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Unternehmer, Unabhängigkeit, Penny-Auktionen

1. “Inside PBN”
(juliane-wiedemeier.de)
“Für wahre redaktionelle Freiheit muss man selber gründen”, schreibt Juliane Wiedemeier von den Prenzlauer Berg Nachrichten: “Ich war dabei, als ein großer Anzeigenkunde absprang, nachdem ich seine Scheckübergabe als nicht berichtenswert eingestuft hatte. Trotzdem gab es über die redaktionelle Entscheidung keine Diskussion. Anderswo habe ich das anders erlebt.” Siehe dazu auch “Das Ende des Hypes” (taz.de, Anne Fromm) und “Handreichung zum Umgang mit dem Troll” (thomastrappe.wordpress.com).

2. “Journalismus ist reiner Luxus”
(persoenlich.com, René Zeyer)
René Zeyer ist freier Journalist in der Schweiz: “Meine Unabhängigkeit erkaufe ich mir damit, dass ich schon seit vielen Jahren zu den ‘Verrätern’ gehöre, die kommunikative Strategien und Konzepte im Sold von Auftraggebern verfassen, als selbständiger Kleinstunternehmer. Da ich das Privileg habe, mir diese auch nach diesem Kriterium aussuchen zu können, hat es noch nie einen Versuch gegeben, meine journalistische Tätigkeit zu beeinflussen, zu steuern, zu instrumentalisieren.”

3. “Der ledige Bauer und der Service public”
(nzz.ch, Dominik Kaiser)
TV-Unternehmer Dominik Kaiser fragt, was sein Unternehmen vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen unterscheidet: “Durch unsere Sendung ‘Bauer, ledig, sucht!’ haben wir unzählige glückliche Paare zusammengebracht. Vierzehn Paare haben gar geheiratet, und 17 Babys sind zur Welt gekommen. Gibt es stärkere Beweise für den Service-public-Charakter einer Sendung? Die Nachhaltigkeit ist offensichtlich. Demgegenüber zeigt SRF 1 Dok-Sendungen wie ‘Liebesglück in Odessa – von der Suche nach der Traumfrau’, ‘Beruf Domina, das Geschäft mit Lust und Peitsche’, ‘Oh Boy – Wenn Frauen jüngere Männer lieben’ oder ‘Callboys – Männer für gewisse Stunden’. Ist das kein Boulevard?”

4. “Puppen ohne Ende”
(tokyofotosushi.wordpress.com, fritz)
Fritz Schumann reflektiert seine immer noch von neuen Medien aufgenommene Videoarbeit “The Valley of Dolls”: “Ich würde sie nicht als meine beste Arbeit bezeichnen wollen, aber es ist definitiv die erfolgreichste. Es hat Türen geöffnet und war ein gewisser Wendepunkt für mich als junger Journalist. Ich konnte lernen, wie die Medienlandschaft heute funktioniert. Ich habe auch verstanden, dass eine Geschichte, die keiner am Anfang haben will, nicht schlecht sein muss. Nirgends, wo ich sie angeboten hatte, wurde sie genommen. Alle Veröffentlichungen oder Verkäufe konnten nur entstehen, weil das Video ein Selbstläufer online war.”

5. “Wie deutsche Medien unwissentlich für rechtswidrige Abzock-Seiten werben”
(om8.de, Johannes Haupt)
Warnung vor und Werbung für Angebote: “Teilweise finden sich Warnungen für Penny-Auktionen und Werbung dafür sogar auf exakt der gleichen Seite. So gibt es in einem alten Stern-Artikel, Titel ‘Abgezockt beim Höchstgebot’, einen Text-Bild-Anzeigeblock des Vermarkters Ligatus, bei dem MadBid offenbar ein gern gesehener Werbekunde ist.”

6. “Der Böse ist immer der griechische Finanzminister”
(stefan-niggemeier.de)
Siehe dazu auch “Waterboarding für den gemeingefährlichen Irren! Deutsche Journalisten über Claus Weselsky” (stefan-niggemeier.de).

Fünf Jahre alter Steuersünder-Pranger in der Schweiz entdeckt

Eine Nachricht aus der Schweiz versetzt die deutsche Medienlandschaft seit Sonntag in Aufruhr:

Die “Tagesschau” hat gestern über die Sache berichtet die “Tagesthemen” auch, ebenso “ZDF heute”, das “heute Journal”, “RTL aktuell”, die dpa, “Spiegel Online”, Bild.de, die “Huffington Post”, “Focus Online”, FAZ.net, Web.de, News.de, “RP Online”, die Online-Auftritte von “Stern”, “Handelsblatt”, n-tv, N24, Deutschlandfunk, “Berliner Morgenpost”, “Welt” und so ziemlich jedes andere Medium in Deutschland.

Fast alle von ihnen berufen sich auf die Schweizer “Sonntagszeitung” und behaupten, dass die Schweizer Steuerverwaltung “jetzt” damit “begonnen” habe,

die Namen möglicher deutscher und anderer ausländischer Steuerbetrüger im Internet zu veröffentlichen.

