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1. “Die Medienmacht der SPD bröckelt: Die DDVG, ihre Zeitungen und Dietmar Nietan” (blogs.faz.net/medienwirtschaft, Jan Hauser)
Jan Hauser beleuchtet die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG), das Medienbeteiligungsunternehmen der SPD. “Umstritten war und ist der Besitz, weil die Medien über die SPD berichten – und das unabhängig machen sollten.”
2. “Die Talkshow ist das Dschungelcamp der Mittelschicht” (carta.info, Wolfgang Michal)
Wolfgang Michal denkt nach über Talkshows: “Weil die emotionale Anbindung der Zuschauer an eine Talkshow sowohl positiv als auch negativ funktioniert (Hauptsache Emotion!) sind die Moderatoren die Stargäste ihrer eigenen Shows. Die Moderatoren stehen im Mittelpunkt, und folgerichtig heißen die Talkshows wie sie. Die übrigen Gäste sind mehr oder weniger Staffage für die Performance des Moderators.”
3. “Die Hoffnungsträger der Öffentlich-Rechtlichen 2014” (dwdl.de, Torsten Zarges)
Torsten Zarges identifiziert die “die sieben größten öffentlich-rechtlichen Hoffnungsträger 2014”: Bjarne Mädel, Christine Strobl, Daniel Fiedler, Bernhard Gleim, Stephan Denzer, Tom Buhrow und Jan Böhmermann.
5. “Kairos Regierung schüchtert Medienschaffende ein” (derstandard.at, Astrid Frefel)
Astrid Frefel berichtet aus Ägypten: “Am vergangenen Wochenende waren zwei Online-Nachrichtenbüros in Kairo an der Reihe: Sie wurden von Sicherheitsbeamten überfallen; Kameras und Computer wurden konfisziert, die Mitarbeiter festgenommen und später wieder freigelassen.”
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1. “Salzburger Schauspielchef kommt nicht nach Düsseldorf” (rp-online.de, Annette Bosetti)
Die Landeshauptstadt Düsseldorf und das nordrhein-westfälische Kulturministerium dementieren einen Bericht von “Bild” zur Besetzung des Intendanten am Düsseldorfer Schauspielhaus.
2. “Ich verabschiede mich!” (christiane-f.com) Christiane F. zieht sich erstmal zurück aus der Öffentlichkeit. “Ich pendle zwischen dem Glamour der TV-Studios in Hamburg und Paris und dem Gammel im Berliner Obdachlosenheim, wo Freunde von mir leben, die ich dort auch besuche. (…) Ich bin eine kranke Frau Anfang 50. Ich kann nicht einmal längere Strecken mit der Bahn fahren, ohne dass ich drei Mal aussteigen muss. Es ist mir zu voll da drin, zu laut, zu warm. Ach, ich bin einfach kein Promi, wie ihr ihn sonst so kennt. Viele Erwartungen kann ich einfach nicht erfüllen.”
3. “Bedrohte Pressefreiheit” (zdf.de, Video, 8:30 Minuten)
Frontal 21 berichtet über den Zustand der Pressefreiheit in Deutschland und den USA.
4. “Selektiv: Medien-Echo auf Snowden-Interview” (ndr.de, Video, 5:02 Minuten)
Das Medienmagazin des NDR holt Stellungnahmen ein zu einem von einer NDR-Tochter produzierten und vermarkteten und auf ARD ausgestrahlten Interview mit Edward Snowden, das “in die Mühlen von Kollegenneid, Quotenkalkül und Vermarktungsdruck geraten” sei.
5. “Zehenmassage” (medienspiegel.ch, Andrea Masüger)
Andrea Masüger verfolgt einen “Lichtbildvortrag” von Christoph Keese: “Während zwei Dritteln seines Vortrags zeigte der Referent vor allem Fotos aus dem Familienalbum. Unternehmer A mit Springermann B beim Koteletten braten, Berater C mit Springer-Forscher D beim Cola saufen, Entwickler E mit Springer-Techniker F beim Popcorn naschen. Alles natürlich unglaublich locker und familiär, was bei Amerikanern ja eine Neuheit ist.”
“Man kann Alfred Neven DuMont glauben, dass ihn der Wunsch nach gutem Journalismus antreibt.”
