Suchergebnisse für ‘youtube’

Jaron Lanier, Oliver Pocher, Rankings

1. “RTL spaltet Katalonien ungewollt von Spanien ab”
(dwdl.de, Alexander Krei)
RTL zeigt eine Karte von Spanien ohne Katalonien. Gegenüber dpa sagt ein RTL-Sprecher: “Eine studentische Aushilfe hatte für den Landesumriss Spaniens in der Grafik eine falsche Vorlage aus dem Archiv verwendet.”

2. “Was unser Leben bislang ausmacht”
(ueberschaubarerelevanz.com, Muriel)
Muriel befasst sich mit dem Artikel “Der Mensch als Schöpfung” (faz.net, Michael Hanfeld) zur Verleihung des Friedenspreis des deutschen Buchhandels an Jaron Lanier. Siehe dazu auch “Die Phase des Aufräumens” (perlentaucher.de, Thierry Chervel).

3. “Why I stopped reading/hearing/watching the news”
(medium.com/@thehandsomepig, Alejandra Quintero, englisch)
Alejandra Quintero stellt Fragen zum Nutzen von News: “I know, you might be thinking that news is necessary because it keeps us informed about the world, but first ask yourself these questions. Does it really improve your life in any way? Does it affect you personally? Your family, your businesses or your career? Is it a true representation of our world? Does it encourage thinking? Does it encourage acting? Think about it. In the last year, has any piece of news changed your life? In a way that if you hadn’t read it, your personal or professional life would have be different?”

4. “Miese Zahlenspiele”
(nzz.ch, Urs Hafner)
Urs Hafner schaut sich “schlicht absurde” Rankings von Städten, Hochschulen und Ökonomen an: “Ihr Aussagewert ist gleich null. Von den undurchsichtigen Zahlenspielen profitieren einzig ihre Produzenten und die beteiligten Medien, welche die Ergebnisse als ‘Primeurs’ veröffentlichen.”

5. “Oliver Pocher verdient sein Geld jetzt als DJ”
(welt.de, Kathrin Spoerr)
Oliver Pocher habe bisher “fast alles eigentlich” gemacht, “was im Unterhaltungsprogramm der deutschen Fernsehsender vorkommt”, schreibt Kathrin Spoerr: “Kleine Shows, große Shows, eigene Shows, fremde Shows, auch Ausflüge in die Schauspielerei. Er war Hauptdarsteller und Sidekick, 14 Jahre lang geht das jetzt und irgendwie hört es nicht auf, obwohl es seit Jahren immerzu so aussieht, als würde es bald aufhören.”

6. “Glenn Greenwald: Why privacy matters”
(youtube.com, Video, 20:41 Minuten)
Siehe dazu auch “These Are the Emails Snowden Sent to First Introduce His Epic NSA Leaks” (wired.com, Andy Greenberg, englisch).

Deutsche Wirtschafts Nachrichten, Fehlerkultur, Trefferzahlen

1. “8 Gründe, warum ich ‘Deutsche Wirtschafts Nachrichten’ nicht lese”
(youtube.com, Video, 9:17 Minuten)
Rayk Anders analysiert die Deutschen Wirtschafts Nachrichten‎.

2. “Vom Gate-Keeper zum Sense-Maker”
(journalism-reloaded.ch, Alexandra Stark)
Journalisten, Daten, Experten und das Publikum: “Die technologische Entwicklung, einfachere Tools und eine bessere Zugänglichkeit zu Daten haben dazu geführt, dass die Journalisten theoretisch selber mit Daten arbeiten und so die Abhängigkeit von Experten und Institutionen, die eine eigene Agenda haben, verringern können. Und dennoch tun das nur ganz wenige Kolleginnen und Kollegen. Warum?”

3. “Ein Text aus purem Gold”
(tomhillenbrand.de)
Tom Hillenbrand denkt nach über Rechte, die beim Verkauf eines Texts abgetreten werden sollen.

4. “Macht mehr Fehler!”
(spiegel.de, Pauline Schinkels)
Pauline Schinkels schreibt über den Umgang mit Fehlern: “Meistens passieren uns Fehler schneller und häufiger als uns lieb ist. Auf dem Weg zur Arbeit, im Büro, auf dem Weg nach Hause. Es folgt betretenes Schweigen, Blick nach unten, Rapport beim Chef. Aber was wäre, wenn wir einfach einmal aufstehen und laut rufen würden: ‘Faszinierend, ich habe einen Fehler gemacht!'”

