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KI-Regulierung gefordert, Maske der Propaganda, Studie zu rechter Gewalt

1. Studie zeigt Kontinuität rechter Gewalt
(verdi.de)
Die Studie “Feindbild Journalist:in” des Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit zeige, dass rechte Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten in Deutschland weiterhin ein ernstes Problem sei. Für 2025 seien mindestens 34 physische Angriffe verifiziert worden. Damit habe die Zahl zwar unter dem Höchststand von 2024 gelegen, aber weiter deutlich über dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Besonders gefährlich seien Demonstrationen, bei denen sich laut Studie über Jahre stabile rechte Täterkonstellationen gegenüber der freien Presse zeigen würden.

2. “Das geht den Schmierfink gar nichts an”: AfD-Landeschef Frohnmaier pöbelt gegen SÜDKURIER-Redakteur
(suedkurier.de)
Der “Südkurier” berichtet in eigener Sache, dass Markus Frohnmaier, AfD-Landeschef in Baden-Württemberg und Mitglied des Bundestages, einen Journalisten der Zeitung in einer versehentlich mitgeschickten internen Mail als “Schmierfink” bezeichnet habe. Auslöser sei eine Presseanfrage zu einer Großspende an Frohnmaiers Landesverband gewesen. Der “Südkurier” kommentiert: “Auf diese und weitere Fragen kann es Antworten geben. Oder auch nicht. Was es nicht geben muss, sind persönliche Herabwürdigungen.”

3. Sender & Verbände fordern gesetzliche Regulierung von KI-Plattformen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
ARD, ZDF sowie mehrere Medienverbände hätten gemeinsam strengere gesetzliche Regeln für den Umgang von KI-Plattformen mit journalistischen Inhalten gefordert. Sie würden warnen, dass große Tech-Konzerne Medieninhalte nutzen, ohne dafür angemessen zu zahlen, und dass klassische Medien dadurch zu bloßen Zulieferern für KI-Systeme werden. Gefordert würden deshalb stärkere urheberrechtliche Schutzrechte, mehr Transparenz über die Nutzung journalistischer Inhalte und eine faire Vergütung.

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4. Wie stehen Chris­tian Ulmens Chancen gegen den Spiegel?
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Felix W. Zimmermann analysiert, wie die Erfolgsaussichten von Christian Ulmen im Verfahren gegen den “Spiegel” stehen. Zentrale Fragen seien, ob die Redaktion in ihrer Berichterstattung den Eindruck erweckt hat, Ulmen habe Deepfake-Pornos verbreitet, und ob eine solche Verdachtsberichterstattung rechtlich zulässig war. Dabei beleuchtet Zimmermann vor allem die Anforderungen an Verdachtsberichterstattung, mögliche Beweistatsachen und den Aspekt, ob der “Spiegel” entlastende Unsicherheiten ausreichend kenntlich gemacht hat.

5. Die freundliche Maske der Propaganda: Chinas Auslandsmedien auf Social Media
(cemas.io, Lea Frühwirth)
Lea Frühwirth beschreibt, wie chinesische Auslandsmedien im Auftrag der Kommunistischen Partei Chinas internationale Zielgruppen beeinflussen sollen. Statt unabhängiger Berichterstattung würden sie gezielte Imagepflege für China betreiben, Themen wie Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang oder Tibet verdrängen und das Land als modern, friedlich und kulturell attraktiv präsentieren. Untersucht wird zudem, wie diese staatlich kontrollierten Medien ihre Inhalte über Plattformen wie Facebook, Instagram und X auf Deutsch verbreiten.

6. Was uns die Geschichte des argentinischen Fernsehens über Staat, Marktmacht und Medien lehrt
(de.ejo-online.eu, Joaquín Sticotti)
Joaquín Sticotti zeigt am Beispiel des argentinischen Fernsehens, wie eng staatliche Kontrolle und kommerzielle Logik in autoritären Systemen zusammenwirken können. Während der Militärdiktatur sei das Fernsehen zugleich für Propaganda, Zensur und psychologische Beeinflussung genutzt worden, habe aber dennoch stark nach Marktlogik funktioniert: Einschaltquoten, Werbung und Unterhaltung seien zentral geblieben. Gerade Unterhaltungsformate hätten dazu beigetragen, gesellschaftliche Normalität vorzutäuschen.

7. Liveblog, Livestream, Newsticker: Wenn ein Buckelwal zur Endlosserie wird
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:24 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator den Medienhype um den Buckelwal “Timmy”: “Wir können aus einer ökologischen Katastrophe erst dann eine Herzensangelegenheit machen, wenn sie sich wie Reality-TV erzählen lässt. Weil wir Mitgefühl offenbar nur dann hinkriegen, wenn das Elend einen Namen hat. Wenn wir ihm ins Auge schauen. Wenn es atmet und das am besten in Nahaufnahme.”

Klagen abgewiesen, “Wichtiges Stück Heimat”, Neues Betriebssystem KI

1. Öff­ent­lich-recht­li­cher Rund­funk ist aus­ge­wogen genug
(lto.de)
Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg habe Klagen gegen den Rundfunkbeitrag abgewiesen. Mehrere Kläger hätten argumentiert, der öffentlich-rechtliche Rundfunk berichte zu einseitig, wodurch die Zahlungspflicht nicht gerechtfertigt sei. Das Gericht habe dafür jedoch keine ausreichenden Anhaltspunkte gesehen. Das Gesamtangebot von Fernsehen, Hörfunk und Mediatheken sei vielfältig und ausgewogen. Auch Vorwürfe der Geldverschwendung habe der VGH nicht gelten lassen. Eine Revision zum Bundesverwaltungsgericht sei nicht zugelassen worden.

