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Welttag der Pressefreiheit, Gute Geschäfte, Schwierige Ticket-Käufe

1. Pressefreiheit ja, aber…
(djv.de, Hendrik Zörner)
Zum Welttag der Pressefreiheit am heutigen 3. Mai hat der Deutsche Journalisten-Verband den “im Deutschen Bundestag vertretenen demokratischen Parteien” einen Fragenkatalog übersandt, wie sie es mit der Pressefreiheit halten und wie man diese aus ihrer Sicht stärken könnte. “Geantwortet haben alle Parteien bis auf AfD, Linke und BSW.” Die vollständigen Ergebnisse gibt es hier.
Weiterer Lesetipp: Ebenfalls anlässlich des Welttags der Pressefreiheit appelliert die Deutsche Journalistinnen- und Journalistenunion in Verdi: Bedrohung darf nicht zum Joballtag werden.

2. “Es geht um alles – es geht um die Demokratie”
(journalist.de, Jan Freitag)
Im Fachmagazin “journalist” gibt es ein lesenswertes Interview mit dem Publizisten, Anwalt und Philosophen Michel Friedman. Darin geht es auch um die Frage, ob man mit Rechtsextremen sprechen soll, etwa in journalistischen Interviews: “Ich bin hin- und hergerissen, im Zweifel also gegen das Gespräch. Aber falls wir es dennoch führen, dürfen wir nicht die Themenwünsche der AfD erfüllen, sondern unsere eigenen; sonst tappen wir in die Falle, alles mit der Migration zu verknüpfen. Wir reden mit den Grünen zu Recht primär über die Umwelt, aber letztendlich über alle politischen Themen. Das muss auch mit der AfD geschehen, sonst triggern wir ausschließlich ihre Kernanliegen – die menschenverachtende Propaganda.”

3. Gute Geschäfte zwischen Gagenzahlung und Unternehmertum
(dwdl.de, Torsten Zarges)
“Die Grundsatzfrage, ob produzierende Moderatoren wirtschaftlich sinnvoll sind oder nicht, bleibt ein Gremien-Dauerbrenner. Einerseits erlaubt die Konstruktion dem Sender, das unternehmerische Risiko für ein größeres Redaktionsteam outzusourcen. Andererseits besteht die Gefahr, dass gewisse Posten großzügiger kalkuliert werden, um die offizielle Moderationsgage aufzuhübschen.” Bei “DWDL” wirft Torsten Zarges einen Blick auf die unternehmerischen Aktivitäten der TV-Stars – von Anne Will bis Matthias Schweighöfer, von Mario Barth bis Barbara Schöneberger.

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4. Rezepte gegen den Populismus
(deutschlandfunk.de, Peter Frey)
In seiner Medienkolumne erläutert Peter Frey, wie Journalisten und Journalistinnen aus seiner Sicht mit Populismus umgehen sollten, insbesondere vor dem Hintergrund der bevorstehenden Wahlen in Europa und den USA. Er betont die Bedeutung von systematischer Beobachtung und Aufklärung, statt in Interviews auf Provokationen einzugehen. Weiterhin erinnert Frey an die Gefahren einer übermäßigen Medienpräsenz von Figuren wie Donald Trump: “Ich muss jetzt oft an das Jahr 2016 zurückdenken, als die meisten Journalisten – mich eingeschlossen – einen Sieg Trumps für ausgeschlossen hielten. Heute scheint mir, dass der Irrtum von damals durch zu viel Aufmerksamkeit für Trump heute kompensiert wird.”

5. Whistleblowerschutz – eine essenzielle Säule der Pressefreiheit
(whistleblower-net.de, Kosmas Zittel)
Kosmas Zittel, Geschäftsführer des Whistleblower-Netzwerks, kritisiert die Bundesregierung für ihr mangelndes Engagement beim Schutz von Whistleblowern und der Stärkung der Pressefreiheit. Anlässlich des heutigen Welttages der Pressefreiheit fordert er, die Zusammenarbeit zwischen Whistleblowern und Medienschaffenden zu erleichtern, zumal große Skandale oft erst durch solche Kooperationen aufgedeckt würden. Zittel kritisiert das Hinweisgeberschutzgesetz als unzureichend und fordert einen Vorrang des öffentlichen Interesses vor dem Geheimhaltungsbedürfnis.

6. »Ich bin jetzt pleite, habe keine Tickets«
(spiegel.de)
Zum Wochenausklang noch etwas Leichtes: Beim “Spiegel” konnte man gestern via Live-Ticker mitverfolgen, wie sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um Tickets für die Fußball-EM bemühten. Das digitale Wartezimmer der UEFA entpuppte sich für viele als Quelle der Frustration, geprägt von technischen Problemen und langen Wartezeiten. Die Anekdoten reichen von Schuldzuweisungen und gescheiterten Versuchen, das Ticketportal zu überlisten, bis hin zu humorvollen Vergleichen und kleinen Erfolgsmeldungen. Am Ende stand die Redaktion jedoch größtenteils ohne Tickets da.

