1. Wir waren doch schon weiter
(taz.de, Ann-Kathrin Leclere)
Trotz häufiger Berichte über extreme Wetterereignisse nehme die Berichterstattung über die Klimakrise in deutschen Medien kontinuierlich ab, kommentiert Ann-Kathrin Leclere. Wie sie in der “taz” unter Berufung auf eine Untersuchung der Initiative “Klima° vor acht” schreibt, habe sich der Anteil der Klimathemen in den Hauptprogrammen von ARD und ZDF seit 2023 mehr als halbiert. Leclere bemängelt, dass strukturelle Zusammenhänge und wissenschaftliche Einordnungen abseits akuter Katastrophen oder politischer Debatten kaum mehr aufgegriffen würden.
2. Klar informiert? Woher die KI ihre Informationen bekommt
(medienanstalt-nrw.de)
Eine aktuelle Studie der Landesanstalt für Medien NRW (PDF) zeigt, dass bereits knapp ein Viertel der Befragten (24 Prozent) KI-Chatbots nutze, um sich über politische Themen zu informieren. Dabei würden die Systeme meist wie klassische Suchmaschinen mit einfachen Stichworten bedient. Die Informationsgrundlage der Antworten bleibe für Nutzerinnen und Nutzer häufig intransparent, da Chatbots wie ChatGPT bei Erstanfragen nur in etwa der Hälfte der Fälle auf aktuelle Webquellen zurückgreifen würden. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien, fordert daher strengere Regulierungs- und Transparenzvorgaben für KI-Anbieter.
3. Constantin Schreiber verlässt Axel Springer schon wieder
(dwdl.de, Alexander Krei)
Nach nicht einmal eineinhalb Jahren ende die Zusammenarbeit zwischen dem ehemaligen “Tagesschau”-Sprecher Constantin Schreiber und dem Axel-Springer-Verlag wieder. Schreiber sei erst im September 2025 als “Global Reporter” für die Berichterstattung aus dem Nahen Osten angetreten, jedoch schon im April dieses Jahres aus familiären Gründen zurück nach Deutschland gewechselt. Nun habe der 47-Jährige seinen endgültigen Abschied von Springer angekündigt, um sich ab 2027 neuen Aufgaben und einer Podcast-Tournee zu widmen.
4. Mit drei Klicks umgangen: Wieso Österreichs geplante Porno-Sperre zahnlos, aber trotzdem gefährlich ist
(derstandard.de, Peter Zellinger & Andreas Proschofsky)
Peter Zellinger und Andreas Proschofsky berichten im “Standard”, dass der Gesetzesentwurf von Österreichs Medienminister Andreas Babler zur flächendeckenden Altersverifikation auf scharfe Kritik von Experten und Datenschützern stoße. Die geplante Pflicht zur Alterskontrolle für pornografische Seiten und Soziale Medien setze auf das “Doppelblindmodell” oder die ID Austria, die in der geforderten Form technisch nicht ausgereift oder datenschutzkonform nutzbar seien. Zudem sei das Vorhaben juristisch fragwürdig, da der Digital Services Act der EU nationale Sonderregeln untersage.
5. Russland setzt Telegram-Gründer Durow auf die Terrorliste
(spiegel.de)
Der Konflikt zwischen russischen Behörden und Telegram-Gründer Pawel Durow eskaliere: Die staatliche Finanzaufsicht Rosfinmonitoring habe den Unternehmer sowie dessen Bruder Nikolai offiziell auf die Liste der “Terroristen und Extremisten” gesetzt. Dem Schritt sei eine internationale Fahndungsausschreibung durch den Geheimdienst FSB vorausgegangen. Der im Exil lebende Durow habe in Sozialen Medien auf die Maßnahmen gewohnt provokant reagiert.
6. Warum berichten Medien über irrelevante Themen?
(deutschlandfunk.de, Nach Redaktionsschluss, Sascha Wandhöfer, Audio: 35:31 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, warum Medien all zu oft über irrelevante Themen berichten. Es diskutieren DLF-Hörerin Hannah Runken (Pseudonym) und Medienforscher Hektor Haarkötter.



