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KW 16/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie Podcasts den Hauptstadt-Journalismus verändern
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 30:16 Minuten)
Podcasts würden den Hauptstadtjournalismus immer stärker prägen, ob bei Kanzlerinterviews, politischen Einordnungen oder Recherchen zu Parteifinanzen. Helene Bubrowski (frische “FAZ”-Herausgeberin), Dagmar Rosenfeld (Podcast “Machtwechsel”) und Katharina Hamberger (Deutschlandfunk) sprechen darüber, was Podcasts in der Berliner Politikberichterstattung verändern.

2. Wenn ein Prozess zur Schlagzeile wird – ein Medienjurist ordnet ein
(spotify.com, Michael Maske, Audio: 59:02 Minuten)
Im Podcast zum “Fall Block” begleiten Michael Maske und Christoph Pilz regelmäßig das Verfahren um die Unternehmerfamilie Block und die Entführung zweier Kinder. In dieser Folge spricht Maske mit dem Medienrechtsprofessor Tobias Gostomzyk über die Frage, wie Medien über ein laufendes Verfahren berichten dürfen, ohne zur Vorverurteilung beizutragen.
Weiterer Gucktipp zum Thema: In Jan Böhmermanns “ZDF Magazin Royale” geht es diesmal um “Die vielen Anwälte des Christian Ulmen”: “Die Unschuldsvermutung ist ein rechtsstaatlicher Grundsatz. Aber wieso steht sie immer sofort im Mittelpunkt der Debatte? Der Fall Ulmen zeigt vor allem eines: Wie Männer aufeinander aufpassen.”

3. Elon Musk, Peter Thiel & Trump: Die Allianz, die den Staat zerstört
(youtube.com, Martin Fehrensen, Video: 33:35 Minuten)
Martin Fehrensen vom “Social Media Watchblog” spricht mit dem “SZ”-Journalisten und Buchautor Jannis Brühl über die politische Macht großer Techunternehmer. Ausgangspunkt ist Brühls Buch über die “Tech-Oligarchen” sowie deren Nähe zu Donald Trump und der MAGA-Bewegung. Im Gespräch geht es um Figuren wie Elon Musk, Peter Thiel, Mark Zuckerberg und Sam Altman und um Disruption als politische Ideologie. Außerdem diskutieren beide darüber, wie sich Staaten und Medien, Nutzerinnen und Nutzer aus der Abhängigkeit von den großen Plattformen lösen könnten.

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4. Social Media: Was bringt ein Verbot für Kinder und Jugendliche?
(youtube.com, Julia von Buddenbrock & Hannah Krämer, Video: 20:39 Minuten)
Im NDR-Medienmagazin “Zapp” geht es um das mögliche Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche. Expertinnen und Experten verweisen darauf, dass Altersgrenzen technisch und rechtlich schwer umzusetzen seien und Alterskontrollen neue Probleme aufwerfen könnten. Entscheidend seien deshalb vor allem Medienbildung, Begleitung durch Eltern und Schulen sowie strengere Vorgaben für die Plattformen selbst. Schutz im Netz entstehe nicht allein durch Aussperren, sondern durch einen kompetenten Umgang mit digitalen Risiken.

5. Traumjob Journalismus: Zwischen Idealismus und Realität
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 50:02 Minuten)
In der Podcastreihe “Die Medienversteher” sprechen Markus Wolsiffer und Tanjev Schultz über den Beruf Journalismus und den Einstieg in die Branche. Es geht um die Fragen, warum Menschen Journalistinnen und Journalisten werden wollen, welche Fähigkeiten dafür wichtig sind, ob es den typischen Berufsweg überhaupt gibt und welche Rollen Studium, Praktika, Volontariat und Journalistenschulen spielen. Wolsiffer und Schultz sprechen auch über prekäre Bedingungen, Unsicherheiten und Belastungen im Beruf und erörtern, warum sich der Weg trotz aller Probleme weiterhin lohnen kann.

6. “El Hotzo” aka Sebastian Hotz: Satire, Weltpolitik und das Pferd mit den Raketenschuhen
(spotify.com, Peter Greve, Audio: 48:48 Minuten)
In der “Lektion meines Lebens” unterhält sich Host Peter Greve mit Sebastian “El Hotzo” Hotz: “Wir reden über folgenreiche Punchlines, über Moral und Überzeugungen und warum es manchmal schwer ist, dem eigenen öffentlichen Bild zu entsprechen. Ein Pferd mit Raketenschuhen kommt ebenfalls vor. Ein fränkischer Grillabend auch.”

Machen Abgeordnete Geld mit Social Media?, Wayback Machine, ORF-Krise

1. Machen Abgeordnete ihre Social Media Aktivitäten zu Geld?
(abgeordnetenwatch.de, Tania Röttger)
Eine Recherche von “Abgeordnetenwatch” geht der Frage nach, ob Bundestagsabgeordnete ihre Social-Media-Aktivitäten zu Geld machen. Anlass ist unter anderem der Fall des AfD-Abgeordneten Stephan Brandner, der laut “Redaktionsnetzwerk Deutschland” (nur mit Abo lesbar) seit 2024 rund 15.000 Euro mit Werbung auf YouTube eingenommen haben soll, ohne dass diese Zahlungen bislang in seinen veröffentlichten Nebeneinkünften aufgetaucht seien.

2. Despentes, Beigbeder und Bernard-Henri Lévy verlassen Verlag aus Protest gegen Rechtsaußen-Investor
(spiegel.de)
In Frankreich hätten 115 Autorinnen und Autoren angekündigt, den Grasset-Verlag, einen der bedeutendsten Literaturverlage des Landes, aus Protest gegen den Einfluss des rechtskonservativen Investors Vincent Bolloré zu verlassen. Auslöser sei die Entlassung des langjährigen Verlagschefs Olivier Nora, hinter der die Unterzeichner Bollorés Einfluss vermuten. Sie sprächen von einem Angriff auf die verlegerische Unabhängigkeit.