(“Der Spiegel”, 5/2014)
Der Jahresanfang ist die Zeit, in der die Menschen sich ganz besonders für Diäten interessieren, und deshalb ist es auch die Zeit, in der die Medien ganz besonders viel über Diäten berichten. Die Zeitungen der Mediengruppe M. DuMont Schauberg tun es in diesem Jahr mit ganz besonderem Eifer.
Der Kölner “Express” hat auch eine Serie im Angebot, eine “große Stoffwechsel-Fibel” namens “Enorm in Form”, mit “Tipps vom Experten”, wie man sich schlankschläft und wie man den Jojo-Effekt vermeidet und der überraschenden These: “Wer abnehmen will, muss essen!” Der Experte ist in jedem Fall Ingo Froböse, ein Professor an der Deutschen Sporthochschule Köln — und empfiehlt jedesmal dessen kostenpflichtiges Abnehm-Programm “fitmio”.
Und die Boulevard-Variante aus dem “Express” steht mit demselben Experten und derselben Empfehlung auf den Online-Seiten von “Berliner Kurier” und “Hamburger Morgenpost”.
In einer konzertierten Aktion werben die Medien von M. DuMont Schauburg in großen, scheinbar redaktionellen Serien für “fitmio”, das kostenpflichtige Abnehmprogramm von Professor Froböse, und verlinken praktischerweise auch direkt dorthin.
Das lässt sich leicht erklären, allerdings findet sich diese Erklärung nicht auf den Seiten dieser Zeitungen. Das kostenpflichtige Abnehmprogramm “fitmio” mit Prof. Dr. Ingo Froböse, dem “Experten an Ihrer Seite”, ist ein Unternehmen der DuMont Net GmbH & Co. KG, einer hundertprozentigen Tochter der Mediengruppe M. DuMont Schauberg.
Der Verlag M. DuMont Schauberg ist also mit seiner Internet-Tochter Betreiber eines Abnehmprogramms mit Ernährungs- und Bewegungsplan inklusive Motivationsvideos von Prof. Dr. Froböse, das immerhin 79 Euro kostet. Und nutzt seine Zeitungen und deren Online-Seiten, dieses Angebot im redaktionellen Teil und ohne Hinweis auf die wirtschaftliche Verquickung zu bewerben. Er lässt eine Leserin sogar scheinbar unabhängig das Angebot testen. Die 47-jährige TV-Programmplanerin aus Bergisch Gladbach ist, Überraschung, sehr angetan.
Auf den “fitmio”-Seiten lacht übrigens treuherzig folgender Hinweis:
“Ich bin der Spiritus Rector der Redakteure”, sagt Alfred Neven DuMont, der Patriarch des Verlages, dem “Spiegel”, der ihn als positives Gegenbeispiel zu Mathias Döpfner, dem Vorstandsvorsitzenden von Axel Springer darstellt. “Man muss doch Leidenschaften haben. Das Schlimmste für mich wäre, Bankier zu sein und nur noch an das Geld denken zu müssen.”
Neven DuMont sagt: “Ich glaube an die Zeitung.” Zumindest weiß sein Verlag, wofür sie noch nützlich sein kann.
Mit Dank an Kai B.!
Nachtrag, 30. Januar. Aus dem Internetauftritt der “Frankfurter Rundschau” sind die Artikel mit der “fitmio”-Werbung plötzlich verschwunden.
Beim olympischen Fackellauf in Russland ist am Wochenende ein Mann festgenommen worden. Den Grund dafür beschreibt die Nachrichtenagentur AP so:
Ein homosexueller Aktivist ist bei dem Staffellauf mit der olympischen Fackel in Russland festgenommen worden, weil er eine Regenbogenfahne zeigte. Von seinen Freunden ins Internet gestellte Fotos zeigen Pawel Lebedew, wie er die Fahne herausholt und dann von Sicherheitsleuten überwältigt wird.
In den Artikeln entsteht der Eindruck, als hätten die Sicherheitskräfte den Mann plötzlich in der Menge entdeckt und sofort festgenommen — nur “weil er eine Regenbogenfahne zeigte.”
