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“Nuhr gedroht”, Reiche unter KI-Verdacht, Kanzleramt bedauert

1. Nuhr gedroht
(taz.de, Florian Bayer)
Der Kabarettist Dieter Nuhr habe der österreichischen Zeitung “Der Standard” mit einer Klage gedroht, nachdem diese seinen Witz über Frauenmorde in “Nuhr im Ersten” kritisiert hatte, und Löschung des Kommentars verlangt. Auf Nachfrage der “taz” habe Nuhrs Produktionsfirma dann aber erklärt, man gehe “weder anwaltlich noch gerichtlich” gegen das Blatt vor. Florian Bayer ordnet den Fall in eine Häufung von Einschüchterungsklagen gegen österreichische Redaktionen ein. Im Fall Nuhr habe gerade die Klagedrohung die Geschichte erst groß gemacht, ganz im Sinne des Streisand-Effekts.

2. Wenn Jour­na­lismus zu Liti­ga­tion-PR wird
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Bei “Legal Tribune Online” wirft Felix W. Zimmermann dem “Spiegel” vor, seine Teilniederlage im Fall Christian Ulmen vor dem Oberlandesgericht Hamburg im eigenen Prozessbericht kleinzureden: “Der Spiegel hat in einem zentralen Punkt der Verknüpfung eines Deepfake-Verdachts mit dem Fall Ulmen eine Niederlage erlitten, die die gesamte Artikelarchitektur in Schieflage bringt. Niemand muss vom Spiegel verlangen, all diese Überlegungen gegen sich selbst episch auszubreiten. Erwarten durfte man aber eine Berichterstattung in eigener Sache, die keinen Angriff suggeriert, der nie stattgefunden hat; den wichtigsten Entscheidungsgrund nicht verschweigt und auch sprachlich journalistische Distanz wahrt.”

3. RT DE scheitert vor Gericht mit Klage gegen Sendeverbot
(dwdl.de, Alexander Krei)
Das Verwaltungsgericht Berlin habe die Klage der RT DE Productions GmbH gegen das 2022 verhängte Sendeverbot abgewiesen und das Vorgehen der Medienanstalt Berlin-Brandenburg bestätigt. Die Behörde habe dem Unternehmen untersagt, das Programm ohne die erforderliche Rundfunkzulassung in Deutschland zu veranstalten. Das Unternehmen habe argumentiert, lediglich einzelne Sendungen für die russische Muttergesellschaft TV Novosti zugeliefert zu haben. Dem sei das Gericht jedoch nicht gefolgt.

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4. Bericht: Zwei Gastbeiträge von Ministerin Reiche unter KI-Verdacht
(n-tv.de)
Der “Spiegel” äußere den Verdacht, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche habe mehrere Gastbeiträge in großen Zeitungen mithilfe von Künstlicher Intelligenz verfasst. Betroffen seien zwei am 10. April erschienene Texte. Bei einem Beitrag im “Handelsblatt” sei rund das erste Drittel mit hoher Wahrscheinlichkeit vollständig von einer KI formuliert, ein Beitrag in der “FAZ” stamme zu etwa 70 Prozent von einer KI. Das Wirtschaftsministerium habe ausweichend reagiert und erklärt, Künstliche Intelligenz sei in der Politik ein alltägliches Werkzeug. Für das “Redaktionsnetzwerk Deutschland” hatte Felix Huesmann bereits am 18. Juni auf das Thema aufmerksam gemacht (nur mit Abo lesbar).

5. Wie die NZZ versuchte mich und mein Buch Staatsräsonfunk zu diskreditieren
(youtube.com, Fabian Goldmann, Video: 6:31 Minuten)
Der Journalist Fabian Goldmann kündigt an, juristisch gegen einen “NZZ”-Beitrag über sich und sein Buch “Staatsräsonfunk – deutsche Medien und der Genozid in Gaza” vorzugehen. Der Text enthalte aus Goldmanns Sicht über 30 Falschbehauptungen, etwa ein sinnentstellend abgeschnittenes Zitat sowie erfundene Angaben über sein Privatleben. In seinem Blog hat er alle 30 Textstellen des von ihm kritisierten “NZZ”-Artikels aufgegriffen und kommentiert.

6. “Falscher Tweet, falscher Zeitpunkt, falscher Knopf”: Kanzleramt bedauert Merz-Posting zum WM-Aus
(tagesspiegel.de, Christopher Ziedler)
Ein Posting von Bundeskanzler Friedrich Merz auf X/Twitter, in dem er den deutschen Nationalspielern nach dem Aus bei der Fußball-WM für deren Einsatz dankte und sich “stolz” zeigte, habe angesichts der enttäuschenden Leistung der Mannschaft Spott bis in die eigene Partei ausgelöst. Aus dem Kanzleramt heiße es nun, der erste Tweet sei ein Versehen gewesen: “Falscher Tweet, falscher Zeitpunkt, falscher Knopf”. Im Bundespresseamt seien mehrere Varianten vorbereitet und in der Nacht die falsche veröffentlicht worden.

Von Männern für Männer, Kein Geld für Bücher, Prekäre Bedingungen

1. Sportjournalismus in Österreich – Von Männern, für Männer, über Männer
(kobuk.at, Judith Kantner)
Das Watchblog “Kobuk” hat sich angeschaut, wie es um den Sportjournalismus in Österreich bestellt ist: “Für diese Analyse haben wir die Print-Sportberichterstattung von Juli bis Dezember 2025 in der Heute-Zeitung (Wien-Ausgabe), der Kronen Zeitung (Wien Krone) und Der Standard untersucht. Dabei wurde in jeder einzelnen Ausgabe erhoben, wie viele Sportartikel sich primär mit Männersport, Frauensport oder gemischten Bewerben beschäftigen und wie Bilder dabei eingesetzt werden.”

