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KW 17/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Joyce Ilg, Kawusi & Mockrigde – Was muss Satire?
(zdf.de, Sarah Bosetti, Video: 9:14 Minuten)
Die Komiker Joyce Ilg und Faisal Kawusi haben auf Instagram Witze über K.o.-Tropfen gemacht, und Sarah Bosetti erklärt, warum das nicht lustig ist: “Wenn die beiden öffentlich Vergewaltigungs- oder Morddrohungs-Witze machen, dann vermitteln sie dadurch sehr vielen Menschen, dass das OK ist, und sehr vielen Betroffenen sexualisierter Gewalt vermitteln sie, dass ihr Leid lustig ist. Darunter sind sehr viele junge Menschen, darunter sind traumatisierte Menschen. Und drum herum ist eine Gesellschaft, die noch immer viel zu dicke ist mit ihrer guten Freundin Rape Culture.”

2. Influencer – Warum wir uns von ihnen beeinflussen lassen
(planet-wissen.de, Andrea Grießmann, Video: 58:14 Minuten)
“Planet Wissen” beschäftigt sich in der aktuellen Ausgabe mit Influencerinnen und Influencern: Wie beeinflussen sie unser Leben? Und was bedeutet es für sie selbst, permanent “auf Sendung” sein zu müssen? Dabei kommt auch das fragwürdige Geschäftsmodell mit “Kinder-Influencern” zur Sprache.

3. Verlieren wir den Kampf gegen Hate Speech?
(youtube.com, Walulis Story, Video: 10:42 Minuten)
Seit Jahren gibt es die verschiedensten Bemühungen gegen Hate Speech, auch von Seiten des Gesetzgebers. Doch hat sich die Lage verbessert? Das Walulis-Team wirft einen kritisch-satirischen Blick auf die Entwicklung bei den Sozialen Medien.

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4. Rechtspopulismus & die Verantwortung der Medien – im Gespräch
(grimme-lab.de)
Georg Restle hat sich in getrennten, je etwa fünfzehnminütigen Gesprächen mit drei Abgeordneten des nordrhein-westfälischen Landtags über “Rechtspopulismus und die Verantwortung der Medien” unterhalten: mit Stefan Engstfeld, Sprecher für Rechtspolitik der Grünen Landtagsfraktion, mit Andrea Stullich, medienpolitische Sprecherin der CDU, und mit Alexander Vogt, medienpolitischer Sprecher der SPD. Ein viertes Interview führte Restle mit Martin Rabanus, dem Vorsitzenden des Deutschen Volkshochschul-Verbands.

5. turi2clubraum: Isabell Beer
(youtube.com, turi2tv, Annkathrin Weis & Markus Trantow, Audio: 42:34 Minuten)
Markus Trantow und Annkathrin Weis haben sich die Investigativjournalistin Isabell Beer in den Podcast eingeladen: “Ähnlich wie ihr Vorbild Günter Wallraff recherchiert sie undercover, aber nicht in Fabrikhallen, sondern im Netz”. Unter falschem Profil begegne Beer bei ihren Recherchen unter anderem Voyeuristen und bekennenden Vergewaltigern – “und ist auch schon bedroht worden.”

6. Konzertveranstalter wollte Naidoo-Comeback
(zdf.de, Nina Behlendorf & Salwa Houmsi & Milan Panek & Nicolas Wildschutz, Video: 31:29 Minuten)
Der Sänger Xavier Naidoo hat vor wenigen Tagen ein dreiminütiges Entschuldigungsvideo veröffentlicht, in dem er sich von seinem eigenen Verhalten distanziert: “Ich habe mich Theorien, Sichtweisen und teilweise auch Gruppierungen geöffnet, von denen ich mich ohne Wenn und Aber distanziere und lossage. Ich war von Verschwörungserzählungen geblendet und habe sie nicht genug hinterfragt.” Wie glaubhaft ist seine Stellungnahme, und meint er es wirklich ernst? Nach Betrachten der “ZDFzoom”-Reportage kann man daran durchaus Zweifel haben.

König der Trolle, Kleinmütiges Ablenken, Lebendiger Spieleberater

1. König der Trolle: Was der Twitter-Kauf von Elon Musk bedeutet
(freitag.de, Aditya Chakrabortty)
“Elon Musk ist der König der Trolle im Zeitalter der Troll-Politik. Es ist an der Zeit, ihn nicht mehr zu füttern”, lautet der Appell von Aditya Chakrabortty, dessen “Guardian”-Kolumne beim “Freitag” in deutscher Übersetzung vorliegt: “Das Wichtigste, was man über Musk wissen muss, ist, dass er ein Troll ist. Wie alle Trolle legt er es darauf an, zu kränken und aus der Fassung zu bringen, allein mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit der Welt zu bekommen. Dabei ist Musk im Trollen nicht nur besser als jeder andere. Es ist auch Teil seines Geschäftsmodells und der Art und Weise, wie er mit der Welt umgeht. Das aber macht seinen Twitter-Erwerb so gefährlich.”

