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Aufschub für Assange, Musk-Klage abgewiesen, “Die nette Frau Krawall”

1. Rüdiger und DFB gehen juristisch gegen Julian Reichelt vor
(faz.net)
Zu Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan vor rund zwei Wochen veröffentlichte Fußball-Nationalspieler Antonio Rüdiger bei Instagram ein Foto von sich, das nach Ansicht von Julian Reichelt, einst bei “Bild” als Chefredakteur geschasst und heute Leiter des Wutportals “Nius”, eine islamistische Geste zeige. Gegen diese Unterstellung gehen sowohl der Fußballer als auch der Verband DFB nun juristisch vor: Rüdiger habe Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin gestellt, der DFB habe den Fall der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main gemeldet.

2. Assange bekommt Aufschub
(netzpolitik.org, Constanze Kurz)
Gestern hat der britische Royal Court of Justice über den Fall Julian Assange entschieden. Es ging dabei um die Frage, ob dem Einspruch des Wikileaks-Gründers gegen dessen Auslieferung an die USA stattgegeben wird. Das Gericht habe den Berufungsantrag in mehreren Punkten als begründet und stichhaltig angesehen. Constanze Kurz erklärt, warum die Sache für Assange dennoch nicht ausgestanden ist.

3. US-Gericht weist Klage von X gegen Hassrede-Forscher ab
(spiegel.de)
Die gemeinnützige Organisation Center for Countering Digital Hate hatte eine Zunahme von Hassreden auf X (früher Twitter) seit der Übernahme durch Elon Musk festgestellt. Das wollte der Tech-Milliardär nicht auf sich sitzen lassen und zog nach allerlei öffentlicher Empörung vor Gericht. Dort wurde Musks Klage als offensichtlich unbegründete Einschüchterungsklage (SLAPP) eingestuft und abgewiesen.

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4. Schluckt der RBB die Staatsvertrags-Pille oder kommt die Klage?
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie Timo Niemeier bei “DWDL” berichtet, habe der RBB derzeit mit mehreren Herausforderungen gleichzeitig zu kämpfen, die sich aus dem neuen Staatsvertrag ergäben. So habe die Politik dem Sender beispielsweise die Gründung eines neues Regionalbüros in Brandenburg an der Havel auferlegt, wogegen sich der RBB zunächst stark gewehrt habe. Niemeier beschreibt, welche Regelungen des Staatsvertrages dem öffentlich-rechtlichen Sender weitere Kopfschmerzen bereiten.

5. Warum müssen wir anders über Sinti und Roma berichten?
(br.de, Linus Lüring, Audio: 31:40 Minuten)
In “BR24 Medien” geht es um zum Teil folgenschwere Fehler in der Berichterstattung über Sinti und Roma: Welche Muster gibt es? Und wie entstehen sie? Was passiert zum Beispiel beim “Othering”? Und welche Ansätze existieren, um die Berichterstattung zu verbessern? Markus End vom Zentrum für Antisemitismusforschung, der auch das Bild von Sinti und Roma in Medien untersucht, kritisiert vier zentrale Darstellungsmuster. (Der Sendung ist eine Triggerwarnung beigefügt: “Es ist in dieser Folge eine rassistische Äußerung (‘Z-Wort’) zu hören.”)

6. Die nette Frau Krawall: Wer ist Exxpress-Herausgeberin Eva Schütz?
(derstandard.at, Katharina Mittelstaedt)
Im österreichischen “Standard” geht Katharina Mittelstaedt in einem Porträt einer spannenden Personalie nach: “Eva Schütz ist eine getriebene Multimillionärin. Im türkisen Finanzministerium arbeitete sie als Stellvertreterin von Thomas Schmid. Heute führt sie das Krawallmedium ‘Exxpress’. Was hat sie damit vor?” Begleitend dazu lohnt die aktuelle Ausgabe des “Inside-Austria”-Podcasts: “Exxpress” – Ein rechtes Krawallportal außer Kontrolle (Audio: 37:04 Minuten).

KW 09/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Verheimlichte Politiker-Interviews bei ARD & ZDF?
(ndr.de, Daniel Bröckerhoff & Mandy Mülling, Video: 18:32 Minuten)
Rechtspopulistische Medien behaupten, die öffentlich-rechtlichen Sender würden “regelmäßig” die Parteizugehörigkeit ihrer Interviewpartner verschweigen, weil diese vor allem aus dem linken Spektrum – also von den Grünen, der Linken und der SPD – kämen. Daniel Bröckerhoff und Mandy Mülling sind der Sache nachgegangen: “Wir haben jeden einzelnen Fall auf der Liste überprüft und uns durchs Archiv gewühlt. Kleiner Spoiler: sauber recherchiert wurde offenbar weder vom ÖRR Blog noch von Nius.”

2. Haben zu viele Journalisten beim Thema Ukraine eine Schere im Kopf?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 29:51 Minuten)
Der Kriegs- und Krisenreporter Moritz Gathmann reist immer wieder in die Ukraine, um über den Krieg und dessen Auswirkungen auf die Menschen vor Ort zu schreiben. Aus Gathmanns Sicht gibt es in der deutschen Berichterstattung keine klare Abgrenzung zwischen Aktivismus und Journalismus und viele “weiße Flecken”. Im Gespräch mit Holger Klein geht es um diese weißen Flecken und die Frage, was Medien besser machen können.

