Sotschi, Berlinale, Nachrichten

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Möwen folgen Fischkutter“
(sueddeutsche.de, Ruth Schneeberger)
Ruth Schneeberger beobachtet Journalisten-„Trickser“ am Filmfestival Berlinale: „Mal gibt ein älterer Franzose Herzprobleme vor, weshalb er unbedingt noch zur Pressekonferenz mit George Clooney müsse, doch die Ordner bleiben hart. Komischerweise ist er auf den folgenden Terminen auch immer wieder da und wirkt putzmunter. Ein anderer versucht sich durch möglichst seriöses Aussehen dort reinzuschummeln, wo so viele andere bereits abgewiesen wurden – er trägt eine hoch angesehene Zeitung unterm Arm, Schal überm Hemd, und er blickt durchdringend intellektuell durch eine Hornbrille.“

2. „40/365: asap“
(einsneunsiebenzwei.de, Daniela Warndorf)
Eine „hektische Redakteurin einer großen Frauenzeitschrift“ drängt Daniela Warndorf dazu, „asap ein paar Fotos“ von ihrem Balkon zu schicken.

3. „Noch ein olympisches Milliardengrab“
(blogmedien.de, Horst Müller)
Horst Müller zweifelt daran, dass die Eröffnungsfeier der Winterspiele in Sotschi von „rund drei Milliarden“ Fernsehzuschauern verfolgt wurde, wie Spiegel.de oder Welt.de behaupten.

4. „Wenn Diekmann sich korrigiert“
(pantelouris.de)
„Bild“ habe „ein eingespieltes Verfahren, ihre Lügengeschichten nachträglich gefühlt zu rechtfertigen“, schreibt Michalis Pantelouris. „Sie konfrontiert einen Angegriffenen damit und wertet die Tatsache, dass er mit der Bild überhaupt noch redet, als Beweis dafür, dass es so falsch nicht gewesen sein kann.“

5. „Ohne die Nachrichten gäbe es die Welt nicht“
(welt.de, Andreas Rosenfelder)
Andreas Rosenfelder definiert, der Job der Feuilletonisten bestehe darin, „die tägliche Nachrichtenlage als Steinbruch zu benutzen und große Erzählungen zu finden, die das oft ziemlich sinnlose Einzelereignis an den Kosmos der Ideen anschließen“.

6. „Sportler als unpolitische Wesen? #Menschenrechte als politische Propaganda? #Sochi2014 #Putin #IOC“
(jensweinreich.de)
Jens Weinreich widmet sich ausführlich der Frage, ob Sportler unpolitische Wesen sind: „Ich sage sogar ziemlich überzeugt, dass Sportlern, die sich in Sotschi mit Gesten und Worten äußern, keine Gefahr droht. Nicht einmal vom IOC.“