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Keuschi, Dichter, Dzhokhar Tsarnaev

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Kirchenkänguru Keuschi ist Hoax”
(heise.de, Peter Mühlbauer)
Die Erzdiözese Wien dementiert einen Bericht, der behauptet, die katholische Kirche wolle mit dem Känguru Keuschi Jugendliche für die Enthaltsamkeit vor der Ehe gewinnen. “Wer etwas genauer hinsah, der konnte feststellen, dass bei den Bildcredits nicht nur ‘Erzdiözese Wien’, sondern auch ‘Fotomontage’ stand. Und wer auf den etwas versteckten Link ‘Über uns’ klickte, dem wurde versichert, dass ‘ausnahmslos alle Artikel [auf dem Portal] frei erfunden’ sind. Trotzdem wurde die Meldung auf Facebook und in Tweets massenhaft für bare Münze genommen.”

2. “Der ‘Spiegel’ rafft sich nicht zu einer Aufarbeitung seiner dunklen Aids-Zeit auf”
(stefan-niggemeier.de)
Wie der “Spiegel” umgeht mit Kritik an seiner Aids-Berichterstattung in den 1980er-Jahren: “Der ‘Spiegel’ tut so, als gebe er ehrlich die Kritik an sich wieder und beschönigt sie dabei. Mir fiele dazu das Wort ‘unverfroren’ ein, aber vermutlich ist es viel schlimmer: Gedankenlos.”

3. “Here’s what the perfect women’s magazine would look like”
(newstatesman.com, R. Cosslett und H. Baxter, englisch)
Vorschläge, wie das perfekte Frauenmagazin aussehen könnte.

4. “The Inconvenient Image of Dzhokhar Tsarnaev”
(newyorker.com, Ian Crouch, englisch)
Ian Crouch macht sich Gedanken über die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift “Rolling Stone” mit Dzhokhar Tsarnaev auf dem Titelbild. “What is so troubling about this image, and many of the others that have become available since April, is that Tsarnaev really does look like a rock star.”

5. “Gezielter Tabubruch”
(dradio.de, Fabian Elsäßer)
Fabian Elsäßer kommentiert die Medienberichterstattung über einen neuen Song von Bushido (BILDblog berichtete): “Die größte Strafe für einen wie Bushido wäre etwas anderes: totale Ignoranz durch diejenigen, die Öffentlichkeit herstellen.”

6. “Vielleicht Dichter”
(matthias-schumacher.com)
Wo ist der Dichter geblieben, fragt Matthias Schumacher: “Ja gäbe es noch Dichter, die sich als Dichter verstünden, die weit über das Sich-ins-Fernsehen-einladen-Lassen und Neues-Buch-in-die-Kamera-Halten hinausgingen, die etwas zu sagen hätten, das in noch keinem ihrer Bücher gedruckt wäre und das sie nicht aus verkaufsfördernden Gründen sagen würden. Ja wenn! Ich will daran glauben.”

Movie2k, Bundestagswahl, Intellektuelle

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1. “The man behind the great Dickens and Dostoevsky hoax”
(guardian.co.uk, Stephen Moss, englisch)
Stephen Moss besucht AD Harvey, der ein angebliches Treffen zwischen Charles Dickens und Fjodor Michailowitsch Dostojewski im Jahr 1862 erfunden hatte. Siehe dazu den sehr ausführlichen Artikel “When Dickens met Dostoevsky” (the-tls.co.uk, Eric Naiman, 10. April, englisch).

2. “Sehnsucht nach dem guten König”
(begleitschreiben.net, Gregor Keuschnig)
Was passiert eigentlich, wenn der Intellektuelle überrascht, fragt Gregor Keuschnig. “Klopfen dann nicht die gleichen, die das Engagement des Intellektuellen mit Verve gefordert haben, die entsprechenden Äußerungen auf ihre eigene Meinung ab? Und was passiert, wenn dies dann nicht mit dem längst vorgebildeten Urteil der Redaktion, der Partei, der NGO übereinstimmt? Mindestens winkt dann das Etikett ‘umstritten’, wenn nicht gar noch Schlimmeres: Der Ausstoß aus dem mehr oder weniger exklusiven Club der gutmeinenden Welterklärer.”