Was der Leser aber nicht erfährt: Es gibt noch mehr Fotos von dem Vorfall. Und die legen einen etwas anderen Schluss nahe. Denn der Aktivist hat die Flagge nicht etwa nur “am Rande der Strecke” gezeigt, sondern die Absperrung durchbrochen:
Auch eine Sprecherin der Aktivistengruppe erklärte später:
“[Lebedew] wurde festgenommen, weil die Straße für den Fackellauf gesperrt war und niemand vor die Absperrung durfte.”
(Übersetzung von uns.)
Die Regenbogenflagge war in diesem Fall also offensichtlich doch nicht der (alleinige) Grund für das Einschreiten der Sicherheitsleute — auch wenn so etwas durchaus zu Putins Umgang mit Homosexuellen passen würde.
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1. “EIL! BREAKING! Oder nicht?” (udostiehl.wordpress.com, Udo Stiehl)
Obwohl der Sturz einige Tage zurückliegt und die Folgen überschaubar sind, verbreiten viele Medien die Nachricht von Angela Merkels Skiunfall als “Eilmeldung”. Für Udo Stiehl ist das symptomatisch: “Hat eine Information auch nur annähernd das Zeug dazu, rote Bauchbinden in ‘Nachrichtensendern’ zu füllen – her damit. Das zieht Blicke, das bringt Klicks, das hält den Namen des Mediums im Gespräch.” Er sieht es als Aufgabe der Medien an, substanzlose Eilmeldungen auszufiltern und nicht sofort weiterzureichen.
3. “Die verlassenen Orte der Hauptstadt” (tagesspiegel.de, Paula L. Pleiss)
Der Artikel stellt das Blog “Abandoned Berlin” von Ciarán Fahey vor: “Er überwindet Absperrungen, verschließt die Augen vor den Betreten-verboten-Schildern der Stadt und des Umlands. Er sucht gezielt nach verlassenen Orten, die für die Öffentlichkeit normalerweise unzugänglich bleiben.”
4. “Das Jahr 2014 wird schlimm (für die Geschichte)” (fyg.hypotheses.org, Jan Taubitz)
Die Medienberichterstattung zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs ist auf vollen Touren. Jan Taubitz warnt davor, Parallelen zur heutigen Situation zu ziehen: “Denn wer ist heute in der Rolle von Frankreich, Russland, Österreich-Ungarn, den Balkan-Ländern, dem Osmanischem Reich, den USA und so weiter? Ist Taiwan dann Serbien oder doch eher Japan?”
5. “Die Angst der deutschen Journalisten vor dem Aktivismus” (carta.info, Wolfgang Michal)
In der Diskussion um Aktivismus und Journalismus wirft Wolfgang Michal einen Blick in die Vergangenheit: “Aktivistische Journalisten begnügen sich nicht mit neutralen Beschreibungen ‘dessen, was ist’, sie streben Gesetzesänderungen, Politikwechsel, ja Umsturz an.” Günter Hack hingegen beschreibt bei “Zeit Online” eine Verschmelzung zwischen Aktivismus und Journalismus.
6. “‘Freiheits-Brandmelder’ beschäftigen Polizei” (wn.de, Joachim Edler)
In Warendorf werden von Unbekannten “Freiheitsmelder” installiert — die Kästen sehen aus wie Brandmelder, enthalten aber jeweils nur ein Zitat zum Thema Freiheit. “Die Pseudo-Brandmelder beschäftigen allerdings jetzt die Polizei. Es wurde Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Der Kasten war mit Zweikomponenten-Kleber an der Hauswand einer Rechtsanwaltskanzlei platziert worden — beim Entfernen blieben Rückstände.”
Im Jahr 1995 fragte der Limonadenhersteller Bluna in seiner Werbung: “Sind wir nicht alle ein bißchen Bluna?”. Im Jahr 2013 zeigte sich, dass viele Journalisten, wenn schon nicht Bluna, dann zumindest ein bisschen bekloppt sind.
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1. “Schweigen statt Schreiben” (tagesspiegel.de, Paul Flückiger)
Paul Flückiger schreibt über die Situation der Medien in der Ukraine.