3. Würde eine Klage wie in den USA auch in Deut­sch­land funk­tio­nieren?
(lto.de, Carl Christian Müller)
Carl Christian Müller spielt durch, ob eine Klage gegen süchtig machendes Social-Media-Design wie in den USA auch in Deutschland Erfolg haben könnte. Sein Fazit: Ganz ausgeschlossen sei das nicht, aber die Hürden lägen hier deutlich höher und die möglichen Schmerzensgelder viel niedriger. Anders als in den USA fehle es im deutschen Recht an weitreichenden Offenlegungspflichten. Zudem müsse die Kausalität zwischen Plattformdesign und psychischen Schäden sehr genau bewiesen werden.

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4. KI und Geschichte
(taz.de, Johannes Drosdowski)
Einige Medienhäuser würden das Internet Archive und dessen Wayback Machine aus Angst vor KI-Nutzung aussperren. Die Wayback Machine archiviere seit 1996 Websites und sei wichtig, auch um gelöschte Inhalte nachvollziehbar zu machen. Gerade in Zeiten politisch motivierter Löschungen diene sie dem Erhalt öffentlicher Wahrheit und journalistischer Recherche. Mehr als 100 Journalistinnen und Journalisten hätten deshalb die Bedeutung des Archivs für das journalistische Erbe hervorgehoben.

5. Krise und kein Ende: Der ORF steht vor einem Scherbenhaufen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der österreichische ORF stecke nach dem überraschenden Rücktritt von Generaldirektor Roland Weißmann in einer tiefen Krise. Weißmann bestreite die gegen ihn erhobenen Vorwürfe sexueller Belästigung und wolle juristisch gegen seine Kündigung vorgehen. Zugleich wachse der Druck auf die Spitze des Stiftungsrats: Der Redaktionsausschuss des öffentlich-rechtlichen Senders habe mehreren Mitgliedern das Misstrauen ausgesprochen. Die Affäre verschärfe damit auch die Debatte über die seit Jahren geforderte Entpolitisierung der ORF-Aufsichtsgremien.

6. Die besten Comics des Quartals: Alison Bechdels USA-Satire “Kaputt” führt Kritikerauswahl an
(tagesspiegel.de, Lars von Törne)
Lars von Törne stellt die aktuelle Auswahl der besten Comic-Neuerscheinungen des Quartals vor, die von 30 deutschsprachigen Kritikerinnen und Kritikern zusammengestellt wurde. Der Beitrag gibt einen Überblick über die zehn favorisierten Titel und ordnet sie kurz ein. Vertreten sind sehr unterschiedliche Formen und Themen, von Graphic Novels und Sachcomics über Manga bis hin zu Klassikern und Kindercomics.

Neue Betroffenheit, Enttäuschte Liebe, Richter vs. Pentagon

1. Neue Betroffenheit
(journalist.de, Anne Hünninghaus & Kathi Preppner)
Redaktionen würden verstärkt Journalistinnen und Journalisten suchen, die sich mit Sicherheitspolitik, Bundeswehr und Rüstungsindustrie auskennen. Gute Berichterstattung über Krieg und Krisen müsse sachlich einordnen, Begriffe erklären und Desinformation erkennen. Zugleich müssten die Interessen von Staat, Militär und Industrie kritisch voneinander unterschieden werden. Im Text von Anne Hünninghaus und Kathi Preppner schildern mehrere Medienschaffende, dass das öffentliche Interesse an diesen Themen und die eigene Betroffenheit deutlich zugenommen hätten.

2. Richter verbietet Pentagon das Aussperren von Journalisten
(spiegel.de)
Ein US-Richter habe dem Pentagon untersagt, die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten weiter einzuschränken, und die Wiederherstellung des freien Pressezugangs angeordnet. Das Gericht sehe in den neuen Pentagon-Regeln den Versuch, eine frühere richterliche Entscheidung zu umgehen. Hintergrund sei ein länger andauernder Konflikt über Pressefreiheit und Zugang zwischen dem US-Verteidigungsministerium unter Pete Hegseth und verschiedenen Medien.

3. Öffentlich-rechtliche Medien vor dem Großinquisitor
(taz.de, Rudolf Balmer)
Rudolf Balmer schildert, wie ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Medien in Frankreich zunehmend zu einem politischen Tribunal gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) geworden sei. Vor allem der rechtsnationale Kommissionssprecher habe die Anhörungen mit aggressiven und teils fehlerhaften Vorwürfen geprägt. Dem französischen ÖRR würden im Fall eines rechten Machtgewinns tiefgreifende Einschnitte bis hin zur Privatisierung drohen.

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4. So krass werdet ihr von NIUS und BILD manipuliert
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 36:44 Minuten)
“Bild” und “Nius” hätten mit einer erfundenen Geschichte über angeblich shoppen gehende Afghanen gezielt Wut auf Geflüchtete geschürt und damit rechtsextreme Narrative bedient. Mats Schönauer wirft beiden Redaktionen vor, solche Geschichten nicht nur ungeprüft oder bewusst verzerrt weiterzuverbreiten, sondern Korrekturen später zu verschleppen oder ganz zu unterlassen.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

5. Fact-Checking: Zwischen Effizienz und Kontrolle
(de.ejo-online.eu, Susanne Fengler)
Fact-Checking-Organisationen würden zunehmend Künstliche Intelligenz einsetzten, etwa beim Monitoring, bei der Recherche, in der Produktion und bei der Verbreitung von Korrekturen. In der Praxis zeige sich jedoch eine deutliche Skepsis hinsichtlich der Grenzen solcher Systeme. Ein zentrales Ergebnis einer Analyse sei, dass KI beim Fact-Checking nicht als eigenständiger Akteur verstanden werde, sondern ausschließlich als unterstützendes Werkzeug unter menschlicher Aufsicht.

