1. Studie zeigt Kontinuität rechter Gewalt
(verdi.de)
Die Studie “Feindbild Journalist:in” des Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit zeige, dass rechte Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten in Deutschland weiterhin ein ernstes Problem sei. Für 2025 seien mindestens 34 physische Angriffe verifiziert worden. Damit habe die Zahl zwar unter dem Höchststand von 2024 gelegen, aber weiter deutlich über dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Besonders gefährlich seien Demonstrationen, bei denen sich laut Studie über Jahre stabile rechte Täterkonstellationen gegenüber der freien Presse zeigen würden.
2. “Das geht den Schmierfink gar nichts an”: AfD-Landeschef Frohnmaier pöbelt gegen SÜDKURIER-Redakteur
(suedkurier.de)
Der “Südkurier” berichtet in eigener Sache, dass Markus Frohnmaier, AfD-Landeschef in Baden-Württemberg und Mitglied des Bundestages, einen Journalisten der Zeitung in einer versehentlich mitgeschickten internen Mail als “Schmierfink” bezeichnet habe. Auslöser sei eine Presseanfrage zu einer Großspende an Frohnmaiers Landesverband gewesen. Der “Südkurier” kommentiert: “Auf diese und weitere Fragen kann es Antworten geben. Oder auch nicht. Was es nicht geben muss, sind persönliche Herabwürdigungen.”
3. Sender & Verbände fordern gesetzliche Regulierung von KI-Plattformen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
ARD, ZDF sowie mehrere Medienverbände hätten gemeinsam strengere gesetzliche Regeln für den Umgang von KI-Plattformen mit journalistischen Inhalten gefordert. Sie würden warnen, dass große Tech-Konzerne Medieninhalte nutzen, ohne dafür angemessen zu zahlen, und dass klassische Medien dadurch zu bloßen Zulieferern für KI-Systeme werden. Gefordert würden deshalb stärkere urheberrechtliche Schutzrechte, mehr Transparenz über die Nutzung journalistischer Inhalte und eine faire Vergütung.
4. Wie stehen Christian Ulmens Chancen gegen den Spiegel?
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Felix W. Zimmermann analysiert, wie die Erfolgsaussichten von Christian Ulmen im Verfahren gegen den “Spiegel” stehen. Zentrale Fragen seien, ob die Redaktion in ihrer Berichterstattung den Eindruck erweckt hat, Ulmen habe Deepfake-Pornos verbreitet, und ob eine solche Verdachtsberichterstattung rechtlich zulässig war. Dabei beleuchtet Zimmermann vor allem die Anforderungen an Verdachtsberichterstattung, mögliche Beweistatsachen und den Aspekt, ob der “Spiegel” entlastende Unsicherheiten ausreichend kenntlich gemacht hat.
5. Die freundliche Maske der Propaganda: Chinas Auslandsmedien auf Social Media
(cemas.io, Lea Frühwirth)
Lea Frühwirth beschreibt, wie chinesische Auslandsmedien im Auftrag der Kommunistischen Partei Chinas internationale Zielgruppen beeinflussen sollen. Statt unabhängiger Berichterstattung würden sie gezielte Imagepflege für China betreiben, Themen wie Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang oder Tibet verdrängen und das Land als modern, friedlich und kulturell attraktiv präsentieren. Untersucht wird zudem, wie diese staatlich kontrollierten Medien ihre Inhalte über Plattformen wie Facebook, Instagram und X auf Deutsch verbreiten.
6. Was uns die Geschichte des argentinischen Fernsehens über Staat, Marktmacht und Medien lehrt
(de.ejo-online.eu, Joaquín Sticotti)
Joaquín Sticotti zeigt am Beispiel des argentinischen Fernsehens, wie eng staatliche Kontrolle und kommerzielle Logik in autoritären Systemen zusammenwirken können. Während der Militärdiktatur sei das Fernsehen zugleich für Propaganda, Zensur und psychologische Beeinflussung genutzt worden, habe aber dennoch stark nach Marktlogik funktioniert: Einschaltquoten, Werbung und Unterhaltung seien zentral geblieben. Gerade Unterhaltungsformate hätten dazu beigetragen, gesellschaftliche Normalität vorzutäuschen.
7. Liveblog, Livestream, Newsticker: Wenn ein Buckelwal zur Endlosserie wird
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:24 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator den Medienhype um den Buckelwal “Timmy”: “Wir können aus einer ökologischen Katastrophe erst dann eine Herzensangelegenheit machen, wenn sie sich wie Reality-TV erzählen lässt. Weil wir Mitgefühl offenbar nur dann hinkriegen, wenn das Elend einen Namen hat. Wenn wir ihm ins Auge schauen. Wenn es atmet und das am besten in Nahaufnahme.”
