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Bundestag vs. “Compact”, Ulmen-Urteil, China lässt sich loben

1. Bundestag leitet Bußgeldverfahren gegen “Compact” ein
(taz.de)
Die Bundestagsverwaltung habe ein Bußgeldverfahren gegen das vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestufte Magazin “Compact” eingeleitet. Der Vorwurf laute, dass “Compact” mit seiner Veranstaltungsreihe “Die blaue Welle rollt” für die AfD geworben habe, obwohl die Partei dies schriftlich untersagt habe. Chefredakteur Jürgen Elsässer bestreite dies und spreche von Eigenwerbung sowie von einem Kampf für die Pressefreiheit, man werde Widerspruch einlegen. Erst im vergangenen Juni habe “Compact” vor dem Bundesverwaltungsgericht ein Verbot durch das Innenministerium abwenden können.

2. Deep­fa­ke­video-Ver­dacht im Spiegel gegen­über Chris­tian Ulmen ist rechts­widrig
(lto.de)
Das Oberlandesgericht Hamburg habe entschieden, dass der “Spiegel” nicht den Verdacht erwecken dürfe, der Schauspieler Christian Ulmen habe Deepfake-Videos seiner Ex-Frau Collien Fernandes hergestellt oder verbreitet. Damit habe Ulmens Beschwerde gegen eine Entscheidung des Landgerichts teilweise Erfolg gehabt. Die Berichterstattung über Vorwürfe, Ulmen habe Gewalt gegen Fernandes ausgeübt, bleibe dagegen gerechtfertigt.
Weiterer Lesetipp: Die Entscheidung aus Sicht des “Spiegel”: Der SPIEGEL darf weiter über »virtuelle Vergewaltigung« von Collien Fernandes berichten.

3. Schwarz gemalt: Deutschland als “Krisenland” bei der russischen Nachrichtenagentur TASS
(de.ejo-online.eu, Swetlana Mikhailowa)
Swetlana Mikhailowa hat untersucht, wie die russische Staatsagentur TASS über Deutschland berichtet. Die Agentur wähle vor allem Themen, die Krise, Konflikt und Skandal betonen, und gebe kritischen Stimmen viel Raum. Typisch sei ein Echo-Muster: Auf Meldungen über Entscheidungen der Bundesregierung würden häufig Beiträge folgen, in denen AfD oder BSW diesen Kurs als Fehler darstellen würden, wodurch das Regierungshandeln delegitimiert werde. So erscheine Deutschland als Land innerer Spannungen und außenpolitischer Abhängigkeit.

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4. Klage gegen Presse-Monitor abgewiesen
(urheber.info)
Das Landgericht Berlin habe eine Klage des Online-Magazins “Medieninsider” gegen die Presse-Monitor GmbH (PMG) in den wesentlichen Punkten abgewiesen, wie die PMG mitteile. “Medieninsider” habe dem Pressespiegel-Anbieter vorgeworfen, mehr als 300 seiner Artikel unerlaubt in Pressespiegel aufzunehmen und dafür Lizenzgebühren abzurechnen. Das Gericht folge dagegen der Auffassung der PMG. Deren Inkassotätigkeit für die Verwertungsgesellschaft VG Wort sei keine Urheberrechtsverletzung.

5. YouTube einigt sich mit 16-Jährigem außergerichtlich
(spiegel.de)
Die Google-Tochter YouTube habe sich außergerichtlich mit einem 16-jährigen Kläger aus Florida geeinigt, der der Plattform vorgeworfen habe, seiner psychischen Gesundheit geschadet zu haben. Der Junge habe als Kind mit der Nutzung Sozialer Medien begonnen und nach eigenen Angaben unter Suchtverhalten, Schlafstörungen, Depressionen und Angstzuständen gelitten. Die ursprünglich auch gegen Instagram, Snapchat und TikTok gerichtete Klage sei Teil einer großen Klagewelle in den USA gegen Social-Media-Konzerne.

6. China lässt sich loben: Wenn Influencer:innen das Image polieren
(cemas.io, Lea Frühwirth)
Lea Frühwirth analysiert, wie auffällig viele Travel-Influencerinnen und -Influencer China und besonders die Region Xinjiang als florierendes Reiseziel inszenieren, obwohl diese international vor allem für die Menschenrechtsverbrechen an den Uiguren bekannt sei. Das sei kein Zufall, sondern Teil der Strategie “Telling China’s Story well”, mit der die Kommunistische Partei das internationale China-Bild positiv prägen wolle.

KW 25/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie berechtigt ist die Empörung?
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 39:19 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, ob die Empörung über das Ende des WDR-Radiosenders Cosmo berechtigt ist. Es diskutieren DLF-Hörer Philipp Seehausen, Elena Kountidou von den Neuen Deutschen Medienmacher*innen und Schiwa Schlei, Programmchefin von 1Live und Cosmo.

2. Die Wahrheit über Pamela Reif
(youtube.com, Klengan, Video: 23:23 Minuten)
Der YouTuber Klengan beschäftigt sich mit dem geschäftlichen Aufstieg der deutschen Fitness-Influencerin Pamela Reif zu einer globalen Unternehmerin. Im Fokus steht dabei Reifs hierzulande kaum bekanntes Imperium in China, wo sie mittlerweile über 70 Millionen Followerinnen und Follower auf Plattformen wie Bilibili und Weibo begeistere. Es gehe dabei um die Kunst des “Culture Marketing”: Durch das Erlernen der Sprache, die Nutzung chinesischer Popmusik und die Anpassung an lokale Sehgewohnheiten habe Pamela Reif eine immense Reichweite aufbauen können.