Sorgen vor Desinformation, Fehler2Go, ChatGPT halluziniert

1. Verunsicherung bei Mediennutzenden: Sorgen vor Desinformationen im Superwahljahr 2024
(de.ejo-online.eu, Torben Kassler)
Torben Kassler fasst die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung zur Sorge der Deutschen und der US-Amerikaner vor Desinformation im Superwahljahr 2024 zusammen (PDF). Dabei geht es auch um das schwindende Vertrauen der Menschen in Medien: “Ein Vertrauensschwund, dem von journalistischer Seite zwar entschieden entgegengetreten werden muss; stets jedoch unter Bedacht des Spannungsfelds zwischen dem Schutz vor absichtlichen Falschinformationen auf der einen Seite und der Meinungsfreiheit auf der anderen Seite.”

2. Fehler im ZDF: Bei “MrWissen2Go” werden englische Stallburschen zu Hitlerjungen
(msn.com, Jochen Zenthöfer)
Beim ZDF-Format “MrWissen2Go” gab es anscheinend derart gravierende Fehler, dass sich der Sender gezwungen sah, über 300 Videos auf dem zugehörigen Youtube-Kanal “MrWissen2Go Geschichte” zu überprüfen. Jochen Zenthöfer hat sich einige der Fehler angeschaut und geprüft, wie der Sender hinsichtlich der Korrekturen vorgegangen ist. Und er hat prompt weitere Fehler entdeckt: “Wie es aussieht, hat das ZDF die Videos von ‘MrWissen2Go’ noch nicht gründlich genug unter die ­Lupe genommen.”

3. Datenschützer reichen Beschwerde gegen OpenAI ein
(zeit.de)
Die Datenschützer der österreichischen NGO “none of your business” (“noyb”) haben eine Beschwerde gegen den ChatGPT-Entwickler OpenAI eingereicht. Die KI-Software erfinde falsche Informationen über Personen: “ChatGPT halluziniert und nicht mal OpenAI kann es stoppen”, sagt Maartje de Graaf, Datenschutzanwältin bei “noyb”. Weitere Informationen dazu: ChatGPT verbreitet falsche Infos über Personen – und OpenAI kann nichts tun (noyb.eu)

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4. Die große Freiheit – vorbei
(taz.de, Katrin Gänsler)
Katrin Gänsler berichtet über ihre Erfahrungen als Journalistin in Westafrika, insbesondere in Nigeria, wo sie über 14 Jahre verbracht hat. Sie beschreibt die täglichen Herausforderungen wie Treibstoffknappheit, Stromausfälle, bürokratische Hürden und Transportprobleme. Darüber hinaus thematisiert sie die zunehmenden Einschränkungen der journalistischen und der Bewegungsfreiheit durch Gruppen wie Boko Haram.

5. TikTok-Star Om Fahad in Bagdad erschossen
(spiegel.de)
Aufnahmen einer Überwachungskamera zufolge ist die irakische Influencerin Om Fahad, die mit bürgerlichem Namen Ghufran Sawadi hieß, vor ihrer Wohnung in Bagdad erschossen worden. Offenbar wurde dabei auch ihre Assistentin verletzt. Om Fahad war vor allem über TikTok bekannt geworden, wo sie mit Tanzvideos viele Menschen erreichte. Zuvor war sie von einem irakischen Gericht wegen “unanständiger Äußerungen” in ihren Videos verurteilt worden.

6. Gemeinwohlorientierte Digitalisierung braucht Unterstützung statt Steine im Weg
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Das Finanzamt hat den Hauptentwicklern von Mastodon die Gemeinnützigkeit erst zuerkannt, dann jedoch wieder aberkannt. Bei netzpolitik.org kommentiert Markus Reuter: “Man kann in dieser Frage die Schuld nicht nur dem Finanzamt geben, das erst die Gemeinnützigkeit der Mastodon gGmbH genehmigt und jetzt wieder aberkannt hat. Gefragt ist auch die Politik – und genauer gesagt die Ampel-Koalition. Sie hat die Möglichkeit die Entwicklung von freier und offener Software als gemeinnützig abzusichern.”

Machtkampf, Future Video, Gezeichneter Journalismus

1. Machtkampf zwischen US-Politik und TikTok
(deutschlandfunk.de, Sebastian Wellendorf, Audio: 8:09 Minuten)
In den vergangenen Tagen gab es eine ganzen Reihe an Meldungen rund um die Videoplattform TikTok, was stark mit den Bemühungen der USA zusammenhängt, einen Eigentümerwechsel bei TikTok zu erzwingen. Im Deutschlandfunk bezweifelt Simon Hurtz, einer der beiden Köpfe des “Social Media Watchblog”, dass es dazu kommen wird: “Zum einen hat sich China schon 2020 ein Veto-Recht eingeräumt bei Verkäufen von Technologie an ausländische Investoren. Und als 2022 schon mal ein Verbot von TikTok im Raum stand, hieß es auch, dass China einem Verbot nicht zustimmen würde – und ich bezweifle, dass sich daran was geändert hat.”