3. “‘Kate: Das Baby ist da!'”
(tagesspiegel.de, Fritz Habekuß)
Schlagzeilen der deutschsprachigen Regenbogenpresse: “Als ‘der neue Mann an Heidi Klums Seite’ wurde Ralf Höcker Lesern einmal vorgestellt. Was daran stimmte: Höcker ist ein Mann. Und neu an der Seite der Moderatorin. Unterschlagen wurde: Er war nur ihr neuer Medienanwalt.”

4. “movie2k-Aus: Diese Portale protifieren”
(meedia.de, Jens Schröder)
Die Streaming-Website Movie2k.to hatte etwa so viele Besucher wie Bild.de oder Spiegel.de. Jens Schröder versucht herauszufinden, wer davon profitierte, als die Plattform im Mai offline ging. “Die Fans der illegalen Portale werden im Umkehrschluss nicht auf legale Plattformen wechseln, so lang es dort eben nicht die neuesten Filme gibt.”

5. “Endlich raus aus dem Sachsensumpf”
(taz.de, Michael Bartsch)
Thomas Datt und Arndt Ginzel werden rechtskräftig freigesprochen: “Beide Journalisten waren 2008 wegen übler Nachrede angeklagt worden. Es ging um zwei Beiträge in Spiegel und in Zeit online, in denen in Frageform die möglichen Verstrickungen sächsischer Justizbeamter in Leipziger Korruptionsnetzwerke beleuchtet wurde.”

6. “protestwahl”
(wirres.net, Felix Schwenzel)
Die Bundestagswahl 2013: Felix Schwenzel hat sich entschieden, “das erste mal in meinem leben nicht wählen zu gehen”. “dann habe ich aber weiter drüber nachgedacht und mich erinnert, dass die enthaltung meistens genau die falschen stärkt. (…) deshalb wähle ich am 22. september die piratenpartei. nicht weil ich ihnen zutraue wirklich etwas zu ändern oder zu entern, nicht weil ich glaube, dass sie bald zu sinnen kommen und sich nicht mehr selbst oder gegenseitig zerreiben, sondern weil sie ein symbol dafür sind, dass sich etwas ändern muss und wir uns auf unsere demokratischen wurzel zurückbesinnen sollten. wer glaubt dass das naiv ist hat möglicherweise recht.”

Aids, Röntgenmann, Züri Fäscht

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1. “Töte deine Feinde! Die schwarze Liste”
(blog.tagesanzeiger.ch, Constantin Seibt)
Was aus den Texten rausgestrichen werden kann: “Stil entsteht dadurch, dass man Unfug nicht stehen lässt. Denn beim Schreiben unterlaufen einem so viele Peinlichkeiten wie im Leben. Nur dass man sie streichen kann.”

2. “Die Schwulen bringen uns allen den Tod: Die Lust des ‘Spiegel’ an der Apokalypse durch Aids”
(stefan-niggemeier.de)
Stefan Niggemeier liest im Archiv des “Spiegel” Texte über Aids, unter anderem von Hans Halter. “Die Berichterstattung des ‘Spiegel’ über Aids in den achtziger und neunziger Jahren war durchaus vielstimmig und bestand nicht nur aus Hysterie und frivolen Ausrottungsfantasien. Aber wenig davon wird eine ähnliche Wirkung gehabt haben wie Halters apokalyptische Texte.”

3. “Qualitätsjournalismus: Der Röntgenmann-Bullshit in der NZZ am Sonntag vom 7.7.2013”
(andreasvongunten.com)
Der in der “NZZ am Sonntag” erschienene Beitrag “Der Röntgenmann”: “Eine ganze Seite komplett unkritisches Porträt, ja ein eigentlicher Werbebeitrag über einen sogenannten ‘Heiler’, der einen Röntgenblick habe, damit durch Wände und vor allem in Menschenkörper hineinsehen und danach kranke Menschen heilen könne, dürfte doch in einer Zeitung, die den Namen NZZ im Titel trägt, auch am Sonntag nicht möglich sein.”

4. “‘Wahr’ oder ‘Pants on fire’?”
(get.torial.com/blog, Bernd Oswald)
Bernd Oswald stellt Politifact.com vor: “Politifact versetzt sich in die Lage einer fiktiven Hausfrau namens Mable, die von einer steilen Politikerthese Wind bekommt und sich fragt: ‘Stimmt das wirklich?’ Manche Hinweise kommen auch von Lesern. Dann legt die Redaktion los: Zuerst kontaktiert sie den Politiker, ob er das wirklich so gesagt hat und fragt nach Quelle und Belegen. Oft beziehen sich Politiker ja auf Studien. Die Redakteure schauen sich diese Quellen an, recherchieren online und offline, führen Interviews, um den Sachverhalt differenziert einschätzen zu können.”