3. StreitClub #18 “Medienkrise” mit Tilo Jung & Anne Hähnig
(youtube.com, Nicole Deitelhoff & Michel Friedman, Video: 2:13:37 Stunden)
In der Podiumsdiskussion des “Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt” streiten Anne Hähnig (“Die Zeit”) und Tilo Jung (“Jung & Naiv”) über den Zustand des Journalismus, moderiert von Nicole Deitelhoff, Michel Friedman sowie einer Schülerin und einem Schüler. Für Hähnig handele es sich vor allem um einen Strukturwandel. Das Medienvertrauen sei stabil, und der klassische Qualitätsjournalismus mit Recherche, Quellenprüfung und dem Ringen um Objektivität bleibe tragfähig. Jung dagegen sieht ein inhaltliches Versagen bei großen Themen wie Klima, Gaza und Ungleichheit. Er versteht Journalismus durchaus als Aktivismus für Wahrheit und Demokratie.

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4. Verbindung, Vertrauen und Einfluss der KI – die ersten Lokalmedientage
(thisismedianow.podigee.io, Lukas Schöne, Audio: 15:18 Minuten)
Die Sonderfolge von “This is Media Now” blickt auf die ersten Lokalmedientage in Nürnberg. Im Zentrum steht die Frage, wie lokale Medien Nähe und Vertrauen zum Publikum aufbauen können. Als größte Herausforderung gelte die Künstliche Intelligenz: Menschen würden Antworten zunehmend bei Chatbots suchen, der Traffic der Medienhäuser breche ein, zugleich zeichne sich gerade bei Jüngeren eine digitale Müdigkeit ab. Dagegen könnten lokale Medien mit Echtheit und Ansprechbarkeit punkten.

5. Was macht Journalismus im KI-Zeitalter noch aus?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 24:56 Minuten)
Holger Klein unterhält sich im “Übermedien”-Podcast mit Techjournalist und KI-Spezialist Georg Schmalzried über die “Grenze zwischen legitimem und verwerflichem Einsatz von KI-Tools im Journalismus”: “Was macht Journalismus eigentlich im KI-Zeitalter noch aus? Reicht es, eigene Recherchen oder Gedanken in ein Sprachmodell einzugeben? Oder ist so etwas wie direkte Autorenschaft ein zwingendes Kriterium journalistischen Arbeitens?”

6. Mikrofon, Emotion, Gänsehaut: Die Kunst des Stadionsprechers
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 23:02 Minuten)
Im Gespräch mit Christian Jakubetz erzählt Peter Schnettler von seinem Beruf als Stadionsprecher. Seit fast 30 Jahren begleite er die Heimspiele des Eishockeyteams Straubing Tigers am Mikrofon. Es gehe dabei um die Kunst, ein Publikum zu begeistern und Stimmung zu steuern, ohne sie zu erzwingen, und darum, professionell zu bleiben, während man selbst mitfiebere. Schnettler blickt zudem auf seinen Weg zurück, der ihn vom Fanclub-Gründer über die Fachzeitschrift “Eishockey News” bis zum Stadionsprecher in der Deutschen Eishockey Liga geführt habe.

“Digital News Report”, Fahrraddemo gegen “Apollo News”, DW-Kürzungen

1. 8 Learnings aus dem Reuters Digital News Report 2026
(socialmediawatchblog.de, Martin Fehrensen)
Martin Fehrensen ordnet den “Digital News Report 2026” (weltweit, deutsch) des Reuters Institute ein und hebt hervor, wie sehr Deutschland vom globalen Trend abweiche: Das Vertrauen in Nachrichten bleibe stabil und lineares Fernsehen ungewöhnlich stark. KI-Chatbots und News-Creator würden als Nachrichtenquelle kaum eine Rolle spielen. Weltweit seien Soziale Medien dagegen erstmals zur wichtigsten Nachrichtenquelle geworden.

2. Umgezogenes Problem
(taz.de, Erik Peter)
Wie Erik Peter in der “taz” berichtet, sei das neurechte Portal “Apollo News” nach Berlin-Kreuzberg gezogen, wo bereits Julian Reichelts “Nius” sitze. Dagegen wollen antifaschistische Initiativen um das Bündnis “Apollo Nö” am Samstag mit einer Fahrraddemo protestieren. Die Demo solle über “Apollo News” aufklären, das sich der Themenfelder der Neuen Rechten bediene und in Ergänzung zu “Nius” ein jüngeres, wirtschaftslibertäres Publikum ansprechen wolle.

3. “Mei­nungs­f­rei­heit heißt nicht, dass ich wahllos Men­schen mundtot machen darf”
(lto.de, Hanna E. Weißer)
Bei “Legal Tribune Online” erklärt Josephine Ballon, Co-Geschäftsführerin der Organisation HateAid, warum sich Betroffenenrechte gegen digitale Gewalt so schwer durchsetzen lassen. Meldungen würden bei den Plattformen oft versanden. Die rechtliche Durchsetzung sei zudem teuer und langwierig. Schnelles Löschen sei trotzdem wichtig: Mehr als die Hälfte der Internetnutzerinnen und -nutzer traue sich aus Angst vor digitaler Gewalt nicht mehr, politisch Stellung zu beziehen.

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4. DW-Verwaltungsrat warnt vor weiterer Etat-Kürzung
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Nachdem die Bundesregierung den Etat der Deutschen Welle (DW) für 2026 kurzfristig um zehn Millionen Euro gekürzt habe, befürchte der DW-Verwaltungsrat für 2027 einen weiteren Einschnitt. Zusammen mit Sparmaßnahmen von 2024 müsse die DW binnen drei Jahren rund ein Zehntel ihrer Ausgaben streichen, vor allem bei Personal und Investitionen. Das gefährde den gesetzlichen Auftrag, so der Verwaltungsratsvorsitzende Achim Dercks.

