1. “Die falsche Debatte”
(frau-dingens.de, Mina)
Mina analysiert Feuilleton-Artikel zur Technik der Zukunft: “Das Bildungsbürgertum wehrt sich mit letzter Kraft gegen die digitale Durchdringung der Gesellschaft, die so viele Nachteile anderer Milieus ausgleichen kann, und somit den eigenen Status gefährdet.”
2. “Banal, belanglos, Müller-Hohenstein”
(berliner-zeitung.de, Anne Burgmer)
Katrin Müller-Hohenstein berichtet für das ZDF von der Fußball-Weltmeisterschaft: “Müller-Hohenstein berichtet, wo es nichts zu berichten gibt. Sie erklärt während der Live-Schalte in den Fernsehgarten, wann die Mannschaft gelandet ist, dass sie dann im Bus weiterfuhr und schließlich auf die Fähre wechselte. Und dann wieder in den Bus. Und dann Koffer auspackte.”
3. “Were Luis Suárez’s bite marks Photoshopped?”
(theguardian.com, Jonny Weeks, englisch)
Fußball: Die Debatte um ein Foto von Tony Gentile (Reuters), das eine Bisswunde an der Schulter von Giorgio Chiellini zeigt.
4. “Neue Maulkörbe für Chinas Journalisten”
(derstandard.at, Johnny Erling)
Medienfreiheit in China: “Unter dem Slogan ‘Kampf gegen Gerüchteverbreiter’ wurde eine Reihe sogenannter Blogger-Meinungsführer unter Straftatsvorwürfen festgenommen und mit Schuldeingeständnissen als reuevoll auftretende Sünder im TV vorgeführt. Einfachen Bloggern wird mit Strafverfolgung gedroht, falls von ihnen ins Netz gestellte (Falsch-)Nachrichten mehr als 500-mal weitergeleitet werden.”
5. “Wer ist das Volk?”
(sueddeutsche.de, Sonja Zekri)
Medienfreiheit in Ägypten: “Zehntausende politische Gefangene, Hunderte Todesurteile und sechs tote Journalisten seit vergangenem Jahr haben ein Klima geschaffen, in dem nach den Worten des Schriftstellers Alaa al-Aswani ‘nur eine Meinung erlaubt ist, ein Gedanke in den immer gleichen Worten.'”
6. “Klicks sind tot: Upworthy veröffentlicht Code, um Aufmerksamkeit zu messen”
(t3n.de, Kim Rixecker)
Kim Rixecker schreibt über den Blogbeitrag “Implementing Attention Minutes, Part 1” (upworthy.github.io, Zane Shelby, englisch). “Mittels verschiedener Scripte soll genau gemessen werden, ob eine Seite derzeit aktiv ist und wie lange der Besucher sich beispielsweise ein Video auf der Seite anschaut.”


Auch im “Kölner Stadt-Anzeiger”, ebenfalls ein Schwesterblatt von “fitmio”, erschienen Anfang des Jahres mehrere scheinbar redaktionelle Beiträge zum Thema Fitness und Abnehmen, die für “fitmio” warben. Die Rechtsabteilung des Verlages argumentierte hier aber anders: In der Beschreibung des Programms sei ausdrücklich erwähnt, dass es “in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule und dem Anti-Diät-Club angeboten” werde. Und den “Anti-Diät-Club” des “Kölner Stadt-Anzeigers” gebe es schon seit 2005; er sei den Lesern bestens bekannt und mit dem “Kölner Stadt-Anzeiger” untrennbar verbunden. Durch die Erwähnung des “Anti-Diät-Clubs” wüssten “Stadt-Anzeiger”-Leser, dass es sich bei “fitmio” um ein Angebot der Zeitung handele.
Der Presserat fand das nicht überzeugend und sah auch hier einen Verstoß gegen Ziffer 7 des Pressekodex. “Um dem Leser klar zu verdeutlichen, dass ein Eigeninteresse des Verlages an den Veröffentlichungen vorliegt und somit die Beiträge einen kommerziellen Charakter haben, hätte es eines eindeutigen Hinweises bedurft.” Dieser sei lediglich in einem Artikel vorhanden gewesen (Ausriss rechts), der deshalb auch nicht kritisiert wurde.