2. “Werde gefragt, warum ich Män­nern den Job weg­nehmen muss”
(lto.de, Franziska Kring)
Im Interview mit “Legal Tribune Online” erzählt die Juristin Rena Schwabl, warum sie sich nach dem zweiten Staatsexamen statt für einen klassischen juristischen Beruf für die Selbstständigkeit als Sportreporterin entschieden habe. Sie arbeite mit Saisonverträgen für Sky Sport und Magenta Sport und sei als Social-Media-Reporterin bei Bundesligaspielen von Männern und Frauen im Einsatz. Als Frau im Fußballgeschäft erlebe sie massive Anfeindungen. So habe es etwa 200 sexistische Kommentare unter der Ankündigung eines von ihr kommentierten Länderspiels gegeben.

3. Hamburger Universitätsbibliothek: Kein Geld für neue Bücher
(ndr.de)
Der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky fehle das Geld für den Ankauf von Büchern, sodass sie ihren Kernauftrag derzeit nicht erfüllen könne. Direktor Robert Zepf bedauere, dass neu erscheinende Titel in gedruckter wie elektronischer Form nicht im erwarteten Umfang erworben werden könnten. Hintergrund seien erhebliche Kostensteigerungen, auch wegen der baulichen Probleme des Gebäudes. Bis zu einer Lösung bitte die Bibliothek um Spenden.

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4. Volontariat: Prekäre Bedingungen und was sich ändern muss
(media-lab.de, Ella Gößelein)
Für eine Masterarbeit seien zwölf Volontärinnen und Volontäre verschiedener Medienhäuser befragt worden. Sie hätten zwar von guter sozialer Einbindung und Absicherung berichtet, aber vor allem die niedrige Bezahlung, hohe Arbeitsbelastung und fehlende Planungssicherheit bei befristeten Verträgen kritisiert. Frauen würden zudem sexistische Bemerkungen und erschwerten Zugang zu Netzwerken erleben. Ein Teil der Befragten ziehe schon während der Ausbildung in Betracht, den Journalismus zu verlassen.

5. Newsletter Netzwerk Recherche 258 vom 26.06.2026
(netzwerkrecherche.org, Lena Wrba & Annelie Naumann)
Der Newsletter des Netzwerk Recherche blickt auf die eigene Jahreskonferenz NR26 in Hamburg zurück, bei der mehr als 800 Medienschaffende über Recherche, KI und die Zukunft des Journalismus diskutiert und zugleich das 25-jährige Bestehen des Vereins gefeiert hätten. Außerdem gibt es wie immer einen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

6. Rundfunkbeitrag, Reformen, Risiko: Wie sich der ÖRR neu aufstellt
(ardsounds.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 22:45 Minuten)
Bei “BR24 Medien” ordnet Antonetta Stephany aus der ARD-Rechtsredaktion das Verfahren um den Rundfunkbeitrag in Karlsruhe ein. Medienwissenschaftlerin Annika Sehl von der Katholischen Universität Eichstätt stellt fest, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk in immer mehr Ländern unter Beschuss steht: “Wir sehen in vielen europäischen Ländern delegitimierende Kritik, die auf eine de facto Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zielt.”

KI-Firmen kaufen Antiquariate leer, Alte “Bild”-Meldungen, RTL-Saison

1. KI-Firmen kaufen Antiquariate leer – und vernichten die Bücher
(srf.ch, Sven Ahnert)
KI-Unternehmen würden mutmaßlich europäische Antiquariate leerkaufen, die Bücher als Trainingsdaten einscannen und danach wegwerfen. Ein kanadisches Unternehmen namens Zoom Books habe palettenweise vergriffene Sachbücher und Romane geordert, gezielt je ein Exemplar pro Titel. Dahinter stehe vermutlich ein Konstrukt aus dem US-Urheberrecht: Wer Bücher physisch besitze und nach dem Scannen vernichte, könne sich auf das Fair-Use-Prinzip berufen. Gedruckte Bücher seien begehrt, weil die frei zugänglichen Onlinetexte für das Training weitgehend ausgeschöpft seien.

2. Nein, alte “Bild”-Meldungen widerlegen nicht den Klimawandel
(zdfheute.de, Oliver Klein)
In den Sozialen Medien würden tausendfach geteilte alte “Bild”-Schlagzeilen auftauchen, die mit Hitzemeldungen von 1957 und 1975 den Klimawandel infrage stellen sollen. Die Schlagzeilen seien zwar echt, ihre Verwendung aber irreführend: Die “56 Grad” von 1957 seien im Inneren eines Uhrgehäuses gemessen worden, die “40 Grad” von 1975 nur eine Prognose gewesen, die damals nirgends erreicht worden sei. Oliver Kleins Fazit: “Meldungen über einzelne Hitzewellen in den 50er- oder 70er-Jahren beweisen nicht, dass das Klima in Deutschland damals bereits ähnlich heiß war wie heute. Der Trend, dass die Temperaturen in Deutschland und der ganzen Welt ansteigen, ist hingegen gut belegt.”

3. Endlich ich!
(taz.de, Adrian Lobe)
Adrian Lobe argumentiert in seinem Kommentar, KI könne pseudoobjektive Diskurssimulation gut, und genau deshalb müsse der Journalismus persönlicher werden. Anlass seien die KI-generierten Texte des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt in der “FAZ” und des Springer-Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner in der “Welt am Sonntag”. Faktenlastige Standardware wie Agenturmeldungen und Länderporträts könne die Maschine übernehmen. Was KI jedoch nicht könne: eigene Eindrücke sammeln und Stimmungen einfangen.

