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Basler Zeitung, Spießerblätter, Venezuela

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Limburger Enten”
(faz.net, Daniel Deckers)
Daniel Deckers listet Ungereimtheiten und Fehler auf in der Berichterstattung von “Spiegel”, “Focus” und “Süddeutscher Zeitung” über den Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst.

2. “Schleichwerbeverdacht in der ‘Bunten'”
(tagesspiegel.de, Sonja Álvarez)
“Im schönsten Werbesprech” berichtet die “Bunte”, dass Julia Klöckner mit Hilfe von Weight Watchers an Gewicht verloren habe. “‘Hätte Frau Klöckner mit Gemüsesuppe abgenommen, hätten wir auch das geschrieben – und sogar das ganze Rezept abgedruckt’, teilt ‘Bunte’-Chefredakteurin Patricia Riekel mit, die offensichtlich nicht zwischen Suppen und werbenden Unternehmen unterscheiden will.”

3. “Das Bau- und Verkehrsdepartement stellt Falschaussagen der Basler Zeitung richtig”
(medienmitteilungen.bs.ch)
Mit einer Auflistung von Fakten (PDF-Datei) reagiert das Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt auf einen Bericht der “Basler Zeitung”. Die Redaktion “hält an ihrer Darstellung fest”.

4. “Warum ich mich gegen PR abgrenze”
(ottohostettler.wordpress.com)
Soll ein Lobbyist an einem Recherchetag von Journalisten teilnehmen? Otto Hostettler ist dagegen: “Lobbyisten sind wichtige Input-Geber für Journalisten. Aber meiner Meinung nach gibt es keine ‘guten’ oder ‘bösen’ Lobbyisten. Deshalb sollten wir auch eine gesunde Distanz zu dieser Branche wahren. Die Lobbyisten machen es genauso.”

5. “Eine riesige klaffende Wunde”
(schneeschmelze.wordpress.com, Jürgen Fenn)
Jürgen Fenn antwortet auf den Beitrag “Braucht es uns noch?” (carta.info, Wolfgang Michal): “Ich brauche keine der von Wolfgang Michal benannten Spießerblätter zu zitieren, um mein Blog zu füllen. Das mag an meiner Art zu bloggen liegen. Das mag daran liegen, daß mich der professionelle Journalismus immer weniger interessiert und ich insoweit wählerischer geworden bin, indem ich Debatten und Themen verfolge, statt Zeitungen zu abonnieren.”

6. “Constructing ‘Venezuela’ protests: a photo gallery”
(drdawgsblawg.ca, englisch)
Um die Repression in Venezuela zu beschreiben, werden auch aus anderen Ländern stammende Fotos verwendet.

Sebastian Edathy, Die Zeit, Christopher Lauer

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1. “Der DJV, Ernst Jünger und Edathy”
(rheker.wordpress.com)
Fotojournalist Sascha Rheker kritisiert den Beitrag “Foto in die Wohnung hinein: Persönlichkeitsrechte?” (djv.de, Michael Hirschler), der die Veröffentlichung der Fotos aus der Wohnung von Sebastian Edathy insgesamt “als (noch) vertretbar” einstuft.

2. “Es gibt keine Gesetzeslücke im Fall Edathy”
(notes.computernotizen.de, Torsten Kleinz)
Torsten Kleinz bewertet die Forderung nach einem generellen Verbot käuflicher Nacktfotos von Kindern. “Schließt man die vermeintliche ‘Gesetzeslücke’ müssten die Strafverfolger Tausende von Verfahren gegen Leute einleiten, die niemals zu Kindesmissbrauch beigetragen haben. Denn Gesetze haben keine Fußnote: ‘Diesen Paragraphen bitte nur auf böse Menschen anwenden’.”

3. “Verloren in der Twitter-Wüste”
(gefaelltmir.sueddeutsche.de)
Ein Tweet einer CNN-Moderatorin führt andere zum Glauben, ein vierjähriger Junge durchquere die jordanische Wüste, um seine Familie zu finden.

4. “Freischreiber für die Zeit”
(freischreiber.de, Videos)
Fünf freie Journalisten ergänzen die Videos von fünf Journalisten und Autoren, mit denen die “Zeit” in eigener Sache wirbt.

5. “Braucht es uns noch?”
(carta.info, Wolfgang Michal)
“Heute sind es die Blogs, die alt aussehen”, konstatiert Wolfgang Michal – “die im Netz Sozialisierten” würden “den Altmedien förmlich an den Lippen” hängen. Und kommt zu diesem Schluß: “Also sperren wir den Laden doch einfach zu. In der Welt der Medien macht es keinen Sinn, etwas am Leben zu halten, was nicht mehr gebraucht wird.”