5. “Jörg Thadeusz – Gefangener des ZDF”
(dwdl.de, Hans Hoff)
Die ZDF-Sendung “Durchgedreht” mit Jörg Thadeusz: “Wer hat ihm gesagt, dass es eine gute Idee ist, wenn man fünf Komödianten zu aktuellen Nachrichten improvisieren lässt?”

6. “Der 20min-Live-Ticker zum Züri-Fäscht”
(ahnungslos.ch)
Der Liveticker von 20min.ch zum Züri Fäscht: “Meine Fresse, die Unterhaltungen zwischen zwei Säcken Reis hätten mehr Informationsgehalt. Deshalb, liebe 20 Minuten: Wieso nur, wieso?!”

Kompassnadel, Verwahrung, Universitäten

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1. “Das neue Schreiben”
(journalist.de, Constantin Seibt)
Constantin Seibt schreibt zum Medienwandel. “Die Qualität der Ware, die gefragt ist, ändert sich radikal. Routiniert Gemachtes wird nicht mehr beachtet. Damit ein Artikel virale Qualität gewinnt, damit ein Medium Aufmerksamkeit, Relevanz, Respekt gewinnt, braucht es nicht mehr Nicht-Enttäuschung, sondern etwas ganz anderes: Begeisterung.”

2. “taz.de: Wikipedia schickt uns die meisten Leser”
(blogs.taz.de/hausblog, Sebastian Heiser)
Die Hälfte der taz.de-Leser kommen über einen externen Link auf die Website: “31 Prozent stoßen über eine Suchmaschine auf uns, 6 Prozent über ein soziales Netzwerk und 12 Prozent kommen über andere Webseiten. (…) Google News ist für uns übrigens ziemlich unbedeutend.”

3. “‘Aus heutiger Sicht würde ich das anders formulieren'”
(bazonline.ch, Silvana Guanziroli)
In einem Artikel unter dem Titel “Wird er es wieder tun?” hinterfragte Mathias Ninck, Journalist bei “Das Magazin”, 2009 die Verwahrung eines mehrfachen Vergewaltigers. Der Täter wurde entlassen, steht aber heute wieder vor Gericht, wegen Vergewaltigung. “Den Artikel aus dem Jahr 2009 würde ich heute folglich nicht mehr mit dem Beispiel W. schreiben. (…) Mein Artikel wurde erst im Nachhinein kritisiert: als auskam, dass W. rückfällig geworden war. Vorher wurde der Artikel nie kritisiert, im Gegenteil. In mehreren Kantonen wurde er an Weiterbildungssemi­naren verwendet, um zu illustrieren, wie es im Justizvollzug nicht laufen darf. Der Artikel hatte Beispiel­charakter, so wie ich es beabsichtigt hatte.”

4. “Eklat vor Verleihung der Kompassnadel in Köln”
(die-andere-welt.de, Matthias Honold)
Martin Dannecker will die vom Schwulen Netzwerk NRW verliehene Kompassnadel “für die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz der schwulen Minderheit” nicht an den “Spiegel” überreichen. “Mit ein paar bedauernden Bemerkungen lässt sich die AIDS-Politik des SPIEGEL nicht einebnen. Man kann diese, weil sie nun einmal wirkungsvoll war, nicht zuletzt weil sie niedrige Affekte bediente, nicht einfach zum Verschwinden bringen.”

5. “NSA-Lauscher: Das konnte doch keiner ahnen! Oder?”
(spiegel.de, Sascha Lobo)

6. “Ask Me Anything Episode 1: Most Startling Fact about the German Legal System”
(andrewhammel.typepad.com, Video, 7:46 Minuten, englisch)
Andrew Hammel über Universitäten in Deutschland und den USA.

Hamed Abdel-Samad, Iran, Tagesschaum

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1. “Radikale Islamisten greifen ARD-Fernsehteam an”
(swr.de)
Ein Reporterteam von “Report Mainz” wird in Offenbach von jungen Männern angegriffen und verletzt. Siehe dazu auch ein Interview mit Fritz Schmaldienst.

