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BSW in “Wahlarena”, 11 Jahre nach Snowden, Bookstagram-Berühmtheit

1. BSW darf in die “Wahlarena”
(taz.de)
Vergangenen Freitag hatten wir in den “6 vor 9” unter Hinweis auf einen Artikel der “FAZ” geschrieben: “Das Verwaltungsgericht Köln hat entschieden, dass das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) nicht zur ARD-Sendung ‘Wahlarena 2024 Europa’ eingeladen werden muss, da der zuständige WDR das Recht habe, die Diskussionsteilnehmer selbst zu bestimmen.” Diese Entscheidung wurde nun vom Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen in Münster aufgehoben – das BSW darf in die “Wahlarena”.

2. 11 Jahre nach Snowden: Weiter systematische staatliche Verfolgung von Whistleblowern aus Militär und Geheimdiensten
(whistleblower-net.de)
Vor elf Jahren veröffentlichten die “Washington Post” und der “Guardian” Geheimdienstdokumente, die Edward Snowden zuvor Journalistinnen und Journalisten zugespielt hatte. Anlass für das “Whistleblower-Netzwerk”, an die damit verbundene Thematik zu erinnern und dabei auf eine Lücke im Whistleblower-Schutzgesetz hinzuweisen, die die Bereiche der nationalen Sicherheit und der Nachrichtendienste vom Anwendungsbereich des Gesetzes ausnimmt.

3. Verhaftet für die Wahrheit? Frankreichs Pressefreiheit unter Druck
(de.ejo-online.eu, Leon Müller & Theo Steinbach)
Leon Müller und Theo Steinbach sehen die Pressefreiheit in Frankreich auf vielfältige Weise geschwächt und gefährdet: “Rechtskonservative Milliardäre, wie Bolloré, versuchen, ein Medienimperium zu schaffen. Das Vertrauen in die Medien ist gering, während es häufiger zu Gewalt gegenüber Journalist:innen kommt. Zudem ist die Frage, in welchen Fällen Journalist:innen ausspioniert werden dürfen, nicht endgültig geklärt.”

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4. “Der Beruf des Journalisten hat an Glamour verloren”
(fachjournalist.de, Ulrike Bremm)
Beim “Fachjournalist” spricht Helene Endres, Leiterin des “Spiegel”-Ressorts Job und Karriere, über die Veränderungen und Herausforderungen im Journalismus, darunter die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie die Bedeutung von Diversität in Redaktionen. Sie betont, dass Arbeit ein zentraler Bestandteil der Identität ist und plädiert für flexible Arbeitsmodelle wie die Vier-Tage-Woche. Endres reflektiert auch über ihre eigene Karriere, den Wandel in der Medienbranche und die Notwendigkeit, journalistische Unabhängigkeit und ethische Standards zu wahren.

5. Wo bleibt das Sommerloch?
(freischreiber.de)
Im Juni-Newsletter des Berufsverbands freier Journalistinnen und Journalisten Freischreiber werden wichtige Entwicklungen in der Medienlandschaft zusammengefasst, Fortbildungen, Stipendien und Preise vorgestellt sowie kommende Veranstaltungen angekündigt.

6. Klaus Willbrand: Deutschlands berühmtester Bookstagrammer ist 82
(web.de, Isabella A. Caldart)
Isabella A. Caldart hat sich mit dem Social-Media-Phänomen Klaus Willbrand unterhalten: “Der 1941 geborene Antiquar aus Köln hat innerhalb von nur zwei Monaten über 23.000 Followerinnen und Follower auf TikTok und sogar über 63.000 auf Instagram gesammelt, was ihn zu einem der größten Bookstagrammer im deutschsprachigen Raum macht.”

Reklame für Klimakiller, Mediatheken rücken zusammen, Reichelts Strafe

1. Verstoß gegen den Medienstaatsvertrag: TV-Werbung oft für klimaschädliche Produkte
(riffreporter.de, Marianne Falck)
Die Otto-Brenner-Stiftung hat eine Studie über “Reklame für Klimakiller” veröffentlicht (PDF). Die “Riffreporter” haben sich die 70-seitige Analyse mit dem Untertitel “Wie Fernseh- und YouTube-Werbung den Medienstaatsvertrag verletzt” genauer angesehen und die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst. Und sie weisen auf die ordnungspolitischen Möglichkeiten hin, mit denen für mehr Klimaschutz gesorgt werden kann: “Nicht nur aus Sicht der Otto-Brenner-Stiftung gilt es, sie konsequent zu nutzen, um ein zeitnahes Umsteuern bei Unternehmen in Gang zu setzen.”

2. “Wer die Öffentlich-Rechtlichen bewahren will, muss sie grundlegend verändern”
(journalist.de, Jan Freitag)
Julia Jäkel, ehemalige Vorstandsvorsitzende von Gruner + Jahr, hat mit einer Kommission, dem sogenannten “Zukunftsrat”, über die Zukunft der öffentlich-rechtlichen Medien nachgedacht und Vorschläge erarbeitet (PDF). Die grundlegende Frage dabei: Was muss sich im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ändern? Und: Kann er gerettet werden? Jan Freitag hat Jäkel unter anderem dazu befragt. Er wollte auch wissen, wie man sich die Zusammenarbeit in dem achtköpfigen Gremium vorstellen muss. Jäkels Fazit: “Wer die Öffentlich-Rechtlichen bewahren will, muss sie grundlegend verändern”.

