Suchergebnisse für ‘focus online’

Glyphosat-Berichterstattung, Sinnlose Sonntagsfrage, Notgeile AfD-Werbung

1. Wie Medien mitbestimmen, was ein Risiko ist: Der Fall Glyphosat
(medienwoche.ch, Martha Kuhnhenn)
Im ersten Teil einer Serie zu aktueller kommunikationswissenschaftlicher Forschung geht es um den medialen Umgang mit dem umstrittenen Herbizid Glyphosat. Für die Kommunikationswissenschaft und den Journalismus würden sich die gleichen Fragen stellen: “Welche Akteure kommen überhaupt zu Wort? Welche Akteure haben eine zentrale Machtposition? Wessen Argumente werden von Journalisten aufgegriffen? Welche Ressourcen verhelfen Akteuren zu (Deutungs-)Macht im Diskurs?” Daher sei die Offenlegung aller Interessen bei gesellschaftlich relevanten Risiken eine Kernaufgabe des Journalismus.

2. Wöchentlich grüßt die Sonntagsfrage
(taz.de, Hanna Lohoff)
Die Ergebnisse von Wahlumfragen sind bei vielen Medien äußerst beliebt und werden gern und oft veröffentlicht. Dabei sind die Zahlen mit größter Vorsicht zu genießen. Häufig würden sie mit einer Prognose verwechselt, sind ungenau oder wegen ihrer minimalen Schwankungen schlicht nicht von Nachrichtenwert.

3. Eine AfD-Wahlwerbung und ihre notgeile Geschichte
(schantall-und-scharia.de, Fabian Goldmann)
Der Politik- und Islamwissenschaftler Fabian Goldmann hat sich mit der Geschichte und Bedeutung des orientalistischen Gemäldes beschäftigt, mit dem die AfD in Berlin Europawahlkampf macht. Mit der Bildauswahl würden die Rechtspopulisten vor allem etwas über ihre eigenen Sex- und Gewaltfantasien verraten. Goldmanns Resümee: “(…) aus der Geschichte lernen, wie es die AfD auf ihrem Wahlplakat schreibt, lässt sich mit Gérômes “Sklavenmarkt” tatsächlich. Nicht etwas über die der arabisch-islamischen Welt. Aber darüber, wie sehr unser Blick auf den “Orient” auch noch heute von Klischees geprägt ist. Nichts über lüsterne und gewalttätige Araber. Aber darüber, wie die Sex- und Gewaltfantasien von Europäern unseren Blick auf eine großen Teil der Welt verfälschen können.”

4. Grindel kann nicht zurück zum ZDF
(faz.net)
Lange Zeit hieß es, der nach Korruptionsvorwürfen zurückgetretene DFB-Präsident Reinhard Grindel könne aufgrund eines gesetzlich geregelten Rückkehrrechts wieder bei seinem ehemaligen Arbeitgeber, dem ZDF, arbeiten. Doch nun revidierte der Sender seine zuvor vertretene Rechtsauffassung: Grindel habe kein Rückkehrrecht.

5. Empörio Amani
(zeit.de, Mely Kiyak)
“Zeit Online”-Kolumnistin Mely Kiyak beschäftigt sich mit dem Streit zwischen der Komikerin, Schauspielerin und Moderatorin Enissa Amani und der TV-Kritikerin Anja Rützel: “(…) natürlich ist die Beurteilung von Humor keine alleinige Angelegenheit von Geschmack, sondern hat Regeln und Filter. Das unterscheidet die Meinung, den Like, das Herz und den Daumen von der professionellen Kritik. Rützel sei nicht konstruktiv, klagte Amani. Auch das ist ein seltsames Missverständnis unserer Zeit. Kritik ist kein Seminar dafür, wie man etwas besser macht. Es handelt sich hier um kein DIY-Ding, es gibt auch keine Infobox. Kritik ist Kritik.”
Weiterer Lesetipp: Im “Deutschlandfunk” zeigt sich die Feuilleton-Chefin der “Süddeutschen Zeitung”, Sonja Zekri, erstaunt von Amanis “enormer Humorlosigkeit”.

6. Die Top 30 Magazine – sechs sind im Plus
(wuv.de, Susanne Herrmann)
Die neuesten Auflagenzahlen der IVW für das erste Quartal 2019 bestätigen den Abwärtstrend bei Magazinen: Von den Top 30 sind 24 im Minus und nur sechs im Plus. “W&V” zeigt die wichtigsten Gewinner und Verlierer. Besonders schlimm habe es “Stern” und “Focus” mit zweistelligen Minuswerten getroffen.

Für Sie geklickt (15) – Bye, bye, “Huffington Post”

Zum Ende dieser Woche wird die deutsche Ausgabe der “Huffington Post” eingestellt. Wie schade. Dabei hat sie uns doch so so so so so so so so so so so so so so so viel Freude bereitet.

Damit ihr noch mal sehen könnt, was euch da in Zukunft so alles entgeht, haben wir bei der “HuffPost” ein letztes Mal “Für Sie geklickt”.

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Hitlers Atombombe: Das ist wirklich an der Legende dran

Nix.

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Mann heiratet beste Freundin seiner Tochter - so hat die Familie reagiert

Zuerst fand sie es doof, jetzt nicht mehr so.

