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MDR, Susanne Gaschke, Gegenöffentlichkeit

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Total demokratisch”
(freitag.de, Matthias Dell)
Der MDR weigert sich, ein Interview mit einer Redakteurin zu autorisieren: “Von dem stolzen Institut eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben die Leute beim MDR, die es für eine gute Idee halten, sich Kritik zu verweigern, keinen Schimmer.”

2. “Abrechnung am Schluss – Gaschkes Rücktritt”
(ndr.de, Video, 6:07 Minuten)
Susanne Gaschke, langjährige Journalistin bei der “Zeit”, scheitert als SPD-Oberbürgermeisterin von Kiel, und sieht die Schuld dafür bei den Medien: “Bestimmt hab auch ich in meiner eigenen Arbeit mal Leute verletzt und gekränkt. Es tut mir jetzt mehr leid als früher, das muss ich wirklich sagen dazu. Weil es sich ganz anders anfühlt, davon betroffen zu sein.”

3. “Gedanken zur Gegenöffentlichkeit”
(heise.de/tp, Jakob Augstein)
“Wenn wirklich Gefahr droht, schließen allzu viele Journalisten die Reihen fest um das System”, beobachtet Jakob Augstein bei den Themen Wikileaks oder Geheimdienstüberwachung: “Mit großer Verblüffung musste man feststellen: ganz und gar nicht alle Journalisten der großen deutschen Zeitungen stellten sich vorbehaltslos auf die Seite der Bürger, ja sie verteidigten nicht einmal ihre eigenen Rechte. Sondern ganz schön viele hielten lieber zum Staat und brachten viel Verständnis für Rechtsbrüche und Machtansprüche auf.”

4. “Medienkritik: ‘Duell: Mercedes gegen BMW’ im ZDF”
(1300ccm.de, Tom Schwede)
Tom Schwede schaut “BMW gegen Mercedes: Das Duell” (zdf.de, Video, 44:11 Minuten): “Einzig der Vergleich der Pannendienste der Hersteller sowie der verdeckte Test von zwei Werkstätten hatte – zumindest im Kern – einen ernsthaften und seriösen Ansatz. (…) Das ist nicht das Fernsehen, das ich für meine TV-Gebühren erwarte. Wenn ich das sehen wollte, würde ich RTL oder Pro7 einschalten.”

5. “Die Werber knipsen die Medien aus”
(wiwo.de, Thomas Koch)
Thomas Koch schreibt über Paid Media und Owned Media: “Viele werden reuemutig zum Pfad der klassischen Media-Werbung zurückkehren. Aber nur, wenn die Verlage bis dahin nicht ihr Kerngeschäft verlernt haben: Durch unabhängige Redaktionen hochwertige Medien (-Inhalte) zu erzeugen, die für ihre Nutzer so unverzichtbar sind, dass den Unternehmen keine Wahl bleibt, als ihre ‘Paid’-Werbung darin unterzubringen.”

6. “15 April 1912: ‘Titanic Sinking; No Lives Lost'”
(retronaut.com, englisch)

Upcoming.de, Rezensionsauszüge, Grüne

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1. “Hurra, die Zukunft ist da: der Buzzfeed-Klon Upcoming.de startet in Deutschland”
(120sekunden.com, Martin Giesler)
Martin Giesler stellt Upcoming.de vor und fragt nach beim niederländischen Verleger TMG: “We are growing very rapidly in the Netherlands, but our ambitions are much bigger than that. The fact that a concept like upcoming was not present in Germany yet and the large size of the German market, made Germany a logical first step for our international expansion.”

2. “Nutzung von Buchbesprechungen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu Werbezwecken möglich”
(verlag.faz.net, Pressemitteilung)
“Infolge der Reaktionen auf einen Rechtsstreit mit einem Online-Buchhändler” stellt die FAZ klar, dass sie “die Verwendung von Rezensionsauszügen zu Werbe- und Marketingzwecken” gestattet: “Lizenzfrei und ohne gesonderte Genehmigung möglich ist somit die Nutzung von Auszügen aus Rezensionen, die aus bis zu 25 aufeinanderfolgenden Wörtern bestehen. Möglich ist zudem damit ausdrücklich die Verwendung auf Umschlagseiten und in Klappentexten sowie zukünftig die Bewerbung der besprochenen Bücher im Internet.”