3. Klimajournalismus und Aktivismus
(transistor.fm, Luis Paulitsch, Audio: 43:09 Minuten)
Wie sollen Medien angemessen über die drohende Klimakatastrophe berichten? Was zeichnet guten Klimajournalismus aus? Und wo ist die Grenze zum Aktivismus? Darüber diskutiert Luis Paulitsch mit dem Klimaaktivisten und früheren Journalisten Raphael Thelen, der Journalistin Rosemarie Schwaiger und Sandra Walder, die bei der Austria Presse Agentur ein ressortübergreifendes Klima-Team leitet.

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4. Kerstin von Kalckreuth über Journalismus im Super-Sportjahr
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 23:19 Minuten)
Welche Rolle spielen Journalistinnen und Journalisten im Super-Sportjahr 2024? Im Podcast “Läuft” spricht Kerstin von Kalckreuth, WDR-Sportreporterin und Mitinitiatorin des Podcasts “Sport Inside”, über “ihre Erfahrungen mit Sommermärchen-Erwartungen”, über Missstände, die sie für berichtenswert hält, und über das “Machtverhältnis zwischen Medien und großen Sportverbänden”.

5. Trash-Kultur: Lesen und Glotzen auf dem Boden der Mülltonne?
(deutschlandfunkkultur.de, Christine Watty & Johannes Franzen & Berit Glanz, Audio: 47:20 Minuten)
“Lakonisch Elegant”, der wöchentlich erscheinende Kulturpodcast von Deutschlandfunk Kultur, schaltet sich einmal im Monat mit dem Internet-Feuilletonformat “54books” zusammen. In der aktuellen Ausgabe geht es um leichte Kost: “Wir sprechen über den Begriff ‘Trash’, mit dem TV-Serien, Filme und Literatur versehen werden, sobald sie fehlerhaft sind oder als unästhetisch gelten. Ein Genre, das vielen Menschen Vergnügen bereitet, auch den Teilnehmern dieses Podcasts. Warum eigentlich?”

6. Die wildesten Foto-Fakes der Klatschpresse
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 11:44 Minuten)
“Wie schwängert man Selena Gomez, ohne sie jemals getroffen zu haben? Wie hält man Helene Fischer in ihrem eigenen Haus gefangen? Und wie startet man eine Affäre zwischen Prinz Harry und seiner Schwipp-Schwägerin, ohne dass die beiden selber was davon mitbekommen?” Klatschpresse-Experte Mats Schönauer hat die Antwort: “Mit Photoshop!”

Vorverurteilende Berichterstattung, Gegen die Deepfake-Flut, Musk-Doku

1. Wie vorverurteilend “Bild” über den Schwager von Rebecca Reusch berichtet
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Boris Rosenkranz kritisiert die Berichterstattung der “Bild”-Medien über den Fall der seit 2019 vermissten Rebecca Reusch, insbesondere im Hinblick auf ein angeblich neues Video, das laut “Bild” den Schwager der Vermissten belasten soll. Trotz offizieller Aussagen, dass das Video keine neuen Erkenntnisse bringe, wurde es von der “Bild”-Redaktion als wichtige Entwicklung dargestellt, was Fragen nach der Verantwortung und Genauigkeit der Berichterstattung aufwerfe. Rosenkranz beleuchtet auch die Problematik der medialen Vorverurteilung und die Rolle spekulativer Berichterstattung in solch sensiblen Fällen.

2. Werkzeuge gegen die Deepfake-Flut
(netzpolitik.org, Daniel Leisegang)
Die Forscher Ramak Molavi Vasse’i und Gabriel Udoh sind in ihrer Mozilla-Studie “In Transparency We Trust?” der Frage nachgegangen, wie sich KI-generierte Inhalte kennzeichnen lassen. Daniel Leisegang fasst die Ergebnisse zusammen: Es gebe keine einfache Lösung, so die Forscher, vielmehr sei ein vielschichtiger Ansatz notwendig.

3. Die Maximen umschreiben
(taz.de, Patrick Guyton)
“Gibt es einen alten und einen neuen Journalismus? Nutzen junge Menschen völlig andere Medien völlig anders als die Älteren? Und was soll Journalismus? Zum Beispiel wahrheitsgemäß informieren, einordnen, aufklären, enthüllen, unterhalten? Oder auch zum Aktivismus aufrufen und sich dabei selbst in den Vordergrund stellen?” Um diese und weitere Fragen ging es bei der Jahrestagung des Netzwerk Medienethik. Patrick Guyton fasst einige der Antwortversuche zusammen.

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4. Kronen Zeitung: “Anzeige und Berichterstattung (ca. 20.000 Euro)”
(kobuk.at, Philipp Wohltmann)
Vergangenen Mittwoch haben wir in den “6 vor 9” einen Beitrag über die Berichterstattung über den insolventen Immobilien-Investor René Benko in österreichischen Medien empfohlen (Kurier mit Beißhemmung, Krone knallhart – Wie die Zeitungen über Benko berichten). Nun beschäftigt sich Philipp Wohltmann erneut mit der “Kronen Zeitung”: “E-Mail-Verläufe zeigen, dass Unternehmer und Investor Michael Tojner bei Eva und Christoph Dichand Einfluss auf die Berichterstattung der Kronen Zeitung und von Heute nehmen wollte. Sie zeigen auch, dass er auf diese Versuche oft positive Rückmeldungen der Dichands bekam.”

