Suchergebnisse für ‘pol’

Berichterstattung aus dem Krieg, Gegenrede, Trump-Verarbeitung

1. Warum wir Männer wie Fadi brauchen
(tagesschau.de, Volker Schwenck)
Die unabhängige Berichterstattung aus Orten wie dem belagerten Ostteil von Aleppo in Syrien ist nur mit Menschen möglich, die Schleichwege und Rebellen-Kommandanten kennen, so Volker Schwenck, Leiter des ARD-Studios in Kairo. Das ARD-Studio arbeite daher mit Männern wie dem Kameramann Fadi zusammen, der im Ostteil der Stadt lebt und über Umwege Bilder aus der Kriegszone schmuggelt. Warum setzt man auf Männer wie Fadi? “Weil die Alternative wäre: gar keine Berichterstattung oder nur noch fremdes Material, das wir nicht beeinflussen können und dessen Autoren wir nicht kennen. Selber hingehen, mit eigenen Augen sehen – das ist leider, weltfremden Aufforderungen erboster Kommentatoren im Internet zum Trotz, nur unter extremen Risiken möglich, die ich nicht einzugehen gewillt bin und die ich auch keinem Kollegen zumuten kann.”

2. Im digitalen Höhenflug
(de.ejo-online.eu, Stephan Russ-Mohl)
Seit dem Einstieg von Amazon-Gründer Jeff Bezos wurde die Redaktion der “Washington Post” um 140 Mitarbeiter erweitert und 35 IT-Spezialisten wurden eingestellt. Das Engagement zahle sich zumindest in Ansehens- und Reichweiten-Zugewinn aus. Stephan Russ-Mohl fragt in seinem Artikel über den digitalen Höhenflug der “WaPo”, welche Strategie Bezos verfolgt und ob die Zeitung wirklich unabhängig ist.

3. Mehr öffentlich-rechtliches Fernsehen!
(wdr.de, Georg Restle)
“Monitor”-Chef Georg Restle antwortet “Spiegel”-Kolumnist Georg Diez auf dessen jüngste Kolumne, in der dieser das öffentlich-rechtliche Fernsehen als “Simplifizierungsmaschine” bezeichnete. Restle zu Diez: “Also ja: Reform tut Not. Die Frage ist nur: Welche? Leider hat es Ihnen hier wohl die Sprache verschlagen, so simpel klingt Ihr Plädoyer am Ende. „Was wir brauchen, ist ein grundsätzlich anderes öffentlich-rechtliches Fernsehen, anders strukturiert, anders organisiert, anders ausgerichtet“, schreiben Sie. Ja, um Himmels Willen, was wollen Sie uns damit nur sagen? Mehr oder weniger Unterhaltung? Mehr oder weniger Pluralismus? Mehr oder weniger Unabhängigkeit?”

4. Nach Medienreform: Polen beanstanden Zensur im TV
(digitalfernsehen.de, Natalie Skrzypczak)
Seit Anfang des Jahres wirkt in Polen die sogenannte “Medienreform”. Von diesem Zeitpunkt an sehen sich die Zuschauer im öffentlich-rechtlichen Fernsehen Zensur und Propanda ausgesetzt. Vor allem bei der Sendung “Wiadomosci” (Nachrichten) sei der Einfluss der nationalkonservativen Warschauer Regierung nicht zu übersehen, berichtet Natalie Skrzypczak. Die Folge sei eine dramatische Zuschauerabwanderung. Im letzten halben Jahr seien die Werte des öffentlich-rechtlichen Senders TVP auf ein historisches Tief gefallen, die Nachrichtensendung “Wiadomosci” hätte 1,5 Millionen Zuschauer verloren.

5. ZEIT-Appell: Demokraten, kauft Zeitungen!
(jensrehlaender.com)
Jens Rehländer setzt sich mit einem der zehn Gebote auseinander, die in der “Zeit” unter der Überschrift “Was ich tun kann, um die Demokratie zu stärken, in der ich lebe” aufgelistet wurden. Dort heiße es unter Ziffer 4: „Ich informiere mich. Ich höre, lese oder sehe Nachrichten, kaufe gute Zeitungen (zahle für sie auch im Internet), damit erhalte ich die selbstbewusste und kritische Presse, die unsere Demokratie vor autoritären Einflüssen schützt (…)“. Rehländer tut sich in mehrfacher Hinsicht schwer mit dieser Aussage und konstatiert: “Der gutgemeinte Appell wird also jene, die sich der Zeitung (und dem öffentlich-rechtlichen System) verweigern, nicht auf den Pfad der Tugend zurückführen – weil der Appell sie nicht erreicht, so lange er nur in der ZEIT gedruckt wird. Denn ZEIT-Leser müssen nicht bekehrt werden. Die haben ja schon eine „gute Zeitung“ gekauft.”

