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Blindes Stochern im Buchstabensalat

Können Sie das lesen? Ehct ksras!

Ehct ksras! Gmäeß eneir Sutide der Uvinisterät Cmbaidrge ist es nchit witihcg, in wlecehr Rneflogheie die Bstachuebn in eneim Wort snid, das Ezniige, was wcthiig ist: dass der estre und der leztte Bstabchue an der ritihcegn Pstoiin sind. Der Rset kann ein ttoaelr Bsinöldn sein, tedztorm kann man ihn onhe Pemoblre lseen.

Da hat “Blid” soagr fsat rehct: In der Tat knnöen wir Wröetr acuh mit Bhcutsabnealast ncoh eniiegmraeßn lseen. Nur hat deise Gshceihcte, für die “Blid” huete sgoar erxta enien Pltaz auf der Ttielsiete feirgreäumt hat, drei kliene Haekn.

Esrter Haekn: Desies Pähmonen ist ein gnaz shöcn atelr Hut. In Dtuecshalnd shcrieb man sohcn vor mnidsetnes elf Jhaern drabüer.

Urprsüglnich… okay, jetzt reicht’s auch. Ursprünglich kommt der Text aber aus England, wo 2003 folgende E-Mail kursierte:

Aoccdrnig to a rscheearch at Cmabrigde Uinervtisy, it deosn’t mttaer in waht oredr the ltteers in a wrod are, the olny iprmoetnt tihng is taht the frist and lsat ltteer be at the rghit pclae. The rset can be a toatl mses and you can sitll raed it wouthit porbelm.

Zweiter Haken: Diese “Sutide der Uvinisterät Cmbaidrge” oder auch “rscheearch at Cmabrigde Uinervtisy” hat es nie gegeben. Zwar hat mal tatsächlich ein britischer Forscher ein ähnliches Phänomen in seiner Doktorarbeit untersucht, das war aber in Nottingham, nicht in Cambridge, und ist jetzt auch schon gut 40 Jahre her.

Dritter Haken: Es stimmt nicht, dass man die Buchstaben beliebig drehen kann. Eine (tatsächlich durchgeführte) Studie hat 2006 gezeigt, dass die Lesbarkeit sehr wohl von der Reihenfolge der Buchstaben abhängt. Bhcutsabnealast kann man vielleicht noch lesen, bei Btssbclhaaauent wird’s aber eng.

Also anders buchstbaiert: Ein zhen Jrhae atler Haox, der auf eniem 40 Jhare aeltn Pähonmen brehut, ist hutee Ttielgsehcihtce bei “Blid”. Ehct ksras!

Mit Dank an Martin K. und Robert.

shz.de  

Diät-Journalismus

Das da oben sind Natali, Birte, Sabine, Angela und Jennifer. Sie sind Leserinnen des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z), und sie testen für uns “fitmio”.

Das ist nett von ihnen, auch wenn es scheint, dass das Ergebnis schon vorab feststeht. Über dem Bericht der Tester heißt es nämlich:

fitmio ist das erste wissenschaftlich fundierte Online-Coaching-Programm, das alltagstauglich ist und nachhaltig wirkt — ohne Diät, stattdessen mit viel Genuss und leckeren Rezepten.

Das deckt sich zufällig mit dem Urteil, das auch “fitmio” über “fitmio” fällt:

Das erste intelligente Abnehm- und Fitness-Coaching im Internet. (…) auf Basis wissenschaftlicher Forschung und dennoch einfach und alltagstauglich. (…) ohne Diät, dafür aber mit leckeren Rezepten.

Die unabhängigen Berichterstatter vom sh:z jedenfalls sind sehr angetan von dem kostenpflichtigen Abnehmangebot. Im Aufruf schrieb die Redaktion:

FLENSBURG | Sie fühlen sich zurzeit nicht wohl mit Ihrem Körper? Sie wollen die Frühjahrsmüdigkeit abschütteln und wieder fitter werden? Dann testen Sie fitmio. Das moderne Online-Trainingsprogramm begleitet Sie zwölf Wochen lang mit täglichen Trainingsanweisungen, Rezepten für eine optimale Ernährung und sorgt mit ständiger Motivation fürs Durchhalten.

Und später hieß es in einem Artikel:

Das Online-Fitnessprogramm “fitmio” macht den Frühling sportlich und gesund. (…)

Der Frühling beginnt und der Winterspeck muss weg. Dabei hilft das Online-Fitnessprogramm “fitmio”. (…) “fitmio” beruht auf den drei Säulen des Erfolgs — Ernährung, Bewegung und Motivation. Das “fitmio”-Programm wurde bewusst nicht als Diät konzipiert — damit das Durchhalten über die zwölf Wochen im Alltag leichter fällt.

Und schließlich:

fitmio begleitet die Testerinnen mit hochwertigen Rezepten, Workout- und Motivationsvideos wie auch Tipps für die Umsetzung im Alltag und wöchentlichen Erfolgsmessungen.

