicht mehr los. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht, zuletzt zusammen mit Daniel Wichmann “Hier ist alles Banane — Erich Honeckers geheime Tagebücher 1994 – 2015”. Fürs BILDblog kümmert er sich um all die unwichtigen Dinge, die in Deutschland und auf der Welt so passieren.
(Foto: Jean-Marie Tronquet)

Wisst ihr denn, was die Hauptstadt von Frankreich ist?

Ohne die Lippen zu bewegen oder mich überhaupt anzusehen, antwortete der Freund meines Sohnes:

Paris.

Das ist dann wohl zu einfach, dachte ich und fragte:

Und die von Australien?

Keine Ahnung.

Das ist Canberra. Und die von Dänemark?

“Papa, das nervt”, sagte mein Sohn.

Ich dachte: Wie undankbar ihr doch seid. Als wir selbst in dem Alter waren, sind wir gleich nach der Schule durch die Fußgängerzone in die Stadtbücherei gerannt, um da die Hauptstädte, Gebirge und Flüsse auswendig zu lernen. Damals wären wir froh gewesen, wenn unsere Eltern uns abgefragt hätten. Glaube ich jedenfalls.

Ich sah mich noch mal um. Der Freund meines Sohnes war eingeschlafen.

Ein paar Tage darauf saß ich am Schreibtisch, klickte mich durch die Nachrichtenseiten und geriet in einen Artikel über Designer-Brillen. Danach glaubte ich zu wissen, warum die Begeisterung für Hauptstädte bei Jugendlichen so nachgelassen hat.

Die Erklärung ist einfach: Die Welt ist zu komplex geworden. Früher konnte man sich noch merken: Italien — Rom. England — London. Frankreich — Paris. Heute ist das nicht mehr so leicht. Kennen Sie zum Beispiel die Hauptstadt der Brillen?

Oder die der Witwen?

Die der Taschendiebe?

Oder die der Singles?

Sehen Sie.

Eigentlich gilt überhaupt nur noch eine Regel: Alles, was existiert, braucht auch eine Hauptstadt. Das Problem ist: So viele Städte gibt es gar nicht – oder jedenfalls nicht so viele, die sich für diesen Zweck eignen.

Nehmen wir das Beispiel Sex. Auf welche Hauptstadt könnte man sich da einigen? Würselen? Delmenhorst? Unterschleißheim? Die einen wollen Bad Godesberg — die anderen rufen: “Natürlich Illertissen!” Aber letztlich fällt die Wahl dann doch auf eine Stadt, bei der alle sagen können: Kennen wir, und das passt auch vom Image her einigermaßen. Und so ist es dann Wien geworden. Warum, das kann man hier nachlesen.

Kleine Städte haben in diesem Wettbewerb oft schlechte Chancen. Eigentlich ist es nur einmal einer kleineren Stadt gelungen, Hauptstadt von etwas Größerem zu werden. Das war Bonn. Davon habe ich neulich auch im Auto erzählt, aber der Freund meines Sohns schlief fest, und mein Sohn selbst hatte von einer deutschen Hauptstadt namens Bonn noch nie etwas gehört.

“Hä? Das ist doch Berlin”, sagte er.

“Ja, aber früher war das anders. Da war Berlin noch die Hauptstadt der DDR — also jedenfalls die eine Hälfte”, sagte ich.

Mein Sohn sagte nichts mehr, und ich sah: So einfach war das früher wohl doch nicht. Und heute ist alles noch viel komplizierter. Früher konnte man sich wenigstens darauf verlassen, dass die Hauptstadt der DDR nicht auch noch zusätzlich einem anderen Land in der gleichen Funktion dienen musste.

Heute nimmt auf so was niemand mehr Rücksicht. Wenn für irgendetwas eine Hauptstadt gesucht wird, ist vor allem eins wichtig: dass es schnell geht. Und meistens muss dann Berlin herhalten.

Hauptstadt der Kiffer? Ja, mein Gott. Dann das halt auch noch.

Das Ergebnis ist fürchterlich verwirrend.















Wie soll man sich das noch merken? Ich habe wirklich keine Ahnung.

