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Sorgen vor Desinformation, Fehler2Go, ChatGPT halluziniert

1. Verunsicherung bei Mediennutzenden: Sorgen vor Desinformationen im Superwahljahr 2024
(de.ejo-online.eu, Torben Kassler)
Torben Kassler fasst die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung zur Sorge der Deutschen und der US-Amerikaner vor Desinformation im Superwahljahr 2024 zusammen (PDF). Dabei geht es auch um das schwindende Vertrauen der Menschen in Medien: “Ein Vertrauensschwund, dem von journalistischer Seite zwar entschieden entgegengetreten werden muss; stets jedoch unter Bedacht des Spannungsfelds zwischen dem Schutz vor absichtlichen Falschinformationen auf der einen Seite und der Meinungsfreiheit auf der anderen Seite.”

2. Fehler im ZDF: Bei “MrWissen2Go” werden englische Stallburschen zu Hitlerjungen
(msn.com, Jochen Zenthöfer)
Beim ZDF-Format “MrWissen2Go” gab es anscheinend derart gravierende Fehler, dass sich der Sender gezwungen sah, über 300 Videos auf dem zugehörigen Youtube-Kanal “MrWissen2Go Geschichte” zu überprüfen. Jochen Zenthöfer hat sich einige der Fehler angeschaut und geprüft, wie der Sender hinsichtlich der Korrekturen vorgegangen ist. Und er hat prompt weitere Fehler entdeckt: “Wie es aussieht, hat das ZDF die Videos von ‘MrWissen2Go’ noch nicht gründlich genug unter die ­Lupe genommen.”

3. Datenschützer reichen Beschwerde gegen OpenAI ein
(zeit.de)
Die Datenschützer der österreichischen NGO “none of your business” (“noyb”) haben eine Beschwerde gegen den ChatGPT-Entwickler OpenAI eingereicht. Die KI-Software erfinde falsche Informationen über Personen: “ChatGPT halluziniert und nicht mal OpenAI kann es stoppen”, sagt Maartje de Graaf, Datenschutzanwältin bei “noyb”. Weitere Informationen dazu: ChatGPT verbreitet falsche Infos über Personen – und OpenAI kann nichts tun (noyb.eu)

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4. Die große Freiheit – vorbei
(taz.de, Katrin Gänsler)
Katrin Gänsler berichtet über ihre Erfahrungen als Journalistin in Westafrika, insbesondere in Nigeria, wo sie über 14 Jahre verbracht hat. Sie beschreibt die täglichen Herausforderungen wie Treibstoffknappheit, Stromausfälle, bürokratische Hürden und Transportprobleme. Darüber hinaus thematisiert sie die zunehmenden Einschränkungen der journalistischen und der Bewegungsfreiheit durch Gruppen wie Boko Haram.

5. TikTok-Star Om Fahad in Bagdad erschossen
(spiegel.de)
Aufnahmen einer Überwachungskamera zufolge ist die irakische Influencerin Om Fahad, die mit bürgerlichem Namen Ghufran Sawadi hieß, vor ihrer Wohnung in Bagdad erschossen worden. Offenbar wurde dabei auch ihre Assistentin verletzt. Om Fahad war vor allem über TikTok bekannt geworden, wo sie mit Tanzvideos viele Menschen erreichte. Zuvor war sie von einem irakischen Gericht wegen “unanständiger Äußerungen” in ihren Videos verurteilt worden.

6. Gemeinwohlorientierte Digitalisierung braucht Unterstützung statt Steine im Weg
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Das Finanzamt hat den Hauptentwicklern von Mastodon die Gemeinnützigkeit erst zuerkannt, dann jedoch wieder aberkannt. Bei netzpolitik.org kommentiert Markus Reuter: “Man kann in dieser Frage die Schuld nicht nur dem Finanzamt geben, das erst die Gemeinnützigkeit der Mastodon gGmbH genehmigt und jetzt wieder aberkannt hat. Gefragt ist auch die Politik – und genauer gesagt die Ampel-Koalition. Sie hat die Möglichkeit die Entwicklung von freier und offener Software als gemeinnützig abzusichern.”

Krahs Buch, “Intensivstation” dichtgemacht, Karriereboost?

1. Wegen unerlaubtem Cover: Buch von AfD-Politiker Krah darf nicht mehr verkauft werden
(tagesschau.de)
Der wegen der China-Spionageaffäre in den Fokus geratene Europa-Spitzenkandidat der AfD, Maximilian Krah, darf sein Buch “Politik von rechts – ein Manifest” in der derzeitigen Form nicht mehr verkaufen. Der Grund: Auf dem Einband ist eine Foto des Klosters Maulbronn abgebildet, für das keine Nutzungsrechte bestehen. Krah ist promovierter Jurist.

2. Hirn geht, billiges Gelaber kommt
(taz.de, Gernot Knödler)
Gernot Knödler bedauert die Entscheidung des NDR, die Radio-Satiresendung “Intensivstation” und den dazugehörigen Podcast einzustellen: “Was dabei verloren geht, ist eine Sendung die mit einigem Hirnschmalz und Kreativität von Journalisten und Kabarettisten gemacht wird; Leuten, die sich eigene Gedanken machen und diese auf professionelle, kluge und unterhaltsame Weise dem Publikum servieren. Satire zu machen, ist ein bisschen Handwerk und ein bisschen Kunst. Sie gelingt nicht immer, aber bei der ‘Intensivstation’ ziemlich oft.”