2. BILD darf Bezieher von Sozialleistungen nicht als “Stütze-Schmarotzer” oder “Stütze-Schnorrer” beschimpfen
(prigge-recht.de)
Das Oberlandesgericht Köln habe entschieden, dass die Bezeichnung eines Mannes als “Stütze-Schmarotzer” und “Stütze-Schnorrer” in mehreren Onlineartikeln der “Bild”-Redaktion rechtswidrig sei, berichtet die den Betroffenen vertretende Kanzlei Prigge: “Die Kampagne der BILD ist in mehrfacher Hinsicht rechtswidrig. Sie verletzt Persönlichkeitsrechte in eklatanter Weise. Das Kalkül, dass der Betroffene sich schon nicht wehren wird, ist nicht aufgegangen.”

3. “Nicht Feind, sondern neues Betriebssystem unserer Branche”
(dwdl.de, Alexander Krei)
Beim KI-Special der Medientage München sei deutlich geworden, wie stark Künstliche Intelligenz die Medienbranche bereits verändere. Helge Fuhst, ehemals ARD-aktuell, jetzt beim Springer-Verlag, habe KI nicht als Bedrohung, sondern als “neues Betriebssystem” des Journalismus bezeichnet und betont, dass man die Technologie nicht Propagandisten überlassen dürfe. An verschiedenen Beispielen wie Avatar-Moderationen und KI-gestützten Doku-Formaten sei gezeigt worden, welche neuen Möglichkeiten bereits genutzt würden.
Weiterer Lesetipp: Inhalte und Partnerschaften aus der KI-Ära (medientage.de, Petra Schwegler).

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4. Meta kündigt Outsourcing-Firma, die entlässt daraufhin 1000 Menschen
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Nach Enthüllungen über problematische Datenauswertungen bei Metas Kamerabrille habe der Konzern die Zusammenarbeit mit dem Outsourcing-Unternehmen Sama beendet. Daraufhin hätten in Kenia mehr als 1.000 Beschäftigte ihre Arbeit verloren. Zuvor sei bekannt geworden, dass dort intime Aufnahmen von Nutzerinnen und Nutzern zur Datenbewertung gesichtet worden seien. Der Fall werfe erneut ein Schlaglicht auf schlechte Arbeitsbedingungen in der globalen KI- und Moderationsindustrie sowie auf die Datenschutzrisiken von Metas “Smart Glasses”.

5. BJV kritisiert Entlassungs-Welle bei Charivari München
(bjv.de)
Der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) kritisiert die Entlassungen beim Münchner Radiosender “Charivari”: “Mit der Kündigung eines Großteils der Journalistinnen und Journalisten bei 95.5 Charivari München droht, dass von dem Privatsender-Urgestein nur noch eine Hülle übrigbleibt”, so Uschi Braun, Vorsitzende der BJV-Fachgruppe Rundfunk: “Die Kündigungen gerade beim Redaktions- und Newsteam kommen der Abschaffung eines lebendigen Lokalsenders gleich.”

6. Bundespräsident Steinmeier über Lokalzeitungen: “Ganz wichtiges Stück Heimat” – Tag des Lokaljournalismus
(presseportal.de)
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier habe im Vorfeld des “Tags des Lokaljournalismus” Vertreterinnen und Vertreter von Lokalzeitungen im Schloss Bellevue empfangen und dabei die Bedeutung lokaler Medien für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt betont. Lokalzeitungen seien ein “wichtiges Stück Heimat” und eine tragende Säule der offenen Gesellschaft, so Steinmeier. Hinter dem Aktionstag am 5. Mai stehen Ippen-Media und 30 regionale Zeitungsverlage im deutschsprachigen Raum.

Die AfD und ihre (Nicht-)Pläne, Krise beim ORF, Kinder als Content

1. Chaos vorprogrammiert: Die AfD und ihre (Nicht-)Pläne zum ÖRR
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier beschreibt, welche Folgen es hätte, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern nach den jeweiligen Landtagswahlen die Rundfunkstaatsverträge kündige. Besonders im Fall von Sachsen-Anhalt könnte das den MDR in eine schwere Krise stürzen und jahrelange juristische Auseinandersetzungen auslösen. Unklar wäre dann unter anderem, wie es mit dem Rundfunkbeitrag weitergehe. Aber nicht nur die Öffentlich-Rechtlichen wären betroffen, sondern auch private Anbieter und Landesmedienanstalten.
Weiterer Lesetipp: Ingo Lierheimer, Teamleiter beim Bayerischen Rundfunk, schreibt über die “Reformpläne für [den] BR”: Die geplante Reform des Bayerischen Rundfunkgesetzes stoße auf deutliche Kritik. Die Staatsregierung wolle unter anderem eine feste Informationsquote von 60 Prozent im linearen BR-Fernsehen verankern und dem Sender “gesellschaftliche Gestaltungsziele” untersagen. Kritikerinnen und Kritiker aus Journalismus, Rundfunkrat und Kultur sähen darin einen möglichen Eingriff in die Programmautonomie und die Rundfunkfreiheit. Der Gesetzentwurf werde derzeit weiter beraten, Änderungen seien noch möglich. (br.de)

2. Lebenszeichen von vermisster deutscher Journalistin
(spiegel.de)
Im Fall der in Syrien verschwundenen deutschen Journalistin Eva Michelmann gebe es nach Angaben ihrer Familie erstmals ein Lebenszeichen. Demnach soll die 36-Jährige in einem Gefängnis in Aleppo in Isolationshaft sitzen, ebenso wie der mit ihr verschleppte kurdische Journalist Ahmet Polat. Die Familie fordere nun konsularischen Zugang, Besuche durch Hilfsorganisationen und stärkeren politischen Druck für Michelmanns Freilassung.