3. “Kritik unerwünscht: Newcastle sperrt Journalisten aus”
(sport.de)
Fußball: Aufgrund “zu negativer” Berichterstattung will Newcastle United einige Journalisten von Lokalzeitungen nicht länger an Pressekonferenzen und Spielen zulassen. Siehe dazu auch “We’re sports reporters, Mr Ashley, not media partners — and we’re worth more than you think” (telegraph.co.uk, Luke Edwards, englisch).

4. “Niederlage in der Mediendemokratie – Das grüne Bundestagswahlergebnis 2013”
(boell.de, Ralph Obermauer)
Ralph Obermauer, Referent des Fraktionsvorstands der Grünen, analysiert in einem langen Text die Verluste der Partei bei der Bundestagswahl und kommt darauf, zukünftig die “kommunikativen Machtverhältnisse in Medien und Verbändelandschaft” sorgfältiger zu analysieren: “Sie sind von enormer, wahlentscheidender Bedeutung. (…) Ohne publizistische und zivilgesellschaftliche Unterstützung, ohne starke, flankierende, sozial und ökologisch orientierte Stimmen in Meinungsmacherkreisen kann man gegen Wirtschaftsverbände, Private Krankenversicherungen, Ärzteverbände, Energiekonzerne, Autoindustrie, Chemieindustrie, Bauern, Beamte, hochvermögende Privatleute und Unternehmer in Deutschland keine Wahlen gewinnen. Gegen fast alle Schlüsselmedien und die einflussreichsten Verbände geht einfach nichts. Sollte sich das Meinungsklima in Zukunft nicht verschieben, bleiben profilierte Wahlkämpfe mit starkem Veränderungsanspruch riskant.”

5. “WESER-KURIER Image-Spot 2013”
(youtube.com, Video, 40 Sekunden)
Siehe dazu auch “Kinospot der Berliner Zeitung” (youtube.com, Video, 1:19 Minuten).

6. “7 Twitter Accounts for Outstanding Longreads”
(mashable.com, englisch)

Jugendkanal, Matthias Matussek, Twitter

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1. “Bloß kein Scripted Reality!”
(berliner-zeitung.de, Peer Schader)
ARD und ZDF planen einen neuen Jugendkanal, “der 14- bis 29-Jährige wieder zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen hinführen soll”: “Weil junge Zuschauer von ARD und ZDF nicht mehr erreicht werden, gründet man einen neuen Kanal, der aus Kostengründen aber auch wieder Programme zeigt, die die Zielgruppe anderswo bereits ignoriert hat. Ein echtes Kunststück. Fertigbringen soll das vor allem die ARD, die eine Federführung des Kanals beansprucht, obwohl sie es in 16 Jahren nicht einmal hingekriegt hat, ihren Digitalsendern Eins Festival und Eins Plus stimmige Profile zu verpassen.”

2. “Journalismus statt Inka und Johannes B.”
(sprengsatz.de, Michael Spreng)
“Das Geld muss raus aus Verwaltung, rein in die Redaktionen”, schreibt Michael Spreng über die Öffentlich-rechtlichen. “ARD und ZDF merken gar nicht, dass sie an dem Ast sägen, auf dem sie komfortabel sitzen. Dabei wächst ihre Verantwortung täglich angesicht der Krise der Printmedien.”

3. “Privatsphäre: Erst denken, dann twittern!”
(novo-argumente.com, Brendan O’Neill)
Brendan O’Neill denkt nach über Twitter: “Die meisten Twitter-Skandale sind eine Folge dessen, dass die Menschen in der emotional aufgeladenen Twitter-Arena auch all das öffentlich aussprechen, was sie einst nur dachten.”

4. “Frei Schnauze, aber bitte mit Anstand”
(bernerzeitung.ch, Lucie Machac)
Die “Berner Zeitung” über den Umgang mit Leserkommentaren auf Nachrichtenportalen.