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Hochzeitspaar ist kurz vor dem Ja-Wort - der Witz des Bräutigams lässt die Trauung platzen

Auf dem Standesamt sagte er: “Mhmm, soll ich dich wirklich heiraten?” Sie wurden dann nach Hause geschickt, bekamen aber einen neuen Termin.

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Frau aus Solingen erklärt: Deshalb habe ich Sex mit Ballons

Weil es ihr Spaß macht.

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Frau und ihr Lover wollen ein Taxi ins Hotel nehmen - mit diesem Fahrer hatten sie nicht gerechnet

Mit ihrem Ehemann.

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Diese 8 Fakten solltest du über deine Vagina wissen

1. Die Klitoris ist größer, als du denkst.
2. Die äußeren Schamlippen sind das Äquivalent zum Hodensack.
3. Der Scheidenkanal ist kein endloser Tunnel.
4. Die Klitoris hat fast 8.000 Nervenenden.
5. Gut möglich, dass du für einen Orgasmus klitorale Stimulation brauchst.
6. Bitte wasche deine Vagina niemals mit Seife.
7. Rein anatomisch kann jede Frau squirten, praktisch jedoch nicht unbedingt.
8. Vaginas können nicht “ausleiern”.

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Die eine Sache, die Männer mehr wollen als Sex - und warum Frauen sie ihnen oft nicht geben können

Einen sicheren Hafen.

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William und Harry haben eine Stiefschwester - warum sie fast niemand kennt

Weil sie sich lieber aus dem öffentlichen Rampenlicht zurückzieht.

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Diese Zweijährige aß noch nie im Leben Zucker - so hat sich das Kind entwickelt

Gut.

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Eine Hackerin enthüllt, was du online niemals machen solltest

Etwas posten, ohne nachzudenken.

In diesem Sinne: Tschüss, “Huffington Post”!

Uneinsichtig, Abgeblitzter Markwort, Frankreichs Facebook-Frauenhasser

1. “Erzähltes muss natürlich stimmen”
(taz.de, Markus Kowalski)
Michael Haller leitet das Europäische Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung und ist der Verfasser mehrerer Standardwerke des Journalismus, darunter auch der Lehrbuchklassiker “Die Reportage” (siehe dazu auch Stefan Niggemeiers wichtigen Text auf “Übermedien”: Die Reportage: Manipulationen nach Lehrbuch). Die “taz” hat mit Haller anlässlich des Falls Relotius (beziehungsweise des Falls “Spiegel”) über das Reportageformat gesprochen: Was ist zulässig, was nicht? Haller versteht angeblich gut, “wenn man hier heute strenger denkt”. Angeblich, weil es an anderer Stelle des Interviews scheint, als ob diese Einsicht nicht vollständig bei ihm angekommen ist: “Und ich vermute, manche Redaktion wird jetzt ihren Reportern ganz pingelig vorschreiben: Wenn der Satz nicht in dieser Situation von dieser Person so gesagt wurde, musst du ihn weglassen.”

2. Wie Fake News und alternative Medien die Unabhängigkeit der Branche bedrohen
(ard-wien.de, Vera Gasber, Video: 4:30 Minuten)
Das ARD-Studio Wien hat mit der Autorin Ingrid Brodnig (unter anderem “Hass im Netz”) über die zunehmende Wut bestimmter Personengruppen auf Journalisten und Journalistinnen gesprochen und darüber, wie man ihr begegnen kann: “Wie eine Gesellschaft mit ihren Journalisten umgeht, ist ein guter Gradmesser, wie gesund eine Gesellschaft ist. Und ich würde sagen in den letzten Jahren ist es schlechter geworden.”

3. Lokaljournalismus mit Herz und Relevanz
(journalist-magazin.de, Hannah Suppa)
Im Medienmagazin “journalist” kommt Hannah Suppa zu Wort, Chefredakteurin der “Märkischen Allgemeinen Zeitung” (“MAZ”), der größten Tageszeitung in Brandenburg. Suppa hat sieben lesens- und bedenkenswerte Thesen für den Lokaljournalismus der Zukunft entwickelt, der das Digitale nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung sieht: “Nicht das Digitale ist schuld an der Erosion des Geschäftsmodells. Im Gegenteil: Es serviert uns die Lösung auf dem Silbertablett. Digitales Denken führt uns im Journalismus näher zum Leser zurück — und gibt uns die Chance, mit ihm noch einmal neu zu starten.”
Lesetipp am Rande: Was im Lokaljournalismus schiefgehen kann, zeigt Fastnachtsfiasko in der MAZ — Ein offener Brief (stuecken.de).

4. BR-Rundfunkrat lehnt Helmut Markwort ab
(t-online.de)
Der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks hat den ehemaligen “Focus”-Chef und jetzigen FDP-Abgeordneten Helmut Markwort wegen möglicher Interessenkonflikte abgelehnt. Grund seien Markworts Beteiligungen an und seine geschäftlichen Aktivitäten bei privaten Radiosendern. Markworts Polterantwort: “Der Bayerische Rundfunk will sich seine Kontrolleure selbst aussuchen”.

