1. ZDF gibt Unterlassungserklärung ab und kürzt Anmoderation
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Das ZDF habe eine von Elon Musk über eine deutsche Anwaltskanzlei geforderte Unterlassungserklärung abgegeben und eine Passage der Sendung “ZDFheute live” vom 12. Juni aus der Mediathek entfernt. Die Moderatorin habe in ihrer Anmoderation behauptet, Musk habe zur “Jagd auf Migranten” aufgerufen. Tatsächlich habe Musk einen Beitrag des britischen Rechtsextremisten Tommy Robinson geteilt und zu Protest aufgerufen, nicht aber zu Gewalt gegen Migrantinnen und Migranten. Das ZDF habe eingeräumt, die Formulierung sei “unpräzise und dadurch missverständlich” gewesen.
2. Einstweilige Verfügung gegen DIE WELT: Gericht untersagt Falschbehauptung
(correctiv.org)
Das Landgericht Hamburg habe eine einstweilige Verfügung zugunsten von “Correctiv” gegen die Axel Springer Deutschland GmbH erlassen, teilt “Correctiv” in eigener Sache mit. Dabei gehe es um einen “Welt”-Kommentar von Andreas Rosenfelder, in dem dieser behauptet habe, “Correctiv” hätte sich für eine Recherche mit der Bundesregierung und dem Verfassungsschutz abgestimmt. Das Gericht habe die weitere Verbreitung dieser falschen Behauptung untersagt.
3. “Die Republik” setzt sich gegen Palantir durch
(netzpolitik.org, Constanze Kurz)
Constanze Kurz berichtet, dass das Handelsgericht des Kantons Zürich bei 22 von 23 Gegendarstellungsforderungen des US-Konzerns Palantir zugunsten des Schweizer Onlinemagazins “Die Republik” entschieden habe. Anlass sei eine Recherche der “Republik” zusammen mit dem WAV-Recherchekollektiv über Palantirs jahrelanges Lobbying bei Schweizer Behörden, in der auch eine interne Bewertung des Schweizer Militärs offengelegt worden sei. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig.
4. Globale Netzwerke, kooperative Forschung: Erfahrungen des Erich-Brost-Instituts für internationalen Journalismus
(de.ejo-online.eu, Susanne Fengler & Michel Leroy & Dominik Speck & Merle Van Berkum & Richard Brandt)
Ein Autorenteam des Erich-Brost-Instituts für internationalen Journalismus an der TU Dortmund reflektiert über mehrere transnationale Forschungs- und Ausbildungsprojekte, darunter vergleichende Studien zur Medienverantwortlichkeit in 44 Ländern und zur Migrationsberichterstattung in Europa und Afrika. Zentrale Herausforderungen seien Asymmetrien bei Ressourcen, Sprache und epistemischer Autorität sowie die Gefahr, westliche Perspektiven zu universalisieren.
5. Neue Aufgaben im Community-Management
(verdi.de, Bärbel Röben)
Bärbel Röben beschreibt die wachsenden Anforderungen an das Community-Management in Medienhäusern. Die “Neuen deutschen Medienmacher*innen” (“NdM”) kritisieren, dass die Arbeit der Community-Managerinnen und -Manager in vielen Redaktionen nicht als vollwertiger journalistischer Beruf anerkannt werde, obwohl die Teams täglich Tausende Kommentare sichten und Hass sowie Desinformation herausfiltern müssten. Laut Interviews mit Community-Redaktionen stammen 74 Prozent der Hasskommentare von rechten Akteurinnen und Akteuren. Die “NdM” fordern unter anderem, Community-Management als Teil der publizistischen Verantwortung zu betrachten.
6. ORF.at soll von Österreichs Medien gemeinsam betrieben werden, schlagen Raiffeisen und Industrie vor
(derstandard.at, Harald Fidler)
Harald Fidler berichtet über ein Strategiepapier von Raiffeisen und Industriellenvereinigung, laut dem die bislang öffentlich-rechtliche Nachrichtenseite ORF.at in eine eigenständige Gesellschaft ausgegliedert und zu einer gemeinsamen Plattform österreichischer Medien gemacht werden solle. Als Vorbild diene die genossenschaftlich organisierte Nachrichtenagentur APA. Private Medieninhalte könnten auf der reichweitenstarken Seite präsentiert und dort oder auf den eigenen Angeboten vermarktet werden.