3. Streit mit Böhmermann: Reichelt muss 2.000 Euro zahlen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der Ex-“Bild”-Chefredakteur und jetzige Verantwortliche des rechten Krawallmediums “Nius”, Julian Reichelt, muss laut “DWDL” 2.000 Euro Ordnungsgeld zahlen, weil er im Streit mit dem ZDF-Satiriker Jan Böhmermann gegen eine einstweilige Verfügung verstoßen habe. Das Hanseatische Oberlandesgericht habe festgestellt, dass Reichelt in einem “Achtung-Reichelt!”-Video unter anderem die unwahre Behauptung verbreitet habe, eine Frau mit Verbindungen zum Innenministerium gehöre zur Redaktion des “ZDF Magazin Royale”.

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4. “Keine Einschnitte in die Honorare von Freien!”
(djv-nrw.de)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) in Nordrhein-Westfalen ruft alle festangestellten und arbeitnehmerähnlichen Journalistinnen und Journalisten sowie die Volontärinnen und Volontäre des WDR zu einem zweitägigen Warnstreik für gerechtere Honorare der Freien auf. DJV-NRW-Verhandlungsführer Volkmar Kah kritisiert den aktuellen Vorschlag des WDR: “Wenn sich an dem vorliegenden Vorschlag nichts ändert, wird es bei zahlreichen Honoraren enorme Verschlechterungen geben. Für einzelne Positionen sind Einkommensverluste bis zu 30 Prozent zu befürchten. Das ist mit uns nicht zu machen!”

5. Mediatheken rücken enger zusammen
(tagesschau.de)
Der Intendant des ZDF und der Vorsitzende der ARD haben eine engere Zusammenarbeit ihrer Mediatheken angekündigt. Die Kooperation, die ab dem ersten Quartal 2025 starten soll, sieht den Einsatz von Open-Source-Technologie vor, die auch von anderen Institutionen genutzt werden könne. “Wir geben der Gesellschaft damit etwas zurück, wofür sie uns auch bezahlt hat”, so ZDF-Chef Norbert Himmler. Die Kosten dafür würden aus dem laufenden Betrieb finanziert.

6. Kurznachrichtendienst: Jack Dorsey kehrt Bluesky den Rücken
(heise.de, Martin Holland)
Wie Martin Holland bei “Heise” berichtet, hat Twitter-Erfinder und Bluesky-Gründer Jack Dorsey seinen Vorstandsposten bei Bluesky aufgegeben und seinen dortigen Account gelöscht. Die Plattform habe die Trennung bestätigt und suche nun einen Nachfolger für Dorsey im Vorstand. Warum Jack Dorsey sich von der Twitter-Alternative getrennt habe, sei nicht bekannt.

Trends und Meta-Trends, Männliche Genies, Schmierentheater

1. Jahresausblicke 2024 zusammengefasst: Diese 8 Trends werden wichtig
(konradweber.ch)
Konrad Weber hat sich durch zahlreiche Trendberichte und Ausblicke der Medien- und Kommunikationsbranche gearbeitet und daraus acht “Meta-Trends” abgeleitet. Auch Thomas Knüwer hat in die Zukunft geblickt und präsentiert seine “glaskugeligen Kaffeesatzlesereien”. Bei “OMR” fasst Roland Eisenbrand zusammen, “was Tech-Vordenker*innen für dieses Jahr vorhersagen”. Und im “Doppelgänger”-Podcast sprechen die Tech-Talker Philipp Glöckler und Philipp Klöckner über “unsere Predictions 2024” (doppelgaenger.io Audio: 1:43:50 Stunden).

2. Wie sich die “New York Times” in die rechte Kampagne gegen Claudine Gay einspannen ließ
(uebermedien.de, Adrian Daub)
Adrian Daub kommentiert bei “Übermedien” eine Medienkampagne des konservativen Aktivisten Chris Rufo gegen Claudine Gay, die inzwischen ehemalige Präsidentin der Universität Harvard. Dabei weist er auf die seiner Ansicht nach vorgetäuschte Ahnungslosigkeit vieler Medien hin: “Es handelt sich um eine Medienkampagne auf der Metaebene: Alle wissen, dass es eine Medienkampagne ist, keiner versucht das zu verstecken. Wenn überhaupt jemand in diesem Schmierentheater ahnungslos agiert, dann die Medien selber.”

3. Beitragsdebatte: Was kosten ARD, ZDF & Co.?
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg)
Der Rundfunkbeitrag von derzeit 18,36 Euro für die öffentlich-rechtlichen Sender wie ARD und ZDF soll nach einer Empfehlung der unabhängigen Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten auf 18,94 Euro steigen. Damit einher geht eine intensive Diskussion über den Finanzbedarf und die Kosten der Öffentlich-Rechtlichen. Während sich einige Bundesländer wie Niedersachsen, Bayern und Berlin gegen eine Erhöhung der Gebühr aussprächen, argumentiere ZDF-Intendant Norbert Himmler, dass bereits die aktuelle Anmeldung des Finanzbedarfs des ZDF ein reales Minus darstelle und die vorgeschlagene Erhöhung “sehr maßvoll” sei.