5. “Der Berserker”
(clap-club.de, Bijan Peymani)
Ein Porträt von Matthias Matussek: “Alles sei sehr viel braver geworden, jeder arbeite nur noch nach der Maxime, keine Fehler zu machen. Ohne eine gewisse Verrücktheit könne aber kein spannender Journalismus entstehen.”

6. “20th Century Headlines Rewritten To Get More Clicks”
(xkcd.com, englisch)

Journalismus auf Irrwegen

Es ist aber auch eine kuriose Geschichte, die die dpa da entdeckt hat. Unter der Überschrift …

Bosnische Fußball-Fans reisen zum Auswärtsspiel ins falsche Land

… tickerte die Agentur in der vergangenen Woche:

Auf der europäischen Landkarte haben mehrere Fußball-Fans aus Bosnien-Herzegowina wohl die Übersicht verloren: Sie wollten ihr Team am vergangenen Dienstag beim entscheidenden letzten WM-Qualifikationsspiel im litauischen Kaunas unterstützen. Doch statt nach Litauen reisten die Fans ins benachbarte Lettland – sie hatten bei der Buchung nicht genau aufgepasst, wohin die Reise geht.

Tja — dumm gelaufen.

Es dauerte nich lange, bis sich auch andere Medien für die Geschichte der “Touristen-Trottel” (Süddeutsche.de) interessierten — so etwa das “Hamburger Abendblatt”, die “Mopo”tagesschau.de, die “Sächsische Zeitung”, sport1.de, der “Kölner Stadt-Anzeiger”, “NWZonline”, der “General-Anzeiger Bonn”, der “Nordkurier”, die “Rhein-Zeitung”, express.de, die “Saarbrücker Zeitung”, die “Rheinische Post”, die “Nürnberger Zeitung”, die “Main Post”, die “Neue Osnabrücker Zeitung” und und und.

Doch so schön sie auch ist: Die Geschichte der verirrten Fans ist ein Fake.

Sie stammt nämlich ursprünglich von der kroatischen Satire-Seite Novosti24.net. Dort kann man sich gefälschte Artikel generieren lassen, um seine Freunde (oder die Medien) zu veräppeln. Dafür muss man einen Namen sowie Beruf und Herkunftsort eingeben und kann dann aus mehreren vorgegebenen Themen eines auswählen – zum Beispiel, dass [Name] tagelang auf dem Klo eingesperrt war, einen Abend mit Justin Bieber gewonnen hat, sich für den Playboy auszieht oder beim Eurovision Song Contest mitsingt. Oder aber, dass [Name] zusammen mit anderen bosnischen Fußball-Fans aus Versehen nach Lettland statt nach Litauen gefahren ist. Die zuvor eingetippten Daten erscheinen dann im Text, der aussieht, als sei er ein echter Artikel.

Auf unsere Anfrage teilten die Betreiber des Portals mit:

Novosti24.net ist eine Website, um lustige Fake-News zu erstellen, die man seinen Freunden zeigen kann – also ja: Diese Geschichte ist ein Fake von unserer Seite. Nichts in diesem Artikel ist wahr, es ist alles erfunden. Der Text ist in den vergangenen Tagen schon auf etlichen kroatischen/bosnischen/serbischen Zeitungs-Websites aufgetaucht. Es ist wirklich lustig, wie Journalisten in ganz Europa über etwas schreiben, das überhaupt nicht passiert ist. Aber wir sind froh, wenn wir Leute zum Lachen bringen können.

Nachdem wir die dpa darauf hingewiesen hatten, forschte sie noch mal nach und musste schließlich einräumen, dass es nun “deutliche Zweifel” an der Geschichte gebe. Wie uns ein Sprecher erklärte, hätten zunächst verschiedene Medien in Südosteuropa über den Fall berichtet, mit einiger Verzögerung dann aber darauf hingewiesen, dass es sich um einen Scherz handele. Auch im Baltikum sei die Geschichte vielfach aufgegriffen worden, noch dazu mit sehr unterschiedlichen Quellenangaben. Da das alles ein sehr großes Durcheinander sei und die Authentizität der Geschichte nicht abschließend geklärt werden könne, sei die Meldung im dpa-System jetzt gesperrt worden.

Tja — dumm gelaufen.

Mit Dank an Muamer A.