2. “Islamkritik: Offener Mordaufruf gegen Publizisten Abdel-Samad”
(spiegel.de, Hannah Pilarczyk)
Ein Interview mit Hamed Abdel-Samad, der im ägyptischen Fernsehen offen mit dem Tod bedroht wurde. Siehe dazu auch “Islamisten rufen zu Mord an Deutsch-Ägypter auf” (sueddeutsche.de, Roland Preuß und Tomas Avenarius).

3. “Erstaunliche Nonchalance”
(perlentaucher.de, Matthias Küntzel)
Matthias Küntzel kritisiert die Berichterstattung von “Zeit”-Journalist Ulrich Ladurner zu den anstehenden Wahlen im Iran: “Wen der Wächterrat nicht zugelassen hat – darüber findet sich in der Zeit kein Wort. Dabei sind es gerade jene Nicht-Zulassungen, die den Charakter dieser Scheinwahlen prägen. Von vornherein ausgeschlossen ist, wer die Anweisungen des Revolutionsführers Ali Khamenei nicht bedingungslos befolgt. Pluralismus gilt im Iran als Teufelswerk, die Unterwerfung unter die Scharia als sakrosankt. Von den 686 Kandidatinnen und Kandidaten, die sich dennoch bewarben, wurden 678 ohne Begründung ausgeschlossen, darunter die mit Abstand prominentesten: der Ahmadinejad-Freund Esfandiar Rahim Maschai sowie der ehemalige Präsident Haschemi Rafsandschani.”

4. “You Won’t Finish This Article”
(slate.com, Farhad Manjoo, englisch)
Klickstatistiken, ausgewertet: “When people land on a story, they very rarely make it all the way down the page. A lot of people don’t even make it halfway. Even more dispiriting is the relationship between scrolling and sharing. Schwartz’s data suggest that lots of people are tweeting out links to articles they haven’t fully read. If you see someone recommending a story online, you shouldn’t assume that he has read the thing he’s sharing.”

5. “Tagesschaum Folge 1 (10. Juni 2013)”
(youtube.com, Video, 11:03 Minuten)
Die erste Folge von “Tagesschaum”, bis zur Bundestagswahl jeden Montag, Dienstag und Donnerstag um 23:15 Uhr auf WDR. Siehe dazu auch “Der verlorene Hohn” (freitag.de, Matthias Dell).

6. “Der goldene Schnitt”
(juliane-wiedemeier.de)

Branchenkreise, Praktikanten, Katastrophen

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1. “Politiker, die auf Katastrophen starren”
(einestages.spiegel.de, Danny Kringiel)
Danny Kringiel befragt Andreas Dörner zu Politikern in Katastrophengebieten: “Aus dem Wahlkampferfolg Schröders 2002 hat Merkel auf jeden Fall gelernt, dass man derartige Anlässe nutzen muss, um Symbolpolitik zu machen: Nun zeigt sie sich auch in Wanderstiefeln direkt vor Ort, mit Horst Seehofer an ihrer Seite, der sogar eine Rot-Kreuz-Helferjacke anhat.”

2. “ZEIT WISSEN legt Quellen offen”
(zeit-verlagsgruppe.de)
Die Zeitschrift “Zeit Wissen” will von nun an ihre Quellen offen legen: “Am Ende eines Artikels werden die wichtigsten Quellen genannt, mit denen der Autor gearbeitet hat. In einem kurzen Fließtext in der Randspalte wird erläutert, warum er welche Bücher, Studien oder Internetdatenbanken gelesen und bestimmte Orte besucht sowie Experten befragt hat. Da nicht alle Quellen im Heft aufgeführt werden können, gibt die Redaktion einen Link zu ZEIT ONLINE an, unter dem sämtliche Quellen übersichtlich zusammengefasst sind.”

3. “Gysi setzt sich gegen ‘Bild’ und Kubicki durch”
(neues-deutschland.de)
Gregor Gysi erwirkt vor dem Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen “Bild”: “Wie die Linksfraktion jetzt mitteilte, dürfen ‘Bild’ und Kubicki laut dem Hamburger Landgericht ‘nicht einmal den Verdacht erwecken’, dass es sich bei dem Vermögen von Gysis Mandanten um verschwundenes SED-Vermögen handele.”

4. “Focus Online macht offizielle Infos zu Exklusiv-Meldung aus Branchenkreisen”
(neuhetzki.de, Thorsten Neuhetzki)
Eine Vorabmeldung des “Focus”: “Wie Focus aus Branchenkreisen erfuhr? Eine Pressekonferenz ist jetzt ein Branchenkreis, nur weil wir im Kreis am Tisch gesessen haben, oder wie?”