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4. Danke für Ihr Interesse und Ihre Wertschätzung!
(buchreport.de, Lena Scherer & Thomas Wilking)
Der “Buchreport”-Verlag Harenberg hat seinen Betrieb zum Jahresbeginn 2024 eingestellt. Der zum Insolvenzverwalter bestellte Rechtsanwalt Stefan Conrads habe erklärt, dass eine Fortführung aufgrund der finanziellen Situation nicht möglich sei. Die Erstellung der bekannten “Spiegel”-Bestsellerlisten werde künftig von der Zeitschrift “BuchMarkt” übernommen.

5. “Nur Männer werden Genies genannt”
(taz.de, Franziska Mayr)
In der “taz” äußert sich die Regisseurin Katharina Mückstein über die Dominanz männlicher Perspektiven in der Film- und Fernsehbranche und das Fehlen weiblicher, queerer und nicht-weißer Sichtweisen. Sie kritisiert die patriarchale Bildsprache im Film und fordert eine Veränderung der Arbeitsstrukturen, um Elternschaft, faire Bezahlung und Schutz vor Gewalt zu gewährleisten.

6. Elon Musk soll laut Medienbericht in größerem Stil Drogen nehmen
(spiegel.de)
Laut einem Bericht des “Wall Street Journal” soll Elon Musk, der reichste Mensch der Welt und Anteilseigner von Unternehmen wie X (ehemals Twitter) und Tesla, regelmäßig Drogen wie Ketamin konsumieren. Dieser Konsum soll ein Ausmaß erreicht haben, das in Musks Umfeld Besorgnis sowohl über dessen Gesundheit als auch über dessen Zurechnungsfähigkeit als Geschäftsmann hervorrufe.

Viel Hölle und wenig Himmel, Abschied von Print, Zwist um Mediatheken

1. Viel Hölle und ein kleines Stück Himmel
(freischreiber.de)
Freischreiber, der Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten, hat seinen “Himmel-und-Hölle-Preis” für das Jahr 2023 verliehen, mit dem die herausragende Unterstützung für Freie beziehungsweise besonders negative Einflüsse auf deren Arbeitsbedingungen gewürdigt werden. Der Hölle-Preis ging an Bertelsmann-Manager Thomas Rabe für “die Zerschlagung von Gruner+Jahr, die Zersetzung von Redaktionen und den ignoranten Umgang mit Freien”. Der Himmel-Preis ging an Joachim Telgenbüscher, Redaktionsleiter von “Geo Epoche”, für seinen erfolgreichen Widerstand gegen die Einstellung des Magazins durch RTL.

2. Abschied von Print auf die harte Tour
(journalist.de, Henning Kornfeld)
Der Beitrag von Henning Kornfeld im “journalist” macht noch einmal auf die dramatische Lage der Zeitungsbranche aufmerksam. Fast 40 Prozent der Abonnentinnen und Abonnenten seien älter als 75 Jahre, in den nächsten fünf bis zehn Jahren drohe ein dramatischer Rückgang der Printauflagen, so ein Experte. Kornfeld berichtet von der schwierigen Situation der Verlage, einerseits die Kosten für Print zu senken und andererseits die Transformation zum Digitalen voranzutreiben.

3. Vaunet stört sich an US-Blockbustern in der ZDF-Mediathek
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier berichtet bei “DWDL” über einen Streit zwischen dem Privatsenderverband Vaunet und den öffentlich-rechtlichen Sendern. Die Privaten seien verärgert, dass die Öffentlich-Rechtlichen seit Juli US-Serien und -Blockbuster in ihre Mediatheken stellen. Dabei gehe es auch um die Auslegung der geltenden Regeln: “Wenn das ZDF für Filme wie Men in Black 3 den besonderen Kultur- und Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Profils bemüht oder das Auffüllen programmlicher Vielfalt mit beliebten Mainstream-Blockbustern begründet, führt das den gezielt einschränkenden Charakter dieser Mediatheken-Regelung vollständig ad absurdum”, so Vaunet-Chef Claus Grewenig.

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4. Journalismus braucht Förderung
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert die Einrichtung einer staatsfernen Journalismusförderung, die an bestimmte Bedingungen wie Tarifbindung und angemessene Honorare geknüpft ist. Dies haben die 200 Delegierten des DJV-Verbandstags in Magdeburg beschlossen, um den Journalismus insbesondere im digitalen Bereich zu unterstützen. Der frisch gewählte neue DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster betonte in diesem Zusammenhang, dass die Förderung von Printausgaben nicht ausreiche, sondern die eigentliche Herausforderung im Aufbau digitaler journalistischer Angebote liege.

5. Media Freedom Coalition: Hintergründe und Ambitionen
(de.ejo-online.eu, Roja Zaitoonie)
Die Media Freedom Coalition ist ein Bündnis von 50 Ländern, das 2019 gegründet wurde, um die Medienfreiheit und den Schutz von Journalistinnen und Journalisten zu verbessern. Dabei ziele sie “insbesondere auf die Verbesserung politischer, rechtlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ab, die eine unabhängige, diverse und plurale Medienlandschaft fördern”. Roja Zaitoonie erörtert in ihrem Beitrag die Ziele der Koalition und fasst die Ergebnisse eines Evaluierungsberichtes zusammen, der sich vor allem mit der Startphase des Projekt beschäftigt.

