Suchergebnisse für ‘youtube’

Y-Titty, Swiss Re, San Francisco

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Wie ein Blogger die Schweizer Börse narrte”
(cash.ch, Frédéric Papp)
In einem Tweet und einem Blogeintrag wird über einen Einstieg der Familie Agnelli in die Aktie der Swiss Re spekuliert, worauf diese in die Höhe schnellt. Der Rückversicherer dementiert. Siehe dazu auch “Ente treibt Swiss-Re-Aktie in die Höhe” (tagesanzeiger.ch).

2. “Blogs: Darum verdienen wir so wenig Geld mit Werbung”
(ruhrbarone.de, Stefan Laurin)
Die Vermarktung von Blogs gestalte sich schwierig, weil “es Unternehmen gibt, die ihre Werbung unerkannt schalten wollen – und des offenbar Online-Medien gibt, die dabei mitmachen”: “Wenn wir seit Jahren darüber reden, dass die Vermarktung von Blogs und anderen Online-Medien ein Problem ist, müssen wir auch über diese Praktiken reden. Sie sind nicht das einzige Problem, aber sie sind auch keine Nebensache.”

3. “Walulis sieht fern: Satiresendungen”
(ndr.de, Video, 2:29 Minuten)
Philipp Walulis beleuchtet das Konzept von Satiresendungen wie der “Heute Show”.

4. “Ich will nicht fünf Minuten auf den ersten Gag warten”
(planet-interview.de, Jakob Buhre)
Ein Interview mit Philipp Laude und Matthias Roll von Y-Titty, die auf YouTube derzeit rund 2,8 Millionen Abonnenten haben. Laude: “Wenn ich mir heute Comedy von früher anschaue, denke ich oft: Die wäre für Youtube zu langsam.”

5. “Was ich in einem Jahr in San Francisco gelernt habe”
(fillmore.at, Elisabeth Oberndorfer)
Eine Journalistin zieht nach einem Jahr an der US-Westküste Bilanz: “Wenn ich die Worthülsen streiche, die ‘Entrepreneurs’ hier gern verwenden, bleiben selten innovative Inhalte übrig. Meiner Beobachtung nach ist das, was hier passiert, zu 80 Prozent nur ein Hype, ‘Tech for tech’s sake’. Die anderen 20 Prozent sind jedoch so revolutionär, dass sie den Spirit mitziehen und eine Kultur schaffen, in der Innovation florieren kann.”

6. “So isses! (2)”
(wahrheitueberwahrheit.blogspot.de, Thomas)

Krim, Kevin Spacey, Getty Images

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1. “Ukraine-Konflikt: Wir sind die Guten”
(novo-argumente.com, Stefan Korinth)
Stefan Korinth hat bei der Auslandsberichterstattung deutscher Medien den Eindruck von einem Einheitsbrei: “Afghanistan, Irak, Georgien, Libyen, Ägypten, Syrien – bei ausländischen Konflikten blieben die journalistischen Deutungsmuster oft symmetrisch, ja geradezu austauschbar. Das Vokabular ist das Gleiche, egal ob bei phoenix oder RTL. Die Schlussfolgerungen sind dieselben, egal ob in der taz oder F.A.Z.: Der Westen muss helfen, Russland blockiert, Krieg ist die Ultima Ratio, Deutschland muss mehr Verantwortung übernehmen.”

2. “Medienkritik: Der Krimkonflikt als News-Häppchen”
(ostpol.de, Boris Reitschuster)
Im Konflikt um die Krim würden es “Online-Portale und Nachrichtenagenturen vermeiden, Dinge beim Namen zu nennen, und oft Propaganda des Kreml wiedergeben”, glaubt Boris Reitschuster. Bedauerlich sei auch, “wie wenig in Deutschland über die Kriegstrommelei und den Hurra-Patriotismus der russischen Medien zu lesen ist.”