3. Sind Games-Journalisten alle gekauft?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 23:43 Minuten)
Wie unabhängig sind Gaming-Medien? Wie frei können Spielejournalisten und -journalistinnen über Computerspiele berichten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Maximilian Fischer in seinem Bericht “Independence Play” (PDF). Holger Klein spricht mit ihm im “Übermedien”-Podcast über die Arbeitsbedingungen im Computerspieljournalismus und darüber, was kleine, publikumsfinanzierte Indie-Medien anders machen als die großen Platzhirsche der Branche.

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4. Karriereboost durch Krisenjournalismus?
(druckausgleich.podigee.io, Annkathrin Weis & Luca Schmitt-Walz, Audio: 59:45 Minuten)
Wenn irgendwo auf der Welt eine Krise ausbricht, seien es oft junge Reporterinnen und Reporter, die sich zum Einsatz melden – nicht nur, aber mitunter auch weil sie darin eine Chance für ihre Karriere sehen. Doch die Arbeit in Krisengebieten ist gefährlich. Und braucht es wirklich eine neue Generation junger Auslandsjournalistinnen und -journalisten? Unter anderem darum geht es in der aktuellen Folge von “Druckausgleich”. Zu Gast sind Stella Männer, die von Beirut aus berichtet, und der international tätige Samuel Häde.

5. “Für die Nut­zung dau­er­haft gesperrt”
(lto.de, Jochen Zenthöfer)
Wie gehen Bibliotheken mit plagiierten juristischen Arbeiten um? Lassen sie sie stehen? Kennzeichnen sie sie? Oder verbannen sie sie ins Magazin? Jochen Zenthöfer hat bei einigen Bibliotheken nachgefragt: “Zusammenfassend lässt sich feststellen: Bibliotheken, die ein Jura-Plagiatsbuch als Pflichtexemplar erhalten haben, behalten es im Bestand, allerdings wird die Ausleihe eingeschränkt. Juristische Bibliotheken, etwa an Universitäten, sondern ein solches Werk mehrheitlich aus und machen Gewährleistungsansprüche geltend. Verbleibt das Buch im Bestand, wird es seit neuestem standardmäßig im Katalog als Plagiat gekennzeichnet – jedenfalls in den meisten Bundesländern.”

6. Newsletter Netzwerk Recherche 232
(netzwerkrecherche.org, Christina Elmer)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die aktuelle Ausgabe beginnt mit einem Bericht von Christina Elmer über ihre Eindrücke vom Journalismus-Festival in Perugia. Daneben gibt es wie immer einen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

Machtkampf, Future Video, Gezeichneter Journalismus

1. Machtkampf zwischen US-Politik und TikTok
(deutschlandfunk.de, Sebastian Wellendorf, Audio: 8:09 Minuten)
In den vergangenen Tagen gab es eine ganzen Reihe an Meldungen rund um die Videoplattform TikTok, was stark mit den Bemühungen der USA zusammenhängt, einen Eigentümerwechsel bei TikTok zu erzwingen. Im Deutschlandfunk bezweifelt Simon Hurtz, einer der beiden Köpfe des “Social Media Watchblog”, dass es dazu kommen wird: “Zum einen hat sich China schon 2020 ein Veto-Recht eingeräumt bei Verkäufen von Technologie an ausländische Investoren. Und als 2022 schon mal ein Verbot von TikTok im Raum stand, hieß es auch, dass China einem Verbot nicht zustimmen würde – und ich bezweifle, dass sich daran was geändert hat.”

2. Frauen im Journalismus weiter unterrepräsentiert
(de.ejo-online.eu, Alina Baehr)
Das Reuters Institute hat im Rahmen seiner Langzeitstudie “Women and leadership in the news media” erneut die Geschlechterverteilung in Redaktionen untersucht (PDF). Die aktuelle Erhebung zeige, dass es auch 2024 weltweit keine Geschlechterparität in journalistischen Führungspositionen gebe. Dies gelte auch für Deutschland, wo Frauen vor allem im Sportjournalismus unterrepräsentiert seien. Alina Baehr fasst die wichtigsten Zahlen zusammen.

3. Schwierige Zeiten für unabhängige Medien
(reporter-ohne-grenzen.de)
Seit der gewaltsamen Niederschlagung der Revolution in Belarus im Jahr 2020 haben repressive Maßnahmen gegen unabhängige Medien zu einer Massenflucht dieser Medien und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Exil geführt. Nun liegt ein Bericht über den Zustand und die Wirksamkeit der unabhängigen Medien aus Belarus vor (PDF).