6. Ferngespräche: Spanien
(ardaudiothek.de, Holger Klein, Audio: 54:04 Minuten)
In den radioeins-“Ferngesprächen” lässt Holger Klein Korrespondentinnen und Korrespondenten über deren jeweilige Region zu Wort kommen. Diesmal hat er sich mit Franka Weltz zusammengeschaltet, die von Madrid aus über aktuelle Ereignisse in Spanien, Portugal, Gibraltar und Andorra berichtet. Ein besonderer Schwerpunkt des Gesprächs sind die Wahlen in Spanien im vergangenen Sommer und die schwierige Regierungsbildung, die sich bis in den Oktober hineinzog.

Untergetaucht, Gestohlenes Wort, Chatkontrolle als Dauerthema

1. Untergetauchte Linksextremisten: Aktenzeichen NDR/WDR ungelöst
(uebermedien.de, Sebastian Weiermann)
Sebastian Weiermann kritisiert bei “Übermedien” die Berichterstattung von tagesschau.de über untergetauchte Linksextremisten. Die Nachrichtenseite habe Informationen von NDR und WDR über eine bevorstehende Öffentlichkeitsfahndung nach Johann G. und die Existenz von 20 untergetauchten Linksextremisten in Deutschland übernommen, wobei sich der Beitrag im Wesentlichen auf Angaben von Sicherheitsbehörden stütze und eine Einordnung fehle. Weiermann findet: “Dass sich ein Rechercheverbund, der sich investigativen Journalismus auf die Fahnen schreibt, für diese recht durchschaubare Sicherheitsbehörden-PR einspannen lässt, ist ein fragwürdiges Tauschgeschäft.”

2. Die Geburtsstunde der Synthetic Social Networks
(gutjahr.biz)
Wie der Konzern Meta auf einer Konferenz ankündigte, will er Facebook, Instagram und Whatsapp mit künstlich erzeugten Personas ausstatten, die sich an echten Berühmtheiten wie Football-Star Tom Brady, Rapper Snoop Dogg oder Starlet Paris Hilton orientieren. Richard Gutjahr hält dieses Spiel mit KI-Figuren für einen “diabolischen Schachzug” und kommentiert: “Falsche Freunde, denen wir unsere intimsten Gedanken, Sorgen, Wünsche und Ängste anvertrauen, damit IT-Konzerne unsere Stärken und Schwächen lebenslang auf ihren Servern speichern, auswerten und an Dritte verkaufen? Was könnte dabei wohl schiefgehen?”

3. Das gestohlene Wort
(zeit.de, Eike Kühl)
Bei “Zeit Online” thematisiert Eike Kühl die Verwendung von rund 197.000 Büchern aus illegalen Quellen für das Training großer KI-Sprachmodelle. Im Zentrum der Debatte steht der Datensatz “Books3”, der Werke von William Shakespeare bis Stephen King enthält und für KI-Modelle wie LLaMA von Meta und GPT-J von EleutherAI verwendet worden sei. Während einige Autorinnen, Autoren und Organisationen rechtliche Schritte gegen die aus ihrer Sicht unerlaubte Nutzung ihrer urheberrechtlich geschützten Werke einleiten, blicken andere, beispielsweise Stephen King, mit einer “schrecklichen Faszination” auf die unaufhaltsame Entwicklung kreativer Künstlicher Intelligenz.

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4. Beruf: Chatkontrolle
(netzpolitik.org, Chris Köver, Audio: 22:48 Minuten)
Im Mai 2022 schlug die EU-Kommission ein neues Gesetz zur Bekämpfung von sexualisierter Gewalt gegen Kinder vor: Private Chats und Nachrichten sollen nicht nur von Verdächtigen, sondern von allen Menschen in der EU gescannt werden. Seitdem gibt es heftige Kritik an diesem Vorhaben, Experten sprächen von einer “nie dagewesenen Überwachungsstruktur” und einem “digitalen Angriff” auf die Privatsphäre. Chris Köver hat sich mit ihrem netzpolitik.org-Kollegen Markus Reuter unterhalten: “Wie ist es, zwei Jahre lang rauf und runter über ein Gesetzesvorhaben zu berichten, das viele betrifft, aber nur wenige so richtig aufregt?”

5. Ändern und streichen
(taz.de, Mark Spitz)
Mark Spitz schreibt über die aktuellen Herausforderungen und Veränderungen beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Der Sender stehe symbolisch für den Reformdruck im öffentlich-rechtlichen System, insbesondere die Kulturformate hätten es schwer. Spitz geht in seinem Text auf verschiedene interne Probleme und Skandale des Senders ein. Außerdem thematisiert er die Auswirkungen der ARD-Reformen und der veränderten Mediennutzung auf den MDR und dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

6. “Dorthin schauen, wo nur äußerst selten hingeschaut wird.” – Antje Pieper über 50 Jahre “Auslandsjournal”.
(turi2.de)
Antje Pieper spricht im Interview mit “turi2” über das 50-jährige Bestehen des ZDF-“Auslandsjournals”, das sie seit 2014 moderiert. Sie betont die Bedeutung der Sendung in der heutigen Zeit, da sie die Möglichkeit biete, Geschichten hinter den Nachrichten zu erzählen und das Weltgeschehen aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Pieper, die selbst neun Jahre als Studioleiterin in Rom tätig war, schätzt die Möglichkeit, nicht nur aus Mainz, sondern direkt von vor Ort berichten zu können, und hebt die Arbeit der Korrespondentinnen und Korrespondenten hervor.