3. “Mein Kampf für die Russen”
(taz.de, Wladimir Kaminer)
Wladimir Kaminer schreibt auf, was er hört, wenn er sich bei seinen Freunden in Russland nach der Meinungsäußerungsfreiheit erkundigt. Sein ursprünglicher Beitrag bei Facebook hier.

4. “‘Ich habe niemandem weh getan'”
(11freunde.de, Benjamin Kuhlhoff)
Der 17-jährige Schüler Samuel Gardiner erfindet auf Twitter Transfermeldungen – und wird von den Medien als seriöse Quelle wahrgenommen. “Ich orientierte mich am Stil von renommierten Sportjournalisten, mixte bestätigte Meldungen, meine eigene Meinung und bestehende Gerüchte. Dann streute ich meine ausgedachten Meldungen ein. Und einige davon wurden tatsächlich wahr.”

5. “Getty Images makes 35 million images free in fight against copyright infringement”
(bjp-online.com, Olivier Laurent, englisch)
Getty Images gibt 35 Millionen Bilder frei, die kostenlos in Beiträge eingebettet werden können, solange ein “editorial context” besteht. Siehe dazu auch die Beiträge “10 facts about Getty Images’ embed feature” und “Getty’s move is cynical but inevitable, says British Press Photographers’ Association”.

6. “Kevin Spacey Answers Questions that Female Celebrities Get Asked”
(youtube.com, Video, 52 Sekunden, englisch)

Ines Pohl, Bürgerkinder, Westfalenpost

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1. “Der Ekel schaltet Gehirnzellen aus”
(blog.alvar-freude.de)
“Taz”-Chefredakteurin Ines Pohl schreibt in einem Beitrag für den Deutschlandfunk, dass im vergangenen Jahr “250.000 Deutsche rund 20 Milliarden Euro für Bilder und Filme mit nackten Kindern ausgegeben” hätten. “Das bedeutet: durchschnittlich 80.000 Euro, achtzigtausend Euro pro Konsument. Der Ekel hat bei Ines Pohl offensichtlich alle Gehirnzellen abgeschaltet.”

2. “Wie klingt eigentlich eine Zeitung?”
(jawl.net, Christian Fischer)
Auf der Website So-klingt-die-wp.de sucht die “Westfalenpost” ein Soundlogo: “In den AGB, die liest ja eh keiner, versteckt man dann, dass der Gewinner für diese tausend Euro sämtliche Rechte an dem von ihm komponierten Logo abtritt. Die Mitmach-Aktion-Veranstalter dürfen das Soundlogo wo und wann auch immer sie wollen abspielen, sie dürfen es weiter bearbeiten, sie dürfen es sogar weitergeben und sie sind auf immer und ewig die einzigen die das alles dürfen. Schicke Sache, so für tausend Euro. Glaubt mir: das ist ziemlich günstig.”

3. “Piraten dementieren Bombergate”
(taz.de, Sebastian Heiser)
Die Bundespressesprecherin der Piratenpartei sendet der “taz” per E-Mail einen “Korrekturhinweis”, doch diese will von ihrer bisherigen Berichterstattung nicht abrücken. “Wenn Anne Helm den Prozess gegen den Berliner Kurier und die taz gewinnt, ist das Verfahren für sie kostenlos und sie kann zudem Schmerzensgeld wegen der Falschberichterstattung einfordern.”

4. “Die Lanz-Stromberg-Filter-Bubble”
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Gelangweilt liest Christian Jakubetz den x-ten Verriss der ZDF-Show “Wetten, dass..?”. “Der SZ/SpOn-Leser will bestätigt wissen, wie recht er hatte, die Sendung nicht zu schauen und den Lanz doof zu finden. Wenn es also eine Art Lanz-Filter-Bubble gibt, dann tun SZ und ‘Spiegel’ gerade alles dafür, dass diese Blase ja nicht platzt.”

