Die AfD und ihre (Nicht-)Pläne, Krise beim ORF, Kinder als Content

1. Chaos vorprogrammiert: Die AfD und ihre (Nicht-)Pläne zum ÖRR
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier beschreibt, welche Folgen es hätte, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern nach den jeweiligen Landtagswahlen die Rundfunkstaatsverträge kündige. Besonders im Fall von Sachsen-Anhalt könnte das den MDR in eine schwere Krise stürzen und jahrelange juristische Auseinandersetzungen auslösen. Unklar wäre dann unter anderem, wie es mit dem Rundfunkbeitrag weitergehe. Aber nicht nur die Öffentlich-Rechtlichen wären betroffen, sondern auch private Anbieter und Landesmedienanstalten.
Weiterer Lesetipp: Ingo Lierheimer, Teamleiter beim Bayerischen Rundfunk, schreibt über die “Reformpläne für [den] BR”: Die geplante Reform des Bayerischen Rundfunkgesetzes stoße auf deutliche Kritik. Die Staatsregierung wolle unter anderem eine feste Informationsquote von 60 Prozent im linearen BR-Fernsehen verankern und dem Sender “gesellschaftliche Gestaltungsziele” untersagen. Kritikerinnen und Kritiker aus Journalismus, Rundfunkrat und Kultur sähen darin einen möglichen Eingriff in die Programmautonomie und die Rundfunkfreiheit. Der Gesetzentwurf werde derzeit weiter beraten, Änderungen seien noch möglich. (br.de)

2. Lebenszeichen von vermisster deutscher Journalistin
(spiegel.de)
Im Fall der in Syrien verschwundenen deutschen Journalistin Eva Michelmann gebe es nach Angaben ihrer Familie erstmals ein Lebenszeichen. Demnach soll die 36-Jährige in einem Gefängnis in Aleppo in Isolationshaft sitzen, ebenso wie der mit ihr verschleppte kurdische Journalist Ahmet Polat. Die Familie fordere nun konsularischen Zugang, Besuche durch Hilfsorganisationen und stärkeren politischen Druck für Michelmanns Freilassung.

3. Journalisten schlagen Alarm
(taz.de, Florian Bayer)
Die Krise beim österreichischen ORF spitze sich weiter zu. Nach dem Rücktritt von Generaldirektor Roland Weißmann wegen Vorwürfen sexueller Belästigung habe der ORF-Redaktionsausschuss nun vier Mitgliedern des Stiftungsrats das Misstrauen ausgesprochen. Kritisiert würden mangelnde Transparenz im Umgang mit dem Fall, ein mutmaßlich toxisches Arbeitsumfeld sowie mögliche Interessenkonflikte und politische Verflechtungen im Kontrollgremium. Im Zentrum der Kritik stünden vor allem die beiden Vorsitzenden.

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4. Joey Kelly geht unter die Schwurbler
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 24:04 Minuten)
Joey Kelly, unter anderem bekannt als Teil der “Kelly Family”, sei “unter die rechten Schwurbler gegangen”. Mats Schönauer hat sich die fiebertraumhafte fünftstündige Show angeschaut: “Joey Kelly (‘7 v. Wild’, ‘Most Wanted’) ist in einem Webinar des rechten Verschwörungstheoretikers und Goldhändlers Dominik Kettner aufgetreten. Was dabei alles passiert ist und wie das perfide Geschäftsmodell dahinter funktioniert, zeige ich euch in diesem Video.”
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

5. Ein Schritt vorwärts – aber kein echter Paradigmenwechsel
(urheber.info, Sabine Richly)
Sabine Richly hält den französischen KI-Gesetzentwurf für einen Schritt in die richtige Richtung, aber nicht für eine echte Wende. Rechteinhaber hätten es damit etwas leichter, den Verdacht auf eine unzulässige KI-Nutzung vor Gericht zu bringen. Die KI-Anbieter müssten jedoch weiterhin nicht eindeutig beweisen, dass sie ein Werk nicht genutzt haben.

6. Kleinkinder als Content: Brauchen Familien-Influencer klarere Regeln?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 27:51 Minuten)
In der neuen Folge des Podcasts “Läuft” spricht Alexander Matzkeit mit Cornelia Holsten, der Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt, über Familien-Influencer und den Umgang mit Kindern als Social-Media-Content. Ausgangspunkt ist eine neue Studie des Hans-Bredow-Instituts, die zeige, dass viele Influencer ihre Babys und Kleinkinder offen und teils in intimen Situationen präsentieren: “Was kann und sollte aus diesen Ergebnissen folgen? Welche Rolle könnten etwa das Jugendarbeitsschutzgesetz oder der Jugendmedienschutz spielen? Und wie wirksam sind Selbstverpflichtungen von Influencer:innen, Agenturen und Werbewirtschaft?”