Bloß: Das stimmt gar nicht. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) veröffentlicht solche Namen nicht erst seit Neuestem und schon gar nicht “erstmals” (Bild.de), sondern bereits seit fünf Jahren — für jedermann zugänglich im Internet.

Ein Beispiel: So klingen die Mitteilungen, die vor ein paar Tagen vom ESTV veröffentlicht wurden und über die jetzt alle schreiben:

Um die Geltendmachung des rechtlichen Gehörs zu ermöglichen, fordert die ESTV [Vorname Nachname], geboren am [Geburtsdatum], spanischer Staatsangehöriger, auf, ihr innerhalb von zehn Tagen ab Publikation der vorliegenden Mitteilung eine zur Zustellung bevollmächtigte Person in der Schweiz zu bezeichnen beziehungsweise eine aktuelle Adresse in der Schweiz mitzuteilen.

Ein Blick ins Bundesblatt-Archiv zeigt jedoch, dass es ähnliche Mitteilungen schon lange gibt, zum Beispiel die folgende, fast wortgleiche Meldung vom Juni 2013 (damals sogar noch mit Adresse):

[…] hat die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) in [Vorname Nachname], geb. [Geburtsdatum], letzte bekannte Adresse: [Adresse], Spanien, am 4. Juni 2013 die folgende Mitteilung erlassen:
– [Vorname Nachname] wird hiermit durch die ESTV aufgefordert, innert 10 Tagen ab Publikation der vorliegenden Mitteilung eine zustellungsbevollmächtigte Person, einen Vertreter oder eine Vertreterin in der Schweiz zu bezeichnen.

So verfährt die ESTV schon seit mindestens 2010. In ihrem Archiv finden sich etliche solcher Mitteilungen samt Klarnamen, Geburtsdaten, Staatsangehörigkeiten und Adressen.

Was also ist jetzt das Neue an der Geschichte? Nichts.

Aus unserer Sicht ist da gar nichts neu

teilte uns auch ESTV-Sprecher Patrick Teuscher auf Nachfrage mit. Geändert habe sich an der Praxis nichts.

Der einzige Unterschied zu früher sei, dass inzwischen deutlich mehr Amtshilfegesuche gestellt werden: 2014 erreichten das ESTV insgesamt über 2700 Anfragen von ausländischen Behörden, in den Jahren davor waren es jeweils nur halb so viele. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Namen der Betroffenen auch früher schon im Internet veröffentlicht wurden. Im Übrigen sei es auch nicht korrekt, die Betroffenen gleich als “Steuersünder” zu bezeichnen. Dass ihre Namen dort auftauchen, heiße erstmal nur, dass es steuerliche Unklarheiten gibt.

Eine (oder: die einzige) mögliche Erklärung dafür, warum die deutschen Medien jetzt plötzlich über die Namensveröffentlichung berichten, ist das geschickte Händchen von Arthur Rutishauser, dem Chefredakteur der Schweizer Sonntagszeitung. Der hatte die Story (geschrieben von ihm persönlich) am Sonntag auf der Titelseite gebracht …

… und so getan, es handele sich um eine Neuigkeit:

Jetzt veröffentlicht die Behörde die Namen von Betroffenen im Bundesblatt, das im Internet für jedermann zugänglich ist.

Mit ihrem Vorgehen brechen die Behörden beim Bankgeheimnis ein weiteres Tabu, denn jetzt ist nicht nur für den ausländischen Fiskus einsehbar, wer ein Problem mit den Steuerbehörden hat, sondern für alle.

Einst wurden Bankkundennamen gehütet wie Staatsgeheimnisse, bis heute steht ihre Weitergabe unter Strafe. Doch neuerdings stellt sie die eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) zu Dutzenden ins Netz.

(Hervorhebung von uns.)

Praktischerweise lieferte Rutishauser (der ab Frühjahr übrigens auch die Chefredaktion des „Tages-Anzeigers“ übernehmen wird) den deutschen Medien auch gleich einen deutschen Aufhänger …

…, den die Journalisten natürlich dankbar aufgriffen. Und immer schön mit Verweis auf die vermeintlichen Enthüller der “Sonntagszeitung”.

So tingelt die Geschichte seit Tagen ungeprüft durch nahezu alle deutsche Medien. Dabei hätten die Journalisten durch einen kurzen Anruf bei der Steuerverwaltung oder einen Blick ins Bundesblatt-Archiv ganz einfach selbst herausfinden können, dass die Neuigkeit eigentlich gar keine ist.

Mit Dank an Matthias M.!

Nachtrag, 27. Mai: Ein paar Journalisten haben zwischendurch dann doch noch ihren Job gemacht: Die dpa erwähnte am Montag in einer Meldung, dass im Bundesblatt-Archiv „auch Fälle aus den vergangenen Jahren zu finden“ seien. Gestern schrieb sie dann, dass sich die Sache „bei näherem Hinsehen“ als „alter Hut“ erweise. Warum sie nicht schon vorher näher hingesehen hat, schreibt sie aber nicht.