2. “Die Viralbranche hat die Online-Medienlandschaft verändert” (netzwertig.com, Martin Weigert)
Martin Weigert zählt einige grundsätzliche Gemeinsamkeiten in den “Erfolgsrezepten der Klickmonster und BuzzFeed-Imitatoren” auf: “Der Großteil des Traffics stammt aus Social Networks, allen voran von Facebook. Die meisten Inhalte sind eher seicht und emotional aufgeladen denn faktisch relevant. Überschriften werden laufend verfeinert und verändert, Ästhetik, Stil und Wahrheitsgehalt werden der Fähigkeit zum Anlocken möglichst vieler Nutzer untergeordnet. Daten, nicht menschliche Beschlüsse, entscheiden über Schlagzeilen, Platzierungen und Veröffentlichungszeitpunkte.”
3. “Closed to the press: Image control at the White House” (blogs.afp.com, Tangi Quemener, englisch)
Die US-Regierung verbreitet viele eigene Bilder und verwehrt unabhängigen Fotografen den Zugang: “Souza and the other official photographers are paid by the state and of course are loyal to the administration. Obviously they aren’t going to portray Obama in an unflattering way, and every image that is released has been carefully screened and selected.”
4. “‘Es wäre ein provokativer Gag'” (bazonline.ch, Seraina Gross)
Der Westschweizer Publizist Jacques Pilet im Interview: “Wir müssen wieder selbst nachdenken, wir müssen versuchen, uns wieder ein eigenes Bild zu machen. Stattdessen rufen wir Spezialisten an, mit Vorliebe Politologen. Als ob der Politologe über eine Art Superintelligenz verfügen würde, als ob er etwas wüsste, worauf ein guter Journalist nicht selbst kommen würde, wenn er ein paar Minuten nachdenken würde. Das kommt einer Demission gleich. Die Journalisten sind daran, sich selbst von ihrem Beruf zu verabschieden.”
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1. “Toms Revier” (taz.de, Daniel Bouhs)
Daniel Bouhs stellt den Mediendienst DWDL (“Das weiß der Lückerath”) vor. Nachtrag, 13:15 Uhr: Wofür “DWDL” tatsächlich steht, bleibt unklar. Thomas Lückerath schreibt, das müsse ein Geheimnis bleiben, weil sonst alle enttäuscht wären.
3. “Mauscheln in Marl” (tagesspiegel.de, Sabine Sasse)
Das Grimme-Institut in Marl sucht einen Nachfolger von Geschäftsführer Uwe Kammann. 17 Kandidaten sollen sich auf die öffentlich ausgeschriebene Stelle beworben haben – die entsprechen “aber offenbar nicht den Vorstellungen der Gesellschafter des Instituts”.
4. “Wie findest du Wasser?” (dirkvongehlen.de)
Dirk Von Gehlen schreibt über Buzzfeed: “Für mich ist Buzzfeed (als bekanntestes Beispiel für eine relativ neue Form des sozialen Publizierens) nichts anderes als digitaler Boulevard – und zwar in beiden Ausprägungen der Beschreibung: Boulevard im Sinne der journalistischen Form (was auf der Straße diskutiert wird) und digital im Sinn der vernetzten Distribution.”
5. “Why Everyone Will Totally Read This Column” (online.wsj.com, Farhad Manjoo, englisch)
Ein Porträt von Neetzan Zimmerman, der seit 2012 bei Gawker ist und dort mit Viralinhalten regelmässig für die höchsten Klickzahlen sorgt: “‘Within 15 seconds, I know whether an item is going to work,’ Mr. Zimmerman says. He usually has a headline ready to go a few seconds after that. ‘It’s a biological algorithm,’ he says. ‘I’ve put myself into the system—I’ve sort of become the system—so that when I see something I’m instantly thinking of how well it it’s going to do.'”
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1. “TV-Quote am Ende – Wertverlust einer Währung” (ndr.de, Video, 5:06 Minuten)
Bei der Messung der Einschaltquote sollen neu auch Werte aus den Mediatheken der Sender berücksichtigt werden, doch Tablets und andere mobile Geräte nicht. Auch “was auf YouTube oder Facebook passiert, wird nicht gemessen”.
2. “Der Blutrausch der Medien” (cicero.de, Christoph Schwennicke)
“Cicero” widmet sich in der Dezemberausgabe dem “Blutrausch der Medien”: “Der rasende Takt der Online-Medien gibt Richtung und Tempo einer zunehmend besinnungslosen Hatz vor. Heraus kommt Hochfrequenz-Journalismus, der keine Zeit mehr zum Nachdenken lässt. Es geht zu wie an der Schießbude: Jeder darf mal draufhalten.”
