1. EU-Kommission bremst Macron
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Frankreichs Parlament habe ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren beschlossen, stehe bei der Durchsetzung jedoch vor rechtlichen Hürden. Wie Sebastian Meineck bei netzpolitik.org berichtet, bremse die EU-Kommission den Vorstoß von Präsident Emmanuel Macron in einer Stellungnahme aus. Der Grund sei das EU-Gesetz über digitale Dienste, das bei Plattformpflichten wie strengen Alterskontrollen nationalen Alleingängen entgegenstehe und große Plattformen direkt der EU-Aufsicht unterstelle. Trotz des rechtlichen Dämpfers fungiere der französische Vorstoß als strategisches Druckmittel auf die EU-Kommission.
2. Ab Sonntag gilt eine Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte
(spiegel.de)
Ab kommenden Sonntag gelte in der EU eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte oder -bearbeitete Bilder, Videos und Texte, die professionellen Zwecken dienen. Die EU-Regelung sehe jedoch Ausnahmen für private Social-Media-Accounts sowie für künstlerische und satirische Werke vor. Ein einheitliches Gütesiegel gebe es nicht, weshalb Plattformen wie TikTok oder Instagram weiterhin eigene Labels und Hinweise nutzen können.
3. Radikale Transparenz
(taz.de, Clara Dünkler)
Clara Dünkler schreibt in der “taz” über das Potenzial von Open-Source-Recherchen (OSINT). Durch die forensische Auswertung öffentlich zugänglicher Quellen können Recherchenetzwerke wie “Bellingcat” sowie internationale Redaktionen ihre Ermittlungsschritte lückenlos offenlegen. Expertinnen wie Manisha Ganguly vom britischen “Guardian” würden jedoch zur Vorsicht mahnen. Die Methode schütze weder vor emotionalisierter Polarisierung im Publikum noch ersetze sie die klassische Recherche vor Ort.
4. Appell für den Erhalt der Medienfreiheit
(verdi.de, Peter Nowak)
Der vom MDR initiierte “Leipziger Appell” zum Schutz der Presse-, Rundfunk- und Informationsfreiheit erhalte breite Unterstützung von anderen öffentlich-rechtlichen Sendern und Journalistenverbänden wie der dju oder dem Bundesverband Freier Radios. In einem Beitrag fürs Verdi-Medienmagazin “M” analysiert Peter Nowak das Dokument. Obwohl die Erklärung historische Lehren aus dem Nationalsozialismus sowie der DDR ziehe und Bedrohungen durch Plattform-Algorithmen und Populismus anspreche, bleibe sie an entscheidenden Stellen vage.
5. Sarah Tacke: “Ich möchte für mehr Realitätsannäherung sorgen”
(dwdl.de, Torsten Zarges)
Die Juristin und ZDF-Journalistin Sarah Tacke übernimmt ab dem heutigen Donnerstag für fünf Wochen die Sommervertretung auf dem Sendeplatz von Maybrit Illner. Im “DWDL”-Interview mit erläutert sie das Konzept ihrer neuen Sendung: ohne Studiopublikum, aber mit Vor-Ort-Impressionen, Befragungen und einer fokussierten Runde aus Politik, Betroffenen und Experten. In dem Gespräch mit “DWDL” gehe es um kontroverse Diskussionen, Tackes Drang nach Erkenntnis, das Boris-Becker-Prinzip und ihren schicksalhaften Auftritt bei “Anne Will”.
6. Praktikum: Wie klappt der Einstieg in den Journalismus?
(bonjourno.de, Olivia Samnick & Jule Barmwater, Audio: 1:03:27 Stunden)
In einer neuen Ausgabe des Medien-Podcasts “Bonjourno” widmet sich Host Olivia Samnick gemeinsam mit Co-Moderatorin Jule Barmwater vom “medium magazin” den Herausforderungen von journalistischen Berufseinstiegen und Praktika: “Uns gegenüber sitzt jemand mit Erfahrung, denn Zain Salam Assaad hat als Nachwuchsjournalist:in selbst schon einen Praktikumsmarathon hinter sich. Lea Thies gestaltet als Leiterin der Günter Holland Journalistenschule der Augsburger Allgemeinen das Ausbildungsprogramm und nimmt uns mit, worauf es bei Praktika zu achten gilt.”