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4. Future Video: Das bewegt die Branche
(blog.medientage.de, Petra Schwegler)
“Wie gucken und streamen wir künftig? Welche Trends setzen sich durch? Welche Media- und Business-Modelle sichern zukunftsfähige Content-Strategien fürs (vernetzte) TV, für den Stream, Video on Demand oder auch für Social Video? Welche Player haben mit ihren Technologien und Anwendungen das Sagen? Und wer sind die Gatekeeper von morgen?” Unter anderem mit diesen Fragen beschäftigte sich diese Woche eine Konferenz in München namens Future Video. Petra Schwegler fasst ihre wichtigsten Erkenntnisse der Veranstaltung zusammen.

5. Die DNA dieser Zeitung
(faz.net, Gerald Braunberger)
Anlässlich ihres 75-jährigen Bestehens erinnert die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” an die Gründung der FAZIT-Stiftung, die die Unabhängigkeit der Zeitung sichern soll: “Die Unabhängigkeit ist die DNA dieser Zeitung. Ein Dreivierteljahrhundert nach der Gründung der F.A.Z., 72 Jahre nach dem Abschluss des Herausgebervertrags und 65 Jahre nach Gründung der FAZIT bleibt die Bedeutung der publizistischen wie der wirtschaftlichen Unabhängigkeit einer Zeitung nicht weniger wichtig.”

6. Karikaturen: Gezeichneter Journalismus in Zeiten von Printkrise, Memes und verschärften Kontroversen
(fachjournalist.de, Gunter Becker)
Karikaturen und Cartoons, die sowohl als journalistisches als auch als künstlerisches Medium fungieren, geraten durch die Krise der Printmedien, die Popularität Sozialer Medien und den dort verbreiteten Memes sowie die Verschärfung gesellschaftlicher Kontroversen zunehmend unter Druck. Gunter Becker sprach mit einer Zeichnerin, einem Zeichner und einem Ressortleiter darüber, wie sich diese Faktoren auf ihre Arbeit auswirken.

Gesetz gegen TikTok, “SZ” und das Tagebuch, Streit um “Newszone”-App

1. Joe Biden unterschreibt Gesetz gegen TikTok – so geht es jetzt weiter
(spiegel.de, Markus Böhm)
Die “6 vor 9” heute mit einer ganzen Reihe an Meldungen rund um die Videoplattform TikTok. Hier die erste: US-Präsident Joe Biden hat ein Gesetz gegen TikTok unterzeichnet, das die chinesische Firma ByteDance, die hinter der Plattform steckt, zum Verkauf ihres US-Geschäfts zwingen soll. Kommt es wirklich dazu? Und welche Szenarien sind denkbar? Markus Böhm entwirrt die nicht einfache Gemengelage, in der vieles denkbar und vieles noch ungewiss ist.

2. Wie das TikTok-Verbot neue Maßstäbe setzt
(netzpolitik.org, Chris Köver & Daniel Leisegang)
Der massive Druck der USA auf TikTok und den chinesischen Mutterkonzern ByteDance könnte andere Staaten zu ähnlichen Schritten und zu mehr Internet-Zensur verleiten. Chris Köver und Daniel Leisegang fassen die Sorgen der Kritikerinnen und Kritiker zusammen.

3. Komplett lost
(taz.de, Johannes Drosdowski)
Johannes Drosdowski berichtet von einem besonders widerwärtigen Social-Media-Phänomen auf TikTok: Seit mindestens 2021 würden Menschen immer wieder behaupten, dass Männer am 24. April Frauen vergewaltigen dürften. TikTok habe zwar den entsprechenden Suchbegriff gesperrt, dennoch finde die Falschmeldung ihren Weg ins Netz. In Berlin habe sich die Bildungssenatorin deshalb mit einer Warnung an Schulen gewandt. Drosdowski zieht ein bitteres Fazit: “Das Bildungssystem ist überfordert von Desinformation, sexualisierter Gewalt und den digitalen Medien. Schon seit Jahren.”

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4. Tiktok wird Partner von Team Deutschland
(kicker.de)
Das in die Kritik geratene TikTok bemüht sich offenbar um positive Schlagzeilen. Wie der “Kicker” berichtet, werden das Unternehmen und das deutsche Team für die Olympischen Spiele in Paris eine Partnerschaft eingehen. Diese umfasse unter anderem Livestreams der Medaillenfeiern und persönliche Einblicke hinter die Kulissen. Die Kooperation umfasse auch die Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo sowie die Paralympics.

5. Verleger wollen Newszone-App erneut verbieten lassen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Seit 2022 streiten sich der SWR und einige Verlage über die “Newszone”-App des öffentlich-rechtlichen Senders. Im Kern geht es um die Frage, ob das SWR-Angebot zu “presseähnlich” ist und damit gegen den Medienstaatsvertrag verstößt. Die Verlage sehen in der textlastigen App eine unzulässige Konkurrenz zu ihren eigenen Angeboten. Timo Niemeier berichtet über den aktuellen Stand der Auseinandersetzung, die sich noch länger hinziehen dürfte.