5. “Seitdem bewegt sich niemand mehr”
(perlentaucher.de, Anja Seeliger)
“Die teilweise erstickende Uniformität und Leere im deutschen Kulturbetrieb ist genau den Bürgerkindern geschuldet, die sich jetzt die Stellen und öffentlichen Gelder teilen”, schreibt Anja Seeliger zur Personalsituation (auch) in den Feuilletons. “Frank Schirrmacher wurde mit 35 Jahren Herausgeber der FAZ und damit unkündbar. Das ist zwanzig Jahre her, gut möglich, dass noch zwanzig dazukommen. Thomas Steinfeld leitet seit 1997 als Chefredakteur erst das Literaturressort der FAZ und dann das Feuilleton der SZ. Das sind 17 Jahre. Wer jetzt noch mit einem festen Vertrag in einer Zeitungsredaktion sitzt, wird dort, wenn es irgend geht, bis zur Pensionierung ausharren. Wie kann in solchen Verhältnissen Durchlässigkeit entstehen?”

6. “Jimmy Kimmel Reveals ‘Epic #SochiFail: Wolf in My Hall’ Prank”
(youtube.com, Video, 8:05 Minuten)

Chart of Doom, Christian Rach, Quellenschutz

6 vor 9

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1. “Fragwürdiger Recherche-Multi”
(cicero.de, Petra Sorge)
Petra Sorge zeigt Probleme des Rechercheverbunds auf, den NDR, WDR und die “Süddeutsche Zeitung” bilden. “Die Süddeutsche profitiert natürlich auch von nicht-monetären Vorteilen – etwa Recherchekapazitäten oder dem Zugriff auf den öffentlich-rechtlichen Korrespondentenpool.”

2. “Christian Rach in der ZDF-Verwertungskette: Abräumen, bitte!”
(blogs.stern.de, Peer Schader)
Peer Schader ist enttäuscht über den Wandel von Christian Rach “vom RTL-Umkrempler zum ZDF-Showfuzzi”.

3. “Wer hat Angst vorm ‘Schwarzen Freitag’?”
(handelsblatt.com, Jörg Hackhausen)
Ein “Chart of Doom” wird im Netz und in den Medien verbreitet, so fragt etwa Focus.de: “‘Chart of Doom’: Kommt heute der große Börsen-Crash?”. Jörg Hackhausen bemerkt dazu: “Anders als der ‘Chart of Doom’ suggeriert, verlief die Rally in den 1920er-Jahren ganz anders als heute, und zwar deutlich steiler. Das erkennt man aber erst, wenn man die Skalierung ins richtige Verhältnis setzt.”

4. “Quellenschutz: Fatales Signal des Bundesgerichts”
(dominiquestrebel.wordpress.com)
Das Schweizer Bundesgericht zwingt eine Journalistin, den Namen eines von ihr porträtierten Cannabishändlers offenzulegen. “Dieser Entscheid des Bundesgerichts führt zu grosser Rechtsunsicherheit und wird weit über diesen Einzelfall hinaus Wirkung haben: Die Medien werden sich zwei Mal überlegen, Recherchen auch nur in der Nähe solcher Themenbereiche anzustellen.” Siehe dazu auch “‘Basler Zeitung’ geht nach Strassburg” (nzz.ch, ras.).

5. “Wegen Facebook/Whatsapp ein Blick ins Archiv auf Google/Youtube 2006”
(bastianbrinkmann.wordpress.com)
Wie deutsche Medien 2006 die Übernahme von YouTube durch Google einstuften.

6. “Techniktagebuch: Ja, jetzt ist das langweilig. Aber in zwanzig Jahren!”
(techniktagebuch.tumblr.com)

Gema eben vor Gericht

Bild.de hat mal wieder einen “bizarren” Anlass gefunden, um auf der Gema rumzuhacken:

Bizarrer Streit um die Musikrechte bei den Maidan-Protesten in Kiew

Seit Tagen sperrt die “Gesellschaft für Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte” (Gema) die Übertragung der Web-Cams aus Kiew mit der App “EuroMaidan”.

Begründung: Es könnte Musik übertragen werden, für die Tantiemen fällig sind.