5. Das Sterben der Netzsendungen
(blog.wdr.de, Dennis Horn)
Dennis Horn beklagt das Sterben der Netzsendungen. In letzter Zeit hat es bekannte Formate wie “Trackback” und das “Chaosradio” (beide Radio Fritz/rbb) erwischt, zu früheren Zeiten Sendungen wie den “WDR Computerclub”, das 3sat-Magazin “neues” oder den “Elektrischen Reporter” bei ZDFinfo. Horn kommentiert: “Ich halte das für ein Problem: Mit diesen Sendungen und Formaten stirbt auch die Tiefe, die digitale Themen brauchen. Schließlich hat die digitale Welt weitreichende Folgen für unseren Alltag, für Gesellschaft, Politik und Recht. Es geht um Themen, die uns alle betreffen und die übrigens immer wieder zu denen gehören, die vom Publikum am erregtesten diskutiert werden. Netzthemen sind keine Nerdthemen.”

6. “Ligue du LOL” – Facebook-Club für Frauenhass
(spiegel.de, Sonja Peteranderl)
Ein erschütternder Fall von Onlinemobbing hat sich in Frankreich ereignet. Dort haben sich Männer in einer Facebook-Gruppe zusammengerottet und digitale Attacken vor allem gegen Frauen koordiniert. Zu den organisierten Frauenbelästigern gehörten unter anderem Journalisten, Werber, Grafikdesigner und Informatiker.

Gängelung durch VW, “Don Alphonso” in der Jury, Unterirdische Klopapiere

1. Wie Volkswagen Journalisten gängelt
(horizont.net, Ulrike Simon)
Volkswagen lädt Journalistinnen und Journalisten zu einer Veranstaltung ein. So weit, so normal. Ab da wird’s aber bemerkenswert: Der Konzern schreibt vor, dass nicht fotografiert werden darf, nicht gefilmt werden darf, nicht mitgeschrieben werden darf. Und sollte anschließend doch jemand etwas veröffentlichen wollen, dann nur, nachdem er oder sie VW die Zitate “und auch die Fakten”, “die Sie gedenken zu verwenden”, zuvor zugeschickt hat. Man könne den Zugang zur Veranstaltung “leider nur gewähren, wenn wir die Artikel vor Veröffentlichung einmal sehen und ggf. ändern können”. Ulrike Simon fragt: “Heißt das mit anderen Worten: Ist der Ruf erst ruiniert, zensiert es sich ganz ungeniert?”

2. Jury-Berufung von “Don Alphonso” in der Kritik
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers)
Rainer Meyer, besser bekannt als “Don Alphonso”, sitzt in diesem Jahr erstmals in der Jury des Medienpreises des Bundestages. Dass einer, der in seinen Blog-Beiträgen und Tweets immer wieder von “Merkels Medienpaladinen”, “Relotiusmedien” und “Systemredakteuren” spricht, nun über einen renommierten journalistischen Preis mitentscheiden soll, können einige kaum fassen.

3. Raus aus der Blase: Pfleger wird Politikchef
(ndr.de, Sebastian Friedrich)
Laut einer Studie haben drei Viertel der Journalistinnen und Journalisten in Deutschland einen Hochschulabschluss. Das Medienmagazin “Zapp” hat mit einem gesprochen, der über einen deutlich anderen in den Journalismus gekommen ist: Jan Jessen ist ausgebildeter Krankenpfleger, war Sänger in einer Punk-Band, wohnte in besetzten Häusern und leitet heute das Politik-Ressort der “Neuen Ruhr Zeitung”. Für ihn sei die soziale Öffnung überlebenswichtig für die Branche.

4. Ich dachte naiverweise, dass der Focus Ärzte empfiehlt, weil sie gut sind
(facebook.com/yael.adlerdr, Yael Adler)
1900 Euro plus Mehrwertsteuer kostet es, um laut “Focus” ein guter Arzt, Pardon, ein “empfohlener Arzt in der Region” zu sein. Soviel will die BurdaNews GmbH haben, damit man ein entsprechendes “FOCUS-Empfehlungssiegel” verwenden darf. Yael Adler, selbst Ärztin, hat ein solches Angebot “von einem empörten Kollegen” zugespielt bekommen und bei Facebook veröffentlicht.

5. Soziale Netzwerke: Wo Mitgefühl überbewertet wird
(nordbayern.de, Christian Urban)
Nach den Meldungen zum Tod zweier Jugendlicher in Nürnberg und zum Tod eines Zweijährigen in Spanien habe er mit Mitgefühl und Anteilnahme gerechnet, schreibt Christian Urban: “Das wären die Reaktionen, die man nach solch tragischen Ereignissen erwarten sollte. Nicht gerechnet hatte ich allerdings mit den Kommentaren zahlreicher Nutzer auf unseren Facebook-Seiten.” In einer recht deftigen “Wutrede” richtet sich der Online-Redakteur an jene Nutzer: “Haltet einfach die Klappe. Eure noch nicht komplett abgestumpften Mitmenschen werden es Euch danken. Und ich sowieso.”

6. Pressefreiheit auch für Saftpressen
(instagram.com, Jan Josef Liefers)
“Steht er jetzt noch zu ihr?” steht in großen Buchstaben auf der Titelseite eines Klatschmagazins, dahinter die Fotos von Schauspielerin Anna Loos und Schauspieler Jan Josef Liefers. Diese Schlagzeile hat die zehnjährige Tochter der beiden offenbar so verunsichert, dass sie bei ihren Eltern in einer Familien-Whatsapp-Gruppe nachfragte, was da los sei. Liefers veröffentlichte den Chatverlauf und schrieb dazu: “Eines dieser unterirdischen Klopapiere hat es mal wieder geschafft. Seid ihr stolz auf Euch?”

