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Vicky Leandros will nicht mehr 64 sein

Die Welt ist nicht gerecht, manchmal nicht einmal zur “Bild”-Zeitung.

Der Anwalt von Vicky Leandros hat sich bei “Bild” beschwert. Ausgerechnet! Seit vielen Jahren feiert das Blatt die Sängerin wie keine zweite, würdigt den kleinsten Schluckauf, zelebriert jede Veranstaltung, bei der sie sich blicken lässt, als Vicky-Veranstaltung und kann es anhaltend nicht fassen, wie schön, talentiert, erfolgreich diese Frau ist, ein Weltstar, vor dem alle anderen Weltstars verblassen. (Wir hatten das rudimentär schon mal hier und hier dokumentiert.)

So ein Star ist natürlich im Grunde alterslos, und entsprechend verzichtet die “Bild”-Zeitung in aller Regel darauf, hinter den Namen von Leandros in Klammern das Alter anzugeben. Das ist eine Vorzugsbehandlung, die nur wenigen Menschen zuteil wird, zu denen “Bild” ein ganz besonderes Verhältnis hat. Verlegerin Friede Springer und “Oscar-Legende” Arthur Cohn gehören dazu.

Nun ist es mit dem Alter von Vicky Leandros aber ohnehin so eine Sache. Sie selbst sagt, sie sei am 23. August 1952 geboren, und hat entsprechend im vergangenen Jahr öffentlich ihren 60. Geburtstag begangen. Über ihren Anwalt hat die Sängerin 2011 gegenüber der Wikipedia ihren Personalausweis vorgelegt, in dem dieses Datum offenbar bestätigt wird. Das Bertelsmann-Lexikon nennt als ihr Geburtsjahr allerdings 1949, was bedeuten würde, dass sie jetzt 64 Jahre alt ist. In anderen Quellen findet sich 1948 als Geburtsjahr.

Als sie am 8. April 1967 beim Eurovision Song Contest antrat, kündigte sie der Kommentator der Sendung als “eine Sängerin aus Griechenland, 17 Jahre alt” an, was einem Geburtsjahr 1949 entspräche — und angesichts der Bilder realistischer wirkt als die Annahme, da stünde ein 14-jähriges Mädchen auf der Bühne, was ihren heutigen eigenen Angaben über ihr Geburtsjahr entspräche. Die Eurovisions-Seiten der ARD vergrößern die Verwirrung, indem sie sie kurzerhand 15 machen.

Am 11. Mai 1975 berichtete der britische “Observer” über eine Begegnung mit der Sängerin, staunte über ihre Prahlsucht und machte sich über ihre Arroganz lustig (“She expects the Albert Hall concert to be a great success. In September, she’s lined up for the Carnegie Hall in New York . ‘No, I’m not excited. What is there to be excited about?’ She said it.”). Die Zeitung ließ dabei folgende mysteriöse Bemerkung fallen:

Miss Leandros, who said she was 24 (a fact not borne out by her passport) …

Fräulein Leandros, die sagte, sie sei 24 (eine Tatsache, die die durch ihren Pass nicht gestützt wird)…

Wenn sie damals 24 gewesen wäre, hätte sie 1950 oder 1951 geboren sein müssen, aber 24 scheint sie ja nicht gewesen zu sein, auch wenn sie das selbst so sagte.

Der “Observer” schrieb damals auch, sie sei 15 Jahre alt gewesen, als ihr Vater sie zum ersten Mal im Fernsehen auftreten ließ, was nicht stimmen kann, wenn sie im Alter von 14 schon beim Eurovision Song Contest aufgetreten sein sollte.

Wenn man ausschließen will, dass zu den vielen Talenten von Vicky Leandros auch jenes gehört, in 64 Jahren 61 Jahre älter zu werden, ist es also eine sehr verwirrende Quellenlage. Insofern mag man der “Bild”-Zeitung, die eh eine ausgewiesene Altersangabenschwäche hat (wie wir in den ersten Jahren von BILDblog gründlich dokumentierten), ausnahmsweise verzeihen, dass sie gelegentlich, wenn sie schon mal das Alter angibt, abweichende Zahlen nennt.

