Archiv für Juli 28th, 2026

Straf­ver­fahren als Medie­ner­eignis, Günter Bannas, TikTok-Nonne

1. Wenn ein Straf­ver­fahren zum Medie­ner­eignis wird
(lto.de, Jakob Hoffmann)
In einer Analyse für “Legal Tribune Online” untersucht Jakob Hoffmann die Rolle der Presse im Strafprozess um Unternehmenserbin Christina Block. Live-Ticker, Podcasts und durchgestochene Prozessakten würden die Grenze zwischen Saal und Öffentlichkeit verschwimmen lassen. Hoffmann resümiert, dass Medien für Transparenz im Rechtsstaat unverzichtbar bleiben. Der Fall offenbare jedoch die verheerenden Folgen von Vorverurteilungen und gezielter Öffentlichkeitsarbeit der Prozessparteien.

2. FAZ-Journalist Günter Bannas gestorben
(medien.epd.de)
Günter Bannas, langjähriger Leiter der “FAZ”-Parlamentsredaktion und Politikberichterstatter, ist gestorben. Nach Angaben der “FAZ” habe Bannas in seiner journalistischen Laufbahn mehr als 10.000 Artikel verfasst.
Weitere Lesetipps: In seinem Nachruf schreibt “FAZ”-Herausgeber Berthold Kohler über Günter Bannas: Der Inbegriff der journalistischen Seriosität (faz.net). 2018 hat Bannas sich ein letztes Mal in der “FAZ” zu Wort gemeldet: “Unser Korrespondent hat vier Jahrzehnte lang die deutsche Politik verfolgt. Jetzt geht er in den Ruhestand. Und blickt zurück auf Szenen eines Journalistenlebens.” (faz.net) Etwa zur selben Zeit hat er in einem ausführlichen Interview mit der “taz” über Politikjournalismus gesprochen: “Ich kam mir wie ein Beichtvater vor” (taz.de, Jan Pfaff & Ulrich Schulte).

3. Von großen Umbrüchen und neuen Ideen
(journalist.de, Christoph Sterz)
Christoph Sterz beschreibt das schleichende Siechtum der klassischen Tageszeitung und den beschwerlichen Weg ins Internet. Wo Zeitungen verschwinden, würden lokale Nachrichtenwüsten drohen, in denen oft PR oder Parteipolitik die Informationslücke füllen. Rettung versprächen rein digitale Angebote. Damit solche Modelle überleben können, würden Experten jedoch neue Weichenstellungen fordern, von der Gemeinnützigkeit bis hin zu staatlicher Presseförderung.

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4. HR erzielt Überschuss von 52 Millionen Euro
(faz.net)
Der Hessische Rundfunk habe das Geschäftsjahr 2025 mit einem handelsrechtlichen Überschuss von 52 Millionen Euro abgeschlossen, wie aus dem Ende Juni genehmigten Jahresabschluss hervorgehe. Wie der öffentlich-rechtliche Sender betont, erhöhe dieser rechnerische Überschuss den tatsächlichen finanziellen Handlungsspielraum jedoch kaum. Das Ergebnis sei nämlich maßgeblich von versicherungsmathematischen Zinseffekten und Rücklagen für Pensionsverpflichtungen getrieben.

5. “Jesus wäre definitiv auf Insta”
(taz.de, Joel Schmidt)
In einem Gespräch mit der “taz” berichtet Schwester Josefine Schwitalla über den überraschenden Social-Media-Erfolg des Klosters der Ewigen Anbetung in Osnabrück. Auf dem TikTok-Kanal des Bistums beantworte sie gemeinsam mit Mitschwestern Fragen der Community zu Themen von Klostertraditionen bis zu gesellschaftlichen Streitfragen. Schwitalla betont, dass Transparenz und Einblicke in den Klosteralltag der Entmystifizierung dienen sollen, zieht jedoch klare Grenzen bei der eigenen Privatsphäre und Sexualität.

6. Das Geheimnis hinter der Bruce Willis Stimme – Eine Sync-Legende spricht
(youtube.com, Charles Rettinghaus, Video: 39:43 Minuten)
Beim Synchron-Podcast “Hollywoodgeflüster” hat Charles Rettinghaus einen Mann zu Gast, den man ausnahmsweise tatsächlich als Legende bezeichnen kann: Den Schauspieler Manfred Lehmann, der Bruce Willis, Gérard Depardieu, Dolph Lundgren und viele weitere Hollywood-Stars synchronisiert hat. “In dieser Folge erzählt der 79-jährige Westberliner von seiner Karriere als Schauspieler und Voice Actor, persönlichen Anekdoten aus Drehset und Studio, Begegnungen mit Klaus Kinski und anderen Legenden, seine Familie im Sync-Geschäft (Tochter Dascha, Schwiegersohn Dennis), und die Zukunft der Branche.”