2. “Ist die Lage wirklich so dramatisch?”
(journalist.de, Jürgen Overkott)
“Ich habe gelernt: Mit Vereinsberichterstattung ist kein Blumentopf zu gewinnen. Aber ohne sie kann ich den ganzen Garten verlieren.” Im “Journalist” erzählt Jürgen Overkott, Redakteur bei der “Westfalenpost”, warum er seinen Job als Alleinredakteur im sauerländischen Balve gerne macht, und dass Storytelling auch im Lokalen möglich ist. Ein überaus angenehmes, da sehr persönlich und authentisch klingendes Plädoyer für den Lokaljournalismus.

3. #gutgemeint
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
In der “Süddeutschen Zeitung” forderte Leonhard Dobusch eine Art öffentlich-rechtliches Twitter (nur mit Abo lesbar). Dem entgegnet nun Joachim Huber im “Tagesspiegel”: “Twitter & Co. wollen ihre Nutzer nicht ändern, sondern von ihnen gewinnbringend profitieren, indem sie Emotionen pushen, Vorurteile eskalieren lassen. Ein anderes, ein öffentlich-rechtliches Twitter wäre von alldem purifiziert. Mir fehlen Überzeugung und Fantasie, einen Erfolg zu prognostizieren, wenn der Programmauftrag auch im Netz als Erziehungsauftrag missverstanden wird.”

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4. Kleinmütiges Ablenken von eigenen Fehlern
(verdi.de, Jasper Prigge)
Jasper Prigge kritisiert den Umgang der Polizei mit Medienschaffenden auf einer Demonstration am vergangenen Wochenende in Berlin: “Von einer Behörde ist zu erwarten, dass sie sich für die Pressefreiheit einsetzt. Mahnende Worte gegenüber der Versammlungsleitung, die Berichterstattung zu gewährleisten oder sich zu mäßigen, sind auf den im Internet kursierenden Videos nicht zu sehen. Es ist kleinmütig, die Verantwortung im Nachhinein auf das Gesetz zu schieben, statt sich kritisch mit den eigenen Fehlern auseinanderzusetzen.”

5. Viele Podcasts für Grimme Online Award nominiert
(faz.net)
Unter den 27 für den Grimme Online Award nominierten Online-Angebote sind gleich acht Podcasts. In der Kategorie “Information” dominieren sie gar das Feld: “Nominiert für die Preise wurden dort die Audio-Produktionen ‘Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen?’ (Studio Bummens, NDR, RBB, K2H), ‘Breitscheidplatz’ (RBB, SWR), ‘Narcoland – Das Meth-Kartell im Dreiländereck’ (Aachener Zeitung, Aachener Nachrichten) und ‘Slahi – 14 Jahre Guantánamo’ (NDR).”

6. Medien können Tod von Mino Raiola nicht abwarten
(uebermedien.de, Frederik von Castell)
Viele Medien meldeten gestern den Tod von Mino Raiola, einem prominenten Spielerberater im internationalen Fußballzirkus. Doch Raiola ist gar nicht tot und kommentiert auf Twitter sarkastisch: “Aktueller Gesundheitszustand für alle, die sich wundern: Ich bin angepisst, weil sie mich zum zweiten Mal innerhalb von 4 Monaten umgebracht haben. Anscheinend kann ich mich wiederbeleben.” Frederik von Castell hat sich die Ausbreitungswege der Falschmeldung angeschaut und zeigt, wie (schlecht) die betroffenen Redaktionen mit ihrem Fehler umgehen.

Ohrfeige für SLAPPs, Mehr Frauen in Topjobs, Krawallmoderator

1. EU-Kommission will gegen Einschüchterung von Medienschaffenden vorgehen
(deutschlandfunk.de, Pia Behme & Sebastian Wellendorf)
“SLAPP” ist die englische Abkürzung für strategische Klagen gegen öffentliche Beteiligung (Strategic Lawsuits Against Public Participation). Sie dienen dazu, Medienschaffende sowie Aktivistinnen und Aktivisiten einzuschüchtern und von ihrer Arbeit abzuhalten. Nun hat die EU-Kommission einen Gesetzentwurf vorgelegt, der missbräuchliche Verfahren verhindert: “Wir haben versprochen, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten besser gegen diejenigen zu verteidigen, die versuchen, sie zum Schweigen zu bringen”, so Věra Jourová, die Vizepräsidentin der Kommission.
Weiterer Lesetipp: Neues EU-Gesetz soll Journalist:innen schützen (netzpolitik.org, Alexander Fanta).

2. When in Doubt, Show Haut: Die sexistischen Bilder von OE24
(kobuk.at, Astrid Pozarek)
Astrid Pozarek hat sich für das Medienwatchblog “Kobuk” vier Monate lang jedes abgedruckte Foto der Boulevardzeitung “Österreich” angesehen. Es zeige sich, dass “Österreich” ein Problem mit sexistischen Bildern habe: “Symbolbilder von Frauen kommen in der Boulevardzeitung um ein Vielfaches öfter vor als von Männern – allerdings sind Frauen in diesen Bildern oft zum Objekt degradiert.”