Listen, Michael Hayden, Blanda Eggenschwiler

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1. “Journalistmus”
(haz.de, Imre Grimm)
Eine “millionenfache Listenpest” durchsuppt “inzwischen selbst vermeintlich sortenreine Nachrichtenseiten”, stellt Imre Grimm fest. “Langsam, schleichend, verabschieden sich auch Anbieter, die sich journalistischen Prinzipien verschrieben hatten, vom lange gültigen Aktualitäts- und Relevanzprinzip – hin zu einem klickoptimierten Kessel Buntes mit ’24 Sätzen, die Lehrer von Eltern nicht hören wollen’ oder den ’19 nervigsten Werbespots der Welt’. Syrien? Iran? Gott, wer will das wissen?”

2. “Kann die Huffington Post Wissenschaft?”
(stimmthaltnicht.de)
Der Wissenschaftsjournalismus in der “HuffPo”: “Auffällig ist: Die Autoren der Huffington Post gehen ziemlich lax und intransparent mit Quellen um.”

3. “‘Oft siehst du die Paparazzi gar nicht'”
(medienwoche.ch, Stephanie Rebonati)
Wie die aktuell mit Joe Jonas liierte Blanda Eggenschwiler mit Paparazzi und Falschmeldungen der Medien umgeht.

4. “Blonde Roma-Kinder”
(nzz.ch)
Zwei blonde Roma-Kinder werden in Irland “vorübergehend in den Gewahrsam der staatlichen Gesundheitsbehörde” genommen und dann “wieder zu ihren rechtmässigen Eltern zurückgebracht”. “Archaische Klischees über die Gewohnheit der Fahrenden, die Kinder von Sesshaften zu rauben, schlugen sich in zahlreichen Online-Kommentaren aus der Leserschaft nieder. Auch die irische Polizei scheint dieser toxischen Gedankenkette erlegen zu sein, als sie Familien leichtfertig auseinanderriss.”

5. “Guy On Train Live Tweets Former CIA Chief’s On-Background Interview”
(npr.org/blogs/thetwo-way, Eyder Peralta, englisch)
Tom Matzzie twittert live von einem Hintergrundgespräch, das der ehemalige Chef der NSA, Michael Hayden, neben ihm im Zug führt.

6. “Bild-Leser zum Frauenfussball”
(vermeintliches.wordpress.com)

Tierfotos, Wikipedia, Stalinallee

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1. “Das Versagen der Meinungsmacher”
(dradio.de, Max Thomas Mehr)
Max Thomas Mehr beurteilt den politischen Journalismus in Deutschland: “Selten war die gefühlte Diskrepanz zwischen Lesern und Wählern, zwischen medialer Öffentlichkeit und Bürgern so groß”.

2. “Die Wahrheit über dieses berühmte Tierfoto”
(welt.de, Elke Bodderas)
Manipulationen bei Tierfotos, so bei einem Foto, das einen Kampf zwischen einem Leopard und einem Pavian zeigt: “Zahllose Anläufe habe es gekostet, sagt Dominis, bis das sensationelle Bild im Kasten war. Das abgelichtete Tier starb nicht allein. Mehrere Dutzend Paviane ließen ihr Leben. (…) Ein Tier zu opfern, um ein anderes zu fotografieren, war in den 60er- und 70er-Jahren gang und gäbe. Inzwischen ist es verboten.”

3. “Journalismus ohne Verlag – Die neue Realität der Medienarbeiter”
(torstenmeise.de)
Für Torsten Meise sind Freie auf die journalistische Zukunft besser eingestellt: “Während den Verlagen die größten Anpassungsprozesse noch bevorstehen und ihre Angestellten in immer neuen Wellen freisetzen, haben wir Freien längst gelernt, mit diesem Internet und diesem ganzen Zeug zu spielen, zu arbeiten und (manchmal auch) Geld zu verdienen.”

4. “AP reporter’s mistake: Did the punishment fit the crime?”
(washingtonpost.com, Paul Farhi, englisch)
Nach 28 Jahren bei der AP wird Reporter Bob Lewis nach einem Fehler entlassen: “After several days of deliberations, it fired Lewis on Monday, followed by his immediate editor in Richmond, Dena Potter. On Tuesday, regional editor Norm Gomlak confirmed that he, too, had been fired over the story. Gomlak, who is based in Atlanta, was the primary editor of Lewis’s story because Potter was tied up with an unrelated story Oct. 9.”

