Archiv für Juli 13th, 2026

Weimer ändert Verfahren, Erfolg für HateAid, Deutschlandfunk-Reform

1. Weimer ändert Auswahlverfahren beim Deutschen Verlagspreis
(deutschlandfunk.de)
Nach dem anhaltenden Wirbel um den Deutschen Buchhandlungspreis habe Kulturstaatsminister Wolfram Weimer das Auswahlverfahren für den Deutschen Verlagspreis geändert. Künftig treffe der Kulturstaatsminister die finale Auswahl der auszuzeichnenden unabhängigen Verlage selbst, basierend auf den Empfehlungen der Jury. Ein Veto dürfe er laut einem Sprecher nur einlegen, wenn verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse zu den Nominierten vorliegen. Zudem werde ein neues Beratungsgremium mit Fachleuten des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und der Kurt-Wolff-Stiftung installiert, um etwaige Streitfälle zu klären.

2. EU-Kommission verlangt grundlegende Änderungen von Instagram und Facebook
(netzpolitik.org, Anna Ströbele Romero)
Die Europäische Kommission habe dem Social-Media-Konzern Meta in einem vorläufigen Ermittlungsergebnis Verstöße gegen den Digital Services Act vorgeworfen. Facebook und Instagram würden durch Mechanismen wie endloses Scrollen, automatische Wiedergabe und hochgradig personalisierte Empfehlungen ein süchtig machendes Design verwenden, das zwanghaftes Nutzungsverhalten fördere. Zudem schütze der Konzern Minderjährige unzureichend vor exzessiver Nutzung in der Nacht. Bei einer finalen Feststellung des Verstoßes könnten Meta Geldbußen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes drohen.

3. Erfolg für HateAid: AfD-Abgeordneter entfernt ein Dutzend Falschaussagen aus “NGO Files”
(hateaid.org)
Die gemeinnützige Organisation HateAid berichtet in eigener Sache, dass man einen juristischen Erfolg gegen gezielte Diffamierungskampagnen aus dem AfD-Umfeld erzielt habe. Wie die NGO mitteilt, habe der AfD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Maack (Betreiber der Plattform “NGO Files” und Sprecher einer fraktionseigenen Arbeitsgruppe) nach einer Abmahnung eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben. Maack habe auf einer Website systematisch Falschbehauptungen über die Organisation verbreitet. HateAid-Geschäftsführerin Anna-Lena von Hodenberg betont, wie wichtig die Gegenwehr sei, da Falschinformationen im Netz andernfalls schleichend zu gefühlten Fakten würden.

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4. Friedrich Küppersbusch: “Analoges Fernsehen ist was für Leute über 60”
(dwdl.de, Senta Krasser)
Wie Senta Krasser bei “DWDL” berichtet, blicke der Journalist und Produzent Friedrich Küppersbusch, einst prägendes Gesicht des WDR-Politmagazins “ZAK”, kritisch auf die schwindende Experimentierfreude des linearen Fernsehens. Dass er mit seiner Kölner Firma probono ausgerechnet zum 75. Geburtstag der ARD die erfolgreichste Primetime-Doku des Jahres 2025 für den Senderverbund produzierte, empfinde er selbst als Ironie. Seine persönliche kreative Befreiung erlebe der 65-Jährige ohnehin seit 2020 auf seinem eigenen YouTube-Kanal “Küppersbusch TV”, der Anfang 2026 die Marke von 100.000 Abonnenten geknackt hat.

5. Orientierung statt Reichweite
(djv.de, Hendrik Zörner)
Gemeinsam mit einem Bündnis aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft sowie Klima- und Verbraucherschutzverbänden fordert der Deutsche Journalisten-Verband Korrekturen bei der geplanten Programmreform des Deutschlandfunks. In einem offenen Brief warnen die Organisationen vor einem Verlust an publizistischer Tiefe, Fachkompetenz und redaktioneller Kontinuität. Es bestehe die Gefahr, dass komplexe Zusammenhänge und Themen abseits des schnellen Nachrichtenzyklus hinter der tagesaktuellen Berichterstattung zurücktreten müssten.

6. Comedy-Presseschau
(setup-punchline.de, Bernhard Hiergeist)
In der aktuellen Ausgabe seiner “Comedy-Presseschau” greift Bernhard Hiergeist die Debatten der Stand-up-Welt auf, darunter Dieter Nuhrs jüngste Äußerung über Femizide. US-Kritiker Seth Simons warne derweil vor dem Satz “Funny is funny”. Abgerundet wird der Überblick von einem Hinweis auf Stefan Stuckmanns Kritik an der hiesigen TV-Landschaft sowie von Berichten über 35 Jahre “Quatsch Comedy Club” und verdeckte Marketing-Kampagnen hinter viralen Onlinetrends.