Die Kinder habe ich damit dann auch in Ruhe gelassen. Sie müssen das heute ja alles auch gar nicht mehr wissen. Eigentlich müssen sie gar nichts mehr wissen. Sie haben ihre Smartphones. Wenn sie etwas suchen, können sie es googeln. Und im Prinzip genügt es schon, wenn sie sich das merken. Sie sollten halt nur möglichst nicht nach Barcelona ziehen. Da könnten sie dann ein Problem kriegen:

D’oh!

Norbert Körzdörfer ist bei “Bild” für alles zuständig, was mit Prominenz zu tun hat. Und da die “Simpsons” in gewisser Weise ja auch Prominente sind, ist es nur folgerichtig, dass Körzdörfer das hier vor knapp zwei Stunden getwittert hat:

Dieses und ein weiteres Standbild aus einer “Simpsons”-Folge machten heute die große Social-Media-Runde. Der Clou: Die Macher der “Simpsons” sollen bereits 2000 gewusst haben, was 2015 in Wirklichkeit passiert ist …

… und damit könnten sie ja auch irgendwie gewusst haben, dass Donald Trump mal Präsident der USA wird.

Das ist alles so verrückt und lustig und unvorstellbar, dass zahlreiche Medien die Nummer ebenfalls aufgegriffen haben. Der Onlineableger der “NZZ” zu Beispiel …

… oder N24.de

… oder stern.de

… oder “Meedia”

… oder Blick.ch

… oder Handelsblatt.com

… oder Heute.at

… oder die “Appenzeller Zeitung”

… oder das “Liechtensteiner Volksblatt”:

Das Problem bei der Sache: Die Standbilder vom “Simpsons”-Donald-Trump stammen gar nicht aus dem Jahr 2000, sondern — genauso wie die Originalfotos von Trump — aus dem Jahr 2015. Es handelt sich um Szenen aus einer Sequenz namens “Trumptastic Voyage” der “Simpsons”-Staffel Nummer 25 und hat nichts mit seherischen Fähigkeiten der “Simpsons”-Macher zu tun.

Tatsächlich gab es im Jahr 2000 aber mal eine Vorhersage bei den “Simpsons”, dass Donald Trump eines Tages US-Präsident sein wird. In der Folge “Bart to the Future” blickt Bart Simpson in die Zukunft: Er ist ein ziemlicher Loser, seine Schwester Lisa US-Präsidentin. Und in einem Halbsatz spricht sie von ihrem Vorgänger Donald Trump.

Das alles ist übrigens nichts Neues: Snopes.com hat das Ganze bereits im September 2015 aufgeschrieben. Das hätten die ganzen Onlineportale und Norbert Körzdörfer durchaus rausfinden können.

Mit Dank an @vierzueinser, @macerarius und Sebastian für die Hinweise!

Nachtrag, 10. November: NZZ.ch hat den Fehler inzwischen transparent korrigiert und das entsprechende Foto ausgetauscht. N24.de hat ebenfalls reagiert und die Bildunterschrift angepasst, allerdings ohne Hinweis auf den früheren Fehler.

BILDblog dankt

Wir möchten uns bedanken! Und zwar bei all denen, die uns Monat für Monat finanziell unterstützen. Zusammen mit den Lesern, die uns jeden Tag sachdienliche Hinweise schicken, sorgen Sie dafür, dass es das BILDblog überhaupt geben kann. Da wir es zeitlich nicht schaffen, jedem von Ihnen eine eigene Dankes-Mail zu schreiben, gibt es hier auf der Seite ab sofort jeden Monat einen herzlichen Sammel-Dank.

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1000 Dank für die Unterstützung im Oktober an:

