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“Digital News Report”, Fahrraddemo gegen “Apollo News”, DW-Kürzungen

1. 8 Learnings aus dem Reuters Digital News Report 2026
(socialmediawatchblog.de, Martin Fehrensen)
Martin Fehrensen ordnet den “Digital News Report 2026” (weltweit, deutsch) des Reuters Institute ein und hebt hervor, wie sehr Deutschland vom globalen Trend abweiche: Das Vertrauen in Nachrichten bleibe stabil und lineares Fernsehen ungewöhnlich stark. KI-Chatbots und News-Creator würden als Nachrichtenquelle kaum eine Rolle spielen. Weltweit seien Soziale Medien dagegen erstmals zur wichtigsten Nachrichtenquelle geworden.

2. Umgezogenes Problem
(taz.de, Erik Peter)
Wie Erik Peter in der “taz” berichtet, sei das neurechte Portal “Apollo News” nach Berlin-Kreuzberg gezogen, wo bereits Julian Reichelts “Nius” sitze. Dagegen wollen antifaschistische Initiativen um das Bündnis “Apollo Nö” am Samstag mit einer Fahrraddemo protestieren. Die Demo solle über “Apollo News” aufklären, das sich der Themenfelder der Neuen Rechten bediene und in Ergänzung zu “Nius” ein jüngeres, wirtschaftslibertäres Publikum ansprechen wolle.

3. “Mei­nungs­f­rei­heit heißt nicht, dass ich wahllos Men­schen mundtot machen darf”
(lto.de, Hanna E. Weißer)
Bei “Legal Tribune Online” erklärt Josephine Ballon, Co-Geschäftsführerin der Organisation HateAid, warum sich Betroffenenrechte gegen digitale Gewalt so schwer durchsetzen lassen. Meldungen würden bei den Plattformen oft versanden. Die rechtliche Durchsetzung sei zudem teuer und langwierig. Schnelles Löschen sei trotzdem wichtig: Mehr als die Hälfte der Internetnutzerinnen und -nutzer traue sich aus Angst vor digitaler Gewalt nicht mehr, politisch Stellung zu beziehen.

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4. DW-Verwaltungsrat warnt vor weiterer Etat-Kürzung
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Nachdem die Bundesregierung den Etat der Deutschen Welle (DW) für 2026 kurzfristig um zehn Millionen Euro gekürzt habe, befürchte der DW-Verwaltungsrat für 2027 einen weiteren Einschnitt. Zusammen mit Sparmaßnahmen von 2024 müsse die DW binnen drei Jahren rund ein Zehntel ihrer Ausgaben streichen, vor allem bei Personal und Investitionen. Das gefährde den gesetzlichen Auftrag, so der Verwaltungsratsvorsitzende Achim Dercks.

5. Hanna Reifgerst und Anne Schultka (Akademie für Kindermedien)
(wiesoweshalbwarum, Thomas Hartmann, Audio: 1:42:36 Stunden)
Hanna Reifgerst und Anne Schultka übernehmen ab diesem Sommer gemeinsam die Studienleitung der Akademie für Kindermedien (AKM). Im Gespräch mit Kindermedien-Podcaster Thomas Hartmann geht es um die Pläne der beiden, um Kriterien für hochwertige Kindermedien und um die Frage, warum das AKM-Angebot unverzichtbar sei.

6. Mit dem Wegzug des S.-Fischer-Verlags wird Frankfurt endgültig zur Provinz
(fr.de, Leo Fischer)
In seiner satirischen Kolumne nimmt Leo Fischer, Autor und früherer “Titanic”-Chefredakteur, den Umzug des S. Fischer Verlags von Frankfurt am Main nach Berlin zum Anlass für eine Abrechnung mit der Kulturpolitik der Stadt. Der Verlag von Stefan Zweig, Thomas Mann und Franz Kafka ziehe wie zuvor Suhrkamp in die Hauptstadt. Mit beißendem Spott hält Fischer Frankfurt vor, sich seiner Kulturszene zu schämen und sich auf Fußball, Apfelwein und Grüne Soße zu reduzieren.

Weimer akzeptiert Urteil, Wenders zieht zurück, Poli­ti­ker­be­lei­di­gung

1. Extremismus-Vorwurf gegen Buchhandlung: Weimer akzeptiert Urteil
(br.de, Ulrich Möller-Arnsberg)
Wolfram Weimer habe den Gerichtsbeschluss im Streit mit der Berliner Buchhandlung “Zur schwankenden Weltkugel” akzeptiert. Der Kulturstaatsminister habe keine Rechtsmittel eingelegt und dürfe die Betreiberinnen des Ladens damit bis zur Hauptsacheentscheidung nicht erneut als “politische Extremisten” bezeichnen. Hintergrund sei der Ausschluss mehrerer Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis wegen angeblicher “verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse”, die öffentlich bislang nicht konkret benannt worden seien. Das Verwaltungsgericht Berlin sehe durch Weimers Äußerung das Persönlichkeitsrecht der Buchhändlerinnen verletzt. Die betroffenen Läden würden nun Aufklärung darüber verlangen, wer wann und warum in die Preisvergabe eingegriffen hat.

2. Wim Wenders zieht seinen Film »Falsche Bewegung« vorerst zurück
(spiegel.de)
Regisseur Wim Wenders ziehe seinen Film “Falsche Bewegung” nach der Kritik von Nastassja Kinski vorerst aus allen aktuellen Auswertungsformen zurück. Streaming-, TV- und Vertriebspartner sollen den Film nicht mehr öffentlich zugänglich machen. Der Grund für diesen Schritt sei eine Szene des Films von 1975, in der die damals 13-jährige Kinski mit nacktem Oberkörper zu sehen ist und deren Entfernung sie seit Jahren fordert. Wenders habe Kinski nun ausdrücklich “ohne Wenn und Aber” um Entschuldigung gebeten und erklärt, sie hätte damals besser geschützt werden müssen. Der Film solle erst wieder freigegeben werden, wenn es eine breitere Debatte über den Umgang mit problematischem Filmerbe und eine einvernehmliche Lösung mit Kinski gebe.