Verfolgen Sie hier, was unsere Testpersonen auf Ihrem Weg erleben, oder starten Sie gleich selbst Ihr 12 Wochen fitmio-Programm.

Tjaha, oder starten Sie das doch gleich selbst! Damit tun Sie auch dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag etwas Gutes, denn der bekommt dann, was da nicht steht, aber shz.de-Chefredakteur Joachim Dreykluft uns auf Nachfrage bestätigt, eine Provision von “fitmio”.

Die Aktion mit den Leser-Testern sei aber “von der Redaktion initiierter Inhalt”, der “inhaltlich nicht beeinflusst wird”. Der Geschäftspartner zahle “weder für den Test noch für Erwähnung” — aber eben für jeden auf diesem Weg gewonnenen Kunden.

Bis zur Anfrage von BILDblog gab es keine Kennzeichnung, die darauf hinwies, dass der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag ein kommerzielles Interesse daran hat, Bekanntheit und Attraktivität der Marke des Diätprogramms zu steigern. Die entsprechenden Texte waren als redaktionelle Berichte präsentiert.

Inzwischen steht über der Themen-Seite das Wort “Anzeige”; auch die Ankündigungs-Artikel wurden nachträglich entsprechend markiert. Dreykluft erklärt das damit, dass man in diesem Geschäftsfeld (“Native Advertising”) noch viel experimentiere: “Wichtig ist uns dabei, transparent zu halten, was bezahlter Inhalt ist und was redaktioneller.” Die Anfrage von BILDblog sei Anlass gewesen, “im konkreten Fall nachzusteuern”.

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Ganz blöder Ortsname für Nicht-Ortskundige

Großbrand vernichtet Seniorenheim Neuried

Klitzekleines Problem mit diesem Artikel aus der gestrigen Ausgabe der “Bild”-Stuttgart: Es gab ein Feuer in Altenheim. Nicht im Altenheim.

Altenheim ist ein Ortsteil von Neuried bei Offenburg. Und da hat es gebrannt. In einer Wohnung und angrenzenden Gebäuden: Scheune, Mosterei und Werkstatt. Nicht im Altenheim. In Altenheim.

Und obwohl, zugegeben, die Überschrift der Polizeimeldung, die einfach “Feuer in Altenheim” lautet, für sich gelesen mehrdeutig ist, ist es schon schwerer zu erklären, wie die “Bild” dann zu der falsch verstandenen Meldung gleich ein passendes Detail berichten kann:

Feuerwehrmänner holten die Senioren aus ihren Zimmern, löschten.

Aber vermutlich ist das Lückenausfüllalltag bei “Bild”. Muss ja so gewesen sein. Wenn es im Altenheim gebrannt hätte. Und nicht bloß in Altenheim.

Mit Dank an Kerstin H., Bastian M. und Hitradio OHR!

Native Advertising, Flattr, Babyhandel

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Breiter geht’s nicht”
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg)
Hat die “Tagesschau” ein Foto eines Strands in Südkorea verfälscht? Kai Gniffke, Chefredakteur ARD-aktuell, nimmt wie folgt Stellung: “Bei der Bildbearbeitung gelten bei uns strenge journalistische Kriterien. Das Foto vom Strand wurde inhaltlich nicht verfälscht. (…) Dennoch haben wir beschlossen, solche Veränderungen künftig nicht mehr zuzulassen, damit kein Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Tagesschau aufkommt.”

2. “Flattr: Der Button für Häme und Schadenfreude”
(blogs.taz.de/hausblog, Sebastian Heiser)
Für welche Storys “taz”-Leser den Flattr-Knopf drücken: “Unsere Leser honorieren nicht die Artikel am stärksten, bei denen der Rechercheaufwand am größten ist, wir besonders ausführlich über Hintergründe berichten oder über Themen aus Regionen berichten, über die sonst niemand berichtet. Unsere Leser klicken auf den Flattr-Button, wenn es im Artikel gegen die Lieblingsfeinde unserer Leser geht. Und je deftiger wir austeilen, desto klicker.”

3. “Die Seelen-Verkäufer von ‘Spiegel Online'”
(stefan-niggemeier.de)
Was der “Spiegel” über Native Advertising schreibt und wie “Spiegel Online” damit umgeht.

4. “Gelöschte Kommentare sind keine Zensur: Was ist ‘Meinungsfreiheit’?”
(scienceblogs.de, Florian Freistetter)
Florian Freistetter behandelt die Freiheit der Meinungsäußerung: “Ich habe sehr viele Meinungen zu sehr vielen Themen – aber ich habe deswegen zum Beispiel nicht das Recht, meine Meinung auch in der ‘Tagesschau’ verkünden zu dürfen oder meine Meinung in einem Leitartikel in der FAZ zu veröffentlichen. Ich kann zwar der Chefredaktion einen Brief schreiben und sie bitten, meine Meinung zu publizieren. Aber wenn sie das ablehnt, dann ist das keine Einschränkung meines Rechts auf freie Meinungsäußerung.”