6. Das Radio zwischen enttäuschter Liebe und neuem Aufbruch
(deutschlandfunk.de, Mathias Greffrath, Audio: 39:33 Minuten)
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, besonders das Radio, befinde sich in einer tiefen Legitimations- und Formkrise, findet Mathias Greffrath in seinem Audioessay. Viele Wellen würden auf ihn routiniert, belanglos und vom Quotendruck entkernt wirken, während Podcasts, Plattformen und Algorithmen die Öffentlichkeit fragmentieren würden. Radio solle weniger beschallen und stärker Räume schaffen, in denen Menschen tatsächlich miteinander ins Gespräch kommen. Es brauche mehr physische Präsenz außerhalb der Funkhäuser, neue gemeinwohlorientierte Funktionen und ein Auftritt jenseits bloßer Marktlogik.

KW 15/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Traumjob Journalismus – mit Meret Reh & Frederik von Castell
(ardsounds.de, Meret Reh, Audio: 1:59:52 Stunden)
Bei “Blue Moon” unterhalten sich Meret Reh und Frederik von Castell, Chefredakteur des “medium magazins”, über den “Traumjob Journalismus”. Im Mittelpunkt des Gesprächs stehen Wege in den Journalismus, über Volontariat, Journalistenschule, Studium, Quereinstieg oder Praktika, und die oft schwierigen Bedingungen beim Berufseinstieg. Außerdem sprechen sie mit Hörerinnen und Hörern sowie über eingespielte Sprachnachrichten weiterer Kolleginnen und Kollegen über Medienkritik, Investigativrecherchen, KI im Journalismus und die aktuelle Lage der Branche.

2. Die Klimakrise in den Medien
(deutschlandfunk.de, Brigitte Baetz, Audio: 32:14 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um das Thema “Klimakrise in den Medien”. DLF-Hörerin Gaby Westphal diskutiert darüber mit Jürgen Döschner vom Netzwerk Klimajournalismus und Brigitte Baetz vom Deutschlandfunk.

3. RUMS – Ralf Heimann über Lokaljournalismus
(youtube.com, Christian Jakubetz, Video: 35:33 Minuten)
Christian Jakubetz hat Ralf Heimann zu Gast, der das erfolgreiche Lokaljournalismus-Projekt “RUMS” leitet. Heimann erklärt, wie “RUMS” gestartet ist und sich durch tief recherchierte, unterhaltsame Inhalte sowie eine Bezahlschranke etabliert hat. Dabei positioniere sich “RUMS” bewusst als modernes, eher progressives Gegengewicht zur traditionell konservativen örtlichen Lokalzeitung. Heimann betont, dass die reine Bündelungsfunktion klassischer Zeitungen ausgedient habe. Zukunftsfähiger Lokaljournalismus müsse stattdessen eine Community aufbauen und der Leserschaft ein Gefühl von Zugehörigkeit vermitteln.

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4. Katja Hofem: “Der Mut von heute ist der Mainstream von morgen”
(dwdl.de, Thomas Lückerath, Audio: 35:46 Minuten)
“Wie viel lokale Kreativität, wie viel lokales Investment steckt in einem globalen Streamer wie Netflix? Wie geht man Programme an, die über Deutschland hinaus wirken? Und was bedeutet Medienzukunft in einem Markt, der sich auch für Netflix permanent neu erfindet?” Über diese und weitere Themen unterhält sich “DWDL”-Chef Thomas Lückerath mit Katja Hofem, “Vice President Content” für Deutschland, Österreich und die Schweiz beim Streamingdienst Netflix.

5. Feindbild Frau: Warum soziale Medien Krawall & Hass gegen Frauen belohnen
(youtube.com, Martin Fehrensen, Video: 37:04 Minuten)
Martin Fehrensen spricht mit der Autorin Ingrid Brodnig über deren neues Buch “Feindbild Frau”. Digitale Gewalt gegen Frauen und speziell gegen Politikerinnen sei kein Zufall. Es handele sich um eine systematische Strategie rechter Netzwerke, um diese Personen aus dem öffentlichen Diskurs zu drängen. Brodnig und Fehrensen werfen den großen Plattformen, insbesondere X und Meta, vor, den Hass aus rein wirtschaftlichem Kalkül zu dulden.

6. “Trauma und Comedy – wie viel ‘Schaden’ braucht es, um lustig zu sein?” mit Bernhard Hiergeist
(spotify.com, Bea Herzog, Audio: 1:09:26 Stunden)
Im Podcast “Erstgespräch” analysieren Bea Herzog und Bernhard Hiergeist, dass Medien bei Comedians psychisches Leid oft überbetonen und dabei das eigentliche Handwerk unsichtbar machen. Sie unterscheiden zwischen bloß erzähltem Leid und künstlerisch verarbeitetem Material. Gute Comedy entsteht für sie nicht aus dem Leiden selbst, sondern aus der Haltung dazu. Problematisch wird es aus ihrer Sicht, wenn unverarbeitetes Leid als Voraussetzung für gute Kunst gilt oder das Publikum zur Ersatztherapie wird.

