1. KI-Checker sind auch nicht die Lösung
(taz.de, Ann-Kathrin Leclere)
Ann-Kathrin Leclere kommentiert den Fall des “Tagesspiegel”-Autors Stephan-Andreas Casdorff, der für mehrere Meinungsbeiträge Künstliche Intelligenz verwendet habe. Wenn Journalistinnen und Journalisten ihre Texte von einer Maschine generieren lassen, würden sie sich selbst abschaffen, so Leclere. Die Leserschaft verlasse sich darauf, Beiträge selbst denkender Menschen zu lesen. Der vom “Tagesspiegel” angekündigten Überprüfung von Texten auf KI-Gehalt erteilt Leclere eine Absage: “Das, was viele heute für typische KI-Sprache halten, stammt oft aus menschlichen Texten, mit denen die Systeme trainiert wurden. Gleichzeitig werden die Modelle immer besser. Ein Wettlauf zwischen künstlicher Textgenerierung und Erkennungssoftware wird das Problem nicht lösen.”
2. FAS nimmt Gastbeitrag von Digitalminister offline
(zeit.de)
Nach einer Recherche der “Zeit” (nur mit Abo lesbar), laut der Bundesdigitalminister Karsten Wildberger mehrere Reden und Texte großenteils von einer KI habe schreiben lassen, habe die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” einen Gastbeitrag von Wildberger offline genommen. Zuvor habe bereits das “Handelsblatt” einen Beitrag depubliziert und ihn nach Prüfung mit einem KI-Hinweis wieder veröffentlicht. Das Digitalministerium habe den KI-Einsatz verteidigt.
3. Google AI Overview: Erst frisst die KI den Traffic, dann zahlen die Leser für News
(computerbase.de, Andreas Frischholz)
Andreas Frischholz analysiert, wie Googles KI-Suche den Medienmarkt umpflügt: Da der “AI Overview” zum Standard werde, verlören die Verlage Reichweite und Werbeeinnahmen. Sie müssten diese Entwicklung durch Paywalls und steigende Abo-Preise ausgleichen. Der Markt werde sich in hochwertige Bezahlinhalte und KI-gestützte Massenabfertigung teilen, prophezeit Frischholz: “Viele Webseiten werden sich aufgrund des ökonomischen Drucks in den nächsten Jahren anpassen müssen – oder sie verschwinden.”
4. Großbritannien will Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16
(spiegel.de)
Der britische Premierminister Keir Starmer habe in London ein Verbot Sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren angekündigt. Soziale Medien würden Kinder unglücklich machen, so seine Begründung. Großbritannien folge damit Australien, das im Dezember 2025 ein solches Verbot eingeführt habe. Auch Frankreich, Spanien, Griechenland, Norwegen und Österreich hätten entsprechende Schritte angekündigt. Kritiker führen an, dass ein Verbot sich über VPN-Dienste oder gefälschte Geburtsdaten leicht umgehen lasse, und die Auswirkungen einer Altersgrenze kaum erforscht seien.
5. Influencer treiben Online-Käufe bei Jugendlichen in die Höhe
(rnd.de)
Einer Mediensucht-Sonderanalyse der Krankenkasse DAK-Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (PDF) zufolge beeinflussen Social-Media-Werbung und Influencer-Empfehlungen das Kaufverhalten von Kindern und Jugendlichen erheblich. Kaufentscheidungen entstünden oft aus dem Zusammenspiel von Orientierung an Influencern und algorithmisch beeinflussten Impulsen, erläutert Studienleiterin Kerstin Paschke. Junge Menschen seien dafür entwicklungsbedingt besonders empfänglich.
6. Hihi, Söder
(setup-punchline.de, Bernhard Hiergeist)
Bernhard Hiergeist schreibt, dass die deutsche Satire ausgerechnet an Markus Söder scheitere, obwohl der CSU-Chef die perfekte Zielscheibe abgebe. Satirikerinnen und Satiriker wie der “heute-show”-Reporter Fabian Köster hätten Söder erst zur Witz- und später zur Kultfigur gemacht und damit gerade das normalisiert, was eigentlich ihr Angriffsziel gewesen sei. Hinter den Auftritten des bayerischen Ministerpräsidenten gebe es kein “wahres Ich” mehr. Ähnlich einem Stand-up-Comedian sei die Performance selbst die Realität. Kösters Suche nach dem “echten Söder” laufe daher ins Leere.