3. WDR-Rundfunkrat stimmt Reform der jungen Wellen mit knapper Mehrheit zu
(radiowoche.de, Stephan Munder)
Der WDR-Rundfunkrat habe der umstrittenen Reform der jungen Radiowellen knapp zugestimmt. Kontrovers sei die Umwandlung des Senders Cosmo in 1Live Street, das sich künftig mit der weltweiten Hip-Hop-Kultur beschäftigen und so eine urbane, diverse Zielgruppe zwischen 20 und 29 Jahren ansprechen solle. Kritiker würden fürchten, dass der WDR damit den interkulturellen Auftrag von Cosmo verengt und ältere Hörerinnen und Hörer mit internationaler Biografie verliert.
Weiterer Lesetipp: Beim “Tagesspiegel” kommentiert Nadine Lange: “Die Cosmo-Einstellung sendet das fatale Signal, dass das Thema Vielfalt in Zeiten klammer Kassen hinten angestellt werden kann. Das ist ein kolossaler Irrtum, denn die Diversität der deutschen Gesellschaft nimmt immer weiter zu. Dem muss ein öffentlich-rechtliches Radioprogramm wahrnehmbar Rechnung tragen – und sich nicht schnöde verkrümeln, wenn der Wind immer strammer von rechts weht.”

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4. Medien verlieren zig Millionen Klicks durch die KI-Suche
(medientage.de, Petra Schwegler)
Petra Schwegler beschreibt, wie KI-Suchergebnisse den Traffic deutscher Medien massiv verändern. Durch Googles AI Overviews und andere Antwortmaschinen wie SearchGPT oder Perplexity würden Nutzerinnen und Nutzer immer häufiger direkte Antworten erhalten, ohne zusätzlich auf journalistische Websites zu klicken. Deutsche Internetseiten verlören monatlich rund 250 Millionen Klicks. Besonders betroffen seien Wikipedia, Gesundheitsseiten und Ratgeberangebote. Schwegler ordnet diese Entwicklung als strukturelles Medienproblem ein: Plattformen würden von journalistischen Inhalten profitieren, entzögen ihnen aber Reichweite und Werbegeld.

5. Sachsen will Poli­ti­ker­be­lei­di­gung abschaffen
(lto.de)
“Legal Tribune Online” berichtet über einen Vorstoß aus Sachsen, den Straftatbestand der Politikerbeleidigung nach § 188 StGB (“Gegen Personen des politischen Lebens gerichtete Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung”) abzuschaffen oder deutlich zu begrenzen. Justizministerin Constanze Geiert halte einen besonderen strafrechtlichen Schutz für Politikerinnen und Politiker nicht für nötig und warne, dass politische Polemik nicht uferlos kriminalisiert werden dürfe. Hintergrund seien jüngste Verfahren wegen Bezeichnungen wie “Lackaffe” und “Lügenfritz” über Friedrich Merz oder das “Schwachkopf”-Meme gegen Robert Habeck. Sachsen wolle die Justizministerkonferenz auffordern, nicht nur § 188 StGB, sondern die Beleidigungsdelikte insgesamt zu reformieren.

6. Never gonna give you up
(digitalpolitik.de)
Markus Beckedahl zieht Bilanz zur re:publica 2026, bei der sein Team ein riesiges Programm mit über 1.200 Sprecherinnen und Sprechern auf 27 Bühnen organisiert habe. Er verweist auf das Videoarchiv als wachsende Wissenssammlung und hebt seine eigenen Beiträge hervor: eine Keynote zu digitaler Souveränität, ein Gespräch mit Digitalminister Karsten Wildberger und ein Interview mit Henning Besser von der Band Deichkind über Kreativität und Inszenierung.

7. CDU-Politiker lassen Gastbeitrag in der Welt von KI schreiben
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 5:15 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Der “6-vor-9”-Kurator kritisiert den mutmaßlich KI-generierten “Welt”-Gastbeitrag der CDU-Ministerpräsidenten Mario Voigt und Sven Schulze zur deutschsprachigen Musik im Radio. Er macht dies an typischen KI-Stilmerkmalen fest: bedeutungsschwere Dreierformeln, Negationssätze nach dem Muster “Es ist nicht X. Es ist Y.” und das pathetische Kurzsatz-Finale. Die eigentliche Pointe: Zwei Politiker fordern mehr Wertschätzung für deutsche Stimmen und Sprache, liefern aber offenbar einen Text ohne erkennbare eigene Stimme.

AfD-Pläne gefährden Medienpolitik, Perspektivenvielfalt, TV-Piraterie

1. Journalist wehrt sich gegen Staatstrojaner-Angriff
(netzpolitik.org, Constanze Kurz & Andre Meister)
Constanze Kurz und Andre Meister berichten bei netzpolitik.org, dass der deutsch-vietnamesische Journalist Trung Khoa Lê gemeinsam mit der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) Strafanzeige wegen eines mutmaßlichen Staatstrojaner-Angriffs gestellt habe. Unbekannte Täter sollen versucht haben, ihm über einen Link die Spyware “Predator” aufzuspielen, mutmaßlich wegen seiner kritischen Recherchen zur vietnamesischen Regierung. Die GFF sehe darin einen Angriff auf Privatsphäre, IT-Grundrecht, Fernmeldegeheimnis und journalistischen Quellenschutz.