Im Januar 1996 zum Beispiel, als sie 43 offiziell gewesen sein muss, gab ein verzauberter “Bild”-Reporter nach einer Privataudienz (“Vicky kommt — atemberaubend! Endlosbeine in kurzem Ledermini”) ihr Alter mit 46 an. Und auch am 3. Dezember war in einem “Bild”-Artikel unter der Überschrift “Vicky Leandros verzaubert den Michel” nicht 61, sondern 64 als Alter angegeben.

Wenn man eines in diesem Fall ausschließen kann, dann das, was man bei “Bild” sonst nie ausschließen kann: böse Absicht. Auch wenn die Überschrift über dem “Bild”-Artikel zu Vickys 60. Geburtstag im vergangenen Jahr unter diesen Vorzeichen eine ganz neue Bedeutung bekommt:

Vicky Leandros wird 60? Ihr Freund Norbert Körzdörfer glaubt das nicht

(Er meinte natürlich, dass sie eigentlich “ewige 20” sei und klärte im Text: “Die Wahrheit ist wahr. Vicky Leandros wird am 23. August (Löwe) wirklich 60.”)

Und nach alldem, was “Bild” für diese Göttin getan hat, lässt sie ihren Anwalt nun einen Brief an die Rechtsabteilung von Axel Springer schreiben?

Unserer Mandantin ist aufgefallen, dass Sie regelmäßig unter falscher Altersangabe über sie berichten (…).

Vicky Freifrau von Ruffin ist am 23. August 1952 geboren und damit 61 und nicht 64 Jahre alt. Wir bitten daher, durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass künftig das richtige Geburtsdatum/Alter verwendet wird. Das wollen Sie uns, bitte, kurz bestätigen.

“Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann hat den Brief auf Twitter veröffentlicht und kommentiert:

 

Aber echt. Und er würde sicher alles für sie, die liebe Vicky, tun. Die Welt ist nicht gerecht, manchmal nicht einmal zur “Bild”-Zeitung.

Farmville, Xaver, Breaking Bad

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Ein Bild mit Bill”
(paroli-magazin.at, Moritz Moser)
Eine Reporterin von “Österreich” fragt an, ob sie ein Foto mit Bill Clinton verwenden darf – “bestimmt stelle ich klar, dass sie unter keinen Umständen das Bild veröffentlichen darf”. “Tatsächlich finde ich mich am nächsten Tag in der Printausgabe auf den Society-Seiten. Mein Gesicht hat man unkenntlich gemacht, das sieht man bei Österreich wahrscheinlich als entgegenkommend an.”

2. “Xaver, Franz-Peter und der Attrappen-Journalismus”
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Die Berichterstattung zum Orkan Xaver: “Man erzeugt künstlich ein Interesse und rechtfertigt die Berichterstattung dann mit dem großen Interesse am Thema.”

3. “Kühe melken, die es nicht gibt”
(woerter.de)
“Ein paar Rumänen sollen sich mit Farmville-Kühen eine halbe Million Euro Landwirtschaftssubventionen ergaunert haben” – eine Story, die sich als Unsinn herausstellt.

4. “‘Journalismus hat seinen Preis'”
(mediengipfel.bigdetail.com, Sonja Radkohl und Katrin Nussmayr)
Ein Interview mit Markus Spillmann, dem Chefredakteur der NZZ: “Wir müssen wegkommen von dieser arroganten Sicht, dass der Kunde online nur Schrott will. Das Schöne im Online-Bereich ist die Unendlichkeit, die Nische, die Boutique, also man hat unglaublich viel mehr Möglichkeiten.”

5. “It´s more than TV!”
(arte.tv, Video, 52 Minuten)
Eine Doku über US-TV-Serien wie Oz, Treme, The Wire oder Breaking Bad. Siehe dazu auch “Selbst ‘Breaking Bad’ wollte anfangs niemand haben” (abendblatt.de, Benjamin Doerfel).

6. “Euer ergebener Diener!”
(youtube.com, Video, 7:40 Minuten)
Ein Besuch in der Horst-Seehofer-Journalistenschule.

Süddeutsche Zeitung, Schweinefleisch, PR

6 vor 9

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1. “Kein Verbot von Schweinefleisch in Kantinen der Stadt Stuttgart”
(stuttgart.de)
Die Stadt Stuttgart dementiert einen “Bild”-Bericht: “Richtig ist, dass es keine zwingende Vorgabe gibt, auf Schweinefleisch zu verzichten. Ebenso wenig sind Pommes in städtischen Kantinen verboten, wie es die Zeitung vermeldete.”