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4. SEED-​Newsletter Nr. 37
(netzwerkrecherche.org)
Thomas Schnedler warnt im Editorial des “SEED”-Newsletters des Netzwerk Recherche davor, dass der Lokaljournalismus auf dem Land immer schwächer werde. Anlass sei eine Bilderstrecke im AfD-Blatt “Blauer Mut”, das der Thüringer Gratiszeitung “Bürgerzeit aktuell” beiliege. Zwei Bilder würden dasselbe Freibad zeigen: “früher” friedlich, “heute” voller Müll und Gewalt mit Menschen, die wie das AfD-Bild von Migranten aussähen. Die Bilder seien offenbar von einer Künstlichen Intelligenz erzeugt, ohne dass darauf hingewiesen werde. Solche kostenlosen Anzeigenblätter sprängen dort ein, wo es kaum noch echte Lokalzeitungen gebe, und könnten so rechte Botschaften unauffällig verbreiten. Das Netzwerk Recherche fordere deshalb, guten Lokaljournalismus zu stärken.

5. Wer weiß wie wann was mit Raab am besten funktioniert?
(dwdl.de, Timo Niemeier)
In seiner Bilanz zur RTL-Saison 2025/26 stellt Timo Niemeier fest, dass der Versuch einer wöchentlichen Stefan-Raab-Show auch im zweiten Jahr gescheitert sei. Die Sport-Strategie mit 2. Fußball-Bundesliga und NFL bringe nur überschaubare Reichweiten, während Länderspiele und Einzelevents wie die Basketball-EM erfolgreich gewesen seien. Die eigentliche Stärke des Senders liege in Dauerbrennern wie “Ich bin ein Star”, “Wer wird Millionär?” und “Let’s Dance”, die ihre Marktanteile stabil gehalten hätten.

6. Co-Regis­­seur von “Kau­­litz & Kau­­litz” muss genannt werden
(lto.de)
Das Oberlandesgericht Köln habe entschieden, dass Pablo Ben Yakov, einer von drei Regisseuren der Netflix-Serie “Kaulitz & Kaulitz”, als Co-Regisseur im Nominierungstext des Deutschen Fernsehpreises genannt werden müsse. Der Preis habe 2025 die zweite Staffel der Serie ausgezeichnet, im Text aber nur Annika Blendl und Michael Schmitt als “Regie-Duo” geführt, was den falschen Eindruck erweckt habe, Ben Yakov sei nicht beteiligt gewesen.

“Digital News Report”, Fahrraddemo gegen “Apollo News”, DW-Kürzungen

1. 8 Learnings aus dem Reuters Digital News Report 2026
(socialmediawatchblog.de, Martin Fehrensen)
Martin Fehrensen ordnet den “Digital News Report 2026” (weltweit, deutsch) des Reuters Institute ein und hebt hervor, wie sehr Deutschland vom globalen Trend abweiche: Das Vertrauen in Nachrichten bleibe stabil und lineares Fernsehen ungewöhnlich stark. KI-Chatbots und News-Creator würden als Nachrichtenquelle kaum eine Rolle spielen. Weltweit seien Soziale Medien dagegen erstmals zur wichtigsten Nachrichtenquelle geworden.

2. Umgezogenes Problem
(taz.de, Erik Peter)
Wie Erik Peter in der “taz” berichtet, sei das neurechte Portal “Apollo News” nach Berlin-Kreuzberg gezogen, wo bereits Julian Reichelts “Nius” sitze. Dagegen wollen antifaschistische Initiativen um das Bündnis “Apollo Nö” am Samstag mit einer Fahrraddemo protestieren. Die Demo solle über “Apollo News” aufklären, das sich der Themenfelder der Neuen Rechten bediene und in Ergänzung zu “Nius” ein jüngeres, wirtschaftslibertäres Publikum ansprechen wolle.

3. “Mei­nungs­f­rei­heit heißt nicht, dass ich wahllos Men­schen mundtot machen darf”
(lto.de, Hanna E. Weißer)
Bei “Legal Tribune Online” erklärt Josephine Ballon, Co-Geschäftsführerin der Organisation HateAid, warum sich Betroffenenrechte gegen digitale Gewalt so schwer durchsetzen lassen. Meldungen würden bei den Plattformen oft versanden. Die rechtliche Durchsetzung sei zudem teuer und langwierig. Schnelles Löschen sei trotzdem wichtig: Mehr als die Hälfte der Internetnutzerinnen und -nutzer traue sich aus Angst vor digitaler Gewalt nicht mehr, politisch Stellung zu beziehen.

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4. DW-Verwaltungsrat warnt vor weiterer Etat-Kürzung
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Nachdem die Bundesregierung den Etat der Deutschen Welle (DW) für 2026 kurzfristig um zehn Millionen Euro gekürzt habe, befürchte der DW-Verwaltungsrat für 2027 einen weiteren Einschnitt. Zusammen mit Sparmaßnahmen von 2024 müsse die DW binnen drei Jahren rund ein Zehntel ihrer Ausgaben streichen, vor allem bei Personal und Investitionen. Das gefährde den gesetzlichen Auftrag, so der Verwaltungsratsvorsitzende Achim Dercks.

5. Hanna Reifgerst und Anne Schultka (Akademie für Kindermedien)
(wiesoweshalbwarum, Thomas Hartmann, Audio: 1:42:36 Stunden)
Hanna Reifgerst und Anne Schultka übernehmen ab diesem Sommer gemeinsam die Studienleitung der Akademie für Kindermedien (AKM). Im Gespräch mit Kindermedien-Podcaster Thomas Hartmann geht es um die Pläne der beiden, um Kriterien für hochwertige Kindermedien und um die Frage, warum das AKM-Angebot unverzichtbar sei.