Auch die „Süddeutsche Zeitung“ hat tatsächlich selbst recherchiert und schrieb in der Ausgabe von gestern:

Wie unbekannt diese [Veröffentlichungs-]Praxis ist, lässt sich gut daran ablesen, dass das Verfahren nach SZ-Recherchen tatsächlich schon mindestens seit Anfang 2012 läuft. Ohne mediale Reaktion. Und es wäre wohl auch länger unentdeckt geblieben, wäre nicht ein Redakteur der Sonntagszeitung darauf gestoßen.

Online steht es bei der “Süddeutschen” allerdings immer noch falsch.

2. Nachtrag: Claus Kleber hat im “heute journal” (ab 9:06) gestern so eine Art Korrektur Rechtfertigung versteckt. Mehr über die traurige Verschlimmbesserung bei Stefan Niggemeier.

Troika, Rabauke, WDR

1. “‘Wenn man den Mächtigen nach dem Maul schreibt, bekommt man die besseren Honorare'”
(heise.de/tp, Marcus Klöckner)
Dokumentarfilmer Harald Schumann sieht “auf der supranationalen Ebene eine Form von Macht” heranwachsen, “die sich der demokratischen Kontrolle entzieht und damit auch der Kontrolle durch die Medien”: “Als wir unsere Doku gedreht haben, haben sich die relevanten Leute von allen drei Institutionen der Troika konsequent verweigert und keine Interviews gegeben. Und zwar organisiert verweigert! Das habe ich in 32 Jahren Journalistenleben zum ersten Mal erlebt, dass sich die verantwortlichen Presseleute der Institutionen miteinander verabreden und sagen, mit denen reden wir nicht.”

2. “Guter Journalismus braucht mehr Verschwörungstheoretiker”
(lousypennies.de, Stephan Goldmann)
Stephan Goldmann hätte gerne Fragen, die auf anderen Websites aufgeworfen werden, von Journalisten der etablierten Medien nachrecherchiert: “Ich rede von misstrauischen und hungrigen Reportern, die auch mal einen Monat Zeit für eine Geschichte haben. Kein hyperventilierender Huschhusch-Journalismus mehr. Solange das nicht stattfindet, muss man sich nicht wundern, dass die Aluhut-Chemtrail-Fraktion mehr und mehr den Diskurs bestimmt.”

3. “Zum Abschuss freigegeben”
(nordkurier.de, Jürgen Mladek)
Aufgrund der Schlagzeile “Rabauken-Jäger erhitzt die Gemüter” wird ein Journalist von einer Richterin am Pasewalker Amtsgericht zu einer Zahlung von 1000 Euro verpflichtet: “Selbst wenn ein Reporter ein Verhalten als unangemessen charakterisieren wolle, dürfe er dazu keine derartigen Formulierungen benutzen. Konkret führte sie aus, dass man ein Kind noch als Rabauke betiteln könne, ein Erwachsener sich eine solche Formulierung aber nicht gefallen lassen müsse. Der Berichtsauftrag rechtfertige eine so ‘pfeffrige und scharfe’ Wortwahl nicht. (…) Und weiter: ‘Ich wäre auch erbost, wenn ich als Rabauken-Richterin bezeichnet werden würde.'”

4. “Millionen ohne Gegenleistung”
(agdok.de)
In einem Brief an Tom Buhrow, den Intendanten des WDR, verlangt Thomas Frickel Aufklärung über einen Vertrag, “den die WDR Media Group seinerzeit in Zusammenhang mit Thomas Gottschalks Vorabend-Show geschlossen hat.”

5. “Ein Jahr danach: Die positiven Folgen des SWRinfo-Fake”
(fair-radio.net, Lennart Hemme)
Lennart Hemme schreibt über “Leitlinien zum Umgang mit Interviews” die sich der SWR verordnet hat: “Schade ist, dass es dafür erst einen massiven Betrug am Hörer brauchte. Gut ist, wenn diese Regeln jetzt tatsächlich gelebt werden. Toll wäre, wenn andere Sender sich diese Leitlinien zum Beispiel nähmen.”

6. “Schluss mit Gruss!”
(medium.com/@oswaldmartin)

Bild  

Die Griechenland-Blasen von “Bild”

Gestern hat “Bild”-Chef Kai Diekmann seine Twitter-Freunde um Rat gebeten:

Manche Vorschläge hatten mit Angela Merkels Kette zu tun, manche mit Haste-mal-nen-Euro-Fragen, manche mit Ouzo. Also richtig um die Ecke gedacht.