2. AfD-Pläne gefährden Medienpolitik
(verdi.de, Volker Nünning)
Volker Nünning warnt, dass mögliche AfD-Regierungen in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern die Medienpolitik der Länder destabilisieren könnten. Hintergrund seien Ankündigungen der Partei, Staatsverträge im Medienbereich zu kündigen, was neue bundesweite Regelungen etwa zum Digitale-Medien-Staatsvertrag, zu KI in der Medienaufsicht, zum European Media Freedom Act und zur politischen Werbung erschwere.

3. Trump klagt nach Schlappe weiter gegen “Wall Street Journal”
(taz.de)
Donald Trump setze seine Klage gegen das “Wall Street Journal” (“WSJ”) wegen eines Berichts über ein angebliches Gratulationsschreiben an Jeffrey Epstein fort. Nachdem eine erste Klage von einem Gericht vorläufig abgewiesen worden sei, habe Trump nun eine überarbeitete Klage eingereicht und werfe der Redaktion weiterhin Verleumdung und böswilliges Handeln vor. Das “WSJ” hatte über ein angebliches Schreiben zu Epsteins 50. Geburtstag berichtet, das Trumps Namen tragen soll. Dieser bestreite die Urheberschaft und fordere Schadensersatz in Milliardenhöhe.

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4. 160.000 Euro gegen 15.000 Euro – ein Podiumsgespräch erschüttert die Buchbranche
(fr.de, Sven Trautwein)
Sven Trautwein beschreibt die nach wie vor anhaltende Debatte in der Buchbranche, die durch eine Podiumsdiskussion auf der re:publica ausgelöst wurde: Hanno Sauer und Mareice Kaiser verglichen öffentlich ihre Buchvorschüsse. Sauer nannte 160.000 Euro, Kaiser 15.000 Euro. Die Differenz sei ein Beispiel für größere Ungleichheiten im Literaturbetrieb, so Trautwein. Nebenbei liefert der Text noch eine Seiteninfo, die in der bisherigen Debatte fehlte: Der Betrag von 160.000 Euro bezog sich anscheinend auf ein Paket von zwei Büchern.

5. Perspektivenvielfalt – Wer in Medien zu Wort kommt
(deutschlandfunk.de, Martin Krebbers, Audio: 31:45 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um das Thema Perspektivenvielfalt und die Fragen: “Wer kommt in Medien zu Wort? Wie stellt ausgewogener Journalismus Perspektivenvielfalt her?” DLF-Hörer Michael Lamparter diskutiert darüber mit Joachim Dorfs (“Stuttgarter Zeitung”) und Sarah Zerback (DLF).

6. Über sieben Millionen Deutsche streamen illegal
(spiegel.de)
Laut einer Studie des Branchenverbands Vaunet zu illegalem TV-Streaming hätten 2025 rund 7,7 Millionen Menschen in Deutschland illegale Angebote genutzt, um lineares Fernsehen zu schauen. Besonders verbreitet sei dies bei Jüngeren, auch weil illegale Streams inzwischen bequem über Smart-TVs, Streamingboxen oder Smartphones nutzbar seien. Der Verband beziffere den Schaden für die Branche auf mehr als 1,5 Milliarden Euro.

Deutschland abgerutscht, Warum die Aufregung?, Polizeibefugnisse

1. Deutschland rutscht in Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 14 ab
(spiegel.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) habe für 2026 eine weitere Verschlechterung der weltweiten Pressefreiheit festgestellt. Als Gründe nenne ROG unter anderem wachsenden Druck auf Journalistinnen und Journalisten im Internet und auf der Straße sowie erschwerte Arbeitsbedingungen bei polarisierenden Themen wie dem Krieg in Nahost. Weltweit lebe nur noch rund ein Prozent der Bevölkerung in Ländern mit einer “guten” Lage der Pressefreiheit. Auch in Deutschland sei die Situation nur “zufriedenstellend”, im aktuellen Ranking sei das Land um drei Plätze auf Rang 14 zurückgefallen.

2. Facebook und Instagram sollen härter gegen Kinder-Accounts vorgehen
(netzpolitik.org, Chris Köver)
Die EU-Kommission habe vorläufig festgestellt, dass der Social-Media-Konzern Meta auf seinen Plattformen Facebook und Instagram nicht genug gegen Konten von Kindern unter 13 Jahren unternehme. Kinder könnten trotz Mindestalter leicht falsche Geburtsdaten angeben. Meta bestreite die Vorwürfe und verweise auf eigene Maßnahmen zur Erkennung und Löschung solcher Accounts. Der Fall stehe im größeren Zusammenhang der Debatte um strengere Alterskontrollen sowie um Social-Media-Verbote für Kinder und Jugendliche in der EU.

3. Chris­tian Ulmen streitet jeden Gewalt­vor­wurf ab
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Im Streit um den “Spiegel”-Bericht über die Vorwürfe von Collien Fernandes gegen Christian Ulmen habe Ulmen seine Unterlassungsanträge erweitert und stelle nun ausdrücklich jede körperliche Gewalt, Körperverletzung und schwere Bedrohung gegen seine Ex-Frau in Abrede. Das Gericht müsse nun unter anderem klären, wie widersprüchliche eidesstattliche Versicherungen zu bewerten seien. Außerdem gehe es um die Frage, ob aus einer E-Mail an Ulmens Strafverteidiger zitiert werden durfte und ob die “Spiegel”-Redaktion den Deepfake-Verdacht fair und ausreichend transparent dargestellt habe.

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4. “Klar” von NDR und BR: Warum die ganze Aufregung?
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier hat sich das neu angelaufene Reportagemagazin “Klar” angeschaut, das im vergangenen Jahr wegen der Diskussion um die Moderatorin Julia Ruhs für Aufregung sorgte. Sein Fazit: “Klar” sei weder ein Propagandainstrument noch ein besonderer Skandal, sondern im Kern ein journalistisches Format, das ohne die frühere Debatte wohl weitgehend als normaler Fernsehalltag wahrgenommen würde.