5. Hanna Reifgerst und Anne Schultka (Akademie für Kindermedien)
(wiesoweshalbwarum, Thomas Hartmann, Audio: 1:42:36 Stunden)
Hanna Reifgerst und Anne Schultka übernehmen ab diesem Sommer gemeinsam die Studienleitung der Akademie für Kindermedien (AKM). Im Gespräch mit Kindermedien-Podcaster Thomas Hartmann geht es um die Pläne der beiden, um Kriterien für hochwertige Kindermedien und um die Frage, warum das AKM-Angebot unverzichtbar sei.

6. Mit dem Wegzug des S.-Fischer-Verlags wird Frankfurt endgültig zur Provinz
(fr.de, Leo Fischer)
In seiner satirischen Kolumne nimmt Leo Fischer, Autor und früherer “Titanic”-Chefredakteur, den Umzug des S. Fischer Verlags von Frankfurt am Main nach Berlin zum Anlass für eine Abrechnung mit der Kulturpolitik der Stadt. Der Verlag von Stefan Zweig, Thomas Mann und Franz Kafka ziehe wie zuvor Suhrkamp in die Hauptstadt. Mit beißendem Spott hält Fischer Frankfurt vor, sich seiner Kulturszene zu schämen und sich auf Fußball, Apfelwein und Grüne Soße zu reduzieren.

ZDF gibt Unterlassungserklärung ab, Falschbehauptung, Palantir-Klage

1. ZDF gibt Unterlassungserklärung ab und kürzt Anmoderation
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Das ZDF habe eine von Elon Musk über eine deutsche Anwaltskanzlei geforderte Unterlassungserklärung abgegeben und eine Passage der Sendung “ZDFheute live” vom 12. Juni aus der Mediathek entfernt. Die Moderatorin habe in ihrer Anmoderation behauptet, Musk habe zur “Jagd auf Migranten” aufgerufen. Tatsächlich habe Musk einen Beitrag des britischen Rechtsextremisten Tommy Robinson geteilt und zu Protest aufgerufen, nicht aber zu Gewalt gegen Migrantinnen und Migranten. Das ZDF habe eingeräumt, die Formulierung sei “unpräzise und dadurch missverständlich” gewesen.

2. Einstweilige Verfügung gegen DIE WELT: Gericht untersagt Falschbehauptung
(correctiv.org)
Das Landgericht Hamburg habe eine einstweilige Verfügung zugunsten von “Correctiv” gegen die Axel Springer Deutschland GmbH erlassen, teilt “Correctiv” in eigener Sache mit. Dabei gehe es um einen “Welt”-Kommentar von Andreas Rosenfelder, in dem dieser behauptet habe, “Correctiv” hätte sich für eine Recherche mit der Bundesregierung und dem Verfassungsschutz abgestimmt. Das Gericht habe die weitere Verbreitung dieser falschen Behauptung untersagt.

3. “Die Republik” setzt sich gegen Palantir durch
(netzpolitik.org, Constanze Kurz)
Constanze Kurz berichtet, dass das Handelsgericht des Kantons Zürich bei 22 von 23 Gegendarstellungsforderungen des US-Konzerns Palantir zugunsten des Schweizer Onlinemagazins “Die Republik” entschieden habe. Anlass sei eine Recherche der “Republik” zusammen mit dem WAV-Recherchekollektiv über Palantirs jahrelanges Lobbying bei Schweizer Behörden, in der auch eine interne Bewertung des Schweizer Militärs offengelegt worden sei. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig.

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4. Globale Netzwerke, kooperative Forschung: Erfahrungen des Erich-Brost-Instituts für internationalen Journalismus
(de.ejo-online.eu, Susanne Fengler & Michel Leroy & Dominik Speck & Merle Van Berkum & Richard Brandt)
Ein Autorenteam des Erich-Brost-Instituts für internationalen Journalismus an der TU Dortmund reflektiert über mehrere transnationale Forschungs- und Ausbildungsprojekte, darunter vergleichende Studien zur Medienverantwortlichkeit in 44 Ländern und zur Migrationsberichterstattung in Europa und Afrika. Zentrale Herausforderungen seien Asymmetrien bei Ressourcen, Sprache und epistemischer Autorität sowie die Gefahr, westliche Perspektiven zu universalisieren.

5. Neue Aufgaben im Community-Management
(verdi.de, Bärbel Röben)
Bärbel Röben beschreibt die wachsenden Anforderungen an das Community-Management in Medienhäusern. Die “Neuen deutschen Medienmacher*innen” (“NdM”) kritisieren, dass die Arbeit der Community-Managerinnen und -Manager in vielen Redaktionen nicht als vollwertiger journalistischer Beruf anerkannt werde, obwohl die Teams täglich Tausende Kommentare sichten und Hass sowie Desinformation herausfiltern müssten. Laut Interviews mit Community-Redaktionen stammen 74 Prozent der Hasskommentare von rechten Akteurinnen und Akteuren. Die “NdM” fordern unter anderem, Community-Management als Teil der publizistischen Verantwortung zu betrachten.

6. ORF.at soll von Österreichs Medien gemeinsam betrieben werden, schlagen Raiffeisen und Industrie vor
(derstandard.at, Harald Fidler)
Harald Fidler berichtet über ein Strategiepapier von Raiffeisen und Industriellenvereinigung, laut dem die bislang öffentlich-rechtliche Nachrichtenseite ORF.at in eine eigenständige Gesellschaft ausgegliedert und zu einer gemeinsamen Plattform österreichischer Medien gemacht werden solle. Als Vorbild diene die genossenschaftlich organisierte Nachrichtenagentur APA. Private Medieninhalte könnten auf der reichweitenstarken Seite präsentiert und dort oder auf den eigenen Angeboten vermarktet werden.

