1. Fake-Redaktion der “Ostdeutschen Allgemeinen”: Fast 400 Autoren “geklaut”
(volksverpetzer.de, Matthias Meisner)
Matthias Meisner kritisiert die “Ostdeutsche Allgemeine Zeitung” (“OAZ”) von Verleger Holger Friedrich wegen einer offenbar falschen Autoren- und Redaktionsliste. Zum 100-Tage-Jubiläum der “OAZ” seien auf deren Website mehr als 400 Personen als Teil der “Redaktion” aufgetaucht, obwohl viele noch nie für das Medium geschrieben hätten. Die “OAZ” habe von einem “technischen Fehler” gesprochen und die Liste später drastisch reduziert. Meisner deutet den Vorgang als Versuch, sich mit fremden Namen Seriosität zu verschaffen.
2. Weil wir Reichelt lieben
(taz.de, Lilly Schröder & Anna Simbürger)
Wie die “taz” berichtet, gibt es Proteste gegen “Nius”-Werbung in Berliner BVG-Verkehrsmitteln. “Nius” werbe dort für sich mit Anti-Öffentlich-Rechtlichen-Slogans. Gegen diese Form der Zusammenarbeit hätten sich nun Organisationen wie Campact, dju/Verdi und Initiativen wie “Springer raus aus der BVG” ausgesprochen. Die BVG verweise auf externe Vermarkter und rechtliche Prüfungen, räume aber ein, dass die Kampagne intern diskutiert worden sei.
3. Das sind die Preisträger*innen der RSF Press Freedom Awards 2026
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen würdigt die Preisträgerinnen und Preisträger der RSF Press Freedom Awards 2026, die beim World News Media Congress in Marseille verliehen wurden. Ausgezeichnet wurden Journalistinnen und Journalisten, die trotz Haft, Gewalt, Drohungen oder Exil weiter für unabhängige Berichterstattung kämpfen und stehen. Die Preise seien unter anderem an den in Myanmar inhaftierten Fotojournalisten Sai Zaw Thaike, den mosambikanischen Investigativjournalisten Carlitos Cadangue, die argentinische Journalistin Julia Mengolini, den verschwundenen guineischen Journalisten Habib Marouane Camara und den palästinensischen Fotografen Abdul Hakim Abu Riash gegangen.
4. Investigatives wird riskanter
(kontextwochenzeitung.de)
In eigener Sache berichtet die “Kontext”-Redaktion über einen verlorenen Rechtsstreit gegen einen früheren AfD-Mitarbeiter aus dem rechtsextremen Umfeld. Dabei sei es um veröffentlichte Chatprotokolle gegangen, deren Authentizität frühere Gerichte für plausibel gehalten hätten. Das Oberlandesgericht Frankfurt habe die Beweislage jedoch anders bewertet und mehr Darlegungen zur Quelle verlangt. Weil “Kontext” aus Gründen des Informantenschutzes keine weiteren Angaben machen wollte, wurde die Zuordnung der Zitate untersagt und eine Entschädigung von 25.000 Euro zugesprochen. Der Bundesgerichtshof habe die Beschwerde dagegen nicht zugelassen, sodass das Urteil rechtskräftig sei. “Kontext” bilanziert: “Unserer Einschätzung nach verschiebt sich mit diesem Urteil etwas: Wenn allein die technische Möglichkeit einer Manipulation dazu führt, dass Gerichte mehr über Informantinnen und Informanten erfahren wollen, um die Authentizität festzustellen, gefährdet das den Quellenschutz. Für Redaktionen, die ihre Quellen schützen, kann es teuer werden. Investigativer Journalismus wird riskanter.”
5. Hacker bringen Meta-KI dazu, fremde Instagram-Accounts herauszugeben
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Markus Reuter berichtet über eine gravierende Sicherheitslücke beim KI-gestützten Support-Chatbot von Meta. Hacker hätten den Bot offenbar dazu bringen können, Verifikationscodes an neu angegebene Mailadressen zu schicken. Dadurch hätten sie fremde Instagram-Accounts übernehmen können. Betroffen gewesen seien unter anderem prominente Accounts wie das White-House-Profil von Barack Obama, aber auch normale Nutzerinnen und Nutzer. Meta habe die Lücke bestätigt und inzwischen geschlossen.
6. “Deutschland der Extreme” muss makuliert werden
(boersenblatt.net)
Das “Börsenblatt” meldet den Lieferstopp und Rückruf des Buches “Deutschland der Extreme” von “Stern”-Journalist Martin Debes. Der Buchhandel werde aufgefordert, keine Exemplare mehr zu verkaufen oder weiterzugeben, vorhandene Bestände sollen zurückgeschickt oder mit Nachweis vernichtet werden. Auslöser sei ein rechtliches Vorgehen der früheren AfD-Politikerin Frauke Petry, die über ihren Ehemann als Anwalt eine Unterlassungserklärung gefordert habe.