5. Polizeibefugnisse gegen Pressefreiheit
(verdi.de)
Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in Verdi kritisiert die geplante Ausweitung polizeilicher Befugnisse. Sie warnt davor, dass KI-gestützte Gesichtserkennung, massenhafte Datenauswertung und die Auslagerung sensibler Daten an ausländische Firmen nicht nur den Datenschutz, sondern auch das Redaktionsgeheimnis und damit die Pressefreiheit gefährden würden. Wenn öffentlich zugängliche Daten umfassend zusammengeführt würden, könnten auch Journalistinnen und Journalisten sowie deren Quellen leichter ins Visier der Behörden geraten.

6. Wie wir arbeiten
(zdf.de, Katrin Eigendorf & Ulf Röller & Elmar Theveßen, Video: 59:02 Minuten)
Im ZDF-Podcast “Der Trump-Effekt” diskutieren Katrin Eigendorf (Internationale Sonderkorrespondentin), Ulf Röller (Studioleiter Brüssel) und Elmar Theveßen (Studioleiter Washington) regelmäßig über die neuesten Ereignisse in den USA. In einer aktuellen Sonderfolge geben dir drei Einblicke in ihre Arbeit: “Sie beantworten Fragen aus der Community und machen unter anderem transparent, wie sie unter Zeitdruck Informationen recherchieren, worüber sie berichten und welche Sicherheitsvorkehrungen es für ihre Berichterstattung braucht.”

Wahrheit in Gefahr, Polizeiliche Kriminalstatistik, Sampling geht klar

1. Wenn der Begriff Wahrheit zerstört wird
(taz.de, Patrick Gensing)
Patrick Gensing warnt in seinem Essay, “Fake News” könnten im öffentlichen Diskurs gegenüber überprüfbaren Fakten zunehmend die Oberhand gewinnen. Er argumentiert, dass Desinformation längst kein Randproblem mehr sei, sondern ein strukturelles Merkmal digitaler Öffentlichkeit. Plattformen würden Empörung, Tempo und Zuspitzung belohnen. Nötig seien nicht nur Korrekturen einzelner Falschmeldungen, sondern ein politischer und publizistischer Angriff auf die Macht der Plattformen.

2. Was die Polizeiliche Kriminalstatistik aussagt – und was nicht
(correctiv.org, Sara Pichireddu)
Sara Pichireddu erklärt, dass die Polizeiliche Kriminalstatistik nur begrenzt aussage, wie sich Kriminalität in Deutschland tatsächlich entwickele. Die Statistik erfasse polizeilich registrierte Fälle und Tatverdächtige, nicht aber gerichtliche Schuldfeststellungen. Viele Deutungen seien deshalb irreführend. So lasse die Statistik keine belastbaren Aussagen darüber zu, ob etwa mehr Menschen kriminell würden, oder ob Migranten krimineller seien.

3. Sampling geht klar
(netzpolitik.org, Denis Glismann)
Der Europäische Gerichtshof habe im Fall “Metall auf Metall” das Recht auf Sampling und Remix gestärkt. Demnach könne die Übernahme geschützter Werkteile als erlaubtes Pastiche gelten. Eine bloße Nachahmung ohne eine künstlerische Auseinandersetzung reiche jedoch nicht aus. Damit gehe der seit 27 Jahren geführte Streit zwischen der Band Kraftwerk und dem Musikproduzenten Moses Pelham in die letzte Runde. Nun müsse der Bundesgerichtshof entscheiden, ob das Sample in Sabrina Setlurs Song “Nur mir” diese Voraussetzungen erfüllt.

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4. Fünf Fakten zu Fracking (die Medien immer wieder falsch darstellen)
(kobuk.at, Andrea Gutschi)
Andrea Gutschi widerspricht mehreren verbreiteten Darstellungen von Fracking in österreichischen Medien. Demnach seien Aussagen über eine mögliche Gasversorgung für 30 Jahre auf veraltete Schätzungen gestützt und heute wissenschaftlich nicht haltbar. Auch ein angeblich ökologisch unbedenkliches Frackingverfahren beseitige nicht die Risiken wie etwa die Methanemissionen, den hohen Wasserverbrauch und belastetes Lagerstättenwasser.

5. “Einen Politiker zu Fall zu bringen sehe ich nicht als unsere Aufgabe”
(dfjv.de, Gunter Becker)
Im Interview beschreibt Bernhard Pötter das Newsletter-Medienhaus “Table.Media” als Modell für vertieften Fachjournalismus. Beim “Climate.Table” etwa arbeite ein größeres Team deutlich spezialisierter und enger mit anderen Fachredaktionen zusammen als in klassischen Redaktionen. Ziel sei “Deep Journalism” für Entscheiderinnen und Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und NGOs.

6. Austria First: Der rechte Dudelfunk
(verdi.de, Till Schmidt)
Till Schmidt beschreibt den österreichischen Radiosender “Austria First” als Teil einer gezielten Medienstrategie der FPÖ. Der Webradiosender verbreite parteinahe Inhalte in einem freundlichen, journalistisch wirkenden Format. Beobachter sähen darin den Ausbau einer medialen Parallelwelt. Anders als in weiteren FPÖ-Medien trete die Parteipropaganda hier jedoch weniger schrill auf, sie werde stattdessen mit Popmusik und Unterhaltung verbunden.

