Troika, Rabauke, WDR

1. „‚Wenn man den Mächtigen nach dem Maul schreibt, bekommt man die besseren Honorare'“
(heise.de/tp, Marcus Klöckner)
Dokumentarfilmer Harald Schumann sieht „auf der supranationalen Ebene eine Form von Macht“ heranwachsen, „die sich der demokratischen Kontrolle entzieht und damit auch der Kontrolle durch die Medien“: „Als wir unsere Doku gedreht haben, haben sich die relevanten Leute von allen drei Institutionen der Troika konsequent verweigert und keine Interviews gegeben. Und zwar organisiert verweigert! Das habe ich in 32 Jahren Journalistenleben zum ersten Mal erlebt, dass sich die verantwortlichen Presseleute der Institutionen miteinander verabreden und sagen, mit denen reden wir nicht.“

2. „Guter Journalismus braucht mehr Verschwörungstheoretiker“
(lousypennies.de, Stephan Goldmann)
Stephan Goldmann hätte gerne Fragen, die auf anderen Websites aufgeworfen werden, von Journalisten der etablierten Medien nachrecherchiert: „Ich rede von misstrauischen und hungrigen Reportern, die auch mal einen Monat Zeit für eine Geschichte haben. Kein hyperventilierender Huschhusch-Journalismus mehr. Solange das nicht stattfindet, muss man sich nicht wundern, dass die Aluhut-Chemtrail-Fraktion mehr und mehr den Diskurs bestimmt.“

3. „Zum Abschuss freigegeben“
(nordkurier.de, Jürgen Mladek)
Aufgrund der Schlagzeile „Rabauken-Jäger erhitzt die Gemüter“ wird ein Journalist von einer Richterin am Pasewalker Amtsgericht zu einer Zahlung von 1000 Euro verpflichtet: „Selbst wenn ein Reporter ein Verhalten als unangemessen charakterisieren wolle, dürfe er dazu keine derartigen Formulierungen benutzen. Konkret führte sie aus, dass man ein Kind noch als Rabauke betiteln könne, ein Erwachsener sich eine solche Formulierung aber nicht gefallen lassen müsse. Der Berichtsauftrag rechtfertige eine so ‚pfeffrige und scharfe‘ Wortwahl nicht. (…) Und weiter: ‚Ich wäre auch erbost, wenn ich als Rabauken-Richterin bezeichnet werden würde.'“

4. „Millionen ohne Gegenleistung“
(agdok.de)
In einem Brief an Tom Buhrow, den Intendanten des WDR, verlangt Thomas Frickel Aufklärung über einen Vertrag, „den die WDR Media Group seinerzeit in Zusammenhang mit Thomas Gottschalks Vorabend-Show geschlossen hat.“

5. „Ein Jahr danach: Die positiven Folgen des SWRinfo-Fake“
(fair-radio.net, Lennart Hemme)
Lennart Hemme schreibt über „Leitlinien zum Umgang mit Interviews“ die sich der SWR verordnet hat: „Schade ist, dass es dafür erst einen massiven Betrug am Hörer brauchte. Gut ist, wenn diese Regeln jetzt tatsächlich gelebt werden. Toll wäre, wenn andere Sender sich diese Leitlinien zum Beispiel nähmen.“

6. „Schluss mit Gruss!“
(medium.com/@oswaldmartin)