6. Verfassungsbeschwerde im »Tagebuchstreit« ohne Erfolg
(urheberrecht.org)
Die “Süddeutsche Zeitung” hatte im Rahmen von Recherchen zur sogenannten Cum-Ex-Affäre auch Tagebuchaufzeichnungen des Bankiers Christian Olearius veröffentlicht, wogegen sich dieser vor Gericht wehrte. Ohne Erfolg, wie das Bundesverfassungsgericht nun bestätigte.
Weiterer Lesetipp zum Thema: Chefermittlerin kündigt überraschend und übt Kritik: “Ihre Ermittlungen führten zu ersten Urteilen im Steuerskandal Cum-Ex und brachten Kanzler Scholz in Erklärungsnot: Anne Brorhilker verlässt nach WDR-Informationen die Justiz, um an anderer Stelle gegen Finanzkriminalität zu kämpfen.” (tagesschau.de, Massimo Bognanni)

7. Steinmeier mit Dönerspieß in der Türkei
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 3:48 Minuten)
Zusätzlicher Link, weil in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator die mediale Wirkung der Dönerspieß-Aktion des Bundespräsidenten in Istanbul: “Die medienwirksame und bildgewaltige Döner-Aktion überlagert einfach alles und macht vieles kaputt. Das hätte Steinmeier als Politprofi, ehemaliger Diplomat und Außenminister wissen müssen. Und er hätte es nicht nur wissen müssen. Er hätte es vor allem verhindern müssen.”

Alte Fehler, Böhmermann siegt gegen Spielerberater, DuMont

1. Sollte man die AfD in TV-Talkshows einladen? “Bitte nicht!”
(mediummagazin.de, Tanjev Schultz)
Caren Miosga hatte gestern in ihrer ARD-Talksendung unter anderem Tino Chrupalla, Bundessprecher der AfD und Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion, zu Gast. Bereits zuvor hatte Tanjev Schultz Miosgas Ankündigung, auch AfD-Politikerinnen und -Politiker einladen zu wollen, kritisch kommentiert: “Wieder und wieder ist in Redaktionen über den Umgang mit der AfD diskutiert worden, und nun geht in diesem Wahljahr alles von vorne los. Die Chance, alte Fehler noch einmal zu begehen, möchte auch Caren Miosga ergreifen. Bitte nicht. Warum glauben Journalistinnen und Journalisten, sie müssen AfD-Leute einladen, da diese nun einmal so populär sind? Nichts müssen sie.”

2. Böhmermann siegt vor Gericht gegen Spielerberater Roger Wittmann
(spiegel.de)
Der Fußballspielerberater Roger Wittmann hat nach “Spiegel”-Informationen erfolglos gegen Jan Böhmermann und dessen Produktionsfirma geklagt. Es ging dabei um eine “ZDF-Magazin-Royale”-Sendung, die unter anderem Wittmanns Geschäftspraktiken als Spielerberater thematisierte (“Miese Maschen, mega Millionen: Die Player hinter den Spielern”, Video: 23:25 Minuten). Das Urteil sei jedoch noch nicht rechtskräftig: “Wittmann und seine Firmen könnten unter Umständen ein Hauptsacheverfahren anstreben und die Causa bis zum Bundesgerichtshof tragen.”

3. SZ-Vize Föderl-Schmid: Inspiriert von taz und “Spiegel”
(msn.com, Jochen Zenthöfer)
Nach Plagiatsvorwürfen hat die Universität Salzburg die Doktorarbeit der stellvertretenden Chefredakteurin der “Süddeutschen Zeitung”, Alexandra Föderl-Schmid, geprüft und für gültig erklärt. Die Vorwürfe zur Doktorarbeit scheinen damit erledigt. Nun verlagere sich die Plagiatsdebatte wieder auf Föderl-Schmids journalistische Arbeit, schreibt “FAZ”-Autor und Jurist Jochen Zenthöfer. Er erklärt den Fall und ordnet ihn kommentierend ein.

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4. Gegen prekäre Arbeitsbedingungen
(taz.de, Wilfried Urbe)
Dass das Image des altehrwürdigen Verlagshauses DuMont bröckele, liege vor allem an dessen Umgang mit den Mitarbeitenden, schreibt Wilfried Urbe in der “taz”. Probleme wie sinkende Auflagen und steigende Produktionskosten würden dem Unternehmen zu schaffen machen, aber die Art und Weise, wie das Management mit diesen Herausforderungen umgehe, habe für Unmut gesorgt. Ein Großteil der rund 560 Beschäftigten und der bis zu 280 Leiharbeiter befinde sich laut Betriebsratsangaben in prekären Arbeitsverhältnissen, berichtet Urbe.

5. Das TikTok-Ultimatum ist traurig, aber konsequent
(zeit.de, Götz Hamann)
Götz Hamann kommentiert bei “Zeit Online” das sich abzeichnende TikTok-Verbot in den USA: “Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass die Zeit eines freien offenen Internets vergangen ist, dann wäre dieser Entschluss des Repräsentantenhauses ein solcher. Im digitalen Raum bilden sich zunehmend die geopolitischen Machtverhältnisse und Spannungen ab. Das ist traurig, ernüchternd – und die Realität.”