5. “Trottel” und “Pharmahure”: “Falter”-Chefredakteur Klenk klagt Baumgartner
(derstandard.at)
Florian Klenk, Chefredakteur der österreichischen Wochenzeitung “Falter”, habe den Extremsportler Felix Baumgartner wegen übler Nachrede und Beleidigung verklagt, nachdem dieser ihn auf Facebook beleidigt habe. Das Landesgericht Wien habe Baumgartner daraufhin aufgetragen, eine Mitteilung über die Einleitung eines Medienverfahrens zu veröffentlichen. Klenk sehe in der Anweisung des Gerichts einen ersten juristischen Erfolg gegen Baumgartner.

6. Doku über Elon Musk: Das Verhältnis von Macht und Medien
(tagesspiegel.de, Thomas Gehringer)
Thomas Gehringer empfiehlt die neue Doku “Elon Musk und die Twitter-Übernahme”, die bei Arte läuft: “Dabei steht weniger das monatelange Hin und Her um den 44-Milliarden-Übernahme-Deal im Mittelpunkt, sondern das Verhältnis zwischen Macht und Medien und die Rolle von Twitter/X in der jüngeren US-Geschichte.” Der etwa eineinhalbstündige Film ist seit heute morgen auch in der Arte-Mediathek verfügbar.

KW 07/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. »Wir alle können auf Desinformation hereinfallen«
(spiegel.de, Marius Mestermann, Audio: 43:01 Minuten)
Thomas Laschyk, Gründer des Blogs “Volksverpetzer”, setzt auf emotionale Inhalte, die Aufmerksamkeit generieren und über reine Faktenchecks hinausgehen sollen. So wollen er und sein Team den Narrativen von Populisten und Extremisten entgegenwirken. Wie sie dabei vorgehen, ist Thema der aktuellen Folge des “Spiegel”-Podcasts “Stimmenfang”.

2. Der Fehler als Chance
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 31:24 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine Sendung und tauschen sich mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um den Umgang mit Fehlern und die Frage, wie eine bessere Fehlerkultur aussehen könnte. Es diskutieren DLF-Hörer Filip Kolb, ZDF-Online-Nachrichtenchef Frederic Huwendiek, Medienwissenschaftler Stephan Weichert und Stephan Beuting vom Deutschlandfunk.
Tipp aus unserem Archiv: In diesem Zusammenhang sei gerne an Ralf Heimanns achtteilige Serie Kleine Wissenschaft des Fehlers bei uns im BILDblog erinnert.

3. Mark D. Cole zur Reform von ARD und ZDF
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 5:52 Minuten)
Mark David Cole ist Jurist, Professor für das Recht der neuen Informationstechnologien und wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Europäisches Medienrecht. Außerdem war er Mitglied des sogenannten Zukunftsrats von ARD und ZDF. In einer knapp sechsminütigen Bonus-Episode des Podcasts “Läuft” verrät Cole, wie zufrieden er mit dem ist, was die Bundesländer als Reaktion auf die Anregungen des Zukunftsrats vorgelegt haben.

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4. Hörbar Rust mit Jessy Wellmer
(radioeins.de, Bettina Rust, Audio: 1:26:47 Stunden)
Jessy Wellmer, die seit Oktober 2023 die “Tagesthemen” moderiert, blickt auf eine vielseitige journalistische Karriere zurück: Sie moderierte verschiedene Nachrichten- und Sportformate und produziert Dokumentationen über Ressentiments zwischen Ost- und Westdeutschen. Darüber und über vieles mehr spricht sie in der “Hörbar Rust”.

5. Tschechien
(ardaudiothek.de, Holger Klein: 1:19:19 Stunden)
“Die Wirtschaft durch-oligarchisiert, mehr Geflüchtete in Arbeit und der Brotaufstrich teurer als in Deutschland.” In den radioeins-“Ferngesprächen” lässt Holger Klein Korrespondentinnen und Korrespondenten über ihre jeweilige Region und ihre Arbeit vor Ort zu Wort kommen. Diesmal berichtet Marianne Allweiss aus Tschechien.

6. Warum werden Challenges immer heftiger?
(ndr.de, Mirko Drotschmann, Video: 10:46 Minuten)
Auf Social-Media-Plattformen werden viele zum Teil sehr gefährliche Mutproben gepostet, sogenannte Challenges: “Bei den Mutproben kommt es immer wieder zu schweren Verletzungen und sogar zu Todesfällen. Warum machen so viele da mit? Was fasziniert an den Challenges? Und warum werden diese immer krasser?” Das wollte Mirko Drotschmann, auch bekannt als “MrWissen2go”, von Youtubern und Content Creatorn wissen.

“SZ” sucht Leck, “Helpline” bleibt, Parteien in Sozialen Medien

1. »SZ« durchsucht Kontaktdaten eigener Redaktion – heftige Kritik
(spiegel.de)
Der Brachendienst “Medieninsider” hat kürzlich ausführlich über eine Redaktionskonferenz bei der “Süddeutschen Zeitung” (“SZ”) berichtet (nur mit Abo lesbar) und konnte dabei offenbar auf Insiderwissen zurückgreifen. Daraufhin habe die “SZ” die Telefon- und Maildaten ihrer Redakteurinnen und Redakteure durchsucht, um den möglichen Maulwurf ausfindig zu machen. In einer Stellungnahme “in eigener Sache” erklären Chefredaktion, Redaktionsausschuss und Betriebsrat, warum die “SZ” “die Verletzung des Redaktionsgeheimnisses nicht einfach so hinnehmen will”.