Umstrittener Waldspaziergang, Späh-Export, Unpolitisch reanimiert

1. Waldspaziergang mit Höcke – der Spiegel als Klatschmagazin
(deutschlandfunk.de, Matthias Dell)
“Deutschlandfunk”-Kolumnist Matthias Dell kritisiert den “Spiegel” für dessen jüngste Homestory mit AfD-Rechtsaußen Björn Höcke: “Spricht die Journalistin Höcke mal auf seine programmatischen Sätze an, redet der sich raus – wenig überraschend für den Leser. Für die „Spiegel“-Journalistin scheint das Ausweis ihrer Arbeit genug. Offenbar hat sie in den zurückliegenden Jahren nicht verstanden, dass die Strategie der AfD genau so funktioniert: Dem „Spiegel“ gegenüber wird anders geredet als in der Öffentlichkeit und zu den Anhängern. Auch über den „Spiegel“ übrigens. Scheint aber alles egal.”

2. Bundesregierung gegen Exportkontrolle
(reporter-ohne-grenzen.de)
Interne Verhandlungsprotokolle und Strategiepapiere der Bundesregierung beweisen, dass die Bundesregierung ein Projekt torpediert, das sie 2015 selbst angestoßen hatte: Die Reform der sogenannten Dual-Use-Verordnung, mit der die EU den Verkauf europäischer Spähsoftware an Staaten verhindern will, in denen Menschenrechte missachtet und Journalisten überwacht werden. “Reporter ohne Grenzen”-Chef Christian Mihr in einer Stellungnahme dazu: “Digitale Überwachung gefährdet die Arbeit von Journalisten auf der ganzen Welt und endet im schlimmsten Fall in Verfolgung und Folter. Es ist erschütternd, dass die Bundesregierung die Pläne der EU zugunsten von Industrieinteressen verwässern möchte.”

3. Polens Ministerpräsident sagt Medien in deutschem Besitz den Kampf an
(faz.net)
Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki stört sich an kritischen Medien. Besonders ärgern ihn polnische Medien in deutschem Besitz. Diese würden “interne Angelegenheiten Polens” beeinflussen und “die derzeitige Regierung angreifen”. Ein besonderer Dorn im Auge: Die deutsch-schweizerische Mediengruppe Ringier Axel Springer Media. Zu dem Unternehmen gehören das Wochenmagazin “Newsweek Polska”, die auflagenstarke Tageszeitung “Fakt” und das Online-Portal “Onet” — allesamt Medien, die kritisch über die Arbeit der rechtsnationalistischen Regierung berichten würden.

4. Klingeln ist zwecklos
(sueddeutsche.de, Thorsten Schmitz)
Mitten in Berlin residieren erfolgreiche Onlinemedien, die im Auftrag Russlands eine neue Art von Propaganda betreiben. Und dies recht erfolgreich: Allein der Facebookkanal “In the Now” hat mehr als 3,7 Millionen Abonnenten. Die Seite gehört zur Maffick GmbH, einem Klingelschildnachbar der Plattformen “Ruptly” und “Redfish”. Dass der russische Staat hinter diesen Onlinemedien in Berliner Bestlage steckt, würden diese mit großem Aufwand verschleiern. Dazu gehört anscheinend auch, Fragen von Journalisten abzublocken.

5. Eine Reanimation ist keine politische Demonstration
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Als ein Mitarbeiter einer Partei im Düsseldorfer Landtag mit schweren Herzproblemen zusammenbrach, retteten ihm zwei Landtagsabgeordnete mittels Herz-Druck-Massage und Mund-zu-Nase-Beatmung vermutlich das Leben. Eine schöne Geschichte, über die man unter verschiedenen Gesichtspunkten berichten könnte. So setzt sich die an der Rettung beteiligte Landtagsabgeordnete auch politisch dafür ein, dass mehr Menschen wiederbelebt werden können und will die Laienreanimation an Schulen in Nordrhein-Westfalen weiterentwickeln (PDF). Die Medien schmissen sich jedoch vor allem auf die Parteizugehörigkeit der Beteiligten. Stefan Niggemeier kommentiert: “Yüksel und Schneider verdienen jede Anerkennung, weil sie einem Menschen vermutlich das Leben gerettet haben, aber doch keine besondere Anerkennung, weil es ein AfD-Mann war. Im Gegenteil: Es entwertet ihren Einsatz, wenn man ihn nicht als Selbstverständlichkeit, sondern als Besonderheit feiert. Und wenn man ihren Akt der Lebensrettung als politische Lektion für AfD-Leute interpretiert.”

6. Nach Kritik: “Spiegel”, “Stern” und “Zeit” machen Rückzieher
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Anfang der Woche kündigten die Magazine “Spiegel”, “Stern” und “Focus” sowie die Wochenzeitung “Die Zeit” an, künftig nicht mehr Auflagenzahlen für jede einzelne Ausgabe an die Kontrollorganisation IVW melden zu wollen. Um Aufwand und Geld zu sparen und weil diese Daten “keine große Rolle spielen”. Vielleicht aber auch, um sich nicht der geschäftsschädigenden Schmach schlechter Werte auszusetzen. Dagegen protestierten jedoch die Werbekunden, worauf “Spiegel”, “Stern” und “Zeit” eiligst zurückruderten.