3. Journalisten schlagen Alarm
(taz.de, Florian Bayer)
Die Krise beim österreichischen ORF spitze sich weiter zu. Nach dem Rücktritt von Generaldirektor Roland Weißmann wegen Vorwürfen sexueller Belästigung habe der ORF-Redaktionsausschuss nun vier Mitgliedern des Stiftungsrats das Misstrauen ausgesprochen. Kritisiert würden mangelnde Transparenz im Umgang mit dem Fall, ein mutmaßlich toxisches Arbeitsumfeld sowie mögliche Interessenkonflikte und politische Verflechtungen im Kontrollgremium. Im Zentrum der Kritik stünden vor allem die beiden Vorsitzenden.

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4. Joey Kelly geht unter die Schwurbler
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 24:04 Minuten)
Joey Kelly, unter anderem bekannt als Teil der “Kelly Family”, sei “unter die rechten Schwurbler gegangen”. Mats Schönauer hat sich die fiebertraumhafte fünftstündige Show angeschaut: “Joey Kelly (‘7 v. Wild’, ‘Most Wanted’) ist in einem Webinar des rechten Verschwörungstheoretikers und Goldhändlers Dominik Kettner aufgetreten. Was dabei alles passiert ist und wie das perfide Geschäftsmodell dahinter funktioniert, zeige ich euch in diesem Video.”
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.
Nachtrag: Joey Kelly hat ein Statement veröffentlicht, in dem er sich von seinem Gesprächspartner distanziert (“Die Gedankenwelt von Herrn Kettner teile ich in keiner Weise und lehne sie klar ab.”). Das Interview mit Kelly sei inzwischen auch vom YouTube-Kanal des Goldhändlers verschwunden, wie Mats Schönauer bei Bluesky berichtet.

5. Ein Schritt vorwärts – aber kein echter Paradigmenwechsel
(urheber.info, Sabine Richly)
Sabine Richly hält den französischen KI-Gesetzentwurf für einen Schritt in die richtige Richtung, aber nicht für eine echte Wende. Rechteinhaber hätten es damit etwas leichter, den Verdacht auf eine unzulässige KI-Nutzung vor Gericht zu bringen. Die KI-Anbieter müssten jedoch weiterhin nicht eindeutig beweisen, dass sie ein Werk nicht genutzt haben.

6. Kleinkinder als Content: Brauchen Familien-Influencer klarere Regeln?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 27:51 Minuten)
In der neuen Folge des Podcasts “Läuft” spricht Alexander Matzkeit mit Cornelia Holsten, der Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt, über Familien-Influencer und den Umgang mit Kindern als Social-Media-Content. Ausgangspunkt ist eine neue Studie des Hans-Bredow-Instituts, die zeige, dass viele Influencer ihre Babys und Kleinkinder offen und teils in intimen Situationen präsentieren: “Was kann und sollte aus diesen Ergebnissen folgen? Welche Rolle könnten etwa das Jugendarbeitsschutzgesetz oder der Jugendmedienschutz spielen? Und wie wirksam sind Selbstverpflichtungen von Influencer:innen, Agenturen und Werbewirtschaft?”

Ungarn nach Orbán, “Schlampige Recherche”, Mediale Parallelwelt

1. Ungarn nach Orbán: Warum ein Regierungswechsel die Medien nicht automatisch befreit
(de.ejo-online.eu, Susanne Fengler)
Susanne Fengler analysiert, warum der Wahlsieg der Tisza-Partei in Ungarn die dortigen Medien nicht automatisch befreien werde. Zwar ende damit die lange Herrschaft Viktor Orbáns, doch die unter Fidesz geschaffenen Strukturen würden weiterwirken: regierungsnahe Medienkonzentration, politisch geprägte Aufsicht, ökonomischer Druck auf unabhängige Redaktionen und schwache Selbstregulierung. Fengler beschreibt das ungarische Mediensystem deshalb als formal plural, aber strukturell verzerrt.

2. Richter rügt “schlampige Recherche” bei Böhmermann
(t-online.de)
Im Rechtsstreit um eine Sendung des “ZDF Magazin Royale” über Arne Schönbohm habe das Oberlandesgericht München dem ZDF laut einem Bericht der “Welt” eine deutliche Niederlage signalisiert. Der Senat halte die Einschätzung der Vorinstanz offenbar für richtig, wonach die Sendung von Jan Böhmermann beim Publikum den Eindruck erweckt habe, Schönbohm habe Kontakte zu russischen Geheimdiensten gehabt. Das stelle eine schwere Verletzung des Persönlichkeitsrechts Schönbohms dar.

3. Die mediale Parallelwelt von “Timmy” und “Hope”
(dwdl.de, Simon Pycha)
Simon Pycha beschreibt am Beispiel des gestrandeten Wals an der Ostseeküste, wie sich auf Social Media eine mediale Parallelwelt zur klassischen Berichterstattung bilde. Auf TikTok und Instagram gebe es oft eine stärkere Emotionalisierung, verbunden mit alternativen Erzählungen. In diesen Echokammern würden sich Verschwörungstheorien, manipulierte Bilder, KI-Inhalte und falsche Spendenaufrufe verbreiten.