5. “google-trefferzahlen zur häufigkeitsbestimmung?”
(lexikographieblog.wordpress.com)
Michael Mann wertet über über 18 Monate hinweg Google-Trefferzahlen für bestimmte Suchbegriffe aus und findet heraus: “Man sollte Google-Trefferzahlen wirklich nicht verwenden, um Aussagen über die Verwendungshäufigkeit sprachlicher Ausdrücke zu geben — und wenn schon, dann sollte man im Abstand mehrerer Tage mehrere Trefferzahlen einholen und prüfen, ob die Häufigkeitsaussage nicht auf Ausreißern basiert.”

6. “Nach Kontakt mit Heute-Zeitung: Wienerin (72) steckt sich mit Ebola-Panik an”
(dietagespresse.com)

Frontal21, Mario Götze, Peter Wälty

1. “Ukraine-Konflikt: Kritik an Medienhäusern”
(ndr.de, Video, 6:21 Minuten)
Die Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt: Rund 300 Menschen demonstrieren vor dem Redaktionsgebäude des “Spiegel” in Hamburg, die ARD-Tagesschau und die ARD-Tagesthemen erhalten täglich stapelweise kritische Post (ab 4:28 Minuten).

2. “Als-ob-Information”
(demystifikation.wordpress.com)
Stefan Wagner misst eine von der ZDF-Sendung “Frontal21” in einem Beitrag (youtube.com, Video, ab 5:15 Minuten) verwendete Grafik nach.

3. “Kein Liebling der Massen”
(wdr.de, Video, 8:35 Minuten)
Die WDR-Sendung “Sport Inside” beleuchtet die Abschottung von Fußballer Mario Götze durch PR und Werbung.

4. “Deshalb nervt PR”
(blog.tagesanzeiger.ch/offtherecord, Christian Lüscher)
Christian Lüscher listet zehn Methoden auf, wie Öffentlichkeitsarbeiter versuchen, Journalisten für ihre Sache zu gewinnen.

5. “‘Diese professionelle Demutsheuchelei ist mir auf Dauer zu anstrengend'”
(persoenlich.com, Matthias Ackeret)
Ein Interview mit Peter Wälty, Leiter Digitalentwicklung und stellvertretender Chefredaktor von “20 Minuten”: “Wir kriegen 5’000 Leserbilder im Monat, davon zeigen wir vielleicht 50. Dasselbe bei den Leserkommentaren. Wir kriegen täglich um die 5’000, aber nur deshalb, weil wir die Kommentarfunktion nach 24 Stunden schliessen. Würden wir das nicht tun, hätten wir doppelt so viele.”

6. “Helmut Markwort: ‘Ja, ich bin Moritz Rodach'”
(newsroom.de, Bülend Ürük)
Helmut Markwort gibt zu, unter dem Pseudonym Moritz Rodach für “Focus Online” über den FC Bayern München geschrieben zu haben: “Ich bin ja nicht nur Fan, sondern auch Aufsichtsratsmitglied des FC Bayern. Jeder weiß das. Natürlich auch die Kollegen von Online, als sie mich baten, ihnen ein paar Fakten von einer Reise mit den Bayern durchzugeben. Es war eine Gelegenheitsarbeit – und in meinem grundsätzlichen Bemühen, ein objektiver Journalist zu sein, meine subjektive Schwachstelle.”

Netflix, Programmbeirat, Bilder

1. “22.9.2014: Verleihung der Staatspreise”
(wissenschaftsjournalisten.at)
Verena Ahne hält eine “Rede anlässlich der Verleihung des ‘Sonderpreises zur Unterstützung der wissenschaftsjournalistischen Vielfalt’”: “Für eine Doppelseite wie diese, die ich im Sommer geliefert habe, gibt es ein Honorar von 544 Euro und 32 Cent. Davon muss ich – neben Steuern und Abgaben – meine Bürokosten zahlen. ‘Unproduktive’ Zeiten abdecken wie Urlaub und Feiertage, Krankenstand und Arztbesuche. Auch die Zeiten, in denen ich nicht sitze und schreibe – und niemand sitzt die ganze Zeit und tippt Artikel. Es müssen neue Themen gesucht und Aufträge hereingebracht werden. Ich muss mit Redaktionen verhandeln. Administratives erledigen. Zu Veranstaltungen gehen. Kontakte pflegen. Usw, usf. All diese Dinge sollten in einem Honorar enthalten sein. Sind sie aber nicht. Denn dafür sind die schlicht zu niedrig. Es bräuchte mindestens 16 Ganzseiter wie die gezeigten pro Monat – und ohne Unterbrechung (geliefert) –, um auf das Einstiegsgehalt eines angestellten Journalisten zu kommen. Das ist schlicht nicht machbar.”

