Inserateboykott, Seniorenprogramm, Podcast

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „LG Berlin: BILD und BZ müssen Gegendarstellungen eines Sicherheitsverwahrten abdrucken“
(wvr-law.de)
„Bild“ und „B.Z.“ werden „in den kommenden Tagen Gegendarstellungen abdrucken müssen“. „In einem Artikel über ein gleichgeschlechtliches Paar, das gemeinsam in der Sicherheitsverwahrung in Berliner Tegel wohnt, hatten die beiden Zeitungen geschrieben, die Anstaltsleitung würde die Beziehung der beiden Männer geheimhalten. Hiergegen wollte der Antragsteller Gegendarstellung abdrucken, wogegen sich die beiden Zeitungen zunächst wehrten.“

2. „Wie ich versuchte, einen Bücher-Podcast zu machen (und an den Verlagen verzweifelte)“
(lesegefahr.de, Martin Häberle)
Martin Häberle möchte einen Bücher-Podcast ins Leben rufen, stößt dabei aber bei den Verlagen auf allerlei Hindernisse.

3. „Die ARD und die Jugend – ein ‚Umsetzungsdefizit‘?“
(dwdl.de, Peer Schader)
Peer Schader erinnert daran, dass die Rundfunkgebühr „kein Solidarbeitrag zur Finanzierung eines Seniorenprogramms“ sein sollte. Vielmehr sollten alle Altersgruppen gleich viel davon haben.

4. „Huch, es lebt“
(sueddeutsche.de, Roger Willemsen)
Roger Willemsen denkt nach über „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ und zieht Vergleiche zum öffentlich-rechtlichen Unterhaltungsprogramm: „Ursula von der Leyen in einem Raumfahrtanzug Minigolf spielen zu sehen, das ist der öffentlich-rechtliche Emu-Anus. Er stinkt schon aus einem Grund: weil er so einfallslos inszeniert, so lieblos produziert, so herablassend kalkuliert ist und vom dümmsten gemeinsamen Nenner ausgeht.“

5. „Weststrasse-Investoren verhängen Inserate-Boykott“
(tt.bernerzeitung.ch)
Das „Thuner Tagblatt“ macht einen Inserateboykott öffentlich und folgt damit der Empfehlung des Schweizer Presserats, Drohungen oder Boykotte „grundsätzlich öffentlich zu machen“.

6. „‚Die Staatshasser sind zu Etatisten geworden'“
(schweizermonat.ch, René Scheu)
„Wir haben viel zu viele Kommunikationsbeauftragte in Bern“, sagt der Schweizer Verteidigungsminsiter Ueli Maurer, dessen Ministerium rund 100 Kommunikationsleute beschäftigt („Im Medienumfeld sind es 15 Leute“). „Die Journalisten wissen damit aber im übrigen klug umzugehen. Sie entlocken dem einen eine Information, dann dem anderen eine leicht anders gefärbte – und schon haben sie eine Geschichte, mit der sie für ein paar Stunden Aufmerksamkeit erzielen können. Aus solchen Geschichten entstehen wiederum neue Geschichten, und das Rad dreht weiter und immer weiter.“