Das Portal hat sogar einen CDU-Politiker aufgetrieben, der sich nun über das Vorgehen empört und es “skandalös” findet, dass “unsere im Westen viel gepriesene Informationsfreiheit von einer Einrichtung wie der Gema massiv eingeschränkt wird.”

Die Gema weist die Vorwürfe allerdings zurück:

Eine Sprecherin zu BILD: “Uns ist es ein Anliegen, dass Sie und andere Bürger über aktuelle Ereignisse zu den politischen Protesten in der Ukraine informiert sind. Zum ‘Entsperren’ des Nachrichtenkanals wenden Sie sich bitte an den Plattformbetreiber YouTube.”

Der Autor ergänzt:

Youtube sitzt im kalifornischen San Bruno. Bis sich dort jemand der App annimmt, fällt auf “EuroMaidan” die Youtube-Klappe.

Und siehe da: Schuld ist doch nicht die Gema — sondern Youtube.

Trotzdem lautet die Überschrift:Bizarrer Musikrechte-Streit bei Ukraine-Demos - Gema schaltet auf dem Maidan die Kameras ab

Die Gema hat dazu jetzt eine Stellungnahme veröffentlicht:

Die Online-Ausgabe der Bild Zeitung bild.de berichtete heute, dass die GEMA Webcams auf dem Maidan Platz in Kiew, mit denen über die dortigen Demonstrationen berichtet wird, gesperrt habe. […] Diese Nachricht ist falsch.

Die  GEMA hat in keiner Weise veranlasst oder gefordert, dass die entsprechenden Live-Streams aus dem Netz genommen werden. Die Verwertungsgesellschaft hält es für abwegig und ausgeschlossen, dass bei der Übertragung von Demonstrationen in Kiew Rechte von ihren Mitgliedern verletzt werden können. Die Sperrung erfolgte durch YouTube selbst. Dabei wurde durch die Verwendung der bekannten “GEMA-Sperrtafel”, gegen die die GEMA bereits gerichtlich vor dem Landgericht München vorgeht, der unrichtige Eindruck vermittelt, die GEMA habe die Sperrung gefordert oder veranlasst. Auch bei “gewöhnlichen” Musikvideos, die bereits Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen sind, erfolgt die Sperrung durch YouTube selbst und nicht auf Veranlassung der GEMA.

Obwohl die GEMA bild.de vor der Berichterstattung schriftlich und mündlich auf diesen Sachverhalt hingewiesen hat, berichtete Bild falsch und unter Verletzung journalistischer Sorgfalts- und Berufspflichten. Die GEMA hat aus diesem Grund bereits rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung eingeleitet.

Mit Dank an Nick M.

Nachtrag, 20. Februar: Bild.de hat den Artikel jetzt gelöscht. Derweil hat die Gema-Sprecherin in einem Interview mit taz.de noch mal ausführlich zu dem Fall Stellung genommen und bekräftigt, Bild.de auf Unterlassung und Richtigstellung zu verklagen.

Nachtrag, 28. Februar: In einer kürzlich veröffentlichten Gegendarstellung schreibt die Gema:

“Wir haben zu keinem Zeitpunkt die Sperrung von Web-Cam-Übertragungen aus Kiew veranlasst.”

Und Bild.de muss zugeben:

Die GEMA hat recht.

Sotschi, GNTM, Homestorys

6 vor 9

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1. “Als CNN ein Foto aus Sotschi von mir wollte”
(wienerzeitung.at, Simon Rosner)
Simon Rosner macht in Wien ein Foto und veröffentlicht es in diesem Tweet, was zu fast 500 Retweets und einer Anfrage von CNN führt. Sein Korrekturtweet erhält vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit. Siehe dazu auch “8 Viral Sochi Olympics Photos That Are Total Lies” (paleofuture.gizmodo.com, englisch) und “Kein iPhone-Verbot in Sotschi” (nzz.ch, Henning Steier).