2. “Wir basteln uns eine ‘Stalin-Keule'”
(nachdenkseiten.de, Jens Berger)
Der Artikel “Putins langer Arm reicht bis in Gremien der ARD” (welt.de, Ulrich Clauß): “So, so, der Programmbeirat der ARD arbeitet also subversiv und hat das Interesse die Ordnung Deutschlands zu stören – sicher im Auftrag Putins.”

3. ” … und man vergisst sie nie”
(sueddeutsche.de, Andrian Kreye)
Früher hatte die Macht der Bilder einen positiven Effekt, glaubt Andrian Kreye: “Es waren die Bilder der Massaker und Morde in Vietnam, welche die Amerikaner gegen den Krieg aufbrachten und Präsident Nixon zwangen, ihn zu beenden. Das aber hat sich gewandelt. Nun lösen die Bilder Kriege aus.”

4. “Durch Rundfunkgebühren finanziert, bei Netflix, Watchever und Amazon zu mieten”
(rheinauenschreiber.de, Sebastian Eckert)
Sebastian Eckert schreibt zu öffentlich-rechtlichen Inhalten im Angebot von Netflix oder Amazon Prime: “Hatten sich das unsere Politiker so vorgestellt, als sie das Privatfernsehen vor der bösen ‘Krake’ ÖR schützen wollten? Dass der Bürger jetzt neben den 18 Euro für die ÖR-Inhalte auch noch sieben bis zwölf Euro im Monat abdrückt, um bereits von Bürgergeld produzierten Content längerfristig mit weiterem Bürgergeld abzurufen?”

5. “Von Netflix den Spiegel vorgehalten”
(genrefilm.net, Mark Wachholz, 19. September)
Können deutsche Autoren die Qualität erreichen, die Netflix erwartet? “Selbst abseits von den täglichen Soap-Welten schreiben Serien-Autoren in Deutschland vor allem schematische Krimi-Episoden in Kreuzworträtsel-Dramaturgie, seichte Nonnen- und Krankenhaus-Banalitäten oder verschämt-lustige Alltagskomödien, die niemandem wehtun. Immer wieder fällt der Begriff der ‘Schere im Kopf’, die durch die Konditionierung ob solcher Anforderungen inzwischen so stark sei, dass man sie immer wieder aktiv in seinem Kopf entfernen muss, um auf internationalem Niveau zu denken.”

6. “Drei Brüste und der ARD-Programmbeirat”
(youtube.com, Video, 3:29 Minuten)

Ohne Sinn und Geschmack

Die meisten Menschen kennen Emma Watson als Hermine aus den Harry-Potter-Filmen. Seit Juni ist sie auch UN-Sonderbotschafterin für Frauen- und Mädchenrechte. In dieser Funktion hat sie am Samstag eine Rede vor den Vereinten Nationen gehalten und für die Initiative “HeForShe” geworben, die Männer dazu aufruft, sich für Frauenrechte einzusetzen.

Für ihre Rede hat Watson viel Zuspruch und Lob bekommen — aber auch Kritik von selbsternannten Männerrechtlern, die ihr den Einsatz für Feminismus und Geschlechtergerechtigkeit übelnehmen.

Eine ganz eigene Interpretation der Rede liefert dagegen die Schweizer Gratiszeitung “Blick am Abend”, deren Titelseite am Montag so aussah:

Im Artikel heißt es:

Dabei sieht ‘Hermine’ vor allem die Männer als Opfer: ‘Feminismus hat heute viel mit Männer-Hass zu tun’, mahnte sie am Samstag im UNO-Hauptquartier in New York. ‘Das muss aufhören!’ Feminismus gelte als aggressiv und unattraktiv. Watson wills richten.

Tatsächlich sagte Watson (das Redemanuskript als PDF):

[…] the more I have talked to about feminism the more I’ve realised that fighting for women’s rights has too often become synonymous with man-hating. If there is one thing I know for certain, it is that this has to stop.