3. Elon Musk muss Tweets über Tesla auch künftig absegnen lassen
(zeit.de)
Tech-Milliardär Elon Musk will den Kurznachrichtendienst Twitter übernehmen und zu einer “globalen Plattform für Redefreiheit” machen. Das ermöglicht ihm jedoch nicht jede Äußerung, wie ein New Yorker Gericht bestätigte. So muss sich Musk gemäß einer Vereinbarung mit der US-Börsenaufsicht SEC Tweets, die Einfluss auf Teslas Aktienkurs haben könnten, erst vom Unternehmen freigeben lassen. Für einen manipulierenden Tesla-Tweet war Musk von der SEC schon mit einer Strafe von 20 Millionen US-Dollar belegt worden.

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4. Mehr Frauen in Topjobs beim Rundfunk
(spiegel.de)
Die Initiative Pro Quote hat eine neue Studie zur Geschlechterverteilung in journalistischen Führungspositionen vorgelegt (PDF). Demnach können zwei Sender die Pro-Quote-Forderung von 50 Prozent Frauen in Führungspositionen erfüllen: der RBB und die Deutsche Welle. Bis auf den Hessischen Rundfunk und den Saarländischen Rundfunk hätten alle öffentlich-rechtlichen Sender einen “Frauenmachtanteil” von mindestens 40 Prozent erreicht.

5. Der Erklärer
(arminwolf.at)
Der österreichische Publizist und Moderator Paul Lendvai hat den renommierten Concordia-Preis für sein Lebenswerk erhalten. Armin Wolf hat die Laudatio auf Lendvai gehalten, der auch mit seinen 92 Jahren immer noch alle paar Wochen im österreichischen Fernsehen die Diskussionssendung “Europastudio” leitet.

6. Der Krawallmoderator ist zurück
(faz.net, Gina Thomas)
Großbritannien-Kennerin Gina Thomas erzählt von der Rückkehr des “Krawallmoderators” Piers Morgan ins britische Privatfernsehen. Medienmogul Rupert Murdoch habe Morgan bereits 1994 als Leiter eines Sensationsblatts installiert und nun für seinen Sender “TalkTV” zurückgeholt. Morgans selbsterklärte Mission sei es, die “Cancelkultur zu canceln, bevor sie unsere Kultur cancelt”. Da passt es ins Bild, dass er sich als prominenten Gesprächspartner für seine mediale Wiederauferstehung den US-amerikanischen Ex-Präsidenten Donald Trump ausgesucht hat.

Musk und die Folgen, Klimakrise, Clickbait mit Asteroiden

1. Elon Musk überschätzt Twitter – und unterschätzt dessen Nutzer
(spiegel.de, Patrick Beuth)
Beim “Spiegel” kommentiert Patrick Beuth das selbstbewusste bis breitbeinige Auftreten des wahrscheinlich neuen Twitter-Eigentümers Elon Musk: “Wer Twitter verändern will und dabei mit ‘ich’ anfängt, wird scheitern. Es war noch nie das Management, das Twitters Potenzial freigesetzt hat. Es waren immer die Nutzerinnen und Nutzer. Im Guten wie im Schlechten, im Brillanten wie im Bösartigen.”
Weitere Lesehinweise: Torsten Kleinz erklärt, ebenfalls beim “Spiegel”, wie die Twitter-Alternative Mastodon funktioniert, und Alexander Fanta führt bei netzpolitik.org aus, warum ein neues “Mega-Gesetz” der EU für Elon Musk zum Stolperstein werden könnte: Der EU droht die Kraftprobe mit Elon Musks Twitter.

2. “Kommt die Klimakrise nicht in der Tagesschau, kann es nicht so schlimm sein”
(tagesspiegel.de, Ruth Ciesinger)
Die Journalistin Sara Schurmann ist Mitbegründerin des Netzwerks Klimajournalismus Deutschland, das unlängst eine Klima-Charta veröffentlicht hat. Im Gespräch mit dem “Tagesspiegel” erklärt Schurmann, warum sie den Schritt für notwendig hält und wie guter Klimajournalismus aussieht.

3. Der Geschichtenerzähler
(journalist.de, Celine Schäfer)
“Kennt ihr das, euch fehl am Platz zu fühlen in einer Welt, in der alle klüger, gebildeter, besser und sowieso einfach krasser sind als ihr? Trotz Journalismus-Preisen und Job bei ‘Zeit Online’: Ganz aufgehört hat die Angst noch nicht.” Mit diesen Worten weist Manuel Stark bei Twitter auf einen Text im “journalist” hin, in dem er und seine Geschichte im Mittelpunkt stehen. Lesenswert, nicht nur für Menschen, die gelegentlich (oder fortwährend) unter dem Impostor-Syndrom leiden.