5. “Unseren Dreck gib uns heute!”
(sonntagonline.ch, Luzia Tschirky)
Luzia Tschirky macht aufmerksam auf das Dasein vieler Praktikanten in Redaktionen: “Es beginnt am ersten Arbeitstag: Der Praktikant kommt auf die Redaktion und niemand ist darauf eingestellt. Es fehlt an Betreuung. Redaktionskollegen machen sich nicht einmal mehr die Mühe, den x-ten Praktikanten kennenzulernen. Wozu auch? In drei Monaten kommt der Nächste. Der Arbeitsalltag auf diesen Redaktionen ist für den Nachwuchs von Langeweile und Unterforderung geprägt. Genommen werden für diese Stellen trotzdem nur die mit Berufserfahrung.”

6. “MEIER: Der beste Brickfilm aller Zeiten! Von Ufos Aliens und der BILD Zeitung”
(youtube.com, Video, 6:30 Minuten)

Heavy Metal, @KaiDiekmann, Doosh

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1. “Kai Diekmann’s lousy tweets”
(onlinejournalismus.de, Fiete Stegers)
Eine Analyse der bisherigen Tweets von @KaiDiekmann, dem Twitter-Konto des “Bild”-Chefredakteurs: “Diekmanns Tweets waren also weder besonders informativ, noch scharfzüngig oder unterhaltsam, sondern eher eine Mischung aus Linkschleuder kombiniert mit Selbstbeweihräucherung im Stil einer schlechten Facebook-Page (wie sie außer Hardcore-Fans wirklich niemanden interessieren kann).”

2. “Kompass: Wie der Heavy Metal in den Leitmedien abschneidet”
(powermetal.de, Stephan Voigtländer)
In einem langen Beitrag schaut sich Stephan Voigtländer die Berichterstattung verschiedener Massenmedien über Heavy Metal an: “Die Stereotypen sind Lautstärke, Lärm, Bier, Drogenkonsum (wenn auch keine harten), aber auch Freigeisterei und Unangepasstheit der Metal-Hörer (dies immer auch mit einer gewissen Bewunderung oder Anerkennung für ‘deren’ Lockerheit oder ich-mach-worauf-ich-Bock-hab-Mentalität verbunden). Und natürlich Wacken. Immer und überall.”

3. “Empört euch nicht!”
(tagesanzeiger.ch, Guido Kalberer)
Guido Kalberer schreibt wider die schnelle, kontextlose Empörung: “Wer mit Recherchen belegt oder – schlimmer noch – widerlegt, was andere tags zuvor vermutet haben, kommt immer zu spät. Die Karawane der Meinungsmacher und Mitmacher ist längst weitergezogen und zeigt keinerlei Interesse mehr.”

4. “Chicago Sun-Times cuts entire photography staff”
(chicagobusiness.com, Lynne Marek, englisch)
Die US-Tageszeitung “Chicago Sun-Times” entlässt alle Fotografen, “will ask the papers’ reporters to provide more photography and video for their stories”.

5. “Gehört Stefan Raabs ‘Doosh’-Duschkopf in den ‘SPIEGEL’?”
(tobiasgillen.de)
Die “Spiegel”-Vorabmeldung “TV-Entertainer Stefan Raab bringt selbst entwickelten Duschkopf in den Handel”: “Passiert denn sonst nichts, außer dass ein TV-Entertainer ein Produkt entwickelt, auf das er beim Grillen mit Freunden gekommen ist?”

6. “Mette, Mette, Fahrradkette”
(topfvollgold.de, Mats Schoenauer)
Medienkritik in der Zeitschrift “Freizeit total”.

Woolwich, Warren Buffett, Konformität

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1. “Medien verbreiten Mörder-Video”
(ndr.de, Video, 5 Minuten)
Pro und Contra zur Veröffentlichung des Amateurvideos nach dem Mordanschlag im Londoner Stadtteil Woolwich. Siehe dazu auch “Blut garantiert Öffentlichkeit” (cicero.de, Alexander Kissler).