2. Die Helpline bleibt
(netzwerkrecherche.org)
Die “Helpline” des Netzwerk Recherche, ein kostenloses Beratungsangebot für psychisch belastete Journalistinnen und Journalisten, wurde für ein zweijähriges Förderprogramm der Bundesregierung zur Stärkung der Struktur und des Schutzes journalistischer Arbeit ausgewählt. Ziel des Projekts, das in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten sowie unter wissenschaftlicher Begleitung weiterentwickelt wird, sei der Ausbau des Angebots, unter anderem durch längere Beratungszeiten und eine zusätzliche Ausbildungsreihe für Peer-Supporter, also speziell geschulte journalistische Kolleginnen und Kollegen, die den Hilfesuchenden zuhören und gegebenenfalls mit ihnen Lösungen erarbeiten.

3. Versagen Parteien in sozialen Medien?
(br.de, Linus Lüring, Audio: 26:01 Minuten)
In dieser Podcast-Episode von “BR24 Medien” diskutieren Linus Lüring und die Journalistin Katharina Pfadenhauer über die ineffektive Nutzung Sozialer Netzwerke durch viele Parteien, gerade im Gegensatz zum dortigen Erfolg der AfD. Sie beleuchten dabei auch die richtigen Strategien für politische Kommunikation im Internet. Außerdem gibt es ein Mini-Coaching mit dem Kommunikationsberater Martin Fuchs und Einblicke in die Social-Media-Nutzung von Josef Lausch, bayerischer Landtagsabgeordneter der Freien Wähler.

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4. Viele Übergriffe auf Medienschaffende im Januar
(reporter-ohne-grenzen.de)
Im Januar sei es in Deutschland zu mehreren schweren Übergriffen auf Medienschaffende gekommen, berichtet die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG), darunter ein besonders brutaler Angriff in Leipzig, bei dem ein Videojournalist und dessen Begleiter von Unbekannten zusammengeschlagen und verletzt wurden. Die steigende Zahl von Übergriffen auf Journalistinnen und Journalisten trage dazu bei, dass Deutschland in der Rangliste der Pressefreiheit abrutsche. ROG habe wegen solcher Vorfälle gemeinsam mit Partnerorganisationen einen “Schutzkodex” für Medienunternehmen entwickelt, um Medienschaffende besser vor Hass, Hetze und Gewalt zu schützen, und rufe alle deutschen Medienhäuser dazu auf, diesem Kodex beizutreten.

5. Search Generative Experience
(konradweber.ch)
Google arbeitet an einer “Search Generative Experience” (“SGE”), um mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) bessere Suchergebnisse zu erzielen. Aus Sicht von Konrad Weber birgt diese Innovation Herausforderungen für Medienunternehmen, wie die abnehmende Sichtbarkeit ihrer Marken, sinkende Reichweiten und Fragen der Quellentransparenz sowie des Umgangs mit Trainingsdaten. Gleichzeitig biete die “SGE” aber auch Chancen wie die Unterstützung der journalistischen Recherche durch KI und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

6. Neue Ausschreibung der TV-Rechte
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Anlässlich der neuen Ausschreibung der TV-Rechte für die Fußball-Bundesliga kommentiert Joachim Huber: “Wer kann ernsthaft eine ‘Sportschau’ demontieren wollen, wenn danach, also nach der ‘Tagesschau’ um 20 Uhr 15 Florian Silbereisen zur ‘Schlagerparade’ einlädt? Schon in diesem Beispiel zeigt sich das Grundproblem: Umfasst der Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens eine umfassende Bundesliga-Berichterstattung plus eine Silbereisen-Show?”

KW 05/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Die AfD und die Öffentlich-Rechtlichen: Ein Szenario
(sr.de, Katrin Aue & Sabine Wachs, Audio: 15:57 Minuten)
Katrin Aue und Sabine Wachs sprechen mit dem Juristen und Autor Lennart Laude über dessen Arbeit beim “Thüringen-Projekt”, einem vom “Verfassungsblog” initiierten Forschungsprojekt zur Resilienz von Demokratie und Rechtsstaat in Deutschland. Welche Folgen könnte eine mögliche Aufkündigung der Rundfunkstaatsverträge durch eine AfD-geführte Landesregierung nach der Wahl im Herbst haben?

2. Wie läuft’s im deutschen Journalismus?
(podcast.leibniz-hbi.de, Johanna Sebauer, Audio: 51:53 Minuten)
Im “Bredowcast”, dem Podcast des Leibniz-Instituts für Medienforschung, sind die Journalismusforscherinnen Anna von Garmissen und Wiebke Loosen zu Gast, die den deutschen Teil einer internationalen Journalismusstudie verantwortet haben. Die pointierte Zusammenfassung: “Der deutsche Durchschnittsjournalist ist männlich, 45,3 Jahre alt und hat einen akademischen Abschluss. Er arbeitet Vollzeit im Online- oder Printbereich einer Zeitung, fühlt sich oft gestresst und hat in letzter Zeit Beleidigungen im Internet und Herabwürdigung seiner Arbeit erlebt.”

3. Kassensturz! Wir erzählen, was wir 2023 verdient haben
(druckausgleich.podigee.io, Annkathrin Weis & Luca Schmitt-Walz, Audio: 1:02:31 Stunden)
Annkathrin Weis und Luca Schmitt-Walz haben die Community ihres “Druckausgleich”-Podcasts gefragt, wie viel man als Nachwuchsjournalist oder -journalistin verdient – und über 100 Antworten erhalten. Neben diesem Einblick in den Gehaltsdschungel gibt es Expertentipps zum Thema Verdienst von der Journalistin und Beraterin Julia Hackober und von Marcus Pfalzgraf, Landesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands Baden-Württemberg.