Achim K., Aileen W., Alexander G., Alexander H., Andreas B., Andreas H., Andreas K., Andreas K., Andreas L., Andreas N., Andreas P., Andreas W., Angela Z., Anja C., Anna S., Arne L., Arne R., Benedict K., Benedikt S., Benedikt S., Benjamin B., Benjamin M., Berenike L., Carsten S., Christian B., Christoph M., Christoph M., Christoph Z., Claudia H., Daniel H., Daniel S., Dario S., David R., Dennis H., Dietmar N., Dirk A., Ekkart K., Elmar M., Fabian U., Florian J., Florian J., Frank B., Frank S., Friedhelm K., Gregor K., Hannes S., Hans O., Heiko K., Henning R., Holger B., Ingrid B., Jacob D., Jan K., Jan P., Jan S., Jens B., Jens B., Jens D., Johannes L., Johannes P., Jonas S., Jörn L., Julia T., Katrin U., Klaus W., Leonard B., Manuel O., Marc S., Marcel B., Marco S., Marco W., Marco Z., Marcus H., Marcus K., Marcus S., Margit G., Mario U., Martin H., Martin M., Martin R., Martin W., Matthias M., Matthias S., Maxim L., Maximilian W., Michael F., Michael K., Michael R., Michael S., Michael W., Michael W., Moritz B., Moritz D., Moritz V., Nicole P., Nikola M., Nils P., Oliver M., Pascal K., Peter J., Philipp G., Philipp H., Philipp S., Philipp W., Pia K., Robert K., Rüdiger R., Sandra K., Sascha H., Sascha S., Sebastian F., Sebastian H., Sebastian H., Sebastian P., Stefan R., Stephan S., Sven F., Sven S., Thekla H., Thomas E., Thomas H., Thomas L., Thomas M., Thomas R., Thomas S., Tilman H., Tobias W., Ute S., Uwe F., Uwe K., Volkmar D., Wiebke S., Yannick B. und Yvonne T.

Sollten Sie Ihren Namen hier vergeblich suchen, obwohl Sie uns bereits finanziell unterstützen, nicht wundern: Doppel- und Firmennamen haben wir im Sinne der Anonymität gestrichen.

Mit “Bild mobil” jetzt nicht das Mindeste bekommen

Klar, in den vergangenen zehn Jahren hat sich die Handynutzung deutschland- und weltweit massiv verändert. Deswegen hat Bild.de vor wenigen Tagen einen Test veröffentlicht:

Früher sei entscheidend gewesen, wie viel der Nutzer telefoniere. Heute ginge es stattdessen darum, wie hoch sein Datenverbrauch sei.

Erfreulich für Verbraucher: Die Preise pro Dateneinheit sind stark gesunken.

Das ist ja schon mal gut. Aber wie viele Kilo-/Mega-/Gigabyte brauche ich denn nun?

2006 haben Handy-Kunden wesentlich weniger Daten verbraucht, wenige Megabyte reichten meist aus. Doch für heute selbstverständliche Anwendungen wie Video- und Musikstreaming sind Tarife mit 2 Gigabyte Daten das Mindeste.

Okay, ist notiert: mindestens zwei Gigabyte. Und was bietet mir der “Alles Drin-Tarif” von “Bild mobil”?

Man braucht also nur knapp siebenmal den “Bild mobil”-Tarif, um “das Mindeste” zu bekommen. Klingt nach einem klassischen “Bild”-Angebot.

Mit Dank an Alexander K. für den Hinweis!

Tatsachsenbehauptung

Schon wieder diese Sachsen. Die lassen aber auch keine Gelegenheit aus, wenn es darum geht, als jenes Bundesland zu gelten, das am weitesten nach rechts ragt — also nicht nur geografisch. Oder wie Bild.de heute in zwei Sätzen zusammenfasst:

Schon wieder Sachsen! Schon wieder ein fremdenfeindlicher Angriff in Dresden.

Das ist der Einstieg zu diesem Artikel:

Am vergangenen Freitag ist ein 27-Jähriger Marokkaner in einer S-Bahn kurz vor der Einfahrt in den Dresdner Hauptbahnhof von mehreren Personen zusammengeschlagen worden. Der Mann musste ins Krankenhaus eingeliefert werden, couragierte Zeugen konnten noch schlimmere Verletzungen verhindern. Viel mehr ist nicht bekannt. Die zuständige Bundespolizei bittet in einem Aufruf um Hinweise zu den Tätern; selbst die Zeugen, die eingegriffen haben, sind noch unbekannt.

Das Tatgeschehen ist bisher also alles andere als geklärt. In der Pressemitteilung der Bundespolizei steht auch kein Wort zu einem möglichen Motiv der Täter, schlicht weil noch nichts dazu bekannt ist. Auch bei anderen Medien kein Wort von einem fremdenfeindlichen Hintergrund der Tat. Nur Bild.de hat die Information, dass es sich um “einen fremdenfeindlichen Angriff” handelt. Natürlich kann es sein, dass Fremdenhass hinter diesem grässlichen Angriff auf den Marokkaner steckt. Doch klar ist bisher nichts. Und wildes Rumgerate und plumpes Sachsen-Bashing hilft kein bisschen.