5. “Wikimedia Foundation Executive Director Sue Gardner’s response to paid advocacy editing and sockpuppetry”
(blog.wikimedia.org, Sue Gardner, englisch)
In der englischen Wikipedia werden mehr als 250 Nutzerkonten blockiert, um Vorwürfe, sie hätten Artikel gegen Bezahlung verfasst, zu klären.

6. “Das neue Leben der Stalinallee”
(zeit.de)

Buzzfeed, Phubbing, Ventures

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1. “Phubbing – der erfundene Trend”
(intmag.de, Thomas Knüwer)
Der Trend namens “Phubbing” ist auf eine Marketingkampagne zurückzuführen: “Die ‘Süddeutsche’ ist drauf reingefallen. DPA ebenfalls. Der ‘Tagesspiegel’ und der ‘Kölner Stadtanzeiger’. Auch RTL und N-TV. Selbst die Öffentlich-Rechtlichen blamierten sich, zum Beispiel in Gestalt von Radio Bremen und heute.de.”

2. “Eine Woche BuzzFeed – Das Ende eines Experiments”
(neueelite.de, Marcel Winatschek)
Die Website “Neue Elite” hat sich letzte Woche wie Buzzfeed verhalten – und damit Klicks und Likes ohne Ende eingefahren: “In dieser einen Woche hatten wir mehr Besucher als andere Onlinemagazine in einem ganzen Jahr. Uns gingen bereits nach kurzer Zeit die Banner aus, selbst die auf der untersten Backupebene.”

3. “I Hate Buzzfeed.”
(thebestpageintheuniverse.net, englisch, mit Video, 5:57 Minuten)
Maddox begründet, warum er Buzzfeed hasst: “Perhaps the only source of ingenuity on BuzzFeed are the new and innovative ways they keep finding to make it as difficult as possible for people to click on the source links, so they don’t divert readers to source websites. You know, the people who created the content they stole?”

4. “Wir machen das mit den Kommentaren hier jetzt mal anders”
(kraftfuttermischwerk.de, Ronny)
Ronny will sich nicht mehr “mit Arschlöchern streiten müssen” und verschärft deshalb die Kommentarregeln: “Verpisst euch einfach wieder dorthin, wo euch sonst keiner zuhört. Wenn ihr gelernt habt, wie man halbwegs angemessen miteinander umgeht, könnt ihr gerne wiederkommen und wir versuchen es noch mal.”

5. “Researchers have 3 tips to help journalists debunk misinformation”
(poynter.org, Craig Silverman, englisch)
Craig Silverman gibt Tipps, wie man Falschinformationen kontert: “So, yes, do your job to dig up the correct facts and discover the truth. But know that that’s only one part of the debunking process — you also have to work hard to present this information in a way that will affect people.”

6. “An unfinished list of ventures in journalism you should be watching (and why)”
(davidbauer.ch, englisch)

Arztbengel, Phobie, Oscar Bronner

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1. “Arztbengel, kichernd”
(faz.net, Lars Weisbrod)
Ein Porträt des scheidenden “Titanic”-Chefredakteurs, Leo Fischer. “Aber selbst wenn sie bei ‘Titanic’ wollten: Sie dürften gar nicht wirtschaftlich denken, sagt Fischer. Denn dann würde fehlen, was es braucht, um dieses Magazin zu machen: Spaß. ‘Wenn wir dauernd überlegen, wie viel ein Text an Honorar kostet, wie viel Geld wir zurückhalten müssen, weil es ein Rechtsrisiko gibt – es macht dann keinen Spaß mehr.'”