6. Truth or Trump – Wie ernst nehmen ihn US-Medien?
(dwdl.de, Christian Fahrenbach)
Christian Fahrenbach hat sich für “dwdl.de” mit der US-amerikanischen Berichterstattung über Präsidentschaftsbewerber Trump beschäftigt. Sein Fazit: “US-Medien bringen sich mit neuen Formaten zwar in Stellung, nehmen den Kandidaten aber insgesamt ernster als es häufig in Deutschland ankommt.”

Burgerjournalismus beim “Express”

Spontane Feiern in den Straßen Kölns, wildfremde Menschen knutschen sich ab wie sonst nur an Rosenmontag, und die Jubelstimmung breitet sich nach und nach auch in ganz Nordrhein-Westfalen, ach was, in ganz Deutschland aus.

Sollten Sie also etwas Verschüttbares in der Hand halten — legen Sie es zur Seite, bevor Sie weiterlesen. Und Personen mit einem schwachen Herzen raten wir, sich hinzusetzen und erstmal tief durchzuatmen. Denn heute konnte der “Express” ganz aufgeregt auf seiner Startseite verkünden:

Doch, doch, Sie lesen richtig: Die Fast-Food-Kette “McDonald’s” nimmt jetzt einen Burger, den es sonst nur ab und zu mal gab, permanent ins Angebot. Potztausend!

Dem Kölner Boulevardblatt ist das einen ganzen Artikel wert:

Saftiges Rindfleisch, Bacon, Salat und Käse zwischen zwei Weizenbrötchen …

Die Fans hatten immer wieder gebettelt und nie locker gelassen — jetzt werden sie erhört! McDonald’s nimmt den Big Tasty Bacon ins Standard-Sortiment auf!

Na, haben wir zu viel versprochen?

“Ihr solltet wirklich den Big Tasty Bacon dauerhaft einführen!” oder “Ich wollte mal fragen wie lange ich jetzt wieder auf den Big Tasty Bacon warten muss?” — zahlreiche Fragen und Hinweise dieser Art erreichten den Fast-Food-Riesen in den vergangenen Wochen und Monaten.

“Und der Gast hat gesprochen — der Big Tasty Bacon wird ab dem 11.08. dauerhaft in unseren Restaurants angeboten” so Holger Beeck, Vorstandsvorsitzender McDonald’s Deutschland.

Klar, die fehlenden Kommata hätte die Redaktion beim Abschreiben der Pressemitteilung natürlich noch ergänzen können. Aber das sei dem “Express” verziehen — kann bei all dem Trubel schon mal untergehen, schließlich kommt so eine Knallermeldung ja auch nicht jeden Tag rein.

Immerhin haben die Mitarbeiter noch dran gedacht, auch das “McDonald’s”-Werbefoto in den Artikel einzufügen:

Boah, dieses saftige Rindfleisch und der Bacon und der Salat und der Käse und alles zwischen zwei Weizenbrötchen. Da kann man als Journalist schon mal schwach werden. Jedenfalls: saubere Arbeit.

Nur bei der Rubrik hätten wir anders entschieden: Da gehört statt “Politik und Wirtschaft” (warum eigentlich “Politik”? Hat der Sicherheitsrat der “Vereinten Nationen” etwa auch noch interveniert, damit “McDonald’s” den “Big Tasty Bacon” “Endlich!” ins “Standard-Sortiment” aufnimmt?) ein dickes, fettes “Anzeige” hin.

Mit Dank an Alex für Hinweis und Screenshot!

Nachtrag, 12. August: Die “Morgenpost” aus Dresden berichtet ebenfalls über das “Big Tasty Bacon”-Wunder. “Focus Online” hat der Entscheidung von “McDonald’s” sogar ein Video gewidmet.

Mit Dank an Jens L. und Carsten N. für die Hinweise!

Vollkommen normale Katastrophen

Mal angenommen, man würde einen ziemlich spektakulären Betrug planen. Wie ginge man vor?

Am wichtigsten wäre wohl, dass man nicht auffällt. Man müsste wie jemand erscheinen, der in ganz normaler Absicht ganz normale Dinge erledigt. Man müsste sich perfekt an die Umgebung anpassen, wie ein Schauspieler in eine Rolle schlüpfen und sich mit einer natürlichen Selbstverständlichkeit so verhalten, dass der Betrogene keine Chance hat, auch nur irgendeinen Verdacht zu schöpfen.

Ralf Heimann hat vor ein paar Jahren aus Versehen einen Zeitungsbericht über einen umgefallenen Blumenkübel berühmt gemacht. Seitdem lassen ihn abseitige Meldungen nicht mehr los. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht, zuletzt zusammen mit Jörg Homering-Elsner “Lepra-Gruppe hat sich aufgelöst — Perlen des Lokaljournalismus”. Im August erscheint von Daniel Wichmann und ihm “Hier ist alles Banane — Erich Honeckers geheime Tagebücher 1994 – 2015”. Fürs BILDblog kümmert er sich um all die unwichtigen Dinge, die in Deutschland und auf der Welt so passieren.
(Foto: Jean-Marie Tronquet)

In Amberg in der Oberpfalz ist ein 43-jähriger Mann am vergangenen Freitag in eine Bank gegangen, hat einen Barscheck über 150 Millionen Euro auf den Tisch gelegt und den Bankangestellten angewiesen, das Geld auf mehrere Konten im Ausland zu verteilen.