Im letzten Absatz des Bild.de-Artikels, der gleich am Anfang deutlich sagt, über was für eine Tat man da berichtet, steht übrigens:

Über den Hintergrund der Tat liegen bislang keine Erkenntnisse vor. “Wir ermitteln in alle Richtungen”, sagte ein Polizeisprecher.

Mit Dank an Sebastian M. für den Hinweis!

US-Wahlkampf, BND-Gesetz, Stimmungskanone

1. Lügen als Erfolgsrezept
(medienwoche.ch, Casper Selg)
Noch nie sei im amerikanischen Wahlkampf erfolgreich so viel gelogen worden wie aktuell. Das US-Mediensystem begünstige und befördere diese Art von postfaktischem Wahlkampf, so Casper Selg in seinem Artikel über Donald Trump, den politische Prozess und die US-Medien. “Trumps Erfolg hat auch etwas zu tun mit kommerziellen nationalen «News»-Sendern, welche als Information kaschierte politische Demagogie verbreiten. Wie etwa «Fox News». Und es hat zu tun mit dem Diskurs auf den «sozialen» Medien, für welchen letztlich keine Regeln gelten. Wo Leute – neben viel Interessantem – auch frischfröhlich Lügen, Unwahrheiten, Halbwahrheiten herumbieten, die sich blitzartig weit (und damit lukrativ) verbreiten. Ohne dass der Laie beurteilen kann, was wovon zu halten ist.”

2. Regionalliga: Medien in Männerhand
(pro-quote.de)
Der Verein “ProQuote” hat 100 Regionalblätter untersucht, die noch den überregionale Teil selbst produzieren. Das Ergebnis: Auf 95 Prozent der Chefredakteursposten aller untersuchten Zeitungen säßen Männer. Und auch ihre Stellvertreter seien zu 82 Prozent männlich. “ProQuote” hat aus dem Datenmaterial eine übersichtliche Karte angefertigt, der man auch Stellungnahmen der befragten Redaktionen entnehmen kann. Dieser Wert fällt jedoch ebenfalls dürftig aus: 92 Prozent der Chefredakteure hätten auf das Schreiben von “ProQuote” nicht reagiert…

3. Die Erinnerungslücken der Wirtschaftswoche
(bilanz.de, Bernd Ziesemer)
Die “Wirtschaftswoche” feiert mit einem 162-seitigen Sonderheft ihr 90-jähriges Bestehen. Bernd Ziesemer hat sich für seine “Zeitungsschau” das Heft angeschaut. Ziesemer hat selbst fast 15 Jahre für das Blatt gearbeitet und kann nicht allem vorbehaltlos zustimmen, was dort in dem Sonderheft geschrieben steht. Um es vorsichtig auszudrücken.

4. Warum alle gegen das BND-Gesetz sind – außer der Bundesregierung
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Die Bundesregierung ist die einzige Institution, der das von ihr geplante BND-Gesetz gefalle, so Markus Reuter auf “Netzpolitik.org”. Sowohl Opposition im Bundestag als auch namhafte Juristen, nationale und internationale Journalistenverbände, ARD und ZDF, zahlreiche Menschenrechtsorganisationen, die OSZE und sogar drei Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen würden das geplante BND-Gesetz der Bundesregierung kritisieren. Reuter führt die wichtigsten Kritikpunkte an und fasst die Statements von Fachleuten und Politik zusammen.

5. Präsidenten ohne Skrupel
(djv.de, Hendrik Zörner)
Hendrik Zörner vom “Deutschen Journalistenverband” (DJV) kritisiert scharf die trickreichen Umstrukturierungen und Produktionsverlagerungen bei Springer und Burda. Wenn es um das Geschäft ginge, würden die Verbandspräsidenten der Zeitungs- und Zeitschriftenverleger keine Skrupel kennen. Kohle vor Ehre scheine das Motto: “Wie passen solche Entscheidungen mit der Tätigkeit in den Arbeitgeberverbänden zusammen, die immerhin Tarifpartner der Gewerkschaften sind und sich zu fairen Arbeitsbedingungen und Einkommen der Beschäftigten vertraglich verpflichtet haben? Gar nicht. Also liegt der Verdacht nahe, dass Burda und Döpfner ihre Ehrenämter an der Spitze von VDZ und BDZV als Feigenblätter benutzen, die diskret das eigene unternehmerische Rabaukentum verdecken sollen.”