6. “‘Ich find‘ die Frage blöd'”
(taz.de, Sascha Frischmuth)
Politiker Christopher Lauer gibt ein Interview mit der “taz” nur ungekürzt und in vollständigem Wortlaut frei – und so wird es auch veröffentlicht.

Honorare, Sendepläne, Netflix

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1. “Honorare in der Lokalzeitung: ‘Der Job ist nur noch was für Liebhaber'”
(flurfunk-dresden.de, nik)
Die Honorare freier Mitarbeiter sächsischer Tageszeitungen inklusive Statements einiger Chefredakteure. “Für einen Artikel im Lokalteil mit rund 2.000 Zeichen (inkl. Leerzeilen) bekommt sie 20 Euro. Wenn sie das Foto gleich selbst macht, darf sie 8 Euro dafür abrechnen.” Siehe dazu auch “DJV Hessen kritisiert das ‘Geschäftsmodell Frankfurter Rundschau'” (djv-hessen.de).

2. “Beleidigende Kommentare: Presserat will Regeln für Foren einführen”
(spiegel.de)
Der Deutsche Presserat fordert, “dass Kommentare grundsätzlich wie Leserbriefe behandelt werden”.

3. “Auf verlorenem Posten”
(funkkorrespondenz.kim-info.de, Franz Everschor)
Franz Everschor bespricht die Programmpläne von US-TV-Sendern: “Inzwischen weiß niemand mehr, ob man einer der vielen, alle paar Wochen in die Sendepläne geschobenen Serien trauen kann oder ob sie nach wenigen Folgen schon wieder spurlos in der Versenkung verschwinden werden. Die vier großen Sender spielen Roulette mit Programmangeboten, die sie nur mit einer begrenzten Anzahl von Folgen in den Sendeplan rücken, viel zu kurz, als dass sich eine treue Gefolgschaft beim Publikum bilden könnte. Und die Zuschauer verlieren die Lust, fortwährend etwas Neues auszuprobieren, ohne zu wissen, ob ihnen die Serie erhalten bleibt.”

4. “Netflix-Seriendebüt wird zum wegweisenden Massenereignis”
(netzwertig.com, Martin Weigert)
Netflix stellte am Wochenende die 2. Staffel der Serie “House Of Cards” vollständig online. “Wer bislang noch daran zweifelte, dass das Ausnahmeunternehmen Netflix gerade in Eigenregie die TV- und Medienlandschaft umbaut, der dürfte spätestens jetzt überzeugt sein.”

5. “Die Abenteuer von ‘Konservatives Feuilleton Man’ – Ein exklusives Interview”
(kleinerdrei.org, Anne)
Anne Wizorek spricht mit “Konservatives Feuilleton Man”, “dem Mann hinter all den Print- und Online-Kolumnen, die euren Blutdruck in die Höhe schnellen lassen”.

6. “Abt. Geographie? Ganz schwach! – heute: SPIEGEL”
(infam.antville.org, patpatpat)

Einschaltquote, Publikumsrat, Bushido

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1. “So gehen Radiosender mit Blogger-Anfragen um”
(radiowatcher.de, Ekki Kern)
Ekki Kern fragt bei Mediensprechern nach, wie sie Anfragen von Bloggern behandeln.

2. “Die große Quoten-Lüge”
(faz.net, Claudius Seidl)
Claudius Seidl prüft, was die vielfach als Handlungsgrundlage genommenen TV-Einschaltquoten eigentlich aussagen: “Es ist also mehr als bloß ein Verdacht, dass die Einschaltquote nicht etwa misst, wie viele Menschen welche Sendungen sehen. Sie misst vielmehr, wann, was und wie lange jene Leute sehen, die Zeit und Nerven genug haben, an der Quotenmessung teilzunehmen.”

3. “Bloß kein Kopfzerbrechen – Von Publikumsräten und Programmplätzen”
(untergeschoss.wordpress.com, Harald Keller)
Zum angeblich offiziell existierenden ZDF-Publikumsrat (BILDblog berichtete) holt Harald Keller bisherige ähnliche Initiativen in Erinnerung. “Typisch zum Beispiel die Klage, dass Kultursendungen im Ersten und im ZDF erst am späten Abend zu sehen sind. Unbeachtet bleibt dabei, dass 3sat montags bis freitags zur besten Sendezeit um 19.20 Uhr das Magazin ‘Kulturzeit’ ausstrahlt. Ist es so schwer, eine Fernbedienung zu betätigen?”