Als wäre das nicht schon genug, standen auf dem Scheck laut “Mittelbayerischer Zeitung” auch noch die gefälschten Unterschriften zweier Vorstände der Deutschen Bank. Man hätte von fast 82 Millionen Menschen in Deutschland einen beliebigen fragen können, wie dieser Fall ausgehen wird, und alle hätte richtig gelegen. Nur dieser eine Mann nicht. Und ausgerechnet der hatte den Scheck dabei.

Aber es ist ja nicht nur bei Betrügereien, sondern eigentlich immer sehr wichtig, dass man den Anschein von Normalität erweckt. Sonst können schlimme Dinge passieren. Diese Annahme ist jedenfalls weit verbreitet.

Ich weiß nicht genau, was Pressesprecher in ihrer Ausbildung lernen, aber ich stelle mir vor, dass in jeder Pressesprecher-Ausbildung irgendwann auch Situationen auf dem Lehrplan stehen, in denen man einfach nicht mehr weiter weiß. Irgendwas ist schiefgelaufen, das nicht nur auf den ersten Blick nach heilloser Trotteligkeit aussieht. Jemand aus der Belegschaft hat etwas von großer öffentlicher Wirkung angestellt, das schon im eigenen Laden niemand versteht. Oder ganz allgemein: Es ist etwas passiert, das kein Mensch, schon gar nicht man selbst erklären kann.

In diesen Situationen gibt es immer noch eine letzte Rettung. Dann sagt man einfach: “Es handelt sich um einen ganz normalen Vorgang.”

In Erharting sollten in dieser Woche zwei Polizisten einen Pflegeheim-Besucher begleiten. Letztlich haben sie ihn erschossen. Der “Münchner Merkur” zitiert den Polizei-Sprecher mit dem Satz:

Das Zitat bezieht sich darauf, dass die Staatsanwaltschaft nun prüft, ob die Polizisten richtig gehandelt haben.* Es können die größten Katastrophen passieren, trotzdem geht alles unbeirrbar seinen ganz normalen Gang. Außerirdische landen am Brandenburger Tor? Dass die Polizei da mal vorbeifährt, ist ja wohl ein ganz normaler Vorgang.

Die Formulierung ist so etwas wie das “Bitte gehen Sie weiter”-Schild der Kommunikationsbranche. Sie ist mittlerweile sehr populär, auch jenseits von Pressestellen.

Wenn ein Trainer nach zwei gewonnenen Spielen zurücktritt, Archäologen in einem Neubaugebiet auf ein 7000 Jahre altes Haus stoßen, oder Polizisten bei einem Kollegen 25.000 Kinderporno-Bilder finden, kann man sich ziemlich sicher sein, dass das alles letztlich nur Folge eines ganz normalen Vorgangs ist.

Deswegen habe ich mich auch sehr gewundert, dass die Formulierung fehlte, als am Montag die Meldung von dem Chinesen die Runde machte, der angeblich nur einen Diebstahl melden wollte, aber aus Versehen einen Asylantrag unterschrieb.

Es ist ja nicht das erste Mal, dass jemand Dokumente ungelesen unterzeichnet und sich nachher wundert, was er damit angerichtet hat. Ging Franz Beckenbauer damals wahrscheinlich ganz ähnlich. Plötzlich hat man die WM im eigenen Land.

Jetzt habe ich gerade mal gesucht. Und tatsächlich:

“Damals war das für uns ein ganz normaler Vorgang, weil wir dieses Konto von der Firma genannt bekommen haben, die damals das Ticketbüro der Fifa betrieb”, sagte der frühere DFB-Generalsekretär der Deutschen Presse-Agentur.

Aber noch mal zu dem Chinesen. Wer schon die Geschichte selbst unglaublich fand, hat die Bebilderung bei “Focus Online” wahrscheinlich noch nicht gesehen:

Schade eigentlich, dass die Leute bei “Focus Online” so wenig auf Zack sind. Mit dem Bild hätte sich aus der Story ja noch viel mehr machen lassen: Schnell alternder Chinese (31) unterschreibt aus Versehen Asylantrag und flüchtet auf fahrendem Koffer aus Flüchtlingsheim.

Das klingt doch gleich noch besser. Vielleicht hätte der Sachverhalt dann auch endlich alle Voraussetzungen erfüllt, um als ganz normaler Vorgang abgestempelt zu werden.

Diese Chance ist wohl vertan. Aber ich hätte hier noch was anderes. Das klingt jetzt wahrscheinlich weit hergeholt, aber haben Sie schon mal einen Seehund gefunden? Einen jungen Seehund?

Man weiß ja gar nicht, wie man sich verhalten soll, wenn so ein hilfloses Tier vor einem auf dem Boden liegt. Muss man es mitnehmen? Verhungert es sonst? Was, wenn die Mutter zurückkommt? So ein Seehund kann ja recht groß werden und ist wahrscheinlich auch nicht ungefährlich, wenn es um den Nachwuchs geht.