Rechte-Verlagerung, Verwischte Grenzen, Hashtag-Debatten

1. Rechte Propaganda-Plattform sucht Asyl in Sachsen
(tagesspiegel.de, Matthias Meisner)
Das rechte Internetportal “JouWatch” hat seinen Sitz von Thüringen nach Sachsen verlegt. Einer der Gründe: Das Finanzamt Jena wollte anscheinend die Gemeinnützigkeit prüfen, eine Aberkennung hätte sich negativ auf den Betrieb der Plattform auswirken können. In Sachsen erhofft man sich wohl ein angenehmeres Klima.

2. Verwischte Grenzen
(deutschlandfunk.de, Stefan Fries, Audio, 8:21 Minuten)
Der ehemalige Mitherausgeber und Chefredakteur des “Focus” ist auch mit 81 Jahren noch recht fleißig: In seinem alten Blatt schreibt Helmut Markwort jede Woche das “Tagebuch”. Gleichzeitig kandidiert er bei den bayerischen Landtagswahlen für die FDP. Das Verlagshaus Burda sieht darin keinen Interessenkonflikt. Der Erlanger Medienethiker Prof. Schicha empfiehlt Markwort zumindest eine Schreibpause.

3. BGH – ZDF muss formulierte Erklärung eines polnischen Gerichts nicht veröffentlichen
(wbs-law.de)
In einer ZDF-Doku aus dem Jahr 2013 über die Befreiung verschiedener Konzentrationslager wurden die Lager Majdanek und Auschwitz als “polnische Vernichtungslager” bezeichnet. Nachdem die Formulierung von der polnischen Botschaft beanstandet wurde, änderte das ZDF den Text seinerzeit in “deutsche Vernichtungslager auf polnischem Gebiet”, veröffentlichte eine Korrekturnachricht und bat bei einem ehemaligen Häftling um Entschuldigung, der sich deswegen beschwert hatte. Dies ging dem ehemaligen KZ-Häftling jedoch nicht weit genug. Er wollte mit Hilfe eines polnischen Gerichts das ZDF dazu zwingen, eine vorformulierte Erklärung zu veröffentlichen. Wozu das ZDF jedoch nicht verpflichtet ist, wie jetzt der Bundesgerichtshof entschied. Dies würde gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie gegen die Medienfreiheit verstoßen.

4. Im Zeichen des Hashtags
(sueddeutsche.de, Carolin Werthmann)
Eine im Auftrag des Hamburger Hans-Bredow-Instituts durchgeführte Studie hat untersucht, inwieweit das Stimmungsbild auf Twitter dem der Bevölkerung ohne Twitter-Account entspricht. Das Ergebnis ist relativ ernüchternd: Twitterdiskurse würden nicht repräsentieren, was die Allgemeinheit im Netz bewegt, und schon gar nicht, was Menschen ohne Internetzugang beschäftige. “SZ”-Autorin Carolin Werthmann: “Dennoch können die Hashtag-Debatten eine andere Funktion erfüllen: Indem sie extreme Standpunkte aufzeigen, sind sie ein Seismograf für radikale Trends und Positionen.”

5. Journalist erhält Strafbefehl wegen Veröffentlichung von Zyto-Akte
(deutsche-apotheker-zeitung.de, Hinnerk Feldwisch-Drentrup)
Im Prozess um den Bottroper Zyto-Apotheker soll ein Journalist Teile einer Strafakte ins Internet gestellt haben. Dies könnte für ihn unangenehme Folgen haben: Die Staatsanwaltschaft hat Strafbefehl gegen ihn beantragt, den das Amtsgericht Essen nun erlassen hat. Wissenschaftsjournalist Hinnerk Feldwisch-Drentrup erklärt den Fall, bei dem es auch um Prozesstaktik geht. Heikel sei zudem, dass der Journalist mehrfach kritisch über die Staatsanwaltschaft berichtet hatte, die gegen ihn ermittelte.

6. Her mit meinen Daten!
(spiegel.de, Markus Böhm & Angela Gruber & Judith Horchert)
Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) räumt Nutzern umfassende Auskunftsrechte gegenüber Websitebetreibern ein. Beim “Spiegel” haben zwei Redakteurinnen und ein Redakteur die Probe aufs Exempel gemacht und Facebook, Netflix sowie Onlinehändler angeschrieben. Man ahnt, dass es sich um viele Daten handeln wird, aber ist dennoch überrascht: Allein die Antwort von Netflix auf die Datenabfrage umfasste 450 PDF-Seiten.
 Überrascht ist man jedoch auch von des “Spiegels” eigenem Umgang mit Daten.
(Und ja, auch hier im BILDblog gibt es noch Werbetracker, aber damit ist dank Euch bald Schluss.)