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4. Foto-Fail: Tamedia zahlt 8000 Euro für unerlaubte Bildveröffentlichung
(medienwoche.ch, Benjamin von Wyl)
Benjamin von Wyl berichtet von dem beschwerlichen Weg eines dänischen Fotografen, an das ihm zustehende Bildhonorar zu gelangen. Der Schweizer Medienkonzern Tamedia hatte Bilder des Fotografen ohne dessen Einverständnis veröffentlicht und lenkte erst ein, als der Fotograf nach unzähligen Versuchen der direkten Kontaktaufnahme den Vorgang publik machte.

5. Die beliebtesten Genres im Streaming
(blog.medientage.de, Petra Schwegler)
Das Berliner Unternehmen “JustWatch” ist eine internationale Film- und Seriendatenbank, die über die Online-Verfügbarkeit von Serien und Filmen Buch führt. Anhand der “JustWatch”-Daten reportiert Petra Schwegler die wichtigsten Erkenntnisse über die Sehgewohnheiten der letzten Zeit und fasst die Aussagen eines Experten-Talks zusammen.

6. “Riesiger Asteroid rast auf Erdumlaufbahn zu”
(scienceblogs.de/astrodicticum-simplex, Florian Freistetter)
Der Astronom und Wissenschaftsblogger Florian Freistetter ist über eine Schlagzeile des österreichischen Boulevardmedius “oe24” gestolpert, nach der ein “riesiger Asteroid” auf uns “zurase”. Freistetter kommentiert: “Korrekt wäre die Überschrift: ‘Typischer Asteroid fliegt mit typischer Geschwindigkeit durchs Weltall’. Aber damit kriegt man natürlich keine Clicks und kann keine Diskussionen in den sozialen Medien auslösen.”

Musk kauft Twitter, Bizeps statt Biontech, Frankreich

1. Elon Musk übernimmt Twitter
(spiegel.de)
Der Tech-Unternehmer und reichste Mann der Erde Elon Musk kauft den Kurznachrichtendienst Twitter für rund 44 Milliarden US-Dollar, dem Deal müssen jedoch formal noch die Aktionäre zustimmen. Musk wolle Twitter zu einer “globalen Plattform für Redefreiheit” machen.
Weiterer Lesehinweis: Das “Social Media Watchblog” ordnet den Vorgang in einer kostenlosen Ausgabe seines regelmäßig erscheinenden Briefings ein und fasst zusammen, warum Musks Pläne gefährlich sind (socialmediawatchblog.de, Simon Hurtz & Martin Fehrensen).

2. “Medien tragen große Verantwortung für diesen Wahlkampf”
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Mirjam Kid, Audio: 6:51 Minuten)
Bei den Stichwahlen in Frankreich hat Amtsinhaber Emmanuel Macron seine Konkurrentin Marine Le Pen geschlagen. Daran hätten auch die Medien einen Anteil, die sich am Tag vor der Wahl ausdrücklich für Macron ausgesprochen hatten. Dies sei nach Ansicht von Frankreich-Kenner Ulrich Wickert bemerkenswert, da Le Pen in den Monaten zuvor durch die Medien erst stark gemacht worden war. Die rechtsextreme Politikerin sei von konservativen Medien unterstützt worden, öffentlich-rechtliche Medien hätten den rassistischen Positionen wenig entgegengesetzt, kritisiert der Journalist Nils Minkmar.

3. Digital-Abos stabilisieren “BamS”, doch “Bild” tief im Minus
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Die harte Auflage der “Bild”-Zeitung ist weiter abgesackt. Der Springer-Verlag kann sich jedoch mit einer positiven Entwicklung bei der “Bild am Sonntag” trösten, deren verkaufte Auflage leicht um 1,2 Prozent auf 636.000 angestiegen sei. Uwe Mantel fasst bei “DWDL” die wichtigsten Auflagen-Entwicklungen auf dem Zeitungs- und Magazin-Markt zusammen.

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4. Ferngespräche: Portugal
(ardaudiothek.de, Holger Klein, Audio: 47:35 Minuten)
“Das radioeins Korrespondenteninterview mit Holger Klein” führt dieses Mal nach Madrid. Von dort aus berichtet Auslandskorrespondentin Franka Welz neuerdings über Spanien, Andorra, Gibraltar und über das Land der aktuellen Interviewausgabe: Portugal. Wie immer bei den “Ferngesprächen” erfährt man dabei viel über Land und Leute, aber auch viel über die persönlichen Lebens- und Arbeitsumstände der jeweiligen Person.

5. Im Namen der Ruhe
(sueddeutsche.de, Christoph Gurk)
Nach Ansicht von Lateinamerika-Korrespondent Christoph Gurk hat El Salvadors Präsident Nayib Bukele bei dessen Kampf gegen Bandenkriminalität einen neuen Feind gefunden: Journalistinnen und Journalisten. Wer kritisch berichtet, dem drohe nun Haft: “Im Rahmen des Ausnahmezustands verschärfte das Parlament Anfang April das Strafgesetzbuch: Zehn bis 15 Jahre Haft drohen nun jedem, der Nachrichten von Banden weiterverbreitet, welche zu ‘Aufregung und Panik’ führen könnten. Offiziell will man damit die Gangs davon abhalten, die Bevölkerung einzuschüchtern. Inoffiziell aber, befürchten Beobachter und Berichterstatter, könnte die Gesetzesänderung vor allem dazu dienen, unbequeme Reporter mundtot zu machen.”