Aber das Baby einfach liegen lassen? Kann man das machen? Auf Anhieb schwer zu sagen. Doch keine Sorge. Die Polizeidirektion Osnabrück hat dazu am Montag eine Pressemitteilung herausgegeben:

Es ist natürlich alles ganz einfach. Fassen Sie den Seehund nicht an. Wählen Sie die Nummer der Seehundstation, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob er Hilfe braucht, aber auf keinen Fall den Notruf, denn dazu gibt es keinen Anlass. Höchstwahrscheinlich ist alles in Ordnung. Vermutlich ist die Mutter nur schnell was zu essen holen und wird bald mit frischem Fisch zurück sein. Um es in den Worten der Osnabrücker Polizei zu sagen: “Es ist ein ganz normaler Vorgang”.

*Korrektur: Ursprünglich stand im Text, das Zitat des Polizeisprechers aus dem “Münchner Merkur” (“Ein ganz normaler Vorgang in einem solchen Fall”) beziehe sich darauf, dass die Polizisten sich gewehrt und geschossen haben. Es bezieht sich allerdings darauf, dass die Staatsanwaltschaft den Fall nun untersucht. Wir haben das korrigiert. Pardon für den Fehler!

Überschriften sind kein Kinderspiel

Der “Steiner Anzeiger” ist eine kleine Wochenzeitung aus der Schweiz, die Auflage liegt bei knapp über 1000, einmal im Monat, wenn die “Großauflage” ansteht, sogar bei über 4000. Als “amtliches Publikationsorgan der Gemeinde Stein am Rhein” spiegele das Blatt “das facettenreiche Leben im ‘Städtli’ und in den umliegenden Gemeinden” wider: Meldungen aus den Vereinen, Ankündigungen für Festivitäten, Berichte über die Lokalpolitik, sowas halt.

Neulich ging es in einem kurzen Text um einen größeren Einsatz der Polizei im angrenzenden Gailingen:

Am vergangenen Mittwoch hatte eine Anruferin der Polizei gemeldet, dass vor der Asylunterkunft in Gailingen 12 bis 15 Personen mit Pistolen rumliefen. Eine hätte sogar auf sie gezielt. Daraufhin rückten 20 Polizisten aus, welche mit Schutzausrüstung die Unterkunft durchsuchten. Dabei fanden sie fünf kleine Softairpistolen, welche frei verkäufliche Spielzeugwaffen sind. Zudem ergaben Ermittlungen, dass Kinder der Asylunterkunft mit den Spielzeugwaffen vor dem Gebäude gespielt hatten.

20 Polizisten, voll ausgerüstet, Durchsuchung — klar, dass der “Steiner Anzeiger” da berichtet.

Fehlt nur noch eine Überschrift, die den Fehlalarm gut wiedergibt …

Mit Dank an @gabrielvetter für den Screenshot!

Gipfeltreffen, Digitalradio, Fußball

1. Wer kümmert sich eigentlich um die tausenden Userkommentare, die Medien täglich bekommen?
(zeit.de, Mohamed Amjahid & Matthias Stolz)
Bei “zeit.de” haben sich drei Community- / Social-Media-Redakteure zum Gespräch getroffen: Torsten Beeck von “Spiegel Online”, David Schmidt von der “Zeit” und Niddal Salah-Eldin vom “Welt-Social-Team”. Wie hält man die tägliche Arbeit an der Kommentarfront aus? Welche Eigenschaften muss man mitbringen, um Social-Media-Redakteur zu werden? Und bei welchen Themen melden sich die meisten User zu Wort? Ohne zu viel verraten zu wollen: Der Job scheint anstrengend zu sein, aber auch viel Spaß zu machen.

2. Der Amoklauf von München – ein Rückblick
(blog.tagesschau.de, Kai Gniffke)
Die Berichterstattung der ARD zum Amoklauf in München war nicht unumstritten. Der verantwortliche Chefredakteur von ARD-aktuell, Tagesschau und Tagesthemen Kai Gniffke rechtfertigt das Vorgehen in einem “Rückblick”.

3. In sieben Jahren schalten wir einfach ab
(faz.net, Jürgen Bischoff)
“Die Geschichte des Digitalradios in Deutschland ist keine Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen, sondern eine von Murks und Unvermögen, ein an sich sinnvolles System in den Markt zu bringen.”, lässt Jürgen Bischoff seinen Artikel über die Zukunft des Digitalradios beginnen. Die Politik solle sich nicht von den Privatsendern kirre machen lassen. Es sei sinnvoll, auf das Digitalradio zu setzen. Man müsse es nur wollen und notfalls erzwingen, so seine Kernbotschaft.