“Bild”-Wutschäumer, SR-Facebook-Kapitulation, Burdas Siegelgeschäft

1. Ein Jammer, aber echt
(spiegel.de, Andreas Borcholte)
Die “Bild”-Zeitung bezeichnet Mesut Özils Rückzug aus der deutschen Nationalmannschaft als “Jammer-Rücktritt” und wirft ihm Selbstgerechtigkeit vor. Ignoranter geht es kaum, findet Andreas Borcholte: “… wie die “Bild”-Redakteure in ihrer sogenannten “Analyse”, beinahe jeden Satz, jede Aussage Özils diskreditieren, mit rhetorischem Schaum vor dem Mund immer wieder “kompletten Unfug”, “pures Selbstmitleid” oder “Starrsinn pur” einwerfen und dem Sportler ein Weltbild vorwerfen, das “gefährlich nah an Erdogan” sei, das ist infam.“
Dazu auch: Die «Bild» erklärt den Özil-Rücktritt — ohne das eigene Blatt nochmals zu lesen ¯\_(ツ)_/¯ (watson.ch, Christoph Bernet)

2. Saarländischer Rundfunk kapituliert vor Facebook-Mob
(uebermedien.de, Mats Schönauer)
Als der Saarländische Rundfunk (SR) einen einminütigen Bericht über eine Demo zur Seenotrettung auf Facebook stellte, ergoss sich dort ein Schwall unschöner Kommentare. Der Sender wusste sich nicht anders zu helfen, als den Beitrag komplett zu löschen, und wird dafür nun vom Veranstalter der Demo kritisiert: “Eine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt darf der kleinen lauten Gruppe digital organisierter Rechter nicht so nachgeben. Keine Debatte ist unmoderierbar.”

3. Eichstätter Aufruf zu Achtsamkeit, Respekt und Wahrhaftigkeit beim Thema Flucht und Migration
(netzwerk-medienethik.de, Theresa Wasserer)
Das “Netzwerk Medienethik” macht auf den “Eichstätter Aufruf zu Achtsamkeit, Respekt und Wahrhaftigkeit beim Thema Flucht und Migration” vom Anfang des Monats aufmerksam. Dort heißt es unter anderem: “Wir fordern daher alle gesellschaftlichen Mitglieder, insbesondere aber die Eliten in Politik, Wissenschaft, Medien und Journalismus auf, sich ihrer Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Gemeinwohl bewusst zu werden. Dazu ist Achtsamkeit in der Wahl der Worte ebenso notwendig wie Wahrhaftigkeit, also das wechselseitige Vertrauen in die Ehrlichkeit der Argumente.”

4. Nachrichtenchef Froben Homburger im Interview: Wie dpa Eilmeldungen vor Twitter-Fakes schützt
(kress.de, Bülend Ürük)
Der Nachrichtenchef der dpa Froben Homburger spricht im Interview über den Umgang der Agentur mit Tweets, die Breaking-News-Potenzial haben. Um nicht auf Fakes hereinzufallen, hat die dpa ihre internen Regeln überarbeitet. Das Dilemma: “Die Dynamik aufregender Newslagen hat immer das Potenzial, die Sorgfalt zu killen: Warum als einziger das Tempo-100-Limit beachten, wenn um mich herum alle ungestraft 220 fahren und beim Überholen auch noch triumphierend hupen?”

5. Ist der Guardian auf dem Weg zum Online-only-Titel?
(wuv.de, Franz Scheele)
Der renommierte britische Zeitungsklassiker “Guardian” ist nun auf eine Auflage von 138.000 geschrumpft und verkauft damit weniger Exemplare als so manche Regionalzeitung in Deutschland.

6. Burda News gelingt Trendwende dank “Siegelgeschäft”
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Die Verlagsgruppe Burda News (“Focus”, “TV Spielfilm”, “Playboy” etc.) gelingt gerade die Trendwende: Nach mehreren Verlustjahren, meldet der Konzern steigende Einnahmen. Das klassische Printgeschäft schrumpft zwar weiterhin, aber die Einnahmen aus anderen Erlösquellen wachsen. Hierzu zählt auch der Verkauf der teilweise umstrittenen Siegel, mit denen sich Unternehmen schmücken können.

Abzockverlag mit Fake-Magazinen, Auflagenschwund, Regenbogenpresse

1. So zockte eine Familie reihenweise Konzerne ab
(sueddeutsche.de, Leo Klimm & Alexander Mühlauer)
Von einer schier unglaublichen Geschichte berichtet die „Süddeutsche“: Eine französische Familie soll über viele Jahre namhafte Anzeigenkunden mit Fake-Magazinen geneppt haben. “Das Krankenhaus-Register”, “Technik-Revue der Verteidigungs-Ausrüster” oder “Das Nuklear-Magazin” hießen die Zeitschriften, denen man Auflagen von bis zu 48.500 andichtete. In Wahrheit druckte man jedoch nur einige wenige Exemplare, die für die Anzeigenkunden bestimmt waren. Die mehr oder weniger journalistischen Beiträge in den Magazinen seien “aus dem Internet kopiert” worden. Als Herausgeber der Zeitschriften fungierten Gewerkschaftler, die Beschäftigte französischer Ministerien, Behörden oder der französischen Bahn SNCF vertreten und die man mit ein paar tausend Euro im Jahr abspeiste. Der Fake-Verlag muss riesige Gewinne abgeworfen haben: Noch nach seiner vorübergehenden Festnahme sei es dem Clan-Chef gelungen, mehr als fünf Millionen Euro in ein Steuerparadies zu verschieben.

2. Selbst Nackte auf dem Cover retten IVW-Bilanz nicht mehr
(wuv.de, Petra Schwegler)
Petra Schwegler kommentiert die Print-Auflagenzahlen des letzten Quartals. Die Kurve gehe weiter nach unten. Bei einigen Titeln sogar dramatisch wie beim „Stern“, der ein Minus von 15 Prozent an verkaufter Auflage hinnehmen musste. Aber auch „Bild“, „Focus“ und „Spiegel“ zählen zu den Verlierern.