6. “Einblick in unermessliches Leid”
(tagesschau.de)
Das Bild einer trauernden Palästinenserin mit einem toten Kind im Arm wurde von der Jury des renommierten Wettbewerbes World Press Photo als bestes Pressefoto des Jahres ausgezeichnet. Der Palästinenser Mohammed Salem habe das Foto für die Nachrichtenagentur Reuters am 17. Oktober 2023 aufgenommen. Die Jury habe in diesem Zusammenhang von einem ergreifenden “Einblick in unermessliches Leid” gesprochen. Insgesamt sind 33 Fotografen und Fotografinnen ausgezeichnet worden, deren Bilder in einer Ausstellung gezeigt werden, die in mehr als 60 Ländern weltweit zu sehen sein soll.

KW 16/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Warum legt man es als Journalist darauf an, angeklagt zu werden?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 18:17 Minuten)
Die Transparenzplattform “FragDenStaat” ist wegen der Veröffentlichung von Gerichtsdokumenten aus einem laufenden Strafverfahren in eine Auseinandersetzung mit der Berliner Staatsanwaltschaft geraten – ganz bewusst und gewollt, um auf die problematischen Folgen des Paragrafen 353d des Strafgesetzbuches für die Pressefreiheit aufmerksam zu machen. Wie erwartet, ermittelt die Staatsanwaltschaft nun gegen Projektleiter Arne Semsrott wegen der Veröffentlichung amtlicher Dokumente, auch wenn dies mit Einwilligung der Betroffenen und Schwärzung personenbezogener Daten geschehen ist. Holger Klein sprach mit Semsrott über den Fall: Was erhofft er sich von dem Prozess? Was, wenn er verurteilt wird? Und ist die rechtliche Lage in anderen Ländern in Europa besser?

2. Immer noch zu viele Klischees: Sinti und Roma in den Medien
(sueddeutsche.de, Nadia Zaboura, Audio: 30:34 Minuten)
“Die Geschichte der Volksgruppe der Sinti und Roma ist ein jahrhundertelanger Kampf gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. Noch heute wirken Klischees über sie in der medialen Berichterstattung fort. Was können Journalisten dagegen tun?” Darüber spricht Nadia Zaboura mit der österreichischen Journalistin, Aktivistin und Künstlerin Gilda-Nancy Horvath.

3. Kann KI den Lokaljournalismus retten?
(youtube.com, Jan Kaufhold, Video: 41:34 Minuten)
Wie jedes Jahr wurden bei den Medientagen Mitteldeutschland interessante Themen rund um Medien diskutiert; die Gespräche wurden auf Youtube veröffentlicht. Dort gibt es auch Aufzeichnungen der Livestreams der kompletten Konferenztage. Im oben verlinkten Talk diskutieren Mika Beuster (Deutscher Journalisten-Verband), Jan Hollitzer (“Thüringer Allgemeine”) und Marie Todeskino (Ippen Media) über Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz (KI) im Lokaljournalismus: Retter oder Jobkiller?

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4. Wie kann ich KI zur Informationsgewinnung nutzen?
(detektor.fm, Charlotte Thielmann & Lars Feyen, Audio: 24:15 Minuten)
Im Podcast “Fit for news” sprechen Charlotte Thielmann und Lars Feyen mit Michael Haller vom Europäischen Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung über KI-gestützte Recherche- und Schreibhilfen. Sie beleuchten dabei auch, wie die Tools funktionieren und worauf man unbedingt achten sollte.

5. Zwischen unbegrenzter Kreativität und Existenzangst – generative KI in Musik und Medien
(thisismedianow.podigee.io, Lukas Schöne, Audio: 26:31 Minuten)
Um die Auswirkungen der aktuellen Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz auf die Musik- und Radiobranche dreht sich die aktuelle Folge von “This is Media Now”, dem Podcast der Medientage München: Wie steht es um die KI-Technologie RadioGPT? Was sind die nächsten Schritte im Zusammenspiel von KI und Audio? Und wie sehen die Folgen von generativer KI für die Musikindustrie aus?

6. Transparenz und Verhaberung
(share.transistor.fm, Luis Paulitsch, Audio: 47:12 Minuten)
Im Podcast “Über.Medien.Ethik”, einer Kooperation des österreichischen Presserats und dem Verein zur Förderung eines selbstbestimmten Umgangs mit Medien, geht es um Transparenz und die “Verhaberung” der Medien in Österreich: Wo fehlt es an entsprechender Transparenz? Welche medienpolitischen Maßnahmen wären notwendig? Und was sagt die Medienethik zum Thema “Verhaberung”?

Abonnieren oder akzeptieren, Massenevent ESC, KI-Newsdesk

1. EU-Datenschützer*innen watschen Abo-Modelle ab
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Seit November 2023 bieten Plattformen wie Facebook und Instagram ihren Nutzerinnen und Nutzern die Möglichkeit, sich mit einem Abonnement für 9,99 Euro pro Monat von Tracking und personalisierter Werbung freizukaufen. Das Modell ist im Englischen als “pay or okay” bekannt; Sebastian Meinecks Vorschlag für “eine deutsche Übersetzung, die sich ebenso reimt”: “abonnieren oder akzeptieren”. Der Europäische Datenschutzausschuss kritisiert diese Praxis und betont, dass Userinnen und User eine echte Wahl haben sollten. Meineck erläutert die derzeitige Situation und überlegt, wie es weitergehen könnte.

