Archiv für April 24th, 2020

Bei Bild.de gibt es Basteltipps für den besten gefährlichen Corona-Schutz

Um erstmal diese Frage von der Bild.de-Startseite zu klären, schließlich versteckt die „Bild“-Redaktion die für manche sicher nicht ganz unwichtige Antwort hinter der „Bild plus“-Bezahlschranke:

Screenshot Bild.de - Corona-Ratgeber - Ist Ausatmen unterm Mundschutz gefährlich?

Nein, ist es nicht.

Und damit weiter zu diesem Absatz im selben Artikel:

Wichtig: Wer sich selbst einen Schutz bastelt, sollte keine Staubsaugerbeutel verwenden. Denn diese enthalten nach Angaben des Drogerieunternehmens dm häufig ein feines antibakteriell wirkendes Pulver. Dieses einzuatmen sei „sowohl für Lunge als auch Verdauungsorgane gesundheitsschädigend“, heißt es.

Vor 13 Tagen klang das bei Bild.de noch bemerkenswert anders:

Screenshot Bild.de - Marke Eigenbau - Staubsaugerbeutel als Masken sind bester Corona-Schutz

Klar, auch die „Bild“-Redaktion darf in puncto „STAUBSAUGERBEUTEL als Masken“ dazulernen. Aber erstens war der heute bei Bild.de zitierte Warnhinweis der österreichischen Dependance der Drogeriekette dm bereits online, als am 11. April bei Bild.de der Staubsaugerbeutelbasteltipp erschienen ist. Und zweitens lautet die Überschrift dieses Basteltipps nach wie vor: „Staubsaugerbeutel als Masken sind bester Corona-Schutz“.

An ihrer Schlagzeile hat die „Bild“-Redaktion also nichts geändert. Immerhin hat sie im Nachhinein ganz am Ende des Artikels diesen Absatz hinzugefügt:

Die Drogeriemarktkette dm wies darauf hin, dass einige Staubsaugerbeutel-Marken Substanzen enthalten können, die möglicherweise der Gesundheit schaden, wenn sie eingeatmet werden. Das berichtet das österreichische Internetportal Futurezone. Daher solle man beim Hersteller nachfragen, ob die Nutzung der Staubsaugerbeutel als Maske unbedenklich sei.

Von „bester Corona-Schutz“ über „beim Hersteller nachfragen“ heißt es bei Bild.de jetzt also: bloß „keine Staubsaugerbeutel verwenden.“

Mit Dank an Toni, @fernfunker und @TheRealZJN für die Hinweise!

Corona-Faktencheck, Krisenmänner, Die Sendung mit dem Virus

1. Die 15 häufigsten Gerüchte und Theorien zum Coronavirus im Faktencheck
(correctiv.org, Alice Echtermann)
Vor allem in den Sozialen Medien kursieren rund um das Coronavirus die unterschiedlichsten Gerüchte und Theorien zur Entstehung und Ausbreitung des Erregers. Das reicht von schlichten Falschaussagen bis hin zu abenteuerlichen Behauptungen, die kunstvoll zu Verschwörungstheorien verwoben werden. „Correctiv“ hat sich „die 15 häufigsten Gerüchte“ vorgeknöpft und sie auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht.

2. EU-Kommissions-Chefin Ursula von der Leyen: Immer Ärger um ihre Berater
(aargauerzeitung.ch, Remo Hess)
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen lässt sich in Sachen Social Media von der umstrittenen PR-Agentur „Storymachine“ beraten. Die Tätigkeit sei jedoch nirgendwo offiziell festgehalten, sondern basiere auf einem Vertrag, den von der Leyen „in privater Kapazität“ abgeschlossen habe. Zu den Kosten wolle sie sich nicht äußern, außer dass sie „nicht nennenswert“ seien. Lobbywächter und Transparenz-Verfechter halten die Vorgehensweise der Kommissionspräsidentin für problematisch.

3. Kriegsherren, Erklärbären, Sunnyboys: Männer für die Krise
(uebermedien.de, Annika Joeres & Susanne Götze)
In Krisenzeiten werde oft nach dem „starken Mann“ gerufen. Das mache sich auch in vielen Medien bemerkbar. Annika Joeres und Susanne Götze sprechen in diesem Zusammenhang von der „Reproduktionsschleife der Ungleichheit“: „Zwar tut es allen leid, aber am Ende reproduziert sich das männlich dominierte System so immer wieder selbst: Männer empfehlen Männer, die dann auffallen und von Männern aufgegriffen werden. Die Medien sind dabei Helfershelfer der Ungleichheit.“

4. Staatshilfen für private Medien?
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 5:10 Minuten)
Derzeit kämpfen viele Verlage und Medienhäuser mit den Auswirkungen der Corona-Krise. Nun haben einige Bundesländer direkte Hilfen angekündigt, was auf der Empfängerseite recht unterschiedlich aufgenommen wird: Private Rundfunkanbieter würden die Unterstützung befürworten, Verlage seien aus Sorge vor einer möglichen Einflussnahme oft zurückhaltend.

5. G20-Akkreditierungen rechtswidrig entzogen
(mmm.verdi.de)
Im Rahmen des G20-Gipfels 2017 in Hamburg wurden einigen Journalistinnen und Journalisten die Presseakkreditierungen entzogen. Dies war im Fall von sechs Betroffenen, die dagegen geklagt haben, rechtswidrig. Das Verwaltungsgericht Berlin habe ihnen daraufhin sogenannte Anerkenntnisurteile zugestellt. Zwei weiteren Journalisten habe man dies schon im November 2019 bestätigt.

6. Bloß nicht zu ernst
(sueddeutsche.de, Theresa Hein)
Theresa Hein hat sich im Kinderfernsehen umgeschaut und geguckt, wie dort thematisch mit dem Coronavirus umgegangen wird. Es geht vor allem um die Frage: „Wie bleibt man gleichzeitig unterhaltsam, macht aber auf den Ernst der Lage aufmerksam — und dabei auch keine Angst?“