Archiv für Juli 27th, 2026

Kanzleramt vs. Abgeordnetenwatch, Bahn kritisiert ZDF-Doku, Comedy

1. Wie das Kanzleramt gegen abgeordnetenwatch vorgeht
(abgeordnetenwatch.de, Martin Reyher)
Die Bundesregierung plane, das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) massiv einzuschränken. Doch bereits jetzt sei der Zugang zu Informationen oftmals erschwert. So erhebt die Organisation “Abgeordnetenwatch” in einem Text in eigener Sache schwere Vorwürfe gegen das Bundeskanzleramt: “Vor Gericht versucht das Kanzleramt schon jetzt, den Zugang zu Unterlagen zu erschweren – und behauptet: abgeordnetenwatch hat seinen eigenen IFG-Antrag gar nicht selbst gestellt.”

2. Deutsche Bahn kritisiert Hayali-Doku im ZDF als “unseriös”
(dwdl.de, Alexander Krei)
Die Deutsche Bahn habe die am Dienstag ausgestrahlte ZDF-Dokumentation “Unsere Bahn: Geliebt, verflucht – und gefährlich?” von Dunja Hayali als “unseriös” und einseitig kritisiert. Der Film klammere Fortschritte aus, beruhe auf unzutreffenden Zahlen und stelle unfaire Vergleiche an. Das ZDF weise die Hauptkritik zurück und betone die journalistische Sorgfalt. Man habe jedoch online in der Streamingfassung nachträglich Korrekturen an Grafiken und Zahlenangaben vorgenommen.

3. Kulturstaatsminister Weimer will europäische Eigentümerstruktur für TikTok
(spiegel.de)
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer fordere die Überführung der Social-Media-Plattform TikTok in eine europäische Eigentümerstruktur. Weimer sehe in einem “TikTok Europa” den effektivsten Weg, um europäisches Datenschutz-, Medien- und Jugendschutzrecht gegenüber der chinesischen Muttergesellschaft ByteDance durchzusetzen. Seine Kritik richte sich gegen den uneingeschränkten Zugriff chinesischer Behörden auf die Daten europäischer Nutzerinnen und Nutzer sowie gegen die Gratisnutzung journalistischer Inhalte.

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4. Erfolg für “New York Times” bei Streit mit Trump-Regierung
(taz.de)
Das US-Justizministerium habe nach juristischem Widerstand der “New York Times” (“NYT”) Vorladungen gegen mehrere Reporter zurückgezogen. Die Bundesstaatsanwaltschaft habe versucht, die Journalisten nach Enthüllungen über Sicherheitsmängel an der neuen Präsidentenmaschine von Donald Trump zur Aussage vor einer Grand Jury zu zwingen. Die “NYT” habe den Schritt als rechtswidrigen Einschüchterungsversuch kritisiert. Der zuständige Richter habe mit einer Nichtigkeitserklärung der Vorladungen gedroht, bevor die US-Regierung schließlich eingelenkt habe.

5. Das Comedy-Grundgesetz
(setup-punchline.de, Bernhard Hiergeist)
Bernhard Hiergeist formuliert in seinem Branchen-Newsletter “Setup/Punchline” 15 Thesen als “Comedy-Grundgesetz”. Er fordert darin, Stand-up-Comedy als eigenständige Handwerks- und Kunstform ernst zu nehmen. Sie müsse nach ihren formalen sowie strukturellen Kriterien und nicht bloß nach moralischen Aussagen oder bloßen Themen bewertet werden. Außerdem kritisiert Hiergeist das deutsche Feuilleton für dessen ahistorisches Verständnis und die reflexhaften Tucholsky-Zitate (“Satire darf alles”).
Weiterer Hörtipp: In Holger Kleins Podcast “Wrint” geht es fast zwei Stunden um “Geschichten aus dem Joke-Bergwerk” mit Bernhard Hiergeist (wrint.de, Audio: 1:44:48 Stunden).

6. Fame & Verlogen – Warum Influencer ständig lügen
(youtube.com, Sashka, Video: 19:52 Minuten)
Die Creatorin Sashka beschäftigt sich mit dem aktuellen Skandal um die Medfluencerin Alina Walbrunn, die auf einen Prank des YouTubers Marvin Wildhage reingefallen sei und für eine erfundene Krankheit (“postvirale nasale Hypersensibilität”) geworben habe. Sashka wertet Walbrunns bisherige Auffälligkeiten als Symptom eines strukturellen Problems in der Influencer-Blase.