KW 14/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wer füllt die Lücken, die der Lokaljournalismus hinterlässt?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 21:35 Minuten)
Holger Klein spricht im “Übermedien”-Podcast mit Thomas Schnedler vom Netzwerk Recherche über die weitreichenden Folgen aussterbender Lokalzeitungen im ländlichen Raum. Am Beispiel einer thüringischen Region diskutieren sie darüber, wie nach dem Wegfall der gedruckten Zeitung zunehmend pseudojournalistische oder politisch motivierte Portale die entstandenen Informationslücken füllen: “Es macht etwas mit dem Gemeinwesen vor Ort, wenn solche Stimmen in den Diskurs eingreifen”, sagt Schnedler.

2. Collien Fernandes – Was Medien aus dem Fall lernen können
(ardsounds.de, Sophie Morár, Audio: 26:55 Minuten)
Ausgehend von der “Spiegel”-Recherche (nur mit Abo lesbar) zu Vorwürfen von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen, für den die Unschuldsvermutung gilt, diskutiert Sophie Morár mit ihren Gästen über die Herausforderungen der Verdachtsberichterstattung. Daniel Drepper, Investigativjournalist und Vorsitzender von Netzwerk Recherche, erklärt die Regeln der Verdachtsberichterstattung und die juristischen Hürden. Medienwissenschaftlerin Marlis Prinzing ordnet den Fall medienethisch ein und betont die gesellschaftliche Verantwortung von Medien: Die Debatte über sexualisierte Gewalt dürfe nicht nur auf prominente Einzelfälle verengt werden.
Weiterer Hörtipp: Der Fall Collien Fernandes: Rechtsdurchsetzungswüste Deutschland?: “Der Fall Collien Fernandes hat das Thema Deepfakes und digitale Gewalt in Deutschland in den Fokus gerückt. In dieser Folge analysieren David Gessner gemeinsam mit Wissenschaftlichem Mitarbeiter Felix Schimmel die aktuelle Rechtslage und zeigen, wo die größten Probleme in der Praxis liegen.” (podigee.io, Audio: 48:39 Minuten)

3. Die KI entscheidet bereits für dich (bevor du überhaupt fragst)
(youtube.com, Martin Fehrensen, Video: 15:52 Minuten)
Martin Fehrensen vom “Social Media Watchblog” analysiert in seinem YouTube-Video, wie sich die Kontrolle über unsere Informationen grundlegend verändert hat. Er beschreibt die Entwicklung des “Gatekeepings” von klassischen Redaktionen über Plattform-Algorithmen bis hin zu modernen KI-Systemen und deren Folgen für die Gesellschaft: “Warum ist der organische Google-Traffic 2025 global um ein Drittel eingebrochen? Was bedeutet es für unsere Demokratie, wenn die ‘eine richtige Antwort’ der KI das Abwägen überflüssig macht? Diese Fragen beschäftigen gerade ein Drittel der deutschen Redaktionen in internen Strategiemeetings – doch öffentlich spricht kaum jemand darüber.”
Weiterer Hörtipp: Bei “Wind und Wurzeln” denkt Marina Weisband über Social Media und die Schwierigkeit, “wie wir gleichzeitig unsere Kinder und unsere Demokratie retten”, nach: “Marina, die selbst ein ‘Internetkind’ ist, spricht über reale Gefahren und echte Lösungen. Sie macht deutlich, dass Kinder Rechte haben: auf Schutz, auf Information, auf Teilhabe und Mitsprache bei Entscheidungen, die ihr Leben betreffen. Sie berichtet von der Umfrage #beyondthefeed, mit der Schüler:innen nach ihren Erfahrungen und Ideen zu Social Media und möglichen Altersbeschränkungen befragt werden, um ihre Perspektiven in die Politik zu tragen.” (Audio: 50:39 Minuten)

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4. Wie wir Journalisten 2026 ausbilden müssen
(youtube.com, Christian Jakubetz, Video: 34:31 Minuten)
Christian Jakubetz und Julia Walker, Studienleiterin an der Katholischen Journalistenschule ifp, diskutieren darüber, wie Künstliche Intelligenz den Redaktionsalltag und die Ausbildung des journalistischen Nachwuchses grundlegend verändert. Beide sind sich einig, dass der sichere Umgang mit den neuen Technologien inzwischen zum unverzichtbaren journalistischen Handwerk gehört. Kernkompetenzen wie analytische Einordnung, investigatives Arbeiten und der Aufbau von Vertrauen müssten jedoch weiterhin in menschlicher Hand bleiben.

5. “Vielleicht war ich der Letzte” – Rudi Carrell, sein Leben für die Show
(deutschlandfunk.de, Herwig Katzer, Audio: 46:59 Minuten)
Während der Osterpause bietet der Deutschlandfunk-Podcast “Nach Redaktionsschluss” ein Feature über Rudi Carrell. Eine Würdigung, die aber auch die Kritik an dem Showmaster nicht verschweigt: “Bis zu 30 Millionen Menschen saßen vor dem Fernseher, wenn er die Showbühne betrat. Mit Sendungen wie ‘Am laufenden Band’ oder der ‘Rudi Carrell Show’ prägte der Entertainer das deutsche Fernsehen. Vom Publikum verehrt, von Kollegen gefürchtet. Vor 20 Jahren starb Rudi Carrell.”