5. “‘Sunday Times’ trifft auf TV-Sender: Wenn Journalisten zu Babyhändlern werden”
(spiegel.de, fln)
Beim Versuch, Babyhandel in Bulgarien nachzuweisen, treffen britische und bulgarische Journalisten aufeinander.

6. “Ist es Liebe?”
(journal21.ch, Sabine Windlin)
Schweizer Behörden zweifeln an der Liebe zwischen Bergbauer Guido und Buchhalterin Odalys.

Alfred Draxlers Einführung in die Medienethik

Alfred Draxler, der ehemalige Vize-Chefredakteur und Ober-Sportchef der “Bild”-Zeitung, hat am Sonntag bei “Günther Jauch” mal e­rzählt, wie Journalismus funktioniert. Also nicht dieser Schweinepressejournalismus, sondern der richtige. Der verantwortungsvolle, penible, juristisch, moralisch und ethisch einwandfreie Journalismus. Der Journalismus also, den “Bild” pflegt — laut Alfred Draxler.

Leider hat er bei seinen Ausführungen die Beispiele ganz vergessen. Aber kein Problem, liefern wir sie eben jetzt nach. Beginnen wir mit …

Alfred Draxlers Einführung in die Medienethik, Teil 1

Das Interesse der Menschen [am Fall Schumacher] ist riesengroß. Als Journalist hat man dann halt die Aufgabe, zu filtern und zu entscheiden: Was kann man machen, was kann man nicht machen.

Ein Beispiel. Gerade in der ersten Zeit nach dem Unfall wurden die Angehörigen von Michael Schumacher jedes Mal von etlichen lauernden Fotografen umzingelt, sobald sie die Klinik betraten oder verließen. Schumachers Managerin Sabine Kehm berichtete bei “Günther Jauch”, dass die Familie sogar Sicherheitskräfte engagierte und alternative Zugangswege auskundschaftete, um sich nicht immer wieder durch den Pulk von Kameraleuten und Fotografen quälen zu müssen – ohne Erfolg.

Die Redaktionen bekamen täglich Dutzende solcher Fotos geliefert und mussten entscheiden: Kann man oder kann man nicht machen?

“Bild” meinte: Kann man.

11.03 Uhr - Corinna Schumacher kommt an Klinik an - Schumis Ehefrau Corinna ist um 9.49 Uhr wieder an der Uni-Klinik in Grenoble angekommen, wird ihrem Mann auch heute beistehen.15.23 Uhr - Papa Rolf bringt Pizza - Schumis Vater Rolf kümmert sich um die Familie: Um 15.04 Uhr bringt er neun Pizzas zu den Wartenden in die Klinik. 18.50 Uhr - Corinna verlässt die Klinik - Corinna Schumacher verlässt um 18.18 Uhr die Klinik in Grenoble. Auch heute war sie wieder bei ihrem Michael.

Die Kliniktür-Klickstrecken endeten erst, nachdem ein Absperrgitter zum Schutz der Angehörigen aufgebaut worden war. Heißt: Zum “verantwortungsvollen” Journalismus der “Bild”-Zeitung gehört auch die Veröffentlichung solcher Fotos. Solange sie nicht massivst daran gehindert wird.

Alfred Draxlers Einführung in die Medienethik, Teil 2

[Im Fall Schumacher] strömen auf die Redaktionen unglaublich viele Informationen ein – angebliche Informationen. Sei es der Kollege Alesi von Schumacher, seien es Ärzte, die eine Ferndiagnose machen. Und es ist unsere Aufgabe, damit verantwortungsvoll umzugehen, und ich glaube, das gelingt uns.

Sabine Kehm hatte zuvor erzählt, dass es jedes Mal eine Belastung für die Familie sei, wenn Äußerungen wie die von Alesi oder Ferndiagnosen unbeteiligter Ärzte von den Medien verbreitet würden.

Und so “verantwortungsvoll” ist “Bild” mit den Äußerungen von Alesi umgegangen:

Und so “verantwortungsvoll” ist “Bild” mit den Ferndiagnosen von Ärzten umgegangen:

“Verantwortungsvoll umgehen” heißt also: konsequent veröffentlichen.

Alfred Draxlers Einführung in die Medienethik, Teil 3

Ich kann da nur für “Bild” und “Sport Bild” und andere Springer-Medien sprechen: Wir prüfen das wirklich – sowohl juristisch als auch moralisch als auch ethisch –, ob wir das überhaupt bringen können. Also: Wir nehmen nicht jede Information und stellen sie ungeprüft in die Öffentlichkeit, sondern das wird schon sehr, sehr, sehr verantwortungsvoll geprüft.

Und erst wenn “Bild” eine Information sowohl juristisch als auch moralisch als auch ethisch als auch sehr, sehr, sehr verantwortungsvoll geprüft hat, wird sie zu einer solchen Titelgeschichte verarbeitet:

Neue Sorge um Schumi - Lungen-Entzündung im Koma!