4. “Wie russische Medien Sotschi präsentieren”
(sueddeutsche.de, Julian Hans)
Sotschi 2014 im russischen Fernsehen: “Einen interessanten Nebeneffekt hat Olympia auf die Nachrichten: Sie beginnen nicht mehr zwangsläufig mit ‘Putin hat besucht, angeordnet, eröffnet’, sondern auch mal mit den russischen Medaillengewinnern.” Siehe dazu auch “Dreams about Russia” (economist.com, englisch).

5. “Woran lässt sich Erfolg im Journalismus messen?”
(netzpiloten.de, Katharina Brunner)
Wie soll Aufmerksamkeit im Netz gemessen werden? Katharina Brunner stellt einige neue Modelle und Ideen vor.

6. “Warum wir den Bushido haben, den wir verdienen”
(welt.de, Michael Pilz)
Michael Pilz zeichnet die Aufmerksamkeit der Medien für den Rapper Bushido nach: “Wie der Boulevard sich seine Prominenten heute selbst erfinden muss, haben wir jetzt den Großrapper, den wir verdient haben, den Großrapper, der mit uns spielt.”

Verleger, Thilo Sarrazin, Matthias Matussek

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1. “Die Mär vom Milliardenmarkt”
(blog.alvar-freude.de)
Gibt es einen “weltweiten Umsatz mit Kinderpornos” in der Höhe von 18 Milliarden US-Dollar, wie Spiegel.de vermutet? Und gibt es rund 100’000 kommerzielle Kinderporno-Websites? Alvar Freude findet dafür keine Anhaltspunkte.

2. “Ach ja, die Pressefreiheit”
(berliner-zeitung.de, Christian Bommarius)
Die Welt gewöhne sich an vieles, schreibt Christian Bommarius. “Und sie scheint sich nun auch daran zu gewöhnen, dass die Pressefreiheit an den Sonntagen der Demokratie in Parlamenten zwar pathetisch beschworen und mit rhetorischen Girlanden umrankt, von Montag bis Sonnabend aber von den Regierungen und deren Sicherheitsbehörden als Sicherheitsrisiko diffamiert und verfolgt wird.”

3. “Von DuMont zu Döpfner: Gedanken über das Verlegertum”
(meedia.de, Christian Meier)
Christian Meier zählt die vielfältigen Ansprüche auf, die deutsche Journalisten an ihre Verleger haben: “Verleger und solche, die es werden wollen, werden in Deutschland mit zweierlei Maß gemessen, manchmal auch mit mehr als zwei.”

4. “Neues Buch über Medienmacht: Die Mär vom armen Opfer Sarrazin”
(spiegel.de, Jan Fleischhauer)
Jan Fleischhauer wundert sich, dass Thilo Sarrazin, der Bücher in Millionenauflage verkauft, behauptet, man dürfe seine Meinung nicht frei äußern. “Im Fall Sarrazin liegt eine Verwechslung vor. Nur weil einem eine bestimmte Elite die kalte Schulter zeigt, heißt das noch lange nicht, dass die Meinungsfreiheit in Deutschland gefährdet sei.”

5. “Being Matussek”
(pantelouris.de)
Michalis Pantelouris bespricht den Text “Ich bin wohl homophob. Und das ist auch gut so” (welt.de, Matthias Matussek). “Wer Homophobie so rechtfertigt wie ‘Matussek’, den hat Matussek nach allen Regeln der Kunst geoutet. Er hat einfach Angst vor der Welt, die er nicht mehr versteht. Und das ist irgendwie okay.”

6. “Olympic poem (V): Deutschland einig Rodelland #Sochi2014”
(jensweinreich.de)

Hollande, Alliterationen, Wikipedia

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1. “5 Tipps, um Sensationsjournalismus vorzubeugen”
(journalist.de, Beth Winegarner)
Beth Winegarner liefert fünf Tipps, “die dabei helfen können, Sensationsjournalismus vorzubeugen – und gleichzeitig Geschichten zu erzählen, denen das Publikum nicht widerstehen kann”: “1. Halten Sie sich an die Fakten! 2. Vorsicht bei der Beschreibung und Identifizierung von Verdächtigen! 3. Bleiben Sie skeptisch – auch gegenüber ‘Experten’! 4. Sammeln Sie so viele Details wie möglich! 5. Erzählen Sie eine gute Geschichte!”