Das Blatt schafft es also, Emma Watsons Botschaft ins Gegenteil zu verkehren: Aus einer feministischen Rede wird so ein fast schon anti-feministischer Appell.

Während der “Blick am Abend” Emma Watson das Wort im Munde herumdreht, gibt sich die Münchner “Abendzeitung” alle Mühe, ihren Ruf als — vergleichsweise — seriöse Boulevardzeitung zu demontieren. Am Montag schien es, als würden Nutzer des Imageboards “4chan” damit drohen, Nacktfotos von Watson zu veröffentlichen, angeblich als Reaktion auf deren Rede.

Für die “Abendzeitung” ein willkommener Anlass, sich um den Preis für die geschmackloseste Klickstrecke des Jahres zu bewerben und ihren Lesern “die schöne Emma nochmal angezogen” zu zeigen:

Wird Emma Watson das nächste Opfer des Nacktbilder-Skandals? Der Countdown für die Veröffentlichung läuft beriets [sic!]

fragt der Teaser speicheltriefend, und am Ende des Artikel wartet die umissverständliche Aufforderung an lüsterne Leser, die Zugriffszahlen der Webseite in die Höhe zu treiben: “Klicken Sie sich durch unser Bilderstrecke!”

Nur schade für die “Abendzeitung”, dass sie keine Klickstrecke mit der nicht mehr angezogenen Emma Watson präsentieren wird können. Mittlerweile hat sich nämlich herausgestellt, dass die vermeintliche Drohung von einer Marketing-Agentur* fingiert wurde, um Barack Obama unter Druck zu setzen, das Imageboard “4chan” zu schließen.

Den verlinkten Artikel hat “Spiegel Online” auf Facebook übrigens mit diesem geschmackvollen Post beworben:


Mit Dank an Katharina! “Spon”-Screenshot via @queerdenkerin.

*Nachtrag, 25. September: Felix hat uns darauf hingewiesen, dass die Bezeichnung “Marketing-Agentur” irreführend ist, “Spiegel Online” nennt Rantic deshalb “die elaborierte Schöpfung eines sehr ehrgeizigen Trolls.”

Doppelpass, Gerigate, Stinkefinger

1. “Journalismus von morgen – Die virtuelle Feder”
(arte.tv, Video, 89:37 Minuten)
Eine Dokumentation über die Zukunft der Zeitung: “Wie müssen sich Zeitungen verändern, um zu überleben? Oder ist es schon zu spät?”

2. “Exekution durch Hamas: ‘Sehr sozial abgelaufen'”
(ruhrbarone.de, Martin Niewendick)
Martin Niewendick befasst sich mit einem Blogbeitrag von Journalist Martin Lejeune: “Die Frage, die Lejeune hier elegant umschifft, lautet aber: Wie legal ist die Justiz einer Gruppierung, die als Terrororganisation eingestuft wird (und sich entsprechend verhält); die Menschen an Motorräder bindet und bis zum Tod durch die Straßen schleift; die die eigene Bevölkerung als menschliche Schutzschilder missbraucht? Fragen über Fragen, und Martin Lejeune stellt keine einzige davon.” Siehe dazu auch “Distanz als Lernprozess” (anlasslos.de, Tilo Jung) und “Stellungnahme zum taz-Vorwurf” (ruhrbarone.de).

3. “Da platzt das Phrasenschwein”
(zeit.de, Christian Spiller)
Christian Spiller würdigt die Fußball-Talkshow “Doppelpass”: “Das ist die Qualität am Doppelpass: Man wird verschont von den großen Problemen der Fußballwelt, die das Ganze vielleicht mal zum Implodieren bringen könnten. Stattdessen lieber fünf Superzeitlupen von Jürgen Klopps Torjubel plus Interpretation allerseits. Leider ist Udo Lattek nicht mehr dabei.”

4. “‘Gerigate’ – Märchen für Erwachsene”
(suedostschweiz.ch, Dennis Bühler)
Dennis Bühler blickt zurück auf die ersten zehn Tage der “Nacktselfie-Affäre” um den Schweizer Nationalrat Geri Müller: “In vielem ist der Fall Müller ein Paradebeispiel eines Medienskandals – denn erst durch die Berichterstattung der ‘Schweiz am Sonntag’ wurden die Nacktselfies von Geri Müller zum Skandal, erst die Veröffentlichung und die darauf folgenden Recherchen und aufgedeckten politischen Verstrickungen schufen eine (Schein-)Relevanz.”