2. “‘Stellen Sie das doch endlich ab!'”
(tagesspiegel.de, Sebastian Leber)
Deutschsprachige Kulturjournalisten schreiben sich nach einer Pressemitteilung eines österreichischen Verlags gegenseitig haufenweise E-Mails. Siehe dazu auch “Meta-Spam 2.0” (lesenmitlinks.de, Jan Drees).

3. “Die Dunkelheit unterm Zucker-Candy – Teil I”
(titel-kulturmagazin.net, Jan Fischer)
Jan Fischer analysiert das Erzählkonzept von Germany’s Next Topmodel: “Das Spannende – und wirklich Interessante – daran, wie diese alte Geschichte der Heldinnenreise erzählt wird, ist, dass wir nicht wissen, wer die Heldin ist – das ist eine Variante der Geschichte, die es nur selten gibt. Wir folgen nicht nur der Hauptfigur. Wir sehen auch, wie diejenigen scheitern, die es nicht zur Hauptfigur schaffen.”

4. “Pesto statt Politik”
(taz.de, Steffi Dobmeier)
Die Geschäftsideen von Journalisten, die sich nach Restrukturierungen neu orientieren müssen: Delikatessen, Glückskekse, Coaching.

5. “Wahlkampf aus dem Wohnzimmer”
(bernerzeitung.ch, Stefan von Bergen und Christoph Aebischer)
Die Homestorys der “Schweizer Illustrierten”: “Die paar wenigen Politiker, die Homestorys verweigern, stören sich auch an der Überhöhung des Privaten zum Idyll.”

6. “Freiberg TV Investigativer Journalismus at its Best!”
(youtube.com, Video, 2:21 Minuten)
Ein Reporter steht an einer Kreuzung, an der sich viele Unfälle ereignen – was die Realität beweist (bei Sekunde 56).

NDR, Woche Heute, Disney Channel

6 vor 9

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1. “Der NDR und das Geschäft mit dem Snowden-Interview”
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Das Interview mit Edward Snowden (youtube.com, Video, 32:13 Minuten), das am Sonntagabend um 23 Uhr auf ARD augestrahlt wurde (hier im Wortlaut). Thomas Lückerath fragt: “Warum verweist der NDR auf die berechtigte Nachfrage, warum es keine englische Fassung dieses Interviews gibt, auf den Produzenten – wenn es doch eine NDR-Tochter ist?”

2. “Edward Snowden, der verschwiegene NDR und die verschenkte Chance”
(tobiasgillen.de)
Tobias Gillen und Ekkehard Kern prüfen die vom NDR zum Snowden-Interview bereitgestellte FAQ. “Das erste Interview mit jenem Mann, der Teile der weltweiten Nachrichtenlage seit nunmehr einem Dreivierteljahr fast täglich bestimmt, ist nur innerhalb der deutschen Landesgrenzen abrufbar und der NDR besitzt keine weiteren Rechte daran. Das ist ebenso bezeichnend für das Konstrukt aus Tochtergesellschaften bei den Dritten wie auch für die sich nur schleppend entwickelnde öffentlich-rechtliche Modernisierung.”

3. “Die WOCHE HEUTE hat’s leicht fehlinterpretiert – und mit mir geredet, ohne dass ich dabei war”
(christianritter.wordpress.com)
Der Roman “Die sanfte Entführung des Potsdamer Strumpfträgers” wird zur Überraschung von Autor Christian Ritter zur Grundlage einer Titelgeschichte der “Woche Heute”: “Die Zitate, die Sie von mir verwenden, stammen aus einem Interview, das Ralf Heimann von der Münsterschen Zeitung vor zwei Wochen mit mir geführt hat. Und wieso habe ich kein Belegexemplar von Ihnen bekommen und musste den Artikel mühselig im Internet finden? Immerhin habe ich für Ihre Titelgeschichte gesorgt.”