7. Überall “Entlastung”: Wenn ein Regierungswort zur Nachricht wird
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 3:47 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins beschäftigt sich der “6-vor-9”-Kurator mit dem Wort “Entlastung”, einer Regierungsvokabel, die oft von Medien übernommen werde: “‘Entlasten’ spart den Konjunktiv, es spart die Einschränkung, das Möglicherweise. Es klingt nach einer fertigen Nachricht. Und genau das macht es so verführerisch.”

Zunehmende Feindseligkeit, Polizei setzt auf Copaganda, Cybersicherheit

1. »Reporter ohne Grenzen« berichtet über zunehmende »Feindseligkeit« gegenüber Journalisten
(spiegel.de)
Einem Bericht von “Reporter ohne Grenzen” (PDF) zufolge werde die Stimmung gegenüber Journalistinnen und Journalisten in Ostdeutschland zunehmend feindseliger. Allein in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hätten 15 der bundesweit 55 dokumentierten Angriffe stattgefunden. Lokaljournalistinnen und -journalisten bei Recherchen im rechtsextremen Milieu seien besonderer Feindseligkeit ausgesetzt. Die Berichterstattung über rechte Proteste sei mittlerweile so risikoreich, dass sie kaum noch ohne den Schutz durch Polizei oder private Sicherheitsdienste möglich sei.
Weiterer Lesetipp: Demo-Recherchen nur im Team: “Der Deutsche Journalisten-Verband rät Medienschaffenden dazu, Vorort-Recherchen über Demonstrationen und Veranstaltungen extremistischer Gruppierungen nur im Team durchzuführen.” (djv.de)

2. Wie steht es um die Cybersicherheit der Medien?
(blog.medientage.de, Petra Schwegler)
Cyberangriffe seien für Medienhäuser längst keine Fiktion mehr, sondern eine reale Gefahr, die neben dem Sendebetrieb vor allem die journalistische Glaubwürdigkeit bedrohe. Wie Vorfälle bei Radio Arabella oder diversen Zeitungsverlagen gezeigt hätten, sei IT-Sicherheit heute eine strategische Vertrauensfrage. Das MedienNetzwerk Bayern betone deshalb, dass echte Cyber-Resilienz nicht nur technische Schutzmaßnahmen erfordere, sondern auch geschultes Personal und einen transparenten Umgang mit Störungen.

3. Büros in Frankreich durchsucht
(taz.de)
Die Pariser Staatsanwaltschaft habe die französischen Büros der Plattform X (vormals Twitter) durchsuchen lassen. Gegen das Unternehmen werde wegen Beihilfe zu schweren Straftaten ermittelt. Auslöser der Untersuchung seien unter anderem antisemitische Äußerungen des KI-Chatbots Grok gewesen. Im Zuge des Verfahrens seien auch Eigentümer Elon Musk und die ehemalige Geschäftsführerin Linda Yaccarino für April zu einer Anhörung vorgeladen worden.
Weiterer Lesetipp: Medienbericht: Sexualisierte Deepfakes von Grok möglicherweise aus Kalkül: “Die Erstellung sexueller KI-Bilder mit Grok könnte Methode haben, um die Popularität der Plattform X zu steigern. Die Washington Post liefert Anhaltspunkte.” (heise.de, Andreas Knobloch)
Weiterer Gucktipp: Auf YouTube fragen sich Anwalt Chan-jo Jun und Juristin Jessica Flint: Musk im Knast? Razzia gegen X in Paris. Ginge das in Deutschland? (youtube.de, 13:54 Minuten)

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4. Soziale Medien: Spanien plant Social-Media-Verbot für Jugendliche
(zeit.de)
Nach dem Vorbild Australiens plane nun auch die spanische Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez, den Zugang zu Sozialen Medien für Jugendliche unter 16 Jahren gesetzlich zu verbieten. Sánchez habe diesen Schritt damit begründet, dass man Minderjährige vor dem “digitalen Wilden Westen” schützen müsse. Der angekündigte Gesetzentwurf sehe zudem eine Haftung der Plattformbetreiber für manipulative Algorithmen vor.

5. FDP in Baden-Württemberg kündigt Klage gegen SWR-Triell an
(medien.epd.de)
Die FDP in Baden-Württemberg habe eine Klage gegen den öffentlich-rechtlichen SWR angekündigt. Die Partei sehe sich durch das geplante TV-Triell, zu dem nur CDU, Grüne und AfD eingeladen seien, benachteiligt. Nach Ansicht der Liberalen verstoße das Format kurz vor der Wahl gegen die Chancengleichheit, weshalb sie entweder die Teilnahme von FDP und SPD oder eine Absage der Sendung fordern würden. Der MDR weise die Kritik jedoch zurück und betone, dass man mit dem Prinzip der “abgestuften Chancengleichheit” und weiteren Formaten allen Parteien gerecht werde.

6. Wie die Polizei Soziale Netzwerke mit Copaganda flutet
(netzpolitik.org, Timur Vorkul)
Deutsche Polizeibehörden würden ihre Präsenz in Sozialen Medien massiv ausbauen und dabei gezielt auf Humor sowie eigene Influencer setzen. Das mögliche Ziel: Nachwuchs gewinnen und das Image aufpolieren. Kritiker warnen jedoch, dass diese unterhaltsame Selbstdarstellung oft den gesetzlichen Auftrag zur Neutralität verletze und strukturelle Probleme innerhalb der Behörden verharmlose. Durch die direkte Kommunikation an der Presse vorbei versuche die Polizei zudem, journalistische Kontrollinstanzen zu umgehen und sich die alleinige Deutungshoheit über ihre Arbeit zu sichern.