6. Mit dem Wegzug des S.-Fischer-Verlags wird Frankfurt endgültig zur Provinz
(fr.de, Leo Fischer)
In seiner satirischen Kolumne nimmt Leo Fischer, Autor und früherer “Titanic”-Chefredakteur, den Umzug des S. Fischer Verlags von Frankfurt am Main nach Berlin zum Anlass für eine Abrechnung mit der Kulturpolitik der Stadt. Der Verlag von Stefan Zweig, Thomas Mann und Franz Kafka ziehe wie zuvor Suhrkamp in die Hauptstadt. Mit beißendem Spott hält Fischer Frankfurt vor, sich seiner Kulturszene zu schämen und sich auf Fußball, Apfelwein und Grüne Soße zu reduzieren.

In Sachen Mario Voigt, Wie die Fifa Geld macht, Weimers Eigentlichkeit

1. In Sachen Mario Voigt
(faz.net)
Die “FAZ” reagiert auf eine Recherche von “FragDenStaat”, laut der der Gastbeitrag des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) von Mitte August 2025 mit Künstlicher Intelligenz generiert worden sei, und depubliziert den Artikel: “Wir veröffentlichen heute und auch künftig keine Originalbeiträge mit von KI generiertem Text. Es sei denn, die Tatsache, dass der Text von KI generiert wurde, ist der eigentliche Sinn des Beitrags.”

2. Wie die Fifa Geld macht
(taz.de, Yannik Achternbosch)
Bei der heute beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft laufen nur 60 der 104 Spiele bei ARD und ZDF. Die restlichen 44 Partien seien exklusiv bei MagentaTV zu sehen. Yannik Achternbosch ordnet diese Situation als Teil des Geschäftsmodells der Fifa ein: Fernsehrechte, Sponsoring und Tickets würden dem Verband im Vierjahreszyklus Milliarden US-Dollar einbringen. Sportökonom Christoph Breuer warne, dass die Ausweitung auf immer mehr Teams und Spiele das Produkt WM auch entwerten könne. Im Kern gehe es nicht nur um Fußball, sondern um Macht: Je mehr Geld die Fifa, auch durch die TV-Gelder, einnehme und an Mitgliedsverbände verteile, desto stabiler bleibe die Machtbasis von Präsident Gianni Infantino.

3. Wolfram Weimer baut der Eigentlichkeit ein Gehäuse
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Stefan Niggemeier seziert die Rhetorik von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Im Mittelpunkt des Beitrags stehen Weimers Lieblingsbegriffe “Eigentlichkeit” und “Gehäuse”, die er seit Jahren in Kolumnen, Reden und Interviews verwende, oft ohne dass klar werde, was genau damit gemeint ist. Niggemeiers Fazit: “Wolfram Weimer ist ein Großproduzent heißer, nach Intellektualität riechender Luft, und die Eigentlichkeit seines Gehäuses ist ein Gebläse.”

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4. Hauptpreis des Zentralrats der Juden: Nuhr betrüblich
(campact.de, Matthias Meisner)
Matthias Meisner kritisiert die Verleihung des Leo-Baeck-Preises des Zentralrats der Juden an Dieter Nuhr. Der Preis gilt als höchste Auszeichnung des Zentralrats und soll Persönlichkeiten ehren, die sich besonders für jüdisches Leben einsetzen. Meisner stellt infrage, ob Nuhr dafür geeignet ist. Zwar positioniere er sich deutlich gegen Antisemitismus, zugleich bediene er nach Ansicht vieler Kritiker rassistische, anti-woke und antiliberale Ressentiments.

5. Der Pudding wird uns auf die Füße fallen
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Beim Blick auf die politische Debatte über verpflichtende Alterskontrollen im Internet sieht Sebastian Meineck gleich mehrere Probleme: Ausweis-Apps würden Menschen ohne passende Dokumente oder Geräte ausschließen, robuste Kontrollen die Privatsphäre gefährden und Sperren sich über VPN oder Tor umgehen lassen. Statt einer scheinbar perfekten Altersverifikation fordert Meineck eine ehrlichere Debatte über die Zielkonflikte. Strenge Alterskontrollen könnten sonst zum Grundstein eines digitalen Kontrollapparats werden.

6. Bildmarkt ächtzt unter KI-Entwicklung
(verdi.de, Susanne Stracke-Neumann)
Susanne Stracke-Neumann fasst die Ergebnisse der Umfrage “Image Market – Business Trends” (PDF) der Hochschule Hannover zusammen und zeigt, wie stark der Bildmarkt durch Künstliche Intelligenz unter Druck gerät. Auf Auftraggeberseite steige die Nachfrage nach derartigen Bildern. Als Gründe nennten Käufer die kreativen Möglichkeiten, vor allem aber Kosteneinsparungen. Die Studie zeige zudem stagnierende Honorare, einen Gender-Pay-Gap und große Skepsis gegenüber KI-Training: Über 90 Prozent der Kreativen würden es ablehnen, ihr Material dafür zur Verfügung zu stellen.

Face­book löscht zu langsam, Prebunking, “Goldener Spatz”

1. Soziale Medien: Nutzen und Risiken aus Sicht von Jugendlichen und Erwachsenen
(bpb.de)
Die Bundeszentrale für politische Bildung hat Daten des ifo-Bildungsbarometers 2025 zur Social-Media-Nutzung von Jugendlichen ausgewertet. Befragt wurden Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren sowie Erwachsene. Beide Gruppen sähen Soziale Medien überwiegend kritisch, Jugendliche aber etwas positiver als Erwachsene. Social Media gelte für viele als Risiko, sei für junge Menschen aber zugleich ein wichtiger Informations-, Sozial- und Identitätsraum.