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4. Sind Formatadaptionen faules Fernsehen?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 26:20 Minuten)
Die aktuelle Ausgabe von “Läuft”, der “Programmschau” von epd medien und Grimme-Institut, beschäftigt sich mit gelungenen Adaptionen internationaler TV-Formate wie “The Masked Singer” oder “Wer wird Millionär?” Lukas Respondek, Fernsehkritiker und Mitglied der Nominierungskommission für den Grimme-Preis, erklärt, was eine gute Adaption für ihn ausmacht.

5. Meinungsvielfalt bei ARD,ZDF und DLF und Sport-Dokus bei Netflix
(wdr.de, Anja Backhaus, Audio: 42:49 Minuten)
Im WDR5-Medienmagazin “Töne, Texte, Bilder” führt Anja Backhaus wieder durch eine vielfältige Themenauswahl: Ein Schwerpunkt liegt auf einer Studie, die untersucht hat, wie ausgewogen die öffentlich-rechtlichen Sender berichten. Weiter geht es mit einem Blick in die Kommentarspalten im Internet. Außerdem wird erörtert, ob Sport-Dokus bei Netflix lediglich PR sind. Und die “Medienschelte” kümmert sich um “krawallige Polit-Talks”.

6. Wie arbeitet es sich als Perlentaucherin im Trash-TV-Sumpf, Anja Rützel?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 27:20 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht die Journalistin Anja Rützel über ihre Entwicklung zur Trash-TV-Edelfeder, unter anderem beim “Spiegel”: “Wie kommt man zu so einem Job? Ist er ein Traum oder Knochenarbeit oder beides? Würde sie den ganzen Kram noch gucken, wenn sie nicht müsste? Und warum gucken immer noch so viele andere?”

Keine Tricks, Porno-Deepfakes, Wirtschafts-Podcasts

1. Keine Tricks
(djv.de, Paul Eschenhagen)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisiert Pläne der Rundfunkkommission der Länder, eine mögliche Erhöhung des Rundfunkbeitrags zu umgehen, indem sie die Empfehlungen der unabhängigen Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) ignoriert. “Solche Tricks darf es nicht geben! Die Sender sind ihrem Programmauftrag und ihren Mitarbeitenden verpflichtet und müssen für eine auskömmliche Finanzierung kämpfen”, so der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster.

2. Wie Porno-Deepfakes das Frauenbild junger Mädchen prägen können
(deutschlandfunk.de, Samira El Ouassil, Audio: 4:11 Minuten)
Vor einigen Tagen kursierten auf X/Twitter gefälschte pornografische Bilder der Popsängerin Taylor Swift. Die Plattform brauchte Tage, um dies zu unterbinden und die Dateien zu löschen. Samira El Ouassil zeigt sich besorgt über diese Entwicklung: “Was macht es mit Mädchen und jungen Frauen, wenn sie nun permanent befürchten müssen, jederzeit als künstlich hergestellte visuelle Sexphantasie durch Chats gereicht werden zu können? Aus Rache, wenn sie z.B. mit einem Jungen nicht schlafen möchten. Oder als Mittel von Mobbing.”

3. “Das ist auch mein Land”
(taz.de, Clara Löffler)
Der in Deutschland lebende Journalist Farhad Payar berichtet im Interview mit der “taz” über die Verhaftung seiner Nichte Ghazaleh Zarea im Iran, die als Journalistin und Sozialaktivistin tätig ist. Payar vermutet, dass die Geschehnisse auch eine Drohung gegen ihn darstellen, da er seit 2011 Direktor des “Iran Journal” und ehemaliger Mitarbeiter der Deutschen Welle ist: “Sie wollen in der relativ kleinen Stadt ein Exempel statuieren. Um mir eins auszuwischen und Leuten wie meiner Nichte Angst einzujagen, werden sie Ghazaleh zu einer Gefängnisstrafe verurteilen. Da bin ich mir fast sicher. Allein deswegen, weil ich mit den Medien geredet habe.”

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4. Meta-CEO Zuckerberg entschuldigt sich im US-Senat bei Eltern
(spiegel.de)
Meta-CEO Mark Zuckerberg habe bei einer Anhörung im US-Senat bei Familien für die negativen Auswirkungen Sozialer Medien auf Kinder und Jugendliche um Entschuldigung gebeten und versprochen, den Jugendschutz in seinen Netzwerken zu verstärken. Er und andere Tech-CEOs seien von US-Senatoren kritisiert worden, weil sie gegen Probleme wie sexuelle Ausbeutung und Suizidgefahr nicht genug unternähmen. Neben Meta hätten auch TikTok und X/Twitter angekündigt, in Sicherheitsmaßnahmen und den Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Internet zu investieren.

5. “Als Autojournalistin muss ich bereit sein, in neue Technologien einzusteigen”
(fachjournalist.de, Ulrike Bremm)
Der “Fachjournalist” hat mit Christina Kunkel gesprochen, die für die Wirtschaftsredaktion der “Süddeutschen Zeitung” über Themen rund um die Automobilindustrie und Mobilität berichtet. In dem Interview geht es um den Wandel in der Automobilbranche, Kunkels persönlichen Weg zum Autojournalismus und die Frage, was diesen von Influencer-Beiträgen unterscheidet: “Die Influencer-Bubble ist für Unternehmen als Marketing-Kanal in den letzten Jahren wahnsinnig wichtig geworden. Bei Fahrvorstellungen gibt es schon seit Jahren Extra-Veranstaltungen nur für Influencer, die fachlich keine Ahnung haben, aber eben dafür bezahlt werden, Werbung zu machen. Mit Journalismus hat das rein gar nichts zu tun und ich finde es wichtig, dass wir Journalisten uns davon abgrenzen.”