2. “Schluss mit kostenlos”
(freitag.de, Jakob Augstein)
“Freitag”-Verleger Jakob Augstein wünscht dem neuen Bezahlmodell von “Bild” im Netz Erfolg. “Wenn Journalismus eine Zukunft haben soll, muss der Leser zahlen. Aber der Leser hat im Netz das Zahlen für Inhalte verlernt.”

3. “Prof. Norbert Bolz über ein ‘echt attraktives Angebot’ der BILD-Zeitung”
(carta.info, Peter Ruhenstroth-Bauer)
Auch Medienwissenschaftler Norbert Bolz lobt “das echt attraktive Angebot”, das “viele Interessenten finden” wird. “Prof. Norbert Bolz ist für die Macher der Springer-Medien kein Fremder: Mal wird er dort als ‘Medienwissenschaftler’, mal als ‘profiliertester Kenner der Medienwissenschaft’ dann wieder als ‘Medienphilosoph’ apostrophiert. Im ARD-Beitrag urteilte er jedoch über die BILD-Online-Bezahlschranke nicht als BILD-Autor, als Referent im ‘Salon’ des Axel Springer Verlags oder als ‘Welt’-Interviewpartner. Hier wurde der unabhängige Medienwissenschaftler befragt.”

4. “Der Einfluss der Eliten auf deutsche Journalisten und Medien”
(ruhrbarone.de, Michael Voregger)
Michael Voregger befragt Uwe Krüger zu seiner Doktorarbeit über die Nähe von Journalisten zur Elite: “Je näher sie den Machthabern und Entscheidern kommen, desto weiter entfernen sie sich von Kritik und Kontrolle. Die Nähe ist meist erkauft mit Konformität.”

5. “Since Twitter hasn’t built a correction feature, here are 3 things journalists can do instead”
(poynter.org, Craig Silverman, englisch)
Craig Silverman glaubt nicht mehr daran, dass Twitter eine Korrekturfunktion bauen wird: “We should instead focus our energies on three areas that will help address the core issue at hand: the spread of misinformation on social networks.”

6. “Warrens Warnung”
(medienspiegel.ch, Edgar Schuler)
80 Zeitungen besitzt Investor Warren Buffett inzwischen teilweise oder ganz. “Die Hoffnung, die Warren Buffett der gedruckten Zeitung scheinbar verleiht, kann man also durchaus auch als Warnung sehen: Nur zum Schnäppchenpreis lohnt die Investition in eine Zeitung. Und auch dann wohl höchstens vorübergehend.”

Hausarbeit, Weltwoche, der Leser

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1. “Was nicht passt, wird passend gemacht. BILD, deutsche Männer und der liebe Haushalt”
(sexismus-stinkt.de, youngrapunzel)
Die gestrige “Bild”-Titelschlagzeile “Die Hausarbeits-Lüge!”: “Bild bezieht sich hier nicht auf eine wissenschaftliche Studie. Auch nicht auf eine neue, repräsentative Umfrage. Bild bezieht sich auf ein Experiment in einer RTL-Show, das in einer einzigen (!) Familie durchgeführt wurde!”

2. “Kurze Theorie der Leser, dieser Bastarde”
(blog.tagesanzeiger.ch, Constantin Seibt)
Journalist Constantin Seibt kümmert sich um den Leser: “Der Leser war ein seltsam doppeltes Wesen: Einerseits dumm wie die Nacht – sobald es nur etwas ironisch oder komplex wurde, verstand er angeblich nicht. Andererseits war er findig wie ein Affe: Sobald etwas um drei Ecken möglicherweise ärgern konnte, strich man es. Kein Wunder, hassten wir diesen stumpfen, spitzfindigen Bastard.”

3. “Spiegel, wir müssen reden”
(kessel.tv, Thorsten W.)
Thorsten W. reflektiert seine Beziehung zum “Spiegel”: “Es waren schon immer die Kleinigkeiten, die mich an dir gestört haben. Aber es sind ja immer die Kleinigkeiten. Die kleinen, schlechten Angewohnheiten. Die Sache mit Hitler auf dem Cover. Dein Kulturteil, der immer soo hochnäsig war. Diese latente Arroganz. Alles immer kritisch sehen und Scheiße finden müssen, auch wenn das Leben halt nicht immer Scheiße ist. Diese mit Stolz vor dir hergetragene Nicht-Ahnung von Computer- und Internetthemen.”

4. “Tanz auf zwei Hochzeiten – kein Konflikt?”
(de.ejo-online.eu, Fabio Baranzini)
Eine Studie zeigt, dass 40 Prozent der freien Journalisten in Deutschland auch im PR-Bereich tätig sind.