4. Internationales Bündnis gegen neues BND-Gesetz
(reporter-ohne-grenzen.de)
“Reporter ohne Grenzen” hat gemeinsam mit einem internationalen Bündnis von Menschenrechtsorganisationen und Journalistenverbänden eine globale Kampagne gestartet, um ausländische Journalisten außerhalb der EU vor Überwachung durch den Bundesnachrichtendienst zu schützen. Ziel sei es, eine entsprechende Schutzklausel in der Neufassung des BND-Gesetzes durchzusetzen, über die der Bundestag derzeit berate.

5. Unter verschärfter Beobachtung
(tagesspiegel.de, Kurt Sagatz)
Der Streit zwischen den Zeitungsverlegern und der ARD um die Smartphone-App der „Tagesschau“ geht in eine neue Runde. Das Oberlandesgericht Köln muss nach einer Vorgabe durch den BGH erneut entscheiden. Im Kern geht es um die Frage, ob die Anwendung zu textlastig und damit “presseähnlich” ist, was vom Rundfunkstaatsvertrag untersagt sei. Kurt Sagatz zweifelt mit guten Argumenten die Aussagekraft der erwarteten Entscheidung an: “Grundsätzlich stellt sich die Frage, welche Aussagekraft eine juristische Entscheidung haben kann, die auf der inhaltlichen Bewertung einer fünf Jahre zurückliegenden Ausgabe einer Nachrichten-App beruht. In der „Tagesschau“-App von diesem Donnerstag wird beinahe jeder Beitrag entweder durch einen Hörfunk- oder TV-Beitrag ergänzt, im Fall der Messerattacke von London sogar durch beides. Zugleich haben sich in den zurückliegenden fünf Jahren auch die Webseiten der Zeitungshäuser verändert und enthalten ebenfalls verstärkt Audio- und Videoinhalte.”

6. Fußball als komplexer Sport
(120minuten.net, Lukas Tank)
Lukas Tank mit einem Debattenbeitrag zum Thema Fußball und Sportberichterstattung: “Tagtäglich liefert uns die Sportberichterstattung Antwort auf die Frage, warum Mannschaft X gegen Mannschaft Y gewonnen hat und warum jener Spieler besser oder schlechter ist als ein anderer. Bei der Ursachenforschung gehen die Meinungen auseinander. Gibt es noch die einfachen Erklärungen? Oder ist Fußball eine hochkomplexe Angelegenheit, bei der man den Spielausgang nicht mit einem schnöden „Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen“ abtun kann?”

Pressegefängnis Türkei, Podcast-Aufwind, Kneipenverleger

1. Eines Nachts, unvermutet
(faz.net, Bülent Mumay)
“Vergangene Woche wurde ich in Istanbul verhaftet. Man warf mir vor, die Putschisten zu unterstützen. Jetzt bin ich wieder auf freiem Fuß – und noch entsetzter über mein Land als zuvor.” So beginnt der erschütternde Bericht des türkischen Journalisten Bülent Mumay, der letzten Dienstag mit drei anderen Verhafteten in eine sechs Quadratmeter große Zelle gesperrt wurde. Nach drei Tagen bei Mangelernährung, Dauerlicht und ohne Bett wurde er wieder freigesetzt; der Staatsanwalt konnte trotz angestrengten Googelns und dem Besuch von Mumays LinkedIn-Profils nichts Vorwerfbares finden.

2. Die Alte Tante und ihre neuen deutschen Freunde
(medienwoche.ch, Nick Lüthi)
Noch vor sechs Jahren wurde der Bedeutungsverlust der “NZZ” als Weltblatt beklagt, doch heute steht das Schweizer Blatt so stark wie noch nie da, vor allem in Deutschland. Nick Lüthi in seiner ausführlichen Analyse: “Mit seiner Refokussierung auf einen Liberalismus ohne erklärende Etiketten trifft NZZ-Chefredaktor Eric Gujer in Deutschland offenbar den rechten Zeitgeist. Auch wenn beileibe nicht alle deutschen Leserinnen und Leser die politische Haltung der Merkel-, Islam- und einwanderungskritischen NZZ-Gastautoren teilen, so gibt es unter ihnen eine mitteilungsfreudige Minderheit, welche die Essays und Kommentare als Bestätigungsprosa liest.”

3. Plattformen rücken der Podcast-Community auf die Pelle
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Die Podcast-Szene zeichnet sich durch viele Enthusiasten aus, die mit viel Liebe und meist ohne große kommerzielle Erwartungen ihre Hörangebote ins Netz speisen. Doch nun entdecken Streaming-Plattformen wie Soundcloud, Spotify oder Audible den wachsenden Markt für sich. Markus Reuter hat die Entwicklung zusammengefasst und sich umgehört, was die Podcaster dazu sagen.

4. Merkels Presseamt beobachtet Putin-Sender “RT Deutsch”
(stern.de, Hans-Martin Tillack)
Das vom russischen Staat finanzierte Webangebot “RT Deutsch” (Russia Today) konnte sich seit dem Start Ende 2014 trotz (oder wegen) oft umstrittener Beiträge eine Fangemeinde aufbauen. Zu den regelmäßigen Lesern gehört auch das Bundespresseamt, welches nach Recherchen des “Stern” fast seit Beginn mitliest, mitschaut und ggf. mitprotokolliert. Letzteres durchaus kritisch, wie die Notizen aus den Protokollen belegen.