Kai Diekmann muss von den Vorschlägen ebenfalls so begeistert gewesen sein, dass er ganze zwei genommen hat. Und die auch nicht im Original, sondern nur in modifizierter Form. Einen dritten Merkel-Tsipras-Dialog mit dem Themenschwerpunkt Feta (hihi) hat sich dann noch seine Redaktion ausgedacht. Und schon war die Geschichte druckreif: Heute hat sich Diekmann bei Twitter für die Vorschläge bedankt (explizit auch bei @SOSOJAJAde, der die Idee mit den zinslosen ESC-Punkten hatte und dem seine Krönung durch “Bild” mächtig peinlich ist):

Dabei gab es noch viel tollere Ideen, die es aber aus irgendeinem Grund nicht ins Blatt geschafft haben:

Bunte, Verräter, Mehrfachfragen

1. “Wie wir Jürgen Klopp fast zu Real gebracht hätten”
(deutschlandfunk.de)
Fußball: “Radio Deutschland” meldet angeblich, dass Jürgen Klopp einen Vertrag bei Real Madrid unterschrieben habe.

2. “Depressiv werden in den Medien: Vom Schreiben ins Schweigen”
(kress.de, Sophia-Therese Fielhauer-Resei)
Sophia-Therese Fielhauer-Resei schreibt einen Text über Depressionen. Und über die Arbeitsbedingungen bei der Zeitschrift “Bunte” 1993: “Chefredakteur Franz Josef Wagner brüllt und schreit so tief, dass die Wände wackeln, Wagner schmeißt das Magazin kurz vor Druck komplett um, kündigt Mitarbeiter um vier Uhr morgens und erinnert sich am gleichen Vormittag nicht mehr daran. Wagner glorifiziert den Autoren Helge Timmerberg, der zumeist in Havanna oder Marrakesch sitzt – ein Großteil dessen, was die Stammbesetzung schreibt, wird nach Kuba und Marokko gefaxt, auf der Schreibmaschine von ihm umgedichtet und retour gefaxt. Das Selbstwertgefühl von Teilen der Redaktion leidet erheblich.”

3. “Seitenwechsler, Verräter: Lieber Christof Moser”
(davehertig.com)
Dave Hertig schreibt an Christof Moser, der Journalisten, die in PR-Abteilungen wechseln, als “Verräter” bezeichnet hatte. “Die meisten Journalisten, die auf der aus deiner Sicht ‘guten Seite’ arbeiten, sind eine Blackbox. Ob sie selbständig und unabhängig denken und nicht auch ein bisschen gekauft und gesteuert sind, das werde ich nie erfahren. Als Leser weiss ich nicht, wem ich vertrauen kann.”

4. “Ein Plädoyer gegen Mehrfachfragen”
(abzv.de, Tim Farin)
Warum Mehrfachfragen nicht zielführend sind: “Man könnte schon verwirrt reagieren, oder? Es könnte aber auch sein, dass man so etwas schon kennt – und nur auf die Frage antwortet, die einem gerade mehr in den Kram passt. Nach dem Motto: Ich suche mir aus, worauf ich antworte.”

5. “Marie, 19, Instagram-Star”
(gruenderszene.de, Hannah Loeffler)
Ein Interview mit Marie von Behrens, deren Instagram-Konto mvb412 derzeit 88000 Abonnenten hat.

6. “Adel royale – Königliche Berichterstattung”
(youtube.com, Video, 3:36 Minuten)

Dauerfeuer der Halbwahrheiten

Seit Mitte vergangener Woche zieht eine neue Horrorstory aus Nordkorea ihre Kreise durch die westliche Medienwelt. Bild.de fasst sie so zusammen:

Schon wieder eine brutale Hinrichtung in Nordkorea.

Verteidigungsminister Hyon Yong Chol ist laut einem Agenturbericht abgesetzt und hingerichtet worden. (…)

Grund: Der Minister war (…) dabei ertappt worden, wie er bei offiziellen Militärveranstaltungen eindöste. Außerdem habe er Kim Widerworte gegeben.

Besonders brutal: Die Exekution wurde den Angaben zufolge mit Flakfeuer vollzogen.

Die Geschichte war am Mittwoch zuerst von der südkoreanischen Agentur Yonhap in die Welt gesetzt worden, die sich auf den südkoreanischen Geheimdienst NIS berief. Hierzulande wurde sie dann von den Agenturen AFP, AP, Reuters und dpa verbreitet.

Und wie das mit Horrormeldungen aus Nordkorea so ist, übernahmen so ziemlich alle die Geschichte und ließen bis auf ein paar vereinzelte „offenbar“s und „soll“s kaum einen Zweifel an ihrem Wahrheitgehalt:




(Screenshots von “Focus Online”, Express.de, News.de, “T-Online”, Web.de, “RP Online”, den “Deutschen Wirtschafts Nachrichten”, “Zeit Online”, “Spiegel Online”, Heute.de, Stern.de, den Seiten der “Kölnischen Rundschau”, der “Wirtschaftswoche”, der “Süddeutschen Zeitung”, der “Tagesschau”, des “SRF”, des “Tagesanzeigers”, der “Thüringischen Landeszeitung”, des “Deutschlandfunks”, des “Handelsblatts”, des “Tagesspiegels”, der “Mitteldeutschen Zeitung”, des “Kuriers”, der “Aargauer Zeitung”, des “Südkuriers”, der “Sächsischen Zeitung”, der “FAZ” und der “NZZ”. Auflistung sicherlich unvollständig.)