Kahlschlag bei RTL, Polizei behindert Presse, Wire­card-Berich­t­er­stat­tung

1. Der Deutsche Journalisten-Verband ist schockiert über die geplanten Stellenstreichungen bei RTL
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) zeigt sich “schockiert” über den geplanten Personalabbau bei RTL, der 600 Stellen betreffen soll. “Das ist eine Katastrophe für die Kolleginnen und Kollegen bei RTL und ihren Töchtern”, so der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster: “Es dürfte für die Redaktionen mindestens schwierig werden, das jetzige Niveau mit noch weniger Personal zu halten”.
Weiterer Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “Hätte man sich die neunzig Millionen für Stefan Raab gespart, hätte man jedem dieser 600 Mitarbeiter ein Monatsgehalt von über 6.000 Euro zahlen können. Und zwar Monat für Monat. Volle zwei Jahre lang. Aber die Senderbosse wollten sich ja unbedingt den vermeintlichen König Midas gönnen. Nur dass der nichts mehr zu Gold macht, sondern alles in Rauch aufgehen lässt, was er anfasst.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:01 Minuten)
Weiterer Lesetipp: Auch beim österreichischen öffentlich-rechtlichen ORF herrsche Spardruck, doch die Auswirkungen sind vergleichsweise gering: Hier sollen lediglich 50 Jobs von 4.000 wegfallen und das auch nur über Nicht-Nachbesetzungen. (dwdl.de, Timo Niemeier)

2. Polizei behindert Presse bei Protesten in Gießen
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Bei den Protesten gegen die Gründung der AfD-Jugend in Gießen habe die Polizei die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten massiv behindert, indem sie Presseausweise ignoriert und den Zugang zu polizeilichen Maßnahmen, beispielsweise Räumungen, verwehrt habe. Betroffen gewesen seien unter anderem Reporter der “taz” sowie des Bundesverbands Freier Radios. Innerhalb der Veranstaltungshalle seien Medienschaffende durch die AfD eingeschränkt worden. Man habe deren Bewegungsfreiheit durch Wachpersonal unterbunden und den Pressebereich eingezäunt.

3. An den Online-Pranger gestellt
(taz.de, Johannes Drosdowski)
Das Weiße Haus habe auf seiner Website eine offizielle Liste eingerichtet, auf der kritische Medienschaffende wie die CBS-Chefkorrespondentin Nancy Cordes als vermeintliche “Media Offender of the Week”, also “Medientäter der Woche”, öffentlich an den Pranger gestellt würden. Cordes werde vorgeworfen, über Appelle der Demokraten an das Militär berichtet zu haben, illegale Befehle zu verweigern, was die Trump-Regierung in begleitenden Propagandavideos als aufrührerisch diffamiere. Neben dieser digitalen Hetzkampagne sehe sich die preisgekrönte Journalistin auch direkten Angriffen Donald Trumps ausgesetzt.

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4. Spiegel siegt vor BVerfG wegen Wire­card-Berich­t­er­stat­tung
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Das Bundesverfassungsgericht habe einem Beschluss des Oberlandesgerichts (OLG) München widersprochen und dem “Spiegel” in einem Rechtsstreit um die Berichterstattung über einen mutmaßlichen Wirecard-Hintermann Recht gegeben. Das Gericht habe klargestellt, dass Redaktionen bei komplexen Wirtschaftsstraftaten auch schon bei einem bloßen Anfangsverdacht identifizierend berichten dürfen. Das OLG München müsse den Fall nun neu bewerten, da es laut Bundesverfassungsgericht die Bedeutung der Meinungsfreiheit grundlegend verkannt und fälschlicherweise journalistische Rechercheergebnisse an rein strafrechtlichen Maßstäben gemessen habe.

5. “Mafia-Themen gehören in Italien zum ganz normalen journalistischen Tagesgeschäft”
(dfjv.de, Ralf Falbe)
Ralf Falbe hat mit der seit über 30 Jahren in Italien lebenden Journalistin Petra Reski gesprochen, die intensiv über die Mafia berichtet. Die italienische Mafia sei laut Reski in Deutschland längst tief verwurzelt. Deutsche Gerichte und Verlage würden die Gefahren für berichtende Journalistinnen und Journalisten oft unterschätzen oder diese im Stich lassen. In dem Interview schildert Reski auch ihre persönlichen Erfahrungen mit Drohungen und juristischen Klagen. Angesichts der prekären finanziellen Lage und einer fehlenden Rechtssicherheit rät sie Berufseinsteigern heute davon ab, sich als Freiberufler auf solch riskante Themen zu spezialisieren.

6. Wie wachsen Kinder und Jugendliche in einer mediatisierten Welt auf?
(leibniz-hbi.de, BredowCast, Audio: 42:22 Minuten)
Im “BredowCast” sprechen die Forscherinnen und Forscher Claudia Lampert, Rudolf Kammerl und Katrin Potzel über die Langzeitstudie “Connected Kids”, deren Ergebnis eine deutliche Verjüngungstendenz aufzeige, da Kinder immer früher Zugang zu Smartphones und digitalen Angeboten erhalten. Zudem konnten die Experten beobachten, dass Jugendliche bereits erste Erfahrungen mit KI-Tools wie ChatGPT sammeln und künftig vermehrt interaktives, KI-gestütztes Spielzeug in den Alltag einziehen könnte.

ARD streicht Programm, Junger Journalismus, Wandel in Polen

1. Wegen Reformstaatsvertrag: ARD reduziert Radiosender und Onlinetexte
(tagesspiegel.de)
Aufgrund des neuen Reformstaatsvertrags streiche die ARD zahlreiche Radiosender wie “BR Schlager” oder “MDR Klassik”. So solle die festgesetzte Obergrenze von 53 Programmen eingehalten werden. Auch im Internet gälten bald strengere Regeln: Bei tagesschau.de und in der “Tagesschau”-App müssten Texte künftig deutlich hinter Audio- und Videoinhalten zurückstehen. Der Senderverbund befürchte, dass diese Einschränkungen zu einem Verlust an Schnelligkeit und einer geringeren Reichweite in Suchmaschinen führen werden.