KW 24/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Die Wahrheit über die Öffentlich-Rechtlichen
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 26:18 Minuten)
Mats Schönauer hat sich von verschiedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ARD, ZDF, Deutschlandradio und “Funk” berichten lassen, wie es hinter den Kulissen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ÖRR) zugeht. Kritisiert würden vor allem Bürokratie, langsame Entscheidungswege, veraltete Strukturen und unklare Zuständigkeiten. Der ÖRR werde von innen nicht grundsätzlich in Frage gestellt, aber als schwerfällige, reformbedürftige Institution beschrieben. Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

2. KI urteilt über Journalismus – wer steckt hinter Objection?
(ndr.de, Lisa Beusch, Video: 20:38 Minuten)
Das Medienmagazin “Zapp” beschäftigt sich mit dem Start-up “Objection” aus den USA, das mit KI-gestützten Urteilen gegen angeblich falsche Berichterstattung vorgehen wolle. “Objection” verspreche, Medienberichte öffentlich zu prüfen, Belege zu sammeln und per KI ein Urteil zu fällen. Kritisiert wird daran vor allem die Gefahr für Quellenschutz, Privatsphäre und investigative Recherchen. Das Start-up wirke wie ein Instrument, mit dem Reiche und Mächtige Redaktionen unter Druck setzen könnten.

3. Das finanzierte Clownfiasko (mit Johannes Franzen)
(hakendran.podigee.io, Gavin Karlmeier, Audio: 1:13:23 Stunden)
Bei “Haken dran” spricht Gavin Karlmeier mit Johannes Franzen über die Macht großer Tech-Plattformen und deren Eigentümer. Ausgangspunkt sind Elon Musk, X und der SpaceX-Börsengang. Musk sei ein reichweitenstarker Akteur, der rechte Mobilisierung verstärke und X als politische Verstärkeranlage nutze. Weitere Themen der Folge sind Deepfake-Klagen gegen X, Sicherheitsprobleme bei xAI/Grok, Metas zurückgefahrene Moderation und die Frage, ob Plattformen mehr Verantwortung übernehmen müssen.

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4. “Lasst uns doch einfach mal die Expertinnen und Experten weglassen”
(uebermedien.de, Annika Schneider, Audio: 50:35 Stunden)
Bei “Nice & Nötig”, eine Podcast von “Übermedien”, hat Annika Schneider Ellen Heinrichs, Gründerin und Geschäftsführerin des Bonn Institutes, zu Gast. Das Gespräch dreht sich um das vom Bonn Institute entwickelte Dialogspiel “Eine Stunde reden” und die Frage: “Wie können wir einander wieder besser zuhören und konstruktiv mit Meinungsverschiedenheiten umgehen?”

5. Wie kommt der ORF aus der Krise, Leonard Dobusch?
(ardsounds.de, Linus Lüring, Audio: 25:30 Minuten)
Nach langem Ringen habe sich der öffentlich-rechtliche ORF auf einen neuen Generaldirektor geeinigt. Linus Lüring hat sich dazu bei “BR24 Medien” mit Leonhard Dobusch ausgetauscht, Mitglied des ORF-Stiftungsrats und BWL-Professor an der Universität Innsbruck: “Kann der neue ORF-Chef Clemens Pig den ORF aus der Krise führen? Was sind die drängendsten Aufgaben? Und warum sind ‘Freundeskreise’ ein Problem?”

6. Family Influencing: Kinderdarstellungen auf Instagram, TikTok und YouTube
(leibniz-hbi.de, Kristina Kobrow, Audio: 48:19 Minuten)
Der “BredowCast” stellt eine Studie des Hans-Bredow-Instituts zu Family Influencing auf Instagram, TikTok und YouTube vor. Untersucht wurden rund 360 deutschsprachige Profile und über 10.000 Posts mit Babys und Kindern bis fünf Jahren. Das Ergebnis falle differenzierter aus, als die öffentliche Debatte nahelege: Die meisten Eltern würden ihre Kinder zurückhaltend zeigen oder sie unkenntlich machen. Kritisch werde es jedoch dort, wo wirtschaftliche Interessen der Eltern mit den Persönlichkeitsrechten der Kinder kollidieren.

Face­book löscht zu langsam, Prebunking, “Goldener Spatz”

1. Soziale Medien: Nutzen und Risiken aus Sicht von Jugendlichen und Erwachsenen
(bpb.de)
Die Bundeszentrale für politische Bildung hat Daten des ifo-Bildungsbarometers 2025 zur Social-Media-Nutzung von Jugendlichen ausgewertet. Befragt wurden Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren sowie Erwachsene. Beide Gruppen sähen Soziale Medien überwiegend kritisch, Jugendliche aber etwas positiver als Erwachsene. Social Media gelte für viele als Risiko, sei für junge Menschen aber zugleich ein wichtiger Informations-, Sozial- und Identitätsraum.

2. Face­book löscht zu langsam
(lto.de)
Das Landgericht Frankfurt habe ein Ordnungsgeld in Höhe von 100.000 Euro gegen den Social-Media-Konzern Meta verhängt, da Facebook gerichtliche Löschanordnungen zu langsam umgesetzt habe. Hintergrund seien falsche Vorwürfe gegen einen Soldaten im Gazastreifen, der auf Facebook mit Klarnamen und Foto als Kriegsverbrecher bezeichnet worden sei. Obwohl Meta die Verbreitung untersagt wurde, seien die Beiträge noch lange Zeit online geblieben. Die Entscheidung sei noch nicht rechtskräftig.