2. “Fakten-Check beim ‘Spiegel’: ‘Wissen, wo der Hase im Pfeffer liegt'”
(derstandard.at, Oliver Mark)
Oliver Mark erinnert daran, dass beim “Spiegel” 70 Dokumentationsjournalisten daran arbeiten, die Fakten korrekt zu halten: “Über eine journalistische Ausbildung verfügen die wenigsten, die meisten sind Fachleute wie Mediziner, Sinologen, Techniker, Physiker, Juristen oder Historiker.”

3. “Wikipedia, die Pariser Kommune und ich”
(antjeschrupp.com)
“Wie soll man belegen, dass es etwas NICHT gegeben hat?”, fragt sich Antje Schrupp beim Editieren von Wikipedia.

4. “Content economics, part 5: news”
(blogs.reuters.com, Felix Salmon, englisch)
Felix Salmon fasst den jüngsten Medienwandel im Bereich News zusammen. “This might come as depressing news to high-minded editors who extol the wonders of investigative journalism and who disdain cat videos as being beneath them. But most news bundles have always included their fair share of fluff, and in a disaggregated world, there’s no need for the investigative journalists to work for the same employer as the people curating cat videos. (Although, they can.)”

5. “Homme Alone”
(thedailyshow.com, Video, 4:40 Minuten, englisch)
Wie US-Medien über einen Besuch von François Hollande bei US-Präsident Barack Obama berichten.

6. “Nie wieder ‘humorvolle Hüftgoldtrager’: Für ein Alliterationsverbot im deutschen Fernsehen!”
(blogs.stern.de/programmstoerer, Peer Schader)

Sotschi, Berlinale, Nachrichten

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1. “Möwen folgen Fischkutter”
(sueddeutsche.de, Ruth Schneeberger)
Ruth Schneeberger beobachtet Journalisten-“Trickser” am Filmfestival Berlinale: “Mal gibt ein älterer Franzose Herzprobleme vor, weshalb er unbedingt noch zur Pressekonferenz mit George Clooney müsse, doch die Ordner bleiben hart. Komischerweise ist er auf den folgenden Terminen auch immer wieder da und wirkt putzmunter. Ein anderer versucht sich durch möglichst seriöses Aussehen dort reinzuschummeln, wo so viele andere bereits abgewiesen wurden – er trägt eine hoch angesehene Zeitung unterm Arm, Schal überm Hemd, und er blickt durchdringend intellektuell durch eine Hornbrille.”

2. “40/365: asap”
(einsneunsiebenzwei.de, Daniela Warndorf)
Eine “hektische Redakteurin einer großen Frauenzeitschrift” drängt Daniela Warndorf dazu, “asap ein paar Fotos” von ihrem Balkon zu schicken.

3. “Noch ein olympisches Milliardengrab”
(blogmedien.de, Horst Müller)
Horst Müller zweifelt daran, dass die Eröffnungsfeier der Winterspiele in Sotschi von “rund drei Milliarden” Fernsehzuschauern verfolgt wurde, wie Spiegel.de oder Welt.de behaupten.

4. “Wenn Diekmann sich korrigiert”
(pantelouris.de)
“Bild” habe “ein eingespieltes Verfahren, ihre Lügengeschichten nachträglich gefühlt zu rechtfertigen”, schreibt Michalis Pantelouris. “Sie konfrontiert einen Angegriffenen damit und wertet die Tatsache, dass er mit der Bild überhaupt noch redet, als Beweis dafür, dass es so falsch nicht gewesen sein kann.”

5. “Ohne die Nachrichten gäbe es die Welt nicht”
(welt.de, Andreas Rosenfelder)
Andreas Rosenfelder definiert, der Job der Feuilletonisten bestehe darin, “die tägliche Nachrichtenlage als Steinbruch zu benutzen und große Erzählungen zu finden, die das oft ziemlich sinnlose Einzelereignis an den Kosmos der Ideen anschließen”.

6. “Sportler als unpolitische Wesen? #Menschenrechte als politische Propaganda? #Sochi2014 #Putin #IOC”
(jensweinreich.de)
Jens Weinreich widmet sich ausführlich der Frage, ob Sportler unpolitische Wesen sind: “Ich sage sogar ziemlich überzeugt, dass Sportlern, die sich in Sotschi mit Gesten und Worten äußern, keine Gefahr droht. Nicht einmal vom IOC.”