2. Boykottaufrufe, Terrorangst und Israel-Kritik: So politisch ist der ESC
(rnd.de, Imre Grimm)
Imre Grimm kommentiert zum im Mai anstehenden Eurovision Song Contest (ESC), bei dem Pop und Politik Hand in Hand gehen würden: “Auf der oberflächlichen Ebene mögen bunte Derwische im Gebläse der Windmaschine über eine feurige Bühne turnen oder weißrussische Retorten­divas Anstrengendes zu Stampfbeats singen. Doch auf einer tieferen Ebene geht es um viel mehr: Der ESC ist das größte und womöglich einzige bedeutende multinationale Massenevent für den spielerischen, kulturellen Daten­abgleich zwischen Völkern.”

3. ntv und dpa entwickeln “KI-assistierten Newsdesk”
(dwdl.de, Alexander Krei)
RTL Deutschland habe in Zusammenarbeit mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ein KI-gestütztes Redaktionstool entwickelt, um die Relevanz von Nachrichten schneller einschätzen und Textvorschläge generieren zu können. Das Tool verbessere nicht nur die Geschwindigkeit und Qualität der Nachrichtenbearbeitung, sondern ermögliche auch eine Anpassung an den spezifischen Sprachstil des zur RTL-Gruppe gehörenden Fernsehsenders ntv. Die endgültige Entscheidungsgewalt bleibe jedoch bei den Redakteurinnen und Redakteuren.

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4. Wie prekär ist der Journalismus?
(verdi.de, Susanne Stracke-Neumann)
Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts widmete sich ein Symposium in der Bayerischen Landesmedienanstalt dem internationalen Vergleich journalistischer Arbeitsbedingungen. Dabei ging es insbesondere um die Einkommenssituation freier Journalistinnen und Journalisten. Die weltweite Studie “Worlds of Journalism” zeige, dass “vor allem Freie und signifikant mehr Frauen als Männer” unter prekären finanziellen Bedingungen mit einem Monatseinkommen von unter 1.388 Euro arbeiten, fasst Susanne Stracke-Neumann die Ergebnisse zusammen.

5. “Taktisch riesiger Fehler, das auszusetzen”
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann & Michael Borgers, Audio: 7:57 Minuten)
Die Deutsche Fußball Liga hat die Versteigerung der Bundesliga-Übertragungsrechte, bei der sich die Bezahlsender DAZN und Sky für verschiedene Rechtepakete beworben hatten, überraschend ausgesetzt. Der Sender DAZN hatte das Bundeskartellamt eingeschaltet, nachdem er bei der Auktion trotz eines finanziell höheren Angebots als Sky nicht zum Zuge gekommen sei. Der Deutschlandfunk hat sich mit Journalist Kevin Barth über den ungewöhnlichen Fall unterhalten.

6. Game of Rundfunkbeitrag: Ein Kampf um 58 Cent
(ndr.de, Philipp Walulis, Video: 6:03 Minuten)
“Was ist da los beim Rundfunkbeitrag? Steigt er jetzt oder nicht? Wer entscheidet das? Und wer kämpft dabei gegen wen?” Weil diese Fragen aufgrund der schwierigen Gemengelage nicht mit wenigen Worten zu beantworten sind, hat das Medienmagazin “Zapp” Philipp Walulis gebeten, sich dem Thema satirisch zu nähern. Und das ist informativ und unterhaltsam zugleich.

Podcast-Jackpots, Rechtswidrig durchsucht, Einsatzkommandos

1. Die Suche nach dem Jackpot
(journalist.de, Sonja Peteranderl)
Sonja Peteranderl beschäftigt sich mit der Entwicklung und Kommerzialisierung der Podcast-Szene in Deutschland. Die anfängliche Euphorie und Experimentierphase sei einer strategischen Konsolidierung und Professionalisierung gewichen. Dabei gehe es auch um das Thema Geld: “Welche Finanzierungsmodelle setzen sich durch? Und: Können journalistische Projekte überleben?”

2. Leipzig: Rechtswidrige Durchsuchung
(verdi.de, Peter Nowak)
Ein 19-jähriger Journalist habe im Juni 2023 Fotos von einer Antifa-Demonstration ins Internet gestellt. Etwa ein halbes Jahr später sei er von einer Hausdurchsuchung überrascht worden, weil er als Zeuge in einem Ermittlungsverfahren geführt werde, das im Zusammenhang mit jener Demonstration stehe. Trotz Vorlage eines Jugendpresseausweises seien seine technischen Geräte beschlagnahmt worden, was vom Landgericht Leipzig nun als rechtswidriger Eingriff in die Pressefreiheit bewertet wurde.

3. Arbeitsplätze erhalten
(djv.de, Hendrik Zörner)
Angesichts aktueller Pläne einiger Zeitungsverlage, Stellen abzubauen, fordert der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) die Verleger auf, redaktionelle Arbeitsplätze zu schützen. Dies geschieht in Reaktion auf den geplanten Personalabbau bei der “Süddeutschen Zeitung”, die Schließung eines Ressorts beim “Kölner Stadt-Anzeiger” und die Reduzierung der Druckfrequenz der “Hamburger Morgenpost” (dazu auch die “6 vor 9” vom vergangenen Freitag). Der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster kritisiert diese Entscheidungen als “absolut kurzsichtig”.