5. “Potsdams Linke-Chef zeigt Reporter den Stinkefinger”
(tagesspiegel.de, Henri Kramer)
Sascha Krämer, Kreisvorsitzender der Partei “Die Linke” in Potsdam, zeigt “einem Reporter der Boulevardzeitungen ‘Bild’ und ‘BZ'” den Stinkefinger: “Linke-Politiker und die Parteizentrale sahen sich genötigt, auf Distanz zu Krämer zu gehen, der in Potsdam als Direktkandidat zur Wahl antritt.”

6. “Is this the new iPhone 6?”
(youtube.com, Video, 2:20 Minuten, englisch)

VG Media, Weltspiegel, Verschwörungstheorien

1. “Weshalb das Kartellamt die Google-Beschwerde der VG Media ablehnt”
(irights.info, Till Kreutzer)
Das Bundeskartellamt weist eine Beschwerde der VG Media gegen Google ab: “Die Entscheidung des Kartellamts ist ein deutlicher Rückschlag für die in der VG Media organisierten Presseverlage. Auch deshalb, weil das Bundeskartellamt sich im Schreiben nun seinerseits vorbehält, den Zusammenschluss der Verlage in der VG Media im Hinblick auf den EU-Binnenmarkt zu untersuchen.”

2. “Beckmann kann’s, der Weltspiegel nicht”
(tagesspiegel.de, Richard Weber)
Richard Weber schaut “Weltspiegel extra” zum Thema “IS-Terror”: “Der Beitrag dauert 15 Minuten. Dennoch gelingt ihm das Mirakel, alles, was wissenswert wäre – die Besonderheit des Jesidentums, der tödliche Hass zwischen Sunniten und Schiiten, die Finanzierung der Terrorgruppe – völlig unerklärt zu lassen. Nicht einmal die unterschiedlichen Bezeichnungen IS für ‘Islamischer Staat’ und ISIS für ‘Islamischer Staat im Irak und in Syrien’ werden aufgedröselt.”

3. “Ferguson: Die medialen Brandbeschleuniger”
(diepresse.com, Oliver Grimm)
Oliver Grimm berichtet über das Verhalten einiger Journalisten in Ferguson.

4. “Twitter: from free speech champion to selective censor?”
(theguardian.com, James Ball, englisch)
Was ist Twitter, Verleger oder Plattform? “Like many other major companies, Twitter has long insisted it is not a publisher but a platform. The distinction is an important one: publishers, such as the Guardian, bear a far greater degree of responsibility for what appears on their sites. By remaining a platform, Twitter is absolved of legal responsibility for most of the content of tweets. But by making what is in essence an editorial decision not to host a certain type of content, Twitter is rapidly blurring that line.”

5. “Muddis Pudding”
(wolfgangmichal.de)
“Traditionsunternehmen wie der Spiegel, der Suhrkamp Verlag oder die SPD” seien keine normalen Betriebe, glaubt Wolfgang Michal: “Sie fungieren als parteiische Anwälte, ja als treibende Kräfte des kulturellen und politischen Modernisierungswandels.”

6. “Was ist eine Verschwörungstheorie?”
(youtube.com, Video, 7:37 Minuten)

Ferguson, James Foley, “menschliche Katastrophen”

1. “Der Tag, an dem die US-Polizei mein Feind wurde”
(welt.de, Ansgar Graw)
Die Ereignisse überschlagen sich, etliche Journalisten wurden bedroht und festgenommen. In Gaza? In der Ukraine? In Russland? Nein, in den USA! (© Alf Frommer, @siegstyle). Neben “Welt”-Korrespondent Ansgar Graw ist Frank Herrmann in Ferguson verhaftet worden (schwaebische.de), zwischenzeitlich war auch “Bild”-Reporter Lukas Hermsmeier in Arrest (meedia.de). Laut CNN wurden damit insgesamt elf Journalisten festgenommen, Ryan Devereaux berichtet bei “The Intercept” über seine Erfahrungen. Die Polizei Ein ehemaliger Polizist zeigt sich indes unbeeindruckt: “I’m a cop. If you don’t want to get hurt, don’t challenge me” (washingtonpost.com).