6. Oliver Welke: Nimmt die Politik Einfluss auf Satire-Shows?
(youtube.com, Bettina Böttinger, Video: 57:21 Minuten)
Bei “Zwischen den Zeilen” spricht Bettina Böttinger mit dem “heute-show”-Moderator Oliver Welke über die Grenzen und Herausforderungen von Satire in Zeiten ständiger politischer und gesellschaftlicher Krisen. Welke betont seinen großen Respekt vor der Arbeit von Politikerinnen und Politikern, kritisiert die zunehmende Verrohung des Diskurses und erklärt, warum er toxische Soziale Netzwerke wie X (ehemals Twitter) strikt meidet.
Weiterer Hörtipp: Wer noch mehr Oliver Welke will: Bei “Kalk und Welk” haben er und Oliver Kalkofe den TV-Moderator und Kabarettisten Christian Ehring zu Gast: “Es geht um gute und schlechte Gags, abgebrochene Studiengänge und ‘Bibi und Tina’-Traumata. Und im 50. Jubiläumsjahr geht es natürlich auch um den großen Geburtstag von extra3 im September.” (ardsounds.de, Audio: 57:38 Minuten)

Orbáns Feinde, Konformismus in den Medien, Ärger mit der Obrigkeit

1. Orbáns Feinde
(taz.de, Florian Bayer)
Florian Bayer beschreibt die prekäre Lage der wenigen verbliebenen unabhängigen Medien in Ungarn kurz vor der anstehenden Parlamentswahl am 12. April. Die Regierung von Viktor Orbán kontrolliere über ein massives “Propaganda-Ökosystem”, finanziellen Druck und das neue “Souveränitätsgesetz” zur Einschüchterung kritischer Journalistinnen und Journalisten fast die gesamte Medienlandschaft. Zwar wecke der starke Oppositionskandidat Péter Magyar bei den letzten freien Redaktionen Hoffnungen auf einen Regierungswechsel. Gleichzeitig würden sie jedoch fürchten, dass bei einer Wahlniederlage Orbáns die Spendenbereitschaft der Leserschaft wegbrechen könnte.

2. Frankreichs Senat stimmt für Social-Media-Verbot für Jugendliche
(zeit.de)
Der französische Senat habe einem Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 15 Jahren zugestimmt. Statt eines pauschalen Verbots sehe der modifizierte Gesetzentwurf nun jedoch vor, künftig lediglich eine per Dekret festgelegte Liste “schädlicher” Plattformen zu blockieren. Für andere Netzwerke solle die elterliche Zustimmung ausreichen. Experten würden diesen Kompromiss kritisieren, da er die Verantwortung vom eigentlichen Verursacher auf die Eltern abwälze.

3. Giovanni di Lorenzo über Konformismus in den Medien
(youtube.com, Matze Hielscher, Video: 1:31:54 Stunden)
Im “Hotel Matze” hat sich Gastgeber Matze Hielscher mit Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der “Zeit”, unterhalten: “Ich wollte von ihm wissen, wo die Fehler der Medien liegen und was er aus Jahrzehnten im Journalismus gelernt hat. Wir sprechen über Nähe und Distanz, über den Menschen hinter dem Chefredakteur, und darüber, wie man lernt, im Leben geschätzte Dinge loszulassen.”

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4. Warum der Gang in den Kohlenkeller lohnt
(mediummagazin.de, Markus Wolsiffer)
Markus Wolsiffer beschreibt die Rolle von Bürgermedien und Offenen Kanälen als unverzichtbare dritte Säule der deutschen Medienlandschaft. Am Beispiel seiner ehrenamtlichen Arbeit beim “Wormser Montags-Magazin” während des Landtagswahlkampfs in Rheinland-Pfalz zeigt er auf, wie wichtig diese werbefreien und redaktionell unabhängigen Plattformen für die demokratische Vielfalt seien, da hier auch kleinere Parteien ausreichend Gehör fänden. Bereits seit 1984 würden Offene Kanäle den basisdemokratischen Gedanken umsetzen, Konsumenten zu aktiven Produzenten zu machen.

5. Immer Ärger mit der Obrigkeit
(verdi.de, Gisela Wehrl)
Im Interview mit dem Medienmagazin “M” spricht der Jurist und leitende “SZ”-Redakteur Ronen Steinke über sein neues Buch über die “Meinungsfreiheit”. Er warnt darin, dass der Staat im Kampf gegen Hassrede zunehmend über das Ziel hinausschieße und unbequeme Meinungen kriminalisiere. Steinke kritisiert zudem eine juristische Doppelmoral, bei der harmlose Spötteleien gegen Spitzenpolitikerinnen und -politiker streng verfolgt würden, während die überlastete Justiz bei echten Bedrohungen gegen Normalbürger oft untätig bleibe. Gleichzeitig weist er das rechte Lamento, man dürfe “nichts mehr sagen”, als reine Wehleidigkeit zurück.

6. Klage der Penguin Random House Verlagsgruppe gegen OpenAI
(urheber.info)
Die Verlagsgruppe Penguin Random House habe eine Urheberrechtsklage gegen das KI-Unternehmen OpenAI eingereicht, da die Werke ihres Autors und Illustrators Ingo Siegner unrechtmäßig für das Training des KI-Systems ChatGPT genutzt worden seien. Laut dem Verlag lägen die geschützten Text- und Bildinhalte als sogenannte “Memorisierung” im Sprachmodell vor und würden bereits auf einfache Anfragen der Nutzerinnen und Nutzer unerlaubt vervielfältigt und öffentlich wiedergegeben.

Kriminalstatistik in Medien, Lokales Zeitungssterben, “Heimatstrom”

1. Lokalmedien: Vorsicht, Lückenfüller!
(netzwerkrecherche.org)
Das Netzwerk Recherche warnt in seinem neuen Report (PDF) davor, dass das Zeitungssterben im ländlichen Raum gefährliche publizistische Lücken hinterlasse. Am Beispiel einer thüringischen Region zeige sich, dass diese Leerstellen zunehmend von kommunaler PR, polemischen Gratisblättern und AfD-nahen Portalen gefüllt würden. Als Gegenmittel fordern die Studienautoren eine stärkere Förderung der Medienkompetenz sowie den Aufbau regionaler Rechercheverbünde und verlässlicher digitaler Lokalformate.