6. Hahaha akbar! Eine Stimmungkanone gegen den Islam
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
In der “Saarbrücker Zeitung” erschien eine wohl lustig gemeinte Glosse zum Thema Islamunterricht, die auf falschen Behauptungen fußt und Ressentiments bedient. Stefan Niggemeier hat dafür die passenden Worte gefunden.

heute-show, Zeitungshommage, #men4equality

1. Wirkungen und Nebenwirkungen der “heute-show”
(tagesspiegel.de, Bernd Gäbler)
Bernd Gäbler hat für die Otto Brenner Stiftung die Studie „Quatsch oder Aufklärung? Witz und Politik in heute-show und Co“ verfasst. Im “Tagesspiegel” berichtet er über Wirkungen und Nebenwirkungen von Satiresendungen und geht der Frage nach, ob Formate wie „heute-show“ oder “extra 3” die Politikverdrossenheit fördern würden. (Ein Vorwurf, den der konservative Publizist Hugo Müller-Vogg und der Politikpsychologe Thomas Kliche unlängst erhoben hätten.) Gäbler kann diesem Generalverdacht nichts abgewinnen und sieht die Formate eher als politische Appetitmacher: “Sie ersetzen nicht den Journalismus, schon gar nicht sind sie der bessere Journalismus, aber sie fußen auf dessen Arbeit, ergänzen diese und spitzen zu. Im besten Fall sind sie eine vergnügliche Einstiegsdroge für politisches Interesse. Sie laden geradezu ein zu einer vertiefenden Weiterführung.”

2. Darüber redet man lieber nicht
(nzz.ch, Otfried Jarren)
Die Medienbranche und die Qualitätsfrage – kein einfaches Thema, wenn es nach Otfried Jaren geht, der eine Verweigerungshaltung der Medien diagnostiziert. Dies Verhalten räche sich: Die von der Medienbranche verweigerte Debatte um Publizistik, Journalismus und Qualität werde nun an anderen Orten sowie von Laien und mit anderen Argumenten geführt. Die Massenmedien würden auf den Social-Media-Prüfstand kommen. “Die Gesellschaft wird sich weiter ausdifferenzieren und noch mobiler werden. Damit steigt der Informations- und Kommunikations-, Bewertungs- und Orientierungsbedarf kontinuierlich weiter an – eine Chance für publizistische Medien. Das Zeitalter der Massenmedien, zumal der Massenproduktion, aber ist vorbei.”

3. Im Dialog: Michael Hirz im Gespräch mit Mathias Döpfner 23.09.2016
(youtube.com, Michael Hirz, Video, 29:07 Min.)
Wenn es um die Zukunft des Journalismus geht, gibt sich Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, optimistisch. In der “Phoenix”-Sendung “Im Dialog” spricht Döpfner über den Umbau des Verlagshauses Springer zu einem Digitalkonzern, die Chancen des Internets und den Journalismus als Geschäft.

4. Zeitungsleser: das Aussterben einer Gattung
(infosperber.ch, Jürg Müller-Muralt )
Michael Angele, stellvertretender Chefredakteur der Wochenzeitung „Der Freitag“, hat mit dem Buch “Der letzte Zeitungsleser” eine Hommage an die Zeitung vorgelegt. In seiner Rezension bezeichnet Jürg Müller-Muralt das Buch als “klugen, leicht wehmütigen Abgesang auf die Zeitung”. Mit seinem Büchlein habe Angele, wenn es denn einmal soweit sein sollte, der Lebensform Zeitung schon heute ein schönes Denkmal gesetzt.