Sicherheitsbehörden, Die Harke, Migration

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1. “Reporter ohne Grenzen veröffentlicht aktuelle Rangliste der Pressefreiheit”
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Dominanz der Sicherheitsbehörden erschwere die Arbeit von Journalisten in vielen Ländern, schreiben die “Reporter ohne Grenzen” in ihrer jährlich erscheinenden Rangliste der Pressefreiheit: “Besonders besorgniserregend ist, dass diese Entwicklung sogar traditionelle Demokratien erfasst hat.” Österreich, Deutschland und die Schweiz finden sich auf den Plätzen 12, 14 und 15. Die USA rutscht um 13 Plätze ab auf Rang 46 (zwischen Rumänien und Haiti).

2. “Das umstrittene Bild von Edathys Wohnung”
(handelsblatt.com, Patrick Schwarz)
Die Lokalzeitung “Die Harke” veröffentlicht ein Foto, das die Wohnung von SPD-Politiker Sebastian Edathy zeigt. “Nach eigenen Angaben hat der Autor und Fotograf zwar die Wohnung des SPD-Politikers nicht betreten, ist aber auf eine Balustrade vor der Wohnung im ersten Stock gestiegen, um das Foto zu schießen.” Stefan Reckleben von der “Harke” nimmt auf NDR dazu Stellung (ndr.de, Video, 6:03 Minuten).

3. “Von Bärchen und Blümchen”
(topfvollgold.de, Dennis Klammer)
Reporter der Regenbogenpresse, die Blumen und Teddybären verschenken.

4. “Meinungswandel bei der Migration”
(medienblog.blog.nzz.ch, Rainer Stadler)
“Die migrationspolitischen Debatten der vergangenen Jahre haben einen Mentalitätswandel bewirkt, nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Ausland”, glaubt Rainer Stadler. “Die Redaktionen können zudem im Online-Zeitalter jene Stimmen, die gegenüber einem freien Personenverkehr kritisch eingestellt sind, kaum noch ignorieren. Diese Positionen sind nun dauernd und zahlreich präsent, für jedermann einsehbar in den Besucherkommentaren der Informationsplattformen.”

5. “What Uniques And Pageviews Leave Out (And Why We’re Measuring Attention Minutes Instead)”
(blog.upworthy.com, englisch, 6. Februar)
Statt in Seitenaufrufen will Upworthy Bewegungen der Nutzer in Aufmerksamkeitsminuten messen.

6. “‘Vollkommen ratlos und zerknirscht'”
(sueddeutsche.de, Sonja Salzburger)
Ein Interview mit Dieter Bandhauer. Reaktionen auf eine Pressemitteilung seines Kleinverlags fluteten vergangenes Wochenende die E-Mail-Konten vieler deutschsprachiger Kulturjournalisten.

Der selbstgemachte ZDF-“Publikumsrat”

Die “Süddeutsche Zeitung” hat heute scheinbar schlechte Nachrichten für den ZDF-Moderator Markus Lanz:

Mehr Ärger für Lanz

Der ZDF-Publikumsrat hat eine Programmbeschwerde wegen des umstrittenen Interviews in der Talksendung Markus Lanz eingereicht. Lanz’ Befragung der Politikerin Sahra Wagenknecht im Januar habe gegen Programmgrundsätze und das journalistische Ethos verstoßen, heißt es in dem Schreiben an den ZDF-Fernsehrat. Der Sender müsse sich mit der Kritik, die unter anderem in einer mehr als 200000 Mal unterzeichneten Petition gegen den Moderator öffentlich wurde, auseinandersetzen, sagte Sprecherin Sabine Schiffer. Man hoffe auf eine Rüge.

Aha, der ZDF-Publikumsrat, soso.

Es gibt keinen ZDF-Publikumsrat. Es gibt eine Initiative von Leuten, die finden, dass es einen “Publikumsrat” für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk geben sollte und schon mal eine entsprechende Internetseite aufgesetzt haben. Sie haben eine Programmbeschwerde an den ZDF-Fernsehrat formuliert, was jeder Zuschauer tun kann, und diese veröffentlicht. Wohl nicht zuletzt, um Aufmerksamkeit für ihr Anliegen zu bekommen: einen “Publikumsrat” zu installieren. Den es, wie gesagt, nicht gibt.