“Bild” schrie:

JETZT MÜSSEN SICH DIE FANS NEUE SORGEN MACHEN: Bei Schumi wurde nach BILD-Informationen in der vergangenen Woche eine Lungenentzündung diagnostiziert! Die Folgen sind noch nicht absehbar.

Die Meldung wurde sofort von anderen Medien aufgegriffen — und auch wenn einige der Abschreiber durchaus Zweifel hegten und Schumachers Managerin Sabine Kehm die Meldung nicht hatte kommentieren wollen: die “Neue Sorge um Schumi” war in der Welt.

Die Reporter bezogen erneut Stellung vorm Krankenhaus, die internationale Presse bombardierte Kehm erneut mit Anfragen, die “Experten” ferndiagnostizierten erneut drauf los, die Fans machten sich erneut Sorgen, die Freunde und Angehörigen wurden erneut aufgeschreckt.

Dabei stimmten die “BILD-Informationen” gar nicht. Zwei Tage später schrieb das Blatt im vorletzten Absatz eines weiteren Schumi-Artikels:

BILD hatte berichtet, dass in der vergangenen Woche eine Lungenentzündung diagnostiziert worden war. Die Erkrankung liegt aber schon weiter zurück und stellte in dieser Woche nach neuesten Erkenntnissen keine akute Gefahr mehr da.

So viel zum Punkt juristisch als auch moralisch als auch ethisch als auch sehr, sehr, sehr verantwortungsvoll geprüfte Informationen.

Die ganze unnötige Panik wäre nicht ausgelöst worden, wenn “Bild” sich an den Wunsch von Schumachers Managerin gehalten hätte, die immer und immer wieder ausdrücklich und nachdrücklich darum gebeten hat,

das Arztgeheimnis zu respektieren und sich ausschließlich an die Informationen des zuständigen Ärzte-Teams oder Managements zu halten, die die einzigen gültigen Informationen sind.

Aber “Bild” ignorierte diese Bitte.

Die Medien wollen so viele Details wie möglich. Schumachers Familie will aber so wenige wie möglich rausgeben. Die Lücke wird geschlossen mit Spekulationen, Ferndiagnosen, Übertreibungen und Wiederholungen. Oder mit Berichten darüber, dass es nichts zu berichten gibt.

Und damit zu …

Alfred Draxlers Einführung in die Medienethik, Teil 4

Jauch: “Was machen Sie denn, wenn Sie so ein riesiges Interesse feststellen und müssen sagen: ‘Es gibt nichts Neues, wir haben nichts’?”

Draxler: “Dann machen wir’s auch nicht.”

Nun ja …

Bild.de, 4. Januar:

Zu seinem aktuellen Zustand gibt es keine Neuigkeiten.

Bild.de, 16. März:

Weiterhin keine Neuigkeiten bei Schumi!

Bild.de, 10. April:

Unterdessen gibt es zu Schumis gesundheitlichen Zustand keine Neuigkeiten.

Bild.de, 2. Januar:

Aber es gibt ja auch noch genug anderen Quatsch, mit dem “Bild” die Seiten füllen kann:

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So hat “Bild” seit dem Unfall bereits über 40 Artikel veröffentlicht. Viele davon bestehen aus nicht viel mehr als Gerüchten, Fragen, Wiedergekäutem und Geschwafel.

Am 4. April schien es dann aber, als hätte Bild.de tatsächlich etwas Neues zu berichten. Auf der Startseite jubelte das Portal riesengroß:

Schumi geht es besser! - Seine managerin zu BILD: "Es gibt Anzeichen, die uns Hoffnung machen"

Grund für die “neue Hoffnung” war eine Aussage von Schumachers Managerin Kehm gegenüber “Bild”:

Managerin Sabine Kehm gegenüber BILD: “Ich kann nur noch einmal sagen: Es gibt Anzeichen, die uns Mut machen.”

“Nur noch einmal sagen”?

Ach ja:

Schumi-Managerin macht Hoffnung - "Immer wieder kleine Anzeichen, die uns Mut machen"

Dieser Artikel war ziemlich genau drei Wochen zuvor bei Bild.de erschienen. Er bezog sich auf eine Pressemitteilung von Sabine Kehm, in der es hieß:

Es gibt immer wieder kleine Anzeichen, die uns Mut machen.

Genau das, was sie per Pressemitteilung allen gesagt hatte, hat sie drei Wochen später der “Bild”-Zeitung also noch einmal gesagt. Und die bastelt daraus eine große Neuigkeit.

Andere Medien (und zwar viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele andere Medien) rannten erwartungsgemäß blind hinterher und verkündeten, Schumacher gehe es “besser”, obwohl einige von ihnen sogar selbst feststellten, dass Kehm genau das Gleiche schon in ihrem letzten Statement gesagt hatte.