Tödliche Bilanz, Papers, Leaks und Files, Horror-Thema Komödie

1. 1.657 Medienschaffende seit 2003 getötet
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen blickt auf die vergangenen zwei Jahrzehnte zurück, die sich für Medienschaffende als besonders tödlich erwiesen hätten: “Seit 2003 kamen bis 7. April insgesamt 1.657 Journalistinnen und Reporter bei oder wegen ihrer Arbeit ums Leben, durch Morde oder Auftragsmorde, bei Überfällen, Angriffen in Kriegsgebieten oder nach schwersten Verletzungen. Im Schnitt sind das mehr als 80 im Jahr.”

2. Die Macht des Boulevards über die Politik
(derstandard.at, Fabian Schmid)
Die Korruptionsermittlungen gegen die Macher der “Kronen Zeitung” und des Gratisblatts “Heute” würden zeigen, wie tief Politik und Boulevardmedien “im Inseratesumpf stecken”, schreibt Fabian Schmid in seinem lesenswerten Text über die Macht des österreichischen Boulevards über die dortige Politik und umgekehrt.

3. Können ausländische Medien in Russland bleiben?
(deutschlandfunk.de, Pia Behme & Sebastian Wellendorf)
In Russland hat sich die Situation für Journalistinnen und Journalisten verschlechtert, so dass einige das Land verlassen haben, insbesondere seit der Verhaftung des “Wall-Street-Journal”-Reporters Evan Gershkovich. Viele Korrespondentinnen und Korrespondenten würden nun nach Berlin wechseln, erzählt Bojan Pancevski, Leiter des Berliner Büros des “Wall Street Journal”.

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4. Die Masse ist die Message: Der Fluch der Papers, Leaks und Files
(uebermedien.de, Gabriel Yoran)
“Offshore Leaks”, “LuxLeaks”, “Swiss Leaks”, “Panama Papers”, “Paradise Papers”, “Football Leaks”, “Pandora Papers” und nun die “Vulkan Files”. Der Trend, aufwendige und komplexe investigative Recherchen als “Brands” zu vermarkten, löst bei Gabriel Yoran eine Form von Ermüdung aus: “Wie jetzt bei den ‘Vulkan Files’ wird seit einiger Zeit nicht das Ergebnis einer Recherche, sondern ihr Quellmaterial gebrandet. Aber jedesmal, wenn wieder Soundso-Leaks oder Dingenskirchen-Papers erscheinen, verliere ich schlagartig die Lust, das zu lesen. Selbst wenn es ‘die größte Recherche aller Zeiten’ ist, gewonnen aus ‘dem größten Datenleck aller Zeiten’ – ich merke einen Widerstand, mich damit zu befassen.”

5. Nun liegt auch die BBC im Clinch mit Elon Musk
(tagesspiegel.de, Kurt Sagatz)
Twitter hat den BBC-Account auf der Plattform mit dem Zusatz “Government Funded Media” versehen, wohl um die BBC als vorgebliches Staatsmedium zu brandmarken. Dagegen hat die BBC nun protestiert: “Die BBC ist und war immer unabhängig. Wir werden von der britischen Öffentlichkeit über Gebühren finanziert.” (Man darf auf die Antwort gespannt sein. Der Journalist Jake Kanter hatte sich in der gleichen Angelegenheit an Twitter gewandt und als Antwort ein Scheißhaufen-Emoji erhalten).
Weiterer Lesetipp: Wie die Jünger des Tesla- und Twitter-Chefs Elon Musk ihrem Herrn dienen (profil.at, Christina Hiptmayr).

6. Deutsche Komödien sind ein Horror
(nzz.ch, Andreas Scheiner)
Til Schweiger hat vor Kurzem seinen Film “Manta, Manta – Zwoter Teil” vorgestellt (Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt bezeichnet ihn als “traurigsten Film der Welt”). Anlass für Andreas Scheiner, sich mit deutschen Komödienproduktionen im Allgemeinen und im Besonderen zu beschäftigen: “Von der ‘Fack ju Göhte’-Reihe bis hin zum Klamauk eines Michael ‘Bully’ Herbig hat die bundesdeutsche Humorfabrikation in der Vergangenheit schon viele Filmkritiker in tiefere Sinnkrisen gestürzt. Aber das ist der deutschen Komödie natürlich egal, sie macht einfach weiter. Nirgendwo auf der Welt hat sich eine Filmindustrie vergleichbar auf ein Genre kapriziert.”