2. “Debattenphobie: Die Angst vor echten Kontroversen”
(novo-argumente.com, Frank Furedi)
Frank Furedi warnt vor dem Einsatz des Phobie-Begriffs in der Debatte: “Der Phobie-Begriff entbindet die Leute also von der lästigen Aufgabe ihren Standpunkt in der Diskussion zu verteidigen, indem er sie dazu einlädt ihre Gegner zu medikalisieren und so die Diskussion zu beenden. Die Medikalisierung von politischen Gegnern ist die existenzielle Ausradierung all derer, denen wir nicht zustimmen. Sind sie erst als irrational oder krank eingestuft, können wir sie unbekümmert ignorieren; ihre Auffassungen können dann als Symptome mentaler Verwirrung behandelt werden, die wir nicht ernst nehmen müssen.”

3. “Brauchen wir noch Journalismus?”
(antjeschrupp.com)
Antje Schrupp denkt nach über Journalismus: “Journalist_innen, so könnte man also sagen, sind notwendig, um Wissen googlebar zu machen, das ohne ihre Arbeit nicht googlebar wäre. Sie recherchieren Dinge, die niemand freiwillig ins Netz stellt, die aber dennoch wichtig sind oder vielleicht in einem späteren Kontext einmal wichtig werden könnten.”

4. “Journalismus, Objektivität und die neue Ehrlichkeit”
(doppelpod.com, Sven Hänke)
Sven Hänke hat sich “in der letzten Zeit viel mit der journalistischen Berichterstattung über China beschäftigt. Die Themenauswahl, der Blickwinkel und die Aufbereitung orientieren sich vor allem daran, was die Rezipienten in Deutschland aufnehmen können, was in ihr Weltbild integrierbar ist oder was sie schockierend finden. Mit einer objektiven Abbildung der chinesischen Realität hat diese Informationsselektion und –vermittlung nur sehr wenig zu tun.”

5. “‘Journalistische Macht hat nur, wer sie missbraucht'”
(derstandard.at, Armin Wolf)
Ein ausführliches Interview mit Oscar Bronner, Herausgeber von “Der Standard”: “Wir haben damals übrigens schon versucht, eine Paywall zu etablieren, und den Wirtschaftsteil kostenpflichtig gemacht, in der Annahme, dass man dort am ehesten etwas erlösen kann. Das haben wir aufgegeben, als wir bei einem User gelandet sind.”

6. “Eklat: Korrekt recherchierte Nachricht versehentlich in ‘Bild’-Zeitung veröffentlicht”
(der-postillon.com)

Landesmedienanstalten, HuffPo, Shows

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1. “Verwalten statt Gestalten: Landesmedienanstalten”
(ndr.de, Video, 6:41 Minuten)
Die jährlich mit rund 2 Prozent der Rundfunkgebühr (um die 100 Millionen Euro) finanzierten Landesmedienanstalten bleiben bürokratisch und ineffizient: “Das System erhält sich selbst. Mit 14 Anstalten. Und jeder Menge Kleinstaaterei in der Medienaufsicht.”

2. “Der große Text der unglaublichen Shows”
(berliner-zeitung.de, Peer Schader)
Peer Schader liefert einen “Überblick der öffentlich-rechtlichen Showunterhaltung im Jahr 2013”: “Es kann nicht mehr lange dauern, bis sich aus dieser Masse eine öffentlich-rechtliche Supershow herausformt, die sämtliche Spielregeln und Titelbestandteile der übrigen Sendungen ansaugt und zu einem endlosen Unterhaltungsabend formt, ‘Die unglaublich große Duell-der-Superhirn-Helden-Show’.”

3. “‘Geradezu obsessive Schadenfreude'”
(zeit.de, Martina Powell)
Theologin Petra Bahr bemerkt in der aktuellen Berichterstattung über Franz-Peter Tebartz-van Elst eine “geradezu obsessive Begeisterung und Schadenfreude in Blogs und Kommentaren – nicht nur im Boulevard, sondern auch in den gehobeneren Medien. Bilder von seinem gehetzten Gesicht schaffen es auf die Titelseiten. Im Grunde inszeniert sich die mediale Öffentlichkeit als jüngstes Gericht.”