2. Face­book löscht zu langsam
(lto.de)
Das Landgericht Frankfurt habe ein Ordnungsgeld in Höhe von 100.000 Euro gegen den Social-Media-Konzern Meta verhängt, da Facebook gerichtliche Löschanordnungen zu langsam umgesetzt habe. Hintergrund seien falsche Vorwürfe gegen einen Soldaten im Gazastreifen, der auf Facebook mit Klarnamen und Foto als Kriegsverbrecher bezeichnet worden sei. Obwohl Meta die Verbreitung untersagt wurde, seien die Beiträge noch lange Zeit online geblieben. Die Entscheidung sei noch nicht rechtskräftig.

3. Vor Desinformation schützen
(verdi.de)
Die Initiative “Prebunking Elections” von dpa, dem Verein Medienebene sowie der Günter-Holland-Journalistenschule wolle Desinformation zu Landtagswahlen nicht erst nachträglich widerlegen, sondern Menschen frühzeitig gegen typische Muster und Narrative von Falschbehauptungen sensibilisieren. Im Mittelpunkt stünden niedrigschwellige Kurzvideos für Social Media, etwa zur Erkennung von KI-generierten Bildern und Videos. Ergänzt werde die Kampagne durch lokale Formate. Dort könnten junge Menschen mit Journalistinnen und Journalisten über Desinformation und Faktenchecks sprechen.

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4. “Nius” wehrt sich juristisch gegen Werbestopp der BVG
(turi2.de, Björn Czieslik)
Wie “turi2” unter Berufung auf die “FAZ” (nur mit Abo lesbar) berichtet, gehe das rechtspopulistische Portal “Nius” juristisch gegen die Berliner Verkehrsbetriebe und die Werbefirma Wall vor. Hintergrund sei der Werbestopp für eine “Nius”-Kampagne, der nach einem Social-Media-Beitrag von Chefredakteur Julian Reichelt veranlasst worden sei. Der “Nius”-Anwalt habe darauf verwiesen, dass der Beitrag satirisch gemeint sei und unter die Meinungsfreiheit falle.

5. Zwischen FIFA, Politik und Fans: Wie Medien über die WM berichten
(ardsounds.de, Sophie Morár, Audio: 27:06 Minuten)
“Wie entsteht eigentlich das Bild, das wir von dieser Fußball-WM haben? Und lässt sich Sportberichterstattung von Politik trennen?” Darüber spricht Sophie Morár bei “BR24 Medien” mit ARD‑Reporter Holger Dahl, ARD‑Programmchef Thomas Wehrle und dem Sportpublizisten Marcus Bölz.

6. Die Welt für Kinder etwas fairer machen
(tagesschau.de, Lars Meyer)
Lars Meyer stellt das Kinder-Medien-Festival “Goldener Spatz” als zentrale Plattform für deutschsprachige Kindermedien vor. Das Festival, 1979 in der DDR gegründet, verbinde Filmprogramm, Branchenangebote und Medienpädagogik. Besonders sei, dass die wichtigsten Preise nicht von Erwachsenen, sondern von einer Kinderjury vergeben werden. Inhaltlich stehe diesmal die Frage im Zentrum, wie Kinder stärker an Gesellschaft teilhaben können.

Aus für Cosmo, Probleme des Einzelfalls, Hochkant-Hype

1. Die ARD macht schon jetzt die Medienpolitik der AfD
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Bei netzpolitik.org kommentiert Markus Reuter das Aus für den WDR-Radiosender Cosmo: “Die Abschaffung des mehrsprachigen Cosmo Radio ist eine demokratische Bankrotterklärung. Wir erleben hier eine öffentlich-rechtliche Medienpolitik, die schon heute vor den Rechtsradikalen kuscht und die braune politische Agenda in vorauseilendem Gehorsam umsetzt.”
Weiterer Lesetipp: In einer Stellungnahme (PDF) wenden sich die “Neuen deutschen Medienmacher:innen” an Rundfunkräte und Politik: “Stoppen Sie diesen Kahlschlag! Wiederholen Sie nicht den historischen Fehler von 2008, als der rbb mit dem Aus von Radiomultikulti eine tragende Säule der Vielfalt opferte. Sparzwänge rechtfertigen kein Demokratiedefizit.”

2. ver.di ruft beim WDR zum Warnstreik au
(verdi.de)
Verdi kündigt einen Warnstreik beim WDR vor der fünften Tarifrunde am 9. Juni an. Die Gewerkschaft kritisiert, dass die Arbeitgeberseite bislang kein ausreichendes Angebot vorgelegt habe. Verdi fordert 7 Prozent mehr Gehalt, Sonderzahlungen und Honorare, für Festangestellte mindestens 300 Euro monatlich, außerdem 200 Euro mehr Ausbildungsvergütung bei zwölf Monaten Laufzeit. Mit einem “Streikfrühstück” und einer Kundgebung in Köln wolle man den Druck auf den öffentlich-rechtlichen Sender vor der nächsten Verhandlungsrunde erhöhen.

3. Wenn Beispiele die Berichterstattung verzerren
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 28:03 Minuten)
Im Deutschlandfunk-Podcast “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, wie Beispiele die Berichterstattung prägen, aber auch verzerren können. Über strukturelle Missstände werde oft anhand einzelner Geschichten berichtet. Das könne Probleme anschaulich machen, aber auch den Blick aufs Ganze verengen. Wo Einzelfälle im Journalismus helfen und wo sie in die Irre führen – darüber diskutieren Anna Mayr (“Zeit”) und Martin Schmidt (RTL) mit Deutschlandfunk-Moderator Stephan Beuting.