3. Vor Desinformation schützen
(verdi.de)
Die Initiative “Prebunking Elections” von dpa, dem Verein Medienebene sowie der Günter-Holland-Journalistenschule wolle Desinformation zu Landtagswahlen nicht erst nachträglich widerlegen, sondern Menschen frühzeitig gegen typische Muster und Narrative von Falschbehauptungen sensibilisieren. Im Mittelpunkt stünden niedrigschwellige Kurzvideos für Social Media, etwa zur Erkennung von KI-generierten Bildern und Videos. Ergänzt werde die Kampagne durch lokale Formate. Dort könnten junge Menschen mit Journalistinnen und Journalisten über Desinformation und Faktenchecks sprechen.

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4. “Nius” wehrt sich juristisch gegen Werbestopp der BVG
(turi2.de, Björn Czieslik)
Wie “turi2” unter Berufung auf die “FAZ” (nur mit Abo lesbar) berichtet, gehe das rechtspopulistische Portal “Nius” juristisch gegen die Berliner Verkehrsbetriebe und die Werbefirma Wall vor. Hintergrund sei der Werbestopp für eine “Nius”-Kampagne, der nach einem Social-Media-Beitrag von Chefredakteur Julian Reichelt veranlasst worden sei. Der “Nius”-Anwalt habe darauf verwiesen, dass der Beitrag satirisch gemeint sei und unter die Meinungsfreiheit falle.

5. Zwischen FIFA, Politik und Fans: Wie Medien über die WM berichten
(ardsounds.de, Sophie Morár, Audio: 27:06 Minuten)
“Wie entsteht eigentlich das Bild, das wir von dieser Fußball-WM haben? Und lässt sich Sportberichterstattung von Politik trennen?” Darüber spricht Sophie Morár bei “BR24 Medien” mit ARD‑Reporter Holger Dahl, ARD‑Programmchef Thomas Wehrle und dem Sportpublizisten Marcus Bölz.

6. Die Welt für Kinder etwas fairer machen
(tagesschau.de, Lars Meyer)
Lars Meyer stellt das Kinder-Medien-Festival “Goldener Spatz” als zentrale Plattform für deutschsprachige Kindermedien vor. Das Festival, 1979 in der DDR gegründet, verbinde Filmprogramm, Branchenangebote und Medienpädagogik. Besonders sei, dass die wichtigsten Preise nicht von Erwachsenen, sondern von einer Kinderjury vergeben werden. Inhaltlich stehe diesmal die Frage im Zentrum, wie Kinder stärker an Gesellschaft teilhaben können.

KW 23/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Regierungskrise in Deutschland: Übertreiben die Medien?
(ndr.de, Lea Eichhorn & Konstanze Mastarowitz, Video: 21:18 Minuten)
Das NDR-Medienmagazin “Zapp” fragt, ob Medien politische Konflikte zu stark als Dauerkrise erzählen. Am Beispiel der aktuellen Koalition zeigen Journalisten wie Robin Alexander und Christian Teevs, warum Streit, Machtfragen und knappe Mehrheiten aus ihrer Sicht berichtenswert sind. Zugleich kritisieren Stimmen wie Steffen Hebestreit, Ricarda Lang und Victoria Reichelt, dass Politikberichterstattung oft wie Sportberichterstattung funktioniere: Wer gewinnt, wer verliert, wer setzt sich durch? Dadurch würden Inhalte, konkrete Folgen und Lösungen in den Hintergrund geraten.

2. BRAVO – Headlines, Hypes und Herzschmerz
(ardmediathek.de, Mariska Lief, Video: drei Folgen je zwischen 30 und 33 Minuten)
Die ARD-Dokuserie “BRAVO – Headlines, Hypes und Herzschmerz” erzählt die Geschichte der “Bravo” von ihrer Hochphase Anfang der 1990er bis zum Bedeutungsverlust im Internet. Das Magazin sei damals ein zentrales Jugendmedium gewesen. Es habe Stars großgemacht und Fankultur, Körperbilder, Liebesvorstellungen und sexuelle Aufklärung geprägt. Verschiedene Prominente berichten, wie “Bravo” Karrieren beförderte, aber auch Druck erzeugte und Idole verschliss.

3. Wer bestimmt, was wir sehen? Social Media und Macht – Gavin Karlmeier
(ndr.de, Norbert Grundei, Audio: 1:08:18 Stunden)
Norbert Grundei spricht mit dem Journalisten und Digitalberater Gavin Karlmeier über den Wandel von Social Media. Aus den früheren vernetzten Freundesplattformen seien KI-gestützte Aufmerksamkeits- und Entertainmentmaschinen geworden. Karlmeier erklärt, warum klassische Soziale Netzwerke im engeren Sinne “eigentlich tot” seien und wie Plattformen heute bestimmen, welche Inhalte sichtbar werden.
Weiterer Gucktipp: Der “6-vor-9”-Kurator war bei Karlmeiers Videopodcast über Social Media “Haken dran” zu Gast. In dem Gespräch geht es um gehackte Instagram-Konten, Identitätsdiebstahl und die Frage, warum es 100 Euro kostet, wenn man Friedrich Merz auf Facebook einen “Lackaffen” nennt (youtube.com, Video: 1:01:39 Stunden).

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4. Redaktion und Reklame: Der Ärger um Schleichwerbung
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 35:59 Minuten)
Die “Medienversteher” behandeln das journalistische Trennungsgebot: Redaktionelle Inhalte müssen klar von Werbung, PR und bezahlten Botschaften unterscheidbar sein. Tanjev Schultz und Markus Wolsiffer erklären, warum diese Trennung zentral für die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit des Journalismus sei und warum sie heute immer stärker unter Druck gerate. Beispiele sind Schleichwerbung, Advertorials, Native Advertising, Product Placement, Affiliate-Links und vor allem Host-Read-Ads in Podcasts.