Die “Süddeutsche Zeitung” hat den Wunsch dieser Privatinitiative nun in ganz besonderer Weise dadurch erfüllt, dass sie sie wie eine etabliertes, offizielles Gremium behandelt: “den ZDF-Publikumsrat”. Und dass sie so tut, als sei eine Programmbeschwerde von zwei Frauen, die dem real-existierenden ZDF-Fernsehrat abschließend mitteilen, dass sie “für weitere Gespräche gerne zur Verfügung stehen”, etwas anderes als irgendeine Programmbeschwerde von zwei Zuschauerinnen oder Zuschauern, und als bedeute das nun besonderen “Ärger” für Markus Lanz.

Der Unsinn wird nun von anderen Medien weitergetragen. Die Boulevard-Agentur “Spot.On” spricht ahnungslos von einer “offiziellen Beschwerde”, was entsprechend zu folgender Meldung auf “Focus Online” führt:

Offizielle Beschwerde: Wird es jetzt ernst für Markus Lanz?

Auch der Branchendienst turi2 weiß es nicht besser:

Markus Lanz bekommt noch mehr Ärger wegen des umstrittenen Interviews mit der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht: Der ZDF-Publikumsrat hat beim ZDF-Fernsehrat eine Programmbeschwerde eingereicht. Lanz habe gegen Programmgrundsätze und das journalistische Ethos verstoßen, schreibt Sprecherin Sabine Schiffer. Sie verlangt eine Rüge.

Der “neue Ärger” für Markus Lanz besteht insofern im Wesentlichen darin, dass man sich nur “Publikumsrat” nennen muss, um von Journalisten dafür gehalten zu werden.

Nachtrag, 15:10 Uhr. Die “SZ” hat ihren Artikel online überarbeitet und um die Sätze ergänzt:

In einer früheren Version dieser Meldung konnte der Eindruck entstehen, mit dem „Publikumsrat“ wende sich ein offizielles ZDF-Gremium gegen Moderator Markus Lanz. Tatsächlich muss sich der Fernsehrat mit der Beschwerde einer privaten Initiative befassen.

Auch “Focus Online” und turi2 haben ihre Meldungen korrigiert. Dafür verbreitet nun die “Bunte” online die Mär vom “ZDF-Publikumsrat”.

Nachtrag, 20:35 Uhr. Der Bunte.de-Artikel ist wieder verschwunden.

Sotschi, GNTM, Homestorys

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1. “Als CNN ein Foto aus Sotschi von mir wollte”
(wienerzeitung.at, Simon Rosner)
Simon Rosner macht in Wien ein Foto und veröffentlicht es in diesem Tweet, was zu fast 500 Retweets und einer Anfrage von CNN führt. Sein Korrekturtweet erhält vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit. Siehe dazu auch “8 Viral Sochi Olympics Photos That Are Total Lies” (paleofuture.gizmodo.com, englisch) und “Kein iPhone-Verbot in Sotschi” (nzz.ch, Henning Steier).

2. “‘Stellen Sie das doch endlich ab!'”
(tagesspiegel.de, Sebastian Leber)
Deutschsprachige Kulturjournalisten schreiben sich nach einer Pressemitteilung eines österreichischen Verlags gegenseitig haufenweise E-Mails. Siehe dazu auch “Meta-Spam 2.0” (lesenmitlinks.de, Jan Drees).

3. “Die Dunkelheit unterm Zucker-Candy – Teil I”
(titel-kulturmagazin.net, Jan Fischer)
Jan Fischer analysiert das Erzählkonzept von Germany’s Next Topmodel: “Das Spannende – und wirklich Interessante – daran, wie diese alte Geschichte der Heldinnenreise erzählt wird, ist, dass wir nicht wissen, wer die Heldin ist – das ist eine Variante der Geschichte, die es nur selten gibt. Wir folgen nicht nur der Hauptfigur. Wir sehen auch, wie diejenigen scheitern, die es nicht zur Hauptfigur schaffen.”

4. “Pesto statt Politik”
(taz.de, Steffi Dobmeier)
Die Geschäftsideen von Journalisten, die sich nach Restrukturierungen neu orientieren müssen: Delikatessen, Glückskekse, Coaching.

5. “Wahlkampf aus dem Wohnzimmer”
(bernerzeitung.ch, Stefan von Bergen und Christoph Aebischer)
Die Homestorys der “Schweizer Illustrierten”: “Die paar wenigen Politiker, die Homestorys verweigern, stören sich auch an der Überhöhung des Privaten zum Idyll.”

6. “Freiberg TV Investigativer Journalismus at its Best!”
(youtube.com, Video, 2:21 Minuten)
Ein Reporter steht an einer Kreuzung, an der sich viele Unfälle ereignen – was die Realität beweist (bei Sekunde 56).

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