Äffchen, Deutschlandfunk, Rommel

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Ich habe keinen Bock mehr“
(marinaslied.de)
Marina Weisband klagt darüber, wie sie in einem Artikel auf „Spiegel Online“ zitiert wird. „90% aller Journalisten, mit denen ich mich getroffen habe, waren freundlich und haben sauber gearbeitet, auch wenn sie kritisch schrieben. Aber es gibt immer diese paar wenigen, denen es ums Narrativ geht. Diesen ist es egal, was ihnen gesagt wird. Sie nehmen den ganzen Kontext weg und stürzt sich auf einen Halbsatz, den man zu seinen Gunsten auslegen kann.“

2. „Standardsituationen der Internetkritikkritik“
(katrinschuster.de)
Katrin Schuster vergleicht den „Welt“-Artikel „Als die Lesesucht die Menschen krank machte“ mit dem Wikipedia-Artikel über Lesesucht.

3. „Abt. Qualitätsradio – heute: DLF über BaZ“
(infam.antville.org, patpatpat)
Der Deutschlandfunk befragt in einem Bericht über die „Basler Zeitung“ Markus Somm und Guy Krneta, die beide falsche Zahlen angeben. „Beide Zahlen sind kreuzfalsch und irreführend. Beitragsautor Thomas Wagner hat sie offenbar nicht nachgeprüft.“

4. „One Laptop per Child: Wenn äthiopische Kinder wie Äffchen dargestellt werden“
(androidnext.de, Amir Tamannai)
Amir Tamannai stört sich an der „Kolonialherren-Attitüde“, mit der das Projekt One Laptop per Child eine Geschichte portiert, die davon erzählt, wie äthopische Kinder eine hingestellte Kartonschachtel tatsächlich öffnen und die Laptops darin starten, statt nur mit den Kartons zu spielen. Die Medien griffen den Fall auf: „Der Tenor blieb dabei derselbe: Ach, was ist es erstaunlich, dass die kleinen Äthiopier ja gar nicht so doof sind wie angenommen und uns fast ein bisschen ähnlich sind.“

5. „Disgust over ‚mock abduction‘ of Kyrgyz TV reporter“
(bbc.co.uk, englisch)
Eine prominente Journalistin wird in Kirgisistan entführt, mit einer Waffe und mit dem Tod bedroht – angeblich zum Spaß. „The men then produced a mobile telephone to record their victim’s ordeal before revealing themselves as reporters for a populist newspaper which runs a practical jokes column.“

6. „Wie Kräutertee beim Stones-Konzert“
(sueddeutsche.de, Bernd Graff)
Mit einer Einblendung ruiniert die ARD Bernd Graff den tragischen Höhepunkt im Fernsehfilm „Rommel“.