5. Aktivismus vs. Journalismus: Wo ist die Grenze?
(youtube.com, Markus Lanz & Richard David Precht, Video: 55:02 Minuten)
Markus Lanz und Richard David Precht sprechen über die Grenze zwischen Journalismus und Aktivismus. Ausgangspunkt ist das viel diskutierte Höcke-Interview im Podcast “Ungeskriptet”, an dem die beiden die Frage verhandeln, ob Medien AfD-Politiker ausgrenzen oder kritisch stellen sollten. Precht unterscheidet zwischen freien Gesprächsformaten, die auch unkritisch sein dürfen, und journalistischen Formaten, die harte Nachfragen leisten müssen. Außerdem geht es um den Wandel des Journalismus: weg von anzeigenfinanzierten Medienmarken, hin zu leserfinanzierten Communitys und aktivistischen Formaten.

6. Deutscher Schauspieler in Marvel, Wes Anderson & Co. – warum kennt den keiner?
(youtube.com, Charles Rettinghaus, Video: 58:34 Minuten)
Im Podcast “Hollywoodgeflüster” spricht Charles Rettinghaus mit Schauspieler, Synchronsprecher und Musiker Milton Welsh. Es geht um Welshs Weg über Theater, Schauspielschule und internationale Drehs bis in die Synchronarbeit. Welsh erzählt von Bühnenpannen, Method Acting, Dreharbeiten mit Wes Anderson bei “Grand Budapest Hotel” und vielem mehr aus seinem Schauspielleben.

Aus für Cosmo, Probleme des Einzelfalls, Hochkant-Hype

1. Die ARD macht schon jetzt die Medienpolitik der AfD
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Bei netzpolitik.org kommentiert Markus Reuter das Aus für den WDR-Radiosender Cosmo: “Die Abschaffung des mehrsprachigen Cosmo Radio ist eine demokratische Bankrotterklärung. Wir erleben hier eine öffentlich-rechtliche Medienpolitik, die schon heute vor den Rechtsradikalen kuscht und die braune politische Agenda in vorauseilendem Gehorsam umsetzt.”
Weiterer Lesetipp: In einer Stellungnahme (PDF) wenden sich die “Neuen deutschen Medienmacher:innen” an Rundfunkräte und Politik: “Stoppen Sie diesen Kahlschlag! Wiederholen Sie nicht den historischen Fehler von 2008, als der rbb mit dem Aus von Radiomultikulti eine tragende Säule der Vielfalt opferte. Sparzwänge rechtfertigen kein Demokratiedefizit.”

2. ver.di ruft beim WDR zum Warnstreik au
(verdi.de)
Verdi kündigt einen Warnstreik beim WDR vor der fünften Tarifrunde am 9. Juni an. Die Gewerkschaft kritisiert, dass die Arbeitgeberseite bislang kein ausreichendes Angebot vorgelegt habe. Verdi fordert 7 Prozent mehr Gehalt, Sonderzahlungen und Honorare, für Festangestellte mindestens 300 Euro monatlich, außerdem 200 Euro mehr Ausbildungsvergütung bei zwölf Monaten Laufzeit. Mit einem “Streikfrühstück” und einer Kundgebung in Köln wolle man den Druck auf den öffentlich-rechtlichen Sender vor der nächsten Verhandlungsrunde erhöhen.

3. Wenn Beispiele die Berichterstattung verzerren
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 28:03 Minuten)
Im Deutschlandfunk-Podcast “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, wie Beispiele die Berichterstattung prägen, aber auch verzerren können. Über strukturelle Missstände werde oft anhand einzelner Geschichten berichtet. Das könne Probleme anschaulich machen, aber auch den Blick aufs Ganze verengen. Wo Einzelfälle im Journalismus helfen und wo sie in die Irre führen – darüber diskutieren Anna Mayr (“Zeit”) und Martin Schmidt (RTL) mit Deutschlandfunk-Moderator Stephan Beuting.

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4. Die Zeit von Social Media ist vorbei
(flurfunk-dresden.de, Peter Stawowy)
Peter Stawowy argumentiert, dass die große Zeit von Social Media vorbei sei, vor allem für öffentliche Verwaltungen und demokratische Institutionen. Verwaltungen sollten prüfen, ob Aufwand, Reichweite und demokratischer Nutzen noch zusammenpassen. Die zentrale Frage sei: Dienen Soziale Netzwerke noch verlässlicher öffentlicher Kommunikation? Oder beschädigen sie inzwischen genau das Vertrauen, das Institutionen herstellen sollen?

5. “Mechanik kaum verstanden”: Die Produzenten und der Hochkant-Hype
(dwdl.de, Torsten Zarges)
Torsten Zarges beschreibt, wie die deutsche Produktionsbranche auf den Vertical-Drama-Trend reagiert. China und die USA hätten bereits Plattformen und Monetarisierung aufgebaut, in Deutschland fehle bislang eine dominante App oder eine lokale Infrastruktur. Die Branche diskutiere das Phänomen Vertical Drama zudem oft noch als Content-Trend, obwohl es eigentlich um Plattformlogik, Distribution und Themen wie das Vertical Storytelling gehe.

6. Wie politisch sollte die WM-Berichterstattung sein?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 24:49 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit Sportjournalist Ronny Blaschke über die Berichterstattung zur anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft: “Wie finden Medien die richtige Balance zwischen klassischen Spielberichten und politischen Recherchen zu dem Großereignis? Begegnen sich Sport- und Politikjournalisten in den Redaktionen auf Augenhöhe? Und welchen Gefahren sind Journalisten weltweit ausgesetzt, die zu problematischen Verflechtungen im Sport recherchieren?”