Und wie das mit Horrormeldungen aus Nordkorea ebenfalls so ist, stellte sich kurze Zeit später heraus: Stimmt (wahrscheinlich) doch nicht.

Am Tag nach Bekanntwerden der Story meldete die AFP:

Südkorea relativiert Angaben zu Exekution nordkoreanischen Ministers

Südkoreas Geheimdienst hat am Donnerstag zuvor kolportierte Angaben zur Absetzung und Hinrichtung des nordkoreanischen Verteidigungsministers Hyon Yong Chol relativiert. Hyon sei zwar entlassen worden, sagte ein Sprecher des Geheimdiensts NIS der Nachrichtenagentur AFP. Auch gebe es Geheimdienstberichte, denen zufolge er hingerichtet worden sein könnte. “Dies konnte aber noch nicht verifiziert werden”, sagte der Sprecher.

Also doch wieder nur ein unbestätigtes Konjunktivkonstrukt aus irgendeiner geheimen Quelle, das von den Medien fälschlicherweise als Tatsache dargestellt wird.

Nun wäre das nicht ganz so schlimm, wenn die Journalisten, die solche Geschichten rumposaunen, wenigstens auch bei der Richtigstellung so eifrig bei der Sache wären. Doch die Meldung vom Rückzieher des Geheimdienstes hat es nur in die wenigsten deutschen Medien geschafft (bisher haben wir ganze vier gezählt). Auch von den Agenturen, die die Story wie wild verbreitet hatten — allein die dpa hat sieben Texte dazu rausgehauen –, hat (bis auf die AFP) keine darüber berichtet, dass der Geheimdienst zurückgerudert ist.

Wahrscheinlich wird die Story nun also Teil des schaurig-bunten Nordkorea-Horror-Pools, aus dem sich die Medien alle paar Monate bedienen (“So grausam richtet der Diktator seine Minister hin”), wenn das nächste Gerücht die Runde macht. Da hat die dpa anlässlich der Flak-Geschichte sogar die Nummer mit dem von Hunden zerfleischten Onkel wieder rausgefischt, die (wie die dpa an anderer Stelle selbst schreibt) in Wirklichkeit eine Satiremeldung war. Auch die von der vergifteten Tante wird aufgezählt, obwohl sie (wie die dpa an anderer Stelle ebenfalls selbst schreibt) vom südkoreanischen Geheimdienst als grundlos zurückgewiesen wurde.

Fakten und Fiktion werden gefährlich vermischt, aber es gibt sich auch kaum jemand die Mühe, das zu verhindern. Auch in der Flak-Sache hätten die Journalisten mit ein bisschen Recherchewillen schon früh stutzig werden können, denn es gab bereits kurz nach der Veröffentlichung konkrete Zweifel an der Geschichte. So berichteten unter anderem die „New York Times“ und der „Guardian“ schon am Mittwoch (also an dem Tag, als die Meldung aufkam) über Cheong Seong-chang vom südkoreanischen Sejong Institute, der die Authentizität des Berichts infrage stellte. Der Verteidigungsminister sei kürzlich noch im nordkoreanischen Fernsehen zu sehen gewesen — normalerweise würden abgesetzte und hingerichtete Offizielle aber sofort aus allen TV-Bildern entfernt. Außerdem sei sein Name am 30. April (seinem angeblichen Hinrichtungstag) in der Tageszeitung des Regimes veröffentlicht worden.

„Das bedeutet, er war bis zum 29. April nicht verhaftet,“ sagte [Cheong Seong-chan]. „Das bedeutet, er wurde am 30. April verhaftet und am selben Tag hingerichtet. Das ist schwer zu glauben, es sei denn, er hat etwas Ungewöhnliches versucht, zum Beispiel ein Attentat auf Kim Jong-un.“

Hierzulande hat sich nur Welt.de ausführlich mit diesem Kritikpunkt beschäftigt. Die AFP erwähnte die Zweifel des Analysten am Mittwoch immerhin am Rande und zitierte ihn mit den Worten, der Bericht sei “unüberlegt”; es handele sich um “wackelige, unbestätigte Geheimdienstberichte”.

Dieses Zitat steht auch beim „Guardian“. Da geht es allerdings noch weiter:

He added: “It needs to be verified, but is already being reported as fact by the media, which only adds to the confusion.”

In deutschen Medien sucht man diesen Satz vergeblich.

Mit Dank an Erik H.

