Brief gegen ZDF-Entscheidung, KI-Zeitung, Kloppo-Soap im Stadion

1. “Wir halten die Absage für einen Fehler”
(netzpolitik.org, Erik Tuchtfeld)
In einem offenen Brief an ZDF-Intendant Norbert Himmler kritisieren mehrere Mitglieder des ZDF-Fernsehrats die Ausladung der Künstler Danger Dan und Igor Levit aus der 100. Ausgabe der Satire-Sendung “Die Anstalt”: “Wir befürchten, dass dies auch abschreckende Auswirkungen auf andere Formate haben kann. Auch aufgrund des konkreten Verfahrens und der Kurzfristigkeit der Absage entsteht zudem der öffentliche Eindruck, dass diese notwendige Debatte unterbunden werden soll. Wir halten die Absage daher für einen Fehler.”

2. Warum Kon­stantin Wecker kein “MeToo”-Fall sein soll
(lto.de, Max Kolter & Felix W. Zimmermann)
Das Landgericht Berlin habe der “Süddeutschen Zeitung” untersagt, weiter über jahrzehntelang zurückliegende sexuelle Kontakte des Liedermachers Konstantin Wecker zu damals 17-jährigen Frauen zu berichten. Der Artikel, der über Kontakte aus den Jahren 1990 bis 2015 berichte und ein Machtgefälle beschreibe, verletze Weckers Privatsphäre, so die Entscheidung des Gerichts. Es habe befunden, dass die Schilderungen vorrangig die Neugier der Leserschaft bedienen würden und keinen wesentlichen Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung böten. Die “Süddeutsche Zeitung” habe den Gerichtsentscheid als “Ausreißer-Urteil” bezeichnet und Berufung beim Kammergericht eingelegt.

3. US-Richterin stoppt Warner-Übernahme durch Paramount vorläufig
(spiegel.de)
Eine US-Bundesrichterin habe den geplanten, rund 111 Milliarden US-Dollar schweren Deal zwischen Paramount und Warner Bros. Discovery nach einer Klage von zwölf Bundesstaaten vorläufig gestoppt. Hinter Paramount stehe die Familie des Trump-Unterstützers Larry Ellison. Als Folge der Übernahme würden Kritiker eine marktbeherrschende Stellung bei Kinofilmen und die Schwächung der redaktionellen Unabhängigkeit des Nachrichtensenders CNN befürchten.

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4. “Künstliche Intelligenz ist wie ein Scharfschütze”
(taz.de, Ambros Waibel)
In einem Interview mit der “taz” verteidigt Claudio Cerasa, Chefredakteur der italienischen Tageszeitung “Il Foglio”, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Journalismus als Chance für mehr Kreativität. Das Blatt veröffentliche seit März 2025 regelmäßig KI-generierte Inhalte. Alle Artikel würden auf Cerasas eigenen Prompts basieren und redaktionell geprüft: “Der Artikel kann überarbeitet, durch einen anderen ersetzt oder korrigiert werden. Bei offensichtlichen Fehlern lassen wir diese jedoch stehen, um den Lesern die Möglichkeit zu geben, künstliche Intelligenz auch anhand ihrer Schwächen zu studieren.”

5. Für Nachhaltigkeit unverzichtbar
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) unterstützt die “Initiative 18”, die eine Erweiterung der UN-Nachhaltigkeitsziele fordere. Unabhängige Medien und Pressefreiheit sollen demnach als 18. Sustainable Development Goal (“Free, Safe & Sustainable Media”) festgeschrieben werden. Der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster betont, dass freier Journalismus eine unverzichtbare Grundlage für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und fundierte gesellschaftliche Debatten sei. Das geforderte Ziel umfasse unter anderem den Schutz von Journalistinnen und Journalisten vor Zensur und Gewalt, den Erhalt der Medienvielfalt sowie den Kampf gegen Desinformation.

6. Kloppo-Soap im Stadion: Der Deus ex Machina von Magenta
(dwdl.de, Alexander Krei)
Alexander Krei blickt auf die ungewöhnliche Rolle von Jürgen Klopp während der Fußball-WM zurück. Als Experte für MagentaTV habe dieser die Vorberichterstattung in eine Art Seifenoper verwandelt, in der er selbst als künftiger Bundestrainer im Mittelpunkt gestanden habe. Nachdem Klopp früh mit kritischen Äußerungen den damaligen Bundestrainer Julian Nagelsmann unter Druck gesetzt habe, sei er nach dem DFB-Aus im Sechzehntelfinale vollends als Retter ins Zentrum gerückt. Für die Telekom habe sich die Verpflichtung als Glücksgriff erwiesen, da man über die Verhandlungen zwischen dem DFB und Klopp aus erster Hand habe berichten können.