3. Wolfgang M. Schmitt im Gespräch (1)
(moviebreak.de)
Auf seinem YouTube-Kanal „Die Filmanalyse“ beleuchtet Wolfgang M. Schmitt aktuelle Großproduktionen und Kinoklassiker und bedient sich dabei der „ideologiekritischen Analyse“. Fast 15.000 Abonnenten schauen sich Woche für Woche an wie Schmitt beispielsweise Produktionen wie „Fack Ju Göthe 3“ zerlegt (den Schmitt übrigens für einen reaktionären und zynischen Film hält). Im auf vier Webseiten verteilten Interview spricht er von seiner Tätigkeit als Kritiker und seinem Verständnis von Filmen

4. Audio ist der Text der mobilen Generation
(zeitgeist.rp-online.de, Michael Bröcker)
Michael Bröcker, Chefredakteur der „Rheinischen Post“, berichtet über Audio als neuen Trend im Journalismus. Bei der Rheinischen Post setze man auf den Amazon-Assistenten „Alexa“ und demnächst Spotify. Außerdem habe man gleich vier Podcast-Formate pro Woche am Start. Das erfolgreichste Format sei der morgendliche Nachrichtenüberblick um sieben Uhr, mit dem man die Pendler erreiche.

5. Native Advertising – eine Mogelpackung
(de.ejo-online.eu, Georgia Ertz)
Gleich zwei Studien haben sich mit „Native Advertising“ beschäftigt, einer Werbeform, die sich als redaktioneller Inhalt tarnt. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Trotz entsprechender Warnhinweise würden die meisten Mediennutzer Native Advertising nicht erkennen, wenn sie es sehen: „Beide Studien zeigen, dass Native Advertising somit ein Täuschungsmanöver bleibt, das vermutlich vor allem der Glaubwürdigkeit des Journalismus und der Medienunternehmen schadet.“

6. Elton trennt Barbara Schöneberger von ihrem Glück
(uebermedien.de, Mats Schönauer)
Haben Sie das Zeug zum Regenbogenredakteur? Finden Sie es heraus! Mats Schönauer vom „Topf voll Gold“ gibt Ihnen eine Nachricht, und Sie versuchen, eine angemessene Knallschlagzeile daraus zu basteln. Sie müssen sich jedoch anstrengen: Die Lügenbarone von der Regenbogenpresse haben Ihnen einiges an Berufserfahrung, Unverschämtheit und Skrupellosigkeit voraus.

Redaktionen springen über Alice Weidels AfD-Stöckchen

Alice Weidel hat also vorzeitig ein TV-Studio verlassen. Die Spitzenkandidatin der AfD bei der anstehenden Bundestagswahl ist gestern Abend in der knapp 100 Minuten dauernden ZDF-Talkrunde “Wie geht’s, Deutschland?” bereits nach 65 Minuten gegangen. Heute gibt es fast keine Redaktion, die nicht bei diesem kalkulierten Eklat mitmacht.

Anders als bei CDU-Politiker Wolfgang Bosbach, der vor knapp zwei Monaten die Talk-Runde von Sandra Maischberger — ob nun zu Recht oder zu Unrecht — ehrlich empört verlassen hatte, wirkt Weidels Abgang recht gelassen. Die AfD-Politikerin warf CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer noch vor, dass dessen Partei illegale Einwanderung legalisieren wolle, lächelte dabei, dann packte sie auch schon ihre Unterlagen und ging.

Im Verlauf der Sendung gab es mitunter zwar hitzige Debatten, aber keine Situation, die zwangsläufig zum Verlassen des Studios führen musste. Es scheint so, als wollte Alice Weidel unbedingt gehen, egal wann, Hauptsache gehen, vielleicht auch, weil sie und ihre Partei gesehen haben, wie groß das Medienecho nach Bosbachs Aktion war. Über Weidels Aussagen in der ZDF-Sendung hätte heute wohl kaum eine Redaktion ausführlich berichtet. Über den “Eklat im TV” berichten so gut wie alle:

Screenshot Spiegel Online - AfD-Spitzenkandidatin - Weidel verlässt ZDF-Sendung vorzeitig
(“Spiegel Online”)

Screenshot Zeit Online - AfD - Alice Weidel verlässt ZDF-Sendung
(“Zeit Online”)

Screenshot Süddeutsche.de - Bundestagswahl - AfD-Spitzenkandidatin Weidel verlässt ZDF-Talk
(Sueddeutsche.de)

Screenshot FAZ.net - Diskussionsrunde zur Wahl - AfD-Kandidatin Weidel verlässt ZDF-Sendung vorzeitig
(FAZ.net)

Ausriss Bild-Zeitung - Eklat im TV - AfD-Weidel verlässt ZDF-Talk
(“Bild”)

Screenshot Bild.de - Eklat beim ZDF - AfD-Weidel verlässt die ZDF-Sendung
(Bild.de)

Screenshot RP Online - AfD-Spitzenkandidatin verlässt Studio - Alice Weidel sorgt bei ZDF-Wahlsendung für Eklat
(“RP Online”)

Screenshot MDR.de - Eklat im TV - AfD-Spitzenkandidatin verlässt Wahlsendung
(MDR.de)

Screenshot Tagesspiegel.de - AfD-Spitzenkandidatin - Weidel verlässt nach Streit ZDF-Talksendung vorzeitig
(Tagesspiegel.de)