Weimer akzeptiert Urteil, Wenders zieht zurück, Poli­ti­ker­be­lei­di­gung

1. Extremismus-Vorwurf gegen Buchhandlung: Weimer akzeptiert Urteil
(br.de, Ulrich Möller-Arnsberg)
Wolfram Weimer habe den Gerichtsbeschluss im Streit mit der Berliner Buchhandlung “Zur schwankenden Weltkugel” akzeptiert. Der Kulturstaatsminister habe keine Rechtsmittel eingelegt und dürfe die Betreiberinnen des Ladens damit bis zur Hauptsacheentscheidung nicht erneut als “politische Extremisten” bezeichnen. Hintergrund sei der Ausschluss mehrerer Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis wegen angeblicher “verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse”, die öffentlich bislang nicht konkret benannt worden seien. Das Verwaltungsgericht Berlin sehe durch Weimers Äußerung das Persönlichkeitsrecht der Buchhändlerinnen verletzt. Die betroffenen Läden würden nun Aufklärung darüber verlangen, wer wann und warum in die Preisvergabe eingegriffen hat.

2. Wim Wenders zieht seinen Film »Falsche Bewegung« vorerst zurück
(spiegel.de)
Regisseur Wim Wenders ziehe seinen Film “Falsche Bewegung” nach der Kritik von Nastassja Kinski vorerst aus allen aktuellen Auswertungsformen zurück. Streaming-, TV- und Vertriebspartner sollen den Film nicht mehr öffentlich zugänglich machen. Der Grund für diesen Schritt sei eine Szene des Films von 1975, in der die damals 13-jährige Kinski mit nacktem Oberkörper zu sehen ist und deren Entfernung sie seit Jahren fordert. Wenders habe Kinski nun ausdrücklich “ohne Wenn und Aber” um Entschuldigung gebeten und erklärt, sie hätte damals besser geschützt werden müssen. Der Film solle erst wieder freigegeben werden, wenn es eine breitere Debatte über den Umgang mit problematischem Filmerbe und eine einvernehmliche Lösung mit Kinski gebe.

3. WDR-Rundfunkrat stimmt Reform der jungen Wellen mit knapper Mehrheit zu
(radiowoche.de, Stephan Munder)
Der WDR-Rundfunkrat habe der umstrittenen Reform der jungen Radiowellen knapp zugestimmt. Kontrovers sei die Umwandlung des Senders Cosmo in 1Live Street, das sich künftig mit der weltweiten Hip-Hop-Kultur beschäftigen und so eine urbane, diverse Zielgruppe zwischen 20 und 29 Jahren ansprechen solle. Kritiker würden fürchten, dass der WDR damit den interkulturellen Auftrag von Cosmo verengt und ältere Hörerinnen und Hörer mit internationaler Biografie verliert.
Weiterer Lesetipp: Beim “Tagesspiegel” kommentiert Nadine Lange: “Die Cosmo-Einstellung sendet das fatale Signal, dass das Thema Vielfalt in Zeiten klammer Kassen hinten angestellt werden kann. Das ist ein kolossaler Irrtum, denn die Diversität der deutschen Gesellschaft nimmt immer weiter zu. Dem muss ein öffentlich-rechtliches Radioprogramm wahrnehmbar Rechnung tragen – und sich nicht schnöde verkrümeln, wenn der Wind immer strammer von rechts weht.”

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4. Medien verlieren zig Millionen Klicks durch die KI-Suche
(medientage.de, Petra Schwegler)
Petra Schwegler beschreibt, wie KI-Suchergebnisse den Traffic deutscher Medien massiv verändern. Durch Googles AI Overviews und andere Antwortmaschinen wie SearchGPT oder Perplexity würden Nutzerinnen und Nutzer immer häufiger direkte Antworten erhalten, ohne zusätzlich auf journalistische Websites zu klicken. Deutsche Internetseiten verlören monatlich rund 250 Millionen Klicks. Besonders betroffen seien Wikipedia, Gesundheitsseiten und Ratgeberangebote. Schwegler ordnet diese Entwicklung als strukturelles Medienproblem ein: Plattformen würden von journalistischen Inhalten profitieren, entzögen ihnen aber Reichweite und Werbegeld.

5. Sachsen will Poli­ti­ker­be­lei­di­gung abschaffen
(lto.de)
“Legal Tribune Online” berichtet über einen Vorstoß aus Sachsen, den Straftatbestand der Politikerbeleidigung nach § 188 StGB (“Gegen Personen des politischen Lebens gerichtete Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung”) abzuschaffen oder deutlich zu begrenzen. Justizministerin Constanze Geiert halte einen besonderen strafrechtlichen Schutz für Politikerinnen und Politiker nicht für nötig und warne, dass politische Polemik nicht uferlos kriminalisiert werden dürfe. Hintergrund seien jüngste Verfahren wegen Bezeichnungen wie “Lackaffe” und “Lügenfritz” über Friedrich Merz oder das “Schwachkopf”-Meme gegen Robert Habeck. Sachsen wolle die Justizministerkonferenz auffordern, nicht nur § 188 StGB, sondern die Beleidigungsdelikte insgesamt zu reformieren.

6. Never gonna give you up
(digitalpolitik.de)
Markus Beckedahl zieht Bilanz zur re:publica 2026, bei der sein Team ein riesiges Programm mit über 1.200 Sprecherinnen und Sprechern auf 27 Bühnen organisiert habe. Er verweist auf das Videoarchiv als wachsende Wissenssammlung und hebt seine eigenen Beiträge hervor: eine Keynote zu digitaler Souveränität, ein Gespräch mit Digitalminister Karsten Wildberger und ein Interview mit Henning Besser von der Band Deichkind über Kreativität und Inszenierung.