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4. Neues Mediengesetz für MV tritt in Kraft
(verdi.de, Volker Nünning)
In Mecklenburg-Vorpommern sei ein neues Mediengesetz in Kraft getreten, das die Förderung lokaler und regionaler Sender sowie privater Bürgermedien neu regele. Künftig könnten Lokal-TV-Anbieter über die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern Landesmittel erhalten, um regionale Nachrichten- und Informationsangebote mit engem Ortsbezug zu sichern. Dafür stünden 2026 und 2027 jeweils insgesamt 300.000 Euro zur Verfügung.

5. Looksmaxxing – Macht dieser TikTok-Trend dein Kind zum Nazi?
(volksverpetzer.de, Lars Freudenberger)
Lars Freudenberger beschreibt das in den Sozialen Medien verbreitete “Looksmaxxing” als vermeintlichen Selbstoptimierungstrend für junge Männer, der von harmlos wirkenden Tipps schnell in extreme Körperkontrolle, pseudowissenschaftliche Schönheitsideale und gefährliche Praktiken kippen könne. Dabei gehe es nicht nur ums Aussehen, sondern um ein hierarchisches Weltbild, in dem Erfolg und sozialer Wert allein an Attraktivität geknüpft würden. In den einschlägigen Onlineforen würden zudem Frauenhass, Rassismus und rechtsextreme Denkmuster eine große Rolle spielen.

6. Wie überzeugend ist Journalismus auf der Bühne?
(deutschlandfunkkultur.de, Elena Philipp & Susanne Burkhardt, Audio: 59:51 Minuten)
“Journalistische Recherchen, als Theaterstück auf der Bühne präsentiert, machen seit einigen Jahren Furore. Entsteht damit ein neues Genre? Oder wird das Theater zu einer ‘Vertriebsstelle für journalistische Sendungen’ degradiert, wie die FAZ beklagt?” Darüber sprechen beim Deutschlandfunk Kultur Kay Voges, Intendant am Schauspiel Köln, und “FAZ”-Autor Simon Strauß, der dazu einen kritischen Kommentar geschrieben hatte (nur mit Abo lesbar).

KW 16/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie Podcasts den Hauptstadt-Journalismus verändern
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 30:16 Minuten)
Podcasts würden den Hauptstadtjournalismus immer stärker prägen, ob bei Kanzlerinterviews, politischen Einordnungen oder Recherchen zu Parteifinanzen. Helene Bubrowski (frische “FAZ”-Herausgeberin), Dagmar Rosenfeld (Podcast “Machtwechsel”) und Katharina Hamberger (Deutschlandfunk) sprechen darüber, was Podcasts in der Berliner Politikberichterstattung verändern.

2. Wenn ein Prozess zur Schlagzeile wird – ein Medienjurist ordnet ein
(spotify.com, Michael Maske, Audio: 59:02 Minuten)
Im Podcast zum “Fall Block” begleiten Michael Maske und Christoph Pilz regelmäßig das Verfahren um die Unternehmerfamilie Block und die Entführung zweier Kinder. In dieser Folge spricht Maske mit dem Medienrechtsprofessor Tobias Gostomzyk über die Frage, wie Medien über ein laufendes Verfahren berichten dürfen, ohne zur Vorverurteilung beizutragen.
Weiterer Gucktipp zum Thema: In Jan Böhmermanns “ZDF Magazin Royale” geht es diesmal um “Die vielen Anwälte des Christian Ulmen”: “Die Unschuldsvermutung ist ein rechtsstaatlicher Grundsatz. Aber wieso steht sie immer sofort im Mittelpunkt der Debatte? Der Fall Ulmen zeigt vor allem eines: Wie Männer aufeinander aufpassen.”

3. Elon Musk, Peter Thiel & Trump: Die Allianz, die den Staat zerstört
(youtube.com, Martin Fehrensen, Video: 33:35 Minuten)
Martin Fehrensen vom “Social Media Watchblog” spricht mit dem “SZ”-Journalisten und Buchautor Jannis Brühl über die politische Macht großer Techunternehmer. Ausgangspunkt ist Brühls Buch über die “Tech-Oligarchen” sowie deren Nähe zu Donald Trump und der MAGA-Bewegung. Im Gespräch geht es um Figuren wie Elon Musk, Peter Thiel, Mark Zuckerberg und Sam Altman und um Disruption als politische Ideologie. Außerdem diskutieren beide darüber, wie sich Staaten und Medien, Nutzerinnen und Nutzer aus der Abhängigkeit von den großen Plattformen lösen könnten.

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4. Social Media: Was bringt ein Verbot für Kinder und Jugendliche?
(youtube.com, Julia von Buddenbrock & Hannah Krämer, Video: 20:39 Minuten)
Im NDR-Medienmagazin “Zapp” geht es um das mögliche Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche. Expertinnen und Experten verweisen darauf, dass Altersgrenzen technisch und rechtlich schwer umzusetzen seien und Alterskontrollen neue Probleme aufwerfen könnten. Entscheidend seien deshalb vor allem Medienbildung, Begleitung durch Eltern und Schulen sowie strengere Vorgaben für die Plattformen selbst. Schutz im Netz entstehe nicht allein durch Aussperren, sondern durch einen kompetenten Umgang mit digitalen Risiken.