2. Frauen im Journalismus weiter unterrepräsentiert
(de.ejo-online.eu, Alina Baehr)
Das Reuters Institute hat im Rahmen seiner Langzeitstudie “Women and leadership in the news media” erneut die Geschlechterverteilung in Redaktionen untersucht (PDF). Die aktuelle Erhebung zeige, dass es auch 2024 weltweit keine Geschlechterparität in journalistischen Führungspositionen gebe. Dies gelte auch für Deutschland, wo Frauen vor allem im Sportjournalismus unterrepräsentiert seien. Alina Baehr fasst die wichtigsten Zahlen zusammen.

3. Schwierige Zeiten für unabhängige Medien
(reporter-ohne-grenzen.de)
Seit der gewaltsamen Niederschlagung der Revolution in Belarus im Jahr 2020 haben repressive Maßnahmen gegen unabhängige Medien zu einer Massenflucht dieser Medien und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Exil geführt. Nun liegt ein Bericht über den Zustand und die Wirksamkeit der unabhängigen Medien aus Belarus vor (PDF).

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4. Future Video: Das bewegt die Branche
(blog.medientage.de, Petra Schwegler)
“Wie gucken und streamen wir künftig? Welche Trends setzen sich durch? Welche Media- und Business-Modelle sichern zukunftsfähige Content-Strategien fürs (vernetzte) TV, für den Stream, Video on Demand oder auch für Social Video? Welche Player haben mit ihren Technologien und Anwendungen das Sagen? Und wer sind die Gatekeeper von morgen?” Unter anderem mit diesen Fragen beschäftigte sich diese Woche eine Konferenz in München namens Future Video. Petra Schwegler fasst ihre wichtigsten Erkenntnisse der Veranstaltung zusammen.

5. Die DNA dieser Zeitung
(faz.net, Gerald Braunberger)
Anlässlich ihres 75-jährigen Bestehens erinnert die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” an die Gründung der FAZIT-Stiftung, die die Unabhängigkeit der Zeitung sichern soll: “Die Unabhängigkeit ist die DNA dieser Zeitung. Ein Dreivierteljahrhundert nach der Gründung der F.A.Z., 72 Jahre nach dem Abschluss des Herausgebervertrags und 65 Jahre nach Gründung der FAZIT bleibt die Bedeutung der publizistischen wie der wirtschaftlichen Unabhängigkeit einer Zeitung nicht weniger wichtig.”

6. Karikaturen: Gezeichneter Journalismus in Zeiten von Printkrise, Memes und verschärften Kontroversen
(fachjournalist.de, Gunter Becker)
Karikaturen und Cartoons, die sowohl als journalistisches als auch als künstlerisches Medium fungieren, geraten durch die Krise der Printmedien, die Popularität Sozialer Medien und den dort verbreiteten Memes sowie die Verschärfung gesellschaftlicher Kontroversen zunehmend unter Druck. Gunter Becker sprach mit einer Zeichnerin, einem Zeichner und einem Ressortleiter darüber, wie sich diese Faktoren auf ihre Arbeit auswirken.

KW 15/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Werbung trotz Verbot? Die Marketingtricks der Tabakindustrie
(ndr.de, Aniko Schusterius & Leon Müller, Video: 17:27 Minuten)
Jahrzehntelang haben die großen Tabakkonzerne ihre Produkte aggressiv vermarktet und über gebuchte Anzeigen riesige Summen in Medien gepumpt. Heute müssen die Unternehmen wegen des Werbeverbots subtiler vorgehen. Das Medienmagazin “Zapp” hat die aktuellen Strategien und Marketingtricks der Tabakindustrie unter die Lupe genommen.

2. Fußball: Brauchen die Vereine die Medien noch?
(br.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 26:48 Minuten)
Fußballvereine waren viele Jahre lang auf die unabhängige Berichterstattung von Medien angewiesen, um für ihren Sport zu werben. Das hat sich inzwischen geändert: Dank der großen Reichweiten in den Sozialen Medien können die Vereine ihre Pressearbeit oft selbst steuern. Jonathan Schulenburg spricht bei “BR 24 Medien” unter anderem mit dem ehemaligen FC-Bayern-Spieler und Sportmoderator Thomas Helmer über das neue Medienzeitalter im Fußball.

3. Lage der Nation 377
(lagedernation.org, Philip Banse & Ulf Buermeyer, Audio: 1:49:52 Stunden)
Vergangenen Mittwoch haben wir in den “6 vor 9” einen Beitrag zum Umgang von Medien mit der Polizeilichen Kriminalstatistik empfohlen. Im Politik-Podcast “Lage der Nation” ist nun der Kriminologe Martin Thüne zu Gast. Philip Banse und Ulf Buermeyer sprechen mit ihm über die Frage, “warum die Polizeiliche Kriminalstatistik in die Irre führt”.

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4. Kommt der Bundeskanzler zu spät zur TikTok-Party?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 24:28 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit Marcus Bösch, der zu TikTok und politischer Kommunikation forscht, über die Nachricht, dass Bundeskanzler Olaf Scholz nun auch auf der Videoplattform vertreten ist: “Was sagt er zu Scholz’ spätem TikTok-Debüt? Wie funktioniert die Plattform eigentlich? Was macht sie so erfolgreich? Und haben die Medien die Plattform eigentlich schon verstanden?”

