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Hip Journalists Don’t Use Google

Wenn Sie gestern die Sendung “The Voice of Germany” verfolgt haben, wissen Sie es womöglich schon:

“Hip Teens Don’t Wear Blue Jeans” war 2003 ihr Nummer-Eins-Hit. Für Tochter Amber (7) legte sie eine Karriere-Pause ein – gestern versuchte Sam Leigh-Brown (43) bei “The Voice” (ProSieben, 20.15 Uhr, Donnerstag und Freitag) ihr Glück. Vergeblich… Im Battle gegen Jesper (25) verlor sie.

Wobei: Das mit dem Nummer-Eins-Hit hatten Sie nicht wissen können. Das weiß Bild.de nämlich einigermaßen exklusiv. “Hip Teens Don’t Wear Blue Jeans” vom Frank Popp Ensemble hat es nämlich nur bis auf Platz 17 der deutschen Single-Charts geschafft.

Anders bei Bild.de:

Als “Hip Teens Don’t Wear Blue Jeans” in den Charts auf Platz Eins stieg, wurde sie schwanger.

Mit Dank an Schulze.

Al-Jazeera, Roboter, CSU

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Die Täter hinter der Tastatur”
(falter.at, Ingrid Brodnig)
Ingrid Brodnig trifft anonyme Kommentarschreiber, die anonym bleiben wollen: “Vielen Usern ist nicht bewusst, auf welch dünnem Eis sie sich bewegen, wenn sie online herumschimpfen wie beim Bier im Wirtshaus. Viele ihrer Aussagen sind rechtlich problematisch oder zumindest verletzend.”

2. “Toter Bundesrat, falscher Pilot”
(medienwoche.ch, Lukas Leuzinger)
Verschiedene Pannen der Schweizer Mediengeschichte: Blindtext auf der Titelseite der Zeitung, ein vom Radio als Pilot eingeladener Hochstapler, und der von “Blick” zu früh vermeldete Tod von Papst Johannes XXIII. im Jahr 1963: “Es war wohl das einzige Mal in der Schweizer Mediengeschichte, dass eine Zeitung zwei Ausgaben in Folge den gleichen Titel auf der Frontseite hatte.”

3. “Obamas Wiederwahl tat weh (hat nichts mit ihm zu tun)”
(zurpolitik.com, Tom Schaffer)
Die Umfrageergebnisse, schreibt Tom Schaffer, zeigten schon seit Monaten klar an, dass Barack Obama die US-Präsidentschaftswahlen gewinnen würde. Trotzdem haben die Medien immer wieder von einem knappen Rennen geredet. “Es geht da nicht um seriöse Information allein, sondern um die Quote, um die Auflage, um die Zugriffszahlen.”

4. “Warum ich Al-Jazeera verlassen habe”
(zenithonline.de, Aktham Suliman)
Nach elf Jahren verlässt Aktham Suliman den TV-Sender Al-Jazeera: “Beim Sender, in dem in der Vergangenheit Kritik an allen Herrschern und politischen Akteuren geübt werden konnte, ist Selbstkritik und Kritik an den Finanziers und deren Freunden nicht mehr angesagt.”

5. “Warum Roboterjournalisten nerven”
(scilogs.de, Boris Hänßler)
Boris Hänßler beschreibt mögliche Einsatzgebiete von Robotern im Journalismus und befürchtet, Roboter könnten mit “klugscheißerischen Beobachtungen nerven” oder “merken, welche Themen ich von ihm gelesen habe, daraus ein Wahrscheinlichkeitsprofil erstellen und nur noch über das berichten, was mich interessiert”.

6. “Tagesthemen – CSU-Style”
(ndr.de, Video, 1:12 Minuten)

Marina Weisband, Gratiszeitungen, Hypertext

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. ” Von wegen nicht autorisiert: Antwort auf Marina Weisband”
(spiegel.de, Merlind Theile)
Merlind Theile kontert die Vorwürfe von Marina Weisband: “Alle Zitate des Artikels sind so gefallen, und Frau Weisband hat sie kurz nach Erhalt der Mail telefonisch so bestätigt. (…) Die abgedruckten Zitate entsprechen Frau Weisbands Autorisierung.”

2. “Piraten im Spiegel”
(dirkvongehlen.de)
Dirk von Gehlen zieht Schlüsse aus der Auseinandersetzung: “Journalisten, die die Aufmerksamkeit ihrer Leser erlangen und erhalten wollen, müssen mehr als bisher begründen, warum sie arbeiten wie sie das tun. Sie müssen mehr als bisher transparent machen wie sie arbeiten, dokumentieren woher sie Zitate haben und auf welche Quellen sie sich stützen.”