5. Traumjob Journalismus: Zwischen Idealismus und Realität
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 50:02 Minuten)
In der Podcastreihe “Die Medienversteher” sprechen Markus Wolsiffer und Tanjev Schultz über den Beruf Journalismus und den Einstieg in die Branche. Es geht um die Fragen, warum Menschen Journalistinnen und Journalisten werden wollen, welche Fähigkeiten dafür wichtig sind, ob es den typischen Berufsweg überhaupt gibt und welche Rollen Studium, Praktika, Volontariat und Journalistenschulen spielen. Wolsiffer und Schultz sprechen auch über prekäre Bedingungen, Unsicherheiten und Belastungen im Beruf und erörtern, warum sich der Weg trotz aller Probleme weiterhin lohnen kann.

6. “El Hotzo” aka Sebastian Hotz: Satire, Weltpolitik und das Pferd mit den Raketenschuhen
(spotify.com, Peter Greve, Audio: 48:48 Minuten)
In der “Lektion meines Lebens” unterhält sich Host Peter Greve mit Sebastian “El Hotzo” Hotz: “Wir reden über folgenreiche Punchlines, über Moral und Überzeugungen und warum es manchmal schwer ist, dem eigenen öffentlichen Bild zu entsprechen. Ein Pferd mit Raketenschuhen kommt ebenfalls vor. Ein fränkischer Grillabend auch.”

Machen Abgeordnete Geld mit Social Media?, Wayback Machine, ORF-Krise

1. Machen Abgeordnete ihre Social Media Aktivitäten zu Geld?
(abgeordnetenwatch.de, Tania Röttger)
Eine Recherche von “Abgeordnetenwatch” geht der Frage nach, ob Bundestagsabgeordnete ihre Social-Media-Aktivitäten zu Geld machen. Anlass ist unter anderem der Fall des AfD-Abgeordneten Stephan Brandner, der laut “Redaktionsnetzwerk Deutschland” (nur mit Abo lesbar) seit 2024 rund 15.000 Euro mit Werbung auf YouTube eingenommen haben soll, ohne dass diese Zahlungen bislang in seinen veröffentlichten Nebeneinkünften aufgetaucht seien.

2. Despentes, Beigbeder und Bernard-Henri Lévy verlassen Verlag aus Protest gegen Rechtsaußen-Investor
(spiegel.de)
In Frankreich hätten 115 Autorinnen und Autoren angekündigt, den Grasset-Verlag, einen der bedeutendsten Literaturverlage des Landes, aus Protest gegen den Einfluss des rechtskonservativen Investors Vincent Bolloré zu verlassen. Auslöser sei die Entlassung des langjährigen Verlagschefs Olivier Nora, hinter der die Unterzeichner Bollorés Einfluss vermuten. Sie sprächen von einem Angriff auf die verlegerische Unabhängigkeit.

3. Würde eine Klage wie in den USA auch in Deut­sch­land funk­tio­nieren?
(lto.de, Carl Christian Müller)
Carl Christian Müller spielt durch, ob eine Klage gegen süchtig machendes Social-Media-Design wie in den USA auch in Deutschland Erfolg haben könnte. Sein Fazit: Ganz ausgeschlossen sei das nicht, aber die Hürden lägen hier deutlich höher und die möglichen Schmerzensgelder viel niedriger. Anders als in den USA fehle es im deutschen Recht an weitreichenden Offenlegungspflichten. Zudem müsse die Kausalität zwischen Plattformdesign und psychischen Schäden sehr genau bewiesen werden.

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4. KI und Geschichte
(taz.de, Johannes Drosdowski)
Einige Medienhäuser würden das Internet Archive und dessen Wayback Machine aus Angst vor KI-Nutzung aussperren. Die Wayback Machine archiviere seit 1996 Websites und sei wichtig, auch um gelöschte Inhalte nachvollziehbar zu machen. Gerade in Zeiten politisch motivierter Löschungen diene sie dem Erhalt öffentlicher Wahrheit und journalistischer Recherche. Mehr als 100 Journalistinnen und Journalisten hätten deshalb die Bedeutung des Archivs für das journalistische Erbe hervorgehoben.

5. Krise und kein Ende: Der ORF steht vor einem Scherbenhaufen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der österreichische ORF stecke nach dem überraschenden Rücktritt von Generaldirektor Roland Weißmann in einer tiefen Krise. Weißmann bestreite die gegen ihn erhobenen Vorwürfe sexueller Belästigung und wolle juristisch gegen seine Kündigung vorgehen. Zugleich wachse der Druck auf die Spitze des Stiftungsrats: Der Redaktionsausschuss des öffentlich-rechtlichen Senders habe mehreren Mitgliedern das Misstrauen ausgesprochen. Die Affäre verschärfe damit auch die Debatte über die seit Jahren geforderte Entpolitisierung der ORF-Aufsichtsgremien.

6. Die besten Comics des Quartals: Alison Bechdels USA-Satire “Kaputt” führt Kritikerauswahl an
(tagesspiegel.de, Lars von Törne)
Lars von Törne stellt die aktuelle Auswahl der besten Comic-Neuerscheinungen des Quartals vor, die von 30 deutschsprachigen Kritikerinnen und Kritikern zusammengestellt wurde. Der Beitrag gibt einen Überblick über die zehn favorisierten Titel und ordnet sie kurz ein. Vertreten sind sehr unterschiedliche Formen und Themen, von Graphic Novels und Sachcomics über Manga bis hin zu Klassikern und Kindercomics.