6. Moderne Wirtschaftsberichterstattung?
(otto-brenner-stiftung.de, Janine Greyer-Stock, Julia Lück-Benz)
Eine neue Studie der Otto Brenner Stiftung (PDF) zeige, dass sich Wirtschaftspodcasts auf Spotify und in der ARD-Audiothek meist an Unternehmer, Investoren oder Anleger richten und seltener an Verbraucher oder Arbeitnehmer. Die Analyse von 656 Spotify-Podcasts habe ergeben, dass fast 60 Prozent von Unternehmen oder Unternehmern produziert und viele dieser Podcasts Themen aus Unternehmens- oder Branchenperspektive darstellen würden. Demgegenüber sei das Angebot in der ARD-Audiothek ausgewogener und stärker auf gesamtgesellschaftliche Perspektiven und Reportageformate ausgerichtet.

Deepfake-Flut, Auf dem rechten Auge blind?, Böhmermanns Satirekonzept

1. Die Deepfake-Flut
(netzpolitik.org, Constanze Kurz & Chris Köver)
Microsoft und X/Twitter stehen in der Kritik wegen der Verbreitung von sexualisierten Deepfake-Bildern der Sängerin Taylor Swift, die vermutlich mit einem Microsoft-Dienst erstellt wurden. Constanze Kurz und Chris Köver kommentieren: “Die Zahnpasta ist raus aus der Tube, niemand bekommt sie da wieder rein. Was kann man also noch tun? Vielleicht die Kosten für jene erhöhen, die sie da rausgedrückt haben. Der allgemeinen Diffusion von Verantwortung, die wir gerade wieder beobachten können, könnten Gesetzgeber begegnen. Microsoft, OpenAI und alle die anderen, die mit generativer KI gute Geschäfte machen wollen, könnten sie stärker zur Verantwortung ziehen.”

2. Blind am rechten Auge: Wie der Exxpress über Extremismus berichtet
(kobuk.at, Annelie Eckert)
Annelie Eckert kritisiert die Berichterstattung des österreichischen “Exxpress” über Links- und Rechtsextremismus. Eine Analyse von 125 Artikeln habe ergeben, dass der Rechtsextremismus systematisch verharmlost und der Linksextremismus überdramatisiert werde. Dies geschehe durch selektive Berichterstattung, verzerrte Darstellungen und kreative Interpretationen von Umfragen. Das Weltbild des “Exxpress” zeige sich auch in den zahlreichen Kolumnen, in denen sich die Autorinnen und Autoren über Themen empören, die eher dem linken Spektrum zugeordnet werden.

3. Wird der öffentlich-rechtliche Rundfunk jetzt wirklich grundlegend reformiert?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 20:39 Minuten)
Für “Übermedien” spricht Holger Klein mit dem Schweizer Publizisten und Manager Roger de Weck, der auch Mitglied des sogenannten Zukunftsrats zur Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist. Dieser Zukunftsrat hat vergangene Woche seine Empfehlungen veröffentlicht (PDF), die nun von der Rundfunkkommission beraten werden: “Die Rundfunkkommission hat im Grund genommen die wesentlichen Stoßrichtungen unseres Berichts begrüßt. Das stimmt mich zuversichtlich. Illusionslos, aber hoffnungsfroh”, sagt de Weck.

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4. Da hilft nur Galgenhumor
(taz.de, Michael Bartsch)
Nach dem Verkauf der “Sächsischen Zeitung” (“SZ”) und anderer Regionalmedien aus Dresden und dem ostsächsischen Raum an die Madsack-Gruppe herrschen Unsicherheit und Skepsis unter den betroffenen Journalistinnen und Journalisten. Die Zukunft der “SZ” und ihrer Belegschaft sei ungewiss, vor allem im Hinblick auf eine mögliche Zentralisierungen und Personalabbau, wie dies bereits bei anderen von Madsack übernommenen Medien der Fall gewesen sei.
Weiterer Lesetipp: Wie das Medienblog “Flurfunk” berichtet, werde Madsacks Kauf aktuell noch nicht vom Bundeskartellamt geprüft. Dies habe eine Anfrage an die Kartellbehörde ergeben: Madsack hat DDV-Kauf noch nicht angemeldet (flurfunk-dresden.de, Peter Stawowy).

5. #JT24: Nicht nur eine Frage von Selfcare
(verdi.de, Helma Nehrlich & Karin Wenk)
Beim 36. Journalismustag der Gewerkschaft Verdi standen die psychische Gesundheit von Journalistinnen und Journalisten und die damit verbundenen Herausforderungen wie Arbeitsdruck, Anfeindungen und Arbeitsbedingungen in Medienunternehmen im Mittelpunkt: “Produzieren bis zum Umfallen? Mental Health im Journalismus”. Burkhard Schmidt, der auch an einer Studie zu den Auswirkungen des Medienwandels beteiligt war, zeigte sich angesichts der aktuellen Entwicklung besorgt: “Was durch Digitalisierung und KI an personellen Ressourcen ersetzt werden kann, wird ersetzt werden. Übrigbleiben werden wenige hochbezahlte und unersetzbare High-Performer, die dann arbeiten bis zum Umfallen.”