5. Anne Will (2024) – Was ist heute anders?
(hotelmatze.podigee.io, Matze Hielscher, Audio: 2:18:14 Stunden)
Im Podcast “Hotel Matze” ist Journalistin und Moderatorin Anne Will zu Gast. Nach längerer Zeit mal wieder, muss man sagen – Wills letzter “Hotel”-Besuch war im Juni 2017. In der aktuellen Folge geht es vor allem um die Frage, wie es Anne Will nach ihrem Abschied als ARD-Sonntagstalkerin geht: “Es geht um Neuanfänge, um Karriere und Persönlichkeitsentwicklung, wir sprechen über die Kunst des Gesprächs vor laufender Kamera, über das Leben als öffentliche Person und über die aktuelle politische Lage.”

6. Rocko Schamoni Supershow
(ardmediathek.de, Rocko Schamoni & Gereon Klug, Video: vier Folgen je circa 30 Minuten)
Zum Schluss noch eine etwas andere Empfehlung: Die vierteilige ARD-Mockumentary “Rocko Schamoni Supershow”, in der auch verschiedene Mediengrößen eine Rolle spielen, beispielsweise Linda Zervakis, Klaas Heufer-Umlauf und Caren Miosga. Im “Hamburger Abendblatt” fasst Maike Schiller die ungewöhnliche, unterhaltsame Produktion so zusammen: “Die hohe ‘Fraktus’-Schule, der ‘Discounter’-Spott, bisschen Dada, bisschen Parodie, bisschen demaskiertes ‘echtes’ Leben. Bisschen Loriot womöglich sogar, noch mehr ‘Last Exit Schinkenstraße’. Entlarvend und schmerzbefreit. Quatsch mit Anspruch. Und besonders gern auch ohne.”

Aufschub für Assange, Musk-Klage abgewiesen, “Die nette Frau Krawall”

1. Rüdiger und DFB gehen juristisch gegen Julian Reichelt vor
(faz.net)
Zu Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan vor rund zwei Wochen veröffentlichte Fußball-Nationalspieler Antonio Rüdiger bei Instagram ein Foto von sich, das nach Ansicht von Julian Reichelt, einst bei “Bild” als Chefredakteur geschasst und heute Leiter des Wutportals “Nius”, eine islamistische Geste zeige. Gegen diese Unterstellung gehen sowohl der Fußballer als auch der Verband DFB nun juristisch vor: Rüdiger habe Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin gestellt, der DFB habe den Fall der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main gemeldet.

2. Assange bekommt Aufschub
(netzpolitik.org, Constanze Kurz)
Gestern hat der britische Royal Court of Justice über den Fall Julian Assange entschieden. Es ging dabei um die Frage, ob dem Einspruch des Wikileaks-Gründers gegen dessen Auslieferung an die USA stattgegeben wird. Das Gericht habe den Berufungsantrag in mehreren Punkten als begründet und stichhaltig angesehen. Constanze Kurz erklärt, warum die Sache für Assange dennoch nicht ausgestanden ist.

3. US-Gericht weist Klage von X gegen Hassrede-Forscher ab
(spiegel.de)
Die gemeinnützige Organisation Center for Countering Digital Hate hatte eine Zunahme von Hassreden auf X (früher Twitter) seit der Übernahme durch Elon Musk festgestellt. Das wollte der Tech-Milliardär nicht auf sich sitzen lassen und zog nach allerlei öffentlicher Empörung vor Gericht. Dort wurde Musks Klage als offensichtlich unbegründete Einschüchterungsklage (SLAPP) eingestuft und abgewiesen.

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4. Schluckt der RBB die Staatsvertrags-Pille oder kommt die Klage?
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie Timo Niemeier bei “DWDL” berichtet, habe der RBB derzeit mit mehreren Herausforderungen gleichzeitig zu kämpfen, die sich aus dem neuen Staatsvertrag ergäben. So habe die Politik dem Sender beispielsweise die Gründung eines neues Regionalbüros in Brandenburg an der Havel auferlegt, wogegen sich der RBB zunächst stark gewehrt habe. Niemeier beschreibt, welche Regelungen des Staatsvertrages dem öffentlich-rechtlichen Sender weitere Kopfschmerzen bereiten.

5. Warum müssen wir anders über Sinti und Roma berichten?
(br.de, Linus Lüring, Audio: 31:40 Minuten)
In “BR24 Medien” geht es um zum Teil folgenschwere Fehler in der Berichterstattung über Sinti und Roma: Welche Muster gibt es? Und wie entstehen sie? Was passiert zum Beispiel beim “Othering”? Und welche Ansätze existieren, um die Berichterstattung zu verbessern? Markus End vom Zentrum für Antisemitismusforschung, der auch das Bild von Sinti und Roma in Medien untersucht, kritisiert vier zentrale Darstellungsmuster. (Der Sendung ist eine Triggerwarnung beigefügt: “Es ist in dieser Folge eine rassistische Äußerung (‘Z-Wort’) zu hören.”)