Neue Betroffenheit, Enttäuschte Liebe, Richter vs. Pentagon

1. Neue Betroffenheit
(journalist.de, Anne Hünninghaus & Kathi Preppner)
Redaktionen würden verstärkt Journalistinnen und Journalisten suchen, die sich mit Sicherheitspolitik, Bundeswehr und Rüstungsindustrie auskennen. Gute Berichterstattung über Krieg und Krisen müsse sachlich einordnen, Begriffe erklären und Desinformation erkennen. Zugleich müssten die Interessen von Staat, Militär und Industrie kritisch voneinander unterschieden werden. Im Text von Anne Hünninghaus und Kathi Preppner schildern mehrere Medienschaffende, dass das öffentliche Interesse an diesen Themen und die eigene Betroffenheit deutlich zugenommen hätten.

2. Richter verbietet Pentagon das Aussperren von Journalisten
(spiegel.de)
Ein US-Richter habe dem Pentagon untersagt, die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten weiter einzuschränken, und die Wiederherstellung des freien Pressezugangs angeordnet. Das Gericht sehe in den neuen Pentagon-Regeln den Versuch, eine frühere richterliche Entscheidung zu umgehen. Hintergrund sei ein länger andauernder Konflikt über Pressefreiheit und Zugang zwischen dem US-Verteidigungsministerium unter Pete Hegseth und verschiedenen Medien.

3. Öffentlich-rechtliche Medien vor dem Großinquisitor
(taz.de, Rudolf Balmer)
Rudolf Balmer schildert, wie ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Medien in Frankreich zunehmend zu einem politischen Tribunal gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) geworden sei. Vor allem der rechtsnationale Kommissionssprecher habe die Anhörungen mit aggressiven und teils fehlerhaften Vorwürfen geprägt. Dem französischen ÖRR würden im Fall eines rechten Machtgewinns tiefgreifende Einschnitte bis hin zur Privatisierung drohen.

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4. So krass werdet ihr von NIUS und BILD manipuliert
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 36:44 Minuten)
“Bild” und “Nius” hätten mit einer erfundenen Geschichte über angeblich shoppen gehende Afghanen gezielt Wut auf Geflüchtete geschürt und damit rechtsextreme Narrative bedient. Mats Schönauer wirft beiden Redaktionen vor, solche Geschichten nicht nur ungeprüft oder bewusst verzerrt weiterzuverbreiten, sondern Korrekturen später zu verschleppen oder ganz zu unterlassen.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

5. Fact-Checking: Zwischen Effizienz und Kontrolle
(de.ejo-online.eu, Susanne Fengler)
Fact-Checking-Organisationen würden zunehmend Künstliche Intelligenz einsetzten, etwa beim Monitoring, bei der Recherche, in der Produktion und bei der Verbreitung von Korrekturen. In der Praxis zeige sich jedoch eine deutliche Skepsis hinsichtlich der Grenzen solcher Systeme. Ein zentrales Ergebnis einer Analyse sei, dass KI beim Fact-Checking nicht als eigenständiger Akteur verstanden werde, sondern ausschließlich als unterstützendes Werkzeug unter menschlicher Aufsicht.

6. Das Radio zwischen enttäuschter Liebe und neuem Aufbruch
(deutschlandfunk.de, Mathias Greffrath, Audio: 39:33 Minuten)
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, besonders das Radio, befinde sich in einer tiefen Legitimations- und Formkrise, findet Mathias Greffrath in seinem Audioessay. Viele Wellen würden auf ihn routiniert, belanglos und vom Quotendruck entkernt wirken, während Podcasts, Plattformen und Algorithmen die Öffentlichkeit fragmentieren würden. Radio solle weniger beschallen und stärker Räume schaffen, in denen Menschen tatsächlich miteinander ins Gespräch kommen. Es brauche mehr physische Präsenz außerhalb der Funkhäuser, neue gemeinwohlorientierte Funktionen und ein Auftritt jenseits bloßer Marktlogik.

KW 15/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Traumjob Journalismus – mit Meret Reh & Frederik von Castell
(ardsounds.de, Meret Reh, Audio: 1:59:52 Stunden)
Bei “Blue Moon” unterhalten sich Meret Reh und Frederik von Castell, Chefredakteur des “medium magazins”, über den “Traumjob Journalismus”. Im Mittelpunkt des Gesprächs stehen Wege in den Journalismus, über Volontariat, Journalistenschule, Studium, Quereinstieg oder Praktika, und die oft schwierigen Bedingungen beim Berufseinstieg. Außerdem sprechen sie mit Hörerinnen und Hörern sowie über eingespielte Sprachnachrichten weiterer Kolleginnen und Kollegen über Medienkritik, Investigativrecherchen, KI im Journalismus und die aktuelle Lage der Branche.

2. Die Klimakrise in den Medien
(deutschlandfunk.de, Brigitte Baetz, Audio: 32:14 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um das Thema “Klimakrise in den Medien”. DLF-Hörerin Gaby Westphal diskutiert darüber mit Jürgen Döschner vom Netzwerk Klimajournalismus und Brigitte Baetz vom Deutschlandfunk.

3. RUMS – Ralf Heimann über Lokaljournalismus
(youtube.com, Christian Jakubetz, Video: 35:33 Minuten)
Christian Jakubetz hat Ralf Heimann zu Gast, der das erfolgreiche Lokaljournalismus-Projekt “RUMS” leitet. Heimann erklärt, wie “RUMS” gestartet ist und sich durch tief recherchierte, unterhaltsame Inhalte sowie eine Bezahlschranke etabliert hat. Dabei positioniere sich “RUMS” bewusst als modernes, eher progressives Gegengewicht zur traditionell konservativen örtlichen Lokalzeitung. Heimann betont, dass die reine Bündelungsfunktion klassischer Zeitungen ausgedient habe. Zukunftsfähiger Lokaljournalismus müsse stattdessen eine Community aufbauen und der Leserschaft ein Gefühl von Zugehörigkeit vermitteln.