5. Böse, verrückt oder ein Würstchen?
(zeit.de, Thomas Fischer)
Der von vielen kultisch verehrte, in letzter Zeit aber auch kritisierte BGH-Richter und “Zeit”-Kolumnist Thomas Fischer (“Fischer im Recht”) antwortet auf einen Artikel in der FAZ. Wie immer im kraftvollen und metaphernreichen Fischer-Style, der dem Leser einiges an Orientierungs-, Durchhalte- und Abstraktionsvermögen abverlangt.

6. Kneipenwirte sind auch keine besseren Verleger
(rnd-news.de, Ulrike Simon)
Was Ulrike Simon in ihrer Kolumne erzählt, hätte man sich als filmische Umsetzung von Helmut Dietl gewünscht: Als eine Art “Monaco Franze vom Wendland”. Eine Story um einen umtriebigen und lang gedienten Reporter, der mit einem Kneipenwirt bei Bier und Schnaps ein Magazin in hochwertiger Ausstattung erfindet (“Landluft”) und für die Beiträge einige berühmte Namen engagiert. Und sich jetzt mit seinem “Kneipenwirtverleger” auseinanderdividiert hat, um mit seinen 74 Lenzen zu neuen Ufern aufzubrechen.

Was, wenn Bild.de den Flüchtlingsdeal platzen lässt?

Stellen Sie sich mal Folgendes vor:

  • Die Türkei kündigt den sogenannten “Flüchtlingsdeal” mit der EU.
  • Zehntausende Geflüchtete ziehen bedrohlich von der Türkei aus Richtung Deutschland.
  • Bilder von Geflüchteten, die die Grenze zwischen der Türkei und Griechenland durchbrechen.
  • Die USA schalten sich ein. Türken verbrennen bei Demonstrationen US-Flaggen.
  • Die bulgarische Polizei entdeckt bei einem Geflüchteten Spuren von Sprengstoff.
  • Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán schließt nicht mehr aus, auf Geflüchtete zu schießen.
  • Europäische Regierungen brechen auseinander.
  • In Österreich wird FPÖ-Mann Norbert Hofer zum Bundespräsidenten gewählt.
  • Die AfD erreicht in einer Umfrage 28 Prozent. Inzwischen ist Rechtsaußen Alexander Gauland der Vorsitzende der Partei.
  • 5000 Geflüchtete stehen vor Passau, Hundertschaften der Polizei sind vor Ort, Hubschrauber kreisen über der Region.
  • Innenminister Thomas de Maizière schließt den Einsatz von Soldaten im Bundesgebiet nicht mehr aus.

Was wie der große Wunschzettel von Rechtspublizist Jürgen Elsässer und seinem Wirrmagazin “Compact” für noch mehr Hetzmöglichkeiten klingt, stammt von Bild.de. Autor Albert Link hat dort gestern ein “BILDplus-Szenario” entworfen:

In Kurzform geht das Szenario so: Keine Visafreiheit für die Türken. Die Türkei stellt “ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Migration” ein und löst Flüchtlingslager im Süden des Landes auf. Bus-Konvois machen sich auf zum Drei-Länder-Eck Bulgarien-Griechenland-Türkei. Bulgarien lässt die Geflüchteten durch. Serbien lässt die Geflüchteten durch. Kroatien lässt die Geflüchteten durch. Slowenien lässt die Geflüchteten durch. Österreich lässt die Geflüchteten durch. Tausende Geflüchtete stehen vor der deutschen Grenze. Und dazu noch all die anderen Punkte von oben.

Kurz gesagt: Sodom und Gomorra in Europa.

Es gab mal eine Zeit, da haben sich Julian Reichelt und Kai Diekmann und einige andere “Bild”-Mitarbeitern — zumindest theoretisch — bei den vielen Flüchtlingshelfern in diesem Land untergehakt und “refugees welcome” und “Wir helfen” geschrien. Diese Zeit ist offensichtlich vorbei. Inzwischen schüren die “Bild”-Medien wieder die Angst vor Zuwanderern.

Nun also das bedrohliche Szenario, “WENN DER FLÜCHTLINGSDEAL PLATZT”. Und diese Panikmache in einer Zeit, in der eine Versachlichung dieser komplexen weltpolitischen Lage eine der größten Leistungen von Journalisten sein dürfte.

In der Einleitung zum “BILDplus-Szenario” schreibt Bild.de übrigens:

Was wirklich passiert, wenn die Türkei ihre Drohung wahrmacht, kann niemand präzise vorhersagen. Das Szenario, das BILD hier beschreibt, ist nur eine Option unter vielen.

Die Redaktion hat sich für eine der Optionen mit den dramatischsten Auswirkungen entschieden.