6. Die nette Frau Krawall: Wer ist Exxpress-Herausgeberin Eva Schütz?
(derstandard.at, Katharina Mittelstaedt)
Im österreichischen “Standard” geht Katharina Mittelstaedt in einem Porträt einer spannenden Personalie nach: “Eva Schütz ist eine getriebene Multimillionärin. Im türkisen Finanzministerium arbeitete sie als Stellvertreterin von Thomas Schmid. Heute führt sie das Krawallmedium ‘Exxpress’. Was hat sie damit vor?” Begleitend dazu lohnt die aktuelle Ausgabe des “Inside-Austria”-Podcasts: “Exxpress” – Ein rechtes Krawallportal außer Kontrolle (Audio: 37:04 Minuten).

KW 09/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Verheimlichte Politiker-Interviews bei ARD & ZDF?
(ndr.de, Daniel Bröckerhoff & Mandy Mülling, Video: 18:32 Minuten)
Rechtspopulistische Medien behaupten, die öffentlich-rechtlichen Sender würden “regelmäßig” die Parteizugehörigkeit ihrer Interviewpartner verschweigen, weil diese vor allem aus dem linken Spektrum – also von den Grünen, der Linken und der SPD – kämen. Daniel Bröckerhoff und Mandy Mülling sind der Sache nachgegangen: “Wir haben jeden einzelnen Fall auf der Liste überprüft und uns durchs Archiv gewühlt. Kleiner Spoiler: sauber recherchiert wurde offenbar weder vom ÖRR Blog noch von Nius.”

2. Haben zu viele Journalisten beim Thema Ukraine eine Schere im Kopf?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 29:51 Minuten)
Der Kriegs- und Krisenreporter Moritz Gathmann reist immer wieder in die Ukraine, um über den Krieg und dessen Auswirkungen auf die Menschen vor Ort zu schreiben. Aus Gathmanns Sicht gibt es in der deutschen Berichterstattung keine klare Abgrenzung zwischen Aktivismus und Journalismus und viele “weiße Flecken”. Im Gespräch mit Holger Klein geht es um diese weißen Flecken und die Frage, was Medien besser machen können.

3. Klimajournalismus und Aktivismus
(transistor.fm, Luis Paulitsch, Audio: 43:09 Minuten)
Wie sollen Medien angemessen über die drohende Klimakatastrophe berichten? Was zeichnet guten Klimajournalismus aus? Und wo ist die Grenze zum Aktivismus? Darüber diskutiert Luis Paulitsch mit dem Klimaaktivisten und früheren Journalisten Raphael Thelen, der Journalistin Rosemarie Schwaiger und Sandra Walder, die bei der Austria Presse Agentur ein ressortübergreifendes Klima-Team leitet.

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4. Kerstin von Kalckreuth über Journalismus im Super-Sportjahr
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 23:19 Minuten)
Welche Rolle spielen Journalistinnen und Journalisten im Super-Sportjahr 2024? Im Podcast “Läuft” spricht Kerstin von Kalckreuth, WDR-Sportreporterin und Mitinitiatorin des Podcasts “Sport Inside”, über “ihre Erfahrungen mit Sommermärchen-Erwartungen”, über Missstände, die sie für berichtenswert hält, und über das “Machtverhältnis zwischen Medien und großen Sportverbänden”.

5. Trash-Kultur: Lesen und Glotzen auf dem Boden der Mülltonne?
(deutschlandfunkkultur.de, Christine Watty & Johannes Franzen & Berit Glanz, Audio: 47:20 Minuten)
“Lakonisch Elegant”, der wöchentlich erscheinende Kulturpodcast von Deutschlandfunk Kultur, schaltet sich einmal im Monat mit dem Internet-Feuilletonformat “54books” zusammen. In der aktuellen Ausgabe geht es um leichte Kost: “Wir sprechen über den Begriff ‘Trash’, mit dem TV-Serien, Filme und Literatur versehen werden, sobald sie fehlerhaft sind oder als unästhetisch gelten. Ein Genre, das vielen Menschen Vergnügen bereitet, auch den Teilnehmern dieses Podcasts. Warum eigentlich?”

6. Die wildesten Foto-Fakes der Klatschpresse
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 11:44 Minuten)
“Wie schwängert man Selena Gomez, ohne sie jemals getroffen zu haben? Wie hält man Helene Fischer in ihrem eigenen Haus gefangen? Und wie startet man eine Affäre zwischen Prinz Harry und seiner Schwipp-Schwägerin, ohne dass die beiden selber was davon mitbekommen?” Klatschpresse-Experte Mats Schönauer hat die Antwort: “Mit Photoshop!”

Vorverurteilende Berichterstattung, Gegen die Deepfake-Flut, Musk-Doku

1. Wie vorverurteilend “Bild” über den Schwager von Rebecca Reusch berichtet
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Boris Rosenkranz kritisiert die Berichterstattung der “Bild”-Medien über den Fall der seit 2019 vermissten Rebecca Reusch, insbesondere im Hinblick auf ein angeblich neues Video, das laut “Bild” den Schwager der Vermissten belasten soll. Trotz offizieller Aussagen, dass das Video keine neuen Erkenntnisse bringe, wurde es von der “Bild”-Redaktion als wichtige Entwicklung dargestellt, was Fragen nach der Verantwortung und Genauigkeit der Berichterstattung aufwerfe. Rosenkranz beleuchtet auch die Problematik der medialen Vorverurteilung und die Rolle spekulativer Berichterstattung in solch sensiblen Fällen.