6. Böh­m­er­manns Sati­re­kon­zept in Gefahr
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Felix W. Zimmermann beschäftigt sich mit der nicht ganz einfachen Frage der Erkennbarkeit von Satire am Beispiel des Stils von Jan Böhmermann, der häufig mit Unsicherheiten und möglicherweise wahren Tatsachen spiele. Ein aktueller Rechtsstreit des ZDF um ein falsches Bild des Journalisten Stefan Aust in Böhmermanns Sendung “ZDF Magazin Royale”, auf dem statt Aust der Schauspieler Volker Bruch zu sehen war, werfe die Frage auf, wie weit Satire gehen darf und ob und wie deutlich satirische Inhalte als solche erkennbar sein müssen.

Seipel-Bericht, Strategie des Wutleser-Fischens, Künast vs. Meta

1. “Seipel hat sich missbrauchen oder einspannen lassen”
(dwdl.de, Alexander Krei)
Der Journalist und Dokumentarfilmer Hubert Seipel, bekannt für seine Bücher über und Interviews mit Wladimir Putin, soll laut ZDF und “Spiegel” 600.000 Euro aus Russland erhalten haben. Der NDR hat daraufhin im November eine Untersuchungskommission unter Leitung des ehemaligen “Spiegel”-Chefredakteurs Steffen Klusmann eingesetzt. Nun liegt der Bericht vor, der Seipels Fehlverhalten bestätige, aber auch Kritik am NDR übe. Der Sender formuliert es so: “Wenngleich keinerlei Pflichtverletzungen bei Mitarbeitenden des NDR vorliegen, so kommt der Bericht doch zu der Einschätzung, man habe Seipel über die Jahre zu sehr hofiert und zu wenig kritisch hinterfragt.”

2. “Welt”-Leser wollen sich Rechtsextremismus nicht erklären lassen
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Stefan Niggemeier beleuchtet die Reaktionen der “Welt”-Leserschaft auf einen Bericht über die rechtsextreme Parole “Deutschland den Deutschen – Ausländer raus”. Trotz einer historischen Betrachtung dieser Parole durch “Welt”-Politikredakteur Frederik Schindler, der ihre Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgt, empörten sich die Leser und Leserinnen mehr über die vermeintliche Parteinahme der “Welt” gegen die AfD als über die Parole selbst. Niggemeiers Fazit: “Die Strategie des Wutleser-Fischens scheint nicht nur gefährlich zu sein, sondern auch wenig nachhaltig.”

3. RSF verurteilt Angriffe der AfD gegen Correctiv
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen verurteilt die Angriffe von AfD-Mitgliedern auf Medienschaffende der Rechercheplattform “Correctiv”, die über ein Treffen berichtet hatten, bei dem Pläne für die Ausweisung von Millionen deutscher Staatsbürger diskutiert wurden. “Die vielfältigen Versuche, diese journalistische Recherche zu denunzieren, sind nicht nur ein Angriff gegen die Reporter und Rechercheure von Correctiv, sondern gegen uns alle. Wir wissen, wohin es führt, wenn Parteien den Nährboden für Radikale und Extremisten bereiten”, so Martin Kaul, Vorstandssprecher von Reporter ohne Grenzen.

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4. Wie es jungen Journalist*innen in Österreich geht
(tageins.at, Emil Biller)
Bei “tag eins” berichten fünf junge Journalistinnen und Journalisten aus Österreich über ihre berufliche Situation in einer von Sparmaßnahmen und Strukturwandel geprägten Medienlandschaft. Die Bedingungen klingen alles andere als einfach: Prekäre Arbeitsverhältnisse, schlecht bezahlte Praktika und unsichere Karriereperspektiven bestimmen den Alltag der jungen Medienschaffenden.

5. Renate Künast erzielt Erfolg in Prozess gegen Facebook-Konzern Meta
(zeit.de)
Die Grünen-Politikerin Renate Künast hat im Prozess gegen den Facebook-Mutterkonzern Meta wegen eines Memes mit einem ihr fälschlich zugeschriebenen Zitat einen juristischen Erfolg erzielt: Das Oberlandesgericht Frankfurt bestätigte das Urteil der Vorinstanz, wonach Meta das betreffende Meme sowie ähnliche Varianten löschen muss, um viral verbreiteten Verleumdungen wirksam zu begegnen. Während das Landgericht Künast ein Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Euro zugesprochen hatte, wurde dieser Teil des Urteils vom Oberlandesgericht abgewiesen; die Entscheidung sei noch nicht rechtskräftig.

6. Abpfiff und Niederlage
(taz.de, Sebastian Moll)
Die Zeitschrift “Sports Illustrated”, einst bekannt für ihren literarischen Sportjournalismus, steht vor dem Ende, nachdem sie durch mehrere Besitzerwechsel, zuletzt an eine “Brand-Management”-Firma, ihre journalistische Qualität verloren habe. Mit etwas Wehmut blickt Sebastian Moll auf die goldenen Zeiten der Sportillustrierten zurück: “Das Zusammenspiel von Bild und Text formte die Art und Weise, wie die Geschichte des Sports in Amerika erinnert wird. Wer an den Sensationssieg der US-Eishockeymannschaft bei den Olympischen Spielen von 1980 denkt, wird immer das Sports-Illustrated-Foto der jubelnden Mannschaft im Moment des Sieges im Kopf haben.”