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4. Die Zeit von Social Media ist vorbei
(flurfunk-dresden.de, Peter Stawowy)
Peter Stawowy argumentiert, dass die große Zeit von Social Media vorbei sei, vor allem für öffentliche Verwaltungen und demokratische Institutionen. Verwaltungen sollten prüfen, ob Aufwand, Reichweite und demokratischer Nutzen noch zusammenpassen. Die zentrale Frage sei: Dienen Soziale Netzwerke noch verlässlicher öffentlicher Kommunikation? Oder beschädigen sie inzwischen genau das Vertrauen, das Institutionen herstellen sollen?

5. “Mechanik kaum verstanden”: Die Produzenten und der Hochkant-Hype
(dwdl.de, Torsten Zarges)
Torsten Zarges beschreibt, wie die deutsche Produktionsbranche auf den Vertical-Drama-Trend reagiert. China und die USA hätten bereits Plattformen und Monetarisierung aufgebaut, in Deutschland fehle bislang eine dominante App oder eine lokale Infrastruktur. Die Branche diskutiere das Phänomen Vertical Drama zudem oft noch als Content-Trend, obwohl es eigentlich um Plattformlogik, Distribution und Themen wie das Vertical Storytelling gehe.

6. Wie politisch sollte die WM-Berichterstattung sein?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 24:49 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit Sportjournalist Ronny Blaschke über die Berichterstattung zur anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft: “Wie finden Medien die richtige Balance zwischen klassischen Spielberichten und politischen Recherchen zu dem Großereignis? Begegnen sich Sport- und Politikjournalisten in den Redaktionen auf Augenhöhe? Und welchen Gefahren sind Journalisten weltweit ausgesetzt, die zu problematischen Verflechtungen im Sport recherchieren?”

Weimer sagt Verleihung ab, Schwere Zeiten beim “nd”, Familienministerin

1. Kulturstaatsminister Weimer sagt Verleihung des Buchhandlungspreises ab
(spiegel.de)
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer habe die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises abgesagt, da der Eklat um den Ausschluss dreier nominierter Buchläden die Veranstaltung zu überschatten drohe. Kai-Uwe Vogt kommentiert beim “Börsenblatt”, dem “Fachmagazin der Buchbranche”: “Damit entzieht sich Weimer einer höchst blamablen Situation: Kurz zuvor [haben] alle nominierten Buchhandlungen sich mit den von der Liste der Preisträger gestrichenen linken Buchläden solidarisch erklärt – in Leipzig war geplant, ein Zeichen zu setzen. Sieht so aus, als wolle Weimer sich diesem Gegendruck nicht aussetzen.” Die Jury des Deutschen Buchhandlungspreises hatte sich vom Ausschluss der drei Buchhandlungen bereits distanziert. Auf Bluesky merkt der “6-vor-9”-Kurator an: “Das Muster ist immer gleich: Autoritär handeln, maximalen Schaden anrichten, halbherzig zurückrudern, verbrannte Erde hinterlassen. Kurz nach seinem Amtsantritt schrieb Weimer, er wolle ‘die Korridore des Sagbaren und Darstellbaren weiten’. Was er wirklich tut: Er verengt sie systematisch.”
Nachtrag: Wie aus einer Erklärung des Rechtsanwalts Jasper Prigge, der einen der Buchläden vertritt, hervorgeht, soll Weimers Behörde die drei ausgeschlossenen Buchhandlungen aktiv belogen haben. In einer Absage habe sie fälschlicherweise behauptet, die unabhängige Fachjury hätte sie nicht ausgewählt. Es habe sich jedoch durch Informationen eines Whistleblowers herausgestellt, dass die Läden sehr wohl prämiert werden sollten, zwei von ihnen sogar mit einem höher dotierten Sonderpreis für “besonders herausragende Buchhandlungen”. Man prüfe nun zusätzlich eine Dienstaufsichtsbeschwerde.

2. So schwach argumentiert die Familienministerin
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Sebastian Meineck analysiert die lückenhafte Argumentation von Familienministerin Karin Prien, die sich im Bundestag nachdrücklich für ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren ausgesprochen habe. Priens Behauptung, es gebe einen klaren wissenschaftlichen Konsens über dramatische Hirnschäden durch Soziale Medien, sei irreführend. Bisherige Studien würden lediglich geringe Korrelationen aufzeigen, die eigentliche Kausalität bleibe weiterhin ungeklärt.

3. “Neues Deutschland” erneut gestärkt – Beschäftigte sichern Zahlungsfähigkeit
(dju-berlinbb.verdi.de)
Um die drohende Zahlungsunfähigkeit der linken Tageszeitung “nd” im zweiten Quartal 2026 abzuwenden, habe die rund 70-köpfige Belegschaft erneut massiven Gehalts- und Arbeitszeitverzichten zugestimmt. Seit die Partei Die Linke sich aus dem Betrieb zurückgezogen habe, wirtschafte die heutige Verlagsgenossenschaft faktisch ohne nennenswertes Eigenkapital am Limit. Für ein dauerhaftes Überleben sei das kriselnde Medium dringend auf neue Genossenschaftsmitglieder, Abonnentinnen und Abonnenten angewiesen.

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4. Fernsehen SRF stellt Zuschauer bloss
(infosperber.ch, Marco Diener)
Das Schweizer Fernsehen SRF stehe massiv in der Kritik, da es bei der zeitversetzten Übertragung eines Fußballspiels einen Zuschauer in einer sekundenlangen Nahaufnahme gezeigt und durch einen spöttischen Kommentar gezielt bloßgestellt habe. Der Sender rechtfertige sein Vorgehen damit, dass Stadionbesucher beim Ticketkauf über die AGB automatisch in derartige Aufnahmen einwilligen würden. Der konkrete Fall widerspreche laut “Infosperber” jedoch den publizistischen Leitlinien des Hauses sowie den Vorgaben des Schweizer Presserats und Datenschützern.