Russlands Trollarmeen, Filterblasen-Theorie überholt, Keine Kohl-Akten

1. Wie Russland seine Trollarmeen bastelt und dirigieren will
(derstandard.at, Christo Buschek & Dajana Kollig & Roman Höfner & Fabian Schmid)
Der “Standard” beschäftigt sich mit den Versuchen Russlands, Trolle und Desinformationskampagnen im Internet zu organisieren und zu kontrollieren. Die russische Regierung setze auf eine Vielzahl von Strategien und Instrumenten, um die öffentliche Meinung im In- und Ausland zu beeinflussen. Dazu sollen unter anderem die gezielte Verbreitung von Falschnachrichten, die Nutzung von Social-Media-Plattformen und die Koordination von Trollarmeen gehören. Es geht darum, wie Russland gezielt Personen rekrutiert und ausbildet, um Propaganda und Desinformation zu verbreiten, und wie dabei auch moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen. Der Artikel ist Teil der Recherchen zu den “Vulkan-Files”, die sich mit Russlands Cyberkrieg befassen und die neun Medien aus acht Ländern analysiert haben, darunter der “Spiegel”, die “Süddeutsche Zeitung” und das ZDF.

2. Die Filterblasen-Theorie ist überholt
(deutschlandfunkkultur.de, Anna-Katharina Meßmer, Audio: 4:35 Minuten)
Bewegen sich die Nutzerinnen Nutzer Sozialer Netzwerke nur noch in ihren eigenen Filterblasen? Und werden Diskussionen im Internet dadurch tatsächlich aggressiver? Die Soziologin Anna-Katharina Meßmer hält die Theorie der Filterblasen für überholt.

3. Kein Anspruch auf Her­aus­gabe von Kohl-Akten
(lto.de)
Muss das Bundeskanzleramt Akten von Helmut Kohl zurückholen, die bei dessen Witwe vermutet werden? Und wie viele Akten müssen durchsucht werden, die sich noch in der Behörde befinden? Mit diesen Fragen hat sich das Bundesverwaltungsgericht befasst und letztendlich zu Ungunsten der klagenden Journalistin entschieden.

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4. Wir müssen das Internet neu lernen
(spiegel.de, Carola Padtberg)
In ihrem Kommentar schreibt Carola Padtberg über die Notwendigkeit, das Internet und den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) neu zu erlernen. Sie argumentiert, dass die KI immer mehr Einzug in unseren Alltag erhalte. Gleichzeitig berge sie Risiken wie Datensammlung, Diskriminierung und Manipulation. Padtberg fordert daher mehr Bildung und Aufklärung in diesem Bereich, eine breitere gesellschaftliche Debatte und mehr Bewusstsein für die Thematik. Dies betreffe auch die Medienhäuser: “Je alltäglicher künstliche Intelligenz wird, je häufiger nun Fake-Bilder und Falschinformationen die Runde machen, desto schwieriger wird es, Leser von der Echtheit des eigenen Contents zu überzeugen.”

5. Burda stellt sieben Magazine wegen Unwirtschaftlichkeit ein
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der Burda-Verlag will sieben seiner Magazine wegen Unwirtschaftlichkeit einstellen: die Zeitschriften “Villa”, “Einfach los”, “Sweet Dreams” sowie “Lisa Romance”, “Wohnen & Garten Feste & Gäste”, “Wohnen & Garten Hund im Glück” und “Mein schönes Landhaus”. Den bis zu 40 betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sollen die in solchen Fällen häufig genannten sozialverträglichen Lösungen oder andere Aufgaben im Unternehmen angeboten werden.

6. Landgericht: “Dämliches Stück Hirn-Vakuum” von Meinungsfreiheit gedeckt
(faz.net)
Der Artikel auf FAZ.net befasst sich mit einer vor dem Landgericht Heilbronn gescheiterten Beleidigungsklage der Politikerin Sawsan Chebli. Chebli hatte einen Mann wegen eines beleidigenden Kommentars auf Facebook angezeigt und eine Geldstrafe gefordert. Das Gericht entschied jedoch, dass der Kommentar nicht strafbar ist, da er von der Meinungsfreiheit gedeckt sei.

Zukunft der ARD, Des Youtubers Ungereimtheiten, “Postillon” besorgt

1. Zu Teuer, zu Groß, zu Einseitig? Die Zukunft der ARD
(youtube.com, Zapp Medienmagazin, Kathrin Drehkopf & Tilo Jung, Video: 1:32:35 Stunden)
Das Medienmagazin “Zapp”hat eine Diskussionsrunde zur Zukunft der ARD initiiert: Wie müssen sich Strukturen, Programme und Inhalte der ARD verändern, um das Publikum auch in Zukunft mit Fernsehen und Radio zu erreichen? Und wie sieht die neue Digitalstrategie der ARD aus? Mit Kathrin Drehkopf und Tilo Jung diskutieren der neue ARD-Vorsitzende und SWR-Intendant Kai Gniffke, die Medienmanagerin Julia Jäkel, Medienstaatssekretärin Heike Raab und die Journalistin Yasmine M’Barek.

2. Was bringt der geplante Zukunftsrat?
(deutschlandfunk.de, Annika Schneider, Audio: 6:58 Minuten)
Wer nutzt in zehn Jahren noch das klassische Live-Fernsehen? Sollten öffentlich-rechtliche Sender stattdessen mehr Geld in Formate für Plattformen wie TikTok investieren? Und wie sieht eine Mediathek aus, die mit großen Streaming-Anbietern mithalten kann? Fragen über Fragen, die nun ein “Zukunftsrat” beantworten soll. Was könnte so ein Gremium zur öffentlich-rechtlichen Zukunft bewegen?