2. Werkzeuge gegen die Deepfake-Flut
(netzpolitik.org, Daniel Leisegang)
Die Forscher Ramak Molavi Vasse’i und Gabriel Udoh sind in ihrer Mozilla-Studie “In Transparency We Trust?” der Frage nachgegangen, wie sich KI-generierte Inhalte kennzeichnen lassen. Daniel Leisegang fasst die Ergebnisse zusammen: Es gebe keine einfache Lösung, so die Forscher, vielmehr sei ein vielschichtiger Ansatz notwendig.

3. Die Maximen umschreiben
(taz.de, Patrick Guyton)
“Gibt es einen alten und einen neuen Journalismus? Nutzen junge Menschen völlig andere Medien völlig anders als die Älteren? Und was soll Journalismus? Zum Beispiel wahrheitsgemäß informieren, einordnen, aufklären, enthüllen, unterhalten? Oder auch zum Aktivismus aufrufen und sich dabei selbst in den Vordergrund stellen?” Um diese und weitere Fragen ging es bei der Jahrestagung des Netzwerk Medienethik. Patrick Guyton fasst einige der Antwortversuche zusammen.

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4. Kronen Zeitung: “Anzeige und Berichterstattung (ca. 20.000 Euro)”
(kobuk.at, Philipp Wohltmann)
Vergangenen Mittwoch haben wir in den “6 vor 9” einen Beitrag über die Berichterstattung über den insolventen Immobilien-Investor René Benko in österreichischen Medien empfohlen (Kurier mit Beißhemmung, Krone knallhart – Wie die Zeitungen über Benko berichten). Nun beschäftigt sich Philipp Wohltmann erneut mit der “Kronen Zeitung”: “E-Mail-Verläufe zeigen, dass Unternehmer und Investor Michael Tojner bei Eva und Christoph Dichand Einfluss auf die Berichterstattung der Kronen Zeitung und von Heute nehmen wollte. Sie zeigen auch, dass er auf diese Versuche oft positive Rückmeldungen der Dichands bekam.”

5. “Trottel” und “Pharmahure”: “Falter”-Chefredakteur Klenk klagt Baumgartner
(derstandard.at)
Florian Klenk, Chefredakteur der österreichischen Wochenzeitung “Falter”, habe den Extremsportler Felix Baumgartner wegen übler Nachrede und Beleidigung verklagt, nachdem dieser ihn auf Facebook beleidigt habe. Das Landesgericht Wien habe Baumgartner daraufhin aufgetragen, eine Mitteilung über die Einleitung eines Medienverfahrens zu veröffentlichen. Klenk sehe in der Anweisung des Gerichts einen ersten juristischen Erfolg gegen Baumgartner.

6. Doku über Elon Musk: Das Verhältnis von Macht und Medien
(tagesspiegel.de, Thomas Gehringer)
Thomas Gehringer empfiehlt die neue Doku “Elon Musk und die Twitter-Übernahme”, die bei Arte läuft: “Dabei steht weniger das monatelange Hin und Her um den 44-Milliarden-Übernahme-Deal im Mittelpunkt, sondern das Verhältnis zwischen Macht und Medien und die Rolle von Twitter/X in der jüngeren US-Geschichte.” Der etwa eineinhalbstündige Film ist seit heute morgen auch in der Arte-Mediathek verfügbar.

KW 07/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. »Wir alle können auf Desinformation hereinfallen«
(spiegel.de, Marius Mestermann, Audio: 43:01 Minuten)
Thomas Laschyk, Gründer des Blogs “Volksverpetzer”, setzt auf emotionale Inhalte, die Aufmerksamkeit generieren und über reine Faktenchecks hinausgehen sollen. So wollen er und sein Team den Narrativen von Populisten und Extremisten entgegenwirken. Wie sie dabei vorgehen, ist Thema der aktuellen Folge des “Spiegel”-Podcasts “Stimmenfang”.

2. Der Fehler als Chance
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 31:24 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine Sendung und tauschen sich mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um den Umgang mit Fehlern und die Frage, wie eine bessere Fehlerkultur aussehen könnte. Es diskutieren DLF-Hörer Filip Kolb, ZDF-Online-Nachrichtenchef Frederic Huwendiek, Medienwissenschaftler Stephan Weichert und Stephan Beuting vom Deutschlandfunk.
Tipp aus unserem Archiv: In diesem Zusammenhang sei gerne an Ralf Heimanns achtteilige Serie Kleine Wissenschaft des Fehlers bei uns im BILDblog erinnert.

3. Mark D. Cole zur Reform von ARD und ZDF
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 5:52 Minuten)
Mark David Cole ist Jurist, Professor für das Recht der neuen Informationstechnologien und wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Europäisches Medienrecht. Außerdem war er Mitglied des sogenannten Zukunftsrats von ARD und ZDF. In einer knapp sechsminütigen Bonus-Episode des Podcasts “Läuft” verrät Cole, wie zufrieden er mit dem ist, was die Bundesländer als Reaktion auf die Anregungen des Zukunftsrats vorgelegt haben.