3. “Laut einer aktuellen Statistik”
(noemix.twoday.net)
Die Zahlen zum “Spiegel-Online”-Artikel “Fast 40 Prozent der Europäer sind psychisch krank”.

4. “‘Gratiszeitungen machen uns dümmer'”
(zeit.de, Peer Teuwsen)
Pedro Lenz kritisiert die massive Verbreitung von Gratiszeitungen in der Schweiz. Ihm fällt auf, “dass morgens 80 Prozent der Leute in die Gratiszeitung 20 Minuten starren und abends 90 Prozent in den Blick am Abend. (…) Wenn Honecker in der DDR von allen verlangt hätte, im Zug das Parteiorgan zu lesen, er hätte nie die Abdeckung erreicht, die bei uns die Gratiszeitungen haben.”

5. “BILD erklärt”
(twitter.com/tazgezwitscher)
Was “Bild” unter “Hypertext” versteht.

6. ” Kleine Systematik dummer Argumente”
(wahrheitueberwahrheit.blogspot.de, Thomas)

Bild.de  etc.

Das hässliche Gesicht des Journalismus

Stellen Sie sich bitte folgendes vor:

Der Chinese Jian Feng und seine Frau sind glücklich verheiratet. Dann bringt die Frau ein “unglaublich hässliches” Baby zur Welt, das weder ihr noch ihrem Gatten ähnlich sieht. Jian Feng wähnt sich hintergangen, doch ein DNA-Test ergibt, dass er eindeutig der Vater des Kindes ist. Schließlich gesteht ihm seine Frau, dass sie, bevor sie ihn kennenlernte, umfangreich schönheitsoperiert worden war. Jian Feng reicht die Scheidung ein, verklagt seine frischgebackene Ex-Frau und bekommt 100.000 Euro zugesprochen.

Diese unglaubwürdige “Fake!” schreiende kuriose Geschichte erzählt Bild.de seit gestern:

Kuriose Geschichte aus Asien: Der Chinese Jian Feng hat seine Frau verklagt, weil sie ein “unglaublich hässliches” Baby zur Welt gebracht hat.

Vor Gericht hat er jetzt sogar gewonnen! Dem Mann wurden knapp 100 000 Euro zugesprochen, berichtet die Zeitung “The Irish Times”.

Das behaupten viele Medien, nur: im Archiv der “Irish Times” gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Zeitung oder deren Website jemals über den Fall geschrieben hätten.

Allerdings gibt es einen Artikel im “Irish Examiner” vom 31. Oktober.

Und von dort aus geht die große Quellen-Odyssee erst richtig los:

Wie planetivy.com berichtet, hat sich der Mann aus dem Norden Chinas von seiner Frau scheiden lassen und sie anschließend, offenbar, verklagt, weil sie hässlich war — und er gewann.

(Übersetzung von uns.)

“Planet Ivy”, ein Webmagazin für bunte Meldungen, hatte am 24. Oktober über den Fall berichtet und sich dabei auf interaksyon.com als Quelle berufen.

Dort war in der Tat ein Artikel über den Fall erschienen — allerdings bereits am 15. Mai 2012, was “Planet Ivy” irgendwie zu erwähnen vergessen hatte.

(Bei der “Huffington Post” und dem britischen Boulevardblatt “Daily Mail” gilt übrigens der Fernsehsender Fox31 aus Denver als Primärquelle, der die Geschichte zwei Tage nach “Planet Ivy” aufgeschrieben hatte.)

Andererseits war die Meldung auch im Mai schon nicht mehr ganz frisch gewesen: interaksyon.com, das Online-Nachrichtenportal des philippinischen Senders TV5, berief sich auf eine Veröffentlichung der mazedonischen (!) Nachrichtenagentur MINA vom 28. Februar 2012.

In Wirklichkeit ist die Geschichte aber noch viel, viel älter: Die älteste von uns gefundene Fassung stammt von der Website der pakistanischen “Daily Times” und datiert vom 26. Mai 2004. Jian Fengs Geschichte war schon damals kein Stück glaubwürdiger oder von Quellen untermauerter als sie es heute ist.

Aber wer ist dann die (stets namenlose) Frau auf den Vorher-Nachher-Bildern, die die Artikel bei Bild.de, dem “Irish Examiner” und in diversen anderen Medien zieren?