5. RBB Media: “Betrieb eines Hotels keine Kernaufgabe”
(dwdl.de, Uwe Mantel)
RBB Media, der Werbevermarkter des öffentlich-rechtlichen RBB, trenne sich von einer Immobilie am Berliner Kaiserdamm, die bislang unter anderem als Hotel, Bürofläche und Bowlingbahn genutzt worden sei. Der Betrieb eines Hotels gehöre ohnehin nicht zu den Kernaufgaben der RBB-Werbetochter; das Gebäude aus den 1960er-Jahren weise zudem einen erheblichen Sanierungsbedarf auf. Mit diesem Schritt beende RBB Media das eigene Immobilienmanagement nun vollständig, um den wirtschaftlichen Vorgaben der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten zu entsprechen.

6. GEMA klagt gegen Suno
(urheber.info)
Vor dem Landgericht München gehe die GEMA derzeit als europaweit erste Klägerin in einem wegweisenden Urheberrechtsstreit gegen den KI-Musikgenerator Suno vor. Dem Unternehmen werde vorgeworfen, geschützte Welthits für das Training seiner generativen Künstlichen Intelligenz unlizenziert genutzt, gespeichert und reproduziert zu haben. Das für den 12. Juni angekündigte Gerichtsurteil werde mit Spannung erwartet.

Lügengeschichte bei Ronzheimer, Buchläden, Krieg als Computerspiel

1. Sat.1 fällt bei “Ronzheimer” auf Lügengeschichte rein
(dwdl.de, Alexander Krei)
Die Sat.1-Reportagereihe “Ronzheimer” mit dem stellvertretenden “Bild”-Chefredakteur Paul Ronzheimer in der namensgebenden Hauptrolle sei auf einen Hochstapler hereingefallen, der sich mithilfe gefälschter Dokumente erfolgreich als “Sozialschmarotzer” inszeniert habe. Nachdem der Schwindel aufgeflogen sei, habe der Sender die Folge um die entsprechenden Szenen gekürzt und prüfe nun rechtliche Schritte. Außerdem habe man beim unverschuldet in die Kritik geratenen Jobcenter Hannover um Entschuldigung gebeten.

2. So wollen sich die Buch­läden gegen Minister Weimer wehren
(lto.de)
Nach ihrem umstrittenen Ausschluss vom Deutschen Buchhandlungspreis durch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hätten die drei betroffenen linken Buchhandlungen nun rechtliche Schritte angekündigt, um die zugedachte Auszeichnung gerichtlich einzufordern. Weimer rechtfertige die Streichung von der Gewinnerliste mit vagen “verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen”, die durch das rechtlich zweifelhafte und für die Betroffenen intransparente “Haber-Verfahren” übermittelt worden seien.

3. Das Weiße Haus inszeniert den Krieg gegen Iran als Computerspiel
(spiegel.de)
Der offizielle X-Account des Weißen Hauses habe ein Video veröffentlicht, in dem reale, tödliche Angriffe des US-israelischen Krieges gegen den Iran in der Ästhetik des Videospiels “Call of Duty” inszeniert worden seien. Der Clip reihe sich in eine umstrittene Social-Media-Strategie der Trump-Regierung ein, die gezielt teils brutale Kriegsszenen in gewaltverherrlichende Memes verwandle.
Weiterer Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “Wenn ein Krieg in der Sprache von Technik und Strategie erzählt wird, normalisiert er sich. Dann ist ein Angriff ein ‘Präventivschlag’, eine Bombardierung eine ‘Operation’, und Bomben sind ‘ins Ziel gebracht’ worden. Und irgendwann liest sich das Ganze wie ein Bundesligabericht: Ballbesitz, gelbe Karten, Torschüsse. Nur dass es hier nicht um Fußball geht.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:02 Minuten)

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4. “Ohne das Geld müssen wir viele Aktivitäten einstellen”
(taz.de, Carolina Schwarz)
Der feministische Verein ProQuote Medien stehe nach dem überraschenden Stopp der jahrelangen Bundesförderung vor massiven finanziellen Problemen. Ohne die fehlenden 600.000 Euro müsse man voraussichtlich Kernprojekte wie die Leitmedienzählung einstellen. Carolina Schwarz hat mit Vorstandsmitglied Olga Herschel über die schwierige Situation für den Verein gesprochen.

5. Vor den Landtagswahlen: Tipps für Lokaljournalist:innen aus der Praxis
(netzwerkrecherche.org, Maria-​Mercedes Hering)
Bei einer neuen Gesprächsreihe von Netzwerk Recherche habe sich eine Gruppe von über 40 Lokaljournalistinnen und -journalisten intensiv über die massiven Herausforderungen, zunehmenden Anfeindungen und Sicherheitsbedenken bei der Berichterstattung im Vorfeld von Landtagswahlen ausgetauscht. Um Parteien wie der AfD professionell begegnen zu können, rate die Runde unter anderem zu proaktiven Vor-Ort-Recherchen, zum Einsatz divers besetzter Redaktionsteams sowie zur Festlegung von Leitlinien für die Wahlberichterstattung.