“Bild” hatte den alten Stand kurzerhand als neuen verkauft (und alle anderen nahmen es ihr ab). Wenn Alfred Draxler also sagt: “Machen wir nicht”, meint er “nicht” im Sinne von: “doch”.

Alfred Draxlers Einführung in die Medienethik, Teil 5

Da ist kein Journalismus, das ist Schweinepresse!

Die womöglich zutreffendste Aussage Draxlers in der gesamten Sendung. Er meinte die billigen, bunten Klatschblätter. Mit denen will er unter keinen Umständen auf eine Stufe gestellt werden. Schon am Anfang der Sendung hatte er darauf bestanden, dass man “sehr differenzieren” müsse, “was die Art der Medien anbelangt”, denn da gebe es durchaus “Abstufungen”.

Es kommt ihm freilich sehr entgegen, dass es da noch einen Bereich in der Presselandschaft gibt, der noch mieser, noch krawalliger und noch skrupelloser zur Sache geht als die “Bild”-Zeitung. Gegen die Regenbogenpresse wirkt sein Ex-Blatt ja auch in der Tat nicht mehr ganz so schlimm. Zumindest auf der ersten Blick.

Rein inhaltlich haben “Bild” und die Regenbogenblätter in den vergangenen Wochen aber durchaus Parallelen gezeigt. Natürlich: Im Wahrheit-Verzerren sind die Klatschblätter ungeschlagen. Aus einer banalen Kleinigkeit wird auf derm Cover schnell mal eine riesige Schocktränentragödie. Oder aber ein “Zeichen der Hoffnung”, wie in diesem Fall:

Endlich! Michael Schumacher - Das erste Zeichen der Hoffnung!

Das Blatt suggeriert, Schumachers Zustand habe sich gebessert — dabei steckt hinter der Schlagzeile lediglich das Gerücht, dass Schumachers Glücksarmband angeblich wiedergefunden wurde.

Die “Bild”-Zeitung hatte bei der Überschrift allerdings eine ganz ähnliche Idee…

Glücksarmband im Schnee gefunden - Hoffnungs-Zeichen für Schumi?

… ließ ihre Leser aber immerhin nicht im Unklaren über den Kern der, äh, “Nachricht”:

21 Tage nach Horror-Unfall - Schumis Glücksbringer im Schnee gefunden!

Einige Journalisten scheinen fest davon überzeugt zu sein, sie hätten Anspruch auf eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung mit neuen Einzelheiten; manche drehen sogar dermaßen am Rad, wenn Schumachers Managerin “nichts zu berichten” hat, dass man ihnen am liebsten die Tastatur wegnehmen möchte.

Und so werden die Zeitungs- und Internetseiten — und zwar sowohl in den Boulevard- als auch den Regenbogen- als auch den seriösen Medien — mit Nachrichten gefüllt, die diese Bezeichnung eigentlich gar nicht verdient haben und statt dem Informationsinteresse nur einer Sache dienen: der Gier der Leute, irgendetwas über Michael Schumacher zu lesen. Dass die “Bild”-Zeitung sich dabei nicht ganz so weit aus dem Fenster lehnt wie die Regenbogenpresse, ist klar. Und es kam ihr sehr zugute, dass diese Unterscheidung auch bei Jauch so stark betont wurde, vor allem von Draxler selbst. Guck mal, was die da machen, dagegen sind wir ja nun wirklich nicht schlimm.

Ohnehin profitierte “Bild” in Jauchs Runde enorm von den Vergleichen mit anderen Medien. Auch Schumachers Managerin Kehm sagte, dass sich das Blatt “im Großen und Ganzen fair” verhalten habe und dass sie andere Boulevardmedien als “sehr viel grenzwertiger” empfunden habe. Und natürlich wirkt “Bild” im direkten Vergleich nicht ganz so schlimm wie etwa der unsägliche “News”-Ticker von “Focus Online” oder die Knallblätter der deutschen oder englischen Regenbogenpresse. Aber nur weil die “Bild”-Zeitung noch genug Restskrupel hat, auf der Titelseite nicht einfach zu lügen, Schumacher sei “aufgewacht” oder es gebe ein “Wunder”, und nur weil sie nicht jedes Gerücht aufgreift, sondern auch mal eins auslässt, heißt das ja nicht automatisch, dass sie guten Journalismus macht. Es ist lediglich das kleinere Übel.

Es gibt darüber hinaus noch einen bedeutenden Unterschied zwischen “Bild” und der Regenbogenpresse, der bei solchen Vergleichen schnell unter den Tisch fällt. Dieser Unterschied wird gerade am Beispiel der rumgereichten “Bild”-Panikmache wegen der angeblichen Lungenentzündung deutlich.