Screenshot Welt.de - AfD-Spitzenkandidatin - Alice Weidel verlässt vorzeitig ZDF-Live-Sendung
(Welt.de)

Screenshot BZ - Wie geht's Deutschland? AfD-Spitzenfrau Alice Weidel verlässt ZDF-Sendung
(bz-berlin.de)

Screenshot ruhrnachrichten.de - Eklat: AfD-Spitzenkandidatin verlässt ZDF-Sendung
(ruhrnachrichte.de)

Screenshot saarbruecker-zeitung.de - AfD-Kandidatin Weidel verlässt ZDF-Wahlsendung vorzeitig
(saarbruecker-zeitung.de)

Screenshot nrz.de - Talkshow - AfD-Spitzenkandidatin Weidel stürmt aus Talkshow im ZDF
(nrz.de)

Man könnte diese Liste noch sehr lange fortführen.

Bunte.de schreibt heute:

Screenshot Bunte.de - TV-Eklat: Über diesen Abgang spricht ganz Deutschland

Genau das ist das Kalkül der AfD: Die Schlagzeilen bringen ihr 18 Tage vor der Wahl eine Aufmerksamkeit, die sie sonst nie bekommen würde. Schon in einem Strategiepapier für den Wahlkampf schrieb die Partei, dass sie “vor sorgfältig geplanten Provokationen nicht zurückschrecken” wolle, negative Reaktionen seien dabei “ganz bewusst” einkalkuliert. Ein gut inszenierter “Eklat im TV” ist sicher eine solche “Provokation”. Bei der anschließenden PR-Arbeit machen die Redaktionen, die unreflektiert jede AfD-Kleinigkeit in eine Überschrift packen, immer wieder freiwillig mit.

Immerhin grübeln manche Medien inzwischen, ob Alice Weidel das nicht doch alles geplant habe. Die kostenlose Wahlwerbung für die AfD haben sie aber längst unters Volk gebracht.

Foto-Klau, Brustvergrößerung, SnapNews

1. Woher stammen die Facebook-Bilder der AfD?
(ndr.de, Fiete Stegers)
Auf der Facebook-Seite der AfD gibt es für die aktuell 321.269 Nutzer, denen sie gefällt, immer wieder markige Partei-Botschaften, die auf Fotos gepackt wurden. Aber woher stammen diese Bilder, wenn sie gerade mal nicht Frauke Petry oder Alexander Gauland zeigen? Fiete Stegers hat einigen hinterherrecherchiert: “Für die Bebilderung bedient sich die Partei unter anderem bei ausländischen Fotografen, bei Wikipedia und auch mal bei der Deutschen Presseagentur (dpa). Einige dieser Fotografen sind verärgert und prüfen nach Hinweisen von ZAPP nun juristische Schritte.”

2. Medienfreiheit in Demokratien bedroht
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die “Reporter ohne Grenzen” haben gestern ihre “Rangliste der Pressefreiheit” für das Jahr 2017 veröffentlicht und bieten in diesem ausführlichen Beitrag kompakte Überblicke zu den Arbeits- und Lebensbedingungen von Journalisten in vielen Ländern der Welt: von Polen über den Jemen und Burundi bis Nicaragua.

3. Wer bin ich?
(sueddeutsche.de, Katharina Riehl)
Der Printbranche geht es insgesamt nicht gut. Beim „Focus“ müssen jedoch besondere Umstände dazugekommen sein, denn es kriselt dort besonders: „Wahr ist aber auch, dass die Krisenmeldungen beim Focus noch ein bisschen häufiger sind als anderswo, die Zahlen noch ein bisschen schlechter — und dass das Heft publizistisch bei vielen aus der Wahrnehmung gerutscht ist.“ “SZ”-Autorin Katharina Riehl hat sich auf Ursachensuche gemacht.

4. Universität Leipzig bildet vorerst keine weiteren Journalisten aus
(flurfunk-dresden.de, Alexander Laboda)
Die Journalisten-Ausbildung an der Universität Leipzig stand schon länger in der Kritik, doch jetzt hat die Uni die Reißleine gezogen: Der Fakultätsrat verhängte am Dienstagnachmittag einen Immatrikulationsstopp. Grund dafür sind offenbar erhebliche Mängel bei der Qualität der Ausbildung und der Durchführung des Masterprogramms.

5. Spiegel Online, BILD & Co. NEU bei Snapchat Discover – Ich hab’s mir angesehen
(philippsteuer.de, Video, 6:47 Minuten)
Sie sind neugierig, wie sich „Spiegel Online“, „Bild“ & Co. neuerdings bei Snapchat präsentieren, haben die App aber nicht installiert? Dann lassen Sie sich von Philipp Steuer in einem kommentierten Video durch die neue bunte Snapchat-Medienwelt führen.

6. Und wieder grüßt der dicke Mops…
(radioszene.de, Wolf-Dieter Roth)
Immer wieder versuchen pfiffige Radiomacher, mit provokativen Aktionen ins Gespräch zu kommen. Der österreichische Radiosender “Kronehit” ist nun mit einer wenig originellen und geschmackvollen Idee um die Ecke gekommen und bietet eine Brustvergrößerung für Mutter und Tochter an. Ein Spiel mit dem einkalkulierten, ja vielleicht sogar erwünschten Shitstorm?

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