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4. Hörbar Rust mit Jessy Wellmer
(radioeins.de, Bettina Rust, Audio: 1:26:47 Stunden)
Jessy Wellmer, die seit Oktober 2023 die “Tagesthemen” moderiert, blickt auf eine vielseitige journalistische Karriere zurück: Sie moderierte verschiedene Nachrichten- und Sportformate und produziert Dokumentationen über Ressentiments zwischen Ost- und Westdeutschen. Darüber und über vieles mehr spricht sie in der “Hörbar Rust”.

5. Tschechien
(ardaudiothek.de, Holger Klein: 1:19:19 Stunden)
“Die Wirtschaft durch-oligarchisiert, mehr Geflüchtete in Arbeit und der Brotaufstrich teurer als in Deutschland.” In den radioeins-“Ferngesprächen” lässt Holger Klein Korrespondentinnen und Korrespondenten über ihre jeweilige Region und ihre Arbeit vor Ort zu Wort kommen. Diesmal berichtet Marianne Allweiss aus Tschechien.

6. Warum werden Challenges immer heftiger?
(ndr.de, Mirko Drotschmann, Video: 10:46 Minuten)
Auf Social-Media-Plattformen werden viele zum Teil sehr gefährliche Mutproben gepostet, sogenannte Challenges: “Bei den Mutproben kommt es immer wieder zu schweren Verletzungen und sogar zu Todesfällen. Warum machen so viele da mit? Was fasziniert an den Challenges? Und warum werden diese immer krasser?” Das wollte Mirko Drotschmann, auch bekannt als “MrWissen2go”, von Youtubern und Content Creatorn wissen.

“SZ” sucht Leck, “Helpline” bleibt, Parteien in Sozialen Medien

1. »SZ« durchsucht Kontaktdaten eigener Redaktion – heftige Kritik
(spiegel.de)
Der Brachendienst “Medieninsider” hat kürzlich ausführlich über eine Redaktionskonferenz bei der “Süddeutschen Zeitung” (“SZ”) berichtet (nur mit Abo lesbar) und konnte dabei offenbar auf Insiderwissen zurückgreifen. Daraufhin habe die “SZ” die Telefon- und Maildaten ihrer Redakteurinnen und Redakteure durchsucht, um den möglichen Maulwurf ausfindig zu machen. In einer Stellungnahme “in eigener Sache” erklären Chefredaktion, Redaktionsausschuss und Betriebsrat, warum die “SZ” “die Verletzung des Redaktionsgeheimnisses nicht einfach so hinnehmen will”.

2. Die Helpline bleibt
(netzwerkrecherche.org)
Die “Helpline” des Netzwerk Recherche, ein kostenloses Beratungsangebot für psychisch belastete Journalistinnen und Journalisten, wurde für ein zweijähriges Förderprogramm der Bundesregierung zur Stärkung der Struktur und des Schutzes journalistischer Arbeit ausgewählt. Ziel des Projekts, das in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten sowie unter wissenschaftlicher Begleitung weiterentwickelt wird, sei der Ausbau des Angebots, unter anderem durch längere Beratungszeiten und eine zusätzliche Ausbildungsreihe für Peer-Supporter, also speziell geschulte journalistische Kolleginnen und Kollegen, die den Hilfesuchenden zuhören und gegebenenfalls mit ihnen Lösungen erarbeiten.

3. Versagen Parteien in sozialen Medien?
(br.de, Linus Lüring, Audio: 26:01 Minuten)
In dieser Podcast-Episode von “BR24 Medien” diskutieren Linus Lüring und die Journalistin Katharina Pfadenhauer über die ineffektive Nutzung Sozialer Netzwerke durch viele Parteien, gerade im Gegensatz zum dortigen Erfolg der AfD. Sie beleuchten dabei auch die richtigen Strategien für politische Kommunikation im Internet. Außerdem gibt es ein Mini-Coaching mit dem Kommunikationsberater Martin Fuchs und Einblicke in die Social-Media-Nutzung von Josef Lausch, bayerischer Landtagsabgeordneter der Freien Wähler.

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4. Viele Übergriffe auf Medienschaffende im Januar
(reporter-ohne-grenzen.de)
Im Januar sei es in Deutschland zu mehreren schweren Übergriffen auf Medienschaffende gekommen, berichtet die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG), darunter ein besonders brutaler Angriff in Leipzig, bei dem ein Videojournalist und dessen Begleiter von Unbekannten zusammengeschlagen und verletzt wurden. Die steigende Zahl von Übergriffen auf Journalistinnen und Journalisten trage dazu bei, dass Deutschland in der Rangliste der Pressefreiheit abrutsche. ROG habe wegen solcher Vorfälle gemeinsam mit Partnerorganisationen einen “Schutzkodex” für Medienunternehmen entwickelt, um Medienschaffende besser vor Hass, Hetze und Gewalt zu schützen, und rufe alle deutschen Medienhäuser dazu auf, diesem Kodex beizutreten.