Wenn die “Bild”-Zeitung etwas schreibt, dauert es nämlich nicht lange, bis andere, auch seriöse und internationale Medien aufspringen, so groß deren Zweifel auch sein mögen. Die Spekulationen der “Freizeit X” werden dagegen allenfalls von der “Freizeit Y” und der “Z für die Frau” aufgegriffen, sie verbleiben im Paralleluniversum der Regenbogenwelt und dringen nur selten ans Licht der breiten Öffentlichkeit. Auch wenn die Auflagenzahlen in diesem Segment riesig sind, erreicht ein Gerücht der Regenbogenpresse nur selten so viele Meinungsmacher wie eines, das von der “Bild”-Zeitung in die Welt gesetzt wurde.

So zieht jede große “Bild”-Schlagzeile ein riesiges Echo nach sich, das selbst dann noch hallt, wenn die ursprüngliche Meldung längst korrigiert oder widerlegt wurde.

Im Fall Schumacher klang dieses Echo unter anderem so:

Michael Schumacher - Jetzt liegt alles in Gottes Hand! - Die schwere Lungen-Entzündung - Die letzten Stunden im Krankenhaus

Dahinter steckt nichts anderes als die Falschmeldung der “Bild”-Zeitung. “die aktuelle” schreibt:

Der Feind in seinem Körper — er macht alles kaputt. Die schreckliche Schock-Nachricht aus Grenoble: Schwere Lungenentzündung. Ausgerechnet jetzt! Das Leben von Michael Schumacher, 45, steht auf Messers Schneide. Sein Schicksal liegt nun allein in Gottes Hand. Dabei hatte es doch schon so gut ausgesehen …

Diesen Artikel hätte es ohne “Bild” nicht gegeben. Viele andere Schumi-Artikel in den Regenbogenbogenblättern auch nicht. Klar: Die Redaktionen hätten sicherlich auch andere Quellen für ihre Schock-Wunder-Dramen gefunden. Aber in vielen Fällen lieferte die “Bild”-Zeitung schon genug Futter für die “Schweinepresse”.

All das erwähnte Alfred Draxler in seiner Lehrstunde über verantwortungsvollen Journalismus natürlich mit keinem einzigen Wort.

Königreich, Ehrenmal, Googleismus

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “König bei BILD – ein Märchen aus Wittenberg”
(ndr.de, Video, 6:25 Minuten)
Wie “Bild” und andere Medien einem Mann huldigen, der sich in Lutherstadt Wittenberg zum König des “Königreichs Deutschland” krönen hatte lassen.

2. “Ohne dass die Russen kommen”
(hellojed.de, moritz)
“Weg mit den Russen-Panzern!” am Sowjetischen Ehrenmal im Berliner Tiergarten, fordert eine Petition von “B.Z.” und “Bild”. Moritz antwortet: “Man kann das Denkmal ästhetisch abstoßend finden, und tatsächlich funktioniert es am besten, wenn man aus der Ansicht von Panzern und Kanonen eine Abscheu gegenüber Krieg entwickelt. Doch auch wenn wir mittlerweile die vierte und fünfte Nachkriegsgeneration erleben, steht es uns nicht zu, den Alliierten des Zweiten Weltkrieges Vorschriften über die Ehrung ihrer Toten und die Gestaltung ihrer Friedhöfe zu machen.”

3. “Kritik von unten”
(freitag.de, Matthias Dell)
Was für Erfahrungen Maren Müller, die Initiatorin der Petition “Raus mit Markus Lanz aus meinem Rundfunkbeitrag!”, mit Journalisten gemacht hat: “Die Journalisten regen sich nur auf, weil die Kritik mal von anderer Seite kommt. Von unten, von den Leuten, von denen sie leben. Es ist unverschämt, solche Dinge zu sagen: dass man den Leuten, von denen man abhängt, die Kritik verbieten will.”

4. “A German business model”
(buzzmachine.com, Jeff Jarvis, englisch)
Bezugnehmend auf den offenen Brief von Mathias Döpfner an Eric Schmidt macht sich Jeff Jarvis lustig über deutsche Printverleger, die Regulierungen für Google fordern, statt den Wettbewerb im freien Markt anzunehmen: “What a humiliating moment it must be for a powerful businessman to admit that he cannot compete in the marketplace. The entire letter struck me as an act of economic self-castration. (…) You’d think Döpfner lived in San Francisco and was a dancer in clown suit blocking Google buses. This is a call for big-government interference in the market we wouldn’t see even from the Guardian or The New York Times.”

5. “‘Enteignet Google!'”
(heise.de/tp, Markus Kompa)
Ein Kommando “Friede Springer” befinde sich im Kampf gegen den Googleismus, schreibt Markus Kompa.

6. “Storyseller – Wie Amazon den Buchmarkt aufmischt”
(arte.tv, Video, 53 Minuten)

Google, Frau aktuell, Syrien

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Die Ängste von Springer-Chef Mathias Döpfner”
(netzwertig.com, Martin Weigert)
Martin Weigert liest den heute in der FAZ veröffentlichten offenen Brief von Mathias Döpfner an Eric Schmidt: “‘Wem an einem intakten Netz gelegen ist, der muss Google kritisieren’, behauptet Döpfner. Einer der Vorkämpfer für das Leistungsschutzrecht, einem netzfeindlichen Gesetz, das niemandem etwas bringt, das Unsicherheit schafft und Innovation verhindert, erklärt den Menschen, wie sie zu einem intakten Internet kommen. Das ist, wie wenn Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un darüber plaudern würde, wie man eine erfolgreiche Demokratie aufbaut.”