2. “Wozu sachlich, wenn es auch emotional geht: Mit der ‘Süddeutschen Zeitung’ im Prenzlauer Berg”
(blogs.taz.de/reptilienfonds, Jakob Hein)
Die “Süddeutsche Zeitung” vom 22. November berichtet auf ihrer “Seite 3” über Ereignisse im (von vielen Journalisten bewohnten) Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg.

3. “Die SZ: Verlaufen im Elfenbeinturm der Klimapolitik”
(climatechaos.tumblr.com)
“Vor uns die Sintflut”, ein “ratloser und planloser Leitartikel zum Klimawandel” in der “Süddeutschen Zeitung”: “Wie kann es sein, dass im Meinungs- und Politikressort der SZ ein Politikverständnis herrscht, bei dem Politik etwas ist, was irgendwo im Abstrakten passiert. Wo aber Subjekte bennenen, Orte sichtbar machen, Konsequenzen aufzeigen und Konsequenzen durchsetzen tabu ist.”

4. “Eine Medienhysterie”
(nzz.ch, Eberhard W. Kornfeld)
Wie der Galerist Eberhard W. Kornfeld den durch die “Focus”-Titelgeschichte “Der Nazi-Schatz” ausgelösten Rummel um den Kunstfund in München erlebt: “Der Artikel löste eine Medienhysterie von seltenem Ausmass aus; der Fall wurde international breit übernommen: Ich war plötzlich der ganz grosse Bösewicht. Jede Zeitung stürzte sich auf das Thema ohne jegliche Rücksicht auf präzise Information. ”

5. “Sonneborn und die Deutsche Bank: Lachen wir über die Richtigen?”
(fair-radio.net, Jonathan Hadem)
Das Interview, das Martin Sonneborn mit Stefan Georgi von der Deutschen Bank geführt hat: “Alle Welt diskutiert über das ‘richtig oder falsch’ von Sonneborns Methode. Die Kritik müsste aber eigentlich an all jene Journalisten gerichtet werden, die diese vorgefertigten Interviews und PR-Angebote tagtäglich annehmen und als richtigen Journalismus verkaufen.”

6. “Pressesprecher Bullshit-Pingpong”
(geprothmannt.de)
Ein Dialog zwischen einem Journalist und einem Pressesprecher.

Constantin Seibt, Astro TV, Spielenachmittage

6 vor 9

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1. “‘Stil hat, wer keinen Unfug schreibt'”
(persoenlich.com, Edith Hollenstein)
Journalist Constantin Seibt im Interview: “Meine Strategie für Print wie Online wäre gleich: Es geht um die Produktion von wirklich guten Stories. Für den Rest zahlt niemand.”

2. “Blogger sind doof. ♥”
(luziehtan.de, Luciana)
Outfit- und Make-Up-Bloggerin Luciana schildert zwei Fälle von “Bilderklau”: “Beide Fälle habe ich umgehend meinem Anwalt vorgelegt – und mit beiden Firmen die Zusammenarbeit beendet. Schließlich habe ich keine Lust auf einen Geschäftspartner, der mich so behandelt (und das beim einen Fall nach über einem Jahr Kooperation!).”

3. “Manga-Freak ersticht Mädchen! – Hurra! Ein Sündenbock ist da!”
(youtube.com, Video, 5:50 Minuten)
LeFloid widmet sich Boulevard-Schlagzeilen wie “Manga-Fan tötet 14-Jährige: So malte Alyssas Mörder sich und sein Opfer”.

4. “Der Islamisten-Kritiker und die Bildmontage”
(medienblog.blog.nzz.ch, Rainer Stadler)
Rainer Stadler antwortet auf den Blogbeitrag “Der Taliban geht um”, der eine Fotomontage eines Redakteurs der “Basler Zeitung” zeigt: “Der Schluss war damit schnell gezogen: Der Islamisten-Kritiker Wahl ist selber ein religiöser Fundamentalist. Die Gleichsetzung beruht allerdings auf der Unterschlagung einer nicht unwesentlichen Differenz: Die freikirchlichen Textausschnitte dokumentieren eine konservative Gesinnung, aber keine blutrünstige. Von Handabhacken und ähnlichen Abscheulichkeiten ist da nicht die Rede.”