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4. Arbeit im Haifischbecken
(taz.de, Elisa Kautzky)
Elisa Kautzky stellt die “Helpline” des Netzwerks Recherche vor, ein anonymes und kostenloses Beratungsangebot für psychisch belastete Journalistinnen und Journalisten, bei dem geschulte Kolleginnen und Kollegen die Hilfesuchenden unterstützen. Der hohe Stressfaktor im Journalismus durch steigende Arbeitsbelastung, geringe Wertschätzung und Angst vor den Folgen der Digitalisierung belaste die psychische Gesundheit vieler Medienschaffender stark. Die “Helpline” fördere den Austausch und solle helfen, Scham- und Schuldgefühle abzubauen; sie ersetze aber keine professionellen Therapieangebote.

5. Sondereinsatzkommando
(deutschlandfunk.de, Stefan Fries, Audio: 1:14 Minuten)
Im Sprach-Check “Sagen & Meinen” des Deutschlandfunks macht Stefan Fries auf einen häufigen Fehler in der Berichterstattung aufmerksam: So sei in Medien oft von “Sondereinsatzkommandos” der Polizei die Rede, gemeint seien aber “Spezialeinsatzkommandos”. Der Begriff “Sondereinsatzkommando” sei durch die NS-Zeit belastet und passe schon deshalb nicht.

6. Haken dran mit Benny Windolph
(open.spotify.com, Gavin Karlmeier, Audio: 37:18 Minuten)
Für seinen Social-Media-Podcast “Haken dran” hat Gavin Karlmeier mit Benny Windolph jemanden als Gast eingeladen, der nicht nur Suchmaschinenoptimierer, sondern auch Administrator einer Mastodon-Instanz ist und über entsprechendes Hintergrundwissen verfügt. In dem Gespräch geht es unter anderem um die Frage, warum bei Twitter nur noch dilettantisch programmiert werde, um “NetfliTwitter”, Brasilien und die APIs von Threads.

KW 15/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Werbung trotz Verbot? Die Marketingtricks der Tabakindustrie
(ndr.de, Aniko Schusterius & Leon Müller, Video: 17:27 Minuten)
Jahrzehntelang haben die großen Tabakkonzerne ihre Produkte aggressiv vermarktet und über gebuchte Anzeigen riesige Summen in Medien gepumpt. Heute müssen die Unternehmen wegen des Werbeverbots subtiler vorgehen. Das Medienmagazin “Zapp” hat die aktuellen Strategien und Marketingtricks der Tabakindustrie unter die Lupe genommen.

2. Fußball: Brauchen die Vereine die Medien noch?
(br.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 26:48 Minuten)
Fußballvereine waren viele Jahre lang auf die unabhängige Berichterstattung von Medien angewiesen, um für ihren Sport zu werben. Das hat sich inzwischen geändert: Dank der großen Reichweiten in den Sozialen Medien können die Vereine ihre Pressearbeit oft selbst steuern. Jonathan Schulenburg spricht bei “BR 24 Medien” unter anderem mit dem ehemaligen FC-Bayern-Spieler und Sportmoderator Thomas Helmer über das neue Medienzeitalter im Fußball.

3. Lage der Nation 377
(lagedernation.org, Philip Banse & Ulf Buermeyer, Audio: 1:49:52 Stunden)
Vergangenen Mittwoch haben wir in den “6 vor 9” einen Beitrag zum Umgang von Medien mit der Polizeilichen Kriminalstatistik empfohlen. Im Politik-Podcast “Lage der Nation” ist nun der Kriminologe Martin Thüne zu Gast. Philip Banse und Ulf Buermeyer sprechen mit ihm über die Frage, “warum die Polizeiliche Kriminalstatistik in die Irre führt”.

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4. Kommt der Bundeskanzler zu spät zur TikTok-Party?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 24:28 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit Marcus Bösch, der zu TikTok und politischer Kommunikation forscht, über die Nachricht, dass Bundeskanzler Olaf Scholz nun auch auf der Videoplattform vertreten ist: “Was sagt er zu Scholz’ spätem TikTok-Debüt? Wie funktioniert die Plattform eigentlich? Was macht sie so erfolgreich? Und haben die Medien die Plattform eigentlich schon verstanden?”

5. Anne Will (2024) – Was ist heute anders?
(hotelmatze.podigee.io, Matze Hielscher, Audio: 2:18:14 Stunden)
Im Podcast “Hotel Matze” ist Journalistin und Moderatorin Anne Will zu Gast. Nach längerer Zeit mal wieder, muss man sagen – Wills letzter “Hotel”-Besuch war im Juni 2017. In der aktuellen Folge geht es vor allem um die Frage, wie es Anne Will nach ihrem Abschied als ARD-Sonntagstalkerin geht: “Es geht um Neuanfänge, um Karriere und Persönlichkeitsentwicklung, wir sprechen über die Kunst des Gesprächs vor laufender Kamera, über das Leben als öffentliche Person und über die aktuelle politische Lage.”