Gemüse, Jürgen Domian, Monitor

1. “Es ist etwas faul mit den Medien dieses Landes”
(derstandard.at, Helge Fahrnberger)
Helge Fahrnberger schreibt über Medien in Österreich: “In Zeiten, in denen die direkte Demokratie ausgebaut werden soll, frage ich mich: Wie kann das funktionieren? Wie soll die Bevölkerung eine Entscheidung treffen, wenn Massenmedien die Öffentlichkeit nicht informieren, sondern vorsätzlich manipulieren, und die, die das nicht tun, dazu schweigen? Wer kontrolliert die vierte Gewalt, wenn sie das nicht selbst tut?”

2. “Stefanie Heinzmann – Inzestopfer oder einfach nur dumm?”
(dearswisspeople.com)
Der Artikel “Stefanie Heinzmann: Liebt sie ihren Bruder?” (nzz.ch, Claudia Schumacher): “Dieser Beitrag ist wirklich die billigste Form von Boulevardjournalismus und einer solchen Publikation nicht würdig.”

3. “Kraut- und Rübenreporter”
(ackerbaupankow.blogspot.de)
Der Artikel “Von der Schwierigkeit, legal gutes Gemüse zu finden” (krautreporter.de, Theresa Bäuerlein): “Man bekommt in den Supermärkten inzwischen sehr schmackhafte Cocktailtomaten, die es auch mit meinen Gartentomaten aufnehmen können. Nur die Fleischtomaten sind weitgehend Ausfälle (das kann aber kaum an EU-Normen liegen, da man z.B. in Frankreich auch schöne Fleischtomaten auf dem Markt kriegt). Hier hätte ich es spannend gefunden, wenn man bei Einkäufern von Großmärkten recherchiert und nicht nur einen Gemüsehändler nebenan gefragt hätte. Wahrscheinlich hätte man dann ein paar spannende Dinge erfahren, genauso wie man sicher schlauer geworden wäre, wenn man mit ein paar Leuten, die im großen Stil Tomaten anbauen, über den Markt gesprochen hätte.”

4. “Platter Versuch, einen Mythos zu demaskieren”
(deutschlandradiokultur.de, Alexander Kohlmann)
Alexander Kohlmann schaut sich das Theaterstück “Wir sind Günter Wallraff!” im Schauspiel Hannover an: “Indem die Autoren von den Missständen bei ‘Bild’ bis zur Ausbeutung der Arbeiter im 19. Jahrhundert alles über einem Kamm scheren, bagatellisieren sie in Wahrheit die Auswüchse, denen Wallraff mit Schauspiel begegnete. Es ist gerade diese Form der Verweigerung jeglicher Differenzierung, die wesentlich restaurativer daherkommt, als die angeprangerte Mitarbeit Wallraff innerhalb der marktwirtschaftlichen Gesellschaftsordnung.”

5. “Das WDR-Politmagazin ‘Monitor’ besteht 50 Jahre”
(medienkorrespondenz.de, Reinhard Lüke)
Das TV-Magazin “Monitor” wird 50 Jahre alt und konnte das Durchschnittsalter seiner Zuschauer kürzlich von 64 auf 62 Jahre senken. Redaktionsleiter und Moderator Georg Restle: “Sobald wir bei den Marktanteilen mal unter die Zehn-Prozent-Marke geraten, wird von der Medienkritik immer wieder die Daseinsberechtigung der Magazine in Frage gestellt.”

6. “‘Von Natur aus ein Einzelgänger'”
(taz.de, Christine Stöckel)
Ein Interview mit Jürgen Domian: “Ich hatte immer zwei Leitsätze: Es darf nicht pornografisch sein und es darf nie um die bloße Sensation gehen. So kam es, dass ich in der Sendung ein fast viertelstündiges Interview zum Thema ‘Fisten’ geführt habe. Der Anrufer war schwul und von Beruf Arzt. Eine perfekte Mischung.”

NonstopNews, Seymour Hersh, Instant Articles

1. “Breaking News in Delmenhorst”
(ndr.de, Video, 29:17 Minuten)
Julian verbringt sieben Tage mit Blaulicht-Reportern der TV-Agentur NonstopNews aus Delmenhorst.

2. “‘Laut einem Medienbericht’ – wie Nonsense aus der ‘Bild’ die Roaming-Debatte bestimmt”
(blog.lehofer.at)
Hans Peter Lehofer beschäftigt sich mit einer von anderen Medien aufgegriffenen “Bild”-Story. “Wäre es wirklich zuviel verlangt, einmal kurz eine Suchmaschine zu bedienen, um die Behauptungen der ‘Bild’ zu überprüfen, vor allem wenn sie schon beim ersten Blick unglaubwürdig sind? Hätte nicht irgendjemand auf die Idee kommen können, sich das ‘Geheimpapier’ einmal anzuschauen?”

3. “The media’s reaction to Seymour Hersh’s bin Laden scoop has been disgraceful”
(cjr.org, Trevor Timm, englisch)
Wie Journalisten auf das Stück “The Killing of Osama bin Laden” von Seymour Hersh in der “London Review of Books” reagiert haben: “This is not to say all the assertions contained in Hersh’s story are accurate. Some may turn out not to be true; I simply don’t know. But neither do any of Hersh’s critics, because, unfortunately, the flippant blog posts dismissing Hersh out of hand outnumber follow-up reporting on his stories by about 50 to one.” Siehe dazu auch “Podcast Extra: Seymour Hersh” (onthemedia.org, Audio, 22 Minuten, englisch).