3. “Tage mit Gurlitt” (spiegel.de, Özlem Gezer)
Wie die aktuelle Titelgeschichte des “Spiegel” über Cornelius Gurlitt entstanden ist: “Ich hatte eine Fahrstuhlfahrt Zeit, um Cornelius Gurlitt davon zu überzeugen, dass ich mit ihm Taxi fahren darf. Es wurde der Beginn einer viertägigen Reise, bei der ich nie wusste, wann sie enden wird.”
4. “Der Taliban geht um” (blogs.tageswoche.ch, Renato Beck)
Daniel Wahl von der “Basler Zeitung” schreibt über “Hetzschriften”, die Muslime in Basel verteilen. Wie er auf Anfrage mitteilt, gehört er jedoch selbst einer evangelischen Freikirche an, die fragwürdige Positionen vertritt. Die “Tageswoche” zitiert, leicht abgewandelt, aus Schriften dieser Freikirche.
5. “Fachblatt für Homophobie” (pantelouris.de)
Das von der “Bild am Sonntag” auf der Titelseite verhandelte Sexualleben eines Bayerischen Landrats: “Natürlich impliziert BILD, er hätte sein Sexualleben als offen homosexueller Politiker irgendwie öffentlich gemacht (‘Michael Adam, jung, schwul, evangelisch, gilt als moderner Hoffnungsträger der Bayern-SPD.’), aber dann müsste man im Intimleben eines jeden Politikers herumschnüffeln dürfen, der je seinen Partner irgendwohin mitgenommen hat.”
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1. “BILD möchte sich durch Gnade für Wulff rehabilitieren” (heise.de/tp, Alexander Dill)
Im Prozess gegen Christian Wulff vor dem Landgericht Hannover “könnte sich nun herausstellen, dass Wulff keine Leichen im Keller hatte. Diese Erkenntnis bliebe nicht ohne Auswirkung auf die Beurteilung der charakterlichen wie der journalistischen Eignung von Bild-, Spiegel- und Süddeutsche-Redakteuren für das Kommentieren und Recherchieren im Privatleben deutscher Politiker”.
2. “In eigener Sache: ‘Politiker hat Sex! Skandal!'” (regensburg-digital.de, Stefan Aigner)
Stefan Aigner kommentiert die Titelschlagzeile “Bayerischer Landrat: Sex im Amt” der “Bild am Sonntag”: “Ein Politiker hatte Sex, eine Affäre und wird mit vollem Namen, Foto und Details an den Pranger gestellt. Er hat nichts Illegales getan, kein Geld veruntreut, niemanden bestohlen oder erpresst. Es war freiwilliger, einvernehmlicher Geschlechtsverkehr – manchmal vielleicht an ungewöhnlichen Orten. Sex eben!”
3. “Verlage behandeln Trauerfamilien als Goldesel” (infosperber.ch, Matthias Strasser)
Matthias Strasser kritisiert die Mindestgröße von Traueranzeigen in Zeitungen: “Pikant ist: Grösser geht, nur kleiner darf man die Toten nicht betrauern.”
5. “Ökonomisch erfolgreiche Aufdecker” (diepresse.com, Jutta Sommerbauer)
Die 2008 gegründete Internetzeitung Mediapart: “Der Erfolg von ‘Mediapart’ verdankt sich nicht Anzeigen, staatlichen Zuschüssen oder einem Mäzen. Auf Werbung verzichtet das Portal gänzlich. Erfolgreich ist das Start-up aufgrund seiner 80.000 Abonnenten, die für die Vollversion der Storys je neun Euro im Monat zahlen.”
6. “Rausgeworfen, ausgenommen, ausgetrickst” (sueddeutsche.de, Antonie Rietzschel)
Eine 63-Jährige setzt sich ein für einen Obdachlosen, die Situation stellt sich später als “ein Experiment für eine TV-Serie” heraus. “Warum sie nichts über das TV-Experiment wusste, erklärt der Produktionsleiter damit, dass sie so plötzlich verschwunden sei. Man habe sie nicht mehr aufklären können.”