Das sind zwei Fotos von einer Person: Fengs Frau vor (l.) und nach den Schönheitsoperationen

Die älteste Version, die wir finden konnten, stammt aus dem Mai dieses Jahres, als die Geschichte gerade ihre Spanien-Tour absolvierte.

Tatsächlich stammen die Bilder aber offenbar von der Website eines japanischen Schönheitschirurgen:

Mit Dank an den Hinweisgeber und mit großem Dank an die Leute bei Reddit.

Äffchen, Deutschlandfunk, Rommel

6 vor 9

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1. “Ich habe keinen Bock mehr”
(marinaslied.de)
Marina Weisband klagt darüber, wie sie in einem Artikel auf “Spiegel Online” zitiert wird. “90% aller Journalisten, mit denen ich mich getroffen habe, waren freundlich und haben sauber gearbeitet, auch wenn sie kritisch schrieben. Aber es gibt immer diese paar wenigen, denen es ums Narrativ geht. Diesen ist es egal, was ihnen gesagt wird. Sie nehmen den ganzen Kontext weg und stürzt sich auf einen Halbsatz, den man zu seinen Gunsten auslegen kann.”

2. “Standardsituationen der Internetkritikkritik”
(katrinschuster.de)
Katrin Schuster vergleicht den “Welt”-Artikel “Als die Lesesucht die Menschen krank machte” mit dem Wikipedia-Artikel über Lesesucht.

3. “Abt. Qualitätsradio – heute: DLF über BaZ”
(infam.antville.org, patpatpat)
Der Deutschlandfunk befragt in einem Bericht über die “Basler Zeitung” Markus Somm und Guy Krneta, die beide falsche Zahlen angeben. “Beide Zahlen sind kreuzfalsch und irreführend. Beitragsautor Thomas Wagner hat sie offenbar nicht nachgeprüft.”

4. “One Laptop per Child: Wenn äthiopische Kinder wie Äffchen dargestellt werden”
(androidnext.de, Amir Tamannai)
Amir Tamannai stört sich an der “Kolonialherren-Attitüde”, mit der das Projekt One Laptop per Child eine Geschichte portiert, die davon erzählt, wie äthopische Kinder eine hingestellte Kartonschachtel tatsächlich öffnen und die Laptops darin starten, statt nur mit den Kartons zu spielen. Die Medien griffen den Fall auf: “Der Tenor blieb dabei derselbe: Ach, was ist es erstaunlich, dass die kleinen Äthiopier ja gar nicht so doof sind wie angenommen und uns fast ein bisschen ähnlich sind.”

5. “Disgust over ‘mock abduction’ of Kyrgyz TV reporter”
(bbc.co.uk, englisch)
Eine prominente Journalistin wird in Kirgisistan entführt, mit einer Waffe und mit dem Tod bedroht – angeblich zum Spaß. “The men then produced a mobile telephone to record their victim’s ordeal before revealing themselves as reporters for a populist newspaper which runs a practical jokes column.”

6. “Wie Kräutertee beim Stones-Konzert”
(sueddeutsche.de, Bernd Graff)
Mit einer Einblendung ruiniert die ARD Bernd Graff den tragischen Höhepunkt im Fernsehfilm “Rommel”.

Kostas Vaxevanis, Randsportarten, Zensor

6 vor 9

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1. “Warum ich die Lagarde-Liste veröffentlicht habe”
(presseurop.eu, Kostas Vaxevanis)
“Hotdoc”-Verleger Kostas Vaxevanis veröffentlichte eine Liste mit Personen, die ein Bankkonto in der Schweiz haben. Nun wurde er vom Landgericht Athen vom Vorwurf der Verletzung des Datenschutzes freigesprochen. Siehe dazu auch “Medienwirbel um den Verleger Vaxevanis” (nzz.ch, Elisa Hübel).

2. “Verhitlern für die Quote”
(politisieren.at, Florian Machl)
Florian Machl denkt nach über ein Interview, in dem Felix Baumgartner sagte: “Wir würden eine gemäßigte Diktatur brauchen, wo es ein paar Leute aus der Privatwirtschaft gibt, sie sich wirklich auskennen.” – “Interessiert man sich für die Meinung Baumgartners, kann man aus dem weiteren Gesagten den ungeschickt formulierten Wunsch nach einer Expertenregierung herauslesen.”