Popper, AfD-Recherchereise, Dr. Sommer

1. Poppers Alptraum
(de.ejo-online.eu, Gerret von Nordheim)
Am Amoklauf in München habe sich gezeigt, welch zentrale und dabei ambivalente Rolle soziale Medien in der modernen Öffentlichkeit spielen, so Gerret von Nordheim in seiner Auswertung des Münchner Geschehens. Der Autor hat eine umfangreiche Netzwerkanalyse durchgeführt und Twitter ausgewertet. Ein Ergebnis seiner Beobachtungen: “Durch psychologische Effekte wie den Bestätigungsfehler, die kognitive Dissonanz oder die Gruppenpolarisierung werden soziale Medien so zu einem Zerrspiegel der Weltwahrnehmung. Es ist davon auszugehen, dass der Selektionseffekt individualisierender Algorithmen (die vielzitierte Filterblase) diese Effekte darüber hinaus katalysiert.”

2. loading: Recherchereise AfD in Mecklenburg-Vorpommern
(dirkvongehlen.de)
Crowdfunding-Experte Dirk von Gehlen macht auf ein spannendes Projekt aufmerksam: Die geplante AfD-Recherchereise von Raphael Thelen anlässlich der am 4. September in Mecklenburg-Vorpommern stattfindenden Landtagswahlen.

3. “Wir sind überzeugt, unserer Verantwortung nachgekommen zu sein”
(wuv.de, Jochen Kalka)
Jochen Kalka übt bei “W&V” Kritik an der Berichterstattung des “Spiegel” in Zusammenhang mit dem Münchner Amoklauf: Während sich Deutschlands Medien offen der Ethikdiskussion stellen und sich für die eine oder andere Berichterstattung über die letzten Terrorakte entschuldigen oder zumindest rechtfertigen, hält sich der “Spiegel” an keine Grenzen.” Beim “Spiegel” ist man sich keiner Schuld bewusst, wie man auf Nachfrage mitteilt.

4. Wie sollen Medien über Terroristen berichten?
(sueddeutsche.de, Joseph Hanimann)
Französische Medien wollen keine Fotos von Attentätern mehr zeigen und keine Namen mehr nennen. Kann das funktionieren, fragt Joseph Hanimann beschreibt den Stand der Debatte in Frankreich.

5. Reaktionen auf Hashtag-Regelungen bei Olympia: „Alles viel zu kompliziert“
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Das IOC hat mit den Regeln für Hashtags und Social-Media-Nutzung bei den Olympischen Spielen für einigen Wirbel und vor allem Spott und Frust gesorgt. Einige Athleten haben bereits angekündigt, auf Berichte von den Olympischen Spielen zu verzichten, da sie den Ausschluss befürchten. Nun versucht sich Michael Vesper vom Deutschen Olympischen Sportbund an einer Klarstellung.

6. Entdeckt (61): Sommerloch 2016: Dr. Sommer drückt sich – und Frau Fischer trägt jetzt Tischdecke
(kioskforscher.wordpress.com, Markus Böhm)
“Kioskforscher” Markus Böhm mit Kurzkritiken zu “Dr. Sommer”, “Bock” und dem “Straßen Journal Deutschland”. Visuelles Highlight seines Beitrags: Die zusammengephotoshoppten nur leicht variierten Cover vom “Goldenen Blatt” und Co.

7. Aus „seit“ und „seid“ wird „seidt“? MDR aktuell sitzt Fake-Meldung auf
(flurfunk-dresden.de)
“Oh, das ist peinlich: In einem Radio-Beitrag zu “20 Jahre Rechtschreibreform” berichtet MDR aktuell, dass es künftig eine einheitliche Form von “seid” und “seit” geben soll: “seidt”. … Blöd nur, dass die Meldung überhaupt nicht stimmt. Vielmehr ist man beim MDR dem Satire-Portal Der Postillon aufgesessen.”

Dirk Hoerens nächste halbe Hartz-Wahrheit über Ausländer

Die “Bild”-Medien scheinen ein neues Thema für sich entdeckt zu haben: die Hartz-IV-Ausländer. Denn nach seinem Artikel von gestern hat Chefzahlenleser Dirk Hoeren heute noch einmal in “Bild” und bei Bild.de nachgelegt — mit einer großen Titelgeschichte und einem “Bild-plus”-Artikel:

Die “neuen Zahlen”, auf die sich Hoeren bezieht, waren gestern auch schon bekannt. Sie stammen aus derselben Statistik der “Bundesagentur für Arbeit” (PDF), auf die sich sein Artikel von Montag stützt. Aber anstatt einmal umfassend zu berichten, machen “Bild” und Bild.de offenbar lieber eine Kampagne eine Serie aus der Veröffentlichung der Bundesagentur.

Und so findet man in Dirk Hoerens heutigem Text fast ausschließlich die gleichen Zahlen, die er gestern schon aufgeschrieben hat. Dafür sind diese jetzt aber mit einer politischen Forderung verknüpft:

CDU/CSU-Fraktionsvize Michael Fuchs (67) zu BILD: “Das Problem der hohen Hartz-IV-Quote von Flüchtlingen lässt sich nur durch Integration lösen. Dazu müssen die Flüchtlinge Deutsch lernen. Deshalb sollten die Hartz-Leistungen an den Integrationswillen gekoppelt werden. Wer sich nicht integrieren will, sollte weniger Hartz IV bekommen.”