2. Kriminalstatistik: Wie Medien Zahlen falsch einordnen
(ardsounds.de, Linus Lüring & Andreas Strobel, Audio: 28:12 Minuten)
Im Podcast “BR24 Medien” geht es um die Polizeiliche Kriminalstatistik und die Einordnung der Zahlen durch Medien: “Was zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik tatsächlich – und was eben nicht? Warum spielt das ‘Lüchow-Dannenberg-Syndrom’ eine wichtige Rolle? Was ist problematisch, wenn es um die Zahlen nichtdeutscher Tatverdächtiger geht? Und generell: Wie können wir besser über Kriminalität berichten?”

3. Nach Streik: DJV und ver.di erzielen Tarifeinigung mit der dpa
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Das Medienmagazin “DWDL” berichtet, dass sich die Gewerkschaften DJV und Verdi nach einem Warnstreik mit der Nachrichtenagentur dpa auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt hätten. Demnach sollen die Gehälter der Beschäftigten im laufenden Jahr in zwei Stufen um insgesamt 200 Euro monatlich und ab Mitte 2027 um weitere 2,5 Prozent steigen, wovon Volontärinnen und Volontäre sowie Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger besonders stark profitieren würden.

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4. Australien ermittelt gegen Tech-Konzerne wegen Verstößen gegen Social-Media-Verbot
(spiegel.de)
Australische Behörden würden aktuell gegen fünf große Tech-Konzerne (darunter Meta, TikTok und YouTube) ermitteln, weil diese das seit Dezember geltende Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren nicht konsequent genug umsetzen würden. “Am Anfang haben die meisten Plattformen die nötigen Schritte eingeleitet. Aber unsere jüngsten Beobachtungen zeigen, dass manche Firmen nicht genug tun, um dem australischen Recht zu folgen”, so eine Vertreterin der zuständigen Aufsichtsbehörde.

5. Onlinekultur und digitales Pathos
(taz.de, Hilka Dirks)
Hilka Dirks befasst sich mit der Buchvorstellung des Kunsthistorikers Wolfgang Ullrich, der in seinem neuen Werk “Memokratie” die demokratiegefährdende Macht von Memes und autoritärer Bildpolitik untersuche. Ullrich argumentiere, dass die Ära des dokumentarischen Bildes als verlässlicher Tatsachenbeleg endgültig vorbei ist und sogenannte “Meme-Warriors” weitreichenden politischen Einfluss ausüben.

6. Die 15 witzigsten “Heimatstrom”-Memes – und wie sie Rechte entlarven
(volksverpetzer.de, Thomas Laschyk)
Beim “Volksverpetzer” schaut Thomas Laschyk auf einen aktuellen Social-Media-Trend, bei dem KI-generierte Bilder im Stil historischer NS-Propaganda ironisch für erneuerbare Energien werben. Diese satirischen “Heimatstrom”-Memes würden darauf abzielen, die Energiepolitik rechter Parteien als widersprüchlich und unpatriotisch zu entlarven. Laschyks Fazit: “Am Ende bleibt die Frage, ob diese Satire der ‘Heimatstrom’-Memes wirklich Meinungen ändert. Oder gar ein Umdenken erreichen könnte bei denjenigen, die sonst gerne auf rechte und fossile Propaganda hereinfallen. Aber vielleicht schärft sie das Bewusstsein bei denen, die noch zweifeln.”

Frauenfeindlichkeit, “El Hotzo” freigesprochen, “Fun Facts”

1. Medien können Frauenfeindlichkeit befeuern
(taz.de, Amélie Richter)
Amélie Richter berichtet über eine große Studie der Universität Bern, die belege, wie stark frauenfeindliche Medieninhalte reale Gewalt befeuern. Die Auswertung zeige ganz klar: Der regelmäßige Konsum von sexistischen Filmen, Liedern oder Social-Media-Beiträgen mache vor allem junge Männer aggressiver und bestärke gefährliche Vorurteile gegenüber Frauen. Um diese fatale Spirale zu stoppen, würden Expertinnen und Experten eine bessere Medienbildung sowie strengere Meldemechanismen auf den Internet-Plattformen fordern.

2. NIUS – Rechtskatholisch-antifeministischer Hang zum Adel
(edelweissnetzwerk.de, Andreas Kemper)
Andreas Kemper beschäftigt sich in seinem Beitrag mit den personellen Verflechtungen des rechten Portals “Nius”. Dieses versammele gezielt rechtskatholische und antifeministische Aktivistinnen und Aktivisten mit einer auffälligen Nähe zum Adel. Als zentrale Personen werden unter anderem der Publizist Alexander Kissler, die Autorin Birgit Kelle sowie die Milliardärin Gloria von Thurn und Taxis genannt. Kemper zeigt detailliert auf, wie tief diese Protagonisten in internationale rechtsextreme, oligarchische und klerikale Netzwerke verstrickt seien.

3. El Hotzo wegen seiner Trump-Tweets rechts­kräftig frei­ge­spro­chen
(lto.de, Max Kolter)
Wie “Legal Tribune Online” berichtet, wurde Sebastian Hotz, bekannt als “El Hotzo”, wegen seiner umstrittenen Tweets zum Attentat auf Donald Trump im Jahr 2024 nun in letzter Instanz rechtskräftig freigesprochen. Die Berliner Staatsanwaltschaft habe Hotz die Billigung von Straftaten vorgeworfen, da er den verfehlten Schuss auf Trump mit einem verpassten Bus verglichen und angemerkt habe, er finde es fantastisch, wenn Faschisten stürben. Das Kammergericht habe geurteilt, dass die Äußerungen als klar erkennbare Satire und “klassischer Fall von Machtkritik” von der Meinungsfreiheit gedeckt seien.