Einfluss von KI, Mit Rechten reden?, “Kontraste” erzwingt Teilnahme

1. “Wir haben nicht vor, Texte von einer KI generieren zu lassen”
(journalist.de, Henning Kornfeld)
Im Interview mit journalist.de spricht Sebastian Horn, stellvertretender Chefredakteur von “Zeit Online”, über die wachsende Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI) im Journalismus und betont gleichzeitig die Unersetzbarkeit menschlicher Recherche und Texterstellung: “Bei unseren Texten wird man weiterhin davon ausgehen können, dass sie von Menschen geschrieben wurden. Das Textgenerieren mittels KI würde den Kern dessen berühren, wofür die Zeit steht – vertrauenswürdiger, tief recherchierter und exzellent erzählter Journalismus.”
Weitere Lesetipps: Bei fachjournalist.de macht sich Michael Schaffrath Gedanken über den Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf den Sportjournalismus: Kein K.o. durch KI – aber durchaus Wirkungstreffer. Und bei verdi.de berichtet Susanne Stracke-Neumann von einer Podiumsdiskussion über die Herausforderungen und Chancen von Künstlicher Intelligenz für den Journalismus: Qualität versus generative KI?

2. “Medien reden mit Rechten” hat nicht funktioniert
(deutschlandfunk.de, Matthias Dell, Audio: 3:42 Minuten)
In seiner Kolumne im Deutschlandfunk reflektiert Matthias Dell den Umgang der großen Medien mit der AfD, insbesondere nach den Enthüllungen über den “Geheimplan” von AfD-Politikerinnen und -Politikern. Dell kritisiert eine unangemessene Offenheit und Faszination vieler Medien gegenüber der AfD und rechtsextremen Ideologien, was teilweise zu einer Normalisierung dieser Ansichten geführt habe.
Weiterer Hörtipp: Auch der “6-vor-9”-Kurator hat sich in seiner radioeins-Kolumne Gedanken über die Frage gemacht, ob und wie Medien mit der AfD reden können. Die Herausforderung bestehe darin, die Aussagen der Partei zu analysieren und zu kontextualisieren, ohne ihr eine Plattform für rechtsextreme Propaganda zu bieten. Gleichzeitig sei es wichtig, die Stimmen derer zu hören, die von der Politik und Rhetorik der AfD betroffen sind (radioeins.de, Audio: 3:29 Minuten).

3. “Kontraste” erzwingt Teilnahme an AfD-Veranstaltung
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Das ARD-Magazin “Kontraste” habe per einstweiliger Verfügung seine Teilnahme an einer AfD-Veranstaltung in Sachsen-Anhalt durchgesetzt. Die Journalisten hätten von einer feindseligen Atmosphäre vor Ort und Schwierigkeiten bei der Ausübung ihrer Arbeit berichtet, wie etwa Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und feindseligen Reaktionen des Publikums.
Weiterer Hörtipp: Der Deutschlandfunk hat mit “Kontraste”-Redaktionsleiter Georg Heil über den Fall gesprochen: Gericht kippt Drehverbot für ARD-Team (deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 7:45 Minuten).

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4. “Geheimplan”-Recherche: Fragen und Antworten
(correctiv.org)
Die Veröffentlichung der “Correctiv”-Recherche “Geheimplan gegen Deutschland” über ein Treffen von AfD-Politikerinnen und -Politikern sowie einzelnen Mitgliedern von CDU und “Werteunion” mit Rechtsextremisten hat ein enormes Medienecho ausgelöst und am vergangenen Wochenende Hunderttausende bei Demonstrationen auf die Straße gebracht. Die “Correctiv”-Redaktion hat viele Fragen zu ihrer Recherche erhalten, die sie in einem FAQ gebündelt beantwortet hat.

5. Journalisten mit Pegasus-Spyware angegriffen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen schreibt, sie habe Belege dafür, dass die Mobiltelefone zweier in Togo vor Gericht stehender Journalisten von staatlicher Seite mittels der Spionagesoftware “Pegasus” überwacht wurden: “Wir konnten im Fall von Loïc Lawson nachweisen, dass sein Mobiltelefon immer wieder von dem Staatstrojaner Pegasus infiziert wurde. Es ist Aufgabe der internationalen Staatengemeinschaft, die Regierung von Togo und die NSO Group, welche diese Spionagesoftware an Togo verkauft hat, zur Verantwortung zu ziehen”, sagt Janik Besendorf, einer der beiden für die Enthüllung verantwortlichen Mitarbeiter des Berliner Digital Security Lab.

6. Suizid-Content in sozialen Medien: Gefahr für junge Menschen
(ndr.de, Alex Grantl, Video: 21:55 Minuten)
Warnung: In dem verlinkten Beitrag geht es um Suizide. Solltest Du Suizid-Gedanken haben, dann gibt es Menschen, die Dir helfen können, aus dieser Krise herauszufinden. Eine erste schnelle und unkomplizierte Hilfe bekommst Du etwa bei der “TelefonSeelsorge”, die Du kostenlos per Mail, Chat oder Telefon (0800 – 111 0 111 und 0800 – 111 0 222) erreichen kannst.
Das Medienmagazin “Zapp” thematisiert, wie Inhalte in Sozialen Medien, insbesondere auf Plattformen wie TikTok, die sich mit Suizid, Essstörungen und Selbstverletzung beschäftigen, eine potenzielle Gefahr für Jugendliche und junge Erwachsene darstellen. In dem Beitrag werden verschiedene Perspektiven beleuchtet, unter anderem die der TikTokerin Nadine Breaty, der Nutzerin Sera und des Suizidforschers Thomas Niederkrotenthaler, um die Risiken solcher Inhalte für junge Menschen zu untersuchen.

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