6. Bizeps statt Biontech
(jungle.world, Valentin Goldbach und Ralf Fischer)
In der “jungle.world” geht es um den lautstarken Widerstand einiger Deutschrapper gegen die Corona-Impfung: “Die größte Angst dieser Personen ist der Verlust eines Gefühls männlicher Souveränität und Wehrhaftigkeit. Wird dieses im kapitalistischen Normalvollzug durch die Abhängigkeit der individuellen Bedürfnisbefriedigung vom Warentausch ohnehin schon erschüttert, so hat es sich in der Pandemie zu dem Wahn gesteigert, den eigenen Körper mittels Impfverweigerung vor einer Schwächung zu schützen.”

KW 16/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie geht investigativer Journalismus? – mit Daniel Drepper
(omrmedia.podigee.io, Pia Frey, Audio: 45:34 Minuten)
Der Investigativjournalist Daniel Drepper ist seit April 2022 stellvertretender Leiter der Recherchekooperation von NDR, WDR und “Süddeutscher Zeitung” und zu Gast im “OMR”-Media-Podcast. Dort geht es um die Frage, “wann Journalismus ‘investigativ’ ist, was eine gute Recherche kostet, welche Strahlkraft Veröffentlichungen wie die ‘Panama Papers’ für die recherchierenden Journalist:innen haben und wie man für gute Arbeitsbedingungen in diesem intensiven Umfeld sorgen kann.”

2. Frankreichs Medien und der Aufstieg der Rechtsextremen
(sueddeutsche.de, Nadia Zaboura & Nils Minkmar, Audio: 34:52 Minuten)
Nadia Zaboura und Nils Minkmar sprechen über den Einfluss französischer Medien auf die Politik sowie über deren Mitverantwortung für das Erstarken der extrem Rechten im Land.

3. Mit Deep Throat in der Tiefgarage
(deutschlandfunk.de, Annika Schneider & Stefan Fries, Audio: 47:42 Minuten)
Eine unterhaltsame “Mediasres”-Sonderausgabe über die Darstellung von Journalistinnen und Journalisten im Film: “Sie sehen überdurchschnittlich gut aus, werden für ihre Recherchen fürstlich entlohnt und brechen auch schon mal das Gesetz, um an Informationen zu kommen: So werden Journalistinnen und Journalisten in Filmen und Serien gerne dargestellt. Sechs ‘echte’ Kolleginnen und Kollegen haben sich sechs Filme angesehen und erzählen, was sie aufregt und zum Lachen bringt.”

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4. Taiwancast Folge 23: China-Korrespondent Fabian Kretschmer
(intaiwan.net, Klaus Bardenhagen, Audio: 1:03:15 Stunden)
Beim “Taiwancast” ist Fabian Kretschmer zu Gast, der seit 2019 als China-Korrespondent in Peking arbeitet. Wie blickt jemand auf Taiwan, der es vor allem aus der Perspektive Chinas erlebt? Wie reden Chinesen über Taiwan? Und was würde er tun, falls er bei den Behörden in Ungnade fallen sollte?

5. Ab ins Ausland?
(hinterdenzeilen.de, Tobias Hausdorf & Niklas Münch, Audio: 1:13:36 Stunden)
Bei “Hinter den Zeilen” sind gleich drei spannende Personen zu hören, die aus dem Ausland berichten: Julian Hilgers hospitiert momentan in Nairobi beim ZDF. Giorgia Grimaldi ist freie Korrespondentin in Marseille. Und Denis Trubetskoy berichtet aus der Ukraine.

6. Übergewicht durch Influencer-Werbung?
(ardmediathek.de, Felix Edeha, Video: 15:35 Minuten)
Viele Influencer und Influencerinnen werben auf ihren Kanälen für Süßigkeiten, Softdrinks und Fast Food und erreichen damit vor allem Kinder und Jugendliche. Felix Edeha ist der bedenklichen Entwicklung nachgegangen und hat Experten und Betroffene dazu befragt.

Mis­sach­tete Unschulds­ver­mu­tung, Tesla und die Medien, Populismus

1. Bild-Zei­tung mis­sach­tete Unschulds­ver­mu­tung
(lto.de, Pauline Dietrich & Felix W. Zimmermann)
“Bild” hat über den Kronzeugen im Wirecard-Skandal, Oliver B., vorverurteilend berichtet und muss die entsprechende identifizierende Berichterstattung unterlassen, so eine Entscheidung des Landgerichts München. Laut dem “Legal Tribune Online” vorliegenden Urteil habe die “Bild”-Redaktion Grundsätze der Verdachtsberichterstattung missachtet, indem sie B. unter anderem als “Schlüsselfigur” darstellte, noch während das Ermittlungsverfahren lief.