4. “Steinigt mich, ich schreibe für die Huffington Post!”
(huffingtonpost.de, Karsten Lohmeyer)
“Darf, kann, soll oder muss man sogar für die Huffington Post Deutschland schreiben?”, fragt Karsten Lohmeyer in der “Huffington Post Deutschland”: “Viele sagten kategorisch nein. Denn selbst wenn man ausgebildeter Journalist ist und mit seiner journalistischen Arbeit seinen Lebensunterhalt bestreiten muss, zahlt die Huffington Post nichts. Nada. Keinen Lousy Penny. Und das obwohl hinter der Huffington Post Deutschland kein kleines Hinterhof-Start-up ohne Geld, sondern die gut verdienende Tomorrow Focus AG und damit auch der große, vermögende Burda Verlag steht.”

5. “Jetzt doch: Kostenlos-Kultur im Netz – die deutsche Huffington Post”
(pantelouris.de)
“HuffPo, mach es dir doch einfach selbst”, schreibt Michalis Pantelouris: “Wenn die deutsche HuffPo keine Agenda hat sondern nur ein Unternehmen ist, aber die meisten Autoren nicht in Geld bezahlt werden, sondern in Werbefläche für sich oder ihre Sache, dann besteht das Medium letztlich aus nichts als aneinandergeklatschten Anzeigen.”

6. “Saudischer Geistlicher liefert bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse, warum Frauen nicht Autofahren sollten”
(de.globalvoicesonline.org, Rayna St.)

Huffington Post, YouTube, FAZ

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1. “Da guckst du!”
(zeit.de, Alina Fichter)
“Die Zeit” widmet sich YouTube und behauptet: “Kaum jemand, der älter als 25 Jahre ist, vermutet auf YouTube ernst zu nehmende, durchdachte und vor allem: professionell produzierte Unterhaltungs- oder gar Informationsangebote.”

2. “Wer zitieren will, soll zahlen”
(tagesspiegel.de, Gregor Dotzauer)
Die FAZ will auch kurze Ausschnitte aus Buchrezensionen künftig lizenziert haben: “Kulturell gesehen ist am ärgerlichsten, dass der Lizenzierungswahn die geistige Leistung, die er schützen will, in Wahrheit beschädigt. Wo die professionell argumentierende, abwägende Kritik in den Hintergrund gedrängt wird, rückt die Geschmackskritik der Leser – wie auf Amazon – in den Vordergrund. Vielleicht entsteht wie in der Filmbranche auch ein Blurb-Wesen, das bei Redaktionen per Telefon schon mal vorab um ein tolles Adjektiv bittet.”

3. “Wenn deutschen Managern die Wahrheit nicht gefällt”
(abendblatt.de, Sönke Iwersen)
Sönke Iwersen berichtet von seinen Erfahrungen als Investigativ-Journalist: “Denn wenn die vierte Gewalt eingreift, wenn ein Reporter sich anschickt, das öffentlich zu machen, was geheim bleiben soll, verfallen die meisten Manager in dasselbe Muster: abstreiten, ablenken, lügen. Und wenn das nicht hilft: prozessieren.”

4. “Autoren sitzen auf rechtlich heißem Stuhl”
(djv.de, Michael Hirschler)
Michael Hirschler analyisert die Nutzungsbedingungen von “The Huffington Post in Zusammenarbeit mit Focus Online”: “Autoren stellen also Beiträge kostenlos ein, und dürfen anschließend bei Tomorrow Focus darum betteln, sie auch an anderen Orten, etwa im eigenen Blog oder einem eBook-Sammelband veröffentlichen zu dürfen?”

5. “Schluss mit dem Gerangel!”
(christianfahrenbach.de)
Christian Fahrenbach bleiben die Kritiker von Huffingtonpost.de zu negativ, ohne selbst Alternativen zu liefern: “Was machen wir denn jetzt? Gratisschreiben finden wir doof, aber höhere Löhne werden nicht wiederkommen. Unternehmerische Querfinanzierung finden wir auch doof, aber übersehen vielleicht, dass seit Jahrhunderten jedes Medienangebot über Anzeigen unternehmerisch querfinanziert wird. Wer sich wie die öffentlich-rechtlichen Kollegen nicht am Markt beweisen muss, den finden wir auch doof, und als Finanzierungsmodell wird das ja auch nicht die komplette Landschaft erhalten.”

6. “Correction: Nazis didn’t build Berlin Wall”
(poynter.org, Andrew Beaujon, englisch)

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