2. “Virale Propaganda der Terroristen”
(sueddeutsche.de, Hakan Tanriverdi)
Vor laufender Kamera hat die IS-Miliz den amerikanischen Fotojournalisten James Foley enthauptet (tagesschau.de). Das Video haben die Terroristen auf YouTube veröffentlicht, nun kursiert es in den sozialen Netzwerken. Wegen mangelnder Filtermöglichkeiten hat insbesondere Twitter Probleme, solch grausame Propaganda sofort zu löschen. Nutzer rufen deshalb mit dem Hashtag #ISISMediablackout dazu auf, das Video nicht weiter zu verbreiten. Wer mehr über James Foley erfahren will: Die “Vanity Fair” hat bereits im Mai 2014 ein ausführliches Portrait veröffentlicht.

3. “Schwache Argumente für eine Veröffentlichung”
(medienwoche.ch, Nick Lüthi)
Schweizer Medien haben offensichtlich nicht allzu viel aus den Persönlichkeitsverletzungen bei der sensationsheischenden Berichterstattung (watson.ch) über die “Porno-Sekretärin” gelernt. Zwei Wochen später skandalisiert die “Schweiz am Sonntag” die “Nackt-Selfies” des Nationalrats Geri Müller; sogar Chefredakteure wie Roger Köppel, sonst nicht unbedingt als vehementer Privatsphäre-Verfechter bekannt, wundern sich über die “unappetitliche Story” (persoenlich.com).

4. “Die Ironie macht alle gleich”
(faz.net, Hannah Lühmann)
Deutsche Blogs wie Amy & Pink, Schlecky Silberstein oder Das Kraftfuttermischwerk orientieren sich angeblich am “Vice”-Magazin – eine schlechte Idee, findet zumindest Hannah Lühmann: “Der Versuch aber, schnoddrig und cool wie das Vorbild zu sein, lässt sie alle gleich werden, die Blogs, die über Musik, Partys und Mode informieren wollen. […] Alles wird eingemeindet in eine fröhliche Welt der lässigen Redundanz, von Menschen, die sich selbst dabei wohl ziemlich lässig vorkommen.”

5. “Last Call – The end of the printed newspaper.”
(medium.com, Clay Shirky, englisch)
“Have a look at this chart. Do you see anything unclear about the trend line?”, fragt Clay Shirky angesichts der Entwicklung der Werbeerlöse US-amerikanischer Zeitungen. “If you are a journalist at a print publication, your job is in danger. Period. Time to do something about it.”

6. “Eine ‘menschliche’ Katastrophe?”
(udostiehl.wordpress.com)
Irak, Syrien, Gaza, Ukraine – die Nachrichten sind derzeit voll von Gewalt und Krieg. “In der Berichterstattung bahnt sich in solchen Fällen eine ‘menschliche Katastrophe’ an”, beschreibt Udo Stiehl die Praxis seiner Kollegen und warnt: “So ausgedrückt jedoch handelt es sich leider um eine ‘sprachliche Katastrophe’.”

iPhone 6, Report Mainz, Profimeinungskommentare

1. “SPIEGEL Online und der Phantom-Konvoi – Hysterie, Lügen und Heuchelei”
(nachdenkseiten.de, Jens Berger)
Die “Spiegel-Online”-Schlagzeile “Ukrainische Truppen greifen russischen Konvoi an” in der Analyse: “Man spekuliert munter drauf los, überprüft Nachrichten nicht auf deren Wahrheitsgehalt, verbreitet mutwillig Hysterie und schürt damit das Feuer, aus dem ein Krieg zwischen West und Ost entfachen könnte.”

2. “Angebliche Gerichtsaffäre wird zur Petitesse”
(mainpost.de, Manfred Schweidler)
Ein Blick zurück auf die Auswirkungen des Berichts “Verdacht auf Parteilichkeit und Vetternwirtschaft bei Bußgeldvergabe” des ARD-Politmagazins “Report Mainz”: “Eine Reihe von Opfern blieb zurück – und nicht zuletzt ein Stück journalistischer Glaubwürdigkeit. Nur wenige Schlagzeilen-Formulierer kamen später zu der Einsicht: Der Richter hatte vielleicht ein wenig unbekümmert Bußgelder vergeben, was zu einem falschen Eindruck führen konnte. Aber von Mauschelei konnte nie die Rede sein.”

3. “BILD Plus und das Geschaeft mit ‘exklusiven Fotos’ eines Fakes des iPhone 6”
(mobilegeeks.de, Sascha Pallenberg)
Fotos hinter der “Bild-Plus”-Paywall, die angeblich ein Apple iPhone 6 zeigen: “Es handelt sich bei all diesen vermeintlichen Fotos des echten iPhone 6 um immer wieder die gleichen Modelle eines Fakes auf Android Basis, den man bereits seit Wochen auf Aliexpress.com bestellen kann.”