2. Tesla und die Medien
(djv.de, Harald Stocker)
Das ZDF meldete unlängst, vom Elektroautobauer Tesla nicht zur Fabrikeröffnung in Brandenburg zugelassen worden zu sein, und sah einen Zusammenhang mit früherer kritischer Berichterstattung (siehe dazu: Kein Zutritt, sueddeutsche.de, Timo Posselt). Harald Stocker, Beisitzer im Bundesvorstand des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), hat Teslas irritierenden Umgang mit Medien bereits vor 13 Jahren zu spüren bekommen. Er kommentiert: “Wenn wir jetzt erleben, dass das ZDF nicht zur Eröffnungsfeier in Grünheide kommen darf, obwohl Kanzler, Bundeswirtschaftsminister, Ministerpräsident und Landesminister anwesend sind, dann sind wir als DJV gefragt. Wenn Unternehmen mit unseren Steuergeldern finanziert und von der Politik hofiert werden, dann haben diese sich auch an die demokratischen Spielregeln zu halten. Und wenn die höchsten Repräsentanten unseres Landes zu Veranstaltungen gehen, bei denen die Medien selektiv ausgewählt sind, dann müssen wir auch mal mit diesen Repräsentanten reden.”

3. Diese Hürden muss Elon Musk noch nehmen
(zeit.de, Lisa Hegemann)
Elon Musk will Twitter kaufen. Doch kann der reichste Mann der Welt die Übernahme finanzieren? Findet er genug Verbündete für sein Vorhaben? Und wie glaubwürdig ist sein Angebot überhaupt? Lisa Hegemann hat einen genaueren Blick auf den Fall geworfen.

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4. Schon entdeckt? Open Parliament TV
(verdi.de, Gunter Becker)
Gunter Becker erinnert an das Vorhandensein einer derzeit einzigartigen Rechercheplattform für Parlamentsdebatten: “Mit der Plattform Open Parliament TV, Suchmaschine und interaktive Videodatenbank für Parlamentsreden, bekommen Journalist*innen sozusagen einen permanenten virtuellen Sitzplatz auf der digitalen Besucher*innentribüne des Parlaments. Alle Plenarprotokolle und die zugehörigen Videoaufnahmen der Reden im Bundestag seit 2017 stehen dort online, sind nach Stichworten schnell auffindbar und bereits fertig zum Teilen, oder zum Einbinden in andere Online-Angebote.”

5. Großmeister fiktionaler Programme
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Der frühere ZDF-Fernsehfilmchef Hans Janke ist gestorben. In seinem Nachruf erinnert Joachim Huber an den Medienmacher, der unzählige populäre Formate umsetzen ließ wie “Derrick”, “Der Alte”, “Ein Fall für zwei”, “Bella Block”, “Aktenzeichen XY … ungelöst” sowie den “Fernsehfilm der Woche”.

6. “Mario Barth deckt auf!” (RTL): Populismus im Comedy-Format
(fr.de, Moritz Post)
Moritz Post analysiert die RTL-Show “Mario Barth deckt auf!”, in der es um Fälle angeblicher Steuerverschwendung geht. Posts Fazit: “Man agitiert in der Sendung gegen die Strukturen der demokratisch legitimierten Verwaltung der öffentlichen Hand und fordert nichts anderes, als den kapitalistisch-marktorientierten schmalen Staat. Das ist einfach. Das ist billig. Und damit macht man sich zum Handlanger des liberal-populistischen Lobbyismus des ‘Bund der Steuerzahler’ und seinem Präsidenten Reiner Holznagel.”

Der BND und die Medien, Lob der Langsamkeit, Youtubes Geldgeschenke

1. Journalisten spionierten im Auftrag des BND
(deutschlandfunk.de, Pia Behme & Sebastian Wellendorf, Audio: 5:40 Minuten)
Der Historiker Klaus-Dietmar Henke hat die Verstrickungen deutscher Medien mit dem Bundesnachrichtendienst (BND) untersucht. Dabei kam heraus, dass der BND bis in die 70er-Jahre diverse Spitzel in deutschen Redaktionen hatte. Auch der erste Deutschlandfunk-Intendant sei über zwei Jahrzehnte BND-Spitzel gewesen und habe dafür einen regelmäßigen Agentenlohn kassiert, etwa in Höhe des damaligen Durchschnittsverdienstes in der Bundesrepublik.

2. Medienjournalist: “Langsamkeit muss in die Redaktionen zurückkommen”
(augsburger-allgemeine.de, Christina Brummer)
Wie berichtet man am besten über Krieg und Krisen? Frederik von Castell, Redaktionsleiter bei “Übermedien”, plädiert für Langsamkeit: “Man müsste sich trauen, auch einmal abzuwarten. Mir wäre es lieber, erst zwei Tage später von etwas zu erfahren und dann aber auch sicher zu wissen, dass es so passiert ist. Lieber nicht informieren als falsch informieren, ohne hier Christian-Lindner-Zitate abwandeln zu wollen.”