2. “Wie man taz-Redakteur wird”
(blogs.taz.de, Sebastian Heiser)
Warum Redakteursstellen bei der “taz” nie öffentlich ausgeschrieben werden: “Wer als Berufseinsteiger an eine feste Stelle will, muss also erstmal fragen, wie man an eine befristete Stelle kommt.”

3. “How to Lie with Data Visualization”
(data.heapanalytics.com, Ravi Parikh, englisch)
Drei Beispiele, wie Infografiken fehlleiten können.

4. “Wer zuletzt lacht”
(topfvollgold.de, Moritz Tschermak)
“Frau aktuell” liefert ihren Lesern eine Klarstellung zu einer eigenen Fehlinterpretation. Ein Foto zeigte Helene Fischer lachend (“Sie lacht!”) statt weinend (“Bittere Tränen um ihre große Liebe!”).

5. “Evaporated”
(vanityfair.com, James Harkin, englisch)
Journalisten in Syrien: “Syria is the most dangerous place in the world for journalists. In the last three years at least 60 of them have been killed while covering the conflict there, according to the Committee to Protect Journalists. (…) A few were crazy narcissists or war-zone tourists, but most were serious reporters. Four-fifths of all journalists working in Syria, according to one estimate, are freelance and answering to no one but themselves.”

6. “Kinderleicht 02 – Dabei sein ist alles”
(juiced.de, David)
David Vogt (25) wird Vater.

Augstein und Blome, Raketentest, Walkman

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “‘Einfach einschalten wäre todesmutig'”
(taz.de, Jürn Kruse)
Oliver Kalkofe spricht über das Fernsehen: “Das Fernsehen hat uns in den vergangenen zehn bis 15 Jahren beigebracht, dass es ein toller Job sei, prominent zu sein: Man würde bewundert, auf der Straße mit Geld beworfen, und dafür müsse man nichts können – außer sich vielleicht mal auslachen zu lassen.”

2. “‘Die Bundesregierung stellt die Beziehungen zu den USA über die Privatsphäre'”
(tagesspiegel.de, Christian Tretbar und Harald Schumann)
Glenn Greenwald kritisiert das Verhalten anderer Journalisten zu den Snowden-Leaks: “Unsere führenden Kritiker sind Journalisten, die es falsch finden, Geheimnisse der US-Regierung zu veröffentlichen, obwohl genau das die Aufgabe von Journalisten ist. Es gibt eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen den führenden Medien und der amerikanischen Regierung. Die Medien prüfen und recherchieren die Behauptungen der Regierung nicht, sie verbreiten und verteidigen sie nur.”

3. “Das Ausländerproblem der Medien”
(tageswoche.ch, Jacqueline Beck)
Jacqueline Beck schreibt über den Umgang von Schweizer Medien mit Migranten: “Redaktoren, die sich auf ihre eigene Einschätzung verlassen, bewegen sich möglicherweise in einer Blase: Sie kommunizieren mit ihresgleichen, der Perspektivenwechsel ist gedanklich wie räumlich aufwendig, nicht selten fehlen dazu die Ressourcen. Wer sich an den Interessen einer vermeintlichen Mehrheit orientiert, läuft wiederum Gefahr, manche Themen zu Selbstläufern zu machen und leisere Stimmen, die ebenfalls relevant wären, zu überhören.”

4. “Augstein und Blome kochen!”
(quotenmeter.de, Rob Vegas, mit Video, 4:46 Minuten)
“Harald Schmidt hat im Twitter gesagt, dass ihm in unserer Sendung der Kochaspekt fehlt, und da möcht ich jetzt was machen”, sagt Jakob Augstein in der auf Phoenix ausgestrahlten Sendung “Augstein und Blome”. Rob Vegas schreibt dazu: “Der Fake-Account von Harald Schmidt ist keine neue Geschichte. Vielmehr weiß wohl langsam auch die letzte Bäckereifachverkäuferin, dass hinter diesem Twitterprofil Rob Vegas steckt. Doch fallen fast jede Woche wieder Journalisten und Gazetten auf die Einträge herein und halten die Einträge für echt.”

5. “Oops!… He did it again…”
(wahrheitueberwahrheit.blogspot.de)
Russische und US-amerikanische Raketentests im Vergleich.

6. “KIDS REACT TO WALKMANS (Portable Cassette Players)”
(youtube.com, Video, 7:23 Minuten, englisch)

SDA, Demut, Krimkrise

6 vor 9

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1. “Ruhe im Regenbogen: Ein bescheidener Vorschlag”
(topfvollgold.de, Torsten Dewi)
Torsten Dewi fordert einen “verpflichtenden Kodex für die Klatschpresse” und präsentiert einen Entwurf in acht Punkten. Zusätzlich schlägt er “die Bildung einer unabhängigen Schiedsstelle für das deutsche Pressewesen” vor.

