1. “KI kann uns helfen, Zielgruppen besser zu erreichen”
(journalist.de, Karolin Arnold)
Medienforscherin Christina Elmer betont im Interview mit Karolin Arnold, dass Künstliche Intelligenz Journalistinnen und Journalisten nicht ersetzen könne, sondern als Werkzeug für Routineaufgaben und modulare Formate diene. Menschen brauche es im Journalismus weiterhin: “Natürlich gibt es Aufgaben wie das Layout, die automatisiert werden können. KI kann aber keine Redaktion ersetzen, höchstens unterstützen. Ohne Menschen, die unabhängig recherchieren, Inhalte einordnen und sowohl den Protagonisten als auch dem Publikum auf Augenhöhe begegnen, verliert der Journalismus seinen Kern.”
Weiterer Lesetipp: Umfrage: Können Journalisten bald weg?: “Correctiv und journalist haben in einer Umfrage 128 Medienschaffende in ganz Deutschland befragt, wie sie KI im Redaktionsalltag nutzen – und wovor sie Angst haben. Hier veröffentlichen wir erstmals Zahlen und Ergebnisse aus unserem Datensatz” (journalist.de, Karolin Arnold).
2. Chinas stille Einflusskampagne in den griechischen sozialen Medien
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Kommunistische Partei Chinas baue in Griechenland ein verdecktes Netzwerk von Influencerinnen auf, um über Social-Media-Plattformen verdeckte Auslandspropaganda zu betreiben. Wie die Recherche von “Greece Fact Check” zeige, würden scheinbar harmlose Lifestyle-, Reise- und Food-Videos auf Griechisch mit politischer Einflussnahme verknüpft: “Reporter ohne Grenzen (RSF) fordert die griechischen Behörden auf, die Finanzströme zwischen den Influencerinnen und chinesischen Propagandanetzwerken zu untersuchen. Sie sollen klären, ob es sich um eine größere ausländische Einmischungskampagne handelt.”
3. Tipps aus dem Lokalen: Berichten über geschlossene Milieus
(netzwerkrecherche.org, Maria-Mercedes Hering)
Bei einem Online-Fachgespräch hätten die Lokaljournalistinnen und -journalisten Patricia Huber, Alexander Kalski und Steffen Krapf praxisnahe Strategien für Recherchen im Übergangsbereich von Esoterik und Rechtsextremismus vorgestellt. Zentral seien dabei fundierte Kenntnisse szeneinterner Codes, der Einstieg über Mobile Beratungsstellen sowie strukturierte OSINT– und Organigramm-Analysen. Zum Eigenschutz rät das Trio zu umfassenden Gefahrenanalysen. Hilfreich seien auch Notfallketten bei Vor-Ort-Terminen und Auskunftssperren im Melderegister.
4. Ein Land in der Südwest Presse
(kontextwochenzeitung.de, Josef-Otto Freudenreich)
Josef-Otto Freudenreich kritisiert die Übernahme und redaktionelle Angleichung der “Stuttgarter Zeitung” durch die Ulmer Neue Pressegesellschaft. Seit dem 1. Oktober erhalte die Leserschaft von rund 30 ehemals eigenständigen Titeln nahezu identische Mantelinhalte der “Südwest Presse”. Chefredakteur Joachim Dorfs fungiere dabei laut Freudenreich als willfähriger Vollstrecker eines rigorosen Sparkurses, der zu massivem Stellenabbau und einem dramatischen Qualitätsverlust geführt habe.
5. Globale Wissenschaftskommunikation: Wer bestimmt, welches Wissen zählt?
(de.ejo-online.eu, Susanne Fengler)
“Internationale Forschungskooperation gilt meist als uneingeschränkt positiv. Doch wer legt die Themen gemeinsamer Projekte fest? In welcher Sprache wird publiziert? Welche theoretischen Ansätze gelten als international relevant – und wer übernimmt die oft unsichtbare Arbeit des Übersetzens, Koordinierens und Vermittelns?” Diesen Fragen ist Susanne Fengler, Professorin für internationalen Journalismus an der TU Dortmund, beim “European Journalism Observatory” nachgegangen.
6. Wir wissen, was zu tun ist!
(taz.de, Ann-Kathrin Leclere & Rahel Bueb & Anastasia Zejneli & Valérie Catil & Ambros Waibel)
Ausgehend von einem realen Vorfall auf einem Flydubai-Flug, bei dem ein Passagier dank der TV-Dokureihe “Mayday – Alarm im Cockpit” einen Absturz habe verhindern können, reflektieren verschiedene “taz”-Autorinnen und -Autoren über den praktischen Nutzen von Popkultur. Serien und Hörspiele würden demnach oft unerwartetes Alltagswissen oder prägende Grundeinstellungen vermitteln.