3. Wie sich Pornoseiten klein machen
(netzpolitik.org, Chris Köver & Sebastian Meineck)
Online-Plattformen verkaufen sich gegenüber Investoren gerne als populär und mächtig. Gegenüber dem Gesetzgeber würden sie sich hingegen klein machen, um nicht in den Fokus von Regulierungen zu geraten. Auffällig schweigsam seien die großen Porno-Plattformen, denen eine ganze Reihe von zusätzlichen Auflagen drohe.

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4. Zwischen “rasenden Reporter:innen” und “Action-Journaille” – journalistische Berufsbilder in digitalen Spielen
(fachjournalist.de, Rudolf Inderst)
Beim “Fachjournalist” beschäftigt sich Rudolf Inderst, Professor für Game Design, mit der Darstellung von Journalisten und Journalistinnen sowie deren Beruf in Videospielen. Dabei beleuchtet er verschiedene Aspekte wie die Rolle von Medienschaffenden als Charaktere im Spiel, die Inszenierung von Journalismus als Teil der Spielmechanik oder auch die Vermischung realer und digitaler Welten.

5. Der YouTuber und die erschwindelten Spenden
(t-online.de, Lars Wienand)
Rund um den rechten Youtuber Niklas Lotz könnte es so manche Ungereimtheit geben. Wie Lars Wienand bei t-online.de berichtet, lasse sich der Polit-Influencer einiges einfallen, um Spenden zu generieren. Wienand ist der Frage nachgegangen, ob Lotz möglicherweise Strafanzeigen und Ermittlungsverfahren gegen sich erfindet, um seine Followerschaft um finanzielle Unterstützung bitten zu können. Fortsetzung: “Spenden-YouTuber tobt nach t-online-Recherchen” (t-online.de, Lars Wienand).

6. Stellenabbau bei “Bild”: Verkommt Deutschlands renommierteste Zeitung jetzt zum unseriösen Bumsblatt?
(der-postillon.com)
Der “Postillon” macht sich Sorgen um Renommee und Ruf der “Bild”-Zeitung als angesehenes Qualitätsblatt: “Nachdem die Verlagsgruppe Axel Springer SE gestern einen massiven Stellenabbau bei ‘Bild’ angekündigt hat, mehren sich Befürchtungen, die Zeitung könnte mittelfristig zum unseriösen Bumsblatt heruntergewirtschaftet werden.”

Erdbeben, Staatstheater suspendiert Ballettchef, ChatGPT soll zahlen

1. Das eigene Versagen vertuschen
(taz.de, Wolf Wittenfeld)
Wolf Wittenfeld beschreibt die “offizielle Propaganda” der türkischen Regierung nach dem Erdbeben und zeigt, wie diese versucht, das Bild zu vermitteln, Präsident Recep Tayyip Erdoğan tue alles, um den Opfern zu helfen. Kritiker, die den offiziellen Verlautbarungen widersprechen, würden verhaftet, die Berichterstattung werde eingeschränkt. Sein Ziel erreiche der Staat laut Wittenfeld damit jedoch nicht, denn “so sehr die Regierung ihr geschöntes Bild der Lage durchzusetzen versucht, die Versäumnisse im Anschluss an das Beben und auch die Versäumnisse bei der Kontrolle von Bautätigkeiten zuvor sind einfach zu groß, um sie unter der Decke halten zu können.”

2. Nach Hundekotattacke: Staatstheater Hannover suspendiert Ballettchef
(rnd.de)
Wie gestern in den “6 vor 9” berichtet, kam es am Wochenende am Rande einer Ballettpremiere zu einem Eklat: In der Pause nach dem ersten Stück soll der Direktor des Staatsballetts Hannover die “FAZ”-Tanzkritikerin Wiebke Hüster zunächst verbal, dann auch körperlich und mit Tierkot angegriffen haben. Nun sei der Ballettdirektor vom Theater suspendiert und mit einem Hausverbot belegt worden, “um Ballettensemble und Staatstheater vor weiterem Schaden zu schützen.” In einem Video-Statement äußert sich der Direktor des Balletts in einer Art und Weise, die den Verdacht aufkommen lässt, dass weder Einsicht noch Reue vorhanden sind.

3. Verlage fordern Lizenzgebühren für Chatbot-Nutzung
(golem.de, Friedhelm Greis)
Da KI-Programme wie ChatGPT mit unzähligen Presseinhalten trainiert wurden und bei der Bewältigung von Aufgaben immer wieder auf journalistische Texte zurückgreifen, liegt der Gedanke nahe, die Verlage, von denen diese Inhalte hergestellt wurden, auch am wirtschaftlichen Erfolg der Software zu beteiligen. Friedhelm Greis fasst bei “Golem” die aktuellen Überlegungen und Schwierigkeiten zusammen.

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4. Google startet Kampagne gegen Fake News über ukrainische Geflüchtete
(spiegel.de)
Google startet in Deutschland eine Videoaufklärungskampagne gegen mögliche Vorbehalte gegenüber ukrainischen Flüchtlingen. Bisher hatte sich der Konzern bei seinen Aufklärungsaktionen auf Polen, Tschechien und die Slowakei konzentriert. Die Kampagne basiert auf Untersuchungen von Psychologen der britischen Universitäten Cambridge und Bristol, die ein Konzept zur Vermeidung von Fehlinformationen (“Prebunking”) entwickelt haben.