4. “Bomben auf Gaza: Ohne deutsche Medien – Jung & Naiv in Israel: Folge 192”
(youtube.com, Video, 40:17 Minuten)
Im Interview mit Tilo Jung fragt sich der freie Journalist Martin Lejeune, der die Bombardierungen des Gazastreifens durch die israelische Armee bei einer Familie dort erlebt hatte, warum öffentlich-rechtliche Medien in Deutschland kaum mit ihm zusammenarbeiten wollen. Zur Sprache kommt auch die Frage nach seiner Unabhängigkeit.

5. “Krude, kruder, am krudesten”
(taz.de, Deniz Yücel)
Deniz Yücel gibt Tipps, wie man einen “Profimeinungskommentar” verfasst.

6. “Was für ein Pech mit dem Wetter! Ein PR-Trip des FC Bayern München im Live-Ticker”
(funkkorrespondenz.kim-info.de)

Kriegsbilder, Stringer, Martin Lejeune

1. “Manipulierte Kriegsfotos: Bilder, die lügen”
(spiegel.de, Leon Scherfig und Philipp Löwe)
Gefälschte Kriegsbilder im Netz: “Drastische Bilder machen bei Twitter und Facebook die Runde. Aber dieser Krieg im Netz wird von beiden Seiten mit oft unsauberen Mitteln geführt – es wird gefälscht und gemogelt.”

2. “Können wir diese Bilder sehen – und nichts tun?”
(handelsblatt.com, Maike Freund)
Und echte Kriegsbilder im Netz: “Die Bilder sind echt, denn echte Menschen werden hingerichtet. Und sie sind trotzdem Propaganda, weil sie ein Ziel verfolgen, das des IS. Wie viel politische Macht in Bildern stecken kann, ist spätestens seit dem 11. September 2001 klar, der die Welt veränderte. Experte El Difraoui ist sich sicher, dass auch die Terrorbilder des Islamischen Staats diese politische Macht haben.”

3. “Gefährlicher Einsatz im Kriegsgebiet”
(ostpol.de, André Eichhofer)
Ein Bericht über Stringer in der Ostukraine, die Gefahr laufen, entführt zu werden. “Zeitungen und Agenturen zahlen rund 100 US-Dollar pro Tag, TV-Sender etwas mehr.”

4. “Was ist los in Gaza? – Jung & Naiv in Israel: Folge 187”
(youtube.com, Video, 68:15 Minuten)
Tilo Jung spricht mit Journalist Martin Lejeune, der während der Bombardierung des Gazastreifens durch die israelische Armee mehrere Wochen bei einer lokalen Familie verbracht hat.

5. “Sind wir Kriegstreiber?”
(cicero.de, Petra Sorge)
In einem Stück zur Glaubwürdigkeit der deutschen Presse berichtet Petra Sorge auch von einer Debatte über die Unabhängigkeit von Martin Lejeune: “Dass sich die Debatte um journalistische Unabhängigkeit an einem freien Journalisten Bahn bricht, der unter Einsatz seines Lebens von der Front berichtet, während auf der anderen Seite gut verdienende Festangestellte der Zeit gegen eine ZDF-Satire klagen, weil sie um ihren journalistischen Ruf fürchten, muss doch einige Medienkonsumenten zweifeln lassen.”

6. “Jeder Satz ein Seufzer”
(operation-harakiri.de, Ralf Heimann)
Die Zukunft der Zeitung: “Man kann ja versuchsweise mal die eigene Zeitung durchblättern und sich die Frage stellen, auf was man wirklich nicht verzichten möchte. Die Pressemitteilungen von Stadt und Polizei, die Nachrichten der Vereine, die Termine – um das zu veröffentlichen, braucht man keine Journalisten. Wirklich wichtig ist nur ein kleiner Teil. Und um den herzustellen, bräuchte man einen Computer und ein paar Leute. Tatsächlich aber sind riesengroße Organisationen damit beschäftigt, Nachrichten und PR-Text auf Papier zu drucken und in der Stadt zu verteilen.” Siehe dazu auch “Wann wird die letzte Zeitung gedruckt?” (watson.ch, Philipp Löpfe).

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