4. “Wo ist Peter Lustig, wenn man ihn braucht?”
(haz.de, Imre Grimm)
Imre Grimm schaut den seit einer Woche im deutschen Free-TV verfügbaren Disney Channel: “Kritik am kalifornischen Kulturimperialismus gilt als gestrig. Und doch muss man mal daran erinnern, dass 13 Prozent aller Babys unter einem Jahr in Deutschland regelmäßig fernsehen. Bei den Zweijährigen sind es 60 Prozent, bei den Vierjährigen 96 Prozent. Kinder zwischen drei und fünf Jahren sitzen pro Tag durchschnittlich 73 Minuten vor dem Bildschirm.”

5. “Lesen Sie weiter, Sie werden beschimpft”
(politblog.tagesanzeiger.ch, Jean-Martin Büttner)
Journalist Jean-Martin Büttner wünscht sich “etwas Humor” von seinen Lesern: “Es fehlt den Kommentatoren nicht an Argumenten, Zahlen und Zitaten, wir schätzen ihre Leidenschaft, anerkennen ihr Engagement. Aber woher kommt diese dauernde schlechte Laune, als Tirade abgefeuert, zum Hass gesteigert?”

6. “Was Medien machen, wenn es nichts zu berichten gibt”
(graphitti-blog.de, katja)

Call-a-Journalist, Kinderreporter, Tiere

6 vor 9

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1. “‘Sozialbetrüger’ oder ‘Neue Nachbarn’?”
(blog.geh-deinen-weg.org, Clara Herdeanu)
Die Linguistin Clara Herdeanu fällt bei der Lektüre von Bild.de “die vielen negativ konnotierten – d.h. wertenden – Wörter auf, die für den Sachverhalt der Arbeitnehmerfreizügigkeit und die Akteursgruppe der Rumänen und Bulgaren verwendet werden”: “Es wird somit durch sprachliche Mittel versucht, negative Deutungen über die neuen Zuwanderer im Diskurs dominant zu setzen. Von hier ist es dann nur noch ein kleiner Schritt dazu, diese negativen Deutungen auf die aus Rumänien und Bulgarien stammenden Menschen zu übertragen und sie somit an sich als negativ zu beurteilen.”

2. “Logo-Kinderreporter fragen die Chefs von Bild, Zeit und FAZ”
(youtube.com, Video, 6:19 Minuten)
Kai Diekmann (Bild), Giovanni di Lorenzo (Zeit) und Frank Schirrmacher (FAZ) geben Kinderreportern Auskunft.

3. “In eigener Sache: Call-a-Journalist: Ihr ruft, wir berichten!”
(hh-mittendrin.de, Dominik Brueck)
Die App “Call-a-Journalist” ruft den Reporter an den Ort des Geschehens. Siehe dazu auch dieses Interview mit Dominik Brueck (lokalblogger.de, Video, 24 Minuten).

4. “Wie schlimm ist Wissenschafts-PR im Journalismus-Pelz?”
(wissenskueche.de, Brynja Adam-Radmanic)
Brynja Adam-Radmanic stellt Wissenschafts-PR und Journalismus einander gegenüber und zieht folgendes Fazit: “Im Kerngebiet des Erklärens von wissenschaftlichen Inhalten und Methoden liefern Pressemitteilungen oft hochwertige Information. In allen Gebieten, die darüber hinaus gehen, kann und darf Wissenschafts-PR den Journalismus aber niemals ersetzen.”

5. “EXPOSING ONLINE FAKES AND FRAUDS OF THE CRYPTOZOOLOGICAL KIND – A SHUKERNATURE TOP TEN LISTING”
(karlshuker.blogspot.de, englisch)
Zoologe Karl Shuker überprüft die Herkunft und den Wahrheitsgehalt von Bildern, die ungewöhnliche Tiere zeigen, so eine Eule in Regenbogenfarben oder eine siebenköpfige Kobra.