6. Wir haben die “Ostdeutsche Allgemeine” gefaktencheckt, damit du es nicht tun musst
(volksverpetzer.de, Philip Kreißel & Thomas Laschyk)
In einem ausführlichen Faktencheck kritisieren Philip Kreißel und Thomas Laschyk, dass die erste Ausgabe der neu gegründeten “Ostdeutschen Allgemeinen” von Herausgeber Holger Friedrich massiv mit längst widerlegten “Fake News” und kremltreuer Propaganda durchsetzt sei. Um sich an eine Zielgruppe aus “Querdenkern” und Rechtsextremen anzubiedern, reproduziere das Blatt unter anderem alte Falschbehauptungen über angebliche Gesundheitsgefahren durch Corona-Masken sowie unwirksame PCR-Tests.

ARD-Sender werden eingestellt, Drei Buchhandlungen, Kirchliche Kritik

1. Diese Fernsehsender werden eingestellt
(verdi.de)
Gemäß den Vorgaben des neuen Reformstaatsvertrags stelle die ARD zum Jahresende die drei linearen Fernsehsender tagesschau24, One und ARD-alpha ein. Sie sollen teilweise mit ZDF-Sendern zusammengelet werden. Die Gewerkschaft Verdi betrachtet diesen Schritt mit großer Skepsis und warnt angesichts der Einstellung des jungen Senders One vor einem drohenden Generationenabriss beim öffentlich-rechtlichen Publikum. Um diese Zielgruppe künftig besser über digitale Wege zu erreichen, fordert Verdi von der Medienpolitik mehr Handlungsspielraum für die Öffentlich-Rechtlichen sowie eine zeitnahe Aufhebung des umstrittenen Verbots presseähnlicher Onlinetexte.
Weiterer Lesetipp: “Unser Konklave war intensiv”: Wie ARD & ZDF ihre Sender neu sortieren: “ARD und ZDF haben sich, wie von der Politik verlangt, auf Einsparungen bei den Spartensendern geeinigt. Drei Angebote werden gebündelt, drei Sender noch 2026 eingestellt, wie der ARD-Vorsitzende Florian Hager und ZDF-Intendant Norbert Himmler im Doppel-Interview mit DWDL.de erläutern.” (dwdl.de, Thomas Lückerath)

2. Drei Buchhandlungen oder schnelle Ausschlüsse in verdachtsprüffauler Zeit
(54books.de, Niels Penke)
Niels Penke kritisiert in seinem Kommentar den überraschenden Ausschluss dreier linker Buchhandlungen von der diesjährigen Vergabe des Deutschen Buchhandlungspreises durch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Penke wertet das staatliche Vorgehen als alarmierendes Zeichen einer gefährlichen politischen Verschiebung und wirft Weimer vor, sich mit solch repressiven Maßnahmen zum Vollstreckungsgehilfen eines autoritären Kulturkampfes zu machen.

3. Kompetenz wird zum Problem
(taz.de, Antonia Augsbach)
In ihrem Beitrag beschreibt Antonia Augsbach, wie sich eine neue Generation weiblicher Fußball-Influencerinnen durch authentische Einblicke und meinungsstarke Analysen zunehmend von rein ästhetischen Hochglanz-Profilen abgrenzen würden. Sobald diese Creatorinnen jedoch mit echter fachlicher Kompetenz in traditionell männlich geprägten Themenfeldern aufträten, seien sie massiven sexistischen Anfeindungen ausgesetzt.

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4. Kritik aus der Kirche am Social-Media-Verbot
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Führende evangelische und katholische Jugendverbände würden die unter anderem von Bundeskanzler Friedrich Merz geforderten Social-Media-Verbote für Minderjährige scharf als Kapitulation vor dem eigentlichen Problem kritisieren. Ein pauschaler Ausschluss beraube junge Menschen eines essenziellen digitalen Orientierungsraums für ihre Identitäts- und Glaubensfindung. Er greife massiv in ihr Grundrecht auf freie Religionsausübung ein. Stattdessen fordere man einen konsequenten Jugendmedienschutz, strengere Vorgaben für die Plattformbetreiber sowie eine gezielte Förderung der Medienkompetenz.

5. “Wachstum ist für uns kein Selbstzweck” – Agrar- und Lebens­mittel­fach­medien im Wandel
(dfjv.de, Ulrike Bremm)
Im Interview mit Ulrike Bremm betont der Medienmanager Olaf Holzhäuser, dass Fachmedien im Agrar- und Lebensmittelsektor durch fundierte Einordnung und echten Mehrwert überzeugen müssten, anstatt reines Umsatzwachstum als Selbstzweck zu verfolgen. Künftig müssten Fachjournalistinnen und -journalisten laut Holzhäuser zunehmend zu einer Art Übersetzer werden: “Das Rad dreht sich immer schneller und wilder, was Technik, Regulatorik, Umwelt und vor allem Markteinflüsse betrifft. Donald Trump hat mit seiner wilden Zollpolitik das Schwungrad noch beschleunigt. Da müssen wir einen Anker setzen und Orientierung geben.”

6. “Wir haben jedes Mal die Möglichkeit, dass ein Video total durch die Decke geht oder dass es total bombt.” Friederike Schiller erklärt die TikTok-Strategie der “Zeit”
(turi2.de, Markus Trantow, Audio: 46:31 Minuten)
Friederike Schiller, Leiterin des “Hochkant”-Ressorts der Wochenzeitung “Die Zeit”, spricht in einem gut 45-minütigen Podcast-Interview mit Markus Trantow, Chefredakteur des Medien-Branchendienstes “turi2”, über die TikTok-Strategie der “Zeit”. Allein im Januar habe die Redaktion 96 Millionen Views dort generieren können. Schiller erklärt, dass man die umstrittene Plattform ganz bewusst bespiele, um junge Menschen an die eigene Marke heranzuführen und das Feld nicht populistischen Akteuren wie der AfD zu überlassen.

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