Archiv für Juli 14th, 2026

“Das Versagen von Nius”, Informationsfreiheit, Sportmarkt

1. Mordfall Stade: Das Versagen von NiUS
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 11:07 Minuten)
Nach dem Sechsfachmord in Stade steht das rechtspopulistische Portal “Nius” wegen einer folgenschweren Identitätsverwechslung in der Kritik. Wie Mats Schönauer auf seinem YouTube-Kanal berichtet, habe die Redaktion um Julian Reichelt eine völlig unbeteiligte Frau fälschlicherweise der Mittäterschaft und Fluchthilfe bezichtigt. Aufgrund detaillierter persönlicher Angaben im Artikel wurde die Betroffene im Netz sofort identifiziert und (befeuert von AfD-Politikern) Opfer einer digitalen Hetzjagd.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

2. BVG muss rechspopulistische Werbung dulden
(taz.de)
Das Berliner Verwaltungsgericht habe im Eilverfahren entschieden, dass die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) die Werbung des rechtspopulistischen Portals “Nius” wieder zulassen müssen. Das Medium habe einen Anspruch auf diskriminierungsfreien Zugang zu den Werbeflächen. Die BVG habe die Kampagne im Juni gestoppt, nachdem “Nius”-Chef Julian Reichelt ein mögliches Werbemotiv mit dem Slogan “Wir werden immer beliebter bei sämtlichen beiden Geschlechtern” veröffentlicht habe, was die Verkehrsbetriebe als “offensichtlich rechtswidrig” eingestuft hätten. Dem widersprach das Gericht: Das Motiv sei von der Meinungs- und Pressefreiheit gedeckt. Auch von der BVG angeführte Sicherheitsbedenken wegen drohender Proteste und Sachbeschädigungen würden den Ausschluss nicht rechtfertigen.

3. Mehr als eine halbe Million Menschen wollen Informationsfreiheit retten
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Die Pläne der schwarz-roten Bundesregierung, das Informationsfreiheitsgesetz drastisch einzuschränken, würden auf massiven Widerstand stoßen. Eine Petition von “FragDenStaat” habe innerhalb einer Woche über eine halbe Million Unterzeichnerinnen und Unterzeichner einsammeln können. Zudem hätten sich mehr als 120 zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, gegen das Vorhaben positioniert. Auch aus der SPD-Bundestagsfraktion komme parteiinterner Gegenwind.

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4. Springer Exposed
(youtube.com, Der dunkle Parabelritter, Video: 44:20 Minuten)
Der “dunkle Parabelritter” beschäftigt sich in seinem Video mit der Geschichte von Axel Springer: “Wir sprechen über Erfolge, Skandale und Kontroversen, vom Kampf gegen die 68er über den Reichelt-Skandal bis zur Digitalisierung des Unternehmens. Im Mittelpunkt steht außerdem Mathias Döpfner. Wie groß ist sein Einfluss wirklich? Wie viel Macht hat Axel Springer über Politik und öffentliche Debatten? Und was bedeutet das für unsere Demokratie?”

5. Gabor Steingart baut drittes Medienschiff und startet Finanz-Podcast mit KI-Stimm-Klon
(turi2.de, Björn Czieslik)
Wie Björn Czieslik berichtet, investiere das Digitalmedienhaus “Media Pioneer” von Gabor Steingart mehr als 40 Millionen Euro in ein drittes Medienschiff. Die “Pioneer Three” solle mit einer Länge von 80 Metern und Platz für bis zu 400 Gäste in Frankfurt am Main vor Anker gehen, um das wirtschafts- und finanzjournalistische Angebot der Marke auszubauen. Außerdem habe das Medienhaus den börsentäglichen Podcast “Frontrunners” gestartet, der von einem KI-trainierten Stimmdouble Steingarts gesprochen werde.

6. DAZN hat den Sport-Markt verändert. Muss sich jetzt DAZN verändern?
(dwdl.de, Alexander Krei)
Der Sport-Streamingdienst DAZN feiere sein zehnjähriges Bestehen auf dem deutschen Markt. Was als Wagnis mit internationalen Fußball-Nischenrechten begann, habe sich zu einem etablierten, finanzstarken Milliarden-Player entwickelt. Entgegen anfänglicher Skepsis und trotz herber Rückschläge wie der Corona-Pandemie schreibe DAZN in Deutschland seit 2024 schwarze Zahlen und rechne auch für 2026 mit signifikanten Gewinnen. 2027 stehe jedoch ein radikaler Umbruch bevor, da sich Rechte und geografischer Fokus verschöben.