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4. Newsletter Netzwerk Recherche 255
(netzwerkrecherche.org, Lena Wrba & Elisa Simantke)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die aktuelle Ausgabe beginnt mit einigen Worten von Elisa Simantke, die auf das bevorstehende Jubiläum der Organisation hinweist. Darüber hinaus gibt es einen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

5. Gesundheitsmagazine: Es geht auch kritisch, evidenzbasiert und ganz ohne Werbung
(igel-monitor.de, Marcus Anhäuser, Audio: 37:58 Minuten)
In der neuen Folge des “IGeL-Podcasts” widmet sich Moderator Marcus Anhäuser der Schwierigkeit, in der heutigen Medienflut verlässliche und werbefreie Gesundheitsinformationen zu finden. Als aus seiner Sicht positive Gegenbeispiele stellt er die beiden unabhängigen und rein abofinanzierten Magazine “arznei-telegramm” und “Gute Pillen – Schlechte Pillen” vor. In Interviews mit den jeweiligen Blattmachern wird klar, warum diese neuen Medikamenten oft erst einmal skeptisch gegenüberstünden und was auf dem unübersichtlichen Markt für Nahrungsergänzungsmittel derzeit schieflaufe.

6. “Fun Facts” mit Marc-Uwe Kling: Dann lachen wir das eben selbst
(dwdl.de, Peer Schader)
In seiner aktuellen Kolumne berichtet der Medienjournalist Peer Schader über “Fun Facts”, ein neues, von Marc-Uwe Kling und der “Correctiv”-Redaktion gestartetes Online-Nachrichtenformat. Darin würden werktäglich wechselnde prominente Hosts das politische Weltgeschehen aus einer konsequent aktivistischen und linken Perspektive humoristisch einordnen. Schader ist insgesamt recht angetan von dem Format und bezeichnet es als das “vielleicht interessanteste Medienexperiment des Jahres”.

KW 13/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Was dürfen Journalisten anderen Medien glauben?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 23:34 Minuten)
Die Berichterstattung über die im “Spiegel” geäußerten Vorwürfe von Collien Fernandes gegenüber ihrem Ex-Mann Christian Ulmen sei nicht einfach und verlange anderen Medien eine “eigenständige Prüfung” ab. “Aber was genau heißt eigentlich ‘eigenständig prüfen’ und wie weit reicht dieser Anspruch? Wird jede Berichterstattung über eine Verdachtsberichterstattung unweigerlich auch zu einer solchen? Und war die mediale Zurückhaltung in diesem Fall womöglich größer als bei früheren Recherchen zu vergleichbaren Fällen?” Darüber spricht Holger Klein mit dem Investigativjournalisten Jonathan Sachse.

2. Deepfake Deepdive mit Dr Eckart von Hirschhausen
(youtube.com, Chan-jo Jun & Eckart von Hirschhausen, Video: 47:10 Minuten)
Der Anwalt Chan-jo Jun und der Arzt Eckart von Hirschhausen besprechen die massiven juristischen Lücken bei der strafrechtlichen Verfolgung von Deepfakes. Jun kritisiert, dass sich Tech-Konzerne wie Meta weiterhin aus der Haftung zögen, weshalb der aktuell geplante Straftatbestand gegen digitale Fälschungen, der sogenannte “Hirschhausen-Paragraph”, aus seiner Sicht dringend nachgebessert werden müsse. So dürfe etwa die bloße Kennzeichnung eines KI-Fakes als Satire nicht vor Strafe schützen. Auch die hohe Hürde einer zwingend nachzuweisenden “erheblichen Ansehensgefährdung” müsse laut Jun aus dem Gesetzentwurf gestrichen werden.

3. Der Absturz von Instagram
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 23:18 Minuten)
In seinem aktuellen Video warnt Mats Schönauer vor einer massiven Welle von KI-generierten Fakes und manipulierten Inhalten auf Instagram. Das Spektrum reiche von falschen Influencerinnen über gefälschte Hochzeitsfotos bis hin zu manipulierten Kriegsvideos. Anhand konkreter Beispiele zeigt er, wie leicht sich Millionen von Nutzerinnen und Nutzern in die Irre führen lassen, und erklärt, wie man solche Fälschungen durch das Erkennen von Logikfehlern, genaue Beobachtung oder den Einsatz von Erkennungstools entlarven kann.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

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4. Wenn Welten aufeinanderprallen
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 38:33 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, ob die Präsenz des Deutschlandfunks auf der Unterhaltungsplattform TikTok angemessen ist. Es diskutieren DLF-Hörer und TikTok-User Christian Stein, Journalistin Jenni Repp und Medienforscher Henning Eichler.

5. Macht, Medien, Müdigkeit – Wie stabil ist die amerikanische Demokratie noch?
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 43:46 Minuten)
Im Podcast “Satzzeichen” ist Klaus Brinkbäumer zu Gast, Journalist, Ex-“Spiegel”-Chefredakteur und ehemaliger MDR-Programmdirektor. Brinkbäumer hat gerade das Buch “Der amerikanische Albtraum” veröffentlicht: “Im Zentrum stehen Netzwerke hinter Trump und die Frage, wie real die Gefahr eines autoritären Umbaus ist. Brinkbäumer erklärt, warum die kommenden Wahlen entscheidend sein könnten und was der Zustand der US-Medien über Anpassung, Angst und Erschöpfung verrät.”