6. Rocko Schamoni Supershow
(ardmediathek.de, Rocko Schamoni & Gereon Klug, Video: vier Folgen je circa 30 Minuten)
Zum Schluss noch eine etwas andere Empfehlung: Die vierteilige ARD-Mockumentary “Rocko Schamoni Supershow”, in der auch verschiedene Mediengrößen eine Rolle spielen, beispielsweise Linda Zervakis, Klaas Heufer-Umlauf und Caren Miosga. Im “Hamburger Abendblatt” fasst Maike Schiller die ungewöhnliche, unterhaltsame Produktion so zusammen: “Die hohe ‘Fraktus’-Schule, der ‘Discounter’-Spott, bisschen Dada, bisschen Parodie, bisschen demaskiertes ‘echtes’ Leben. Bisschen Loriot womöglich sogar, noch mehr ‘Last Exit Schinkenstraße’. Entlarvend und schmerzbefreit. Quatsch mit Anspruch. Und besonders gern auch ohne.”

Presserat rügt, USA erwägen, Angriffe der Internet-Trolle

1. Rügen für Verstöße gegen die Sorgfaltspflicht und den Opferschutz
(presserat.de)
Der Deutsche Presserat hat in seiner vergangenen Sitzung sechs Rügen wegen verschiedener Verstöße gegen den Pressekodex ausgesprochen, darunter die Veröffentlichung von Fotos ohne Einwilligung, irreführende Berichterstattung und die unangemessene Darstellung von Gewalt. Die Rügen betreffen unter anderem die Veröffentlichung eines heimlich aufgenommenen Fotos durch die Onlineredaktion der “B.Z.”, einen Verstoß gegen den Opferschutz durch Bild.de und die Veröffentlichung eines Fotos, das eine tödlichen Schuss zeige, durch “Focus Online”.

2. USA erwägen Ende der Strafverfolgung von Julian Assange
(spiegel.de)
Die USA sollen erwägen, die Strafverfolgung des seit fünf Jahren in Großbritannien inhaftierten WikiLeaks-Gründers Julian Assange auf Ersuchen Australiens einzustellen. Assange, dem bei einer Auslieferung an die USA bis zu 175 Jahre Haft drohen, habe bereits zwölf Jahre eingesperrt verbracht, davon sieben Jahre im Asyl der ecuadorianischen Botschaft in London und weitere fünf Jahre im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Ihm wird vorgeworfen, vertrauliche Informationen über militärische und diplomatische Operationen der USA veröffentlicht zu haben.

3. Internet-Trolle “wollen Menschen kaputtmachen”
(tagesschau.de, Daniel Laufer)
Eine Gruppe von Internet-Trollen, bekannt unter dem Namen “NWO” (“New World Order”), führe seit Jahren organisierte Angriffe auf Live-Streamer und Politiker durch, indem sie falsche Notrufe absetzt, ein Phänomen, das als Swatting bekannt ist. Recherchen von “Kontraste” und “Spiegel” belegen anhand von über 75.000 internen Chatnachrichten das systematische Vorgehen der Gruppe, die auch für Bombendrohungen gegen öffentliche Einrichtungen verantwortlich sein soll.

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4. “Sender zukunftsfest machen”
(tagesspiegel.de)
Katrin Günther wird neue Programmdirektorin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) und damit Nachfolgerin von Martina Zöllner, deren Vertrag Ende Juli ausläuft. Günther, bisher stellvertretende Leiterin der RBB-Programmdirektion, wurde vom Rundfunkrat gewählt und tritt ihr Amt im August an. Als gebürtige Sächsin mit langjähriger Berliner Erfahrung wolle sie den öffentlich-rechtlichen Sender modernisieren und ein hochwertiges Programm gestalten.

5. Die Zukunft des Journalismus: Wie aus Konkurrenz Kollaboration entstehen kann
(reframetech.de, Nadine Daum)
Nadine Daum denkt in ihrem Beitrag über die Auswirkungen der Nutzung von Künstlicher Intelligenz im Journalismus nach: “Die zukünftige Zusammenarbeit von Mensch und Maschine verspricht großes Potenzial für eine effektivere journalistische Arbeitsweise, die die Mitarbeitenden entlasten. Nichtsdestotrotz bedarf es einer reflektierten Nutzung, um sowohl die Chancen als auch die Herausforderungen im Sinne der journalistischen Werte erfolgreich zu bewältigen.”

6. Hamburger Print-Legende stellt sich neu auf
(deutschlandfunk.de, Sinje Stadtlich, Audio: 4:55 Minuten)
Die “Hamburger Morgenpost” wird in diesem Jahr stolze 75 Jahre alt, doch ausgerechnet im Jubiläumsjahr gibt es einen großen Umbruch: Aus dem täglich erscheinenden linken Boulevardblatt wird eine Wochenzeitung – eine Umstrukturierung als Reaktion auf die seit Jahren sinkende Auflage. Medienjournalistin Sinje Stadtlich war in Hamburg unterwegs, um Reaktionen einzufangen.

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