Frank Schirrmacher, Krautreporter, Chelsea Manning

1. „BILD-Studientrilogie: Nicht die Ereignisse bestimmen die Berichterstattung, sondern die eigene Vorhersage“
(carta.info, Wolfgang Storz und Hans-Jürgen Arlt)
Wolfgang Storz und Hans-Jürgen Arlt stellen den Journalismus der „Bild“-Medien als „Kanonenfutter für die Rendite“ dar, er werde nicht als „respektables Handwerk, dessen Regeln den Geschäften Grenzen setzt“, betrieben: „Pressefreiheit wird als Gewerbefreiheit verstanden, journalistische Unabhängigkeit als Möglichkeit missbraucht, die eigenen Interessen ohne Rücksicht auf alles andere zu bedienen.“

2. „Informationen, fünf mal aufgekocht bitte“
(malguckenwielangeichblogge.blog.de)
Berichterstattung, die basiert auf einer kurzen Medienmitteilung des Managements von Michael Schumacher, zum Beispiel auf n-tv.de: „Der einzig relevante Artikel ist derjenige, in dem die Pressemitteilung seiner Managerin im Wortlaut geschrieben wird. Alles andere ist für das Klickvieh unter den Internetusern, die tatsächlich daran glauben, hinter den fünf verschiedenen Links fünf verschiedene Inhalte zu finden.“ Siehe dazu auch „RTL Aktuell Spezial: ‚Schumacher ist sicher nicht in einem ganz top-fitten Zustand'“ (faz.net, Stefan Niggemeier).

3. „Wie ich Frank Schirrmacher nicht kennenlernte“
(kutter.antville.org)
Der Kutter schreibt zum Tod von Frank Schirrmacher: „Manche Nachrufe auf Schirrmacher lesen sich wie Heiligsprechungen. Mir persönlich bleibt er weniger als Großfeuilletonist, Thesenmaschine, Debattenanzettler oder Ausnahmezustands-Apokalyptiker in Erinnerung, sondern als jemand, dem die Entdeckung abseitiger Adressen diebische Freude bereitete und dem seine Begeisterung auch für kleine Albernheiten nicht zu schade war.“

4. „Die Ambivalenz, die geistige Überlegenheit in sich trägt“
(ueberschaubarerelevanz.com)
Muriel Silberstreif findet den FAZ-Nachruf auf Frank Schirrmacher von Edo Reents, „Ein sehr großer Geist“, etwas übertrieben: „Ihr dürft es mir gerne sagen, wenn ihr es anders seht, aber mir kommt dieses intellektuelle Säbelgerassel schon äußerst armselig vor, und ich kenne Frank Schirrmacher wie gesagt nicht, und habe aus den geringen Erfahrungen mit seinem Werk schon ehrlich gesagt den Eindruck gewonnen, dass er mit mir nicht viel gemein hatte, aber ich zumindest würde mich gleich noch ein paar Meter tiefer in den Boden schämen, wenn ich wüsste, dass jemand nach meinem Tod so prahlerischen Mist über mich schreiben würde.“

5. „die unterstützer der krautreporter“
(achim-tack.org)
Wie sich kleine und große Spenden aufteilen beim am letzten Freitag zustandegekommenen Crowdfunding der Krautreporter.

6. „The Fog Machine of War“
(nytimes.com, Chelsea Manning, englisch)
In einem Gastbeitrag schreibt Whistleblower Chelsea Manning über in die US-Armee eingebettete Journalisten. „Reporters naturally fear having their access terminated, so they tend to avoid controversial reporting that could raise red flags.“