7. CDU-Politiker lassen Gastbeitrag in der Welt von KI schreiben
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 5:15 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Der “6-vor-9”-Kurator kritisiert den mutmaßlich KI-generierten “Welt”-Gastbeitrag der CDU-Ministerpräsidenten Mario Voigt und Sven Schulze zur deutschsprachigen Musik im Radio. Er macht dies an typischen KI-Stilmerkmalen fest: bedeutungsschwere Dreierformeln, Negationssätze nach dem Muster “Es ist nicht X. Es ist Y.” und das pathetische Kurzsatz-Finale. Die eigentliche Pointe: Zwei Politiker fordern mehr Wertschätzung für deutsche Stimmen und Sprache, liefern aber offenbar einen Text ohne erkennbare eigene Stimme.

Fast 400 Autoren “geklaut”, “Nius”-Werbung, Investigativ wird riskanter

1. Fake-Redaktion der “Ostdeutschen Allgemeinen”: Fast 400 Autoren “geklaut”
(volksverpetzer.de, Matthias Meisner)
Matthias Meisner kritisiert die “Ostdeutsche Allgemeine Zeitung” (“OAZ”) von Verleger Holger Friedrich wegen einer offenbar falschen Autoren- und Redaktionsliste. Zum 100-Tage-Jubiläum der “OAZ” seien auf deren Website mehr als 400 Personen als Teil der “Redaktion” aufgetaucht, obwohl viele noch nie für das Medium geschrieben hätten. Die “OAZ” habe von einem “technischen Fehler” gesprochen und die Liste später drastisch reduziert. Meisner deutet den Vorgang als Versuch, sich mit fremden Namen Seriosität zu verschaffen.

2. Weil wir Reichelt lieben
(taz.de, Lilly Schröder & Anna Simbürger)
Wie die “taz” berichtet, gibt es Proteste gegen “Nius”-Werbung in Berliner BVG-Verkehrsmitteln. “Nius” werbe dort für sich mit Anti-Öffentlich-Rechtlichen-Slogans. Gegen diese Form der Zusammenarbeit hätten sich nun Organisationen wie Campact, dju/Verdi und Initiativen wie “Springer raus aus der BVG” ausgesprochen. Die BVG verweise auf externe Vermarkter und rechtliche Prüfungen, räume aber ein, dass die Kampagne intern diskutiert worden sei.

3. Das sind die Preisträger*innen der RSF Press Freedom Awards 2026
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen würdigt die Preisträgerinnen und Preisträger der RSF Press Freedom Awards 2026, die beim World News Media Congress in Marseille verliehen wurden. Ausgezeichnet wurden Journalistinnen und Journalisten, die trotz Haft, Gewalt, Drohungen oder Exil weiter für unabhängige Berichterstattung kämpfen und stehen. Die Preise seien unter anderem an den in Myanmar inhaftierten Fotojournalisten Sai Zaw Thaike, den mosambikanischen Investigativjournalisten Carlitos Cadangue, die argentinische Journalistin Julia Mengolini, den verschwundenen guineischen Journalisten Habib Marouane Camara und den palästinensischen Fotografen Abdul Hakim Abu Riash gegangen.

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4. Investigatives wird riskanter
(kontextwochenzeitung.de)
In eigener Sache berichtet die “Kontext”-Redaktion über einen verlorenen Rechtsstreit gegen einen früheren AfD-Mitarbeiter aus dem rechtsextremen Umfeld. Dabei sei es um veröffentlichte Chatprotokolle gegangen, deren Authentizität frühere Gerichte für plausibel gehalten hätten. Das Oberlandesgericht Frankfurt habe die Beweislage jedoch anders bewertet und mehr Darlegungen zur Quelle verlangt. Weil “Kontext” aus Gründen des Informantenschutzes keine weiteren Angaben machen wollte, wurde die Zuordnung der Zitate untersagt und eine Entschädigung von 25.000 Euro zugesprochen. Der Bundesgerichtshof habe die Beschwerde dagegen nicht zugelassen, sodass das Urteil rechtskräftig sei. “Kontext” bilanziert: “Unserer Einschätzung nach verschiebt sich mit diesem Urteil etwas: Wenn allein die technische Möglichkeit einer Manipulation dazu führt, dass Gerichte mehr über Informantinnen und Informanten erfahren wollen, um die Authentizität festzustellen, gefährdet das den Quellenschutz. Für Redaktionen, die ihre Quellen schützen, kann es teuer werden. Investigativer Journalismus wird riskanter.”

5. Hacker bringen Meta-KI dazu, fremde Instagram-Accounts herauszugeben
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Markus Reuter berichtet über eine gravierende Sicherheitslücke beim KI-gestützten Support-Chatbot von Meta. Hacker hätten den Bot offenbar dazu bringen können, Verifikationscodes an neu angegebene Mailadressen zu schicken. Dadurch hätten sie fremde Instagram-Accounts übernehmen können. Betroffen gewesen seien unter anderem prominente Accounts wie das White-House-Profil von Barack Obama, aber auch normale Nutzerinnen und Nutzer. Meta habe die Lücke bestätigt und inzwischen geschlossen.

6. “Deutschland der Extreme” muss makuliert werden
(boersenblatt.net)
Das “Börsenblatt” meldet den Lieferstopp und Rückruf des Buches “Deutschland der Extreme” von “Stern”-Journalist Martin Debes. Der Buchhandel werde aufgefordert, keine Exemplare mehr zu verkaufen oder weiterzugeben, vorhandene Bestände sollen zurückgeschickt oder mit Nachweis vernichtet werden. Auslöser sei ein rechtliches Vorgehen der früheren AfD-Politikerin Frauke Petry, die über ihren Ehemann als Anwalt eine Unterlassungserklärung gefordert habe.

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