2. Zwischen Einfluss und Reform: Zwei Jahre medienpolitischer Wandel in Polen aus der Perspektive junger Medienschaffender
(de.ejo-online.eu, Ilka Gartner)
Zwei Jahre nach dem Regierungswechsel in Polen habe sich die Situation der Pressefreiheit zwar verbessert, doch der öffentlich-rechtliche Rundfunk bleibe ein politisch umkämpftes Feld. Junge Medienschaffende würden die Reformen als Neustart begrüßen, jedoch wegen fehlender rechtlicher Absicherung und der Sorge vor erneuter politischer Einflussnahme skeptisch in die Zukunft blicken. Die jüngere Generation ziehe ihre Informationen zunehmend aus Sozialen Netzwerken statt aus dem Fernsehen.

3. Pressefreiheitspreis 2025 geht an Koelbl und Ronzheimer
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der “Medienverband der freien Presse” habe die “Spiegel”-Korrespondentin Susanne Koelbl und den stellvertretenden “Bild”-Chefredakteur Paul Ronzheimer für ihre “herausragende Auslands-, Kriegs- und Krisenberichterstattung” mit dem Pressefreiheitspreis 2025 ausgezeichnet. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung würdige den Mut der beiden, die Weltöffentlichkeit unabhängig und direkt vor Ort über komplexe Konflikte zu informieren.

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4. Ein Funken Hoffnung für die Pressefreiheit
(taz.de, Mirco Keilberth)
Die bekannte tunesische Anwältin und TV-Kommentatorin Sonia Dahmani sei überraschend vorzeitig aus der Haft entlassen worden, nachdem sie wegen einer regierungskritischen Äußerung verurteilt worden war. Ihr Fall gelte als Symbol für die Unterdrückung der Meinungsfreiheit in Tunesien durch eine umstrittene Gesetzesvorschrift, die im Land oft gegen Journalisten und Kritiker eingesetzt werde. Beobachter würden Dahmanis Freilassung als vorsichtigen Hoffnungsschimmer für die Zivilgesellschaft und Pressefreiheit in Tunesien werten.

5. Newsletter Netzwerk Recherche 251 vom 28.11.2025
(netzwerkrecherche.org, Greta Linde & Margherita Bettoni)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die aktuelle Ausgabe beginnt mit einigen Worten von Margherita Bettoni, die an Kolleginnen und Kollegen appelliert, öfter über geschlechtsspezifische Gewalt und Femizide zu berichten. Darüber hinaus gibt es einen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

6. Junger Journalismus: Lernen, vernetzen und schützen
(verdi.de, Linda Niedermüller)
Bei der “YouMeCon” in Dresden hätten junge Medienschaffende durch Redaktionsbesuche und Workshops praktische Erfahrungen in Recherche, Interviewführung und Investigativjournalismus gesammelt. Neben dem Handwerk habe bei der Veranstaltung die Verteidigung der Pressefreiheit im Mittelpunkt gestanden. Linda Niedermüller fasst zusammen, was dort noch alles passiert ist.

Der seltsame Mitinhaber, Fehlen konservative Stimmen?, Politikbild

1. “Hä, aber ich dachte darum ging’s doch?!”
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
“Am Dienstag verhandelt das LG Hamburg, ob Correctiv im Potsdam-Bericht wahrheitswidrig über Ausweisungspläne gegen deutsche Staatsbürger berichtete. Dabei geht es auch um Correctivs Verantwortung für Falschberichterstattung anderer Medien.” Felix W. Zimmermann schreibt, dass “Correctivs” Formulierung eines “Masterplans zur Ausweisung deutscher Staatsbürger” aus seiner Sicht eine journalistische Fehlleistung sei, die zu einer Welle von falschen Beiträgen bei anderen Medien geführt habe und deren juristische Verantwortung nun das Hamburger Landgericht klären müsse.

2. Der seltsame Mitinhaber
(taz.de, Andreas Speit)
Andreas Speit berichtet in der “taz”, dass der bekannte völkische Siedler Baldur Bachmann jahrelang Mitinhaber der Eulenspiegel-Verlagsgruppe gewesen sei. Bachmann sei in der rechtsextremen Szene verankert, Anhänger der antisemitischen “Germanischen Neuen Medizin” und Mitglied der verbotenen “Artgemeinschaft”, was dem Geschäftsführer des Verlags nach eigenen Angaben nicht bekannt gewesen sei. Erst nach den Recherchen habe sich der Verlag von Bachmann getrennt.

3. Fehlen konservative Stimmen in den öffentlich-rechtlichen Medien?
(deutschlandfunk.de, Christiane Florin, Audio: 1:00:31 Stunden)
In der “Streitkultur” des Deutschlandfunk diskutieren Nikolaus Blome (RTL) und Georg Restle (WDR) über die Frage, ob konservative Stimmen in den Medien, insbesondere im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, fehlen. Blome bejaht dies und führt als Beleg an, dass der NDR extern eine konservative Moderatorin suchen musste, da intern offenbar niemand verfügbar sei. Restle widerspricht, hält die Vielfalt für groß und argumentiert, der Öffentlich-Rechtliche müsse sich vielmehr gegen Verfassungsfeinde wie die AfD verteidigen.

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4. Wie Medien das Politikbild verzerren und damit Demokratie gefährden
(fr.de, Tanjev Schulz)
Der Politik- und Kommunikationswissenschaftler Tanjev Schultz argumentiert in seiner Kolumne, dass die US-Medien zu einer Krise der Demokratie beigetragen hätten. Er schreibt, dass ein “notorisch negatives” Politikbild in der Berichterstattung die Zustimmung zur demokratischen Kultur untergraben habe. Diese Entwicklung habe eine zynische Haltung im Publikum gefördert, von der nun Politiker wie Donald Trump, aber auch die AfD profitieren würden.