5. Honorarerhöhungen – freie Fotograf*innen reduzieren ihre Angebote an die dpa
(dju.verdi.de, Matthias von Fintel)
Der Deutsche Journalisten-Verband und Verdi fordern von der dpa höhere Honorare für freie Fotografinnen und Fotografen. Um dem Verlangen Nachdruck zu verleihen, soll der aktuelle Output reduziert werden: “Vor allem die gestiegenen Aufwendungen für Anreisen zu Terminen, Technik und auch gestiegene Lebenshaltungskosten bringen die Kolleginnen und Kollegen nun dazu, dass sie in dieser Woche bis auf weiteres ein reduziertes Angebot für Bildlieferungen der dpa offerieren.”

6. Das Geschäft der Regenbogenpresse mit Daniel Küblböck
(twitter.com/topfvollgold, Mats Schönauer, Video: 1:27 Minuten)
Yellow-Press-Kritiker Mats Schönauer von “topfvollgold” hat sich genauer angesehen, wie die Regenbogenpresse mit Daniel Küblböck Kasse macht. Natürlich zulasten des verstorbenen Künstlers, seiner Familie und all der Leserinnen und Leser, die mit den erfundenen Geschichten hinters Licht geführt werden.

Länder zügeln ARD und ZDF, Im Westen nichts authentisch, Fragen zu KI

1. Länder legen ARD und ZDF Zügel an
(faz.net, Helmut Hartung)
Wie die “FAZ” berichtet, schärfen die Bundesländer den Medienstaatsvertrag nach, um die öffentlich-rechtlichen Sender zu mehr Transparenz und Compliance zu zwingen: “Nach dem der F.A.Z. vorliegenden Entwurf sind die Sender verpflichtet, für größtmögliche Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit zu sorgen. Die Organisationsstruktur, einschließlich der Zusammensetzung der Gremien und ihrer Ausschüsse, alle Satzungen, alle Richtlinien, Geschäftsordnungen sowie sonstige Informationen, die von wesentlicher Bedeutung für die jeweilige Rundfunkanstalt sind, müssen in Zukunft im Internet veröffentlicht werden.”

2. Wenig authentisch: Netflix-Verfilmung “Im Westen nichts Neues”
(mdr.de, Cezary Bazydlo)
Der MDR hat mit Sönke Neitzel über die Netflix-Verfilmung von “Im Westen nichts Neues” gesprochen. Neitzel lehrt am Historischen Institut der Universität Potsdam und gilt als einer der führenden Militärhistoriker in Deutschland. In dem Interview stecken viele bedenkenswerte Aspekte zum Genre Kriegsfilm im Allgemeinen und zur Netflix-Verfilmung im Besonderen. Es geht unter anderem um die Fragen, wie viel Wissenschaft ein Film verträgt, wie derartige Filme das Geschichtsbild der Öffentlichkeit beeinflussen und ob solche Filme helfen, Geschichte zu popularisieren. Absolute Leseempfehlung!

3. Unter Handwerker:innen
(reporter-forum.de)
Anfang der Woche wurde in Berlin der Deutsche Reporter:innen-Preis 2022 vergeben. In zwölf Kategorien wurden aus rund 900 Einreichungen die herausragenden Arbeiten des Jahres prämiert, darunter die beste Reportage, das beste Interview und der beste Podcast. Das Reporter:innen-Forum stellt die jeweiligen Beiträge vor und hat sie als PDF verlinkt. Im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichneter Lesestoff und kostenlos dazu.

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4. RSF stellt die Nominierten 2022 vor
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen stellt die Nominierten für die Press Freedom Awards vor, mit denen besonders mutiger, wirkungsvoller und unabhängiger Journalismus ausgezeichnet wird. Es handelt sich um fünf Journalistinnen, acht Journalisten und drei Medienunternehmen aus insgesamt 14 Ländern. Die Gewinnerinnen und Gewinner sollen am 12. Dezember bei einer Zeremonie in Paris bekanntgegeben werden.

5. Meine Fragen zu nicht an KI
(dirkvongehlen.de)
Derzeit wird viel über die Chat-Software GPT gesprochen, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basiert und oftmals überraschend gut antwortet (kostenloser Zugang nach Registrierung). Dirk von Gehlen und Carmen Heger haben ein Seminar über “KI im Journalismus” veranstaltet und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine Liste bedenkenswerter Fragen zum Umgang mit der KI erarbeitet. Außerdem bietet von Gehlen Verweise auf Beiträge, die als Einstieg ins Thema hilfreich sein könnten.

6. Medienmogul Murdoch muss vor Gericht aussagen
(spiegel.de)
Das kanadische Wahltechnologieunternehmen Dominion hat den US-Sender Fox News verklagt. Es geht dabei um die stolze Summe von 1,6 Milliarden US-Dollar Schadensersatz. Der im Besitz des Medienmoguls Rupert Murdoch befindliche Sender soll absichtlich falsche Behauptungen über die Rolle von Dominion bei den Präsidentschaftswahlen 2020 verbreitet haben: “In der Berichterstattung hatte Murdochs Sender mehreren Firmen für Wahlsoftware vorgeworfen, mit dem Milliardär George Soros unter einer Decke zu stecken und Trump stürzen zu wollen.”

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