4. “Secrets of the Brussels media machine”
(thepressproject.net, Nikos Sverkos, englisch, 2. Mai)
Nikos Sverkos schreibt über die Medien in Brüssel: “In terms of collection and distribution of news, the main players in the system are the three major European-level media outlets: the agencies Reuters and Bloomberg, and the Financial Times newspaper. Whatever this group reports, all other media outlets in Europe rush to reproduce. Thus – intentionally or not – articles published by the group are spread widely.”

5. “Bitte benutzen Sie den Lieferanteneingang”
(faz.net, Michael Hanfeld)
Michael Hanfeld kritisiert eine Kooperation von “Spiegel” und “Bild” mit Facebook, Instant Articles: “Facebook wird zum Verleger – mit den Inhalten anderer, die sich auch noch darüber freuen, dass sie ihre Werke kostenlos abgeben dürfen. Man muss sich das entsprechende Werbevideo von Facebook antun: Da sehen wir Journalisten mit Stockholm-Syndrom, die mit glänzenden Augen erzählen, wie schnell ihre Story bei Facebook aufpoppt. Als wäre das ein Gnadenerweis, als gäbe es außerhalb von Facebook kein Leben in der Online-Welt.” Siehe dazu auch “könige, kaiser und lakaien” (wirres.net, Felix Schwenzel) – in dem der Text von Hanfeld als “ein schneller, hingekotzter aufregertext” beschrieben wird.

6. “Funkstille für Rundfunkjournalisten!”
(prinzessinnenreporter.de, Elke Wittich)
Printjournalistin Elke Wittich erzählt von Erfahrungen, die sie mit Hörfunkjournalisten gemacht hat: “Guten Tag, ich bin Frau Dingens vom wichtigen Rundfunksender Sowieso und ich habe mit großer Begeisterung Ihren Artikel gelesen. Ach so, nein, ich möchte Sie nicht interviewen, ich mache selber einen Beitrag zum Thema, könnten Sie so nett sein und mir die Kontaktdaten derjenigen geben, mit denen Sie gesprochen haben, danke. Nein, jetzt, können Sie nicht später Ihre Deadline einhalten/in Urlaub fahren/wasimmer, es ist wirklich dringend? Und super wäre es, wenn Sie mir eben sagen, welche Aspekte Sie für besonders wichtig halten, vielleicht so als kurze Gliederung.”

Thomas Schaaf, Wait But Why, Malawi

1. “Verifizieren – die journalistische Schlüsselqualifikation”
(get.torial.com, Bernd Oswald)
Bernd Oswald stellt Sessions vor, die sich an der re:publica mit dem Verifizieren von Inhalten befasst haben: “In Zeiten, wo die Gier nach schnellen Informationshäppchen und Aktualisierungen stetig steigt, ist eine saubere Verifizierung um so wichtiger.”

2. “Millionen Klicks – mit 3 Mitarbeitern und 100 Artikeln: Wie Wait But Why den Online-Journalismus neu erfindet”
(t3n.de, Martin Weigert)
Martin Weigert stellt die Website “Wait But Why” vor: “Tim Urban publiziert immer dann einen Artikel, wenn er einen fertig hat. Und da viele der Stücke viele tausend Worte umfassen (der Text über Elon Musk liegt bei rund 6.500), können mitunter mehrere Wochen vergehen, bis Leser einen neuen Beitrag bei WBW finden.”

3. “Frischer Wind von unten”
(journafrica.de, Deogracias Kalima)
Vier Journalisten in Malawi gründen eine private Nachrichtenagentur: “Chefredakteur Paul Akomenji schwört, dass LINA politische Einflussnahme als Folge finanzieller Zuwendungen nicht in Kauf nehmen werde – eine Andeutung dafür, dass es solche Zuwendungen sind, die freie und lebendige Medien vernichten. ‘Ehe wir uns von Politikern unterstützen lassen, schließen wir lieber’, sagt Akomenji nachdrücklich. Stattdessen wollen sie unabhängige Organisationen um Unterstützung zu bitten: Botschaften, internationale Organisationen und die Geschäftswelt zum Beispiel, nicht aber Politiker.”

4. “‘Wir brauchen eine öffentlich-rechtliche Suchmaschine'”
(telemedicus.info, Fabian Rack)
NDR-Verwaltungsratsmitglied Dagmar Gräfin Kerssenbrock fordert eine öffentlich-rechtliche Suchmaschine: “Eine öffentlich-rechtliche Suchmaschine müsste eine vergleichbare Nutzenfunktion haben wie Google, jedoch bereinigt um den Einfluss verschiedenster Interessengruppen auf das Suchergebnis. (…) Wir brauchen eine öffentlich-rechtliche Suchmaschine, die ausschließlich eine dienende Funktion für eine informierte Gesellschaft im wachsenden digitalen Datenberg hat, ohne wirtschaftliche Interessen verfolgen zu müssen.”