5. “Das Geschäft mit dem Glück – Eso und Astro TV”
(youtube.com, Video, 7:10 Minuten)
Hintergründe zum TV-Sender Astro TV.

6. “Endlose Spielenachmittage”
(dasnuf.de)

Blutrausch, Basler Zeitung, Sexbeziehung

6 vor 9

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1. “TV-Quote am Ende – Wertverlust einer Währung”
(ndr.de, Video, 5:06 Minuten)
Bei der Messung der Einschaltquote sollen neu auch Werte aus den Mediatheken der Sender berücksichtigt werden, doch Tablets und andere mobile Geräte nicht. Auch “was auf YouTube oder Facebook passiert, wird nicht gemessen”.

2. “Der Blutrausch der Medien”
(cicero.de, Christoph Schwennicke)
“Cicero” widmet sich in der Dezemberausgabe dem “Blutrausch der Medien”: “Der rasende Takt der Online-Medien gibt Richtung und Tempo einer zunehmend besinnungslosen Hatz vor. Heraus kommt Hochfrequenz-Journalismus, der keine Zeit mehr zum Nachdenken lässt. Es geht zu wie an der Schießbude: Jeder darf mal draufhalten.”

3. “Tage mit Gurlitt”
(spiegel.de, Özlem Gezer)
Wie die aktuelle Titelgeschichte des “Spiegel” über Cornelius Gurlitt entstanden ist: “Ich hatte eine Fahrstuhlfahrt Zeit, um Cornelius Gurlitt davon zu überzeugen, dass ich mit ihm Taxi fahren darf. Es wurde der Beginn einer viertägigen Reise, bei der ich nie wusste, wann sie enden wird.”

4. “Der Taliban geht um”
(blogs.tageswoche.ch, Renato Beck)
Daniel Wahl von der “Basler Zeitung” schreibt über “Hetzschriften”, die Muslime in Basel verteilen. Wie er auf Anfrage mitteilt, gehört er jedoch selbst einer evangelischen Freikirche an, die fragwürdige Positionen vertritt. Die “Tageswoche” zitiert, leicht abgewandelt, aus Schriften dieser Freikirche.

5. “Fachblatt für Homophobie”
(pantelouris.de)
Das von der “Bild am Sonntag” auf der Titelseite verhandelte Sexualleben eines Bayerischen Landrats: “Natürlich impliziert BILD, er hätte sein Sexualleben als offen homosexueller Politiker irgendwie öffentlich gemacht (‘Michael Adam, jung, schwul, evangelisch, gilt als moderner Hoffnungsträger der Bayern-SPD.’), aber dann müsste man im Intimleben eines jeden Politikers herumschnüffeln dürfen, der je seinen Partner irgendwohin mitgenommen hat.”

6. “Warum soll eine Frau keine Sexbeziehung führen dürfen?”
(backview.eu, anonym)

Fische, Frost, Grindelwald

6 vor 9

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1. “Tote Fische in den Briefkästen von ‘Blick’-Journalisten”
(tagesanzeiger.ch, Stefan Hohler)
Ein Student war vor dem Bezirksgericht Zürich angeklagt, er habe eine Hetzkampagne gegen vier “Blick”-Journalisten mitveranstaltet. “Laut Anklageschrift soll der Schweizer die Journalisten ‘durch schwere Drohung in Schrecken oder Angst versetzt haben’. Dies gilt vor allem für den Journalisten, der als ‘stadtbekannter Kinderschänder’ tituliert wurde. Der Mann habe sich zu Tode gefürchtet und sei deswegen für zwei Wochen in die Ferien gefahren.” Inzwischen wurde der Angeklagte verurteilt, siehe dazu “26-jähriger FCZ-Fan verurteilt” (nzz.ch, Michael Baumann).

2. “Mit dem Zweihänder gegen eine Unbequeme”
(oeffentlichkeitsgesetz.ch, Martin Stoll)
Der Pressesprecher des Schweizer Bundesamts für Landwirtschaft will der Journalistin Eveline Dudda keine Fragen mehr beantworten, sie solle sich zukünftig “direkt an den Rechtsdienst des BLW richten”. “Dass die Landwirtschaftsbeamten Dudda als Spezialfall behandeln, hat einen einfachen Grund. Journalistin Dudda ist in der Schweizer Landwirtschaftspresse eine der wenigen, die hartnäckig nachfragt.”

