Schlesinger und die Folgen, Schuler wird’s zu bunt, Die Masken fallen

1. “Der RBB ist keine Konservenfabrik”
(taz.de, Johannes Drosdowski)
Leonard Novy ist Direktor des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik und einer der ­­­­Köpfe der Initiative “Unsere Medien”, die sich seit 2021 für mehr Transparenz und nachhaltige Reformen im öffentlich-recht­lichen Rundfunk einsetzt. In der “taz” fordert er mit Blick auf die Affäre um Patricia Schlesinger eine schnelle und transparente Aufklärung: “Wo ist die Überblicks-Website mit in Prüfung befindlichen Vorwürfen, bereits vorliegenden Ergebnissen und getroffenen Maßnahmen? Dort sollten nicht nur wie bislang einzelnen Beiträge hochgeladen werden, sondern der RBB als Institution muss sich dort den Vorwürfen stellen.”
Im Interview mit der dpa äußert sich ARD-Chef Tom Buhrow zum Schlesinger-Fall: “Wir sind alle in der ARD inzwischen enttäuscht und auch wütend.”
Beim “Tagesspiegel” warnt Frank Überall, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands, vor zu überhasteten Entscheidungen bezüglich des Ausscheidens der Ex-Intendantin: “Es ist viel zu früh für eine endgültige Regelung in Sachen Schlesinger-Gehalt. Der Rundfunkrat sollte keine Entscheidungen treffen, die dem Sender nachhaltig schaden.”
Konrad Weber nimmt den Vorgang zum Anlass, die Strukturen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu überdenken: Diese 10 Baustellen muss die ARD nun dringend angehen.
Außerdem gibt es zwei empfehlenswerte Hörbeiträge: Im Deutschlandfunk wird darüber diskutiert, wie es für rbb und ARD weitergehen könnte beziehungsweise sollte. Zugeschaltet sind rbb-Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus, die rbb-Personalratsvorsitzende Sabine Jauer und der Medienjournalist Christoph Sterz (deutschlandfunk.de, Sandro Schroeder, 45:05 Minuten).
Und im radioeins-“Kommentatoren-Talk” sprechen verschiedene Expertinnen und Experten über die Causa Schlesinger und die sich nun stellenden Fragen. Es diskutieren Annette Dittert (Leiterin ARD-Studio London), Nikolaus Blome (Ressortleiter Politik bei RTL), Stefan Niggemeier (Medienjournalist bei “Übermedien”) und Oliver Kalkofe (Kabarettist und Mediensatiriker) (radioeins.de, Marco Seiffert, Audio: 1:49:40 Stunden).

2. Schuler wird’s zu bunt
(sueddeutsche.de, Moritz Baumstieger & Anna Ernst)
Mit einem Brandbrief hat sich Ralf Schuler, Leiter des “Bild”-Parlamentsbüros, von seinem Arbeitgeber verabschiedet. Wegen Richtungsentscheidungen, die er “nicht mittragen kann und möchte”, wolle er das Haus verlassen. Schuler kritisiert unter anderem die vor dem Axel-Springer-Gebäude wehende Regenbogenfahne und lässt den Eindruck aufkommen, “Bild” sei ihm zu woke. Wohin es Schuler zieht, sei noch nicht bekannt. Außerdem bestehe der Verlag darauf, dass Schuler bis zum Ablauf der Kündigungsfrist Ende März 2023 für das Blatt arbeitet, was von Schuler “als äußerst undankbarer Akt” empfunden werde.

3. Rushdie auf dem Weg der Besserung
(tagesschau.de)
Als der Autor Salman Rushdie vor wenigen Tagen bei einer Veranstaltung im Bundesstaat New York über verfolgte Künstlerinnen und Künstler sprechen wollte, wurde er von einem 24-jährigen Angreifer mit einem Messer attackiert und schwer verletzt. Der damalige iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini hatte im Jahr 1988 zur Tötung des Autors aufgerufen. Rushdie befindet sich nach Angaben seines Agenten auf dem Weg der Besserung, werde sein verletztes Auge aber wahrscheinlich verlieren.

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4. Die Masken fallen – HoGeSatzbau
(veto-mag.de, Melanie Skurt)
Nach acht Jahren in der Anonymität lassen die Anti-Rechts-Aktivisten von “Hooligans gegen Satzbau” ihre Masken fallen, geben ihre Identitäten preis und ziehen sich aus dem Projekt zurück. Wer steckt hinter den weißen Sturmhauben? Und wie geht es jetzt weiter? Melanie Skurt hat das Aktivistenpärchen zu Hause besucht und eine spannende Reportage geschrieben.

5. “Nicht das Gesicht verziehen, ich muss”
(faz.net)
Im “ZDF-Fernsehgarten” hat Moderatorin Andrea Kiewel den Eindruck entstehen lassen, es bestehe senderseits eine Anweisung zum Gendern (“Nicht das Gesicht verziehen, ich muss”). Dem widerspricht nun das ZDF: “Es gibt definitiv keine Anweisung zum Gendern im ‘ZDF-Fernsehgarten’. Andrea Kiewel ist es ein persönliches Anliegen alle anzusprechen, daher verwendete sie diese Formulierung im Zusammenhang mit ‘muss’.”
Update: Die “FAZ”-Redaktion hat den Beitrag in der Zwischenzeit hinter die Paywall gestellt.

6. Schock: Klatsch-Redakteur rutscht bei Matthias Reims Frau die Schreibhand aus
(uebermedien.de, Mats Schönauer)
“Ein neuer Schock, ein raffinierter Baby-Plan und jede Menge Lebensgefahr: Tauchen Sie wieder ein in die wilde Welt der Knallpresse – und versuchen Sie zu erraten, welche Überschrift die Blätter aus scheinbar winzigen Nachrichtenkörnchen gezaubert haben.” Bei “Übermedien” lädt Mats Schönauer erneut zum fröhlichen Schlagzeilenbasteln.