Um zu zeigen, wie hoch die “Hartz-IV-Quoten” so sind, präsentieren die “Bild”-Medien diese Tabelle, aufgeschlüsselt nach 20 Herkunftsländern:

Für eine weitere Spalte war natürlich kein Platz: Für die Anzahl der Personen, die aus den jeweiligen Ländern stammen und die in Deutschland einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen. Auch die weist die “Bundesagentur für Arbeit” in ihrer Statistik aus.

Und da wir finden — da hat sich unsere Meinung seit gestern nicht geändert –, dass zum gesamten Bild der Geschichte eben mindestens auch diese Zahlen gehören, liefern wir sie Ihnen hier für die 31 Nationalitäten, die die Bundesagentur gesondert auflistet, nach:

Herkunftsland sv. Beschäftigte Hartz-IV-Empfänger
Afghanistan 17.747 35.892
Albanien 18.852 8570
Bosnien und Herzeg. 63.133 17.055
Bulgarien 88.080 73.088
Eritrea 3796 16.764
Estland 2316 749
Griechenland 130.906 46.485
Irak 17.708 64.712
Iran 16.615 21.769
Italien 243.160 70.911
Kosovo 49.843 27.146
Kroatien 134.366 16.150
Lettland 11.779 4911
Litauen 18.267 6746
Mazedonien 24.790 14.717
Nigeria 9890 8573
Pakistan 13.173 16.213
Polen 342.768 92.506
Portugal 58.049 11.374
Rumänien 237.498 60.084
Russische Föderation 70.104 37.413
Serbien 62.882 55.065
Slowakei 26.087 4560
Slowenien 10.381 1976
Somalia 2513 5160
Spanien 63.736 16.779
Syrien 17.896 242.391
Tschechische Republik 43.496 5466
Türkei 515.630 295.260
Ukraine 36.525 24.033
Ungarn 88.523 9488

(Stand: die aktuellsten verfügbaren Zahlen von April 2016)

Bei sieben Ländern (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Pakistan, Somalia, Syrien) ist die Zahl der Hartz-IV-Empfänger höher als die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, bei den anderen 24 ist es umgekehrt.

AfD-Stratege, Spiegelhistorie, Startseitengenerve

1. Ehemaliger “Welt”-Redakteur arbeitet für die AfD
(zeit.de)
Der nordrhein-westfälische AfD-Landeschef Marcus Pretzell hatte die ihm angebotenen Dienste noch abgelehnt, nun heuert der bei der “Welt” unter großem Getöse ausgeschiedene Journalist Günther Lachmann bei der AfD in Thüringen an.

2. IS: Bilder-Verbote wie in Frankreich?
(mdr.de, Patrick Eicke, Audio 2:05 Min.)
MDR-Autor Patrick Eicke hat bei deutschen Medienhäusern nachgefragt, wie diese mit der Veröffentlichung von Fotos von Attentätern umgehen.

3. Lutz Hachmeister: „Ich wollte dem Spiegel nicht schaden“
(wolfgangmichal.de)
Interview mit dem Hochschullehrer für Journalistik und langjährigem Leiter des Grimme-Instituts Lutz Hachmeister über seine 20-jährige Recherche zum “Netzwerk ehemaliger Nazis” im Nachrichtenmagazin “Der Spiegel”.

4. Kommunikation in der Krise
(wwwagner.tv, Jörg Wagner, Audio, 26:57 Min.)
Jörg Wagner hat mit dem Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Polizeipräsidiums München Marcus da Gloria Martins gesprochen. Dieser hatte während der Berichterstattung um den Münchner Amoklauf viel Lob für seine besonnene Art geerntet. In dem knapp halbstündigen Interview erfährt man Einiges über die Arbeit der Pressestelle eines Großpräsidiums mit tausenden von schriftlichen Presseanfragen pro Tag, über seine Einstellung zu Social Media und Krisenkommunikation.

5. Die Quote darf nicht zum alleinigen Impulsgeber werden.
(planet-interview.de, Adrian Arab)
Adrian Arab hat für “Planet Interview” die ARD-Vorsitzende und Intendantin des MDR Karola Wille befragt. Das Themenspektrum reicht von Mahnverfahren und Transparenz bis hin zu den vielen ARD-Mediatheken. Dem Interview angehängt ist eine Tabelle zur “Offenlegung der Intendanten-Gehälter auf den Websites der Rundfunkanstalten der ARD”.

6. Breaking News: Die Startseite wurde aktualisiert!
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Sie kennen die lästigen Einblendungen auf den Startseiten großer Medienseiten: “Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?” Stefan Niggemeier widmet sich auf “Übermedien” den digitalen Plagegeistern und fragt einige Verantwortliche, warum sie von den lästigen Störbildern Gebrauch machen.

Blättern:  1 ... 289 290 291 ... 604