3. “Huffington Post: So schauen die ersten Daten zum Traffic aus”
(youdaz.com, Andreas Grieß)
Mehr als vergleichbare Portale erhält die “Huffington Post” ihre Leser über Links, glaubt Andreas Grieß: “Dieser Wert spricht aber nicht dafür, dass huffingtonpost.de im Netz fleißig verlinkt wird, sondern offenbart viel mehr, dass die Seite extrem abhängig von anderen ist. Genauer gesagt: von zwei anderen Seiten, wie ein Blick auf die Top-Referrer zeigt. Mit großem Abstand sind hier nämlich AOL.de und Focus.de zu finden.”

4. “Kachelmann-Wetter: Wochenende, Winter, Gefahr durch Scheibenkratzen und fiese Friede”
(youtube.com, Video, 4:26 Minuten)
Jörg Kachelmann liest den “Bild”-Artikel “Regen! Schnee! Frost! Das Restjahr im Wetter-Check” (ab 4:15 Minuten).

5. “Grindelwald”
(begleitschreiben.net, Lothar Struck)
Lothar Struck schreibt über seinen vor 100 Jahren geborenen Vater.

6. “An Opinion Piece On A Controversial Topic”
(junkee.com, Edward Sharp-Paul, englisch)

Upcoming.de, Rezensionsauszüge, Grüne

6 vor 9

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1. “Hurra, die Zukunft ist da: der Buzzfeed-Klon Upcoming.de startet in Deutschland”
(120sekunden.com, Martin Giesler)
Martin Giesler stellt Upcoming.de vor und fragt nach beim niederländischen Verleger TMG: “We are growing very rapidly in the Netherlands, but our ambitions are much bigger than that. The fact that a concept like upcoming was not present in Germany yet and the large size of the German market, made Germany a logical first step for our international expansion.”

2. “Nutzung von Buchbesprechungen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu Werbezwecken möglich”
(verlag.faz.net, Pressemitteilung)
“Infolge der Reaktionen auf einen Rechtsstreit mit einem Online-Buchhändler” stellt die FAZ klar, dass sie “die Verwendung von Rezensionsauszügen zu Werbe- und Marketingzwecken” gestattet: “Lizenzfrei und ohne gesonderte Genehmigung möglich ist somit die Nutzung von Auszügen aus Rezensionen, die aus bis zu 25 aufeinanderfolgenden Wörtern bestehen. Möglich ist zudem damit ausdrücklich die Verwendung auf Umschlagseiten und in Klappentexten sowie zukünftig die Bewerbung der besprochenen Bücher im Internet.”

3. “Kritik unerwünscht: Newcastle sperrt Journalisten aus”
(sport.de)
Fußball: Aufgrund “zu negativer” Berichterstattung will Newcastle United einige Journalisten von Lokalzeitungen nicht länger an Pressekonferenzen und Spielen zulassen. Siehe dazu auch “We’re sports reporters, Mr Ashley, not media partners — and we’re worth more than you think” (telegraph.co.uk, Luke Edwards, englisch).

4. “Niederlage in der Mediendemokratie – Das grüne Bundestagswahlergebnis 2013”
(boell.de, Ralph Obermauer)
Ralph Obermauer, Referent des Fraktionsvorstands der Grünen, analysiert in einem langen Text die Verluste der Partei bei der Bundestagswahl und kommt darauf, zukünftig die “kommunikativen Machtverhältnisse in Medien und Verbändelandschaft” sorgfältiger zu analysieren: “Sie sind von enormer, wahlentscheidender Bedeutung. (…) Ohne publizistische und zivilgesellschaftliche Unterstützung, ohne starke, flankierende, sozial und ökologisch orientierte Stimmen in Meinungsmacherkreisen kann man gegen Wirtschaftsverbände, Private Krankenversicherungen, Ärzteverbände, Energiekonzerne, Autoindustrie, Chemieindustrie, Bauern, Beamte, hochvermögende Privatleute und Unternehmer in Deutschland keine Wahlen gewinnen. Gegen fast alle Schlüsselmedien und die einflussreichsten Verbände geht einfach nichts. Sollte sich das Meinungsklima in Zukunft nicht verschieben, bleiben profilierte Wahlkämpfe mit starkem Veränderungsanspruch riskant.”