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4. Katja Hofem: “Der Mut von heute ist der Mainstream von morgen”
(dwdl.de, Thomas Lückerath, Audio: 35:46 Minuten)
“Wie viel lokale Kreativität, wie viel lokales Investment steckt in einem globalen Streamer wie Netflix? Wie geht man Programme an, die über Deutschland hinaus wirken? Und was bedeutet Medienzukunft in einem Markt, der sich auch für Netflix permanent neu erfindet?” Über diese und weitere Themen unterhält sich “DWDL”-Chef Thomas Lückerath mit Katja Hofem, “Vice President Content” für Deutschland, Österreich und die Schweiz beim Streamingdienst Netflix.

5. Feindbild Frau: Warum soziale Medien Krawall & Hass gegen Frauen belohnen
(youtube.com, Martin Fehrensen, Video: 37:04 Minuten)
Martin Fehrensen spricht mit der Autorin Ingrid Brodnig über deren neues Buch “Feindbild Frau”. Digitale Gewalt gegen Frauen und speziell gegen Politikerinnen sei kein Zufall. Es handele sich um eine systematische Strategie rechter Netzwerke, um diese Personen aus dem öffentlichen Diskurs zu drängen. Brodnig und Fehrensen werfen den großen Plattformen, insbesondere X und Meta, vor, den Hass aus rein wirtschaftlichem Kalkül zu dulden.

6. “Trauma und Comedy – wie viel ‘Schaden’ braucht es, um lustig zu sein?” mit Bernhard Hiergeist
(spotify.com, Bea Herzog, Audio: 1:09:26 Stunden)
Im Podcast “Erstgespräch” analysieren Bea Herzog und Bernhard Hiergeist, dass Medien bei Comedians psychisches Leid oft überbetonen und dabei das eigentliche Handwerk unsichtbar machen. Sie unterscheiden zwischen bloß erzähltem Leid und künstlerisch verarbeitetem Material. Gute Comedy entsteht für sie nicht aus dem Leiden selbst, sondern aus der Haltung dazu. Problematisch wird es aus ihrer Sicht, wenn unverarbeitetes Leid als Voraussetzung für gute Kunst gilt oder das Publikum zur Ersatztherapie wird.

Trump droht, Krieg im Nahen Osten, Macht KI bald die Tageszeitung?

1. US-Präsident droht Journalisten mit Haft wegen Infos zu Pilotenrettung in Iran
(spiegel.de)
US-Präsident Donald Trump habe Journalisten mit Gefängnisstrafen gedroht, falls sie ihre Informanten zu einer militärischen Rettungsmission im Iran nicht preisgäben. Trump werfe einem Medienhaus vor, durch die Veröffentlichung von Details das Leben eines noch im feindlichen Gebiet vermissten US-Waffenoffiziers gefährdet zu haben. Iranische Medien hätten laut CNN jedoch längst vor den US-Medien über den Vorfall berichtet. Trumps Vorgehen reihe sich in systematische Angriffe seiner Regierung und des Pentagons auf die Pressefreiheit ein.

2. Krieg im Nahen Osten: Kampf um die Wahrheit und Deutung
(cemas.io, Julia Smirnova)
Der aktuelle Krieg im Nahen Osten werde von einer massiven Welle aus gezielter Desinformation und KI-generierten Fakes begleitet. Durch staatliche Internetsperren entstünden Informationslücken, die Kriegsparteien systematisch für Propaganda ausnutzen würden. Dabei würden aktuell vor allem pro-iranische Falschbehauptungen die Sozialen Netzwerke dominieren. Die Social-Media-Plattformen seien auf diese digitale Kriegsführung derzeit kaum vorbereitet.

3. Social-Media-Verbot lässt Bundesregierung ahnungslos zurück
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Obwohl Spitzenpolitikerinnen und -politiker der Bundesregierung ein Social-Media-Verbot für Minderjährige fordern, gäbe es dafür bislang weder ein klares Konzept noch wissenschaftliche Belege für die Sinnhaftigkeit einer solchen Maßnahme. Wie eine Anfrage der Linken zeige, sei außerdem völlig unklar, ob ein Verbot überhaupt mit den Grundrechten oder dem EU-Recht vereinbar wäre.

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4. Ein Blatt für die Community
(taz.de, Amira Klute)
Das britische Lokalmedium “Bristol Cable” erprobe ein alternatives Modell gegen das Zeitungssterben: Statt auf schnelle Tagesmeldungen, Klickzahlen und Werbeeinnahmen setze die Redaktion auf tiefgründige, investigative Recherchen direkt vor der Haustür. Finanziert und mitgestaltet werde das Projekt als Genossenschaft von aktuell rund 2.500 zahlenden Leserinnen und Lesern. Diese enge Einbindung der Community ermögliche es, unabhängig zu arbeiten und alle Inhalte kostenlos und ohne Paywall anzubieten.