5. Search Generative Experience
(konradweber.ch)
Google arbeitet an einer “Search Generative Experience” (“SGE”), um mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) bessere Suchergebnisse zu erzielen. Aus Sicht von Konrad Weber birgt diese Innovation Herausforderungen für Medienunternehmen, wie die abnehmende Sichtbarkeit ihrer Marken, sinkende Reichweiten und Fragen der Quellentransparenz sowie des Umgangs mit Trainingsdaten. Gleichzeitig biete die “SGE” aber auch Chancen wie die Unterstützung der journalistischen Recherche durch KI und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

6. Neue Ausschreibung der TV-Rechte
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Anlässlich der neuen Ausschreibung der TV-Rechte für die Fußball-Bundesliga kommentiert Joachim Huber: “Wer kann ernsthaft eine ‘Sportschau’ demontieren wollen, wenn danach, also nach der ‘Tagesschau’ um 20 Uhr 15 Florian Silbereisen zur ‘Schlagerparade’ einlädt? Schon in diesem Beispiel zeigt sich das Grundproblem: Umfasst der Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens eine umfassende Bundesliga-Berichterstattung plus eine Silbereisen-Show?”

KW 05/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Die AfD und die Öffentlich-Rechtlichen: Ein Szenario
(sr.de, Katrin Aue & Sabine Wachs, Audio: 15:57 Minuten)
Katrin Aue und Sabine Wachs sprechen mit dem Juristen und Autor Lennart Laude über dessen Arbeit beim “Thüringen-Projekt”, einem vom “Verfassungsblog” initiierten Forschungsprojekt zur Resilienz von Demokratie und Rechtsstaat in Deutschland. Welche Folgen könnte eine mögliche Aufkündigung der Rundfunkstaatsverträge durch eine AfD-geführte Landesregierung nach der Wahl im Herbst haben?

2. Wie läuft’s im deutschen Journalismus?
(podcast.leibniz-hbi.de, Johanna Sebauer, Audio: 51:53 Minuten)
Im “Bredowcast”, dem Podcast des Leibniz-Instituts für Medienforschung, sind die Journalismusforscherinnen Anna von Garmissen und Wiebke Loosen zu Gast, die den deutschen Teil einer internationalen Journalismusstudie verantwortet haben. Die pointierte Zusammenfassung: “Der deutsche Durchschnittsjournalist ist männlich, 45,3 Jahre alt und hat einen akademischen Abschluss. Er arbeitet Vollzeit im Online- oder Printbereich einer Zeitung, fühlt sich oft gestresst und hat in letzter Zeit Beleidigungen im Internet und Herabwürdigung seiner Arbeit erlebt.”

3. Kassensturz! Wir erzählen, was wir 2023 verdient haben
(druckausgleich.podigee.io, Annkathrin Weis & Luca Schmitt-Walz, Audio: 1:02:31 Stunden)
Annkathrin Weis und Luca Schmitt-Walz haben die Community ihres “Druckausgleich”-Podcasts gefragt, wie viel man als Nachwuchsjournalist oder -journalistin verdient – und über 100 Antworten erhalten. Neben diesem Einblick in den Gehaltsdschungel gibt es Expertentipps zum Thema Verdienst von der Journalistin und Beraterin Julia Hackober und von Marcus Pfalzgraf, Landesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands Baden-Württemberg.

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4. Sind Formatadaptionen faules Fernsehen?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 26:20 Minuten)
Die aktuelle Ausgabe von “Läuft”, der “Programmschau” von epd medien und Grimme-Institut, beschäftigt sich mit gelungenen Adaptionen internationaler TV-Formate wie “The Masked Singer” oder “Wer wird Millionär?” Lukas Respondek, Fernsehkritiker und Mitglied der Nominierungskommission für den Grimme-Preis, erklärt, was eine gute Adaption für ihn ausmacht.

5. Meinungsvielfalt bei ARD,ZDF und DLF und Sport-Dokus bei Netflix
(wdr.de, Anja Backhaus, Audio: 42:49 Minuten)
Im WDR5-Medienmagazin “Töne, Texte, Bilder” führt Anja Backhaus wieder durch eine vielfältige Themenauswahl: Ein Schwerpunkt liegt auf einer Studie, die untersucht hat, wie ausgewogen die öffentlich-rechtlichen Sender berichten. Weiter geht es mit einem Blick in die Kommentarspalten im Internet. Außerdem wird erörtert, ob Sport-Dokus bei Netflix lediglich PR sind. Und die “Medienschelte” kümmert sich um “krawallige Polit-Talks”.

6. Wie arbeitet es sich als Perlentaucherin im Trash-TV-Sumpf, Anja Rützel?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 27:20 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht die Journalistin Anja Rützel über ihre Entwicklung zur Trash-TV-Edelfeder, unter anderem beim “Spiegel”: “Wie kommt man zu so einem Job? Ist er ein Traum oder Knochenarbeit oder beides? Würde sie den ganzen Kram noch gucken, wenn sie nicht müsste? Und warum gucken immer noch so viele andere?”

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