5. Wie Lokaljournalismus auf TikTok funktionieren kann
(correctiv.org)
Die Journalistin Pauline Tillmann widerlege in ihrem Report (PDF) zum “Future of News Fellowship” die Annahme, junge Menschen würden sich nicht für lokale Themen interessieren. Sie zeige, dass TikTok eine der wichtigsten Informationsquellen für Jugendliche sei und enorme Chancen für den Lokaljournalismus biete. Für Erfolge auf der Plattform müssten Redaktionen auf Alltagsrelevanz, Persönlichkeiten vor der Kamera und echten Dialog mit der Community setzen.

6. Kölner Recherchepreis zeichnet junge Journalisten aus
(bdzv.de)
Der Kölner Recherchepreis 2025 hat junge Journalistinnen und Journalisten für ihre herausragenden Recherchen ausgezeichnet. Den 1. Preis hat “WAZ”-Redakteurin Sophie Sommer für ihre Reportage “Ich spüre noch seine Hände auf mir” (PDF), in der es um Kinderprostitution in Dortmund geht, erhalten. Bei der Preisverleihung hätten NRW-Medienminister Nathanael Liminski und Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester den unabhängigen Journalismus als unverzichtbare demokratische Kraft gewürdigt. Die Herausgeber des “Kölner Stadt-Anzeiger” hätten zudem vor der wachsenden Marktmacht von Tech-Konzernen gewarnt und politischen Rückhalt für “echte Recherche” gefordert.

Teil-Rückkehr für Jimmy Kimmel, Rettungsflug, Polizeiberichte

1. Nur eine Teil-Rückkehr für Jimmy Kimmel
(tagesspiegel.de)
Nach massiver Kritik an seiner Absetzung kehrt Jimmy Kimmel mit seiner Late-Night-Show auf Disney und ABC zurück, allerdings nicht flächendeckend. Rund ein Viertel der ABC-Sender, darunter Nexstar und Sinclair, würden die Sendung nicht mehr ausstrahlen. Dies geschehe offenbar aus Rücksicht auf die Trump-nahe Medienaufsichtsbehörde FCC, deren Zustimmung die Sender für eigene Übernahmen benötigen. Kimmels Show war nach Aussagen zum Attentat auf Charlie Kirk vorübergehend aus dem Programm genommen worden. Dies hatte breiten Widerstand in der Öffentlichkeit ausgelöst.

2. Afghaninnen verpassten Rettungsflug wegen fehlendem Rollstuhl, nicht beim Shoppen
(correctiv.org, Sara Pichireddu)
Laut einem Faktencheck von “Correctiv” haben zwei Afghaninnen ihren Rettungsflug nach Deutschland nicht – wie zunächst von der “Bild”-Redaktion behauptet – wegen einer Shoppingtour während des Umsteigens verpasst, sondern weil ein zuvor angemeldeter Rollstuhl in Istanbul fehlte. “Bild” habe die Falschmeldung erst zehn Tage später korrigiert, nachdem sich die falsche Schlagzeile bereits vielfach in Sozialen Netzwerken verbreitet hatte.

3. “Medien haben die Regierung vor sich hergetrieben”
(taz.de, Antje Lang-Lendorff)
Die “taz” hat mit dem Kommunikationswissenschaftler Marcus Maurer gesprochen. Maurer konstatiert, dass große Medienhäuser während der Corona-Pandemie zwar nicht regierungstreu, aber einseitig berichtet hätten. So seien kritische Perspektiven etwa zu sozialen oder wirtschaftlichen Nebenwirkungen der Lockdowns zu selten berücksichtigt worden.

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4. Deutschlands dümmste Journalistin
(kontextwochenzeitung.de, Cornelius W. M. Oettle)
In einer polemisch zugespitzten Kolumne für “Kontext” kritisiert Cornelius W. M. Oettle die Journalistin Julia Ruhs für aus seiner Sicht tendenziöse Inhalte in Ruhs’ Moderation des NDR/BR-Formats “Klar” und nennt sie provokant “Deutschlands dümmste Journalistin”. Ruhs vermarkte sich erfolgreich als Opfer linker Cancel-Kultur, obwohl ihre journalistische Arbeit mehrfach Anlass zur Kritik gegeben habe. Oettle deutet die öffentliche Unterstützung für Ruhs als Ausdruck einer Medienöffentlichkeit, in der Inszenierung zunehmend wichtiger sei als Substanz.

5. Sind Journalisten zu unkritisch?
(deutschlandfunk.de, Brigitte Baetz, Audio: 29:38 Minuten)
“Übernehmen Medien zu schnell die Darstellung der Polizei? Sind Journalisten zu unkritisch gegenüber Meldungen der Polizei? Wie steht es mit der Polizei als privilegierte Quelle?” Darüber diskutieren im Deutschlandfunk der Journalist und Buchautor Mohamed Amjahid (“Alles nur Einzelfälle? – Das System hinter der Polizeigewalt”) und Journalismus-Professor Tanjev Schultz.

6. Jugendliche wollen soziale Medien weniger nutzen – schaffen es aber nicht
(spiegel.de)
Eine repräsentative Befragung von Infratest dimap habe ergeben, dass eine Mehrheit der Jugendlichen Soziale Medien zwar weniger nutzen wolle, es aber nicht schaffe, den eigenen Konsum zu begrenzen. Viele Jugendliche empfänden neben positiven Gefühlen auch sozialen Druck und emotionale Belastung. Insbesondere junge Frauen seien davon überdurchschnittlich betroffen.

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