2. “Journalismus braucht Wut und keine Demut!”
(jensrehlaender.tumblr.com)
Nicht mehr Demut, sondern mehr Wut müssen Journalisten haben, findet Jens Rehländer: “Der wachsende Druck, der auf den Berichterstattern lastet – immer mehr Schlagzeilen in immer kürzerer Zeit, immer mehr Konkurrenz auf immer mehr Kanälen – spielt den Eliten in die Hand. Sie haben kapiert, wie man Journalisten instrumentalisiert und manche auch als Steigbügelhalter missbraucht, um mit den eigenen Themen ganz groß rauszukommen. Nie war die Macht der Medien fiktiver als heute.”

3. “Medienhaus erwägt Klage gegen SDA”
(persoenlich.com, lmy)
Die Nachrichtenagentur SDA braucht vier Meldungen, um das Jahresergebnis des Ringier-Verlags korrekt zu vermelden, weshalb Ringier gemäss Medienstelle derzeit erwägt, Klage einzureichen. Siehe dazu auch ein Kurzinterview mit dem SDA-Chefredakteur, Bernard Maissen.

4. “Der Roboterjournalismus kommt nach Deutschland”
(robotergesetze.com, Boris Hänßler)
Die Stuttgarter Firma Aexea habe eine “erste deutschsprachige Software auf den Markt gebracht, die Journalisten Routinejobs abnimmt und aus Daten sekundenschnell journalistische Texte generiert”, schreibt Boris Hänßler.

5. “Wie Putin spaltet”
(zeit.de, Bernd Ulrich)
Bernd Ulrich widmet sich der Frage, wieso Politik und Medien die Krimkrise ganz anders beurteilen als die Bürger: “Die Mehrheit empfindet offenbar nicht nur gegenüber Washington diese unheilvolle Mischung von fremder Anmaßung und eigener Ohnmacht, sondern auch gegenüber Brüssel. In Fall der Krimkrise kommt beides zusammen.”

6. “Fesselt Euch nicht”
(perlentaucher.de, Ina Hartwig)
Ina Hartwig zur Debatte, wie man mit Bildern von nackten Kindern umgehen soll. “Wir streiten nicht über Kinderpornographie. Das Verbot steht in keiner Weise zur Disposition. Wir streiten über einen sittlichen Rigorismus, der zwischen Kinderpornographie und legalen Abbildungen nackter Kinder nicht mehr unterscheiden will.”

Misstrauen, Nikolaus Brender, Bild.de

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1. “Pitbulls der Demokratie”
(blog.tagesanzeiger.ch, Constantin Seibt)
In einem langen Beitrag denkt Constantin Seibt nach über die Wirkungsweise von Journalisten und das Misstrauen in das “ausgelaugte Bürgertum”: “Misstrauen ist heute keine ausreichende Haltung mehr. Weder politisch noch künstlerisch. Das Problem ist, dass sich die Macht aufgespalten hat: In eine Elite, deren Verdienst nicht auf der Höhe ihres Gehalts ist. Und eine Anti-Elite, die versucht, klein zu machen, was zu kriegen ist. Zwei Lager, zu denen man nicht gehören will.”

2. “Willkommen in der Ära des selbstbewussten Digital-Journalismus”
(upload-magazin.de, Jan Tißler)
Jan Tißler stellt neue Websites vor, die mit anspruchsvollen Inhalten bei den Lesern punkten wollen. “Das Internet bietet Platz für alle Formen der Berichterstattung – sensationsheischend oder bedacht, kurz oder lang, bebildert oder textlastig, interaktiv erzählt oder klassisch. Es wird Zeit, dass alle diese Möglichkeiten genutzt werden und nicht nur die, die viele Klicks bringen.”

3. “Die Öffentlich-Rechtlichen – mit Nikolaus Brender – Jung & Naiv: Folge 140”
(youtube.com, Video, 40:52 Minuten)
Tilo Jung befragt Ex-ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender zu den Öffentlich-Rechtlichen.

4. “Moritz Tschermak – Blogger”
(ardmediathek.de, Video, 11:37 Minuten)
Moritz Tschermak vom Klatschpresse-Watchblog “Topf voll Gold” zu Gast in der Talkshow “3 nach 9”.

5. “Nachrichtensites: Bild.de führt in (fast) allen Disziplinen”
(netzoekonom.de, Holger Schmidt)
Holger Schmidt vergleicht Leserzahlen deutscher Nachrichtenportale: “Fast überall weist Bild.de die besten Werte auf: Die Nutzer bleiben besonders lange, sind besonders treu und klicken besonders viele Seiten an.”

6. “‘BILD IST SCHEIßE!’: Wenn der Twitterfeed zu Schumacher nach hinten losgeht”
(meedia.de, Marvin Schade)

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