3. “Ich streame, also bin ich ein Sport”
(zeit.de, Christian Spiller)
Randsportarten kommen kaum vor im Fernsehen: “Mittlerweile aber haben sich die Vernachlässigten etwas überlegt. Sie produzieren einfach ihre eigenen Bilder und stellen sie ins Internet. Technisch ist das kein Problem mehr, es ist zudem relativ kostengünstig.”

4. “Me and My Censor”
(foreignpolicy.com, Eveline Chao, englisch)
Eveline Chao erzählt von ihrem Zensor: “Every legally registered publication in China is subject to review by a censor, sometimes several. (…) Our censor, an employee of MOFCOMM [Handelsministerium], was a nervous, flighty woman in her forties with long, frizzy hair and a high, childlike voice, whose name was Snow. (Snow requested I only use her English name for this article.) In late September of this year, I learned that Snow left the magazine, enabling me to finally write this story without fear that it would affect her job.”

5. “Immer zur besten Sendezeit”
(freitag.de, Klaus Raab)
Klaus Raab malt sich aus, wie es wäre, wenn alle Fernsehen nur noch auf Abruf sehen würden.

6. “Was Katzen mögen vs. was Hunde mögen”
(graphitti-blog.de, katja)

Jahrhundertsturm, Verifizierung, Griechenland

6 vor 9

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1. “Sandy zeigt, was Journalismus
künftig leisten muss”

(netzwertig.com, Martin Weigert)
Martin Weigert fehlt “ein von einem international renommierten Nachrichtenangebot oder einem Startup entwickeltes, rund um den Globus bekanntes Portal zur Verifizierung von nachrichtenrelevantem User Generated Content.”

2. “Syrien-Fotos im SPIEGEL: Zu stark, um echt zu sein?”
(spiegel.de, Matthias Krug)
Ein Leser zweifelt die Echtheit zweier Fotos im “Spiegel” an, die Fotoredaktion antwortet. “Als einziges Medium in Deutschland verfügen wir über eine Bildverifikation mit insgesamt sieben Mitarbeitern.”

3. “Da bläst er!”
(wahrheitueberwahrheit.blogspot.de, Thomas)
Jedes Jahr wieder: Jahrhundertstürme.

4. “Die Völkerverständiger”
(dialoggers.eu, Diogenes Dimitrakopoulos und Marcus Pfeiffer)
Zusammenarbeit zwischen Journalisten aus Deutschland und Griechenland jenseits der “veralteten Stereotype”, die bestimmte Medien nutzen, “um Politik zu spielen und damit ihre Auflage zu steigern”.

5. “The 13 Worst Reviews of Classic Books”
(publishersweekly.com, Bill Henderson, englisch)
Vernichtende Kritiken über Bücher, die später zu Klassikern wurden.

6. “Postillon24 Nachrichten: Folge 3 – Mann walkt tagelang nordic im Kreis”
(youtube.com, Video, 5:57 Minuten)

Titten, Spiegel, Sandy

6 vor 9

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1. “Warum wir uns NICHT für die BILD ausziehen”
(tits4humanrights.wordpress.com, schwarzblond)
Eine Gruppe von Menschen, die Aufmerksamkeit für Flüchtlinge fordert, lockt deutsche Medien mit der Aussicht auf nackte Oberkörper – und ist damit höchst erfolgreich. “Wir wollen auch zeigen, wie Massenmedien in diesem Land funktionieren. Es gilt immer noch: Sex sells. Es reicht nicht, dass Menschen bereit sind, in den Hungerstreik zu treten – nein, es braucht ‘Titten’, damit darüber berichtet wird.”

2. “Bundesliga und Co: Darum ist der Shop von Bild.de eine Bedrohung für Online-Retailer”
(etailment.de, Karsten Werner)
Karsten Werner prüft den Bild.de-Shop: “Der Springer-Verlag präsentiert sich hier über seine Digital-Sparte als vollwertiger Online-Retailer, der sich unter Einsatz seiner Medienmarken zukünftig in den genannten Segmenten weitere Marktanteile wird sichern wollen.”

3. “An Größenwahn grenzende Arroganz”
(ueberschaubarerelevanz.wordpress.com, Muriel)
Muriel fragt sich aufgrund des Blogbeitrags “Die Arroganz der Monopolisten”, ob die “SPIEGEL-Red.” “wirklich so unfassbar selbstgerecht ist, und ob sie diese unerschütterliche Überzeugung von der eigenen Sonderrolle und der eigenen tragenden Bedeutung für den Fortbestand der Welt, wie wir sie kennen, ehrlich empfindet, oder ob es sich hier nur um einen Versuch handelt, die Leser zu verschaukeln”. Siehe dazu auch “Arroganz, Hysterie und Hilflosigkeit” (neunetz.com, Marcel Weiss).