6. “Neue Narrative”
(friedemannkarig.de)
Friedemann Karig erinnert an die Haltung der Bevölkerung in der Überwachungsdebatte: “40% der Deutschen finden staatliche Überwachung explizit gut. Nur 47% fühlen sich dadurch eingeschränkt. 48% haben ‘nichts zu verbergen’. 76% sehen keine ‘persönlichen Nachteile’ darin. Unter den 13 wichtigsten politischen Problemen taucht Überwachung nicht auf.” Und fragt: “Was ist die große, wirkmächtige Killer-Geschichte, die wir gegen Überwachung erzählen müssen?”

NSU-Prozess, Schumacher, Postillon-Zeitmaschine

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1. “Wir sind immer bewaffnet”
(sueddeutsche.de)
Das “SZ-Magazin” hat sich den NSU-Prozess multimedial aufbereitet. Kernstück ist eine fast zweistündige Verfilmung der Wortprotokolle, die auch auf YouTube zu sehen ist. Publikative urteilt: “Selbst als Hörspiel (wenn das Video-Bild nach einiger Zeit einem anderen Browser-Fenster weicht) entfalten die Gerichtssaal-Dialoge eine atemberaubende Wirkung, die weit, weit, weit über die zahlreichen Gerichtsreportagen hinausgeht.”

2. “Michael Schumacher in der Tagesschau”
(tagesschau.de, Kai Gniffke)
Nach heftiger Kritik an der überaus prominenten Berichterstattung der ARD-Hauptnachrichtensendung zum Unfall des Ex-Formel1-Weltmeisters Michael Schumacher — unter anderem im Online-Magazin Telepolis — äußert sich der Chefredakteur: “Tatsächlich ist Michael Schumacher ein ehemaliger Rennfahrer und kein Staatsmann. Aber mein journalistischer Kompass sagt mir, dass er in eine Kategorie populärer Persönlichkeiten gehört, die eine umfangreiche Berichterstattung rechtfertigt, ohne dass wir damit Tagesschau-Grundsätze aufgeben.” Unterdessen hat die Klinik genug von den Reportern und sie auf einen Parkplatz verwiesen.

3. “Pofalla absurd: Wie der Postillon das Netz doppelt trollte”
(rhein-zeitung.de, Lars Wienand)
“Der Postillon” datiert eine Meldung zum erwarteten Wechsel des ehemaligen Kanzleramtsministers Ronald Pofalla in den Vorstand der Deutschen Bahn einen Tag vor — viele halten die Meldung in anderen Medien deshalb für eine Satire. Die “Rhein-Zeitung” und die “Ruhr Nachrichten” fassen die Ereignisse zusammen, auf Facebook veröffentlicht das Satire-Magazin Reaktionen.

4. “Edward Snowden, Whistle-Blower”
(nytimes.com)
In einem Aufsehen erregenden Kommentar fordert die “New York Times” Amnestie für NSA-Enthüller Edward Snowden. In einem weiteren Beitrag schildert Margaret Sullivan die Entstehungsgeschichte: “‘Sometimes,’ he added, ‘you have to go beyond what is realistic in an editorial recommendation, not necessarily saying what might happen but rather, ‘this is what should happen.’”

5. “Die Meinung der Anderen”
(netzwertig.com, Martin Weigert)
Martin Weigert meint, dass die Angst vor Shitstorms zu mehr Selbstzensur führt. Gunnar Sohn pflichtet dem bei, Julia Seeliger fordert mehr Belege.

6. “Ich bin ein Sender – Holt mich hier raus! “
(faz.net, Michael Hanfeld)
Zum 30. Jubiläum des Privatfernsehens in Deutschland stellt der Feuilleton-Redakteur den Sendern ein schlechtes Zeugnis aus: “Anarchischen Gestaltungswillen findet man bei den Privaten heute eher bei einem kleinen Sender wie Tele 5 und dessen Geschäftsführer Kai Blasberg denn bei den Monolithen. Und so fällt die Bilanz nach dreißig Jahren Privatfernsehen trotz stattlicher Gewinne der Konzerne negativ aus.” Medienwissenschaftler Stephan Russ-Mohl sieht die Öffentlich-Rechtlichen Sender besonders im Online-Bereich als Innovationsbremse.