5. Duell, Triell, Bagatell
(verdi.de, Bärbel Röben)
Medien und deren Berichterstattung seien für Wahlen zwar selten direkt ausschlaggebend, sie hätten jedoch massiven Einfluss darauf, welche Themen gesellschaftlich als wichtig und normal gelten. Extrem rechte Akteure würden die mediale Aufmerksamkeitsökonomie durch Dauerprovokationen gezielt ausnutzen. Schenke man ihnen zu viel Beachtung, führe dies zur Normalisierung ihrer Positionen. Zudem würden klassische Wahlkampf-Formate wie TV-Duelle und die ständige Fixierung auf Umfragen (Horse-Race-Berichterstattung) von den eigentlichen politischen Inhalten ablenken.

6. Macht KI bald die Tageszeitung?
(correctiv.org, Anette Dowideit & Sebastian Haupt)
“Wie häufig kommt in Medienredaktionen Künstliche Intelligenz zum Einsatz? Wo genau? Und: Wozu führt das?” Zu diesem Thema haben das Recherchenetzwerk “Correctiv” und das Magazin “journalist” eine Umfrage gestartet: “Wenn Sie in der Redaktion eines Medienhauses arbeiten, können Sie uns unterstützen, indem Sie an der Umfrage in unserem CrowdNewsroom teilnehmen. Sie können dort Ihre Antworten anonym abgeben. Oder sie können freiwillig Ihre Kontaktdaten angeben, damit wir Sie für Rückfragen gegebenenfalls kontaktieren können.”

Passende Umfragen, Fragen aus dem Glashaus, Vergessene Nachrichten

1. Umfragen, die ins Weltbild passen
(verdi.de, Thomas Gesterkamp)
Thomas Gesterkamp kritisiert den unreflektierten medialen Umgang mit reißerischen und methodisch unsauberen Umfragen. Insbesondere die Methoden des Ipsos-Instituts seien unzureichend und verfälschend: “Ernst zu nehmende Forschung kann so nicht entstehen, die Resultate sind alles andere als repräsentativ. Von einer ‘Studie’, die einer wissenschaftlichen Prüfung standhält, kann keine Rede sein.”

2. Florian Warweg: Spitze Fragen aus dem Glashaus
(nd-aktuell.de, Jakob Buhre)
Jakob Buhre schreibt über den Journalisten Florian Warweg, der von sich behaupte, als neutraler Beobachter “alle Realitäten” abzubilden. In der Praxis zeige Warwegs Arbeit jedoch eine deutliche pro-russische Schlagseite und klammere Kritik am Kreml konsequent aus. Er habe jahrelang für den russischen Staatssender RT Deutsch gearbeitet und diesem auch nach der Annexion der Krim und dem Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine die Treue gehalten. Buhre stellt fest: “Je mehr man sich mit seinen Artikeln, Interviews und Tweets beschäftigt, desto klarer wird, dass Warwegs politische Überzeugungen mit den von RT verbreiteten Narrativen und Perspektiven oft deckungsgleich sind.”

3. Top Ten der Vergessenen Nachrichten 2026
(derblindefleck.de)
Die “Initiative Nachrichtenaufklärung” hat auch für 2026 wieder zehn gesellschaftlich hochrelevante Themen veröffentlicht, die in den großen Medien ignoriert oder stark vernachlässigt würden. Es geht unter anderem um die psychische Belastung von Untersuchungshäftlingen, die schleichende Vergiftung unserer Nahrungskette durch Mikroplastik in Ackerböden sowie die brutale Ausbeutung und Nikotinvergiftung von Kindern auf Tabakplantagen.

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4. CORRECTIV steigt aus der internationalen Faktencheck-Infrastruktur ClaimReview aus – Was jetzt folgt
(correctiv.org)
Wie die “Correctiv”-Redaktion in eigener Sache mitteilt, ziehe man sich aus der von Google finanzierten Faktencheck-Infrastruktur “ClaimReview” zurück, nachdem der Tech-Konzern die Sichtbarkeit von Faktenchecks intransparent und ohne Einbindung der Community eingeschränkt habe. Um sich aus der Abhängigkeit von US-Konzernen zu lösen, wolle das Medienhaus künftig auf eine eigene, unabhängige Datenbank setzen: “Mit dem CORRECTIV.Faktenforum baut CORRECTIV eine eigene, resiliente Infrastruktur, die unabhängig von Big Tech ist.”

5. News-Charts: Die kritischen Klicks mit dem Krieg
(dwdl.de, Simon Pycha)
Die aktuelle “DWDL”-Auswertung der TikTok-News-Charts zeigt, dass Medienmarken zunehmend mit der Darstellung von Krieg, Chaos und Zerstörung enorme Klickzahlen generieren. Obwohl TikTok explizite Inhalte eigentlich drossele, würden Algorithmus und Moderation bei Aufnahmen von Bombeneinschlägen oder Fluchtszenen offenbar nicht eingreifen. Dies habe im März zu einem neuen Allzeit-Rekord in der über dreijährigen Geschichte der “DWDL”-Charts geführt.

6. RBB-Intendantin Ulrike Demmer: Journalismus, Podcast, Zukunft
(spotify.com, Su Holder & Chris Guse, Audio: 1:06:00 Stunden)
Im Podcast übers Podcasten begrüßen Su Holder und Chris Guse die ehemalige “Spiegel”-Journalistin, frühere stellvertretende Regierungssprecherin und jetzige Intendantin des RBB Ulrike Demmer. Sie sprechen mit ihr über die schwierigen vergangenen Jahre des Umbaus und den radikalen Sparplan, dem sich der öffentlich-rechtliche Sender unterwerfen musste. Und natürlich geht es um die Bedeutung von Podcasts für den RBB.

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