4. “InstaSnopes: Sorting the Real Sandy Photos from the Fakes”
(theatlantic.com, Alexis C. Madrigal, englisch)
Echte und gefälschte Fotos von Hurrikan Sandy. Siehe dazu auch “Is that really a picture of Hurricane Sandy descending on New York? No.” (istwitterwrong.tumblr.com, englisch).

5. “Ein zehnstündiger Exkurs in die Welt des Scripted-Reality-TV”
(vice.com, Liliane Schubert)
Liliane Schubert schaut zehn Stunden lang Reality-TV im deutschen Fernsehen: “Das Erste, was mir auffiel, war, dass alle die ganze Zeit stritten. Mütter stritten mit Vätern, Väter zwangen ihre Kinder zum Müllaufsammeln, Leute verklagten, belogen, bedrohten und betrogen sich.”

6. “Journalisten-Bedrohung ist okay!”
(vocer.org, Ralf Höcker)
Rechtsanwalt Ralf Höcker hält fest, dass (Droh-)Anrufe in die Redaktion zwar lästige Eingriffe in die Pressefreiheit darstellen, nicht aber “auch gleich unzulässige Angriffe auf die Pressefreiheit sind”. “Die Wunschvorstellung, dass die Pressefreiheit Journalisten einen Freiraum gewährt, in dem sie ohne jede äußere Beeinflussung tun und lassen können, was sie wollen, ist schlicht falsch.” Siehe dazu auch “Als mich der Sprecher der bayerischen Landtags-SPD bedrohte” (kultur-vollzug.de, Michael Grill).

Durch die Zeit mit Anastacia

Wir wollten eigentlich keine falschen Altersangaben mehr aufschreiben, aber …

Anders: Die Popsängerin Anastacia macht es einem leicht, ihr Alter falsch anzugeben: Jahrelang hatte sie sich ein paar Jahre jünger gemacht, wie sie anlässlich ihres (offenbar tatsächlichen) 40. Geburtstags am 17. September 2008 zugab — was die Journalisten sogleich verwirrte, ob sie zuvor vier, fünf oder sechs Jahre “jünger” gewesen war.

Für “Bild” war das Alter von Anastacia allerdings vor und nach ihrem “mutigen Alterslügen-Geständnis” reine Glückssache:

7. Februar 2002 (tatsächlich 33, angeblich 28 Jahre alt):

Goldene Kamera für ihre Wahnsinnsstimme: Anastacia (26)

5. Juni 2002 (33, 28):

Anastacia (27), die bei der Schlussfeier der Fußball-WM singt, hat keine Ahnung vom Fußball.

17. August 2002 (33, 28):

Bei der COMET-Verleihung gestern Abend in Köln gewann Anastacia (25, “Boom”) den begehrten Musikpreise.

29. August 2002 (33, 28):

Anastacia (29) fühlt sich allein.

23. November 2002 (34, 29):

Anastacia (27) küsst ihren “Bambi 2002 Pop International”

22. Januar 2003 (34, 29):

Popstar Anastacia (“One Day In Your Life”, WM-Hymne “Boom”) hat Brustkrebs! Dabei ist sie erst 29.

2. Mai 2003 (34, 29):

Anastacia (30) hat nach ihrer Brustkrebs-Operation eine neue Liebe gefunden.

6. Mai 2003 (34, 29):

Pop-Queen Anastacia (34) ließ ihre Brustkrebs-Operation filmen, um kranken Frauen Mut zu machen.

7. Mai 2003 (34, 29):

Popstar Anastacia (29) hat die Entfernung eines Krebsgeschwürs aus ihrer linken Brust filmen lassen.

13. Februar 2004 (35, 30):

Anastacia (30) steht bei der Echo-Verleihung am 6. März in Berlin erstmals wieder auf einer europäischen Bühne.

8. März 2004 (35, 30):

Erster Europa-Auftritt nach der Brustkrebserkrankung: Anastacia (28)

25. März 2004 (35, 30):

Operation, Chemotherapie, unendliche Angst. Das war vor einem Jahr. Jetzt ist Anastacia (30) wieder da.

2. September 2004 (35, 30):

Anastacia (29) will sich den Busen verkleinern lassen.

