Archiv für Juli 5th, 2026

KW 27/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Türkei: Pressefreiheit unter Druck
(ardsounds.de, Ingo Lierheimer, Audio: 25:19 Minuten)
Benjamin Weber, Türkei-Korrespondent der ARD, und Christiane Schlötzer, ehemalige Türkei-Korrespondentin der “Süddeutschen Zeitung”, zeichnen bei “BR24 Medien” ein düsteres Bild der Pressefreiheit in der Türkei. Im Vorfeld des anstehenden NATO-Gipfels in Ankara sei es erneut zu einer Festnahmewelle von Journalisten und willkürlichen Akkreditierungsverweigerungen gekommen. Kritisiert wird auch das Verhalten der EU und der Bundesregierung, die die anhaltenden Menschen- und Medienrechtsverletzungen weitgehend schweigend hinnähmen.

2. Studie: Wie die “Heizungshammer”-Kampagne der BILD Mainstream wurde und das Heizungsgesetz letztlich kippte
(wochendaemmerung.de, Katrin Rönicke & Holger Klein, Audio: 21:56 Minuten)
In der aktuellen Ausgabe der “Wochendämmerung” wird eine neue wissenschaftliche Untersuchung zur “Heizungshammer”-Kampagne der “Bild”-Zeitung besprochen. Ein Forschungsteam der TU Dortmund, der University of Oxford und des Öko-Instituts habe darin hunderte Artikel des Boulevardblatts zur Reform des Gebäudeenergiegesetzes aus dem Jahr 2023 analysiert. Die Studie zeige, wie das aggressive, populistische Framing der “Bild”-Redaktion das Thema emotional aufgeladen habe. Die mediale Dynamik habe schlussendlich maßgeblich zum Aus des Gesetzes im Jahr 2026 beigetragen.

3. Alte Probleme, neue Herausforderungen
(deutschlandfunk.de, Anh Tran, Audio: 35:45 Minuten)
Im Medienpodcast “Nach Redaktionsschluss” diskutieren die Investigativjournalistinnen Angelique Geray (RTL) sowie Isabell Beer und Isabel Ströh (NDR) über den Wandel ihres Handwerks. Die Grundidee, Missstände aufzudecken, sei seit den Zeiten Günter Wallraffs gleich geblieben. Die Methodik habe sich durch das Internet und Soziale Medien jedoch drastisch verändert. Bei ihren prämierten Undercover-Recherchen in rechtsextremen Jugendgruppen (“Braune Kinderzimmer”) und digitalen Vergewaltigungsnetzwerken (“Rapetapes”) gehe die digitale Arbeit im Vergleich zu früher mit neuen Risiken wie KI-Gesichtserkennung, Doxing und immensen psychischen Belastungen einher.

Bildblog unterstuetzen

4. Wo bleibt der mediale Druck auf Politiker, sich zur Klimakrise zu äußern?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 20:28 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast hat Holger Klein den Mitgründer des Netzwerk Klimajournalismus Jürgen Döschner zu Gast. In ihrem Gespräch geht um die “Hitzeberichterstattung”: “Wie kann das Klima auch abseits von Hitzewellen Teil der täglichen Berichterstattung werden? Warum braucht es dafür erst eine dramatische Hitzewelle? Und welche Rolle spielt ein womöglich klimamüdes Publikum?”

5. Hauptstadtjournalismus im Wandel: Zwischen Social Media und Tagesschau
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 32:56 Minuten)
Im Podcast “Satzzeichen” hat sich Christian Jakubetz mit dem ARD-Hauptstadtkorrespondenten Philip Kuntschner unterhalten. Thema ist Kuntschners Arbeit als Politikjournalist in Berlin und sein Weg vom bayerischen Regionaljournalismus in die Hauptstadt. Es geht darum, wie Soziale Medien und die Digitalisierung den Beruf verändern, und um die Frage, wie Journalistinnen und Journalisten exklusive Geschichten finden. Außerdem sprechen die beiden über die Fragen von Haltung und professioneller Distanz.

6. Marinićs Freiheit: Nu(h)r Femizide?
(hr2.de, Jagoda Marinić, Audio: 35:23 Minuten)
Jagoda Marinić spricht in dieser Solo-Folge von “Freiheit Deluxe” über die hitzige öffentliche Debatte rund um einen geschmacklosen Witz des Comedians Dieter Nuhr, den dieser auf Kosten von Opfern von Femiziden gemacht habe. Sie analysiert, warum dieser Vorfall so heftige, emotionale Reaktionen bei Befürwortern und Kritikern auslöst: Wer hat sich durch die Kritik angegriffen gefühlt? Und was sagt die Diskussion über den aktuellen Zustand der Gesellschaft aus?