Aus für Cosmo, Probleme des Einzelfalls, Hochkant-Hype

1. Die ARD macht schon jetzt die Medienpolitik der AfD
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Bei netzpolitik.org kommentiert Markus Reuter das Aus für den WDR-Radiosender Cosmo: “Die Abschaffung des mehrsprachigen Cosmo Radio ist eine demokratische Bankrotterklärung. Wir erleben hier eine öffentlich-rechtliche Medienpolitik, die schon heute vor den Rechtsradikalen kuscht und die braune politische Agenda in vorauseilendem Gehorsam umsetzt.”
Weiterer Lesetipp: In einer Stellungnahme (PDF) wenden sich die “Neuen deutschen Medienmacher:innen” an Rundfunkräte und Politik: “Stoppen Sie diesen Kahlschlag! Wiederholen Sie nicht den historischen Fehler von 2008, als der rbb mit dem Aus von Radiomultikulti eine tragende Säule der Vielfalt opferte. Sparzwänge rechtfertigen kein Demokratiedefizit.”

2. ver.di ruft beim WDR zum Warnstreik au
(verdi.de)
Verdi kündigt einen Warnstreik beim WDR vor der fünften Tarifrunde am 9. Juni an. Die Gewerkschaft kritisiert, dass die Arbeitgeberseite bislang kein ausreichendes Angebot vorgelegt habe. Verdi fordert 7 Prozent mehr Gehalt, Sonderzahlungen und Honorare, für Festangestellte mindestens 300 Euro monatlich, außerdem 200 Euro mehr Ausbildungsvergütung bei zwölf Monaten Laufzeit. Mit einem “Streikfrühstück” und einer Kundgebung in Köln wolle man den Druck auf den öffentlich-rechtlichen Sender vor der nächsten Verhandlungsrunde erhöhen.

3. Wenn Beispiele die Berichterstattung verzerren
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 28:03 Minuten)
Im Deutschlandfunk-Podcast “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, wie Beispiele die Berichterstattung prägen, aber auch verzerren können. Über strukturelle Missstände werde oft anhand einzelner Geschichten berichtet. Das könne Probleme anschaulich machen, aber auch den Blick aufs Ganze verengen. Wo Einzelfälle im Journalismus helfen und wo sie in die Irre führen – darüber diskutieren Anna Mayr (“Zeit”) und Martin Schmidt (RTL) mit Deutschlandfunk-Moderator Stephan Beuting.

Bildblog unterstuetzen

4. Die Zeit von Social Media ist vorbei
(flurfunk-dresden.de, Peter Stawowy)
Peter Stawowy argumentiert, dass die große Zeit von Social Media vorbei sei, vor allem für öffentliche Verwaltungen und demokratische Institutionen. Verwaltungen sollten prüfen, ob Aufwand, Reichweite und demokratischer Nutzen noch zusammenpassen. Die zentrale Frage sei: Dienen Soziale Netzwerke noch verlässlicher öffentlicher Kommunikation? Oder beschädigen sie inzwischen genau das Vertrauen, das Institutionen herstellen sollen?

5. “Mechanik kaum verstanden”: Die Produzenten und der Hochkant-Hype
(dwdl.de, Torsten Zarges)
Torsten Zarges beschreibt, wie die deutsche Produktionsbranche auf den Vertical-Drama-Trend reagiert. China und die USA hätten bereits Plattformen und Monetarisierung aufgebaut, in Deutschland fehle bislang eine dominante App oder eine lokale Infrastruktur. Die Branche diskutiere das Phänomen Vertical Drama zudem oft noch als Content-Trend, obwohl es eigentlich um Plattformlogik, Distribution und Themen wie das Vertical Storytelling gehe.

6. Wie politisch sollte die WM-Berichterstattung sein?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 24:49 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit Sportjournalist Ronny Blaschke über die Berichterstattung zur anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft: “Wie finden Medien die richtige Balance zwischen klassischen Spielberichten und politischen Recherchen zu dem Großereignis? Begegnen sich Sport- und Politikjournalisten in den Redaktionen auf Augenhöhe? Und welchen Gefahren sind Journalisten weltweit ausgesetzt, die zu problematischen Verflechtungen im Sport recherchieren?”