5. Problemfall Männer-Events – und warum Männer Teil des Problems sind
(digitaletanzformation.wordpress.com, Robert Franken)
Veranstaltungen und Podien, auf denen lediglich Männer mit Männern sprechen, seien einseitig, unvollständig und nicht repräsentativ – und daher langweilig und irrelevant. Deshalb haben 25 Erstunterzeichner aus der Medienbranche öffentlich gemacht, dass sie künftig nicht mehr an reinen Männerpodien teilnehmen werden. Robert Franken für die Initiative (#men4equality): “Um es gleich vorweg zu nehmen: Wir sind nicht als „Weiße Ritter“ unterwegs, die mehr Frauen auf Podien bringen wollen, jedenfalls ist das nicht unser vorrangiges Ziel. Frauen können das schließlich gut ohne uns. Wir sehen diesen Effekt daher eher als „Kollateralnutzen“. Uns geht es vor allem darum, dass Diskussionsrunden und Panels, an denen ausschließlich Männer teilnehmen, aus unserer Sicht schon vom Prinzip her uninteressant sind und deshalb von uns nicht besucht werden.”

6. Symbolstrecke des Grauens Teil 6: Pubertät
(fr-online.de)
In der “Symbolstrecke des Grauens” geht es diesmal um ausgesucht platte, unpassende und absurde Symbolfotos zum Thema Pubertät.

Satzbau-Hooligans, Medienquote, InTouch-TV

1. Gruppe “Hooligans gegen Satzbau” bekommt Facebook-Preis
(morgenpost.de, Lars Wienand)
Facebook hat Initiativen geehrt, die sich in sozialen Medien gegen Hasskommentare einsetzen. Den “Smart Hero Awards”-Publikumspreis hat die Gruppe “Hooligans gegen Satzbau” gewonnen, die ihr Preisgeld an die Initiative “Enough is Enough” abgetreten und die Bühne genutzt hat, um Kritik an Facebook zu üben. “Dass wir von Euch für unsere Arbeit ausgezeichnet werden, ist absurd, belief sich Euer Dank bisher doch auf unsere Sperrungen und Löschungen.”

2. Neuer Vorstand: Löst ProQuote sich auf?
(pro-quote.de)
Man würde es dem Verein “ProQuote Medien e.V.” gönnen, wenn er sich auflösen würde, denn dann wäre das Ziel erreicht: Mindestens 30 Prozent der journalistischen Führungspositionen in den deutschen Medien bis 2017 mit Frauen zu besetzen. Bis dahin will der neue Vorstand von ProQuote unter Beteiligung der mittlerweile fast 5000 Unterstützer und Unterstützerinnen weiterhin mit Druck und Kampagnen dafür sorgen, dass die Forderung nicht in Vergessenheit gerät.

3. “InTouch”-TV: Es gibt nichts zu berichten, kosten wir’s aus
(dwdl.de, Peer Schader)
Peer Schader hat sich für “DWDL” vor den Fernseher gesetzt und auf RTL II das neue “InTouch”-TV eingeschaltet. Seine Diagnose: “RTL II transferiert ein befreundetes Promilaberblättchen vom Kiosk ins Fernsehen und verspricht eine Mischung aus Star-Magazin und Redaktions-Doku. Die Premiere ging ordentlich daneben: Nicht mal Guido Maria Kretschmer hatte Bock auf ein Interview.”

4. Was gibt’s Neues, Resi?
(journalist.de, Matthias Daniel)
“Resi” nennt sich die Nachrichten-App von Martin Hoffmann, der seinen Job als Leiter der Social-Media-Redaktion bei der “Welt” gekündigt hat, um sich ganz auf sein Startup-Unternehmen zu konzentrieren: Einen Chatbot, der mit seinen Nutzern über die aktuellen Nachrichten “redet”. Im Interview spricht Hoffmann über gute und böse Bots, Kriterien bei der Nachrichtenauswahl und was man bei dieser Form des Messenger-Journalismus sonst noch beachten muss.

5. Aus Deutschlandradio Kultur wird Deutschlandfunk Kultur
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Aus “Deutschlandradio Kultur” wird “Deutschlandfunk Kultur”, “D-Radio Wissen” heißt künftig “Deutschlandfunk Nova”, doch “Deutschlandfunk” darf weiter “Deutschlandfunk” heißen.

6. Null Vulven gefunden
(spiegel.de, Margarete Stokowski)
“Spiegel”-Kolumnistin Margarete Stokowski hat das im Hotelzimmer vorgefundene “ZEITmagazin Mann” studiert: “Seit Jahrzehnten müssen sich Frauen an jeder Supermarktkasse von Magazinen beleidigen lassen, die ihnen Problemzonen einreden. Jetzt können endlich auch Männer über sich selbst lesen – und zum Glück nicht nur Unsinn.”

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