5. “WESER-KURIER Image-Spot 2013”
(youtube.com, Video, 40 Sekunden)
Siehe dazu auch “Kinospot der Berliner Zeitung” (youtube.com, Video, 1:19 Minuten).

6. “7 Twitter Accounts for Outstanding Longreads”
(mashable.com, englisch)

Sondersprache, Tsunamiwarnung, iPhone

6 vor 9

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1. “Lexikon des Grauens”
(welt.de, Benjamin von Stuckrad-Barre)
Eine Zusammenstellung von Begriffen und Wendungen aus der “furchterregenden deutschen Sondersprache”, die Politiker und Politikjournalisten gemeinsam erfunden haben.

2. “Was von den Fukushima-Horrormeldungen zu halten ist”
(heute.de, Johannes Hano)
“Größte Krise der Menschheit droht”, so die Warnung in einem bisher über 130.000 mal auf Facebook geteilten Artikel der “Deutschen Wirtschafts Nachrichten”. “Geschickt werden Fakten mit Halbwahrheiten und Unwahrheiten vermischt. Fakten, die nicht in die Argumentation passen, werden geflissentlich ignoriert.”

3. “Die hanebüchene Berichterstattung über den angeblichen Misserfolg des iPhone 5c”
(neuerdings.com, Jan Tißler)
Wird das Apple iPhone 5c ein Erfolg oder nicht? “Kurzum: Wir wissen es nicht. Das ist alles, was man dazu sagen und schreiben könnte. Aber damit füllt man natürlich keine Website und damit generiert man keine Klicks. Stattdessen hält man die Nicht-Nachricht über Tage am Laufen, in dem man immer wieder weitschweifig und grundlagenlos herumfabuliert.”

4. “FCN: Der Liebes-Patzer von Bild & Co.”
(meedia.de, Alexander Becker)
Was Gertjan Verbeek, der neue Trainer des 1. FC Nürnberg, an einer Pressekonferenz sagte, und was “Bild” hörte.

5. “Kommunikations-Panne: ARD bricht Boxkampf ab”
(dwdl.de, Marcel Pohlig)
Unangekündigt beendet die ARD die Live-Übertragung eines Boxkampfs, um einen Spielfilm zu zeigen (Video / Entschuldigung).

6. “Hallo, Brigitte-LeserInnen!”
(ankegroener.de)

Armin Wertz, Tilo Jung, Twitter

6 vor 9

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1. “‘Ich saß in Assads Knast'”
(tagesspiegel.de, Lutz Haverkamp)
Nach fünf Monaten in einem syrischen Gefängnis wird Journalist Armin Wertz wieder freigelassen. “Ich habe den Verdacht, dass ich durch die Bemühungen der deutschen Behörden und dem Auftreten Merkels in St. Petersburg freigekommen bin.”

2. “Wie viel Information steckt in NDR und SWR?”
(ndr.de, Video, 5:01 Minuten)
Die Studie “Zwischen Boulevard und Ratgeber-TV” (PDF-Datei) zeigt “die Programmstrukturen und die fernsehpublizistischen Programmleistungen der dritten Programme”.

3. “Tilo Jung: ‘Ich bin mein eigener Chefredakteur'”
(selbstdarstellungssucht.de, Natalie Mayroth)
Tilo Jung befragt bei “Jung & Naiv” Politiker – finanziert von Joiz und Google. “Weder der Sender Joiz noch Google haben redaktionelle Eingriffsmöglichkeiten. Ich würde mal behaupten, dass die Redakteure der FAZ und der Süddeutschen, die das bemängeln, viel unfreier sind als ich.”

4. “Blinkend mit Hasen jonglieren: Die ‘Huffington Post’ und die Inflation der Aufmerksamkeit”
(stefan-niggemeier.de)
Stefan Niggemeier liest Huffingtonpost.com: “Zu fast jedem Stück gehört eine Bildergalerie oder ein Video, locken Dutzende weitere Teaser, laden Symbole zum Twittern, E-Mailen, Teilen, Kommentieren ein. Ich soll den Autoren folgen, Themen abonnieren, Newsletter bestellen, das Ressort liken, es bei Reddit unterbringen, die regelmäßig vierstellige Zahl von Kommentaren zum Text lesen. Die ganze Seite brüllt: Mach mit! Tu was! Komm hierher! Schau hierüber! Klick das! Das ist vermutlich vorbildlich und unzweifelhaft erfolgreich, gemessen an einer einzigen Währung: Aufmerksamkeit.”