5. “Der Monster-Prozess”
(journalist.de, Michael Kraske)
Michael Kraske schreibt zum NSU-Prozess: “Es ist absehbar, dass die Medien der Versuchung erliegen werden, den NSU-Komplex auf wenige Hauptdarsteller zu vereinfachen. Dass viele allein das menschliche Drama erzählen werden, weil die ganze Geschichte zu kompliziert ist. Die Medien haben bei der Mordserie versagt, indem auch sie das Offensichtliche nicht erkennen konnten. Am NSU-Prozess könnten sie erneut scheitern.”

6. “Das grosse ‘Weltwoche’-Theater”
(nzz.ch, Urs Bühler)
In den “Zürcher Prozessen” im Theater am Neumarkt wurde das Wochenmagazin “Weltwoche” wegen Schreckung der Bevölkerung, Rassendiskriminierung und Gefährdung der verfassungsmässigen Ordnung angeklagt. “6 der 7 Geschworenen folgten dem Antrag der Verteidigung und beschlossen den Freispruch, was ein Grossteil des Publikums konsterniert aufzunehmen schien.” Alle drei Prozesstage zum Nachschauen auf srf.ch.

Krisenkommunikation, Lutz Marmor, Netflix

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1. “Hoeneß’ großer Coup”
(wiwo.de, Ferdinand Knauß)
Das “Zeit”-Interview mit Uli Hoeneß sei ein “Lehrstück der professionellen Krisenkommunikation”, schreibt Ferdinand Knauß: “Hoeneß exerziert meisterhaft vor, was ein skandalisierter, gefallener Held in so einer Situation tun muss: Ein öffentliches Umdeutungsmanöver ist notwendig, um aus dem für seine Taten selbst verantwortlichen Sünder ein Opfer der Umstände zu machen. Die Zeitredakteure geben ihm dafür die perfekte Vorlage: ‘Halten Sie sich eigentlich für süchtig?’.”

2. “Herr Marmor, Sie als alter Rocker …”
(journalist.de, Hans Hoff)
Ein Interview. Lutz Marmor: “Ein Intendant ist ein Möglichmacher.” Hans Hoff: “Och, echt?” Marmor: “Doch, genau das ist meine Funktion. Ich muss Freiräume schaffen, rechtliche, kreative und journalistische.” Hoff: “Das Zitat hängen sich jetzt ganz viele Redakteure in ihre Büros und gucken immer wieder drauf, weil sie es nicht glauben können.”

3. “Ha, ha, Haltung”
(zeit.de, Tina Hildebrandt)
Ein Besuch bei der ZDF-“Heute-Show”: “In den USA informieren sich viele Zuschauer, vor allem jüngere, längst nicht mehr über die Nachrichten, sondern nur noch durch die Daily Show, eines der Vorbilder der heute-show. In Deutschland ist das inzwischen ähnlich. Auf Partys kann man Dialoge hören wie: ‘Hast du das mit Nordkorea mitbekommen? Ja, ich hab’s in der heute-show gesehen.'”

4. “Wie Internet und US-Serien die Fernsehgewohnheiten ändern”
(tagesspiegel.de, Bodo Mrozek)
US-Serien haben “die Sehgewohnheiten des Publikums nachhaltig verändert”, schreibt Bodo Mrozek: “Psychologische Konzeptionen lösen die einfache Zuordnung in ein moralisierendes Gut-Böse-Schema ab.”

5. “Comeback mit Online-Serien: Netflix ist wieder obenauf”
(blogs.faz.net, Roland Lindner)
Der Gründer von Netflix, Reed Hastings: “Die Idee für Netflix entstand aus einem Alltagsärgernis. Hastings musste 40 Dollar Säumnisgebühr zahlen, weil er den Film ‘Apollo 13’ zu spät in eine Videothek zurückgebracht hatte. Er fragte sich, ob es kundenfreundlichere Wege des Filmverleihs geben könnte. 1997 rief er Netflix zunächst als Versanddienst ins Leben, der Kunden gegen monatliche Gebühr DVDs per Post nach Hause lieferte, die sie beliebig lange behalten konnten – Porto inklusive, ohne jegliche Strafgebühren.”

6. “I’m still here: back online after a year without the internet”
(theverge.com, Paul Miller, englisch)

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