6. “Erfolgreich Radio machen” – Ein Interview mit Yvonne Malak
(dfjv.de, Nadine Zeidler, Audio: 11:44 Minuten)
In der aktuellen Folge des “Fachjournalist”-Podcasts dreht sich alles um die Frage, wie erfolgreiches Radio heutzutage funktioniert. Im Interview mit Nadine Zeidler erklärt die Radio-Trainerin Yvonne Malak, dass vor allem Persönlichkeit, starkes Storytelling und das richtige Tempo entscheidend seien. Darüber hinaus geht es um typische rhetorische Fallen, das spezifische Schreiben fürs Sprechen und berufliche Perspektiven für Fachjournalistinnen und -journalisten im Hörfunk.

Verdacht ist nicht Gleichsetzung, Klarnamenpflicht, Strafrechtsfalle

1. Verdacht ist nicht Gleichsetzung
(taz.de, Johannes Eisenberg)
Der Medienanwalt Johannes Eisenberg verteidigt in seinem Beitrag die umfassende Berichterstattung im Fall von Collien Fernandes und Christian Ulmen. Er betont, dass sich dieser Fall deutlich von früheren Skandalen unterscheide, da hier handfeste Belege wie Zeugenaussagen, E-Mails und mutmaßliche Tonaufnahmen vorlägen, die den Verdacht massiv stützen würden. Andere Medien dürfen laut Eisenberg die Recherchen des “Spiegel” übernehmen, solange sie sachlich bleiben, nicht vorverurteilen und dem Beschuldigten stets selbst die Chance zu einer eigenen Stellungnahme geben.
Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator die Berichterstattung: “‘Es gilt die Unschuldsvermutung.’ Das sind die vier Wörter, die in den letzten Tagen in fast jedem Artikel über den Fall Fernandes/Ulmen stehen. Und dieser Satz sei ja nicht falsch, sagt Lorenz Meyer. Er sei das Fundament unseres Rechtsstaats. Aber er sei oft eingebettet in einen Text, der das genaue Gegenteil transportiere.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:48 Minuten)

2. Stefanie Hubig lehnt Klarnamenpflicht im Internet ab
(zeit.de)
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) erteile den im Zuge des Falls von Collien Fernandes laut gewordenen Forderungen nach einer gesetzlichen Klarnamenpflicht im Internet eine klare Absage. Sie betone, dass Anonymität im Netz aus vielen legitimen Gründen unerlässlich bleibe. Um Täter bei digitaler Gewalt dennoch konsequent zur Rechenschaft ziehen zu können, setze die Ministerin stattdessen auf eine nachträgliche Identifizierung durch die dreimonatige Speicherung von IP-Adressen. Parallel dazu wolle ihr Ministerium noch in dieser Woche einen neuen Gesetzentwurf ins Kabinett einbringen, der unter anderem die Erstellung sexualisierter Deepfakes gezielt unter Strafe stelle.

3. Deepfakes und die Strafrechtsfalle
(verfassungsblog.de, Aziz Epik)
Strafrechtsprofessor Aziz Epik warnt davor, das Problem sexualisierter Deepfakes ausschließlich durch schnelle Verschärfungen des Strafrechts lösen zu wollen. Zwar räumt er ein, dass es unbestreitbare rechtliche Schutzlücken gebe, doch hastig formulierte Gesetze seien fehleranfällig und würden der juristischen Komplexität des Themas nicht gerecht. Epik argumentiert, dass digitale Gewalt tief in strukturellen, patriarchalen Problemen verwurzelt sei, die sich nicht allein durch die strafrechtliche Verfolgung von Einzeltätern beheben lassen würden.

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4. Strapazierter Journalismus: Anfeindungen und strukturelle Belastungen von Journalist:innen in Deutschland
(ecpmf.eu, Patrick Peltz & Yann Rees)
Eine neue Studie des European Centre for Press and Media Freedom und der Universität Bielefeld befasst sich mit der Belastung von Journalistinnen und Journalisten in Deutschland. Die Ergebnisse würden zeigen, dass wiederkehrende Anfeindungen und Drohungen im Berufsalltag vermehrt zu redaktioneller Selbstzensur führen. Gleichzeitig würden Medienschaffende unter einem massiven strukturellen und ökonomischen Druck leiden. Die Folgen: Arbeitsverdichtung, Qualitätsverlust und Abwanderungsgedanken.

5. Terrorpropaganda und Gewaltvideos auf Knopfdruck – OpenAI macht Sora dicht
(ohje-internet.de, Karolin Schwarz)
Karolin Schwarz kommentiert die Entscheidung der ChatGPT-Mutter OpenAI, ein Tool zur Generierung von KI-Videos einzustellen: “Wer solche Inhalte erzeugen will, wird auch bei anderen Slop-Fabriken auf dem Markt fündig. Dass einer der Marktführer sein Tool nun einstellt, ist unter den beschriebenen Gesichtspunkten und insbesondere mit Blick auf die mangelhaften Moderationspraktiken allerdings kein Verlust.”

6. Meta und YouTube sollen einer Social-Media-Süchtigen drei Millionen Dollar zahlen
(spiegel.de)
In einem wegweisenden Prozess in den USA seien die Tech-Giganten Meta und Google zu Schadensersatz in Millionenhöhe verurteilt worden. Die Konzerne hätten fahrlässig gehandelt und nicht ausreichend über das immense Suchtpotenzial ihrer Plattformen wie Instagram und YouTube aufgeklärt. Geklagt habe eine 20-jährige Frau, die ihre schweren Depressionen und Angstzustände auf die bewusst suchtsteigernde Gestaltung der Netzwerke, etwa durch endloses Scrollen, zurückführe.

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