4. April 2005 (36, 31):

US-Rockröhre Anastacia (29) küßte ihren deutschen Hit, “MTV”-Moderator Patrice (31)!

18. Mai 2005 (36, 31):

Pop-Sängerin Anastacia (31, “I’m Outta Love”). Sie hat ein Jahr gegen den Tumor in ihrer Brust gekämpft. Heute ist sie geheilt.

5. Juli 2005 (36, 31):

Pop-Star Anastacia (29) hat sich von ihrem deutschen Freund, MTV-Moderator Patrice Bouédibéla (30), getrennt.

5. November 2005 (37, 32):

Anastacia (30) posiert wie Marilyn Monroe

14. Januar 2006 (37, 32):

Popstar Anastacia (30) erkrankte vor drei Jahren an Brustkrebs

23. September 2006 (38, 33):

Popsängerin Anastacia (31) will im nächsten Jahr ihren Leibwächter Wayne Newton (38) heiraten.

18. November 2006 (38, 33):

Anastacia (31, “Not That Kind”) ist auf die Nähmaschine gekommen!

26. April 2007 (38, 33):

Popsängerin Anastacia (31) hat ihren Bodyguard Wayne Newton (39) geheiratet.

2. Juli 2007 (38, 33):

Sängerin Anastacia (31) ließ tief blicken

6. März 2009 (offiziell 40):

Den meisten Applaus bekam Sängerin Anastacia (33).

Insofern ist es womöglich nur konsequent, dass Anastacia auch bei ihrer neuesten Erwähnung auf Bild.de ein Alter verpasst bekam, dass weder zum falschen (39) noch zum richtigen (44) Geburtsdatum passt:

Anastacia (37) hat vier Jahre nach “Heavy Rotation” ein neues Album aufgenommen.

Mit Dank an Kai-Oliver K.

Hitler, Kanonen, Tierbordelle

6 vor 9

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1. “Das Leistungsschutzrecht, das wir wirklich brauchen”
(youdaz.com, Andreas Grieß)
Das Leistungsschutzrecht sei einfach falsch ausgerichtet, findet Andreas Grieß. Nicht auf die Spatzen der News-Aggregatoren sollten die Kanonen zielen, sondern auf die Flugzeugträger der PR, die ihrerseits Journalisten mit Pressemitteilungen und Anrufen bombardieren. “Wenn ein Unternehmen in einem Medium vorkommen will, soll es dafür zahlen. Entweder den Preis für eine Anzeige, die es dann sicher bekommt, oder die Lizenzgebühr für eine Pressemitteilung, die unter Umständen zu einer Berichterstattung führt.”

2. “Es gilt das gesprochene Wort”
(wwwagner.tv)
Horst Seehofer weicht bei seiner Eröffnungsrede der Medientage München vom Manuskript seines Redenschreibers ab und erklärt dem Publikum auch gleich, warum.

3. “Wenn das Pferd auf den Freier wartet”
(heise.de/tp, Bettina Hammer)
“Gibt es Tierbordelle in Deutschland?” – dieser Frage ist Katharina Meyer Ende September in der “Badischen Zeitung” nachgegangen. Der “unbewiesene Mythos” von Tierbordellen zeige auf, schreibt Bettina Hammer, “wie wenig sich die Politik noch um Fakten kümmert, wenn es darum geht, sich PR-wirksam zu präsentieren”.

4. “Bleached: Lack of Diversity in the Front Page Articles of Election”
(4thestate.net, Grafik, englisch)
93 Prozent der Artikel zur Präsidentschaftswahl 2012 auf Frontseiten von (38) US-Zeitungen wurden von weissen Journalisten geschrieben. “The percentage of articles written by Asian American reporters is 3.3%, by African American reporters is 2.9%, and by Hispanic reporters is 0.7%.”

5. “Ohne Hitler”
(blogs.taz.de/hitlerblog, Daniel Erk)
Daniel Erk stellt nach sechs Jahren das Hitler-Blog ein: “Ich kann diesen Hitlerscheiß, ob ernst oder lustig gemeint, nicht mehr sehen, ich ertrage all den Schwachsinn und Unsinn, all den halbgaren Humor, die schlechten Versatzstücke und dummen Argumentationsversuche nicht mehr.”

6. “Was bislang nur wenige wussten: Das Sido gehört zur Gattung der Murmeltiere”
(facebook.com/kobuk)
Die Titelseiten der Zeitung “Österreich” von Samstag bis Donnerstag.

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