3. Von der edlen Lüge zu guten Fake News?
(tagesspiegel.de, Sabine Schiffer)
Sabine Schiffer erinnert im “Tagesspiegel” an die besondere Verantwortung des Journalismus zu Kriegszeiten: “Dazu gehört die klare Verurteilung des Krieges ebenso wie die Aufklärung der Hintergründe und Widersprüche. Bürger sind auf valide Informationen zur Meinungsbildung angewiesen und brauchen einen Journalismus, der sich als Kontrolleur von Macht begreift und sich nicht auf die Seite der Mächtigen schlägt.”

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4. Amerikas oberster Verschwörungstheoretiker meldet Insolvenz an
(spiegel.de)
Der rechte Verschwörungsmystiker und Moderator Alex Jones hat über viele Jahre in den USA seine Plattform “Infowars” betrieben, über die er seine abstrusen Thesen verbreitete. Wegen mehrerer Verleumdungsklagen und beträchtlicher Schadensersatzverpflichtungen hat die Plattform des berühmt-berüchtigten Hetzers nun Insolvenz angemeldet.

5. Sollten Journalist:innen Geldgeschenke von YouTube nehmen?
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Youtube bietet manchen freien Journalistinnen und Journalisten bis zu 50.000 US-Dollar. netzpolitik.org-Redakteur Sebastian Meineck fragt: “Ist es OK, die Kohle zu nehmen?” Für die Beantwortung hat er bei drei Medienschaffenden aus Deutschland nachgefragt, was die Förderung für sie bedeutet und ob sie mögliche Interessenskonflikte sehen.

6. Oe24.at glaubt deutschen Aprilscherz und macht TV-Beitrag daraus
(kobuk.at, Hans Kirchmeyr)
Die Tierrechtsorganisation PETA hat am 1. April einen recht offensichtlichen Aprilscherz platziert, nach dem in Deutschland künftig Schockwarnungen unter anderem auf Fleisch- und Milchprodukten verpflichtend seien. Die österreichische Seite oe24.at, das laut Eigenbezeichnung “beste Nachrichten-Portal”, hat den bereits angestaubten und längst aufgeklärten Witz einige Tage später ungeprüft übernommen und seinen Zuschauerinnen und Zuschauern im laut Eigenbezeichnung “aktuellsten Tierschutzmagazin Österreichs” als tatsächliche Neuigkeit präsentiert.

Passionsgeschichte, Rosen­krieg im Liveti­cker, “Nowaja Gaseta Europa”

1. Kein Krieg im russischen TikTok-Feed
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
TikTok zeigt seinen russischen Nutzerinnen und Nutzern eine Welt, in der der Krieg in der Ukraine keine Rolle spielt. Was bereits das Ergebnis einer Analyse war, wurde nun durch ein Experiment bestätigt: Journalisten aus Norwegen haben zwei Bots auf die Reise durch einen ukrainischen beziehungsweise russischen TikTok-Feed geschickt. Sebastian Meineck erklärt, was es damit auf sich hat und welche Schlüsse naheliegen.

2. “Nur die Aufmerksamkeit der Welt kann vor Putin schützen”
(deutschlandfunk.de, Marina Weisband, Audio: 4:24 Minuten)
Deutschlandfunk-Kolumnistin Marina Weisband fragt sich, ob sie ihren Followern Kriegsbilder zumuten kann und inwieweit sie damit eventuell die Würde der Opfer verletzt. Sie findet keine allgemeingültigen und eindeutigen Antworten, aber eine persönliche Haltung zu dem schwierigen Thema: “Ich persönlich denke nicht, dass das Foto eines toten Kindes ihm seine Würde nimmt. Ich denke, es nimmt die Würde derjenigen, die es umgebracht haben. Die Menschen in der Ukraine betteln darum, diese Bilder um die Welt gehen zu lassen. Denn nur die Aufmerksamkeit der Welt kann sie vor Putin schützen.”

3. Neue Stimme gegen Russlands Krieg
(tagesspiegel.de, Claudia von Salzen)
Zwei Wochen nach dem Ende der kremlkritischen “Nowaja Gaseta” startet im lettischen Exil die “Nowaja Gaseta Europa”. Mit der Einstellung sei die Zeitung einer möglichen gerichtlichen Schließung in Russland zuvorgekommen. Die Aufsichtsbehörde des Landes hatte die Berichterstattung des Blatts über den Krieg in der Ukraine wiederholt beanstandet.

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4. DFB-Deal mit Bwin: Geld statt Moral!
(ndr.de, Fritz Lüders, Video: 7:51 Minuten)
Für das Medienmagazin “Zapp” kommentiert Fritz Lüders die zunehmende Sportwetten-Werbung im deutschen Fußball: “Immer mehr Menschen leiden an Spielsucht und werden dadurch in den finanziellen Ruin oder sogar in die Kriminalität getrieben. Der DFB hätte durch einen auslaufenden Vertrag mit ‘Bwin’ jetzt endlich aus diesem düsteren Geschäft aussteigen können. Doch stattdessen macht er alles noch viel schlimmer und verpasst eine große Chance.”