5. “Schluss mit muffig”
(11freunde.de, Dirk Gieselmann)
Die Medien werfen Thomas Schaaf vor, er habe Probleme, mit seiner Mannschaft zu kommunizieren: “Die Spekulationen haben Thomas Schaaf in eine Lage versetzt, aus der er sich naturgemäß kaum wird befreien können. Wir sehen eine sich selbst erfüllende Prophezeiung: Schaafs Hang zur Einsilbigkeit wird zu seinen Ungunsten ausgelegt, und das soll er, der ja tatsächlich ungern mehr sagt als unbedingt nötig, nun bitteschön wortreich entkräften. (…) Er wird öffentlich einer Prüfung unterzogen, ob er als leitender Angestellter den Ansprüchen an eine modernen Unternehmenskommunikation genügt. Beherrscht er den Jargon angenehm sedierender Pressemitteilungen? Kann er professionell dementieren?”

6. “I had (the privilege) to give a couple of interviews to media journalists these last days and keep wondering”
(facebook.com, Wolfgang Blau, englisch)

Mohammed-Karikaturen, Sing-Treff, Corinna Schumacher

1. “Religion schlägt Meinungsfreiheit”
(zeit.de, Cigdem Akyol)
Ceyda Karan und Hikmet Cetinkaya drohen bis zu viereinhalb Jahre Haft, weil sie “zwei kleine Mohammed-Karikaturen in ihren Kolumnen zwischen ganz viel Text versteckten”: “Die Staatsanwaltschaft in Istanbul wirft ihnen vor, den öffentlichen Frieden gestört und die religiösen Werte der Menschen in der Türkei beleidigt zu haben.”

2. “Speed kills: Germanwings und die Medien”
(derstandard.at, Johanna Jung, Jennifer Woods und Josef Trappel)
Medienwissenschaftler greifen die Berichterstattung zum Germanwings-Flug 9525 auf: “Unzählige Falschmeldungen ohne Bestätigung, Expertenbefragungen ohne Antworten, Sondersendungen ohne Inhalt und Spekulationen ohne ausreichende Hinweise prägen den medialen Irrflug. Keine Frage: Ihre Informationspflicht haben die Medien mehr als erschöpfend erfüllt – zumindest in Sachen Schnelligkeit und Aktualität. Doch sind Speed und Quantität die neue Qualität?”

3. “Nein, die GEMA will kein Seniorensingkränzchen killen”
(medium.com/@jagermo)
Moritz Jaeger zweifelt die Story “Gema verlangt Gebühren fürs Volkslieder-Singen” (siehe dazu auch “6 vor 9” vom 11. Mai) an und fragt bei der Gema nach, die ihm ausführlich Auskunft erteilt: “Wir bedauern es sehr, dass sich Frau von Assel nach Erhalt der Rechnung nicht an uns, sondern direkt an die Presse gewendet hat. Erst aufgrund der jetzt veröffentlichten Berichterstattung in den Schleswiger Nachrichten haben wir jedoch erfahren, dass es sich bei dem ‘Sing-Treff im Café Fahrdorf’ um ein nicht-öffentlichen Sing-Treffen handelt. Diese Information lag uns bislang nicht vor. Daher werden wir die Rechnung gegenüber der Veranstalterin stornieren.”

4. “Schumacher vs. taz: Streit ums Foto endlich entschieden”
(blogs.taz.de/hausblog, Manuel Schubert)
Ein Gerichtsfall um ein in der “taz” abgedrucktes Foto von Corinna Schumacher: “Das von uns verwendete Bildnis sei ‘kontextgerecht’, urteilten die Richter. Es illustriere und belege die Wortberichterstattung in besonderer Weise und hätte einen eigenen Informationswert. (…) Die Richter des Oberlandesgerichts Köln ließen keine Berufung zu ihrem Urteil zu.”

5. “Bilder zu Netzthemen: Überwachung? Kann ich nicht mehr sehen!”
(spiegel.de, Markus Böhm)
Markus Böhm macht sich Gedanken, wie man das Thema Überwachung bebildern könnte: “Man kann wohl mittlerweile noch so gute und wichtige NSA- oder BND-Enthüllungsgeschichten schreiben, noch so originelle Plädoyers für oder gegen die Vorratsdatenspeicherung: Ohne ein Foto, das in den Artikel zieht, ist die Chance gering, dass der Text überdurchschnittlich oft gelesen wird und nicht nur die übliche Zielgruppe erreicht.” Siehe dazu auch “BND liefert NSA 1,3 Milliarden Metadaten – jeden Monat” (zeit.de, Kai Biermann).

6. “Faces of doom: what reporters look like delivering horrific news – in pictures”
(theguardian.com)

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