5. “Unter Nehmern”
(sz-magazin.sueddeutsche.de, Lorenz Wagner)
Ein Besuch in der Twitter-Zentrale in San Francisco: “Ein Art-déco-Haus mit endlosen Fluren, in den Nischen reihen sich gläserne Denkwaben, an den Wänden hängen Rehköpfe, vor den Klospiegeln stehen Einweg-Zahnbürsten, in der Kantine gibt es ein DJ-Pult, und schließlich ist da diese Dachterrasse – ein sonnenheller Garten über der Stadt, Bäume, Hecken, Wiese, Liegestühle. Amerikas neue Traumfabrik.”

6. “Käse ist der neue Kuchen”
(aistdasneueb.tumblr.com)

Tablet-Magazine, Interaktion, Sprachpolizei

6 vor 9

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1. “Breaking the utterly bad: Die bevorstehende TV-Revolution”
(gutjahr.biz)
Richard Gutjahr schreibt zur Zukunft des Fernsehens: “Wenn der Fernseher lernt, einem immer das anzubieten, worauf man gerade Lust hat, wer möchte jemals wieder zurück? Nutzern dieser Streaming-Plattformen wird auf einmal klar, wie sie jahrzehntelang von Sendern und Werbetreibenden sprichwörtlich an der kurzen Leine gehalten, sprich: für dumm verkauft wurden.”

2. “Welche digitale Presse?”
(jan.twoday.net)
Jan Söfier vermisst die digitale Presse in Deutschland: “Auf den Webseiten finden sich, bis auf wenige Ausnahmen, nur Nachrichten und vereinzelte Print-Texte – oft die besten Texte nicht. Als Beispiel sei nur die Seite 3 der Süddeutschen Zeitung genannt. Okay, man kann sie schon lange als ePaper in der ganzen Ausgabe für zwei Euro erwerben, aber wer macht das?”

3. “Why tablet magazines are a failure”
(gigaom.com, Jon Lund, englisch)
Jon Lund bemerkt, dass er digitale Magazine auf dem Tablet nicht liest, selbst wenn er sie selbst abonniert und bezahlt hat: “When I nevertheless manage to find the time to open up an iPad magazine, I feel as if I’m holding an outdated media product in my hands. That’s ironic because these apps tend to be visually appealing, with interactive graphics, embedded videos and well-crafted navigation tools. But the gorgeous layout that works so well in print gets monolithic, almost scary, in its perfectionism on the iPad, and I find myself longing for the web. It’s messy but far more open, more accessible and more adaptable to me, my devices and needs.”

4. “Dumm, böse und zensiert”
(clack.ch, Réda Philippe El Arbi)
Die Rückmeldungen des Publikums auf Artikel sollte man nicht ignorieren, findet Réda Philippe El Arbi: “Interaktion besteht nicht darin, ein ‘I like’-Button unter dem Artikel zu installieren, sondern man muss sich als Journalist und als Medium den Meinungen stellen. Wer diesen Hasstiraden in den Kommentarspalten etwas entgegensetzen will, muss sich auf das Schlachtfeld begeben, sich die Hände schmutzig machen. Wer als Journalist seine Meinung in Kommentarschlachten nicht nachdrücklich vermitteln kann, hat vielleicht den Beruf verfehlt.”

5. “Infantile Sprachmagie”
(taz.de, Arno Frank)
Arno Frank schreibt über “antirassistische Sprache”: “Wenn sprachgesetzliche Novellen sich alle fünf Minuten selbst aktualisieren, sind irgendwann nur noch die ehrenamtlichen Führungsoffiziere der Sprachpolizei auf dem neuesten Stand. Welches Wort ist gerade in Quarantäne? Welches hat Freigang? Das ist Herrschaftswissen, und entsprechend schnöselig klingen die Zurechtweisungen.” Siehe dazu auch “Eine Minderheit im Medienfokus: Roma? Sinti? Zigeuner?” (nzz.ch, Martin Woker) und “Meine Suppe ess’ ich nicht unter anderem Namen!” (sprachlog.de, Anatol Stefanowitsch).

6. “Aktenzeichen XY Mallorca Special”
(youtube.com, Video, 3:44 Minuten)

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