Bild-APO, Aktivistische Journalisten, Syrien

6 vor 9

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1. “Kein Kindergeld für Bulgaren und Rumänen? Agenturen fallen auf ‘Bild’ rein”
(stefan-niggemeier.de, Stefan Niggemeier)
Die selbst ernannte Außerparlamentarische Opposition der “Bild” bei der Arbeit: So stellt sie eine gefakete Kleine Anfrage, die längst von der ungeliebten Linken gestellt wurde. Dann wärmt sie alte Pläne auf, die längst überholt sind — trotzdem übernehmen andere Medien die Darstellung. “Es hätte genügt, zwei Stichwörter aus der ‘Bild’-Geschichte bei Google einzugeben, um festzustellen, dass die vermeintliche ‘Vorab’-Meldung alt und überholt ist.”

2. “Der Freiheitskämpfer Glenn Greenwald”
(zeit.de, Kai Biermann und Patrick Beuth)
Anlässlich des Auftritts des NSA-Enthüllers Glenn Greenwald auf dem CCC-Kongress 30C3 in Hamburg stellen die Redakteure von Zeit Online die Frage, ob Journalisten Aktivisten sein dürfen. Die Debatte geht auf Twitter und in zahlreichen Medien weiter, so in “Neues Deutschland”, auf FAZnet, bei Spiegel Online und wieder bei Zeit Online.

3. “Alle Jahre wieder: naturwissenschaftliche Bildung”
(scilogs.de, Markus Pössel)
Der FAZ-Autor Niklas Maak hat zwar die Stimmung des Vortrags von Trevor Paglen auf dem 30C3 eingefangen, scheitert aber an den naturwissenschaftlichen Grundlagen der Arbeit des Künstlers und Aktivisten. Markus Pössel sieht darin ein systematisches Problem: “Daran, dass der Artikel in punkto Naturwissenschaft ungleich peinlichere Schnitzer bietet als solche Verwechslungen, hätte sich der stereotype Bildungsbürger aber leider nicht gestört, denn es wäre ihm oder ihr gar nicht aufgefallen.”

4. “Je kleiner, desto schwächer”
(zeit.de, Benno Stieber)
Anhand des Falls des Passauer Journalisten Hubert Denk schildert der Artikel das juristische Risiko freier Journalisten, die sich nicht auf die Rechtsabteilungen der Verlage stützen können: “Den juristischen Druck wohlhabender Kläger müssen investigativ arbeitende Journalisten wohl aushalten. Wenn es aber nicht einmal mehr eines handwerklichen Fehlers bedarf, damit ein Journalist in seiner Existenz bedroht wird, wird die Presse behindert.”

5. “Das ausgelagerte Risiko”
(taz.de, Kaveh Rostamkhani)
Viele Redaktionen schicken keine professionellen Journalisten mehr nach Syrien — der Einsatz ist schlicht zu gefährlich. Trotzdem reißt die Bilderflut nicht ab. Zu einem Preis. “Aber der Tod Molhem Barakats zeige die bittere Realität des Nachrichtengeschäfts: Man kauft stattdessen Bilder eines Teenagers ein, der letzten Endes während der Arbeit stirbt. Dies sei ähnlich unverantwortlich wie der Konsum afrikanischer Blutdiamanten oder billiger Textilprodukten aus Asien.” Auch Welt.de berichtet von dem Tod des jungen Fotografen.

6. “Afghanisches Tagebuch”
(tagesschau.de)
Vier ARD-Korrespondenten starten ein langfristiges Crossmedia-Projekt: Sie begleiten sechs Menschen in Afghanistan über mindestens zwei Jahre, dokumentieren ihr Schicksal und ihr tägliches Leben. “Denn es sind meist die kleinen Veränderungen im Alltag, die viel über ein Land aussagen und darüber, wohin es sich entwickelt.”

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