5. Rosen­krieg im Liveticker
(lto.de, Lucas Brost)
Rund um den Fußballprofi Mats Hummels spielt sich derzeit eine Art öffentliche Seifenoper mit aktuellen, verflossenen und womöglich zukünftigen Partnerinnen ab, die auf den jeweiligen Social-Media-Kanälen stattfindet. Der Jurist Lucas Brost erzählt, worum es im Einzelnen geht und welche medienrechtlichen Konsequenzen das Schauspiel für die Betroffenen hat: “Durch ihre Beiträge haben sich die Beteiligten gegenüber der Presse geöffnet. Sowohl Céline Bethmann, Cathy Hummels und Lisa Straube, als auch Mats Hummels selbst müssen aufgrund ihres Verhaltens eine Berichterstattung über ihr Beziehungsleben hinnehmen.”

6. „Die Passion“: Die Andreasbouranisierung der Bibel
(web.de, Christian Vock)
Gestern gab es bei RTL ein Event zu bestaunen, das in den Sozialen Medien für allerlei Spott sorgte. Der Sender inszenierte die Passionsgeschichte als Live-Ereignis, unter anderem mit Alexander Klaws als Jesus und Thomas Gottschalk als Erzähler. Christian Vock erkennt die Mühe des Senders an, ist jedoch nicht überzeugt: “Wenn sich Annett Möller für einen Zwischenbericht mit den Worten meldet ‘Wir haben jetzt die Rüttenscheider Schlemmermeile verlassen’, dann ist der Prozessionszauber nur in dem Moment schneller verflogen als am Essener Willy-Brandt-Platz das McDonalds-M im Hintergrund mit dem RTL-Kreuz um die Wette leuchtet.”

Schlechte Krisenkommunikation, Propaganda, Demokratievertrauen

1. “Ein Negativbeispiel der politischen Kommunikation”
(deutschlandfunk.de, Pia Behme)
Beim Deutschlandfunk kommentiert der Kommunikationsexperte Johannes Hillje die Krisenkommunikation der mittlerweile zurückgetretenen Familienministerin Anne Spiegel: “Die Pressekonferenz wird vermutlich als Negativbeispiel der politischen Kommunikation in die Lehrbücher eingehen”, so Hillje: “Weniger wegen des Gesagten, sondern vielmehr wegen des Organisatorischen. Ein Pressesprecher kann eine Ministerin nicht in einem derart aufgewühlten Zustand vor die Kameras lassen.”

2. Fast ein Drittel der Deutschen glaubt, in einer “Scheindemokratie” zu leben
(spiegel.de)
Das Allensbach-Institut hat im Auftrag des SWR das Demokratievertrauen der Deutschen erfragt und ist zu beunruhigenden Ergebnissen gekommen: Fast ein Drittel der Befragten stelle das politische System in Deutschland infrage. Als Reaktion darauf fordert der Deutsche Journalisten-Verband von Politikerinnen und Politikern, “ihre Politik den Menschen besser zu erklären und die politische Entscheidungsfindung transparent zu machen”.

3. Putins Propaganda – Warum Russland nicht aufschreit
(sr.de, Katrin Aue & Kai Schmieding, Audio: 15:27 Minuten)
Im Podcast “Medien – Cross und quer” ist Tamina Kutscher vom Internetmedium “dekoder” zu Gast. Sie spricht über den Erfolg der Propaganda des Kreml gegen die Ukraine im eigenen Land und erörtert die Frage, ob unabhängige Stimmen in Russland noch Chancen haben.

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4. RBB stellt Publikum auf Programmeinschränkungen ein
(tagesspiegel.de, Kurt Sagatz)
Der öffentlich-rechtliche RBB bereitet seine Hörerinnen und Zuschauer auf mögliche Einschränkungen im Radio- und TV-Programm vor: “Dem RBB stehen in dieser Woche nicht alle seine freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung. Aus diesem Grund kann es stellenweise zum Ausfall von Sendungen oder zur Ausstrahlung von Ersatz-Sendungen kommen.” Hintergrund ist eine einwöchige Protestaktion von 365 der rund 1.500 freien Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

5. Ferngespräche: New York
(radioeins.de, Holger Klein, Audio: 1:13:25 Stunden)
“Das radioeins Korrespondenteninterview mit Holger Klein” führt dieses Mal in die Vereinigten Staaten von Amerika. Von New York aus berichten Antje Passenheim und Peter Mücke über Kanada, die Vereinten Nationen und das “Sehnsuchtsziel” New York. Wie immer in den Ferngesprächen geht es dabei auch um ihre ganz persönlichen Arbeits- und Lebensbedingungen vor Ort.

6. Elon Musk tritt Verwaltungsrat von Twitter doch nicht bei
(zeit.de)
Der reichste Mensch der Erde Elon Musk ist unlängst durch eine 9,2-Prozent-Beteiligung zum größten Twitter-Aktionär geworden. Es ist noch unklar, ob und wie sich das auf den Kurznachrichtendienst auswirken könnte. Musk wolle jedoch nicht in den Verwaltungsrat des US-Unternehmens einsteigen, was von Twitter-Chef Parag Agrawal positiv aufgenommen wurde: “Ich glaube, dass dies das Beste ist.”

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